Nach oben pdf Belastungserleben pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz während eines Krankenhausaufenthaltes

Belastungserleben pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz während eines Krankenhausaufenthaltes

Belastungserleben pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz während eines Krankenhausaufenthaltes

deren vollständigen Übernahme an. Des Weiteren müssen sie sich mit finanziellen und rechtlichen Fragen auseinandersetzen. Um einer Überlastung der pflegenden Angehörigen vorzubeugen, sollten diese rechtzeitig Unterstützung in Anspruch nehmen wie z.B. ambulante Pflegedienste (Landesinitiative Demenz-Service NRW, 2008). Die Interviewten empfinden die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegdienstes hingegen als weniger hilfreich und unterstützend: „[Ich habe] gedacht vielleicht kann mir da ein Pflegedienst helfen. Also damit habe ich gar keine guten Erfahrungen gemacht.“ (Interview 3, Zeile 695-697). Die Pflegenden des ambulanten Pflegedienstes werden von den Menschen mit Demenz oftmals nicht akzeptiert: „[…] war ja der Pflegedienst da, der leider von meinem Opa so mittelmäßig gut angenommen wurde, weil er irgendwie unangenehmerweise irgendwelche 40er Jahre Mentalitäten wieder rauskamen und er […] Pflegekräfte leider wieder rausgeschmissen hat […] (Interview 4, Zeile 279-285). Für Menschen mit Demenz scheint es schwierig zu sein zu verstehen, warum nun die Pflege nicht durch die gewohnte Bezugsperson, sondern durch eine für sie fremde Person erfolgt: „[…], aber wir waren nun nicht weg und noch präsent. Dann versteht sie das nicht…, dass wir nicht die Pflege machen, sondern ja die Pflegekraft, weil wir uns dann ja eigentlich mal zurückziehen wollen. Und dann ist die auch ungehalten und ruft immer wieder nach uns.“ (Interview 1, Zeile 235-240). Des Weiteren wünschen sich die pflegenden Angehörigen eine stärkere Entlastung durch den Pflegedienst. Sie erhoffen sich Zeit für sich und für einen kurzen Zeitraum die Pflege und Betreuung vollständig abgeben zu können: „Dann wie gesagt, haben wir irgendwann einen Pflegedienst beauftragt, damit wir mal wegkonnten. Das ist auch nicht so einfach jemanden zu finden, die dann… die vollkommen die Betreuung übernehmen.“ (Interview 1, Zeile 137-141). Angebote der Tagespflege oder Tagestreffs werden als entlastender empfunden, da hier die vollstände Pflege und Betreuung für ein paar Stunden übernommen wird: „Und dann ging mein Mann in die Tagespflege. […] am Anfang zwei Mal die Woche mittwochs und freitags.“ (Interview 3, Zeile 258-262).
Mehr anzeigen

76 Mehr lesen

Advance Care Planning als Versorgungsansatz bei der Pflege von Menschen mit Demenz

Advance Care Planning als Versorgungsansatz bei der Pflege von Menschen mit Demenz

ACP hat das Potential, Angehörige in mehrfacher Hinsicht zu entlasten, etwa in Form von Beratung und bei der Zukunftsplanung, bei der Entscheidungsfindung oder in seelsorgerischer Funktion. Bereits 2010 konnten Detering er al. mittels RCT in einem Krankenhaus belegen, dass ACP nicht nur die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Wünsche und Werte von Patienten am Ende des Lebens bekannt und beachtet werden, sondern sich auch positiv auf die psychischen Belastungen der Hinterbliebenen auswirkt. Psychische Belastungen wurden mittels validierter Instrumente während des Krankenhausaufenthaltes erfasst, sowie 3 und 6 Monate nach der Entlassung. Sind Patienten während der Studienzeit verstorben, wurden Angehörige 3 Monate nach dessen Tod erneut kontaktiert. So konnte nachgewiesen werden, dass Angehörigen in der Interventionsgruppe unter signifikant weniger (posttraumatischem) Stress, Angst und Depressionen litten, als die Angehörigen in der Kontrollgruppe. 184 Neuere Forschungsergebnisse unterstützen dies, zeigen jedoch
Mehr anzeigen

63 Mehr lesen

Stärkung der Selbstmanagement-Kompetenzen pflegender Angehöriger türkeistämmiger Menschen mit Demenz

Stärkung der Selbstmanagement-Kompetenzen pflegender Angehöriger türkeistämmiger Menschen mit Demenz

Das Belastungserleben gestaltete sich bei den pflegenden Angehörigen darüber hin- aus heterogen aus. Zentrale Kategorien, die sich als besonders belastend herausge- stellt haben, sind der Umgang mit herausforderndem Verhalten und die Veränderung der Persönlichkeit der erkrankten Person. Die Trauer um die Veränderungen in der Persönlichkeit des Menschen und seines Handelns ist ein wesentlicher Faktor für das Belastungsempfinden der Angehörigen. Die Trauer wird im Vergleich mit körperlichen Belastungen in der Pflege als schwerwiegender beurteilt. Das veränderte Handeln, das die Angehörigen auch in schwierige oder unangenehme Situationen bringt, erin- nert die Angehörigen ständig an den Verlust, den sie in Bezug zu dem erkrankten Menschen, aber auch zum eigenen Lebensentwurf erleiden. Hinzu kommen Ohn- machtserfahrungen im Umgang mit den Herausforderungen zu Beginn und bei Fort- schreiten der Krankheit, die die Angehörigen immer wieder in eine hilflose Situation bringen. Dies wird verstärkt dadurch, dass die Demenz in der türkeistämmigen Com- munity tabuisiert ist und die Inanspruchnahme pflegerischer Unterstützung gesell- schaftlich sanktioniert wird. Der Druck der türkeistämmigen Community, dass die Pflege ausschließlich durch Familienangehörige innerhalb der Familie geleistet wer- den sollte, wird als besonders belastend empfunden. Der Einfluss der Werte und Er- wartungen der Communities, in denen die Angehörigen leben, wirkt sich bei der Aus- gestaltung der Pflege besonders belastend aus. Die Kollektivorientierung in türkischen Gemeinschaften und daraus entstehende gesellschaftliche Erwartungen können sich auf die Aktivierung von Selbstmanagement-Kompetenzen auswirken. Das führt zu der Frage, wie das belastende Wirken der Kollektivorientierung in manchen Gemeinschaf- ten für das Setting Pflege abgeschwächt oder kompensiert werden könnte, um pfle- gende Angehörige, die grundsätzlich Unterstützung annehmen wollen, darin zu be- stärken, entsprechend ihrer selbstbestimmten Vorstellungen, die Pflege auszugestal- ten.
Mehr anzeigen

250 Mehr lesen

Ein bewegtes Leben für Menschen mit Demenz. Konzeption, Umsetzung und Evaluation einer gesundheitswirksamen Bewegungsförderungsintervention für Menschen mit Demenz im Setting der stationären Langzeitversorgung

Ein bewegtes Leben für Menschen mit Demenz. Konzeption, Umsetzung und Evaluation einer gesundheitswirksamen Bewegungsförderungsintervention für Menschen mit Demenz im Setting der stationären Langzeitversorgung

Kognitiv beeinträchtigte Menschen über 65 Jahren weisen gegenüber ihren kognitiv gesunden Peers, unabhängig von Alter, Aktivitätslevel, Muskelmasse und Komorbiditäten, eine geringere Ganggeschwindigkeit, eine geringere Griffstärke und eine schlechtere funktionale Leistungsfähigkeit auf (Auyeung et al., 2008). Speziell Gang- und Balancestörungen treten bei Menschen mit Demenz häufiger auf als bei Menschen ohne demenzielle Erkrankungen (Allan, Ballard, Burn & Kenny, 2005). Allerdings gibt es auch innerhalb der Gruppe der Demenzerkrankten ein breites Leistungsspektrum hinsichtlich der Gangleistung. So weisen z.B. Menschen mit nicht-Alzheimer Demenzen eine schlechtere Gangleistung auf als Menschen mit Demenz vom Alzheimer Typ (Allali et al., 2016; Allali et al., 2017). Bei nicht-Alzheimer Demenzen sind 75% bis 79% der Erkrankten von Gangstörungen betroffen, bei Personen mit Alzheimer liegt der Anteil bei 25% (Allan et al., 2005). Unabhängig von der Art der Demenzerkrankung ist jedoch eine parallele und somit progrediente Abnahme von Gangleistung und kognitiver Leistung zu beobachten (Allali et al., 2016; Allan et al., 2005; Cedervall, Halvorsen & Aberg, 2014). Bei anfänglich leichtgradiger Demenz erfolgt innerhalb von nur 2 Jahren eine signifikante Verringerung der Ganggeschwindigkeit und Schrittlänge sowie eine signifikante Ausdehnung der Doppelabstützungsphase (Cedervall et al., 2014). Unter Dual-Task Bedingungen (gehen mit gleichzeitiger Bearbeitung einer kognitiven Aufgabe, wie z.B. rückwärts zählen) verschlechtern sich die spatio-temporalen Gangparameter Ganggeschwindigkeit, Kadenz, Schrittlänge und -breite, Doppelabstützungszeit, Schwungzeit-Variabilität und Schrittlängen- Variabilität gegenüber einfachem Gehen nochmals signifikant (Cedervall et al., 2014; Taylor, Dalbaere, Mikolaizak, Lord & Close, 2013).
Mehr anzeigen

363 Mehr lesen

Ich kann nicht mehr und jetzt? – Pflegende Angehörige an der Grenze zur Überlastung – Konzeption eines Fragebogens zur Selbsteinschätzung des Belastungsniveaus und der Bewältigungsstrategien, zur Bedarfsermittlung im Rahmen der Beratung pflegender Angehör

Ich kann nicht mehr und jetzt? – Pflegende Angehörige an der Grenze zur Überlastung – Konzeption eines Fragebogens zur Selbsteinschätzung des Belastungsniveaus und der Bewältigungsstrategien, zur Bedarfsermittlung im Rahmen der Beratung pflegender Angehöriger

Literaturrecherche wurden die, für das Belastungserleben relevanten Variablen, sowie die, von pflegenden Angehörigen eingesetzten Bewältigungsstrategien herausgearbeitet. Dabei wurden gängige Studien zu dieser Thematik berücksichtigt und die, in diesen Untersuchungen wiederkehrenden Aspekte aufgegriffen und in die Fragebogenkonzeption integriert. Einbezogen wurden hierbei nicht nur demografische, objektive Variablen, sondern auch subjektive Facetten, um die gesamte Bandbreite des Belastungserlebens greifbar zu machen. Aus den allgemein gängigen Bewältigungsstrategien wurden diejenigen herausgearbeitet, die für pflegende Angehörige typisch sind. So kann davon ausgegangen werden, dass die Kernpunkte der sozialen Wirklichkeit dieser beiden Untersuchungsgegenstände erfasst wurden. Durch die Berücksichtigung verschiedener Studien ist auch das Kriterium der Einbeziehung verschiedener Sachverhalte gegeben. Da dieser Fragebogen keinen primären Forschungszweck innehat, wurde auf die Formulierung von Zusammenhängen zwischen den einzelnen Bestandteilen im Vorfeld verzichtet, vielmehr wurden diese aus den betrachteten Studien zusammengetragen und abgeleitet, sodass dieses Qualitätskriterium in diesem Fall nur bedingt Anwendung finden kann. Unter der Berücksichtigung der Zielsetzung dieser Methode, kann von der Validität des erstellten Fragebogens ausgegangen werden. Mit Reliabilität, ist, laut König, die Zuverlässigkeit und Genauigkeit einer Messung gemeint. 212 Es ist also zu prüfen, ob das Belastungserleben, sowie die
Mehr anzeigen

53 Mehr lesen

Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen

Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen

Mit dem Übergang des pflegebedürftigen MmD in eine stationäre Einrichtung beginnt für den Betroffenen, die pflegenden Angehörigen sowie die Bezugspersonen die gesundheit- lich bedingte Transition. Für alle Beteiligten ergibt sich mit dem Heimübertritt und der sich daran anschließenden Orientierungsphase der eigentliche Veränderungsprozess zur bishe- rigen und vertrauten informellen Versorgungssituation. Die bis dahin gewohnte Pflege- und Betreuungssituation wird verlassen und sichtbar für alle Beteiligten aufgegeben. Für die pflegebedürftigen MmD kommt es zu einer vollständigen Veränderung der bis dahin gewohnten Lebenssituation. Die pflegebedürftigen Menschen mit Demenz verlassen ihr häusliches Versorgungssetting und erleben sich in einer neuen Rolle als Heimbewohner. Für die Pflegepersonen erfolgt zu diesem Zeitpunkt ein Rollenwechsel, und sie geben ihre bisherige Verpflichtung für die Versorgungssituation in großen Teilen an die aufnehmende Einrichtung ab. In diesem Kontext beginnt der Prozess der Anpassung und Auseinander- setzung mit der eigenen Identität und den bis dahin bestehenden Verantwortungsbereichen. Dieser Prozess wird von der Veränderung des Rollenverständnisses aller bisher an der be- kannten und gewohnten Versorgungssituation Beteiligten begleitet (vgl. Wingenfeld 2005). Diese Setzung des Beginns der Transition orientiert sich an dem theoretischen Bezugs- rahmen des gesundheitlich bedingten Transitionskonzepts nach Wingenfeld (2005). Durch die Identifizierung der akuten Ereignisse und Problemaufschichtungen im Verlauf der Vorgeschichten sowie der Mitwirkungen von professionellen Akteuren in einzelnen Fällen wurden verschiedene Handlungs- und Ereigniskontexte herausgearbeitet. Die Effekte die- ser Faktoren auf den Umfang der gesundheitlichen Einschränkungen, die Konsequenzen für das bestehende Pflege- und Betreuungssetting sowie die Beteiligung der Angehörigen am Übergang in die Einrichtung beeinflussen die positiven oder negativen Entwicklungen innerhalb des weiteren Gesamtprozesses.
Mehr anzeigen

231 Mehr lesen

Pflegekompetenz in Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz - eine empirische Erhebung

Pflegekompetenz in Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz - eine empirische Erhebung

1.3.3.1 Aus dem IV. Bericht zur Lage der älteren Generation in Deutschland Der einleitend zitierte Vierte Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesre- publik Deutschland, 81 den die Bundesregierung vorgelegt hat und in dem von der De- menz als „Herausforderung an Politik, Wissenschaft und Gesellschaft“ 82 die Rede ist, gibt auch Empfehlungen dahingehend ab, welche Anforderungen und Kompetenzen an professionell Pflegende im Zusammenhang mit der Pflege demenziell erkrankter Men- schen zu stellen sind. So wird grundsätzlich als wichtig gesehen, dass Pflegende, die in diesem Bereich der Pflege tätig sind über eine entsprechende Qualifikation verfügen, die sie für diese Tätigkeit befähigt. 83 Damit verbunden werden verschiedene Kompeten- zen, die als „Grundlage für eine fundierte Pflege und einen personenfördernden Um- gang mit Hochaltrigen und Demenzkranken“ 84 gesehen werden. Demnach sollten Pfle- gende über eine „Soziale Kompetenz zur Beziehungsgestaltung“ 85 verfügen, die es ih- nen ermöglicht, sich in den Menschen mit seiner demenziellen Erkrankung einzufühlen, seinen biographischen Hintergrund anzuerkennen und sie offen sein lässt für die Be- dürfnisse und Vorlieben der Betroffenen. 86 Durch die Fähigkeit zur Selbstreflexion soll gewährleistet sein, dass Pflegende ihre Arbeit hinterfragen und nicht der Gefahr unter- laufen in unangebrachte Routinen zu verfallen, die den Bedürfnissen demenziell Er- krankter nicht entsprechen. 87 Durch eine „Klinische Beurteilungskompetenz“ 88 und die damit in Zusammenhang gesehene „Kompetenz zu ethischen Urteilen“ 89 sollen Pfle- gende dazu in der Lage sein, die individuelle Situation des Pflegebedürftigen zu erfas-
Mehr anzeigen

73 Mehr lesen

Sturzprävention bei älteren Menschen mit Demenz oder kognitiven
Einschränkungen

Sturzprävention bei älteren Menschen mit Demenz oder kognitiven Einschränkungen

Stürze stellen eine häufige Ursache für Pflegeabhängigkeit, erhöhte Morbidität und Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz oder kognitiven Einschränkungen dar (1, 2). Etwa 5% der Über-65-Jährigen und 30% der Über-80-Jährigen leiden an einer dementiellen Erkrankung (3). Schätzungen zufolge leben in Deutschland derzeit eine Million Menschen mit Demenz (4). Eine etwa doppelt so hohe Anzahl älterer Menschen ist von kognitiven Einschränkungen betroffen, die nicht oder noch nicht die Kriterien einer Demenz nach ICD-10 erfüllen (5, 6). Ältere Menschen mit Demenz oder kognitiven Einschränkungen haben im Vergleich zu kognitiv Gesunden ein doppelt bis dreifach erhöhtes Sturzrisiko (7, 8, 9), sowie ein drei- bis vierfach erhöhtes Risiko für sturzbedingte Verletzungen (10). Daten zur Sturzhäufigkeit bei Menschen mit kognitiven Defiziten liegen für den häuslichen Bereich und die stationäre Langzeitpflege vor (9, 11, 12). Im Bereich der Kliniken finden sich Zahlen zur Sturzhäufigkeit Demenzkranker nur für geriatrische und neurologische Abteilungen, jedoch keine fachbereichsübergreifenden Analysen (1, 13, 14).
Mehr anzeigen

25 Mehr lesen

Determinanten der  Belastung, Entlastung und Lebensqualität  betreuender Angehöriger älterer Menschen

Determinanten der Belastung, Entlastung und Lebensqualität betreuender Angehöriger älterer Menschen

Im vorigen Kapitel wurden neben den unterschiedlichen subjektiven Belastungswahrneh- mungen von Männern und Frauen insgesamt auch Unterschiede zwischen den Generatio- nen aufgezeigt. Die Analysen bezogen sich auf alle Befragten, deren pflegender Angehöri- ger mittelmäûig bis stark hilfsbedürftig ist. Im Folgenden wird der Fokus jedoch auf die Personen im erwerbsfähigen Alter, also pflegende Söhne und Töchter, gelegt und der Zusammenhang von beruflichen Einschränkungen und subjektivem Belastungsempfinden geprüft. Diese Auswertungen können nur mit dem gesamteuropäischen Datensatz durch- geführt, also nicht nach Ländern unterteilt werden, da speziell die Fallzahlen der pflegenden Söhne mit beruflichen Restriktionen in den einzelnen Ländern zu gering für entsprechende Untergruppen-Analysen sind. Dieses Kapitel wird daher nur exkursorisch abgehandelt. Vorweg ist zu klären, ob und in welchem Umfang die pflegenden (Schwieger-)Kinder Ein- schränkungen im beruflichen Bereich hinnehmen mussten. Der Bereich »berufliche Ein- schränkungen« setzt sich aus mehreren Fragen zur beruflichen Situation zusammen. Sofern in mindestens einem der folgenden Bereiche eine Zustimmung erfolgte, musste die befragte Person aufgrund der Pflegesituation berufliche Aspekte zurückstellen:
Mehr anzeigen

308 Mehr lesen

Edoweb: Einsatz mit an Demenz erkrankten Menschen

Edoweb: Einsatz mit an Demenz erkrankten Menschen

bensbereich verlassen, aber nicht mehr zurück finden. Häufig irren sie dann umher und nicht selten wird die Polizei hinzu- gezogen, wenn es darum geht, den vermissten Menschen zu finden. In dieser Situation spielt Zeit eine wichtige Rolle, denn häufig sind die an Demenz erkrankten Menschen für die herr- schende Witterung unzureichend bekleidet oder brauchen dringend Medikamente. Nicht zuletzt leidet ein orientie- rungsloser Mensch unter großer Angst, wenn er hilflos unter- wegs ist. Damit die Polizei die Suche nach dem Vermissten möglichst effektiv gestalten kann, gibt es einige Tipps, die Sie Angehörigen vorbereitend auf eine solche Situation geben kön- nen:
Mehr anzeigen

12 Mehr lesen

Edoweb: Begegnung mit an Demenz erkrankten Menschen

Edoweb: Begegnung mit an Demenz erkrankten Menschen

Obwohl Demenz so weit verbreitet ist, wissen viele Menschen wenig über die Erkrankung und ihre Symptome – sie gilt in der Bevölkerung vielfach noch immer als tabu. Auch die meisten an Demenz erkrankten Menschen und ihre Angehörigen spre- chen nicht offen über Demenz und schämen sich, weil die Be- wältigung des Alltags immer schwieriger wird. Die Scham führt häufig dazu, dass Familien mit Erkrankten nicht mehr in die Öffentlichkeit gehen und bestehende Hilfsangebote nicht wahr- nehmen. Sie leben häufig sozial isoliert und überschreiten die Grenzen ihrer körperlichen und emotionalen Belastbarkeit. Vermutlich sind Sie im Umkreis Ihrer Familie, im Freundeskreis oder in der Öffentlichkeit schon einmal an Demenz erkrankten Menschen begegnet. Beim ersten Kontakt haben Sie vielleicht gemerkt, dass Ihr Gegenüber„ein bisschen durcheinander“ war, konnten aber nicht beurteilen, was die Person kann oder nicht kann und ob sie das Gehörte versteht. Vielleicht waren Sie et- was unsicher und wussten nicht, wie Sie sich am besten ver- halten sollten.
Mehr anzeigen

13 Mehr lesen

Demenz – "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" : Humor in der ergotherapeutischen Arbeit mit Menschen mit Demenz

Demenz – "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" : Humor in der ergotherapeutischen Arbeit mit Menschen mit Demenz

Den humorvollen Aspekt in problematischen Situationen zu erkennen, kann der Problematik die Gewichtung nehmen (Hafford-Letchfield, 2012; Vergeer & MacRae, 1993) und könnte nach Meinung der Autorinnen dieser Bachelorarbeit zu Optimis- mus und Gelassenheit verhelfen. Ähnliches erwähnen Godfrey (2004) und Wilkins und Eisenbraun (2009), die besagen, dass Humor einen Perspektivenwechsel zu vollziehen vermag. Wenn sich in der Therapie herauskristallisiert, dass der an De- menz erkrankte Klient Humor zeigt und auch in schwierigen Situationen humorvoll re- agieren kann, so sollte dies als Ressource (Schaade, 2009) angesehen und von der Therapeutin gefördert werden. Allerdings muss dieser Humorgebrauch unterschie- den werden von dem von Menschen mit einer Demenz im frühen Stadium. Diese nut- zen häufig Humor, um sich selbst vor peinlichen Situationen zu schützen, welche durch Erinnerungsausfälle entstehen können (Saunders, 1998). Sie könnten sensib- ler auf Witze oder Humor reagieren, da sie sich bewusst sind, dass sie Schwierigkei- ten haben, komplizierte Inhalte zu verstehen (Takeda et al., 2010). Dies sollte die Er- gotherapeutin berücksichtigen und abwägen inwiefern der Humorgebrauch den Kli- enten fördern oder verunsichern könnte. „Auch Aggression kann mit Lachen über- deckt sein, ebenso Unsicherheit oder die Abwehr von Gefühlen. Die wenigsten von uns lachen ohne äußeren Auslöser plötzlich los, wenn sie alleine sind. Wenn wir ge- kitzelt werden, kann es sein, dass wir aus Reflex lachen, auch wenn wir es schon längst nicht mehr lustig finden“ (Niehaus, 2010. S. 13).
Mehr anzeigen

122 Mehr lesen

Erleben und Verhalten bei Angehörigen von Menschen mit Demenz in Konfliktsituationen

Erleben und Verhalten bei Angehörigen von Menschen mit Demenz in Konfliktsituationen

Demenzerkrankungen sind vorwiegend durch einen irreversiblen und fortschreitenden Verlauf gekennzeichnet, der bei degenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit oder der Frontotemporalen Demenz in der Regel langsam progredient ist, bei vaskulären Erkrankungen hingegen auch stufenweise und wechselhaft sein kann. Auch die Lewy- Körperchen-Demenz ist durch einen wechselhaften Verlauf gekennzeichnet (Förstl, 2009). Im fortgeschrittenen Stadium wird das Immunsystem immer mehr geschwächt und ein Großteil der Betroffenen verstirbt schließlich an Infekten, zumeist an einer Lungenentzündung (Brunnström & Englund, 2009). Die verbleibende Lebenserwartung von Menschen mit Demenz ist insgesamt deutlich reduziert. Die Krankheitsdauer ist allerdings wegen der Schwierigkeit, den Krankheitsbeginn exakt zu bestimmen, schwer zu erfassen. Die Verläufe sind individuell sehr variabel und können eine Dauer von bis zu 20 Jahren haben. Gesichert ist jedoch, dass mit zunehmendem Alter die Überlebenszeit verkürzt wird (Weyerer & Bickel, 2007). Sie wird für die Alzheimer-Demenz im Durchschnitt mit 6 Jahren nach Diagnosestellung angegeben (Dogde et al., 2003), wobei es Hinweise für eine Verlängerung der Krankheitsdauer in den letzten Jahrzehnten gibt, die allerdings noch nicht als gesichert angesehen werden können (Beard et al., 1994).
Mehr anzeigen

315 Mehr lesen

Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz als innovativer Baustein eines solidarischen Hilfesystems

Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz als innovativer Baustein eines solidarischen Hilfesystems

alteuropäische Haushaltstyp auf, d.h. leben, arbeiten und wohnen wurden voneinander getrennt, dadurch nahm das gegenseitige Helfen und sich um den anderen sorgen ab. Die vormals bestehende Institution der Nachbarschaft war zuständig für überdurchschnittlichen Hilfebedarf und für Menschen ohne Familie. Da nun alle Erwerbstätigen außer Haus waren, tauchte natürlich die Frage auf, was wird dann z. B. mit dem behinderten Kind, der pflegebedürftigen Oma und dem greisen Opa. Die Antwort auf diese soziale Frage war ein System sozialer Institutionen. Neben systematischer Institutionalisierung gab es aber auch eine Gründungswelle bürgerschaftlicher und kirchlicher Vereine (basisdemokratische Bewegungen), die diese Frage kleinräumig und im kommunalen Raum lösen wollten. Aber die Dynamik des Industriezeitalters und die Strategie „von oben nach unten“ waren stärker, und so entstand ein flächendeckendes Anstalts- und Heimsystem.
Mehr anzeigen

66 Mehr lesen

Technische Unterstützung für Menschen mit Demenz : Symposium 30.09. - 01.10.2013

Technische Unterstützung für Menschen mit Demenz : Symposium 30.09. - 01.10.2013

Auch wenn die Sensibilität für demenzielle Erkrankungen als ein mögliches Schicksal persönlich nahestehender Menschen wie der eigenen Person zugenommen hat, ist über diese nach wie vor viel zu wenig bekannt, werden die bei fortgeschrittener Demenz auftreten- den kognitiven Einbußen nach wie vor von den meisten Menschen als Bedrohung der Person in ihrer Ganzheit betrachtet. Für die Betroffenen kann dies zur Folge haben, dass sich andere Menschen von ihnen zurückziehen, ein Engagement in Beziehungen zuneh- mend unmöglich wird und ihnen mögliche, für die Aufrechterhal- tung einer selbst- und mitverantwortlichen Lebensführung und sozialer Teilhabe notwendige, Unterstützungsmöglichkeiten zum Teil vorenthalten bleiben. Hinzu kommt, dass die Antizipation des weiteren Krankheitsverlaufs als zunehmender Verlust von Persona- lität für die Erkrankten mit erheblichen Belastungen, nicht selten auch Depressionen, verbunden ist. Für pflegende Angehörige, Ehrenamtliche und Pflegekräfte kann aus dem Übersehen der bis in späte Stadien der Erkrankung erhaltenen Erlebens- und Ausdrucks- fähigkeit – Resten des Selbst, die sich in Unterstützungskontexten aktualisieren – der Eindruck resultieren, eigene Bemühungen würden von den Erkrankten nicht nur nicht anerkannt, sondern kämen diesem genau betrachtet gar nicht mehr zugute, was dazu beiträgt, dass noch vorhandene Reziprozität in Beziehungen nicht erkannt, eigenes Handeln als sinnlos erfahren, auf eine den Interes- sen und Präferenzen des Erkrankten gerecht werdende Gestaltung
Mehr anzeigen

198 Mehr lesen

Lebensqualität bei Menschen mit Demenz : Dementia Care Mapping im Fokus

Lebensqualität bei Menschen mit Demenz : Dementia Care Mapping im Fokus

Der Sozialpsychologe Tom Kitwood vertritt zwei zentrale Aussagen in seiner Arbeit (Kitwood 1993, Brooker 2008). Zum einen gibt er an, dass das medizinische Modell erweitert werden müsse und ruft dazu auf, dass das Standartparadigma der einseitigen Betrachtung von Demenz in Frage gestellt werden sollte (ebd.). Er stellt dabei die Annahme auf, dass die einseitige Betrachtung aus dem Blickwinkel der neuropathologischen Betrachtung nicht ausreicht, um die Erkrankung Demenz zu verstehen (Rokne & Wahl 2014). Ferner gibt er an, dass Demenz aus der person-zentrierten Sicht eine Form der Behinderung darstellt. Jene Behinderung beruhe hierbei auf einen individuellen Ursachenkomplex und sei daher in seiner Ausprägung unterschiedlich angelegt (ebd.). Eine demenzielle Erkrankung sei laut Kitwood ein Zusammenspiel aus den Komponenten Persönlichkeit, Biografie, physischer Gesundheit, neurologischer Beeinträchtigungen und der
Mehr anzeigen

98 Mehr lesen

Ambulante Pflegedienste in Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz – Bedingungen für ein erfolgreiches Projekt

Ambulante Pflegedienste in Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz – Bedingungen für ein erfolgreiches Projekt

Bei dem bearbeiteten Thema ist genau dies der Fall. Es existiert wenig Literatur zu der Frage, wie ambulante Pflegedienste in diesem Arbeitsfeld erfolgreich arbeiten können. Es existieren einige „Grundlagenwerke“, beispielsweise von Pawletko, der im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Thema Wohngemein- schaften für Menschen mit Demenz bearbeitet hat 97 und vom Kuratorium Deutsche Alters- hilfe, welches im Rahmen des Projekts „Leben und Wohnen im Alter“ neue Wohnformen untersucht und beschrieben hat. 98 In mehreren Bundesländern wurden Leitfäden für Ange- hörige und Initiatoren veröffentlicht und Qualitätskriterien aufgestellt. Die zahlreichen späteren Veröffentlichungen enthalten zusätzlich zu den beiden oben genannten Quellen wenig Neues und Ergänzendes. Dadurch bleiben die Aussagen allgemein und es kommen kaum neue Informationen hinzu. Vor allem findet man wenig konkret Handlungsanleiten- des für ambulante Pflegedienste in den Veröffentlichungen. Meistens werden Ansprüche und Forderungen formuliert, zu denen dann keine Vorschläge zur Umsetzung gemacht werden. Eine Literaturrecherche und Zusammenfassung der Ergebnisse reicht darum nicht aus, um Antwort auf die Frage zu geben, die in dieser Arbeit beantwortet werden soll. Die Antwort können die Menschen geben, die Experten auf dem Gebiet der Umsetzung sind. Deren Wissen geht weit über das hinaus, was bisher publiziert wurde, und übersteigt außerdem die theoretischen Überlegungen die auf Grundlage einer Literaturrecherche an- gestellt werden können. Aus diesem Grund wurden Menschen befragt, die für ihren ambu- lanten Pflegedienst das „Projekt Wohngemeinschaft“ erfolgreich umgesetzt haben.
Mehr anzeigen

86 Mehr lesen

Sexualität im Alter : speziell bei an Demenz erkrankten Menschen

Sexualität im Alter : speziell bei an Demenz erkrankten Menschen

Diese Rollen vermischen sich im Laufe des Lebens und stehen im Wechsel, da sich auch das Leben ändert. Menschen haben eine Geschichte, eine Familie, Ziele und auch Stärken. Um Verständnis für Senioren und deren Verhalten aufzubringen, ist es wichtig diese Geschichte zu kennen, gerade im Zusammenleben mit Demenzerkrankten älteren Menschen. Identität wird aber auch geprägt durch religiöse und kulturelle Überzeugungen sowie durch veränderliche Persönlichkeitsmerkmale. Erfahrungen, Verhalten, soziales Auftreten, das soziale Umfeld, Leistungen aber auch Enttäuschungen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse machen einen Menschen zu dem was er ist. Da ein großer Zusammenhang zwischen der sexuellen Identität und dem Selbstwertgefühl besteht, beeinträchtigt eine Verleugnung der Sexualität nicht nur das Sexualleben sondern auch das eigene Selbstbild, die sozialen Beziehungen und ebenso die psychische Gesundheit. Im sozialen Umfeld, wird die Identität und die Persönlichkeit eines jeden Individuums maßgeblich vom äußeren Erscheinungsbild bestimmt. Dazu gehören: ein gepflegtes Aussehen, Kleidung, verhalten, Auftreten, Lebensstil aber auch körperliche sexuelle Vorlieben spielen dabei eine große Rolle. Die berufliche Identität wird in den meisten Fällen entscheidend durch die Berufswahl geprägt. Selbst wenn die Person aus dem Berufsleben ausgetreten und ins Rentenleben eingetreten ist, bleibt dieser Teil der Identität ein wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeit und wird bis ans Lebensende ein Teil deren Identität sein. Ebenso verhält es sich bei einem Menschen der sich immer als guter Liebhaber gesehen hat und ein sehr aktives Sexualleben geführt hat. (vgl. Elaine Withe, 2013, S. 27-28) Ganz gleich was die junge Generation denkt, wird dieser Mensch diese Aktivitäten auch im Alter noch fortsetzten wollen und der Wunsch danach bleibt nach wie vor Teil seiner Persönlichkeit, auch wenn dieser ältere Mensch an einer Demenz leidet. Tätigkeiten wie streicheln, küssen, schmusen oder sich dem anderen hingeben, stehen nicht nur im Einklang mit der Sinnlichkeit und Intimität, sondern stärken auch die Identität einer Person, welche sie jetzt ist. (vgl. Elaine Withe, 2013, S. 27-29)
Mehr anzeigen

134 Mehr lesen

Sinnkonstruktionen von Menschen mit Alzheimer-Demenz : eine Biographieanalyse

Sinnkonstruktionen von Menschen mit Alzheimer-Demenz : eine Biographieanalyse

50 Sprachgebrauch und im Umgang mit Kindern auf. Erwachsenen wird nichts weggenommen, es wird etwas entwendet oder gestohlen. Ein volljähriger und mündiger Mensch kann sich gegen Eingriffe gegenüber dem eigenen Besitz in der Regel wehren. Mutter und Kinder wechseln für diesen Moment die Rollen, sie bevormunden ihre eigene Mutter und vernichten oder verschenken (?), ohne Absprache oder Vorankündigung, den für sie unermesslich wertvollen Bücherbesitz. Dieser Vorgang ist ein massiver Eingriff auf ihr allgemeines Persönlichkeitsrecht. Es folgt, dem bereits vermuteten Muster entsprechend, eine relativierende Passage: „Na gut, ich habe ja noch andere Bücher“ (148). Frau Fink kann sich mit den anderen Büchern nicht über den Verlust der anderen hinwegtrösten. Die Textstelle deckt sich inhaltlich und in der Art ihrer Darlegung nicht mit der vorab offen gelegten Wut und Trauer. Sie gibt trotz ihrer Alzheimer-Demenz in wörtlicher Rede, respektive sehr detailliert und hoch narrativ, die Aussage ihrer Tochter wieder, welche ihr aufgrund ihrer verloren gegangenen Lesefähigkeit klar das Recht auf den Besitz ihrer Bücher abspricht. Dies kann vor dem Hintergrund der ausgemachten negativen Verlaufskurve als zusätzlicher, sequentiell folgender Multiplikator betrachtet werden. Frau Fink wehrt sich gegen die Meinung ihrer Tochter: „das stimmt nicht“ (150) und beschreibt sehr genau, aus welchen Gründen die Bücher für sie dennoch von Wert sind. Mit etwas Hilfe kann sie aus ihnen Freude und Erinnerung ziehen. Die abschließende Bewertung: „aber das ist alle nur so (.) ein Stückchen (.) Leben (.) aber nicht richtig“ (154/155) ist charakteristisch.
Mehr anzeigen

100 Mehr lesen

Der Alltag des Anderen : Familiäre Lebenswelten von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen

Der Alltag des Anderen : Familiäre Lebenswelten von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen

Wichtige Aspekte der Beziehungsstrukturen kann die Sozialgerontologin Luitgard Franke (2006) herausarbeiten: Die Autorin analysiert die unterschiedlichen Dimen- sionen der Paarbeziehung und kann anhand dieser Analyse zeigen, welchen Krisen die Betroffenen und schließlich die (Ehe-)Paarbeziehung durch eine Demenz ausge- setzt werden können. Eine weitere Studie kann Entlastungsfaktoren identifizieren, die sich insbesondere auf die Handlungsorientierung und die Wahrnehmung von Res- sourcen beziehen (vgl. Seidl/Walter/Labenbacher 2007). Die Autorinnen geben Hin- weise darauf, dass die Veränderung der familiären Rollen sowie die eingeschränkte Kommunikation und Interaktion von den Pflegenden als belastend erlebt werden. In der Diskussion um den Stand der Forschung gibt der Soziologe Peter Zeman (2005, S. 260) allerdings zu bedenken, dass wir derzeit − trotz einzelner Analysen zu diesem Thema − noch zu wenig über Interaktionen und mikropolitische Strukturierungspro- zesse (z.B. Verteilung der Pflegerollen, psychosoziale und biographische Beziehungs- dimensionen, Kommunikation, Konsens und Konsensfiktionen, Entwicklung von Rou- tinen sowie deren Flexibilisierung in neuen Situationen) wissen. Dazu schreibt er: „Die sozialen Prozesse und Strukturen, die den Mikrokosmos der Pflege in familialer Lebenswelt bilden, liegen jedoch weitgehend im Dunkeln.“ Der Autor sieht hier drin- genden Forschungsbedarf − insbesondere durch die Soziologie der Pflege.
Mehr anzeigen

35 Mehr lesen

Show all 2317 documents...