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Edoweb: Einsatz mit an Demenz erkrankten Menschen

Edoweb: Einsatz mit an Demenz erkrankten Menschen

• Weisen Sie ihn nicht auf seine Defizite hin. Die Angehörigen eines an Demenz erkrankten Menschen – was Sie über sie wissen sollten Wenn Sie im Notfall mit einem an Demenz erkrankten Men- schen konfrontiert werden, haben Sie es vielleicht entweder gleichzeitig oder aber später auch mit seinen Angehörigen zu tun. Dafür ist es ebenfalls hilfreich, ein paar Fakten zu wissen: Die meisten an Demenz erkrankten Menschen mit den be- schriebenen Beeinträchtigungen werden zu Beginn ihrer Er- krankung zuhause von ihren Angehörigen betreut. Deren Be- reitschaft, einen an Demenz erkrankten Menschen zu pflegen, ist überdurchschnittlich hoch. Oft erfolgt erst dann eine Ein- weisung ins Pflegeheim, wenn die Kräfte der Familienmitglie- der zu Hause komplett erschöpft sind. Nachdem die Angehöri- gen das leichte und mittlere Krankheitsstadium als die am be- anspruchendsten Pflegephasen bewältigt (und sich oft selbst dabei „kaputt gepflegt“) haben, nehmen sie häufig Hilfe durch eine stationäre Einrichtung an. Für diese hohe bereits erbrach- te Pflegeleistung durch die Angehörigen sollte von anderen Menschen der höchste Respekt aufgebracht werden.
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Edoweb: Begegnung mit an Demenz erkrankten Menschen

Edoweb: Begegnung mit an Demenz erkrankten Menschen

über eine beginnende Demenz so schwer machen. Vielleicht haben Sie zu dem Menschen, bei dem Sie eine beginnende De- menz vermuten, eine gute persönliche Beziehung. Dann kön- nen Sie vorsichtig versuchen, mit ihm über seine Situation zu sprechen und können ihn dazu bewegen, sich in ärztliche Be- handlung zu begeben. Vielleicht kennen Sie die Angehörigen und können mit ihnen Kontakt aufnehmen. Auch ein Gespräch mit dem Arbeitgeber kann hilfreich sein, gerade wenn sich die Situation am Arbeitsplatz zuspitzt und ein Fehlverhalten der oder des Kranken andere Menschen gefährden würde. Es ist wichtig, dass wir an Demenz erkrankte Menschen in un- sere Gesellschaft integrieren und sie nicht einfach ignorieren, nur weil wir nicht wissen, wie wir reagieren sollen. Menschen, die schon einmal etwas über Demenz gelesen haben, wissen, dass oft schon ein kleiner Hinweis, eine freundliche Geste oder etwas liebevolle Zuwendung genügt, damit der oder die Kran- ke wieder besser zurechtkommt und so auch länger ein eigen- ständiges Leben führen kann. Die Kenntnis über die Krankheit macht es um einiges leichter, angemessen mit ihr umzugehen. Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen geraten in der Öffentlichkeit häufig in peinliche Situationen, wenn die
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Edoweb: Menschen mit Demenz begegnen

Edoweb: Menschen mit Demenz begegnen

Handlungen unterstützen Berücksichtigen Sie im Umgang mit möglicherweise an Demenz erkrankten Personen, dass ihnen auch banale und selbstverständliche Tätigkeiten, zum Beispiel Leer- gut in den Automaten stecken oder das passende Klein- geld für die Busfahrkarte heraussuchen, Schwierigkeiten bereiten können. Seien Sie deshalb auch sensibel für einen möglichen Hilfebedarf. Helfen Sie bei Wortfin- dungsstörungen, möglichst ohne fehlerhafte Aussagen ständig zu korrigieren. Reichen Sie einem betroffenen Gast im Restaurant statt einer umfangreichen Speise- karte die übersichtlichere Tageskarte oder sprechen Sie gleich eine bestimmte Empfehlung aus. Widmen Sie der Person Ihre ganze Aufmerksamkeit, achten Sie dabei auch auf Mimik und Gestik. Vielleicht kann ein Anlie- gen mit Worten alleine nicht mehr ausgedrückt werden.
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Edoweb: Demenz-Info

Edoweb: Demenz-Info

…und sich sicher fühlen Es geht bei dem Thema Sicherheit auch nicht nur um die Vermeidung von Gefahren, sondern auch um das Gefühl der Sicherheit, das „sich aufgehoben Fühlen“. Für die an Demenz erkrankten Menschen ist alles sonderbar – ver- traute Personen werden allmählich zu Fremden. Versuchen Sie daher, zu verstehen, wie sich die erkrankten Menschen fühlen und vermitteln Sie viel Beruhigung, damit sie merken, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchen. Oft ist die Nähe einer vertrauten Person die einzige Sicherheit und Konstanz in ihrer bedrohlichen Welt und lindert ihre tiefe Angst vor dem Ver- lassenwerden. An Demenz erkrankte Menschen brauchen die Sicherheit, dass Sie immer wieder- kommen und wann Sie wiederkommen. Und das müssen Sie ihnen so verständlich machen, dass sie es verstehen. Stellen Sie sich vor, Sie würden ständig alles vergessen. Wo Sie sind, was vor fünf Minuten geschehen ist, was Sie mit den Schuhen in der Hand vorhatten… Dann werden Sie besser verstehen, wie unsicher, fremdartig und beängstigend die Welt einem dementiell erkrankten Menschen erscheinen muss.
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Edoweb: Demenz-Info

Edoweb: Demenz-Info

Die menschlichen Sinne jedoch können zum Schlüssel zu längst vergessen geglaubten Erinnerungen werden. Daher ist eine sinnliche Erinnerungs- oder Biografiearbeit einer der wich- tigsten Türöffner im Umgang mit Menschen mit Demenz. Biografiearbeit stellt für alle Beteiligten eine wichtige Grundlage und eine elementare Umgangsform für die Pflege und Aktivierung an Demenz erkrankter Menschen dar. Durch Er innerung wird im Pflegealltag „lustvoll Zeit gestaltet“, verbliebene Fähigkeiten werden angesprochen, die Sinne angeregt, Interesse geweckt und verlorene Fähigkeiten gefördert. Wenn Angehörige oder z. B. Mitarbeiter einer ambulanten oder stationären Altenpflege-Ein - richtung nichts über den Lebenslauf der erkrankten Menschen wissen, können sie viele Äußerungen oder Verhaltensweisen des erkrankten Menschen nicht richtig deuten. Mit biografischer Kenntnis dagegen können Pflegende individuell auf die an Demenz erkrankten Menschen eingehen.
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Edoweb: Demenz und Musik

Edoweb: Demenz und Musik

– 22 – mit musik gegen aggressiVität Grundlegende Forschungsansätze zur Musiktherapie bei Demenzpatienten gebe es vor allem im angelsächsischen Raum, in Deutschland herrschten eher Praxisberichte vor, so Söthe. Diese zeigten im Wesentlichen eine Abnahme von Unruhe und Aggressivität durch Musik, die zu den problematischsten Verhaltensmustern von an Demenz erkrankten Menschen gehören. Zusätzlich schaffe Musiktherapie eine spürbare Erleichterung des Pfle- gealltags für Pflegende und Angehörige. Die Frage, wie und warum die beschriebenen Wirkungen erzielt werden, sei in den bisherigen Studien allerdings nicht thematisiert, so Söthe. Es gebe nur wenige quantitative Studien – und die mit geringen Teilnehmer- zahlen – was die wissenschaftliche Erfassbarkeit schwierig mache, erklärte die Expertin. Sie warnte davor, Musik auf eine unerklärbare „wundersame“ Ebene zu heben, forderte aber mehr Öffentlichkeitsarbeit zur Forschung im Bereich Musiktherapie und Demenz. Denn Ziel der modernen Musiktherapieforschung sei es, sie transparent zu machen und rational zu rechtfertigen, finanzielle Ressourcen zu erschließen, öffentliche Anerkennung zu bewirken, konkrete Qualitätsmerkmale zu definieren und bei all dem den Patienten zu schützen.
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Einsatz der Roboterrobbe PARO bei demenziell erkrankten Menschen im stationären Setting Altersheim

Einsatz der Roboterrobbe PARO bei demenziell erkrankten Menschen im stationären Setting Altersheim

Die Erhaltung der aktiven und selbstständigen Lebensführung ist eines der primären Ziele der präventiven Gesundheitsförderung im Alter (Forman, 2007, S. 57). Trotz- dem kommt es bei älteren Menschen immer wieder zu einer Minderung der körperli- chen oder geistigen Fähigkeiten, was oft zu einem Heimaufenthalt führt. Durch das Zerbrechen von Beziehungen aufgrund von Ortswechsel, Tod oder Krankheit kann zudem ein steigendes Bedürfnis nach Nähe aufkommen. Um dieses Bedürfnis zu befriedigen, wird oft die tiergestützte Intervention eingesetzt. Die Nähe zu Tieren kann zu erhöhter Oxytocinausschüttung führen, welche wiederum mit einer Steige- rung des Wohlbefindens im Zusammenhang steht (Olbrich, 2013, S. 39). Trotz der positiven Auswirkungen müssen vor allem Aspekte der Hygiene und Sicherheit beim Einsatz von Tieren im stationären Setting bedacht werden. Da diese oft zu hohe Hürden für die Umsetzung darstellen, können alternativ Robotertiere eingesetzt wer- den, bei denen die Voraussetzungen im Vergleich weniger herausfordernd sind. In diesem Kapitel wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Roboterrobbe PARO gelegt, da diese speziell für den therapeutischen Einsatz bei Menschen mit Demenz entwi- ckelt wurde und auch die interviewte Fachkraft Erfahrung mit diesem Modell gemacht hat. Außerdem wird PARO in den meisten Studien verwendet, die sich mit Servicero- botern und Menschen mit Demenz auseinandersetzen.
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„Heiligt der Zweck die Roboter?“: Einsatz von emotionaler Robotik bei Menschen mit Demenz; die Perspektive der Pflegenden

„Heiligt der Zweck die Roboter?“: Einsatz von emotionaler Robotik bei Menschen mit Demenz; die Perspektive der Pflegenden

Die aktuelle Situation im stationären Altenpflegebereich ist gekennzeichnet durch einen Mangel an Fachpersonal, eine hohe Mitarbeiterfluktuation, einen Qualifika- tionsmix der Mitarbeiter und eine Zunahme an schwerstpflegebedürftigen und dementiell erkrankten Menschen. Eine zusätzliche Arbeitsverdichtung durch feh- lendes Personal führt zu einem erhöhten Zeit- und Handlungsdruck der Pflegen- den. Neben examinierten Pflegefachkräften sind dort Pflegehelfer, Auszubilden- de, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Alltagsbegleiter und zusätzliche Betreu- ungskräfte beschäftigt. Pflegekräfte haben zunehmend koordinierende Aufgaben und müssen sich mit anderen Berufsgruppen abstimmen (Scorna 2015: 82–83). Nach einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden 2050 weltweit 131,5 Millionen Menschen mit einer Demenz leben (WHO 2016). Bei der Demenz handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die unterschiedliche Ausprägungen aufweisen kann. Neben kognitiven Beeinträchti- gungen, die mit Störungen kortikaler Funktionen einhergehen, stehen Verände- rungen der emotionalen Kontrolle, der Motivation und des Sozialverhaltens im Vordergrund (Hegedusch/Hegedusch 2007: 15). Herausfordernde Verhaltens- weisen wie Agitation, Apathie, Angst, Depressivität und Aggressivität werden von Pflegenden als belastend wahrgenommen, da diese nur schwer vorherzusehen sind und einen flexiblen Umgang erfordern. Schätzungen zufolge sind 60 % der Bewohner der stationären Altenpflege in Deutschland von einer dementiellen Erkrankung betroffen (Halek/Bartholomeyczik 2011: 21).
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Emotionsinduktion bei erst- und chronisch schizophren erkrankten Menschen : ein Gruppenvergleich

Emotionsinduktion bei erst- und chronisch schizophren erkrankten Menschen : ein Gruppenvergleich

97 5 DANKSAGUNG Ich möchte mich bedanken bei allen Menschen, die mir bei der Entstehung dieser Arbeit stets mit Rat und Tat zur Seite standen. Mein Dank gilt ganz besonders Prof. Dr. Dr. Schneider, der diese Arbeit überhaupt ermöglichte und somit mein wissenschaftliches Arbeiten förderte. Mein besonderer Dank gilt vor allem Dr. Martina Reske, welche als Betreuerin dieser Arbeit mir stets zur Seite stand und immer wieder wertvolle Hinweise und Verbesserungsvorschläge gab, ohne jemals die Geduld zu verlieren, auch über die Landesgrenzen hinaus. Besonders möchte ich Friederike erwähnen, welche mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand und mich ständig motivierte und auch in trüberen Momenten mir mit Spaß und guter Laune immer wieder Klarheit verschaffte, sondern oft musste sie auf gemeinsame Stunden verzichten und mich in meiner Freizeit während der Entstehung dieser Arbeit häufig müde erleben. Danke Melinda, Ludmilla Baxter, genannt Gnom. Ich möchte mich auch bei meinen Eltern und meinem Bruder bedanken, welche mich das ganze Studium hindurch und bis heute immer unterstützten und immer für mich da waren, auch wenn mehrere hundert Kilometer zwischen uns lagen. Mein Dank gilt ebenso meiner Katze Armelle sowie Bernhard dem Igel. Ich bedanke mich auch bei den Mitarbeitern der Forschungsgruppe Emotionen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der RWTH Aachen, Volker Backes, Dr. Thilo Kellermann, Dr. Kathrin Koch, Dr. Nina Seiferth, Dr. Tony Stöcker sowie bei den Mitarbeitern des Instituts für Medizin des Forschungszentrums Jülich, hier insbesondere bei Prof. Dr. N. Jon Shah und Petra Engels.
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Amyotrophe Lateralsklerose : Bedürfnisse von erkrankten Menschen und deren Familien

Amyotrophe Lateralsklerose : Bedürfnisse von erkrankten Menschen und deren Familien

Definition: Unter Druck sein oder das Herumtragen von uner- warteten und traurigen Situationen und der Umgang mit jenen. Belastungen waren war das am häufigsten vorkommenden Thema in den Interviews. Viele Familien erleben Schwierigkei- ten im Umgang mit Agenturen, Administration und finanziellen Themen. Anwaltschaft, das Gefühl verantwortlich zu sein für den Patienten, Unsicherheit wer die Hauptkontaktperson ist und Passivität von Gesundheitsdienstleistungen forderten die Angehörigen heraus, proaktive Pflegemanager zu werden. An- gehörige mit weniger Vertrauen proaktiv zu sein erhielten keine Führung, vor allem zu Beginn der Erkrankung. Angehörige wur- den gefordert, Anwaltschaft anzunehmen, um den vulnerablen Patienten zu schützen. Die Herausforderungen zusätzliche o- der konkurrierende Familien und Personal Verantwortungen zu managen neben den Anforderungen an die Zukunft. TN be- schrieben die Ambivalenz zwischen proaktivem Suchen nach Hilfe und sich durch die erhöhte Anzahl an Menschen zuhause gestört zu fühlen. Genannt wurde die Belastung sich mit der Erkrankung zu arrangieren. Einerseits indem die erkrankten Personen Mühe hatten, die Diagnose zu akzeptieren und an- derseits die Belastung der Beziehung oder die verlegenen Ge- fühle der Angehörigen in der Öffentlichkeit. Die Angehörigen fühlten sich schuldig und nahmen nur widerwillig Hilfe von an- deren an. Sie fühlten sich auch schuldig, die erkrankte Person alleine mit Menschen zu lassen, welche unerfahren im Umgang mit den speziellen Pflegebedürfnissen der erkrankten Person sind. Schuld wurde auch als Barriere genannt, als pflegende Angehörige eine Pause zu machen oder Zeit für sich selbst zu nehmen.
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Integration von psychisch erkrankten Menschen im Arbeitsleben : Möglichkeiten und Grenzen.

Integration von psychisch erkrankten Menschen im Arbeitsleben : Möglichkeiten und Grenzen.

nauso wie gesunde Menschen laut der Ausbildungs-und Handwerksordnung ein Recht auf einen Ausbildungsplatz. Für diese Personengruppen werden auf An- trag behindertenspezifische Ausbildungen ermöglicht. Die Ausbildungen erfolgen betrieblich oder überbetrieblich. Dabei beträgt die Ausbildungszeit in der Regel zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre. Kann aber unter Umständen verkürzt oder ver- längert werden. Innerhalb der betrieblichen Berufsausbildung kann der psychisch erkrankte junge Mensch, Ausbildungsbegleitende Hilfen wie z.B. Förder- und Stützunterricht bekommen. Dadurch hat der junge Mensch bessere Chancen, um seine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Des Weiteren werden Beratungen durch Sozialpädagogen als zusätzliche Unterstützungsleistungen angeboten. Ar- beitgeber können außerdem einen Ausbildungszuschuss erhalten. Dieser kann für die Vermittlung und den Mehraufwand, der ihm durch die Ausbildung entsteht, verwendet werden. Die Ausbildung erfolgt im Betrieb sowie in der Berufsschule (dual). Im Betrieb werden die praktischen Kenntnisse vermittelt. In der Berufs- schule die theoretischen Grundlagen. Die außerbetriebliche Ausbildung ist für die jungen Menschen, die aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen keine be- triebliche Ausbildung absolvieren können oder keinen geeigneten Ausbildungs- platz finden. Die Bildungsträger oder Berufsbildungswerke bieten die außerbe- triebliche Ausbildung an. Zu der Ausbildungszeit gehören auch betriebliche Aus- bildungsphasen im Unternehmen. Der junge Mensch soll Einblicke in den Tages- ablauf sowie den Anforderungen des Unternehmens bekommen (vgl. ebd., S. 361
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Demenz – "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" : Humor in der ergotherapeutischen Arbeit mit Menschen mit Demenz

Demenz – "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" : Humor in der ergotherapeutischen Arbeit mit Menschen mit Demenz

Die Studie von Walter et al. (2007) erfüllt die Einschlusskriterien, wurde aber nach der Beurteilung aufgrund mangelnder Qualität nach der Beurteilung ausgeschlossen. Zum einen ist die Intensität der Durchführung der Interventionen fragwürdig, da die Humortherapie für Personen mit Demenz nur alle zwei Wochen stattfand. Es ist zu bezweifeln, dass bei den langen Pausen eine Wirkung erzielt werden konnte. Laut Jette, Warren und Wirtalla (2005) ist eine erhöhte Intensität der Intervention entschei- dend für ein gutes Ergebnis. Die Autoren Walter et al. (2007) nennen die geringe In- tensität ebenfalls als Limitation ihrer Studie. Zudem wird geschrieben, dass während der Therapie jeweils nur sechs bis acht der zehn Teilnehmenden anwesend waren. Die Autorinnen dieser Bachelorarbeit gehen davon aus, dass das Fehlen der Übrigen einen entscheidenden Einfluss auf das Resultat gehabt haben könnte. Zudem wur- den in der Analyse unpassende Messungen vorgenommen. Mehr als zwei Variablen, insgesamt vier Variablen, wurden anhand des t-Tests° verglichen, was zu falschen Ergebnissen führte. Um einer Verfälschung bei Beantwortung der Fragestellung auf- grund der genannten Mängel vorzubeugen, wurden die Studienresultate nicht ver- wendet.
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Erweiterte Möglichkeiten der Betreuungsarbeit beim individuellen Zugang zu an Demenz erkrankten älteren Menschen im Seniorenheimalltag durch die neu geschaffenen Rahmenbedingungen des § 87 b SGB XI

Erweiterte Möglichkeiten der Betreuungsarbeit beim individuellen Zugang zu an Demenz erkrankten älteren Menschen im Seniorenheimalltag durch die neu geschaffenen Rahmenbedingungen des § 87 b SGB XI

Das familiäre Altersbild wird vorrangig keineswegs durch die Stellung innerhalb der Familie (Vater, Mutter, Sohn, Tochter) geprägt, sondern vor allem durch Abhängigkeit und Hilfebedürftigkeit. 136 Die von der Politik noch immer häufig zitierte Großfamilie, die in der Vergangenheit die Versorgung der Alten auffangen konnte, scheint von der Familienforschung nicht bestätigt zu werden. Laslett stellte fest, dass sich im vorindustriellen England etwa der gleiche Prozentsatz alter Menschen in institutioneller Pflege befand wie Mitte der 90er Jahre. 137 In der Vergangenheit erreichte eine relativ kleine Zahl ein Alter, in dem die körperliche Verfassung es nicht mehr erlaubte, für den eigenen Unterhalt zu sorgen. Die Alten wurden aber keineswegs immer von ihren Kindern versorgt, die sowohl im ländlichen als auch im städtischen Bereich arbeiten gehen mussten, sondern häufig von anderen Verwandten oder Gesinde. Wer keine Aussicht auf eine Aussteuer oder ein Erbe hatte, blieb oft unverheiratet und kinderlos, so dass es gar keine Nachkommen gab, die die Versorgung der Alten übernehmen konnte. Mit den Veränderungen der Arbeitswelt im Zuge der Industrialisierung zeichnete sich, zunächst im Bürgertum, auch eine Veränderung der familiären Strukturen ab. Die Versorgung der Alten wurde ökonomisch berechenbar und konnte neben Klöstern, Spitälern und Heimen auch in der Familie aufgefangen werden. Mit Herauskristallisieren der Kindheit als wichtige Phase des Lernens und der Bildung gewann auch die Struktur der Kernfamilie an Bedeutung. Doch für die Arbeiterschaft begann erst mit der Schaffung sozialer Sicherungssysteme auch die gesicherte Versorgung im Alter an Bedeutung zu gewinnen. 138 Die Verbesserung sozialer und ökonomischer Bedingungen und der Wegfall institutioneller Beschränkungen der Heirat führte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts dazu, dass das Heiratsalter sank und damit auch das Alter der Mütter, die das 133
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Ein bewegtes Leben für Menschen mit Demenz. Konzeption, Umsetzung und Evaluation einer gesundheitswirksamen Bewegungsförderungsintervention für Menschen mit Demenz im Setting der stationären Langzeitversorgung

Ein bewegtes Leben für Menschen mit Demenz. Konzeption, Umsetzung und Evaluation einer gesundheitswirksamen Bewegungsförderungsintervention für Menschen mit Demenz im Setting der stationären Langzeitversorgung

Konzeptentwicklung zuzurechnen ist. Diese mit der Konzeptentwicklung assoziierten Aufgabenstellungen sind im hohen Maße theorie- und forschungsbezogen, was dazu führt, dass deren Durchführung zumeist von gesundheitswissenschaftlichen Expert*innen maßgeblich bestimmt und entwickelt wird (Wihofszy, 2013; Laverack, 2008). Somit werden im Sinne eines Top-down Ansatzes das Ziel einer gesundheitsfördernden Maßnahme und der Weg dorthin von vorgegebenen Strukturen oder Autoritäten definiert, was der vorherrschenden Vorgehensweise bei Gesundheitsförderungsprogrammen entspricht (Laverack, 2008). Diese Situation steht jedoch entgegen dem Bottom-up orientierten Grundprinzip der Gesundheitsförderung – der Partizipation (WHO, 1986) und im erweiterten Sinne, auch entgegen den Ansätzen der Partizipativen Gesundheitsforschung (Wright, 2012a). Denn Partizipative Gesundheitsforschung basiert auf einer kooperativen Zusammenarbeit von wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Akteur*innen mit dem übergeordneten Ziel, neue Erkenntnisse zur Verbesserung des Gesundheitszustandes einer Zielgruppe zu gewinnen, wobei dieser Erkenntnisgewinn unmittelbar mit der Entwicklung und Erprobung innovativer Handlungsmöglichkeiten verknüpft ist (Wright, 2012a). Dafür bedarf es einer Perspektivenerweiterung im Sinne einer transdisziplinären Vorgehensweise, welche es Forschungspartner*innen aus der Praxis ermöglicht, Erfahrungen, Wissen und Werteorientierung gleichberechtigt einzubringen, um so eine realitätsnahe Bearbeitung von Fragestellungen zu ermöglichen (Richter, Kuhlmey & Tesch-Römer, 2013). Dies ist bereits im Entwicklungsprozess einer gesundheitsförderlichen Intervention maßgeblich, um Angebote stärker auf die Bedürfnisse der Zielgruppe und die Rahmenbedingungen im Setting auszurichten, um so den Grundstein für eine erfolgreiche, wirksame und nachhaltige Interventionsumsetzung zu legen (Ruckstuhl et al., 2008; Wright, 2012a). Auf die Bedürfnis- und Bedarfslage der Zielgruppe zugeschnittene Interventionen können demnach nicht am Reißbrett (Top-down) konzipiert werden, sondern sind von den Interessen der Menschen im Interventionssetting bestimmt (Wright, 2012a). Rund um den Themenbereich der Bewegungsförderung für Menschen mit Demenz wurde der Expertise dieser Personengruppen bislang jedoch nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt (Bowes et al., 2013).
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Belastungserleben pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz während eines Krankenhausaufenthaltes

Belastungserleben pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz während eines Krankenhausaufenthaltes

deren vollständigen Übernahme an. Des Weiteren müssen sie sich mit finanziellen und rechtlichen Fragen auseinandersetzen. Um einer Überlastung der pflegenden Angehörigen vorzubeugen, sollten diese rechtzeitig Unterstützung in Anspruch nehmen wie z.B. ambulante Pflegedienste (Landesinitiative Demenz-Service NRW, 2008). Die Interviewten empfinden die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegdienstes hingegen als weniger hilfreich und unterstützend: „[Ich habe] gedacht vielleicht kann mir da ein Pflegedienst helfen. Also damit habe ich gar keine guten Erfahrungen gemacht.“ (Interview 3, Zeile 695-697). Die Pflegenden des ambulanten Pflegedienstes werden von den Menschen mit Demenz oftmals nicht akzeptiert: „[…] war ja der Pflegedienst da, der leider von meinem Opa so mittelmäßig gut angenommen wurde, weil er irgendwie unangenehmerweise irgendwelche 40er Jahre Mentalitäten wieder rauskamen und er […] Pflegekräfte leider wieder rausgeschmissen hat […] (Interview 4, Zeile 279-285). Für Menschen mit Demenz scheint es schwierig zu sein zu verstehen, warum nun die Pflege nicht durch die gewohnte Bezugsperson, sondern durch eine für sie fremde Person erfolgt: „[…], aber wir waren nun nicht weg und noch präsent. Dann versteht sie das nicht…, dass wir nicht die Pflege machen, sondern ja die Pflegekraft, weil wir uns dann ja eigentlich mal zurückziehen wollen. Und dann ist die auch ungehalten und ruft immer wieder nach uns.“ (Interview 1, Zeile 235-240). Des Weiteren wünschen sich die pflegenden Angehörigen eine stärkere Entlastung durch den Pflegedienst. Sie erhoffen sich Zeit für sich und für einen kurzen Zeitraum die Pflege und Betreuung vollständig abgeben zu können: „Dann wie gesagt, haben wir irgendwann einen Pflegedienst beauftragt, damit wir mal wegkonnten. Das ist auch nicht so einfach jemanden zu finden, die dann… die vollkommen die Betreuung übernehmen.“ (Interview 1, Zeile 137-141). Angebote der Tagespflege oder Tagestreffs werden als entlastender empfunden, da hier die vollstände Pflege und Betreuung für ein paar Stunden übernommen wird: „Und dann ging mein Mann in die Tagespflege. […] am Anfang zwei Mal die Woche mittwochs und freitags.“ (Interview 3, Zeile 258-262).
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Herausforderndes Verhalten : Evidenzbasierte Pflegeinterventionen bei Menschen mit Demenz

Herausforderndes Verhalten : Evidenzbasierte Pflegeinterventionen bei Menschen mit Demenz

113'000 Menschen in der Schweiz leben mit einer Demenz (Schweizerische Alzhei- mervereinigung, 2012). Jedes Jahr kommen geschätzte 27'000 Menschen hinzu. Zwei Drittel der Erkrankten sind Frauen. Bis 2050 wird die Prävalenz von Demenz in der Schweiz auf 300'000 Einwohner geschätzt. Bei den über 65-Jährigen liegt die Krankheits- häufigkeit bei 6%, bei den über 85-Jährigen bei 20% (Hafner und Meier, 2013). Von den betagten Personen, welche in Institutionen wie Altersheimen leben, sind 39% demenz- krank (BFS, 2010), das entspricht etwa zwei von fünf Betagten. Gemäss dem BFS (2012) haben neuropsychiatrische Erkrankungen, darunter vor allem die Demenz, den grössten Einfluss auf den individuellen Pflegebedarf einer betagten Person im Vergleich zu anderen Multimorbiditäten. Gemäss Sloane et al. (2004) sind die Auswirkungen von herausfordern- dem Verhalten von Demenzkranken für das Pflegepersonal immens. Pflegekräfte aus Al- ters- und Pflegeheimen berichten, dass sie bei der Arbeit mit Bewohnern und Bewohne- rinnen andauernd verzweifelt seien, welche schlagen, verbal aggressiv sind oder schreien (Sloane et al., 2004, zit. nach Whall, Gillis, Yankou et al., 1992, S. 13-17). Das Pflegeper- sonal fürchtet insbesondere physische Aggressionen, da diese ein Verletzungsrisiko für die Bewohner selbst wie auch das Pflegepersonal darstellen. Aufgrund der Inzidenz der Demenzerkrankung, der hohen Prävalenz für aggressives Verhalten und der damit einher- gehenden Belastung und Überforderung des Pflegepersonals zeigt sich die Thematik „Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz“ und der Umgang damit aus Sicht der Pflege für die Praxis als eindeutig relevant.
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Erleben und Verhalten bei Angehörigen von Menschen mit Demenz in Konfliktsituationen

Erleben und Verhalten bei Angehörigen von Menschen mit Demenz in Konfliktsituationen

Häufiger Ärger, so die weitere Annahme, führt zu vermehrt ungünstigem Verhalten gegenüber dem Erkrankten. Dabei zeigt die klinische Erfahrung, dass Angehörige hinterher oft erkennen, dass der von ihnen geäußerte Ärger nicht viel bringt und sie sich falsch verhalten haben. Häufig sind dann Schuldgefühle die Folge. Menschen mit Demenz reagieren auf fortwährende Kritik durch ausgedrückten Ärger ihrer Angehörigen erfahrungsgemäß meistens entweder mit Gegenwehr oder Rückzug bzw. anders ausgedrückt mit Aggression oder Depression. Wenn sich die Beziehung zwischen Erkranktem und Angehörigem durch fortlaufende Konflikte und negative Interaktionen verschlechtert, kann es auch zu einer Verschlechterung der Symptomatik und somit einer Zunahme der Belastung sowohl für den Betroffenen wie auch den Angehörigen kommen. Auf diese Weise entsteht eine Art „Spirale nach unten“, deren Endpunkt die vorzeitige Verlegung des Betroffenen in ein Pflegeheim sein kann, wenn die Angehörigen der Belastung nicht mehr gewachsen sind. Die rechtzeitige Unterbrechung einer solchen „Spirale nach unten“ kann mit dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern und ihnen so ein längeres und zufriedeneres gemeinsames Leben zu ermöglichen.
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Der Alltag des Anderen : Familiäre Lebenswelten von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen

Der Alltag des Anderen : Familiäre Lebenswelten von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen

Wichtige Aspekte der Beziehungsstrukturen kann die Sozialgerontologin Luitgard Franke (2006) herausarbeiten: Die Autorin analysiert die unterschiedlichen Dimen- sionen der Paarbeziehung und kann anhand dieser Analyse zeigen, welchen Krisen die Betroffenen und schließlich die (Ehe-)Paarbeziehung durch eine Demenz ausge- setzt werden können. Eine weitere Studie kann Entlastungsfaktoren identifizieren, die sich insbesondere auf die Handlungsorientierung und die Wahrnehmung von Res- sourcen beziehen (vgl. Seidl/Walter/Labenbacher 2007). Die Autorinnen geben Hin- weise darauf, dass die Veränderung der familiären Rollen sowie die eingeschränkte Kommunikation und Interaktion von den Pflegenden als belastend erlebt werden. In der Diskussion um den Stand der Forschung gibt der Soziologe Peter Zeman (2005, S. 260) allerdings zu bedenken, dass wir derzeit − trotz einzelner Analysen zu diesem Thema − noch zu wenig über Interaktionen und mikropolitische Strukturierungspro- zesse (z.B. Verteilung der Pflegerollen, psychosoziale und biographische Beziehungs- dimensionen, Kommunikation, Konsens und Konsensfiktionen, Entwicklung von Rou- tinen sowie deren Flexibilisierung in neuen Situationen) wissen. Dazu schreibt er: „Die sozialen Prozesse und Strukturen, die den Mikrokosmos der Pflege in familialer Lebenswelt bilden, liegen jedoch weitgehend im Dunkeln.“ Der Autor sieht hier drin- genden Forschungsbedarf − insbesondere durch die Soziologie der Pflege.
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„Ich muss jetzt aber nach Hause...“ : Pflegeinterventionen zur Linderung von Sundowning bei Menschen mit Demenz

„Ich muss jetzt aber nach Hause...“ : Pflegeinterventionen zur Linderung von Sundowning bei Menschen mit Demenz

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Psychisch krank und gefährlich? Das Stereotyp der Gewalttätigkeit bei schizophren erkrankten Menschen

Psychisch krank und gefährlich? Das Stereotyp der Gewalttätigkeit bei schizophren erkrankten Menschen

krankheitsbedingten negativen Folgen droht. Durch das Fehlen einer konsequenten Behandlung wird das Risiko für gewalttätiges Verhalten enorm verstärkt. Wird therapeutisch nicht rechtzeitig eingegriffen, erhöht sich das Gewaltvorkommen bei den Betroffenen, so dass ihnen infolgedessen eine Einweisung in die Forensik und damit ein sozialer Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben droht. Es ist Aufgabe der Allgemeinpsychiatrie solchen Entwicklungen mithilfe einer langfristigen, bedarfsgerechten Behandlung entgegenzuwirken. Im Fokus der psychiatrischen Interventionen sollte dabei das Herstellen von Krankheitseinsicht und Compliance bei den Erkrankten sowie die Gewährleistung einer ambulanten Nachversorgung stehen, um die Betroffenen in den Behandlungsbezügen zu halten und somit der Entwicklung von Gewaltverhalten entgegenzusteuern. Um diese Interventionen in die Praxis der allgemeinpsychiatrischen Regelversorgung umzusetzen, müssen die derzeit bestehenden Behandlungsstrukturen und gesetzlichen Regelungen der Allgemeinpsychiatrie kritisch hinterfragt und den Bedarfen der Gruppe Schizophreniekranker mit einem erhöhten Gewaltrisiko angepasst werden. Denn die gegebenen Strukturen der Allgemeinpsychiatrie führen aktuell dazu, dass gerade diese Patientengruppe aus dem Versorgungsnetz herausfällt, so dass es bei ihnen vermehrt zu einer Verschlechterung ihrer Erkrankung kommt, womit die Betroffenen stärker Risikofaktoren ausgesetzt werden, die wiederum Einfluss auf das Gewaltverhalten haben. Es darf nicht sein, dass Patienten mit einer hohen Symptombelastung und infolgedessen mit einem erhöhten Gewaltrisiko aus der stationären Behandlung entlassen werden, dass erfolgversprechende psychotherapeutische Verfahren nicht in die Routinebehandlung implementiert sind und Ressourcen des Behandlungssystems für die schwer Erkrankten unzureichend sind. Da die Behandlungssituation der Erkrankten einen starken Einfluss auf ihr Gewaltverhalten hat und das Potenzial besitzt, die soziale Situation und die Lebensqualität der Betroffenen enorm zu verbessern, ist es dringend erforderlich, dieses Potenzial zu nutzen, um einer ohnehin schon vulnerablen und an einer schweren psychischen Erkrankung leidenden Gruppe von Adressaten die ihr zustehende und benötigte Unterstützung zu geben. Ein psychiatrisches Versorgungssystem, dass augenscheinlich für diese bestimmten Fallkonstellationen keine andere Antwort liefert, als weiterhin die Menschen ihrem Schicksal entweder allein zu überlassen oder sie in periphere Institutionen auszugrenzen markiert die gegebenen Behandlungsschwächen dieses Versorgungssystems, die einer Veränderung bedürfen.
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