Mutter-Kind-Beziehung

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Soziologische Überlegungen zur Struktur des bürgerlichen Typus der Mutter-Kind-Beziehung

Soziologische Überlegungen zur Struktur des bürgerlichen Typus der Mutter-Kind-Beziehung

Zug der bürgerüchen Mutter-Kind-Beziehung und Mutterhebe verwiesen, der strukturell besonders fol¬ genreich ist: ihre Exklusivität nämlich und ihren emotionalen Primatsanspruch. Das heißt zum einen: eine Mutter kann im VoUsinne nur ihre eigenen Kinder lieben; liebte sie andere mehr, hinge sie stärker an .fremden' Kindern, so hieße das zwangsläufig, daß die für sie primär relevante Beziehung zu den eigenen Kin¬ dern ,nicht intakt' oder .gestört' ist. Zum anderen aber und vor allem zeigt sich der Primatsanspruch in der Gegenrichtung: nicht nur, daß sie die Kinder hebt, ist wichtig, sondern vor allem, daß sie von diesen geliebt wird, und zwar: wie von
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Die Familie in der DDR und ihr Einfluss auf die Mutter-Kind-Beziehung

Die Familie in der DDR und ihr Einfluss auf die Mutter-Kind-Beziehung

Eine Gruppe von Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern haben ehemalige Krippenkinder interviewt. Viele sagten, dass sie von ihren Eltern erfahren haben, dass sie nicht aus persönlicher Überzeugung in der Krippe abgegeben worden sind, sondern dem Druck der DDR nachgegeben wurde. Andere sagten, dass die Mütter oft überfordert waren und sie ihre Kinder zur Krippe gebracht haben und dies als hilfreiche Entlastung gesehen haben. Viele der Interviewten waren Teil des Erzie- hungsprogramm und sagten, dass eine strikte Gehorsamkeit gefordert worden ist und dass sie auch noch heute in ihrem Beruf davon behindert werden, ihre Meinung nicht sagen zu können. Auch berichten viele von einer fehlenden Mutter-Kind-Beziehung, geschweige denn von einer intakten Vater -Kind-Beziehung, da dieser nie viel zu Hau- se gewesen sei. Durch die frühe Abgabe der Kinder war der Verlust der primären Bezugsperson enorm und konnte auch nicht im weiteren Lebensabschnitt wieder hergestellt werden. Die Kinder litten häufig an rezidivierenden Erkrankungen, was teilweise bis zur Krippenuntauglichkeit geführt habe. Kinder, die später als ein Jahr aufgenommen worden sind, berichten nicht über solche Erkrankungen. Des Weite- ren wird berichtet, dass viele bis hinein ins Erwachsenenalter an psychosomatischen Auffälligkeiten leiden und dem Alltagsstress nicht gewachsen sind. Dies führen die Befragten zurück auf die Folgen der frühen Trennung von der Bezugsperson. Auch die Kinder von damals, die heute selber Kinder haben, sind der Meinung, dass sie sich oft überlastet fühlen und weisen auch seelische und körperliche Beschwerden auf, die zum Ausdruck bringen, dass sie mit der frühen Trennung überfordert waren und dadurch schmerzhafte Erinnerungen an ihre Kindheit haben. (Ulrich T. Egle 2002, S. 411-434)
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Die Bedeutung des mütterlichen Selbstvertrauens für die Mutter-Kind-Beziehung bei frühkindlichen Regulationsstörungen / eingereicht von Nora Schmidjell

Die Bedeutung des mütterlichen Selbstvertrauens für die Mutter-Kind-Beziehung bei frühkindlichen Regulationsstörungen / eingereicht von Nora Schmidjell

Als erster Punkt sei hier die starke psychische Belastung bzw. die weite Verbreitung psychiatrischer Diagnosen der Mütter in der klinischen Stichprobe genannt. Etwa 60% der Mütter der Gesamtstichprobe litten zum Zeitpunkt der Datenerhebung unter einer psychischen Störung, wobei über die Hälfte der erkrankten Mütter von den F-Diagnosen F40-48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen betroffen sind. Hierzu gehört auch die meistens vergebene Anpassungsstörung F43.2, die subjektive emotionale Beeinträchtigungen aufgrund eines größeren Entwicklungsschritts beinhaltet, wozu auch der Übergang zur Elternschaft gezählt werden kann (Dilling & Weltgesundheitsorganisation, 2011). Wie aus Kapitel 1.2.1 Psychische Konstellation der Mutter: Der Einfluss psychischer Störungen ersichtlich, hat eine psychische Störung der Mutter einen massiven Einfluss auf die Mutter- Kind-Beziehung und kann die Interaktion stark beeinträchtigen. Daher erscheint es nicht weiter verwunderlich, dass das Vorliegen einer psychischen Störung einen besonderen Risikofaktor für die Entwicklung von frühkindlichen Regulationsstörungen darstellt. Was nun als Problem der vorliegenden Studie gesehen werden kann, ist die Tatsache, dass die negative Temperamentseinschätzung regulationsgestörter Kinder und die negative emotionale und erzieherische Einstellung ihnen gegenüber, ebenso wie das verminderte mütterliche Selbstvertrauen in dieser Gruppe nicht unbedingt ausschließlich auf die kindliche Regulationsstörung zurückzuführen ist, sondern eben auch an der psychischen Beeinträchtigung der Mutter liegen könnte. Dies gilt es in zukünftigen Forschungsarbeiten noch besser auszudifferenzieren!
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Der Einfluss der digitalen Medien auf Mutter-Kind-Beziehung. Eine bindungstheoretische Betrachtung anhand des Präventionsprojektes „Eine Woche ohne Handy“ in der Elternschule Steilshoop

Der Einfluss der digitalen Medien auf Mutter-Kind-Beziehung. Eine bindungstheoretische Betrachtung anhand des Präventionsprojektes „Eine Woche ohne Handy“ in der Elternschule Steilshoop

Heutzutage sind digitale Medien allgegenwärtig. Wir haben uns an ihre Präsenz gewöhnt, so dass wir ihre Wirkung im alltäglichen Leben kaum noch hinterfragen. Besonders das Smartphone ist wegen der vielfachen Funktionen zu unserem ständigen Begleiter geworden. Wir nutzen es als Wecker, als Terminplaner, zum Nachrichtenlesen, als Informationsquelle, zum Einkaufen und vor allem, um mit anderen Menschen zu kommunizieren. In vielen Bereichen erleichtert es uns und organisiert unser Leben. Das Smartphone ermöglicht uns somit eine ständige Erreichbarkeit und damit eine unendliche Kommunikation. Aber trotz all dieser Möglichkeiten der digitalen Medien wird von Kommunikationsforschern ein wachsender Beziehungsverlust beobachtet. Die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung stehen außer Frage. Doch die Digitalisierung birgt Risiken, zumindest dann, wenn der Medienkonsum außer Kontrolle gerät. Die Zahlen internetabhängiger Jugendlicher steigen rasant (vgl. BLIKK Studie 2017) an. Es gibt schon zahlreiche Medienstudien, die die gesundheitlichen Risiken des übermäßigen Medienkonsums für Kinder verdeutlichen. Dementsprechend greifen Schulen und Kindergärten das Thema auf und bieten Abende zum Thema „Medienkonsum von Kindern“ an, um die Medienkompetenz sowohl von Eltern als auch der Kinder zu stärken. In letzter Zeit wird in der Forschung, aber auch in der pädagogischen Praxis, sich mehr für das Thema Smartphone-Nutzung durch Mütter und ihr Einfluss auf die Mutter-Kind-Beziehung interessiert. Dies gilt insbesondere für die Mutter- Kind Bindung von Anfang an. Diese Beziehung ist die zentrale Grundlage für das Leben. Da die digitalen Medien allgegenwärtig sind, beschäftigt mich die Frage, ob es noch gelingt genügend Räume der Ruhe und des ungestörten Zusammenseins für diese Bindung zu schaffen? Welche Auswirkungen hat der exzessive Gebrauch von Smartphones und anderen digitalen Medien, sowohl seelisch als auch körperlich für die Babys? Es sind die häufigsten Fragen, die sich Forscher, Pädagogen, aber auch die Eltern bei diesem Thema stellen. Es handelt sich um ein neues Forschungsgebiet, das aber schon die ersten Erkenntnisse hat und dem zu Folge in der sozialpädagogischen Praxis bereits viele Kampagnen und sozialpädagogische Angebote hierzu gestaltet werden.
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Die Rolle der Mutter-Kind-Beziehung im Rahmen der Entwicklung des Frauenbildes am Beispiel heranwachsender Jugendstrafgefangener

Die Rolle der Mutter-Kind-Beziehung im Rahmen der Entwicklung des Frauenbildes am Beispiel heranwachsender Jugendstrafgefangener

irgendwelche Trennung. Dann bin ich zu meiner Mutter zurück, sie hat in unserer Wohnung weitergewohnt und ja ich hab natürlich alles irgendwie also alles dafür gemacht, dass sie mir doch wieder verzeiht und mich wieder aufnimmt sozusagen. Was sich natürlich schwierig gestaltet hat, logischerweise, weil einen Vorfall kann man nicht einfach vergessen, vor allem wenn das so oft passiert ist und sie hat mir immer wieder verziehen und immer wieder eine Chance gegeben und immer wieder hab ich sie enttäuscht. Ja und dann kam irgendwann das Schreiben, dass ich dann die Haft antreten muss. Und dann hatten wir noch irgendwie zwei Wochen und diese zwei Wochen haben wir jeden Tag zusammen verbracht, also ich hab dann auch wieder in der Wohnung geschlafen. Und diese zwei Wochen haben wir so verbracht, als wäre nie irgendetwas schlimmes gewesen. Also dann war alles schön, alles harmonisch, alles perfekt. Aber einfach auch mit dem Wissen, dass es bald nicht mehr so sein wird. Also wir haben die restliche Zeit noch gut zusammen genutzt, bis sie mich dann, ja, weggebracht hat in die [JVA]. Ja und, ja der Kontakt zu ihr während meiner Haft hat anfangs nur auf, also bestand nur aus Briefkontakt erstmal. Weil es braucht ja immer eine Zeit bis man sich hier so ein Telefonkonto und sowas alles eingerichtet hat. Deswegen nur Briefe und irgendwie war es schön, weil wenn man die Briefe immer bekommen hat, dann hat man sich immer wahnsinnig darüber gefreut. Und ich hätte nie in meinem Leben gedacht, dass ich mal einen Brief schreibe, aber doch für die richtige Frau macht man das schon. Ja und dann haben wir irgendwann häufiger telefoniert und es gab hier drin auch schon Momente, wo sie gesagt hat: „Warum tu ich mir das an? Warum warte ich auf dich?“, weil sie einfach so stark gezweifelt hat, dass ich das wirklich packe, dass ich mich wirklich ändern kann, dass ich wirklich zu meinem Wort stehe, dass ich nicht mehr lüge, dass ich nicht mehr irgendwelchen anderen Mist mache. Aber ich konnte es ihr beweisen
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Frühe Mutter-Kind-Beziehung und Depressivität

Frühe Mutter-Kind-Beziehung und Depressivität

che Motivation und einen ähnlichen Level an Fähigkeiten für eine bestimmte Aufgabe oder soziale Aktivität haben, zeigen jedoch unterschiedliches Verhalten in Bezug auf ihre motori- sche Aktivität, Intensität und den Ausdruck ihrer Gefühle, Anpassungsfähigkeit und Auf- merksamkeit. Temperament ist ein unabhängiges psychologisches Attribut, welches nicht untergeordnet oder abgeleitet werden darf von anderen Attributen wie Kognition, Aufge- wecktheit, Motivation oder Emotionalität. Temperament muss zu jeder Zeit differenziert wer- den von Motivation, Fähigkeit und Persönlichkeit. Temperament ist immer eine Antwort auf einen externen Stimulus, eine Gelegenheit, Erwartung oder Forderung. Ein ähnlicher Stimulus kann verschiedene Arten von Verhalten bei verschiedenen Individuen auslösen, oder ver- schiedene Stimuli der Umgebung können ähnliche Verhalten bewirken. Temperament sollte immer im sozialen Kontext beurteilt werden. Zum Beispiel kann ein Kind durch intensive negative Reaktion die Mutter dazu bringen, einem Wunsch doch noch nachzugeben; somit wird die Reaktion bekräftigt und intensiviert. In der Schule wird der gleichen Reaktion wenig Beachtung geschenkt, so dass sich das Kind anders verhält. Der Einfluss von Temperament ist bidirektional, der Effekt auf eine bestimmte Umgebung beeinflusst das kindliche Tempera- ment, zur gleichen Zeit beeinflusst das kindliche Temperament die Entscheidung, die Ge- wohnheit und das Verhalten der Personen seiner Umgebung. Temperament wird nach T HO- MAS UND C HESS (1980) in neun Dimensionen unterschieden, in
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Mütter mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung
Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Beziehung  und unterstützende Hilfeangebote

Mütter mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Beziehung und unterstützende Hilfeangebote

Beziehungen werden anfänglich als etwas Schicksalhaftes angesehen, alles scheint perfekt. Der Partner wird zum Lebensmittelpunkt und auf ein Podest gestellt. Negative Eigenschaften werden einfach ausgeblendet. Das löst ein Gefühl der Sicherheit, Stabilität und Kontrolle aus, da der Betroffene glaubt zu wissen, woran er ist. Für Borderline-Persönlichkeiten gibt es nur das eine oder andere Extrem. Es gibt nichts dazwischen, keine Graustufen und schon gar keine Neutralität. Sie können die positiven und negativen Wesenszüge eines anderen Menschen nicht miteinander kombinieren. Sie fürchten sich davor, dass das Gute an dieser Person verloren geht und das Böse vorherrscht. Stellen sie dann etwas an der Person fest, was nicht ihren Vorstellungen entspricht oder distanziert sich jemand von ihnen, gilt dies als Verrat und Herabsetzung gegenüber der eigenen Person. Falsche Blicke oder eine unüberlegte Bemerkung genügen, um die gesamte Beziehung zu hinterfragen. Die anfängliche Begeisterung des Betroffenen verwandelt sich dann oftmals in Abwertung und Hass. Beziehungen sind aufgrund des ständigen Misstrauens oftmals kurzweilig und durch Kontrolle, Klammern, ständigem Hinterfragen und Aufmerksamkeitssucht geprägt. Die Beziehung wird immer aufs Neue überprüft und getestet. 35
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Familienhilfe als Entwicklungschance - Perspektiven von Müttern und Pädagoginnen im Vergleich: "Entwicklungsmöglichkeiten in der Mutter-Kind-Beziehung und der Resilienz der Mutter, sowie die Herausforderung der Inanspruchnahme von Hilfe" / Katharina Reibn

Familienhilfe als Entwicklungschance - Perspektiven von Müttern und Pädagoginnen im Vergleich: "Entwicklungsmöglichkeiten in der Mutter-Kind-Beziehung und der Resilienz der Mutter, sowie die Herausforderung der Inanspruchnahme von Hilfe" / Katharina Reibnegger

Eine große Herausforderung stellt dabei die Tatsache dar, dass je nach Erfahrung und Herkunft unterschiedliche Ansichten über Kindespflege, Kindeserziehung, Lebensgestaltung, usw. bestehen (Hontschik/Ott 2017). Je nachdem, wie verlässlich oder kompetent die Pädagogin eingeschätzt wird, kann eine Veränderung in der Ansicht der Klientin erwirkt werden. Bezüglich der unterschiedlichen Ansichten müssen jedoch auch auf beiden Seiten Kompromisse eingegangen werden. Generell ist die Haltung folgende: Jede Klientin hat eine andere Vorstellung davon, wie ein „vernünftiges“ und „gutes“ Leben aussieht. Sofern es der Familie und den Kindern mit der Umsetzung dieses Lebensentwurfs gut geht, sollte auch gewährleistet werden, dass die Klientin nach ihren Vorstellungen leben kann (vgl. Gehrmann/Müller 2016). Das Kindeswohl steht dabei nach wie vor an erster Stelle. Das Kindeswohl ist etwas, das immer wieder zwischen der Klientin und den Pädagoginnen ausgehandelt wird, dabei gibt es kontroverse Ansichten, Meinungen und Wissensstände (Hontschik/Ott 2017). Unterschiedliche Vorstellungen und Einstellungen können sehr schicht- oder kulturgeprägt sein und weit entfernt von der der Pädagoginnen. Bei diesen verschiedenen Unterschiedlichkeiten muss immer darauf geachtet werden, dass (neben dem Kind) kein Dritter damit in seinem Leben und seiner Freiheit beeinträchtigt wird und Handlungen bzw. Verhaltensweisen nicht gegen die Menschenrechte verstoßen (z.B. Fanatismus). Um trotz der unterschiedlichen Ansichten auf einen gemeinsamen Nenner kommen zu können, braucht es auf beiden Seiten Empathie, Zusammenarbeit und Akzeptanz der Verschiedenheiten (vgl. Gehrmann/Müller 2016).
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Meinen Khindtern zu einer Gedechntnus: Familie und Mutter-Kind-Beziehung in Maria Elisabeth Stampfers Hausbuch / vorgelegt von Julia Carina Öhlschläger

Meinen Khindtern zu einer Gedechntnus: Familie und Mutter-Kind-Beziehung in Maria Elisabeth Stampfers Hausbuch / vorgelegt von Julia Carina Öhlschläger

Die Familie Stampfer kann rückblickend als Ausnahme von der Regel gesehen werden, die sich ihre Ehren hart erarbeiteten. Vermutlich kann selbst die Erhebung in den Grafenstand noch dem Begründer dieses adeligen Hauses Stampfer, Hans Adam, zugeschrieben werden, der für den beispielhaften Aufstieg den Grundstock durch harte Arbeit, Geschick und ein Quäntchen Glück legte und es den Kindern und Enkeln ermöglichte, ein weitgehend finanziell sorgenfreies Leben zu führen. Es stellt sich nun noch die Frage, inwiefern Maria Elisabeths Stampfer als Hausmutter zu sehen ist, die der Familie den Weg in den Adelsstand ebenso ebnete wie ihr Mann es tat. Durch das finanziell weitgehend sorgenfreie Leben und die zahlreichen Angestellten, die die Familie zweifelsohne hatten und die Maria Elisabeth teils schwere Arbeiten innerhalb des Haushaltes abnahmen, konnte sich die Stampferin innerhalb ihres bürgerlichen Lebensraumes sicher deutlich freier bewegen als andere Frauen. Die Hingabe, mit der sie sich um kranke Personen in ihrem Umfeld kümmerte und mit hausgemachten Arzneien versorgte, lässt vermuten, dass sie Zeit dafür fand, Rezepte zu entwickeln und zu experimentieren. Vielleicht spielte auch die Angst vor dem Tod eine Rolle, der in Form von Pest und Türkenkriegen allgegenwärtig war. Die Stampferin beginnt mit dem Tod der Mutter das Hausbuch, er kommt des Öfteren über Vordernberg und rafft Bekannte, Freunde und sogar Kinder der Stampferin dahin. Durch das Talent, welches sie hinsichtlich der Krankenpflege besaß, und durch die allgemeine Angst vor Tod und Krankheit genoss auch Marie Elisabeth unabhängig von ihrem Mann sicherlich ein gewisses
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Untersuchung und Therapie der pränatalen Mutter-Kind-Beziehung

Untersuchung und Therapie der pränatalen Mutter-Kind-Beziehung

In den letzten zwei Jahrzehnten hat das Theraplay In¬ stitute (Chicago) immer häufiger Anfragen bekommen fur a) Untersuchungen der Qualität der Bindung zwi¬ schen Elternteil und Kind und b) zur Interaktionsinter¬ vention bei geringer Bindung. So kam es, daß das Thera¬ play Institute MIMs fur immer jüngere Untersuchungsle- vels ausarbeitete und daher auch immer öfter Eltern mit immer jüngeren Kindern beobachtete. Dabei stellte man

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Krankengymnastische Frühbehandlung nach Vojta oder nach Bobath: Wie wird die Mutter-Kind-Beziehung beeinflußt?

Krankengymnastische Frühbehandlung nach Vojta oder nach Bobath: Wie wird die Mutter-Kind-Beziehung beeinflußt?

Allerdings soll auch die Frage gestellt werden, ob die Dauer der Behandlung, d.h. die Länge des Zeitraums seit Therapiebeginn, dabei eine Rolle spielt. Bleibt eine even- tuell unterschiedliche subjektive Belastungsempfindung und Einstellung zum Kind während des Behandlungsverlaufs konstant? Es könnte sein, daß mit zunehmender Behandlungsdauer die Belastung durch Vojta-Therapie überproportional ansteigt und damit negative Konsequenzen gegenüber der Bobath-Methode noch deutlicher aus- fallen. Umgekehrt wäre aber auch denkbar, daß gewissermaßen ein Gewöhnungseffekt eintritt, daß Mutter und Kind die Behandlung besser aushalten oder bewältigen, so daß mit der Zeit sich die Belastung durch die beiden Behandlungsformen wieder an- gleicht. Eine besonders große Belastung der Mütter mit Kindern in Vojta-Behandlung gerade zu Beginn der Maßnahme könnte die in der Praxis vorzufindende Abbrecher- quote von 10-20% erklären. In Abhängigkeit von der Behandlungsdauer können sich auch die Einstellungen zum Kind verändern. Aber auch hier muß zunächst offenblei- ben, ob möglicherweise vorhandene Einstellungsprobleme mit fortschreitender Thera- piedauer zu- oder eher abnehmen und inwiefern sich die beiden Behandlungsformen diesbezüglich unterscheiden. Führt die andauernde Streßsituation der Vojta-Übungen möglicherweise zu einer wachsenden Ablehnung des Kindes, das durch seine Behinde- rung die Mutter in die auch für sie unangenehme Situation „zwingt“? Oder ermögli- chen das Zusammensein in der „Notgemeinschaft“ und vielleicht erlebbare Therapie- fortschritte mit der Zeit wieder eine Akzeptanz des Kindes mit seinen Schwierigkeiten? Und welche Einstellungen zum Kind bringt die Bobath-Therapie auf längere Sicht hervor? Führt sie tatsächlich, wie von den Vertretern behauptet wird, zu einer vertief- ten positiven Beziehung zwischen Mutter und Kind oder überwiegt auch hier mit fort- schreitender Behandlungsdauer das Gefühl der Belastung und eine damit verbundene ablehnende Einstellung zum Kind?
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MOnAMi | Borderline-Persönlichkeitsstörung und deren Auswirkung auf die Mutter-Kind-Beziehung

MOnAMi | Borderline-Persönlichkeitsstörung und deren Auswirkung auf die Mutter-Kind-Beziehung

Am Anfang sollte Einigkeit zwischen dem Betroffenen und dem Helfer dar- über bestehen, um welche Symptome und Probleme es sich handelt. Dazu gehört natürlich auch die jeweiligen Vorstellungen von Helfer und Betroffe- nem. Anschließend sollte ausgehandelt werden, wie die Beziehung gestaltet werden soll. Grundlage dafür ist die Autonomie der beteiligten Personen so- wie die Bereitschaft, jeweils die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Eine weitere Grundregel im Umgang mit Borderline-Betroffe- nen ist die Entwicklung einer gegenseitigen Ehrlichkeit und der damit zu- sammenhängende Versuch, sich und den anderen möglichst offen mit den Problemen zu konfrontieren. Weiterhin sollte man beachten, dass nicht die Suche nach dem richtigen Weg das Wichtigste ist, sondern das Finden ei- nes möglichen Weges, denn das Ziel ist ein aktiver Umgang mit den Proble- men. Es soll dabei herausgefunden werden, was schädigend und was nütz- lich ist, dies gilt auch für die Helferbeziehung selbst. Man sollte darauf ach- ten, dass die Gegenwart eine höhere Wertigkeit als die Zukunft hat, jedoch beides bedeutsamer ist als die Vergangenheit. Eine letzte Grundregel ist der verantwortliche Umgang mit Zeit. Eine Helferbeziehung ist kein Selbst- zweck, das heißt, wenn sie auf ein Ziel gerichtet ist, dann sollte sie auch ei- nen Anfang und ein Ende besitzen. 60
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Die Mutter-Kind-Beziehung suchtbelasteter Familien mit Auswirkungen auf die Entwicklung im Kindesalter

Die Mutter-Kind-Beziehung suchtbelasteter Familien mit Auswirkungen auf die Entwicklung im Kindesalter

Auch steigende Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation können Auslöser für den Griff zur Droge sein. Der Grundstein einer noch größeren Gefährdung liegt allerdings, meiner Meinung nach, in der erlebten Abhängigkeit der Herkunftsfamilie, in der oft traumatisierende oder belastende Erfahrungen in der frühen Kindheit erlebt wurden. Durch eine frühe Trennung sowie in zerrütteten Familienverhältnissen aufgewachsen oder durch Erleben sexuellen Missbrauchs schwer traumatisiert, erleben die Kinder, dass ein Äußern ihrer eigenen Bedürfnisse als unerwünscht und bestrafend gelten. Eigene Grenzen werden vom Kind psychisch sowie physisch als unsicher erlebt und können prägend in der weiteren Lebensentwicklung sein. Aufgrund dieser Enttäuschung fällt es den Frauen schwer, Bindungen einzugehen. Trotz des Wunsches eine Bindung einzugehen, bleibt die Angst erneut enttäuscht zu werden. (vgl. Kästner, Härtl, Stauber 2008, S. 84 f.)
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Mutter und Kind in der Psychiatrie : Situations- und Bedarfsanalyse zur Mutter-Kind- Hospitalisation im psychiatrischen/psychotherapeutischen Kontext in der Region Nordwestschweiz

Mutter und Kind in der Psychiatrie : Situations- und Bedarfsanalyse zur Mutter-Kind- Hospitalisation im psychiatrischen/psychotherapeutischen Kontext in der Region Nordwestschweiz

Weiter ist darauf hinzuweisen, dass postpartale Depressionen oftmals viel zu spät erkannt werden, wodurch ein unmittelbares Eingreifen nicht möglich ist. Diese Tat- sache ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich viele Mütter für ihre Erkra n- kung schämen und sie infolgedessen verschweigen. Zudem haben einige Frauen ein vermindertes Krankheitsbewusstsein ausgebildet, wodurch die auftretenden Sym p- tome der Depression nicht als solche erkannt, sondern als normale Begleitersche i- nung der veränderten Lebensumstände angesehen werden (Wendt & Rhode, 2004). Riecher-Rössler (2011) beschreibt, dass der Verlauf von Depressionen postpartal günstiger zu sein scheint, als in anderen Lebensabschnitten einer Frau. Unbehandelt hält eine Depression meist viele Monate an, nicht selten sogar länger als ein Jahr. Sie betont ausserdem zu beachten, dass eine postpartale Depression sich nicht nur auf die Mutter selbst auswirkt, sondern sich auch auf das Kind und die Partnerschaft auswirken kann. Die frühe Mutter-Kind-Beziehung, die als sehr wichtig für die ak- tuelle und spätere Entwicklung des Kindes gilt, wird durch den depressiven Rückzug und das krankheitsbedingte Unvermögen der Mutter, sich dem Kind zuzuwenden, oft nachhaltig gestört. Die Mutter selbst verarbeitet dies oft mit Gef ühlen der Schuld, wodurch sich die Depression verstärkt und ein folgenschwerer Teufelskreis beginnt (Riecher-Rössler, 2011).
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Fütterinteraktion zwischen Mutter und Kind bei füttergestörten und nicht füttergestörten Kindern

Fütterinteraktion zwischen Mutter und Kind bei füttergestörten und nicht füttergestörten Kindern

Müttern, daß mit zunehmendem Alter der Kinder die Löffelfütterung der Mütter einen angespannteren und dominanteren Charakter hatte. Diese Anspannung äußerte sich durch Unflexibilität, Ungeduld und Aufdringlichkeit beim Fütterverhalten der Mutter, die das kindliche Verlangen nach Autonomie mit steigendem Alter mißachtet. Fosson und Wilson (1997) stellten gestörte Fütterinteraktion bei über 40% der Familien von gedeihgestörten Kindern fest (z.B. seltener Blickkontakt, geringe Vokalisation mit dem Kind). Papoušek und Wurmser (in Vorbereitung, 2002) wiesen bei Kindern mit Fütterstörungen eine konfliktbeladene Mutter-Kind-Beziehung nach. Drotar, Pallotta und Eckerle (1994) und Drotar et al. (1990) zeigten, daß in Familien mit gedeihgestörten Kindern Beziehungsdefizite und negatives mütterliches Interaktionsverhalten häufiger zu beobachten sind als bei Familien mit gesunden Kindern. Kontrollierende elterliche Fütterstile können einen negativen und ungewollten Einfluß auf die kindlichen Nahrungsvorlieben und -aufnahmemenge haben (Birch & Fisher, 1998). Mit Nahrungsvorlieben sind Nahrungsmittel gemeint, die von Kindern z.B. aufgrund des Aussehens, Geschmacks oder Konsistenz bevorzugt oder gemieden werden. Es liegen Hinweise vor, daß kontrollierende Fütterstile die kindliche Selbstkontrolle der Nahrungsaufnahme behindern und so die Entwicklung von Fütterproblemen fördern können (Birch, 1998). Satter (1995 und 1990) beschreibt, daß es bei elterlicher Dominanz im Fütterverhalten nicht nur zu kindlicher Nahrungsverweigerung sondern auch zu Gedeihstörungen kommen kann. In dem Beschreibungssystem für Fütterstörungen wird die elterliche Dominanz und Disharmonie u.a. durch die Verhaltensweise Füttern mit Druck erfaßt. Hierbei drängt die Mutter durch dichtes Warten mit gefülltem Löffel vor dem Mund des Kindes oder durch Anstoßen des Mundes mit gefülltem Löffel zur Nahrungsaufnahme. Andere Strategien der Mutter, das Kind verbal oder nonverbal zur Aufnahme der nächsten Portion zu bewegen, werden durch Auffordern bzw. Ablenkung oder Festhalten in dem Beschreibungssystem repräsentiert.
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Selbst- und Fremdeinschätzungsfragebogen zum Mutter-Kind-Interaktionsverhalten (SF-MKI)

Selbst- und Fremdeinschätzungsfragebogen zum Mutter-Kind-Interaktionsverhalten (SF-MKI)

In der Behandlung postpartaler Wochenbetterkrankungen gewinnt zunehmend be- gleitend zur medizinisch medikamentösen und psychologischen Therapie die Mutter- Kind-Interaktionstherapie an Bedeutung (Forman, O‘Hara, Stuart, Gorman, Larsen, Coy, 2007). Aktuelle Studien belegen, dass psychische Störungen der Mutter im ersten Lebensjahr des Kindes, in dem das Kind in ganz besonderer Weise auf zuverlässige und vor allem emotional verfügbare Bezugspersonen angewiesen ist, zu erheblichen und langanhaltenden Einschränkungen der Mutter-Kind-Beziehung führen können, da viele Mütter auf Grund der depressiven Symptomatik nicht fähig sind, die Signale ihres Kindes differenziert wahrzunehmen und zu beantworten. So schätzen Mütter trotz erfolgreicher Therapie der postpartalen Depression ihre Kinder als schwieriger ein als Mütter ohne diese Erkrankung und es lassen sich negative Effekte auf die Füt- terungspraktiken nachweisen (Dennis u. McQueen, 2009; Forman et al., 2007). Um langfristige Folgen der Mutter-Kind-Beziehung durch postpartale Störungen zu ver- meiden, bietet der geschützte Raum des stationären Bereichs gute Möglichkeiten, die Interaktion zwischen Mutter und Kind explizit zu fördern und die während der postpartalen Erkrankung entstandenen ungünstigen Verhaltensmuster zwischen Mutter und Kind zu modifizieren. Ein vertrauensvolles Klima mit Entlastung und Akzeptanz sollte den erkrankten Müttern den Zugang zu ihren intuitiven elterlichen Kompetenzen erleichtern (Papoušek, 2007). Anders als bei den rein patientenfokus- sierten Therapieformen, stehen hier sowohl die seelische Gesundheit der Mutter als auch die des Kindes im Mittelpunkt. Die Erfahrung positiver Gegenseitigkeit in der frühen Kommunikation stellt hier eine einzigartige Ressource und Grundlage für die seelische Gesundheit und für die Entwicklung tragfähiger Eltern-Kind-Beziehungen dar. Die besonderen Chancen früher Behandlung durch eine Interaktions- bzw. Be- ziehungstherapie liegen darin, diese Ressource mit ihren intrinsischen Selbstheilungs- kräften zu nutzen und gefährdeten Eltern-Kind-Paaren zugänglich zu machen.
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Einflüsse psychosozialer Risikofaktoren auf die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion.

Einflüsse psychosozialer Risikofaktoren auf die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion.

tiger Aufmerksamkeit gekennzeichnet, wobei Stern – ähnlich wie Brazelton (1974) – die Spielperiode in kleine, sich abwechselnde Einheiten unterteilt: Phasen des En- gagements und Unterbrechungsphasen zum Ausruhen. Mütter geben als Ziel der Spiele an, Spaß und Vergnügen miteinander zu haben. Tatsächlich ist dies auch eine wichtige Funktion des Spiels – die Chance für Mutter und Kind im Dialog zu- tiefst glückliche Erlebnisse zu erfahren. Die gemeinsame Freude von Mutter und Kind unterstützt das gegenseitige Kennenlernen und die positive Entwicklung der Mutter-Kind-Beziehung (Papoušek, 1989; 1990). Zudem übt das Kind in der spiele- rischen Interaktion mit den Bezugspersonen motorische, sprachliche und perzeptive Fertigkeiten. Zwischen zweieinhalb und fünfeinhalb Monaten ist das Nervensystem des Säuglings „ganz auf die Situation des Face-to-face Spiels eingestellt“ (Stern, 1998, S. 92). Soziale und affektive Verhaltensweisen wie Blickkontrolle, responsives Lächeln und Vokalisierung reifen heran (Stern, 1998). Mutter und Kind tragen auf ihre jeweils eigene Art und Weise bei zu Initiation, Aufrechterhaltung, Modulation, Beendigung oder Vermeidung des Blickkontaktes. Sobald Blickkontakt erreicht ist, beginnt die wechselseitige Regulation der sozialen Interaktion (Stern, 1998). Funkti- on des Spiels ist es, so Stern (1974), die gegenseitige Stimulierung zu regulieren und ein optimales Maß an Erregung mit positiven Affekten aufrecht zu erhalten. Das Spiel fördert Selbstwirksamkeitserfahrungen des Säuglings, indem er erkennt, dass seine eigenen Handlungen kontingente Reaktionen bei seiner Bezugsperson auslösen. Die Erfahrung, dass die Reaktionen seiner Bezugpersonen vorhersagbar sind, unterstützt die Entwicklung seiner Selbstwahrnehmung. Gegen Ende des vier- ten Lebensmonats beginnt der Säugling zunehmend seine Selbstwirksamkeit zu erproben, indem er versucht, das Verhalten seiner Bezugsperson zu beeinflussen (Stern, 1998).
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Welches Umfeld brauchen Mutter und Kind für einen gelungenen Start in die Bindungsbeziehung?

Welches Umfeld brauchen Mutter und Kind für einen gelungenen Start in die Bindungsbeziehung?

Einen wichtigen Faktor in der Schwangerschaft einer jeden Frau beschreibt Stern (1998) ausführlich. Er sagt, dass neben der realen Welt der schwangeren Frau eine parallele imaginierte, psychische Welt entsteht in der die Mutter ein Bild von ihrem Kind, von sich als Mutter und auch von dem werdenden Vater erschafft. Dieses nennt Stern Repräsentationen. Diese repräsentationale Ebene beinhaltet Hoffnungen, Ängste, Träume und zukünftige Vorstellungen von dem Kind. Ebenso werden dort die Erinnerungen an die eigene Kindheit und die Erfahrungen mit den eigenen Eltern mit eingearbeitet. Die Repräsentationen basieren auf Interaktionen und subjektiven Erfahrungen, die die Mutter seit ihrer Kindheit begonnen hat aufzubauen. (vgl. Stern 1998, S.28) Dieser Fakt ist enorm wichtig für die spätere Mutter-Kind-Beziehung. „…die psychische Welt existiert, und sie übt einen entscheidenden Einfluß auf die Beziehung der Eltern zu ihrem Baby aus.“ (Stern 1998, S.27) Die schwangere Frau setzt sich mit dem Thema auseinander, was für eine Mutter sie später werden wird und wir ihr Kind vielleicht sein könnte. „…[D]ie Phantasien, welche die Mutter über ihr Baby hegt, [wurden] zu einem der wichtigsten Bausteine für die Entwicklung eines Identitätsgefühls durch den Säugling selbst.“ (Stern 1998, S.29)
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Die Mutter-Kind-Interaktion bei Frühgeborenen im Vergleich zur Mutter-Kind-Interaktion bei Termingeborenen

Die Mutter-Kind-Interaktion bei Frühgeborenen im Vergleich zur Mutter-Kind-Interaktion bei Termingeborenen

Die Mutter eines Frühgeborenen hat zu wenig Zeit gehabt, sich mit der neuen Rolle als Mutter und mit der Vorstellung ihres Kindes auseinander zu setzen. Eine Frühgeburt bringt somit nicht nur ein frühgeborenes Kind mit sich, sondern auch eine frühgeborene Mutter (Bruschweiler Stern, 1999). Die Entwicklung der mütterlichen Identität ist verzö- gert (vgl. auch Reid, 2000), weil die besonders wichtige Phase der Konkretisierung (Glo- ger-Tippelt, 1988) der zukünftigen Mutterschaft unter Umständen enorm verkürzt ist. Beim komplikationslosen Schwangerschaftsverlauf zeichnet sich diese Phase durch freu- dige Gefühle aus, erste Kindsbewegungen sind spürbar (SSW 17-20), Ängste haben das geringste Niveau erreicht, das Wachstum des Kindes und Prozesse der sozialen Wahr- nehmung und Interaktion verstärken das Selbstvertrauen der werdenden Mutter. Weiterhin schreitet in dieser Phase die Differenzierung des Kindes vom Selbst der Mutter fort. Das Kind wird langsam als selbständiges Wesen wahrgenommen und ein Beziehungsaufbau wird begonnen. Diese Phase ist entscheidend für die Entwicklung der mütterlichen Vor- stellungen bezüglich ihres Kindes (Cohen & Slade, 2000). Die mentalen Bilder und Fan- tasien der Frau von ihrem zukünftigen Kind haben einen grossen Einfluss auf die Qualität der späteren Mutter-Kind-Interaktion. Durch die Frühgeburt kommt es zu einem abrupten Unterbruch dieses Prozesses, was zusammen mit einem traumatischen Geburtserlebnis, der frühen Trennung und der Angst um das Kind den mütterlichen Bindungsprozess er- schweren, das Risiko für eine mütterliche Depression und Ängstlichkeit erhöhen (Davis et al., 2003) und schliesslich die Mutter-Kind-Beziehung negativ beeinflussen kann (Korja, Savonlahti, Ahlqvist-Bjorkroth, Stol, Haataja & Lapinleimu, 2008). Eine Verzichts- und Trauerarbeit über den Verlust des fantasierten Kindes ist unumgänglich (Bürgin, 2006). Parallel dazu gilt es, eine neue Beziehung zum Neugeborenen aufzubauen.
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Mutter ohne Kind: zum Verfahren der Inkognitoadoption

Mutter ohne Kind: zum Verfahren der Inkognitoadoption

Doch die meisten abgebenden Mutter fragen nicht, weil sie sich hierzu nicht berechtigt fühlen Zugleich aber wird ihnen das wieder vorgeworfen Sie hat ja nie mehr nach ihrem Kind gefragt, wird da immer wieder geklagt Daraus wird dann geschlossen, sie hatte das Kind vergessen oder kein Interesse an seinem Leben mehr Abgeben¬ de Mutter vergessen nicht Doch wo sollen sie das Selbstvertrauen und den Mut und

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