Nach oben pdf Ursachen und Folgen von Ausbildungsabbrüchen

Ursachen und Folgen von Ausbildungsabbrüchen

Ursachen und Folgen von Ausbildungsabbrüchen

quote, danach folgen die Ausbildungsberufe der Hauswirtschaft mit 27,7 Prozent. In den freien Ausbildungsberufen liegt die Quote mit 25,5 Prozent nahe am Durchschnitt, wo- hingegen sie sowohl im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel mit 21,6 Prozent als auch in der Landwirtschaft mit 23,9 Prozent leicht unterdurchschnittlich ausfällt. Der öffentliche Dienst weist mit 6,4 Prozent die niedrigste Lösungsquote nach Zuständig- keitsbereichen auf. Betrachtet man die 20 Ausbildungsberufe mit den jeweils niedrigs- ten und höchsten Lösungsquoten, ergibt sich eine Spannweite von unter fünf Prozent bis ca. 50 Prozent. Berufe des Hotel- und Gaststättengewerbes, Dienstleistungsberufe aus den Tätigkeitsbereichen Reinigung, Transport und Körperpflege, sowie primäre Dienstleistungsberufe weisen Quoten von 40 bis 50 Prozent auf. Auch bei einigen Bau- berufen und Lebensmittelberufen des Handwerks liegen hohe Prozentzahlen vor. Ne- ben den Ausbildungsberufen des öffentlichen Dienstes weisen sekundäre Dienstleis- tungsberufe, aber auch technische Produktionsberufe der Industrie, Lösungsquoten unter acht Prozent auf. 45 Diese unterschiedlichen Lösungsquoten können einerseits aus der unterschiedlichen Vorbildung und Leistungsfähigkeit der Auszubildenden resultie- ren, andererseits ergeben sie sich auch aus der wahrgenommenen Attraktivität der Be- rufe hinsichtlich ihrer Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten, Vergütung und weiteren Er- werbschancen. 46 Einige Berufe mit Attraktivitätsproblemen aus Sicht der Jugendlichen weisen somit Schwierigkeiten bei der Besetzung der Ausbildungsplätze auf. Gerade bei diesen Berufen mit einem hohen Anteil an unbesetzten Ausbildungsplätzen ergibt sich auch eine hohe Vertragslösungsquote. 47 Die Unternehmensgröße wird im Rahmen der Lösungsquote durch die Berufsbildungsstatistik nicht erfasst, allerdings zeigen ver- schiedene Erhebungen, dass sie mit der zunehmenden Größe des Ausbildungsbetrie- bes deutlich abnimmt. Beispielsweise wurden 473 Ausbildungsbetriebe im Kammerbe- zirk der IHK Osnarbrück-Emsland über die Hintergründe vorzeitiger Vertragslösungen befragt. Bei dieser Befragung waren Kleinstbetriebe (1-9 Beschäftigte) mit einem Anteil von rund einem Drittel am häufigsten von Vertragslösungen betroffen, wohingegen Großbetriebe lediglich eine Lösungsquote von acht Prozent aufwiesen. 48 Auch bei einer bundesweiten Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung im Ausbildungsjahr
Mehr anzeigen

131 Mehr lesen

Das Sub-Prime-Virus: Ursachen und Folgen der Finanzkrise

Das Sub-Prime-Virus: Ursachen und Folgen der Finanzkrise

Vorbemerkung 1 Seit einigen Monaten werden die Finanzmärkte in aller Welt von einer tiefgreifenden Krise erschüttert. Manche Ereignisse, zum Beispiel die Insolvenz einer führenden In- vestmentbank wie Lehman Brothers oder das Austrocknen der Interbanken-Liquidität in Deutschland, schienen vor nicht allzu langer Zeit noch undenkbar. Eine vollständige und zweifelsfreie Identifi kation der Krisenursachen kann es sicherlich erst geben, wenn mehr zuverlässige Daten über die beteiligten Akteure an den Finanzmärkten und deren Trans- aktionen vorliegen. Im vorliegenden Beitrag wird daher versucht, Merkmale herauszustel- len, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bedeutsam für die Entstehung und Ausbreitung der Finanzkrise waren. Strukturiert wird das Vorgehen anhand von Fragen, die logisch den Weg von den Ursachen zu den Folgen nachvollziehen.
Mehr anzeigen

13 Mehr lesen

Ökonomische Ursachen und Folgen von Migration

Ökonomische Ursachen und Folgen von Migration

Einleitung Der vorliegende Beitrag schlägt einen Bogen von der Diskussion der ökonomischen Dimension von Zuwanderung und Integration bis hin zu den neuerdings in Österreich wie auch in Deutschland intensivierten Debatte um eine aktive Steuerung qualifizierter Zuwanderung. Es werden die ökonomischen Ursachen und Folgen von Migration anhand der Ergebnisse einer Reihe von Studien diskutiert und so die grundlegenden ökonomischen Zusammenhänge transparent und verständlich gemacht. 1 Ein solches Verständnis ist wichtig – nicht nur für die Formulierung von Politikmodellen, wie sie zuletzt Österreich mit der „Rot-Weiß-Roten Karte“ vorgenommen hat, sondern auch für deren Vermittlung in der Öffentlichkeit. Denn der Erfolg von Migrationspolitik bemisst sich auch am Grad der Zustimmung der einheimischen Bevölkerung zu etwaigen Politikmaßnahmen.
Mehr anzeigen

21 Mehr lesen

Pendeln oder umziehen? Ursachen und Folgen berufsbedingter räumlicher Mobilität in Deutschland

Pendeln oder umziehen? Ursachen und Folgen berufsbedingter räumlicher Mobilität in Deutschland

Bei der weiteren Untersuchung der Ursachen und Folgen räumlicher Mobilität ist es zweckmäßig zu berücksichtigen, dass sich die Bedeutung der unterschiedlichen Mobilitätsformen in den vergangenen Jahren verändert hat und neue Mobilitätsalternativen entstanden sind. Schneider et al. (2002a: 26f.) zeigen, dass Erwerbstätige in Mehrpersonenhaushalten daher nicht nur die Wahl zwischen Umzugs- und Pendelmobilität haben, wenn berufliche Mobilität erforderlich wird (vgl. auch Schneider et al. 2008: 33ff.): Ein Teil der Erwerbstätigen entscheidet sich vielmehr bewusst für eine multilokale Lebensweise (Kley 2009: 215; Petzold 2013). Wochenendpendler nutzen beispielsweise lediglich am Wochenende den Hauptwohnsitz und beziehen während der Arbeitswoche eine Zweitwohnung am Arbeitsort. Möglich sind aber auch Fernbeziehungen bzw. Partnerschaften mit getrennten Haushalten. Diese als living apart together bezeichnete Lebensweise ist nicht ausschließlich auf berufliche Mobilitätsanforderungen zurückzuführen, sondern kommt auch dann in Betracht, wenn innerhalb der Partnerschaft eine gewisse Unabhängigkeit erhalten bleiben soll. Schließlich existieren weitere Arten räumlicher Mobilität, die durch einen regelmäßigen Wechsel der Arbeitsorte und längere Phasen der Abwesenheit vom Wohnort gekennzeichnet sind. Ein derartiges Mobilitätsverhalten ist in vielen Fällen ein Merkmal bestimmter Berufsgruppen und beispielweise bei Fernfahrern oder Unternehmensberatern zu beobachten (Schneider et al. 2002a: 26f.). Obwohl diese Möglichkeiten die Entscheidung zur Migration und zum Fernpendeln beeinflussen können, sind kaum Studien verfügbar, die sich den entsprechenden Wirkungszusammenhängen widmen. Zwar existieren einige Querschnittsuntersuchungen, die die Unterschiede zwischen den Mobilitätsalternativen bestimmen (Schneider et al. 2002a; Schneider & Meil 2008), Längsschnittanalysen sind hingegen nicht verfügbar.
Mehr anzeigen

179 Mehr lesen

Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Formen und Folgen für die kindliche Entwicklung

Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Formen und Folgen für die kindliche Entwicklung

ren Schichten 89 häufig Streit und Unzufriedenheit in der Familie ausgesetzt sind. 90 Ein Mangel an emotionaler Konstanz und Sicherheit im Familienkontext können Folgen sein, denn ein negatives Familienklima wirkt sich oftmals auf den Erziehungs- und insbesondere Kommunikationsstil in Bezug auf die Kinder aus. 91 Die Untersuchung von Walper hat gezeigt, dass bei gleicher finanzieller Depriva- tion in Zwei-Eltern-Familien das Risiko negativer Kommunikation höher ist als bei Alleinerziehenden. Generell ist ein Zusammenhang zwischen sozialem Status und dem Bildungsniveau der Eltern einerseits und der Art der Kommunikation mit den Kindern andererseits zu konstatieren. In sozial schwachen Familien werden häufiger Entmutigungen in Form von Verboten und Missbilligungen als Ermuti- gungen bzw. Worte der Anerkennung ausgesprochen. 92 Auch die Zuwendung der Eltern spielt eine große Rolle – Kindern von arbeitslosen Eltern und Alleinerzie- henden wird diese laut einer direkten Befragung durchschnittlich weniger häufig zuteil als bspw. Kindern von Erwerbstätigen. 93 Zuwendung und der dadurch ver- mittelte Rückhalt in der Familie sind jedoch für eine gesunde Kindesentwicklung erforderlich, ebenso wie ein geregelter Tagesablauf, der Halt gibt und ein Gefühl von Sicherheit bzw. Geborgenheit vermittelt. 94 Häufig fehlen Erziehungsberech- tigten, die mit der Armutssituation überfordert sind und oftmals resignieren, derlei Fähigkeiten. Allzu selten sprechen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern über die Mangellage – Ursachen hierfür können Scham und ein Gefühl des Versagens sein.
Mehr anzeigen

108 Mehr lesen

Blockierte Politik: Ursachen und Folgen von "Divided Government" in Deutschland

Blockierte Politik: Ursachen und Folgen von "Divided Government" in Deutschland

Die Ursachen und die Folgen von Divided-Government-Konstellationen wurden in den entsprechenden Kapiteln dieser Untersuchung unabhängig von- einander betrachtet. Für die Leistungsfähigkeit des politischen Systems der Bun- desrepublik hat aber gerade ihre Verquickung und Rückkopplung dramatische Folgen. Wenn allseits ein großer Reformbedarf konstatiert wird, benötigt eine Regierung für die Durchsetzung möglicherweise einschneidender Veränderun- gen einen hohen autonomen Handlungsspielraum. Da jedoch radikale Refor- men, die insbesondere in der Sozialpolitik mit Einschnitten ins soziale Netz einhergehen, in der Regel ausgesprochen unpopulär sind, verschlechtern sich bei deren Durchführung zumeist die Zustimmungswerte einer Bundes regie- rung. Dies wiederum mündet in einem schlechten Abschneiden der Regierungs- parteien in Landtagswahlen und als Folge davon in divergierenden Mehrheits- verhältnissen im Bundesrat, also folglich genau in die Konstellation, die das Regierungshandeln tendenziell erschwert. Es besteht damit die begründete Be- fürchtung, dass das deutsche Regierungssystem ausgerechnet dann für die Bun- desregierung hinderliche Konstellationen hervorbringt, wenn die Gesellschaft eine Regierung bräuchte, die die notwendige Freiheit hat, grundlegende, mögli- cherweise unpopuläre Veränderungen durchzusetzen. Im Extremfall steht damit eine Regierung in wirtschaftlichen und fi nanziellen Krisenzeiten vor folgendem Dilemma: Untätigkeit verschlechtert die Situation weiter und führt zur Erosion der Machtbasis der an der Regierung beteiligten Parteien in den Ländern. Ein umfassender Reformkurs kann die Zustimmung zur Amtsführung dramatisch schwächen, was dann ebenfalls zu Wahlniederlagen in den Ländern führt. Diese Systematik könnte nur dann durchbrochen werden, wenn eine Regierung sich in Krisenzeiten als exzellenter Krisenmanager profi lieren kann.
Mehr anzeigen

229 Mehr lesen

Russland-Krise: Ursachen, Folgen und Wege zu ihrer Überwindung

Russland-Krise: Ursachen, Folgen und Wege zu ihrer Überwindung

Rußland-Krise: Ursachen, Folgen und Wege zu ihrer Überwindung Die russische Währungskrise vom August 1998 ist der vorläufige Höhepunkt einer sich seit No- vember des vergangenen Jahres verstärkenden Krise der russischen Staatsfinanzen und des Ban- kensektors. Diese Krise entstand durch eine wach- sende kurzfristige Defizitfinanzierung und Speku- lationsgeschäfte der Banken. Gefördert wurde beides durch die Geldpolitik der Zentralbank, die nicht nur hohe, sondern zuletzt sogar steigende Realzinsen in Kauf nahm, um den Wechselkurs zu stabilisieren. Dieses Ziel wurde zunehmend un- realistisch, weil die Exportpreise für Rohstoffe im Gefolge der Krisen in Asien sanken und zu einem Defizit in der Leistungsbilanz führten. Die not- wendigen Reformen der öffentlichen Finanzen und des Bankensektors sind über Jahre hinweg durch den grundlegenden Konflikt zwischen Regierung und Parlament einerseits und zwischen Regierung und Regionen andererseits verhindert worden. Dies alles bewirkte, daß sich die russische Wirt- schaft bis heute nicht erholte. Das seit 1996 lang- sam gewachsene Vertrauen in die russische Wäh- rung ist nun wieder verloren gegangen. Die Flucht aus dem Rubel, seine Abwertung und die Anstren- gungen der russischen Regierung, die Liquidität des Bankensektors zu sichern, werden wieder zu einer starken Beschleunigung der Inflation führen, die in eine Hyperinflation münden könnte. Es gibt auch erste Auswirkungen der russischen Krise auf mittel- und osteuropäische Länder in Form eines Abzugs von Kapital, weil institutionelle Anleger diese Länder in eine ähnliche Risikoklasse wie Rußland einordnen. Diese Länder müssen die Re- aktionen der eigenen Aktien- und Devisenmärkte als Warnsignal sehen und die Reformen im Ban- kensektor beschleunigen, um robuster gegenüber einer Ansteckung zu werden. Manche Länder wer- den auch eine größere Bandbreite für ihre Wech- selkurse in Erwägung ziehen müssen. Vor allem kommt es aber darauf an, daß Rußland selbst alle Anstrengungen unternimmt, die Krise zu überwin- den. Das gegenwärtig diskutierte Currency Board ist dazu keine Lösung, weil es Rußland derzeit noch empfindlicher gegenüber einem weiteren Verfall der Weltmarktpreise für Rohstoffe machen würde. Die Bekämpfung der drohenden Hyper-
Mehr anzeigen

12 Mehr lesen

Subjektive Prekaritätswahrnehmung: soziale Ursachen und Folgen

Subjektive Prekaritätswahrnehmung: soziale Ursachen und Folgen

Prekarität bezieht sich auf gefährdete Teilhabe und damit auf eine Situation, in der die sozioökonomische Teilhabe nicht (mehr) gewährleistet ist bzw. als unsicher wahrgenommen wird. Die subjektive Wahrnehmung von Prekarität ist daher zum einen durch die Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen und zum anderen durch die Sorge um drohende Verluste charakterisiert. Neben dem wissenschaftli- chen Diskurs über prekäre Lebens- und Arbeitsbedingungen, der sich in den letzten 20 Jahren in den Industriestaaten entwickelt hat, zeugen der Eingang des Prekari- tätsbegriffs in den alltäglichen Sprachgebrauch sowie mediale, arbeits- und sozial- politische Diskurse von der zeitdiagnostischen und lebensweltlichen Relevanz der Untersuchung prekärer Lebensbedingungen. In der gesellschaftlichen Selbstwahr- nehmung werden primär gesellschaftliche Spaltungstendenzen und die Zunahme von Prekaritätsrisiken für bislang abgesicherte Bevölkerungs- oder Beschäftigungs- gruppen (z. B. Mittelschichten, Stammbelegschaften) problematisiert. Im lebenswelt- lichen Kontext spielen vornehmlich Sorgen eine Rolle, die sich auf die Sicherheit des Arbeitsplatzes, die eigene wirtschaftliche Situation oder die eigene soziale Absi- cherung richten. Diese Wahrnehmung der eigenen Prekarität steht im Fokus des vorliegenden Kapitels. Dabei erfolgt eine Konzentration auf die Untersuchung von Ursachen und Folgen selbst wahrgenommener Beschäftigungs- und Einkommens- prekarität.
Mehr anzeigen

34 Mehr lesen

Mineralölmärkte ohne Gleichgewicht: Ursachen, Folgen und Abhilfe volkswirtschaftlicher Fehlsteuerungen

Mineralölmärkte ohne Gleichgewicht: Ursachen, Folgen und Abhilfe volkswirtschaftlicher Fehlsteuerungen

der Bundesrepublik Deutschland die Ausw irkun­ gen von „W in d fa ll-P ro fits “ n eutralisiert oder ihre Entstehung unterbunden. Durch die verschiede­ nen Systeme w ird [r]

7 Mehr lesen

Sexualisierte Gewalt als Kriegsphänomen: eine Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und den individuellen Folgen

Sexualisierte Gewalt als Kriegsphänomen: eine Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und den individuellen Folgen

ckelt wurde, da man Symptome von PTBS bei Therapeuten und Angehörigen entdeckte, ist dieses Konzept auch auf Frauen, die von sexualisierter Kriegsgewalt betroffen sind, zu übertragen. So zeigen die Erfahrungen der Therapeutin Vera Folnegovic-Smalc, die rund 30 Kriegsvergewaltigungsopfer in Zagreb behandelte, dass besonders in Fällen von Gruppenvergewaltigungen während des Krieges in Bosnien, bei vielen der unfreiwilli- gen Zuschauer, also die die Vergewaltigungen nur passiv miterlebt haben, ähnliche psy- chiatrische Befunde zu beobachten sind, wie bei den primären Opfern. Bei den sekundär traumatisierten Frauen oder Männern sind die psychiatrischen Auffälligkeiten zum Teil sogar stärker ausgeprägt als bei den primär traumatisierten (vgl. 1993, 219f.). Eine Frau, die Auffälligkeiten in Form einer Psychose entwickelte, hatte der Vergewaltigung ihrer Tochter beiwohnen müssen. So kommt Folnegovic-Smalc zu dem Schluss, dass die „emotionale Bindung an das direkte Vergewaltigungsopfer die Intensität der psychi- schen Dekompensation des indirekten Opfers entscheidend beeinflußt.“ (ebd., 225). Das Konzept der sekundären Traumatisierung ist also nicht nur insofern für diese Arbeit relevant, weil Menschen, die in ihrem Beruf mit traumatisierten Frauen in Kontakt tre- ten; sondern auch insofern, weil psychischen Folgen sexualisierter Kriegsgewalt bei indirekt Betroffenen zu beobachten sind und somit sexualisierte Gewalt in Kriegen wei- ter reichende Folgen hat, als vielleicht zunächst angenommen.
Mehr anzeigen

79 Mehr lesen

Kinderarmut in der Bundesrepublik Deutschland : Ursachen, Folgen und der Einfluss des Wohlfahrtsstaates

Kinderarmut in der Bundesrepublik Deutschland : Ursachen, Folgen und der Einfluss des Wohlfahrtsstaates

Berufsausbildung oder kein Hochschulabschluss vorliegt. In Deutschland hat 2008 fast die Hälfte (47%) 2 der Personen mit Migrationshintergrund keinen beruflichen Abschluss, während dies für nur ein Fünftel der Deutschen ohne Zuwanderungshintergrund zutrifft (vgl. Statistische Bundesamt 2010: 8). Dass Personen mit Migrationshintergrund geringere Kompetenzen aufweisen und es dem deutschen Bildungssystem nur unzureichend gelingt, mit sozialer und ethnischer Vielfalt umzugehen, verdeutlichen die Befunde der PISA-Studie 2006. Die Auswertung zeigt, dass diese Jugendlichen deutlich schwächere Leistungen erzielen als die Vergleichsgruppe ohne Migrationshintergrund und die Disparitäten unter anderem auf außerschulische Faktoren, wie dem sozioökonomischen Status der Herkunftsfamilie, zurückzuführen sind (vgl. Prenzel 2007: 28). Denn nach wie vor ist in Deutschland der familiäre Hintergrund einer der entscheidendsten Einflussfaktoren, wenn es um die schulischen Leistungen von Kindern und Jugendlichen geht. Indem Migranten das allgemein bildende Schulwesen durchschnittlich mit einer geringeren Zahl an Bildungsjahren sowie niedrigeren Bildungszertifikaten verlassen, haben sie entsprechende Nachteile auf dem Arbeitsmarkt, was sich in der hohen Arbeitslosenzahl der Personen mit Migrationshintergrund widerspiegelt. Denn gegenüber Personen ohne Zuwanderungshintergrund sind sie fast doppelt so häufig erwerbslos (vgl. ebd.: 238). Zudem nehmen Migranten häufiger gering bezahlte Arbeitsplätze ein und sind vermehrt auf unterster Hierarchiestufe konzentriert. 2008 waren von den erwerbstätigen Männern und Frauen mit Migrationshintergrund fast jede/r Zweite als Arbeiter oder Arbeiterin tätig ist, während unter den Deutschen ohne Zuwanderungshintergrund nur jede/r Vierte die Arbeiterposition einnahm (43% gegenüber 24%) (vgl. ebd.: 52). Infolge des eingeschränkten Zuganges zum Arbeitsmarkt bzw. ihrer Platzierung am Arbeitsmarkt, verdienen Migranten und Migrantinnen tendenziell weniger als Personen ohne Zuwanderungshintergrund. Die Ursachen für das geringere Haushaltseinkommen sind neben der höheren Konzentration in gering qualifizierten Tätigkeitsfeldern sowie der höheren Arbeitslosenquote auf den höheren Anteil an Nichterwerbspersonen zurückzuführen (25% gegenüber 18%) (vgl. ebd.: 238). Insbesondere zwischen den Frauen sind die Unterschiede bezüglich der Beteiligung am Erwerbsleben auffällig. Während 2008 rund 55 Prozent der Frauen mit nicht-deutscher Herkunft erwerbstätig waren, betrug dieser Anteil an den Frauen ohne Zuwanderungshintergrund knapp 70
Mehr anzeigen

44 Mehr lesen

Ursachen und Folgen mangelnder Rechtssicherheit und hoher Kriminalitätsraten in Lateinamerika

Ursachen und Folgen mangelnder Rechtssicherheit und hoher Kriminalitätsraten in Lateinamerika

Zu den sozialen Folgen von Gewalt und Kriminalität gehören mehr noch als die materiellen Kosten die Angst und die psychischen Nachwirkungen nicht nur bei den Opfern, sondern in der gesamten Gesellschaft. Diese Auswirkungen betreffen in Lateinamerika Gesellschaften, die bereits vor der ak- tuellen Gewaltwelle eine niedrige Kohäsion aufgewiesen haben. Kriminalität und Gewalt zerstören soziales Kapital und sind zugleich eine Folge geringer gesellschaftlicher Kohäsion. Soziales Kapital bezieht sich auf Merkmale sozialer Organisation, wie Netzwerke, Normen und soziales Vertrauen, die eine Abstimmung und Kooperation zum gegenseitigen Nutzen erleichtern. Die Gewalt und Kriminali- tät verringern das interpersonelle Vertrauen und die Zusammenarbeit in formalen und informalen sozialen Organisation. Das im internationalen Vergleich geringe interpersonelle Vertrauen in Latein- amerika könnte in einem Klima der Angst vor der Kriminalität weiter abnehmen. Nach Daten des
Mehr anzeigen

12 Mehr lesen

Infektiologische Ursachen und Folgen von Frühgeburt

Infektiologische Ursachen und Folgen von Frühgeburt

Als Schlussfolgerung kann also gesagt werden, dass eine antibiotische Therapie oft genug zum Überleben der Frühgeborenen beiträgt, Langzeitschäden und -folgen allerdings nicht ausgeschlossen werden können. Befolgt man z.B. bei einer GBS – Infektion der Neugeborenen die AWMF Leitlinie zur Prophylaxe der Neugeborenensepsis durch B-Streptokokken 7 strikt, führt dies zu einer Übertherapie der Kinder. Durch eine genaue Einhaltung der Labormesswerte würden zu viele Neugeborene unsinnigerweise auf Intensivstationen aufgenommen, somit von ihren Müttern getrennt und einer antibiotischen Therapie unterzogen, die dies gar nicht nötig hätten. Dies zieht nicht nur für das einzelne Kind negative Folgen nach sich, sondern auch für den Rest der Bevölkerung mit Antibiotikaresistenzen und Kosten. Deswegen sollte die eventuell notwendige Anwendung und Dosierung der Medikamente vor Verabreichung streng geprüft werden. Schmid schrieb dazu in seiner Dissertation, dass bei strenger AWMF – Leitlinien Beachtung „das deutsche Gesundheitssystem pro Jahr mit mehr als 300 Millionen Euro zusätzlich ohne nachweisbaren Nutzen belastet werden“ könnte 142 . Somit wäre es vielleicht besser, den klinischen Zustand des Kindes zu beurteilen und sich nicht nur auf Labordaten zu verlassen um über die Einleitung einer frühzeitigen Therapie zu entscheiden. Andererseits zeigen die im Klinikum Großhadern erhobenen Daten, dass 60 Neugeborene ohne einen positiven Befund Antibiotikum erhielten, und 5 Kinder, die eine positiven Befund hatten bekamen dagegen keine Medikation. Diese Diskrepanzen in Therapie und Diagnose müssen dringend behoben werden, eventuell mit PCR – Verfahren statt Kulturen, oder einer spezialisierten Schulung des Personals, nach welchen klinischen Gesichtspunkten ein Neugeborenes einer antibiotischen Therapie bedarf.
Mehr anzeigen

91 Mehr lesen

Die internationale Finanzmarktkrise - Was sind die Ursachen und wirtschaftlichen Folgen der Krise, und was bringen die Rettungsmaßnahmen?

Die internationale Finanzmarktkrise - Was sind die Ursachen und wirtschaftlichen Folgen der Krise, und was bringen die Rettungsmaßnahmen?

Unbestreitbar ist, dass die Umweltprämie zu einer kurzfristigen Belebung der Automobilbranche geführt hat, jedoch nur, solange die Prämie gezahlt wurde. Langfristig wurden durch diese Maßnahme keine Arbeitsplätze gesichert. Die Folgen, die dieses radikale Abschöpfen des Marktes für die Zukunft hat, lassen sich noch nicht abschätzen. Durch den Vorzieh-Effekt wurden im Jahr 2009 viele Neuwagenkäufe getätigt, die sich sonst auf die nächsten Jahre verteilt hätten. Dies wird die Branche in jedem Fall spüren. Darüber hinaus ist mit einem allgemein gestiegenen Anspruchsdenken zu rechnen. Durch die Umweltprämie wurde deutlich, welche Rabatte möglich sind. Es ist daher davon auszugehen, dass viele dieser Rabatte auch in Zukunft eingefordert werden. Wahrscheinlich werden viele Konsumenten aufgrund des Autokaufes andere Anschaffungen verschieben oder gar nicht erst tätigen (vgl. Berger, 2009). Ferner hat die Prämie das Preisgefüge am Gebrauchtwagenmarkt verändert. Gebrauchte Fahrzeuge konnten nur noch mit erheblichen Rabatten Käufer finden (vgl. Dudenhöffer, 2009, S. 217).
Mehr anzeigen

60 Mehr lesen

Die internationale Finanzmarktkrise – Was sind die Ursachen und wirtschaftlichen Folgen der Krise, und was bringen die Rettungsmaßnahmen?

Die internationale Finanzmarktkrise – Was sind die Ursachen und wirtschaftlichen Folgen der Krise, und was bringen die Rettungsmaßnahmen?

Sucht man nach den Wurzeln der Krise, so findet man sie auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt für zweitklassige Hypothekenkredite. Nach einem jahrelangen Boom am US-Immobilienmarkt nahm die bisher schlimmste Krise mit dem Platzen der Immobilienblase dort ihren Lauf. Nach und nach wurde deutlich, dass nahezu alle Länder in den Sog dieser Krise gezogen wurden. Auch Deutschland blieb nicht verschont. Um der Finanzmarktkrise entgegenzuwirken, wird auf Keynesianische Konzepte zur Überwindung von Wirtschaftskrisen zurückgegriffen. Alleine die G-20- Staaten haben für die Jahre 2008 bis 2010 Konjunkturpakete in Höhe von bisher 1,13 Billionen Euro beschlossen. Dies sind etwa 2,6 % des Bruttoinlandproduktes (BIP) weltweit (vgl. Sinn, 2009, S. 232). Wenngleich das „Horrorjahr“ 2009 mit weltweit massiven wirtschaftlichen Einbrüchen vorbei ist, sind die Folgen der Krise noch nicht überstanden. Viele Volkswirtschaften haben zwar das Tal durchschritten, der wirtschaftliche Aufstieg wird aber steinig und lang.
Mehr anzeigen

59 Mehr lesen

Unerwiderte und glückliche Liebe im Vergleich  - die Suche nach Ursachen, Folgen und Grenzüberschreitungen

Unerwiderte und glückliche Liebe im Vergleich - die Suche nach Ursachen, Folgen und Grenzüberschreitungen

In dieser Studie zeigen einige unerfüllt Verliebte, die sich stark durch nonverbale Signale des Wunschpartners ermuntert fühlen, zusätzlich die Tendenz auch das Unverständnis [r]

73 Mehr lesen

Beautycheck - Ursachen und Folgen von Attraktivität

Beautycheck - Ursachen und Folgen von Attraktivität

So verwundert es auch nicht, dass unter den Gesichtern, die von den Mitarbeitern der Modelagentur als geeignet für ein Model bezeichnet wurden, 87,5% (14 von 16) gemorphte Computergesi[r]

97 Mehr lesen

Zur zukünftigen Verkehrsentwicklung an den deutschen Flughäfen: Ursachen und Folgen divergierender Wachstumsperspektiven

Zur zukünftigen Verkehrsentwicklung an den deutschen Flughäfen: Ursachen und Folgen divergierender Wachstumsperspektiven

Nach 2008 geht die Zahl der regelmäßigen Verbindungen an den Sekundärflughäfen um etwa 23 % zurück, während an den großen Flughäfen das Angebot weiter ausgeweitet wird.. Unterschiedlic[r]

15 Mehr lesen

Sozialpolitik per Tarifvertrag: Ursachen und Folgen der Vertariflichung sozialer Sicherung

Sozialpolitik per Tarifvertrag: Ursachen und Folgen der Vertariflichung sozialer Sicherung

Ich möchte in diesem Beitrag den Blick auf einen weiteren, daran anknüpfenden Trend sozialstaatlichen Umbaus lenken: die Vertariflichung sozialer Sicherung. Darunter verstehe ich die zunehmende Überantwortung der Wohlfahrtsproduktion an die kollektiven Akteure des Systems der industriellen Beziehungen, also an eine Aushandlungs- und Gestaltungsebene, die sich durch ihre Eigengesetzlichkeiten von Sozialstaatlichkeit ebenso deutlich unter- scheidet wie vom Handeln individueller Akteure auf Wohlfahrtsmärkten. Die Beteiligung der Tarifpartner an der Wohlfahrtsproduktion ist für sich genommen nichts Neues. Neu ist, dass die von Tarif- und Betriebsakteuren ausgehandelten Elemente sozialer Sicherung vermehrt substitutiv statt komplementär zu sozialstaatlichen Leistungen fungieren sollen (Bispinck 2012). Im vorliegenden Beitrag wird es nicht um die – triviale, aber keineswegs belanglose – Tatsache gehen, dass in den Genuss tariflicher und betrieblicher Sozialpolitik nur kommt, wer überhaupt und hinreichend lange als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer im Geltungsbereich entsprechender Regelungen beschäftigt ist; dass also diese Form nicht- staatlicher Sozialpolitik auf Arbeitsmarkt-Insider beschränkt bleibt und insofern hochgradig selektiv ist. Mir geht es vielmehr um die Folgen der Vertariflichung sozialer Sicherheit für die potentiell begünstigten Arbeitsmarkt-Insider selbst, um deren Handlungsoptionen vor dem Hintergrund strukturellen Wandels, um verteilungspolitische Effekte und um die Konsequenzen, die sich daraus langfristig für den Gestaltwandel des Sozialstaates ergeben. Insbesondere möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die Refunktionalisierung des Arbeitsvertrages für Fragen der sozialen Absicherung, auf die die Vertariflichung sozialer Sicherung letztlich hinausläuft, zwar einer Stärkung lohnarbeitszentrierter Sozialleistungen gleichkommt, dadurch aber zugleich die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich der bundes- deutsche Sozialstaat zu einem Grundsicherungssystem entwickelt.
Mehr anzeigen

29 Mehr lesen

Frauen in prekären Lebenslagen : eine Analyse der Ursachen und Folgen der Armutsgefährdung von Frauen

Frauen in prekären Lebenslagen : eine Analyse der Ursachen und Folgen der Armutsgefährdung von Frauen

Die vorliegende Bachelor Arbeit beschäftigt sich mit diesem Thema und geht der Fragestellung nach, inwieweit Frauen stärker von Armut betroffen sind als Männer. Sie beschreibt in Kapitel 3 das Ausmaß von Armut bei Frauen und identifiziert ihre Lebenslagen. Darüber hinaus werden in Kapitel 4 Ursachen und Wechselwirkungen aufgezeigt und analysiert, welche zu einem spezifischen weiblichen Armutsrisiko beitragen und dieses erhöhen. Schlussendlich werden diese Erkenntnisse in Kapitel 5 an die Soziale Arbeit als Profession rückgekoppelt und als bezeichnende Aufgabe herangetragen. Es werden Überlegungen zum konkreten Umgang mit diesem Wissen dargetan und Handlungsempfehlungen erörtert.
Mehr anzeigen

49 Mehr lesen

Show all 1467 documents...