Die Verhandlungen und Beschlüsse des Internationalen Statistischen Instituts In Betreff einer einheitlichen Aufarbeitung der Volkszählungen ; Vorschlag einer einheitlichen Aufarbeitung communaler Volkszählungen ; On the methods of drawing up census return

Teljes szövegt

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III. Internationaler Congress für Hygiene und Demographie zu Kien 1887,

Unter dem lotten Protectorate sr. lt. nnd i . Hoheit des dnrcilancltigsten K r o n p r i n z e n E r z h e r z o g R u d o l f .

Heft Nr. XXII. Cahier № XXII.

A R B E I T E N

DEMOGRAPHISCHEN SECTION.

der

(IV. Demographischer Congress.)

Travaux de la Section de Démographie.

pyème ço ngrès de D é m o g r a p h i e . )

1. T h e m a . I.

1. Die Verhandlungen und Beschlüsse des Internationalen Statistischen Instituts In Betreff einer einheitlichen Aufarbeitung der Volkszählungen.

Nebst einem Wegweiser durch die jüngste Censuslitcratur. .

2. Vorschlag einer einheitlichen Aufarbeitung communaler Volkszählungen.

Bericht, erstattet von

J o s e f K ö r ö s i

Director des Budapester communal-statistischen Bureaus.

II.

On the Methods of Drawing up Census Returns.

B y

Thomas Wrigley Grimshaw

M. A. M. D. (University of Dublin) Fellow of the King and Queen's College of Physicians in Ireland, Vice President of the Statistical Society of Ireland, President of the Dublin Sauitary Association, Fellow of

the Royal Statistical Society of London, Member of the International Statistical Institute, Registrar General for Ireland.

WIEN, 1887.

V e r l a g d e r O r g a n i s a t i o n s - C o m m i s s i o n d e s C o n g r e s s e s .

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I .

1. Die Verhandlungen und Beschlüsse des Internationalen Statistischen Instituts in Betreff einer einheitliehen

Aufarbeitung der Volkszählungen.

Bericht, erstattet von

Josef Körösi

Director des Budapester communal-statistisehen Bureaus.

Mit einer Beilage: Wegweiser durch die jüngste Censusliteratur.

Das Motiv, welches vor mehr als drei Jahrzehnten zur Errichtung der internationalen, später zu jener unserer demographisehen Congresse und des statistischen Instituts führte, die Ursache jenes vielfachen Interesses, mit dem. man die Wirksamkeit dieser Institutionen verfolgte, lag und liegt noch in der grossen Bedeutung, die man der Herstellung einer Gleichförmigkeit und Vergleichbarkeit in den statistischen Publicationen der verschiedenen Staaten beilegen muss. Ohne eine solche Vergleichbarkeit mögen diese Arbeiten zwar den Zwecken je eines Staates und je einer Regierung sehr nützlich sein, für die die ganze Menschheit umfassenden sociologischen

Wissenschaften aber blieben sie immer nur Stückwerk. . Eine der wichtigsten, vielleicht die wichtigste der statistischen Func-

tionen ist die Volkszählung. Wenn man die Statistik als die Buchführung der Menschheit bezeichnet, so entspricht die Volkszählung der Inventari- sirung, und zwar der Inventarisirung des kostbarsten Gutes der Staaten, der Bevölkerung. Die Volkszählungen bieten uns eine Beschreibung jedes einzelnen Individuums und seiner socialen Stellung, jeder Familie, jeder Wohnung, jedes Hauses, jeder Ortschaft — also ein unschätzbares Material zur Natur- beschreibung der Menschheit. Wenn irgendwo, so ist hier die Durchführung eines gleichartigen Vorgehens wünschenswerth. Leider lässt der gegenwärtige Stand der Censuswerke sehr Vieles hinsichtlich der Vergleichbarkeit zu wünschen übrig, und zwar in Folge des Umstandes, dass man bisher sich auf den Congressen nur damit beschäftigt hatte, die blosse Erhebung nach ein- heitlichen Principien zu regeln, die Art und Weise der Veröffentlichung aber ungeordnet liess. Da es jedoch eben diese Veröffentlichungen sind, deren Inhalt man miteinander vergleichen möchte, so involvirt. die, keiner Vereinbarung unterworfene, freie Aufarbeitung und Veröffentlichung zugleich

X X I I ' . l *

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den bedauerlichen Uebelstand. dass die Wissenschaft statt über eine ein- heitliche Beschreibung des ganzen Menschengeschlechtes blos über stück- weise und verschiedenartige Beschreibungen der einzelnen Nationen ver- fügen kann.

Freilich war es, um zu diesem höchsten, aliumfassenden Standpunkt der Statistik zu gelangen, in erster Linie notbwendig, dass die A u f n a h m e n nach einem gemeinschaftlichen Plane erfolgten, wie dies auch, Pank dem Ansehen, dessen sich die diesbezüglichen Beschlüsse der statistischen Oon- gresse erfreuen, gegenwärtig in allen Oulturstaaten der Fall ist. Die Gleich- artigkeit der Aufnahme sichert aber noch beiweitem nicht die Gleichartig;·

keit der Resultate: zu diesem Zwecke müssto auch das D e p o u i l l e m e n t ein gleichmässiges sein. Wie sehr sich -die beiden Forderungen ergänzen, gebt schon aus der einen Betrachtung hervor, dass ein Staat, der bei der Aufnahme sich noch so rigoros an die internationalen ZählungsVorschriften der Oongi'esse hält, dennoch als total ausserhalb aller statistischen inter- nationalen Relationen stehend betrachtet werden müsste, falls er in den Gesichtspunkten, nach welchen die Aufarbeitung des Urmaterials erfolgt, seine eigenen Wege wandelt und von jenen abweicht, welche die Mehrzahl der übrigen Staaten befolgt.

Das Leidige der gegenwärtigen Sachlage besteht nun aber eben darin, dass bisher kein gemeinschaftlicher 'Weg vorgezeichnet wurde, dass keine Vereinbarung über eine gleichmässige Aufarbeitung der Volkszählungen existirt. Jedes · statistische Bureau geht in diesem Betrachte nach seinem eigenen Ermessen vor: wenn sich die Oombinationen des einen Landes mit jenen des anderen decken, ist das nur als ein glücklicher Zufall, besten Falls als das Ergebniss stillschweigender Anlehnungen und Unterordnungen zu betrachten. Unter solchen Umständen ist es aber nicht zu verwundern, wenn die Uebereinstimmung der verschiedenen Gensuswerke nicht nur keine durchgreifende ist. sondern sich im Gegentheil fast allen Versuchen, irgend eine der so wichtigen Oensusergebnisse für mehrere Staaten vergleichend zu bearbeiten, auf Schritt und Tritt Schwierigkeiten entgegenstellen. ·

Die Lösung der wichtigen Frage, die uns beschäftigt, besteht also noth- wendigerweise darin, ein Minimum von Oombinationen in der Aufarbeitung als eine für alle statistischen Bureaux giltige internationale Basis anzu- erkennen.

Bei Aufstellung einer solchen Basis darf man sich nicht blos von theoretischen Gesichtspunkten leiten lassen. Wollen wir ein praktisches Resultat erreichen, so müssen wir vor Allem darüber informirt sein, nach welchen Systemen die Aufarbeitungen des Zählungsmateriales in den ver- schiedenen Staaten des Erdballs bisher faetisch erfolgten; auf Grund dieser Vorarbeit wäre dann zu constatiren, wie weit die verschiedenen Aufarbeitungs- systeme sich bereits decken und an welchem Punkte die Abweichungen für jeden Staat beginnen. Diese Aufgabe aber ist eine recht ermüdende.

Es müssen zu diesem Zwecke die Censuswerke aller Oulturstaaten studirt

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5' werden·; die Literatur einer einzigen Volkszählung repräsentirt aber eine sehr umfangreiche und überdies noch in den verschiedensten Sprachen geschriébene Bibliothek. '

. Ich habe nun, um einen Einblick in den Stand der Depouillement- Systeme zu gewinnen, diese Arbeit bereits einmal, nämlich im Jahre 1880 unternommen. Die Ergebnisse finden sieb in meiner diesbezüglichen Denk- schrift an den Genfer demographischcn Congress, sowie in meinem „Projet d'un Recensement du monde1' (Paris 1881). Seither ist nun eine neue Serie von Oensusarbeiten, den Zählungen der Jahre 1880/81 angehörig, erschienen.

Um nun auch über die jüngste Entwicklung der Depouillements-Systeme orientirt zu sein, habe ich mich ein zweites — zugleich aber ein letztes

— Mal an die Arbeit gemacht, diese polyglotte Bibliothek von über 80 Bänden und nahezu 50.000 Seiten, zumeist tabellarischen Satzes — ein ganzes Meer von Tabellen und Ziffern — durchzustudiren und die angewendeten ver- schiedenen Aufarbeitungssysteme übersichtlich zusammenzustellen. Sie finden das Ergebniss dieser Arbeit in der Beilage mitgetheilt: auf einigen Blättern des als Anhang folgenden Wegweisers durch die jüngste Census- literatur findet sich der gedrängte Auszug der jüngsten Censusoperate aller Staaten Europas sowie der nordamerikanischen vereinigten Staaten, der argentinischen Bepublik, Algiers und Egyptens.. Dieser Auszug lässt ohne Mühe erkennen, was für Angaben in der Weltliteratur der jüngsten Oensus- periode enthalten seien; überdies ist auch stets die Stelle angegeben, wo man die gewünschten Auskünfte finden könne.

Es würde mir ein reicher Lohn für die. auf diese Arbeit vorwendete Zeit und Mühe sein, wenn ich hoffen dürfte, dass ineine geehrten Oollegen und alle Jene,, die aus Zählungsarbeiten Material zu schöpfen haben, sieb mit Hilfe meiner — mehr ermüdenden als verdienstlichen, für meinen Zweck aber unumgänglich gewesenen — 'Vorarbeit leichter und bequemer sollten in dem Chaos der zu Tage geförderten Ziffernmassen orientiren können, als dies bisher Mangels eines solchen Wegweisers möglich gewesen.

Ist man einmal über die verschiedenen Riebtungen informirt, welche die Aufarbeitungssysteme in den verschiedenen Staaten der Erde einschlugen, so kann man leichter an die Aufstellung eines, sich den gegen- wärtig schon bestehenden Systemen möglichst anschliessenden internationalen Schemas gehen. In dieser Lage befand sieb nun das internationale Institut, dem ich' in seiner ersten, in diesem Jahre zu Rom abgehaltenen Session ein Schema für die internationale Aufarbeitung der Volkszählungen zu unterbreiten die Ehre hatte. Das Institut bat dieses Schema durch ein Spécial- Comité, an dessen Beratbungen ausser dem Präsidenten Sir R a w s o n , die Herren B o d i o (Italien), B e r t i l l o n (Paris), Gad (Dänemark), I b a n e z (Spanien),'.Inam a - S t e r n e g g (Oesterreich), J u n g S t i 1 Ii ng (Livland), K e 1 e t i und J e k e 1 f a 1 u s s y (Ungarn) , K. ci r ö s i (Budapest.), K u m m e r und M i 11 i e t (Schweiz), L e v a s s e u r und L o u a (Frankreich), T r o i n i t z k y (Russland), ferner von Privatstatisti-kern die Herren M a r t i n (London)

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M a y r (Strassburg), M o u a t (London). P e r o z z o . (Rom), W a g n e r (Berlin) theilnahmen, einer gründlichen Prüfung unterziehen lassen und dasselbe schliesslich mit geringen Modificationen auch angenommen. Da aber dem Institut den einzelnen statistischen Bureaux gegenüber, denen die Durch- führung dieses Sehemas obliegt, keine andere Macht als jene der Ueber- redung und jener' moralischen Pression zusteht, welche den Beschlüssen eines wissenschaftlichen Aeropags in der Gelehrtenrepublik innezuwohnen pflegt: kann es für das Gelingen des Werkes nur von Yortheil sein, wenn auch das Forum des demographischen (Kongresses von diesen Be-

schlüssen Kenntni.ss nimmt und dieselben gutheisst. · Die Stellungnahme unseres (Kongresses zu den Beschlüssen des In-

stitutes schien Ihrem Yorbereitungs-Comite um so dringender, als sowohl die Idee einer Unificirung der Zählungsresultate, wie auch das in Rom aeeeptirte Schema selbst, eigentlich das Werk dieses demographischen (Kon- gresses sind. Bereits in der Versammlung zu Genf, im Jahre 1881, hat nämlich der demographische Oongress — auf Grund meiner diesbezüglichen Druckschrift — nicht nur im Principe die Nothwendigkeit anerkannt, dass ein Minimum der Censusaufarbeitung gleichmässig erfolgen müsse, sondern auch ein eoncretes internationales Schema für diese Aufarbeitung gut- geheissen. Was nun dem Institut in seiner Versammlung zu Rom unter- breitet wurde, war. wie dies daselbst auch nachdrücklich hervorgehoben wurde, nichts Anderes als Ihre Genfer Resolutionen, nur dass dieselben, um eine möglichst allgemeine Annahme zu erleichtern, auf das Noth- wendigste beschränkt wurden. Indem ich nun die Ehre habe, Ihnen das derart vereinfachte internationale Aufarbeitungsschema zu unterbreiten, knüpfe ich hieran die Bitte, durch Ihre Zustimmung diesen leichten Ab- änderungen Ihrer eigenen Beschlüsse auch seitens des demographischen (Kongresses ' die Sanction zu ertheilen und hiedurch zur möglichst raschen Realisirung unserer bereits vor sechs Jahren eingeleiteten Action beizutragen.

• Als in der Genfer Session unseres Congresses zum ersten Male anerkannt wurde, dass die bisherige Richtung der Congressarbeiten unmöglich zur Vergleiclibarke.it der Resultate führen könne, und als daselbst in Folge dessen das Princip ausgesprochen wurde, wonach von der Unificirung der·

Erhebung unumgänglich auf Unficirung des Depouillements übergegangen werden müsse, begegnete diese Forderung noch manchen Scrupeln.

Es mag uns deshalb zu um so grösserer Befriedigung gereichen, aus dem Umstände, dass diese Forderung seitens des Instituts ohne alle Debatte e i n s t i m m i g e Zustimmung fand, sehliessen zu können, dass unsere Vorschläge im Laufe des seither verflossenen halben Decenniums festen Boden gewonnen haben.

Auch bezüglich der Ausführung dieser Forderung wurden keine principiellen Schwierigkeiten gemacht, und beschränkten sieh die Ab- änderungen, wie gesagt, nur darauf, dass das internationale Schema möglichst leicht durchführbar sein, also nur auf die wichtigsten Punkte Bezug haben

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7' möge. Nur bei einem Punkte der Ausführung machten sich prineipielle Schwierigkeiten geltend: es ist dies jene Bestimmung unserer Genfer Session, wonach die Altersstatistik statt nach Altersgruppen nach einzelnen Jahresstufen aufzumachen wäre.]) Dom gegenüber wurde nun darauf liiu- gewieseu, dass manche Staaten auch fernerhin bei den bisherigen grösseren Altersgruppen beharren dürften, und zwar aus zwei Gründen: Die Alters-

angaben nach einzelnen Jahren sollen nämlich einerseits unverlässliek. dann aber auch überflüssig sein. Bei der Wichtigkeit dieser Frage, welche eine der Cardinalfragen der Demologie berührt, möge es gestattet sein, auf diese Einwürfe hier meritorisek einzugehen.

Die Verlässlichkeit der. statistischen Angaben ist immer nur eine relative: Man darf ohne Furcht vor Widerlegung behaupten, dass selbst in die sichersten, verlässlichsten statistischen Angaben sich LTthiimer ein- schleichen. Dies bringt schon die Massenhaftigkeit der Beobachtungen, die grosse Anzahl der vorzunehmenden Messungen mit sieb: ist es ja bekannt, dass nicht nur in den weiten .Bäumen, welche die Astronomie beherrscht, sondern selbst in den beschränkteren Aufgaben der Geodäsie und Geometrie, so z! B. dort, wo es sieh blos .um die Messung eines Berges.oder einer Landstrasse handelt, jede neue Messung ein eiuigermassen verschiedenes Resultat. ergibt. Die Ursache hievon ist in der Unzulänglichkeit unserer Organe, in der vieleitirten und vielbeklagten „Gebrechlichkeit" des Manschen zu suchen. Es kann also auch die Statistik den Mängeln, welche dieser subjectiven Quelle entspringen, nicht entgehen. . .

Neben dieser subjectiven Fehlerquelle haben wir es aber auch doch mit einer objectiven zu thun: den Schwierigkeiten, welche die Objecte, in unserem Falle also die zu zählenden Personen, der Erhebung entgegen- setzen. Was spcciell die Altersstatistik betrifft, so ist es ja bekannt, dass Manche ihr Alter nicht kennen, Andere es iu runden Ziffern, und zwar nach unten abgerundet anzugeben lieben, wie auch, dass namentlich das schöne Geschlecht dieser. Schwäche willen bei den Statistikern nicht am besten angeschrieben steht. In Folge dieser .Umstände ergeben, sich dann bei graphischer Darstellung der Altersverhältnisse jene bekannten Erhöhungen an den den runden Altersjahren entsprechenden Ooordinaten. deren nofli- weudige Ausgleichung ebenfalls bekannt ist.

Aeknlicken objectiven Schwierigkeiten begegnet man aber auch auf a l l e n übrigen Gebieten der Statistik: nirgends erfahren wir die volle Wahrheit, sondern stets wird dieselbe durch einen Beisatz subjectiver und objectiver Irrthtimer getrübt. Es gibt keine absolut verlässliche Statistik:

worum es sich handeln darf, ist stets nur das M a s s des zulässigen Irr- thumes.

Die ofteitirte und auch im obigen Einwurfe zur Geltung kommende These: „Lieber gar keine Statistik als eine unrichtige!" würde also schliesslich

') Bei Combinirung des Alters mit anderen Momenten (Civilstand, Confession, Stadt und Land ete.) treten dann bekanntlich wieder grössere Altersgruppen auf.

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dazu führen müssen, a l l e r Statistik ein Ende zu bereiten — aber nicht nur der Statistik, sondern eigentlich a l l e n W i s s e n s c h a f t e n , mit Aus- nahme der blos formalen Logik und Mathematik. Es bedarf keines Beweises, dass wir auf dem Gebiete der empirischen Wissenschaften auf lauter Hypo- thesen stehen, und dass selbst die für unumstösslichst, d. h. wahrscheinlichst gehaltenen Ansichten des einen Jahrhundertes durch ein späteres belächelt und verworfen werden können. Die Natur ergibt sich dem Menschen nicht:

mühsam entringt ihr derselbe Theile ihres Scheines, aber nie ihres Wesens.

Wer also Wahrheit in der Wissenschaft sucht und lieber gar keine als auf willkürliche Hypothesen beruhenden Schein gewinnen will, der macht hiemit eigentlich alle Wissenschaft unmöglich.

Warum also gerade der Statistik gegenüber so strenge verfahren und auf dem Dilemma: „Entweder wahrhafte Statistik oder gar keine!" bestehen?

Es braucht uicht geleugnet zu werden, dass a l l e Ergebnisse der Volks- zählung mehr oder minder irrig sind: nicht einmal die rohe Einwohner- zahl ist richtig ermittelbar — weiss man doch nicht einmal, wen und was man unter „Einwohner" verstanden haben will! Man vergegenwärtige sich aber die Lage der statistischen Einsicht zu Ende des vorigen Jahrhunderts, wo man über die Zunahme des Menschengeschlechtes so wenig im Beinen war. dass Viele sogar allen Ernstes von der Entvölkerung Europas sprechen konnten; man vergegenwärtige sich die Lage des englischen Parlamentes dieser Zeit, als man heftig darüber debattiren konnte, ob die Bevölkerung dieses Reiches in Zu- oder Abnahme sei; man vergleiche dann diesen Zu- stand der Dinge mit jener völligen Sicherheit, die diesbezüglich eintrat, als im Jahre 1801 die erste und im Jahre 1811 die zweite englische Volks- zählung stattfand, und man wird einsehen, dass, wie in anderen AVissen- schaften so auch in der Statistik, es doch besser sei, etwas — beziehentlich wenn auch nicht Alles, so doch Vieles — zu wissen als gar nichts. Arer- gessen wir nicht zu beachten, dass in dieser Beziehung die Statistik es eigentlich viel besser habe als die Naturwissenschaften: während hier die todte Natur die Ursache der objectiven Schwierigkeiten bildet, ist es dort der Mensch, beziehentlich der AVilie des Menschen. Nun ist es immerhin möglich, durch Strenge und Gewalt den AVillen des Menschen zu brechen;

der fühllosen Natur aber sehriebe der Mensch vergebens Gesetze und Strafen vor.

ücbrigens steht ja die Sache so. dass mau gegenwärtig in allen Culturstaaten die Altersverhältnisso der Bevölkerung beim Census erhebt und auch publicirt. Den Gegenstand dos Zweifels könnte also blos der Umstand bilden, ob diese ATeröffentliclmng nach einzelnen Jahren oder nach grösseren Jabresclassen erfolgen soll, wie letzteres z. B. in England und in einigen anderen Staaten der Fall ist. Hieraus miisste mau aber folgern, dass die nach Gruppen zusammengefassten Altersangaben verlässlicher seien als jene über die einzelnen Altersjahre. Dem ist aber nicht unbedingt so.

AVenn eine 40jährige Frau ihr Alter mit 30 Jahren angibt, so wird die

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9' Richtigkeit der Daten auch dadurch nicht gesichert, dass man die Anzahl . der Gezählten statt .für das einzelne 40. Lebensjahr nur für die Alters-

gruppe von 35—40 Jahren angibt. Eine grössere Verlässlichkeit der gruppen- mässigon Naehweisung wäre vorauszusetzen, wenn die Frage nach dem' Alter sich nicht auf das Altersjahr, sondern auf die Altersclasse bezöge.

Dies ist aber n i r g e n d s der Fall: n i r g e n d s wird die Frage nach dem Alter so gestellt: „Sind Sie im Alter zwischen 30 und 35 Jahren?" sondern überall fragt man einfach „wie alt man sei". Auf diese Frage erfolgt nun eine bestimmte Antwort in Form einer bestimmten Zahl. Hält man aber diese ziir Antwort gegebene Zahl für unrichtig, so sind es mehr oder minder auch die Gruppen, die man aus derlei unverhisslichen Antworten bildet. Und wenn auch zugestanden werden mag, dass die Grösse des Fehlers hindurch verringert wird, so wäre andererseits doch auch darauf zu verweisen, dass die Anzahl der geflissentlich oder durch Gleichgültigkeit falschen Jahresangaben keine zu grosse sein dürfte, und dass man, wie erwähnt, die Anzahl dieser Fehler durch entsprechende Vorschriften ver- meiden kann.

Der Einwand also, dass eine nach einzelnen Lebensjahren fort- schreitende Statistik der Altersverhältnisse, weil irreführend, gar nicht wünschenswerth sei, dürfte — insolange man nicht beweist, dass die Aut- worten so schlecht ausfallen, dass man die Frage nach dem Alter lieber gar nicht stellen sollte — kaum als stichhältig betrachtet werden. Noch schlimmer steht es aber um das Argument von der N u t z l o s i g k e i t einer derartigen Aufarbeitung. Es ist nun freilich oft Sache des wissenschaft- lichen Geschmackes und des goût clc précision, wie weit mari in Detailli.rung einer Gesammterschemung eingehen solle. Der Eine beschreibt ein Gebirge nach seinen Hauptketten, der Andere misst alle Hügel und alle Thal er, und der Dritte setzt kleine Felssplitter unter das Mikroskop. So könnte dem Einen eine nach Decennien fortschreitende Altersstatistik noch viel zu sehr in's Detail gehend erscheinen, während dem Andern eine nach Quinquennien fortschreitende noch zu wenig bietet. AVenn man aber findet, dass für eine Darlegung der Details gewichtige und massgebende wissenschaftliche, über- dies aber auch gewichtige praktische Gesichtspunkte sprechen, dürfte es seil wer sein, solchen objectiven Ansprüchen gegenüber die blos individuelle Gegenansicht zur Geltung zu bringeu. So steht aber die Sache gegenüber der Frage, bis zu welcher Grenze die Detaillirung der Altersverhältnisse in der Statistik durchzuführen sei. Sowohl praktische als wissenschaftliche Be- dürfnisse fordern entschieden, dass die willkürlichen, künstlichen Altersgruppen aufgegeben werden und an Stelle derselben die natürlichen Altersmomente treten mögen.

Die Statistik hat auch eine praktische Seite : nicht nur im allgemein- sten Sinn, soweit dieselbe, die Grenzen ihres eigenen wissenschaftlichen Bereiches tibertretend, anderen AYissensohaf'ten als Mittel dient, wo es sich dann aus praktischen Gründen empfiehlt, dieses Werkzeug so geschickt als

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möglich zu verfertigen, sondern ganz speciell im Hinblicke auf die Bedürf- nisse der Administration, deren praktischen Bedürfnissen die. officielle Statistik ja in erster Reihe dienen soll. Nun wimmeln die administrativen, beziehungsweise rechtlichen Einrichtungen eines jeden Staates von Alters- bestimmungen : auf Schritt und Tritt begegnen wir Begrenzungen von Pflicht und Recht, die an das Alter geknüpft sind, und zwar durchaus nicht an die durch die statistische Schablone eingeführten runden (0—5,

10—15 Jahre u. s. f.) Altersgrenzen. So beginnt z. B. das schulpflichtige Alter mit 6 Jahren und pflegt mit 12 aufzuhören, das Alter der Zu- rechnungsfahigkeit für strafbare Handlungen fällt in das 11.—14. Jahr;

die Militärpflicht beginnt mit dem 19. Jahre, die Mündigkeit fällt in das 24. Jahr; die Ausübung des Stimmrechtes, die Fähigkeit gewisse Aemter, z. B. ein-Ricbteramt anzunehmen, in das Parlament, in den Senat ein- zutreten, pflegt ebenfalls an ein gewisses Alter geknüpft zu sein, die Land- sturmpflicht endet (bei uns) mit dem 42. Jahre u. s. f. Die Regierungen haben also wohl das Recht, von ihren statistischen Bureaux Informationen über die Besetzung so wichtiger Lebensabschnitte zu verlangen/ und dürfte ein Hinweis auf die Incorrectheit der Altersjahrangaben den Abgang so wichtiger Nachweise kaum genügend rechtfertigen. Die Schwierigkeiten mehren sich, wenn man sein Urtbeil durch Vergleiche mit den Verhält- nissen anderer Staaten schärfen will, wo die administrativen Altersgrenzen wieder andere sind, wo also eine Vergleicliung, d. i. gegenseitige Be- lehrung nur dann möglich · ist, wenn statt der starren, unverschiebbaren Grenzen feststehender Altersgruppen überall die flüssigen Jahreseinbeiten geboten werden, die •— weil die Elemente des Altersaufbaues einer Be- völkerung enthaltend — allen bestehenden und noch zu entstehenden For-

derungen zu entsprechen vermögen. · Aber auch vom rein wissenschaftlichen Standpunkte der Statistik ist

die Kenntniss dieser Alterselemente unabweislich. Das Alter bildet eine der Fundamentalbedingungen dér demologischen Verbältnisse. Wir bedürfen zwar auch hier zusammenfassender Altersgruppen, aber die Grenzen der- selben passen sieb nicht der in Vorhinein aufgestellten Schablone einer zehn- oder fünfjährigen Gruppirung an, sondern wechseln je nach den Problemen. Das Alter der Reife ist bei Knaben ein anderes als bei Mädchen, im Norden ein anderes als im Süden, bei Negern anders als bei Ameri- kanern. Das Gleiche gilt für die Periode der Zeugungsfähigkeit, der geistigen oder körperlieben Vollkraft, des Niederganges derselben etc. Es genügt aber auf eine einzige Serie demologiscber Untersuchungen hinzu- weisen. um die Notwendigkeit des Depouillements nach einzelnen Alters- jahren auf das Bestimmteste anzuerkennen.

Ich meine das Gebiet der Biometrie und speciell die Lehre von den Mortalitätstabellen. Dieser Theii der Demologie bat, Dank der Unter- stützung, welche demselben seitens der Mathematiker zu Theil wurde, eine solche Bedeutung gewonnen, dass derselbe sieb bereits zu einer, in ihrem

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11' Umfange durchaus nicht leicht durchmessbaren, eigenen Wissenschaft aus- gebildet hat. Nim ist es aber eine anerkannte Grundforderung der Bio- metrie, dass man zur Construirnng von Mortalitätstabellen sowohl Ver- storbene als Lebende nach d e n e i n z e l n e n A l t e r s j ä h r e n k e n n e n m ü s s e .1) Es scheint überflüssig, zur Erhärtung dieser Thatsaclie auch noch auf die Verhandlungen der internationalen statistischen Congresse und speciell auf die Bestimmungen des Budapester Congresses hinweisen zu sollen, welche die Notwendigkeit der jahresweisen Nachweisung des Lebens- alters beschlussweise aussprechen. • '

Man darf demnach behaupten, dass sowohl praktisch-administrative als theoretisch-wissenschaftliche Interessen gleichmässig für das Dépouille-

ment nach einzelnen Altersjahren sprechen. . Ich will noch hinzufügen, dass im Allgemeinen die Chancen für eine

derartige allgemeine, alle Culturstaaten umfassende Statistik der Altersjahre sehr günstige sind. Gelegentlich des vorletzten Census (1870/71) hatten sich noch fünf der grösseren statistischen Bureaux dieser Forderung ent- gegengesetzt und sich mit einer Nachweisung nach Altersgruppen begnügt, nämlich die statistischen Bureaux von England, Schottland, Irland, Frank- reich und der nordamerikanischen Freistaaten. Seither hat Nordamerika den Altersaufbau seiner Bevölkerung ebenfalls nach einzelnen Altersjahren publicirt. Bei der über diese Frage sieb im Schoosse des Instituts ent- wickelnden Debatte wurde ferner von massgebender Seite, nämlich seitens des Vicepräsidenten der französischen statistischen Central-Commission, Herrn L e v a s s e u r , die Erklärung abgegeben, dass anlässlich der nächsten Zählung auch Frankreich das empfohlene Dépouillement nach einzelnen Altersjahren aceeptiren dürfte. Hoffen wir, dass Grossbritannien, das Musterland statistischer

Unter den anerkannten wissenschaftlichen Leistungen des englischen. Registrar General nehmen die Mortalitätstabellen für England einen hervorragenden R a n g ein. In diesen Tabellen bildet die Anzahl der Lebenden nach einzelnen Altersjahren den Ausgangs- punkt aller weiterer Berechnungen und Folgerungen. N u n gehört aber auch England zu jenen wenigen Staaten, die die nach einzelnen Jahren erhobene Altersstatistik ihrer Bevölkerung nur nach Altersgruppen veröffentlichen: vom Registrar General wird im Yolkszählungs- werke wohl eine Altersjahrstatistik geboten, dieselbe beruht aber — wie daselbst auch bemerkt wird — nur auf S e h ä t z u n g e n ! Ist es nun nicht cigenthümlieh, dort, wo man die wirklichen Angaben über die Vertheilung nach einzelnen Jahren besitzt, dieselben vorzuenthalten und die Wissenschaft lieber mit vagen Schätzungen abzufertigen? — Man darf ferner auch fragen, nach welchem Schlüssel diese Sehätzungen eigentlich angestellt seien·? W e n n nach der sieh für andere Staaten ergebenden Altersjahrstatistik, warum nicht lieber zu den eigenen Angaben greifen als zu den fremden? Wenn aber die Aufzeich- nungen des eigenen Census die Grundlage boten, warum diese geheim halten? Man mag die Sache nehmen wie man will, wird man aus' dem Dilemma nielit herauskommen, dass entweder die Antworten auf die Alterserhebung ganz unverliisslich sind, in diesem Falle' taugen aber auch die Altersgruppen nicht viel mehr, lässt sieh das Material nicht ver- w e r t e n (für Mortalitätstahellen am allerwenigsten!),' .und wäre die richtige Consequenz dieses Umstandes, die Frage nach dem Alter ganz aufzugeben — o d e r sind diese Ant- worten brauchbar, dann liegt kein Grund vor, dieselben nielit zu veröffentlichen

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Leistungen, das Land, in welchem ja die Wiege der Demologie gestanden, auch nicht zögern werde, sich diesem Vorgehen anzuschliessen. In diesem Falle würden nach Durchführung der nächsten Zählung die Altersverhältnisse von nicht weniger als 3—400 Millionen Mensehen nach einzelnen Alters- jahren bekannt sein.

Ich habe meinem Referate über die Verhandlungen des Instituts in Betreff der Uniflcirung der Volkszählungen noch beizufügen, dass die Prin-

cipien für eine gleichmässige Aufarbeitung der Berufsstatistik daselbst nicht festgestellt wurden, sondern dass die Vorbereitung dieser wichtigen und schwierigen Frage einem besonderen Comité übertragen wurde. .

Nachstehend folgen nun die seitens des Instituts angenommenen

Beschlüsse

h i n s i c h t l i c h e i n e r g l e i c h m ä s s i g e n A u f a r b e i t u n g d e r V o l k s - z ä h l u n g s e r g e b n i s s e :

1. H ö h e n l a g e . Die Anzahl der Haushaitungen und der dieselben bildenden Personen ist nach der Höhenlage, und zwar nach folgenden Rubriken nachzuweisen: unter der Erde — im Erdgeschosse — ein.Treppe hoch — zwei Treppen Loch — drei Treppen hoch — höher gelegen — in mehreren Stockwerken.

2. H a u s h a l t u n g e n . Anzugeben, wie viel Einzelnbauslialtungen — wie viel aus mehreren Personen bestehende, mit Angabe der Personenzahl

— wie viel Extrahaushaltungen, mit Angabe der Personenzahl.

S p e c i f i c i r u n g der E x t r a l i a u s h a l t u n g e n : a) für Beherbergung und Erquickung; b) für Gesundheitspflege; c) für Unterricht· und Erziehung;

dj für kirchliche Zwecke (mit Ausnahme der unter c genannten); e) für Haft und Strafe; f ) für Wohlthätigkeit (Asyle); g) für militärische Zwecke;

Ii) sonstige Extrahaushaltungen. Für jede Kategorie ist die Anzahl der Extrahaushaltungen und der dieselben bewohnenden Personen anzugehen.

Individualaiigaben:

3. A g g l o m e r a t i o n d e r B e v ö l k e r u n g . Es ist anzugeben, wie gross die Anzahl der Gemeindeu, beziehungsweise sonstiger Administratious- einheiten mit bis 500 Einwohner — mit 501 bis 1000 — mit 1001 bis 2000

— mit 2001 bis 5000 — mit 10.000 — mit 20.000 — mit 50.000 — mit 100.000 — mit 200.000 — mit 300.000 — mit 400.000 — mit 500.000

— über 500.000 Einwohnern sei. — Es wird als wünschenswerth bezeichnet, wirthschaftliche Centren, die mehr als eine Gemeinde des Landes umfassen,

besonders zu verzeichnen. *) .

*) Zweck dieses Zusatzes ist es, die agglomerirtc Bevölkerung solcher Ortschaften zu kennen, die — wie z. B. Wien mit seinen Vororten — zwar in administrativer Hin- sicht getrennt sind, wirthsehaftlich und social aber doch ein einheitliches Ganze bilden.

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13' 4. G e s c h l e c h t . Alle Gombinationen des Depouillement, die. sieh auf die Bevölkerung beziehen, sollen nach Geschlecht unterschieden sein.

;.5. Das. Alt'cr ist nach einjährigen Altersclassen zu voröffentlichen. (Es ist wünschenswert!!, diesen Altersjahrestabellen eine nach Quinquerinicn fort- schreitende Becapituiation beizufügen.)

6. D e r C i v i l s t a n d ist zum Mindesten nach folgenden Kategorien aufzuarbeiten: Ledige —· Verheiratete (incl. der getrennt lebenden Ehe- paare) — Verwitwete — Geschiedene.

Die Combination von Civilstand und Alter möge nach folgenden Alters- stufen erfolgen: 0—15 Jahre, 15—20 Jahre und von da ab nach Quinquennien.

7., 8. O o n f e s s i o n u n d N a t i o n a l i t ä t .

a) Alle angegebenen Bezeichnungen sind nachzuweisen;

b) für die Hauptconfessionen und Hauptnationalitäten, d. i. für jene, deren Seelenzahl 10.000 übersteigt, sind folgende Oombinationen nachzuweisen:

A. Alter: nach Decennien; .

B. Anzahl der Analphabeten im Alter von über 15 Jahren;

C. Hauptconfessionen der Hauptnationalitäten.

9. G e b u r t s o r t . Alle angegebenen Staaten sind nachzuweisen.

,. 10. B i l d u n g s g r a d . Nachweisung der Analphabeten (d. i. der Personen, die weder lesen noch schreiben können) im Alter von über 15 Jahren.

11. S t a d t u n d L a n d . Die Angaben über die Höhenlage (s. Reso- lution Nr. 1) und die Altersangaben (nach Quinquennien) sind nach folgenden drei Kategorien getrennt nachzuweisen:

a) Land (Orte bis mit 2000 Einwohnern); ' b) Städte (Orte bis mit 100.000 Einwohnern);

c) Grossstädte (Orte mit über 100.000 Einwohnern).

12. G e b r e c h e n , d. i. Blindheit, Taubstummheit, Blödsinn, Irrsinn.

Die betreffenden Tabellen sollen folgende Nachweisungen enthalten:

a) Anzahl der Personen, die in der Familie und jener, die in Anstalten untergebracht sind;

b) Vereinigung von Gebrechen, und zwar zum Mindesten die nachfolgenden:

Anzahl der B l i n d e n , die zugleich taubstumm sind — die zugleich blödsinnig — die zugleich irrsinnig sind. Anzahl der T a u b s t u m m e n , die zugleich blödsinnig — die zugleich irrsinnig sind;

c) Familienstand nach den vier Kategorien;

d) die Hauptconfessionen;

e) die Hauptnationalitäten;

f ) das Alter nach Altersjahren.

Allgemeine Bemerkung. Es genügt, wenn die Antworten, ohne auf eine Specifieirung nach Kreisen oder Gemeinden einzugehen, blos die Hauptergeb- nisse des ganzen Reiches in je einer Ziffer enthalten.

(13)

I. Bibliographische Zusammenstellung.

II. Schematischer Auszug der Censuswerke nachfolgender: 36 Staaten:

1. Argentinische Republik. . 2. Belgien.

3. Bulgarien. . ' 4. Dänemark.

5. Deutsches Reich. . . 6. Preussen. '

7. Bayern. , 8. Sachsen.

9. Württemberg. · 10. Baden.

11. Hessen. . 12. Mecklenburg-Schwerin.

13. Oldenburg.

14. Thüringische Staaten (Grossherzogthum Sachsen, Piirstenthümer Schwarzburg [Rudolstadt und Sondershausen] und Reuss [ältere und jüngere Linie]).

15. Elsass-Lothringen. * ' '

16.· Egypten. . · 17. Prankreich. .

18. Algier. . 19. Griechenland.

Grossbritannien.

20. England. ' '

21. Schottland. . 22. Irland. . .

23. Ostindien.

24. Italien.

25. Niederlande.

26. Norwegen. ' 27. Oesterreich (Cisleithanien).

28. Portugal. . Russland.

29. Ehstland. · 30. Pinnland.

31. Livland.

32. Schweden.

33. Schweiz.

34. Spanien.

35. Ungarn.

36. Vereinigte Staaten von Nordamerika.

(14)

I. Bibliographie der jüngsten Censusliteratur.

Zusammengestellt von Franz Zeleny

Adjunct im Budapester communal-statistischen Bureau. ·

Argentina . . . Censo général de la provincia de Buenos-Aires . . . . el 9 de Oetubre de 1881 . Buenos-Aires, 1883 LXXH + 544 Baden Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung des Grossherzogthums Baden

42. Heft Carlsruhe, 1882 XXH + 181

43. Heft . Carls ruhe, 1884 X X + 87

Bayern . . . . Die bayerische Bevölkerung naeh Geschlecht, Alter und Civilstand sowie nach der Gebürtigkeit. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Deeember 1880.

(XXXXVI. Heft der „Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern"). . München, 1883 48 + 234 Zeitschrift des königlich bayerischen statistischen Bureau

Jahrgang 1881, Seite 1 - 4 4 München, 1881 44

Jahrgang 1882, Seite 59—147 München, 1882 89 .

Mittheilung der wichtigsten Zählungsresultato für jede einzelne Gomeinde in Heft XXXXV der „Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern"

Belgien . . . Statistique de la Belgique. — Population. — Recensement général (31 décembre

1880) ' Bruxelles, 1884 ' CXXXYI + 1 0 3 2 Statistique de la Belgique. — Agriculture. — Recensement général de 1880.

le et B>re partie Bruxelles, 1885 oxxxvm, 1023

Bulgarien . . . Statistique do la principauté de Bulgarie. — Résultats préliminaires du recensement

de la population du 1/13 janvier 1881 · . Sofia, 1881 50

Résultats généraux du recensement de la population du 1/13 janvier 1881 . . . . Sofia, 1884 VII Tabellen Dänemark . . • Danmarks Statistik. —• Statistisk Tabelvaerk. — Fjerde raekke, Litra A. Nr. 3. —

Polkomaengden i Kongeriget Danmark den 1-ste Februar 1880 Kjobenhavn, 1883 CLVH + 265 Deutsches Reich Statistik des Deutschen Reichs. Band LVII. — Die Volkszählung im Deutsehen

Beieh am 1. Deeember 1880 Berlin, 1883 LXXXIV + 251

Egypten . . . . Recensement général de l'Égypte. — 3 mai 1882. Tome I ' . .- Le Caire, 1884 CXXXVi + 741

(15)

Ehstiand . . . . Ergebnisse der baltischen Volkszählung vom 29. December 1881. Tlicil H

I. Band. — Lieferung I. II He vai, 1883 101

IL Band Reval, 1885 36 . • .

III. Band. — Lieferung I II · . . . . Rovai, 1884 134 Elsass-Lothringen Statistische Mittheilungen XXI. — Die Ergebnisse der Volkszählung in Elsass- ,

Lothringen vom 1. December 1880 , . . Strnssburg, 1883 CXXIV + 274 Lothringen vom 1. December 1880 , . .

f XXIII + 555;

England . . . . Census of England and Wales. 1881. Vol. I—IV London, 1883 . . 1 XXI 4- 685;

) XL + 531 ; Finnland . . . . Suomenmaan Virallinen Tilasto. VI. . . . . . . ( 117

9. Suomen väkiluku 31 p. nä Joulukuuta 1880. 1 : non viliko . • . Holsing'issä, 1882 7 + 84 11 • -2- ·

M-X.· ,5 „ 1) ,1 ,, „ 1) u · ,1 11 . . . Helsingissä, 1885 11 + 106 Frankreich . . Resultats statistiques du dénombremont de 1881 Paris, 1883 LX1V + 291

Griechenland . . AÜYjva'.g, 4 8 8 1 63 + 200 + 143

Hessen . . . . Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. 24. Band, 2. Heft Darmstadt, 1884 208

Indien (Britisch-) .Report on the Census of British India, taken on the 17'U February 1881. Vol. I. III. London, 1883 • X + 473 ; 120 + OL VI The .Indian Empire. — Census of 1881. — Statistics of population. Vol. II. . . . Calcutta, 1883 293 + XI

Irland Census of Ireland, 1881.

Part I. Vol. I. Province of LeLnster Dublin, 1881 VIII + 1 2 9 1 Vol. II. Province of Munster Dublin, 1882 IV + 1097 Vol. HI. Province of Ulster Dublin, 1882 IV + 1 0 6 4 Vol.. IV. Province of Connaught Dublin, 1882 IV + 695

Part H. General Report Dublin, 1882 X V I + 427

Italien . . . . Censimento della popolazione del Regno d'Italia al 31 Dicembre 1881

Volume I. — Parte I Roma, 1883 452

Parto H Roma, 1883 294 . .

Volume H ' Roma, 1883 606 .

Volume III Roma, 1884 738

Relazione generale e confronti internazionali Roma, 1885 XCVIII + 209 Risultati sommari del censimento 31 Dicembre 1881 Roma, 1882 19

Risultati sommari del censimento della popolazione del Regno eseguito il 31 Die'. 1881 Roma, 1882 66

(16)

r

Italien . . . Censimento della popolazione del Regno d'Italia (31 Dicembre 1881) M i t t e i l u n g der Volkszahl für jede einzelne Gemeinde in

. Circoscrizioni giudiziarie in relazione con le circoscrizioni amministrativi secondo il censimento del 31 Dicembre 1881. Roma 1886. VE + 301

Circoscrizioni ecclesiastiche in relazione colle circoscrizioni amministrative secondo il censimento del 31 Dicembre 1881. Roma, 1885, XXJH + 309

Dizionario dei comuni del Regno e delle frazioni nelle quali si dividono . secondo il censimento al 31 Dicembre 1881. Roma, 1885, VI + 250

Roma, 1882 V I I I + 1 7 4

Livland . . . . Ergebnisse der baltischen Volkszählung vom 29. Decomber 1881. Theil I.

I. Band. — Lieferung I. II Riga, 1883 149

. Lieferung IH Riga, 1885 XXIV + 65

Anhang : Kartographische Darstellung der Bevölkerungs-

diehtigkeit in der Stadt Riga Riga, 1883

11. Band. — Lieferung I Riga, 1883 53 + 40

Lieferung II Riga, 1885 25 ( 4 1 - 6 5 )

HI. Band. — Lieferung 1 Riga, 1884 V I + 1 2 3

Mecklenburg- Lieferung II. . . . · . . . · Riga, 1885 XX + 64 ( 1 2 4 - 1 8 7 ) Schwerin . . Beiträge zur Statistik Mecklenburgs. Zehnter Band, 1. und 2. Heft Schwerin, 1885 147

Niederlande • • Uitkomsten der zosde tienjarige Volkstelling in het Koningrijk der Nederlanden

op den een en dertigsten Decomber 1879 s'Gravenhage, 1881 176

. Nordbrabant VIII + 280

• Gelderland

,, .

VIH + 204

Zuidholland

VIII + 312

Noordholland I. I T H + 224 '

Zceland „' I T H + 1 8 2

Utrecht · r VHI + 123

Priesland • „ VITI + 1 1 2

Ovorijssel V I T I + 108

(17)

B i b l i o g r a p h i e d e r j ü n g s t e n C e n s u s l i t e r a t u r . (Fortsetzung).

Niederlande • . Groningen s'Gravcnhage, 1881 VIH + 1 2 3

Drenthe

s'Gravcnhage, 1881

A" III + 72

Limburg VIII + 202

Norwegen . · • .Resultatern af Folketaellingen i Norge 1 Januar 1876

1 sto Hefte 70 + VH

2 dot Hefto Kristiania, 1879 68 ( 7 1 - 1 3 8 )

8 die Hof to 250 ( 1 3 9 - 3 8 8 )

Oesterreich • • Oostcrreiehiselio »Statistik. .

T. Band. - 1. Hoft Wien. 1882 231

2. Hoft : 121

3. Hoft ?? 357

n . Band. 1. Heft 565

2. Heft ft 79

V. Band. 3. Hoft Wien, 1884 1.X XIV + 81

Oldenburg . · • Statistische Nachrichten über das Grossherzogthum Oldenburg. — Neunzehntes Heft Oldenburg, 1882 323 Portugal · • . Estatistica de Portugal. — Populaqao. — Ccnso no 1. de Janeiro 1878 Lisboa, 1881 XL + 438 Preussen . . . Proussisehe Statistik LXYI. — Die definitiven Ergebnisse der Volkszählung vom

1. December 1880 . . . i Berlin. 1883 LXXXV1II + 1 2 3

Sachsen . . . . Zeitschrift des königlich sächsischen statistischen Bureaus.

XXVII. Jahrgang 1881. S. 1—182 und 204 - 231 .' . . . Dresden, 1881 182 + 28 XXVIII. Jahrgang 1882. S. 2 0 1 - 2 1 8 Dresden, 1882 18

XXIX. Jahrgang 1883. S. 110—150 Dresden, 1883 41

Kalender und statistisches Jahrbuch für das Königreich Sachsen.

Jahrgang 1883. S. 7 - 1 2 ' Dresden, 1882 6

Jahrgang 1885. S. 15 Dresden, 1884 1

Schottland . . . Ninth decennial Census of the population of Scotland taken 4 April 1881.

Vol. I Edinburgh, 1882 XVI + 351

Vol. TT Edinburgh, 1883 LX1H + 914

(18)

Schweden . . • Bidrag tili Sveriges offieiela Statistik. A) BefolkningsstatLstik.

N y följd. XXII: 2 Stockholm, 1883 XXI + 215

XXII: 3 Stockholm, 1885 LXU + 1 0 8

Schweizerische Statistik. LI Bern, 1881 XLIX 296

LYI Bern, 1883 XXIX + 1 9 2

Schweiz . . . . Schweizerische Statistik. LIX Bern, 1884 . XLVH + 1 8 4

Serbien . . . . Statistique de la Serhie. — IX vol. (S. 1—153) Belgrade, 1879 153

Spanien . . . . Resultados generales del Censo de la población de España, según el empadro-

namiento hecho en 31 de diciembre de 1877 Madrid, 1879 viii: + 601

Censo de la población de España, según el empadronamiento hecho en 31 do diciembre

de 1877 •

Tomo 1 XXXV + 839

Tomo II Madrid, 1884 X V I + 813

Thüringen . . . Das Ergcbniss der Volkszählung vom 1. December 1880 im Grossherzogthume Sachsen, im Hcrzogthume Saehsen-Altenburg und in den Pürstontliiimern Sehwarzburg-Sondershausen, Sehwarzberg-Rudolstadt, Reuss älterer Linie

und Reuss jüngerer Linie Weimar, 1882 VI + 1 3 6 .

Ungarn . . . . A magyar korona országaiban az 1881 év elején végrehajtott népszámlálás ered-

ményei ndnielv hasznos házi állatok kimutatásával együtt. I Budapest, 1882 XXX + 826

n ·. . . Budapest, 1882 416

Vereinigte Tenth Census of the United States, 1880.

S t a a t e n von Vol. I. Statistics of the population of the United States at the tenth Census Nord-Amerika . · (June 1. 1880)

Vol II. Report on the manufactures of the United States at the tenth Censué (June 1. 1880)

Vol. IV. Report on the agencies of transportation in the United States . .

Washington, 1883 LXXXIX + 961 XLIX + 1198 869

Vol. V. Report on cotton production in the United States. Part I Washington, 1884 924 Vol. VI. Report on cotton production in the United States. Part H S48

(19)

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika

Württemberg

Vol. VII. Report on valuation, taxation, and public indebtedness in the United States

Vol. VUi. The newspaper and periodical press.-Alaska: its population, industries, and resources. — The seal-islands of Alaska. — Ship-building in-

dustry in the United States ;·

Tenth Census of the United States, 1880.

Vol. J X Report on the forests of North-America (exclusive of Mexico) . . Vol. X. Production, technology, and uses of petroleum and its products. — The manufacture of coke. — Building stones of the United States and statistics of the quarry industry for 1880

Vol. XI. Report on the mortality and vital statistics of the United States.

Part I . . ' . . · ' Vol. XLU. Statistics and technology of the precious metals

Vol. XIV. The United States mining laws and regulations thereunder and state and territorial mining laws, to which arc appended local mining rules and regulations

Vol. XVI. Reports on the water-power of the United States. Part I. . . . Vol. XVIII. Report on the social statistics of cities. Part I

Vol. XX. Report on the statistics of wages in manufacturing industries with supplementary reports on the average retail prices of necessaries of life and on trades societies, and strikes, and lockouts

Report on the productions of agriculture as returned at the tenth Census (June 1.1880) Statistics of the population of the United States by states, counties and minor civil

divisions . . . Compendium of the tenth Census (June 1. 1880) Part I. II

Wiirttembergisehe Jahrbücher für Statistik und Landeskunde.

Jahrgang 1881. S. 5 8 8 - 6 1 5 Jahrgang 1882. S. 123—139

Washington, 1884

Washington, 1884

Washington, 1884 Washington, 1885

Washington, 1886

Washington, 1886 Washington, 1883 Washington, 1881 Washington, 1883 Stuttgart, 1881 Stuttgart. 1881

X -+- 909

446. V f + 189;

(VI + 188; V I + 276 I X + 612

I III + V I I I + 319;

V + 1 1 4 ; X 1 I I + 4 1 0 LXQI + 767 XIV + 541

IX + 705 874 VII + 915

i X X X I V + 571;

\ V I I + 1 1 7 ; V + 29 1149

LXXXIX + 375 LXXVI + XXXIX + I X + 1771

28 17

(20)

21'

II.

Schematischer Auszug der jüngsten Censnswerke von 36 Staaten.')

Argentinische Republik.

In der Argentinischen Republik ist unseres Wissens nur die Provinz Buenos-Aires (526.581 Einwohner) einer deniographi sehen Zählung unter- worfen worden, und zwar am 9. Oetober 1881. Dieselbe erstreckte sich gleich dem nordamerikanischen Census auf eine beträchtliche Reihe von wirtschaftlichen und administrativen Erhebungen, die in den Rahmen der europäischen Oensus-Operationen nicht aufgenommen zu werden pflegen. So z. B. auf den AVerth des Bodens, auf die Bewirthschaftungsart, die Arbeits- löhne, die Statistik der Vereine, Bibliotheken, Hospitäler, Theater, ferner auf das Gebiet der Industrie-Statistik sammt Angabe der consumirten und producirten AVerthe etc. Die Resultate dieser überaus werthvollen Erhebung sind in einem stattlichen Poliobande bereits im Jahre 1883 veröffentlicht worden. Die uns interessirenden Resultate sind in der fünften Abtheilung des vierten Capitels (S. 226—292) enthalten und geben über die nach- folgenden Verhältnisse Aufschluss:

G e b ä u d e (bewohnte und unbewohnte nach Stockwerken) nach Art der Bedachung ausgewiesen (Tab. A7ni);

A n z a h l der H a u s h a l t u n g e n (Tab; VHI);

S t a a t s a n g e h ö r i g k e i t nach G e s c h l e c h t . (Tab. IX);

A l t e r nach folgenden Altersclassen: 0—1, 1, 2, 3, 4, 5, 6—9, 10—14, 15—20, 21—30, 31—40, 41—50, 51—70, 71—100, über 100 Jahre und unermittelt nach Geschlecht, mit Unterscheidung der Inländer von den

Ausländern (Tab. XXI); * A n a l p h a b e t e mit Unterscheidung der Inländer und Ausländer nach

Stadt und Land (Tab. XII);

C i v i l s t a n d (Ledige, Verheiratete, Verwitwete) nach Geschlecht, mit Unterscheidung der Inländer von den Ausländern (Tab. XIU);

W a i s e n k i n d e r (vaterlos, mutterlos, elternlos) nach Geschlecht (Tab. XIX, S. 284); '

G e b r e c h l i c h e (B)inde, Taubstumme, Geisteskranke, Blödsinnige) ohne Unterscheidung des Geschlechtes, ferner Invalide (Soldaten, Sonstige, letztere nach Geschlecht) (Tab. XlX, S. 286);

') In diesem Auszug ist blos die Aufarbeitung der rndividual-Angaben sowie der auf die Familien (Haushaltungen) Bezug habenden aufgenommen. Das Beponillenient der Berufsstatistik wurde nicht, in Betracht gezogen. .

(21)

- S c h u l b e s u c h e n d e und S e h u l s ä u m i g e und Anzahl den Analfabcten unter den letzteren, nach Geschlecht mit Unterscheidung von Stadt und Land (Tab. XIX, S. 288);

I l l e g i t i m e K i n d e r unter 14 Jahren (Tab. XIX, S. 290).

Belgien.

Die Resultate der Volkszählung vom 31. December 1880 sind 1884 unter dem Titel: „Recensement général" erschienen. Der Tabellentlieil dieses voluminösen Grossquartbandes, von 1032 Seiten scheidet sieh in vier Abtheilungen, welche, wo nicht anders bemerkt ist, die Bevölkerungs- verhältnisse jeder einzelnen Gemeinde nachweisen.

I. Theil, Seite 1—175, enthält die Nach Weisung der faetischen und rechtlichen Bevölkerung, und zwar die Erste, je nachdem die Gezählten ihren Wohnort, und die Zweite, je nachdem sie ihren Aufenthaltsort in der Commune selbst, in Belgien oder im Auslande hatten. Beides nach Geschlecht.

Ueberdies ist die Anzahl der Häuser (bewohnt, unbewohnt), der ummauerten Grundstücke und der Haushaltungen angegeben. Mit Seite 158 beginnt eine Récapitulation nach Arrodissements mit Unterscheidung der Gemeinden mit unter und über 5000 Einwohnern.

Die nachfolgenden Tabellen bezieben sieb blos auf die rechtliche Be- völkerung.

n . Theil, Seite 178—469, gibt in seiner ersten, bis Seite 269 reichenden Tabellenserie die G e b ü r t i g k e i t der Bevölkerung, und zwar nach den obigen drei Kategorien, mit Unterscheidung des Geschlechtes, an. Die mit Seite 256 beginnende, „Origines des habitants" überschriebene Tabellenserie enthält eine blosse Wiederholung der bereits im Vorhergebenden enthaltenen An- gaben, nur dass jene Gemeinden, in denen weniger als 100 Personen aus- ländischer Gebürtigkeit vorßndlich sind, in eine Gesammtziffer zusammen- gefasst erscheinen. Die eigentliche Schlussrecapitulation findet sieh auf Seite 269. Der Nachtrag zu diesen Tabellen findet sieh von Seite 444 bis 469, indem daselbst die Rubrik des Auslandes folgenden Specificirungen unterzogen ist: Deutschland, Luxemburg, Frankreich, England, sonstiges Ausland.

Die nächste Tabellenserie dieses Tlieiies (S. 170) gibt die S p r a c h e n - s t a t i s t i k (Polyglottismus) der überzweijährigen Bevölkerung, nämlich nach Kenntniss der französischen, vlämischen, deutsehen Sprache und der sich hieraus ergebenden Oombinationen (nach Geschlecht) für jede einzelne Commune an. Die Récapitulation von Seite 423—443 enthält nach Arron- dissements die Unterscheidung der Gemeinden von unter und über 5000 Ein- wohnern.

Die i n . Abtheilung beschäftigt sich mit dem Nachweise des A l t e r s nach drei Alterseiassen (0—15,—55 und darüber), des G i v i l s t a n d e s (ohne Alter), der S c h r e i b k u n d i g k e i t (ohne Alter), all dies nach Geschlecht.

Diese Nachweisung reicht von Seite 472—644. und zwar in der Seite 628 bis

(22)

23' 643 reichenden Récapitulation mit Unterscheidung der Gemeinden von über und unter 5000 Einwohnern. Es schliessen sich hieran die von Seite 646 bis 911 reichenden Tabellen, welche ebenfalls die Verhältnisse des G'ivilstaudes und der Sclireibkundigkeit nach Geschlecht, zugleich in (Kombination mit dem 'Alter, nachweisen. In dieser Abtheilung wird auch das Alter nach einzelnen Jahren und für das erste Lebensjahr sogar nach Monaten und für das zweite nach Quartalen nachgewiesen. Die auf Seite 910 befindliche

Recapitulation für das ganze Königreich enthält also die eigentliche Alters- statistik Belgiens, die zwiscbenliegenden ausgedehnten Tabellen geben den Nachweis derselben demographisehen (Kombinationen für die über 5000 Ein- wohner zählenden Städte Belgiens. Die Recapitulation dieser grösseren Städte findet sieb auf Seite 906, aller kleineren Städte auf Seite 908.

Der IV. Theil enthält die Statistik der B e r u f s a r t e n nach Provinzen.

Der V. Abschnitt enthält die Statistik der einzelnen O r d e n s h ä u s e r mit Angabe der Bevölkerung, wobei zwischen in Belgien und im Auslande Geborenen unterschieden wird.

Bulgarien.

Die erste Volkszählung Bulgariens fand am 1. Jänner 1881 statt und erstreckte sich gleich auf ein ziemlich ausgedehntes Erhebungsgebiet, indem ausser Volkszabl und Geschlecht auch noch Alter, Oivilstand, Con- fession, Nationalität und Staatsangehörigheit erhoben wurden. Die vor- läufigen Resultate, welche sich auf eine gemeindeweise Naehweisung des Geschlechtes (mit Unterscbeidung des Militärs), der bewohnten Häuser und der Haushaltungen bezogen, erschienen im Jahre 1881.

Die endgiltigen Ergebnisse sind noch nicht veröffentlicht worden, wohl aber erschien im Jahre 1884 ein Heft, welches über den Oivilstand (vier Kategorien nach Geschlecht), die Gonfessionen (nach Geschlecht), die Nationalitäten (Bulgaren, Türken, Walachen, Zigeuner; nach Geschlecht), das Alter (0—5, 6—10, 11—15, 16—20, 21—30, 31—40, 41—50, 51—60.

Uber 60 Jahre, unermittelt; nach Geschlecht), dem Geburtsort (Bulgarien, Thracien und-Macédonien, andere Staaten, unermittelt; nach Geschlccht) und über die Staatsangehörigkeit (Bulgarien, andere Staaten, unermittelt;

nach Geschlecht) Aufschluss gibt.

Dänemark.

Die letzte Volkszählung erfolgte anr 1. Februar 1880. Die Resultate siehe in „Statistisk Tabeivaerk, Fjerde Raekke, Litra A. Nr. 3". Das Werk enthält blos zwei Tabellen, nämlich die erste, welche den Oivilstand (vier Kategorien nach Geschlecht mit Unterscheidung von Stadt und Land) in Oombination mit den einzelnen Altersjaliren nachweist, und die Berufs- tabelle. In dein vorangelienden erklärenden Texte finden sieb aber noch folgende Nachweisungen: .

(23)

Vertheilung der Bevölkerung nach Stadt und Laud (S. XIV—XXXI);

Einzeln wohnende Personen (S. LXX);

Geburtsort nach Geschlecht (S. LXXXYI):

Confession nach Geschlecht (S. 0 ) ;

Gebrechen (Blinde. Taube, Taubstumme. Geisteskranke, Blödsinnige) in Combination mit dem Alter (unter 20, 20—40, 40—60, über 60 Jahre alt, unermittelt; nach Geschlecht) (S. CVI u. ff.).

Deutsches Reich.

Das Verhältniss der Beichsstatistik zu jener der einzelnen Staaten ist sowohl für die Erhebung als für die Aufarbeitung dahin geregelt, dass jene Gesichtspunkte, welche unbedingt Gegenstand der Erhebung zu bilden haben, von Reichswegeu festgestellt werden, wobei es den einzelnen Regierungen unbenommen bleibt, über diese Minimalforderungen hinausgehende Er- hebungen zu pflegen. Die nachfolgende, der „Statistik des Deutschen Reiches" entnommene Tabelle bietet eine synoptische Uebersieht der in allen Staaten des Deutschen Reiches zur Erhebung gekommenen Gesichts- punkte. (S. XXVn.) (Siehe die umstehende Tabelle S. 26 und 27.) '

Beziehentlich der Aufarbeitungs-Combinationcn ist den einzelnen Staaten für den grösseren Theil der Arbeit freie Hand gelassen: die an das reichsstatistische Bureau einzusendenden Angaben beschränken sieh nur auf folgende Uebersichten:

1. Flächeninhalt, bewohnte Gebäude, Haushaltungen und ortsanwesende

•Bevölkerung. ·

2. Die ortsanweseude Bevölkerung nach einzelnen Geburtsjahren.

(S. 76.)

3. Dieselbe nach dem Religionsbekenntnisse. (S. 248.)

4. Dieselbe nach dem Familienzustande in Combination mit fünfjährigen Lebensabschnitten. (S. 144.)

5. Dieselbe nach Geburtsstätten (S. 202). unter Specificirung der Gehurtsstaaten.

Ferner sind die Gemeinden von mindestens 2000 Einwohnern in einem eigenen Verzeichnisse, und zwar mit Angabe der Bevölkerungszahl nachgewiesen. (S. 30.)

Ueberdies sind die Ausweise über die Bevölkerung der Steuer-, Armee- corps- und Wahlbezirke ebenfalls dem kaiserlichen statistischen Bureau einzusenden.

Die Ergebnisse finden sich im LVH. Bande der „Statistik des Deut- sehen Reiches", und ist denselben eine werthvolle Zusammenstellung der für die meisten neuesten Volkszählungen in anderen Staaten massgebenden Bestimmungen voransgesendet. Die Statistik der Wahlbezirke ist in einer besonderen Arbeit, im Märzhefte 1882 der Monatshefte/ enthalten.

(24)

n 25

Preussen. · Die Ergebnisse finden sich im Band LXVI der preussischen Statistik.

Bezüglich des Systems der Aufarbeitung ist Folgendes zu bemerken:

Die Arbeit tlieilt sich in zwei Theile: der erste schreitet nach den unten folgenden Gesichtspunkten fort, und führt derselbe für jede Provinz, für jeden Regierungsbezirk, sowie für die Städte, während überdies die städtische Bevölkerung von der ländlichen getrennt wird, die folgenden Gesichtspunkte systematisch durch:

F l ä c h e , Gommuualverbände (Städte, Landgemeinden, Gutsbezirke);

Wohnstätten (bewohnte Gebäude, sonstige Wohnräume); Haushaltungen (Einzelhaushaltungen, Familienhaushaltungen und Anstaltshaushaltungen unter Specificirung der letzteren); factische Bevölkerung, Wohnbevölkerung (beide nach Geschlecht); active Militärpersonen (darunter Preussen). (Siehe S. 2.) Z u s a m m e n s e t z u n g der Haushaltungen nach Geschlecht (S. 10 und 18), Gebürtigkeit der Preussen (S. 27), der Deutschen (S. 34), der Ausländer (S. 40) nach Geschlecht. .

S t a a t s a n g e h ö r i g k e i t mit Specificirung der ausländischen Staaten (S. 44) nach Geschlecht.

O o n f e s s i o . n ohne Geschlecht (S. 46).

F a m i l i e n s t a n d (Ledige, Verheiratete, Verwitwete, Geschiedene) in fünfjährigen Altersclassen nach Geschlecht (S. 48).

A l t e r nach einzelnen Jahren (S. 80); erstes Lebensjahr nach Mo- naten (S. 112) mit Unterscheidung des Geschlechtes.

G e b r e c h l i c h e : blind, taubstumm und geisteskrank, sowie alle (Kom- binationen dieser Gebrechen mit der dreifachen Unterscheidung ob ange- boren, später erworben, ohne diesbezügliche Angabe, nach Geschlecht.

Der zweite Theil ist nach den einzelnen Kreisen geordnet und gibt für jeden derselben 'eine Uebersicht der wichtigsten Daten über das Areal, die Commuualverbände (Anzahl der Städte, Landgemeinden, Gutsbezirke), der Wohnstätten, der Haushaltungen, nach dem Aufenthaltsorte der Be- wohner, deren Zusammenleben, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Religions- bekenntnis«, wobei (S. 192—256) auch noch eine Unterscheidung zwischen Stadt- und Landgemeinden eintritt.

Drittens folgt ein Ortsverzeichniss mit Angabe der Bevölkerungszahl.

Bayern.

Die Resultate der Volkszählung vom 1. December 1880 sind theils in speeiellen Publicationen in den" „Beiträgen zur Statistik des Königreiches Bayern" niedergelegt, theils aber in zerstreuten Artikeln der Zeitschrift des k. bayerischen statistischen Bureaus enthalten.

.Von den Beiträgen enthält Nr. XXXXVI die nachfolgenden Er- hebungen :

C i v i l s t a n d : ledig, verheiratet, verwitwet, geschieden, nach Geschlecht (mit Unterscheidung des Militärs) und in Verbindung mit dem Alter (in

Ábra

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