Teljes szövegt

(1)

Öluettenfümtnluitg Неф*: "V-á

f ü r òett ge|djid)tlid)en U n t e r r i Ą t a n Ąo^erewPSĄuicn*

ßetausgegeben pon

(5.£atttbecft,

®eß.Reg.«Rat и.ФЬег-Reg..Rat Ь. b.prooinjtalfßulfollegtum Berlin in üerbinbung mit

Profeffor Dr. $ . К и г з е • Berlin unb fflberleßrer Dr. p . H i i f t l m a n n » £eip3tg

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Dr. Sdjnetber

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Sas holftentor in Шее!

D e r l a g ноп В . Ф. Ccubncr in £etp3ig unò Berlin

(2)

( D u e l l e n f ö m m l u n g

für öen gefäidjtlidjeit Unterricht an I)öt)eren Spulen

ßetausgegeben oon

(5.£aiube<R

6t!j. Regterungsrat unb (Dberrcgietungsrat bei bem praDinjialf^uIioUegium Berlin

iit Derbinbung mit

P r o f . D r . 5 . Kur3C unb D r . p . R ü f ) I m a n n

in Berlin (Oberlehrer in Cetp3f8 (Eserfßeinen 2 R e i ß e n oon Quellen:

Die Ijefte ber erftctt Reiße (I) foHen es bem Leßrer ermögticßen, bie j w i ß t i g f t e n (Ereigniffe b u r ß Quellen 3U beleußten uub fo bie | i j a u p t m o m e n t e a u s bem g e f ß i ß t l i ß e n U n t e r r i ß t s p e n f u m I

3u beftimmterer Anfßauung 3U erßebert.

Die fjefte ber 3t»eitett Reiße (II) entßalten f ü r eiit3eltte g e f ß i ß t l i ß e (Erfßeinungen ein a u s g i e b i g e s Quellenmatexial, bas einem tieferen

©rfaffen ißrer ßiftorifßen 3ufammenßänge, ber (Eigenart ißres Der»

Iaufes unb ißrer Bebeutung für bie 5oIge3eit bient.

Sie werben bem reiferen Sßüler ein f e l b f t ä n b i g e s ( E r a r b e i t e n g e f ß i ß t l i ß e r i r i e n n t n i s ermöglißen unb f i ß befonbers als Unterlage für f r e i e w i f f e n f ß a f t l i ß e A r b e i t e n u n b D o r t r ä g e

nüßliß erweifen.

Die Bearbeitung ber ein3elnen fjefte erfolgt b u r ß b e w ä ß r t e § a ß . m ä n n e r auf ber Grunblage ß i f t o r i f ß e r $ o r f ß u n g unb unter

Berüdfißtigung p a b a g o g i f ß e r Gefißtspuntte.

Preis eines leben 32 Seiten gr.8 umfaffenben ßeftes 4 0 pf.

( 3 0 Pf. für bie ßefte ber l. Beiße bei gleißieittgtm Besage oon 10 «gemplaren.)

P f c f e r nleftrfge P r e i s e m ö g l f ß t b e q u e m ftie H i t f ß q f f u n g fo»

tpoßi f f i r b e i t K I o f f e n u n t c r r f ß t a l s f ü r freit g i i t j e l g e b r a u ß .

«in Oerjeißnis ber erftßieneneit, im Brud nnb in Oorbereitnng befinb»

Iißen Qefte entßalten Seite 3 nnb 4 bts Umfßlags.

Oerlag o o n B. ©. TTeubner i n £eip3ig unb Berlin

(3)

/ q ^°«'3a2Sat3$. 5 - im Indomäny/ . C."

Einleitung.

3wei Momente finb für bie Bilbung ber beutfdjen ha nia maßgebenb geroefert: bie Bereinigung beutfdjer Kaufleute im Auslanbe 3um 3wede ber Grwerbung gemeinfamer Red)te (A I) unb Stäbtebünbniffe in ber Heimat

3um Sdjuße bes tjanbeis. Die Derbtnbung £übeds mit ben fogenannten menbifd)en Stäbten ift babet non befonberer Bebeutung; benn tiefe Stäbte bilben fortan ben Kern ber beutfdjen ijattfa (A II). Die Dorgefd)ici)te bes I)anftfcf)en Stäbtebunbes fd)iteßt ab mit bem elften Bünbnis ber Stäbte 3um Kampf gegen König Walbemar 1362 (B). Gs galt nun, biefe ßter 3um erften Male in größerer An3at)I oereinigten norbbeutf^en Stäbte in einem bauernben Bunbe 3ufammen3ufaffen (C), 3unäd)ft 3ur Grmerbung uon ijanbelsoorred)ten. Dies ift bem Haofabunbe in einer 3eit gemaltiger roirt- fdjaftlidjer Überlegenheit ber beutflhen Stäbte über bte norbifd)en £änber fehr leicht gemorben. Mit bem Anfang bes 15. 3at)rt)unberts ift bie 3eit ber Grmerbung neuer prioilegien norüber. Die i )a r ifa tämpfi oon ba nur nod) um bie Grijaltung ber alten Dorredfle (D, E). Wenn es irgenb mög=

lid) mar, haben bie fjanfaftäbte ftd) hierbei anberer Mittel als ber Waffen bebient (D I, II, III), obgleich fie biefe nortreffltd) 3u hanbljaben nerftanben.

So erftaunlid) bie Gini)ettlid)feit ber ijanfa in allen hanbelstedjnifhen unb faufmännifd)en Dingen mar, fo fd)roer mar es bod), bei Unternehmungen nach außen hin bas ®emetnfd)aftsgefühl gegenüber ben Sonberintereffen

3ur Geltung 3u bringen. Gs beteiligen fid) immer nur bie Stäbte, beren 3ntereffen gerabe in 5rage tarnen. Don ben anberen Stäbten wirb nur nerlangt, baß fie für bie Dauer bes Kriegs alle Ijanbelsbe3iehungen 3u ber feinblid)en Macht abbrechen. Mächtige Stäbte wie Köln fügen fid) aud) bem gelegentlich nidjt. Ejterirt liegt es begrünbet, baß ber Kreis ber.Stäbte, bie in ben (Quellen genannt werben, fid) immer meßr oerengert. Schließlich ift nur nod) oon £übed unb einigen wenbtfdjen Stäbten bie Rebe (E), bis aud) ba ber alte hanfifetje Geift, ber auf ausfd)Iteßlid)e fjanbelsherrfd)aft unb Demidjtung jeber fremben Konturren3 gerietet ift, fid) gegenüber ben national unb wirtfd)aftltd) erftarfenben Rad)baroöItern immer mehr be»

fcf>eibet unb bann, nad)bem er nod) einmal in feiner gan3en Kraft unb Größe in ber Perfon Wutlenwebers (E III) lebenbig geworben ift, nöiiig feßwinbet. Saft alle hier gegebenen (Quellen finb nieberbeutfd) unb mit Ausnahme oon bem Bericht Keimar Kods über bte Seefd)lad)ten non Born- holm unb tjela, ber als probe bienen foll, ins Jjod}6eutfd)c übertragen.

QucIIaifammlung 11,37: S ß n c t b e r , Die ßanfa 1

(4)

A. (Entjte^urig ber ^anfa.

I. 3ufammen№tafj beutfßer Küufleute im Kuslanöe.

Codex diplomaticus Lubecensis I, 291. (1267.)

H e i n r i ß , oon Gottes ©naöen König oon G n g l a n b . . . Heil allen, 3U benen biefe U r l u n b e gelangt. W i r gaben ben B ü r g e r n unb Kauf»

leuten oon £ ü b e d erlaubt, baß fie n a ß Grftattung oon 5 Solibi ißre eigne H a n f a1 gaben, ebenfo wie bie B ü r g e r unb K a u f l e u t e oon Köln ißre eigne H a n f a gaben unb in oergangenen 3eiten g a t t e n . So jeboß, baß jene B ü r g e r unb K a u f l e u t e u n s unb unferen (Erben, w a s f ß u l b i g unb ü b l i ß ift, legten.

и. BfinOniffe jmifßeit beutfßen $ta6ten in 6er Heimat 311m Sßuße 6e$ Hottbels.

Bfiitbnis jroifßen Hamburg unb £übed.

Hamburger Itrfunbenbuß I, 525. (1241.)

. . . Bie ©egenwart foll wiffen unb bie 3 u f u n f t f i ß beffen e r i n n e r n , baß w i r mit unferen geliebten 5 r e u n b e n , ben B ü r g e r n oon H a m b u r g , in ber Weife übereingefommen finb, baß, wenn R ä u b e r ober a n b e r e Übeltäter gegen unfere ober igre B ü r g e r auffteßen, unb 3war oon ber R t ü n b u n g ber Grane bis H a m b u r g unb ebenfo bie дапзе Glbe e n t l a n g bis з и т Rleere, unb unfere ober igre B ü r g e r überfallen, w i r alle Ruf»

wenbungen unb Ausgaben зиг D e r n i ß t u n g unb A u s r o t t u n g biefer Räu»

ber gemeinfam in g l e i ß e r Weife t r a g e n wollen.

2. Bünbnis 3toifßen ben roenbifßen Stäbten.

Codex diplomaticus Lubecensis I, 247. (1259.)

Die B ü r g e r f ß a f t oon £übed, Roftod, W i s m a r allen Gßriftgläubi»

gen, зи benen biefe Llriunbe gelangt, im fjeilanb ber W e l t Heil! D a bie meiften Kaufleute, bie mit W a r e n über bie IReere fegein, wegen ber See» unb S t r a ß e n r ä u b e r n i ß t meßr wie bisßer f i ß e r e n 5 r i e b e n unb ge=

nügenbe S i ß e r ß e i t genießen, fo gaben w i r gemeinfam b e f ß l o f f e n , b u r ß bies Sßre.iben allen зи erflären, baß alle bie, bie K a u f l e u t e berauben, in K i r ß e n , auf K i r ß ß ö f e n , зи W a f f e r unb зи £anbe feinen 5 r i e b e n meßr gaben folien, fonbern oon ben oereinigten Stäbten unb K a u f l e u t c n a l s oogelfrei angefeßen werben. Die Gebiete aber, in bie bie R ä u b e r mit ißren W a r e n fommen, bas £ a n b ober bie S t a b t , bie ißnen ißren R a u b in S i ß e r ß e i t bringen ßilft, w i r b oon ben oereinigten K a u f l e u t e n ö i s g l e i ß f ß u l b i g unb oogelfrei angefeßen.

1 „ßanfa" be3eißnet urfprüngliß allgemein eine Sßar ober ©enoffenfßaft, bann befonbers eine ©enoffenfßaft oon Kaufleuten.

(5)

Kriege gegen Dänemar! »on 1361—70 3

B. Kriege gegen Dänemarf. 1361—70. Die Bilbung öer öeutfdjen fjanfa emicfyt ifyrett Hbjcijlufj.

R «Eroberung oon töisbp auf ©otlanb unb Bebrfidung bes beutfßen Kaufmanns burß König IDalbemar iv. »on Dönemarf.

£übeder (Eßronil11, 701 unb 707.

3 m J a ß r e Gßrifti 1360 »erfammelte König R ) a l b e m a r2 ein großes f)eer unb fagte, er wolle fie baßin füßren, w o ® o l b u n b Silber genug fei, wo bie S ß w e i n e a u s f i l b e m e n Grögen f r ä ß e n , l l n ö er f ü ß r t e fie n a ß ffiot- lanb unb f ß t u g bort »iele 3U R i t t e r n unb m a ß t e oiel ö o l f nieber; benn bie erbgefeffenen B a u e r n w a r e n oßne U)affen unb bes K a m p f e s unge- wohnt. D a n n 30g er »or bie Stabt IDisbp. Sie 3ogen ißm a u s ber S t a b t entgegen unb gaben f i ß in bes Königs ; benn fie faßen, baß R)iber=

ftanb ßier n i ß t m ö g l i ß w a r . So beiam er bas £ a n b unb n a ß m »on ben B ü r g e r n ber S t a b t eine große S ß a ß u n g a n ©olb unb Silber.

3 m J a ß r e Gßrifti 1362 begann König R)albemar ben K a u f m a n n 3U »erfolgen. Gr ßielt n i ß t feine D e r f p r e ß e n unb bie Briefe, bie bem K a u f m a n n auf bie 5*eißeit bes ijanbels in S ß o n e n ausgeftelit w a r e n , wie er bas 3eigte bei ber S ß o n e n f a ß r t biefes J a ß r e s ; benn er geftattete, baß S ß i f f e b e r a u b t würben, unb liefe es m a n ß m a l fogar felbft t u n , unb liefe ben Seeftäbten piel anbres U n r e ß t w i b e r f a ß r e n . D a s w ü r b e ben Stäbten leib, wie fie bas b a n n woßl bewiefen..

2. Ber erfte Krieg.

fjanfa-Rejeffe I, 259.

Die Stäbte a n ber See £übecf, ijam&urg» R K s m a r , Roftod, S t r a l - funb, ©reifswalb, flnüam, Stettin, Kolberg finb mit ben anberen Stäbten a n ber See unb ben R a t s m a n n e n , bie Boten finb bes £anbes unb ber Stäbte »on P r e u ß e n , übereingefommen unb ßaben e i n t r ä ß t i g be- f ß l o f f e n , baß niemanb a u s ißren Stäbten unb £ ä n b e r n D ä n e m a r ! unb S ß o n e n a u f f u ß e n foll mit ©ut ober R)are bei S t r a f e a n £eib unb ffiut.

Außerbem ßaben fie befßloffen, 'bajj m a n in allen Stäbten, a n ber See unb a u ß in P r e u ß e n , einen 3oll erßeben foll »on ben S ß i f f e n unb »on allem ©ut, bas m a n a u s ben erwäßnten Stäbten, f j ä f e n unb £ ä n b e r n f ü ß r t .3 Diefen 3oll foll m a n erßeben bei g e f ß w o r e n e n (Eiben in ber Stabt, a u s ber m a n bas ffiut a u s f ü ß r t , unb foll eine B e f ß e i n i g u n g geben, baß bas ffiut »er3ollt ift; bamit foll bann bas ©ut 3olffrei fein, ein unb aus.

R)as »on biefem 3olI einiommt in bem £anbe P r e u ß e n , bas foll m a n in bas £ ü b e d i f ß e D r i t t e l4 ben Stäbten bei ber See überweifen.

1 3n „(Eßroniten beutfßer Stäbte".'

2 IDalbemat IV! oon Dänemar! mar beftrebt, bte alte Utaßt Dänemarls n>ieberßer3uftellen. So ßalle er au<ß fßon bas altbänifße Sd)onen toiebererroorben.

2 fllfo einen Ausfußrjoll 3ur Beftreitung ber Kriegsloften.

4 Sieße S. 10.

1*

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4 Kriege gegen Dänemarf oon 1361—70

Reimar Koct „Lübetfifcße Gßronif" (bei ©rautoff, Eübetfiftße (Eßronifen I, 472f.).

HIs im J a ß r e 1363 öie Derßanöiungen 3 w i f ß e n König W a i b e m a r unö ben Stäbten ein ©nbe ßatten unb bie S ä ß e n i ß t beigelegt w e r b e n tonnte, f o m es 311 offener 5ef)öe, unö öie Seeftäbte rüfteten eine W e n g e S ß i f f e 3ur Seefaßrt. Der König tat ebenfo. (Der Bürgermeifter Joßann Witten, borg oon £übecf ronr güßrer ber ßanfiftßen glotte.) Als fie auf ber See waren, tarn es 3ur S ß l a ß t mit bes Königs Sßiffen. Der König ßatte feinem Dolf feinen Soßn ©ßriftopß 3um f j a u p t m a n n gegeben. ©r würbe oon ben Lübedern mit einem Steine aus einer B ü ß f e getroffen, fo baß er b a r a n ftarb. A!s bes Königs Soßn getroffen war, ergriffen öie Dänen bie $ I u ß t .

Aber bie Lübeder wollten n i ß t mit feerer f j a n b wieber n a ß f j a u s f o m m e n unb liefen ein £ a n b an, es 3U piünöern unb 3U b r a n b f ß a ß e n . Aber fie faßen f i ß n i ß t oor, benn öieweil ein jeber feinen ©eil a n ber Beute ßaben wollte, ließen fie bie S ß i f f e u n b e r o a ß t unb tiefen oßne (Drbnung, ein3ein auf bas £ a n b . Der Bürgermeifter w a r feibft mit auf bem Laube-;

benn niemanb glaubte, baß öie D ä n e n folgen w ü r b e n . Aber eße bie Lübeder es nermuteten, tarnen bie D ä n e n mit ißren S ß i f f e n unb grif»

fen bie L ü b e d i f ß e n S ß i f f e a n . D a w a r aber niemanb auf ben S ß i f f e n , ber f i ß 3ur U)eßr feßen tonnte. D a s benußte bes Königs Doli unb n a ß m bie f e ß s größten S ß i f f e , bemannte fie unö f u ß r baoon. Als bie Lübeder wieber tarnen, faßen fie, baß bie Dänen mit ißren größten S ß i f f e n b a n o n f u ß r e n . Sie ließen bie Beute auf bem Lanbe liegen unb ö a n f t e n ©ott, baß fie mit ben anberen S ß i f f e n , bie öie D ä n e n ß a t t e n lie«

gen Iaffen, weg n a ß Lübed tarnen. Aber fie würben in Lübed n i ß t gut e m p f a n g e n ; benn ber Bürgermeifter tDittenborg w a r b in ben © u r m ge»

feßt ö a r u m , baß er feine S ä ß e n i ß t beffer in a ß t genommen ßatte1. Unb n a ß b e m er öa beinaß ein 3 a ß t gefeffen, w a r b ißm ber Kopf ab»

g e f ß l a g e n .

Ais n u n bes Königs Leute öie heften S ß i f f e unb © e f ß ü ß e ber S t a b t Lübed als gute Beute weggeßolt ßatten, glaubten fie, baß öie anberen Stäbte n u n n i ß t meßr lange wieberfteßen tonnten. Desßaib f u ß r e n fie n a ß W i s m a r unb tarnen im J a ß r e 1364 am 2. J u l i bei © a g e s a n b r u ß oor W i s m a r a n . König W a i b e m a r f u ß r mit einer anberen 5 l o t t e n a ß 5 e ß m a r n unö plünberte bas Lanb. Aber bie non W i s m a r f u ß r e n ben D ä n e n mit ißren S ß i f f e n entgegen, unb CBott gab ißnen © l ü d , baß fie bie (Dberßanb beßielten. (Dßne öie non ben Dänen, bie t o t g e f ß l a g e n w ü r b e n , b r a ß t e n bie non W i s m a r Biete ßunbert Gefangene.

Der griebe oon 1365 erfüllt nißt alle Wünfße ber fjanfaftäbte. Waibemar beginnt a u ß fofort toieber mit Bebrütfungert ber Kaufteute.

3. Der sweite Krieg.

Bünbnis 3U Köln. 1367. fjanfa=Re3effe I, 1, 143.

3 n Gottes H a m e n ! A m e n ! W i r R a t s m a n n e n , b e n o I t m ä ß t i g t e n B o » ten ber folgenben Stäbte, n ä m l i ß Lübed, Roftod, S t r a l f u n b , W i s m a r ,

(7)

5 Kriege gegen Dänemarf oon 1361—70

Kulm, Gßorn, Glbing, Kampen, H a t b e r m i ß , GIborg, Amfterbam, B r ü ß l , befennen allen benen, bie biefes S ß r e i b e n fegen ober gören lefen, baß roir übereingefommen finb, alle bie folgenben Artifel unb S t ü d e ftets unb feft 3U g a l t e n :

Daß w i r um m a n ß e r l e i U n r e ß t unb S ß a b e n , ben bie Könige oon D ä n e m a r f unb R o r m e g e n1 bem gemeinen K a u f m a n n t u n unb getan gaben, igre S^inbe fein unb u n s gegenfeitig g e t r e u l i ß gelfen W o l l e n . . . W e n n w i r i r g e n b w e t ß e Beute m a ß e n in ber beiben Könige R e i ß , bie wollen w i r teilen e n t f p r e ß e n b ben Ceiftungen. Gewerben w i r p r i » oiiegien ober R e ß t e in ber Könige £anb, bie follen allen in g l e i ß e t Weife 3uteii werben. D o ß feiner foll bem anberen a n r e ß n e n Koften, S ß a b e n ober Derlufte. Keiner foli ogne ben anberen S i e b e n fcßliefeert, beoor u n s allen R e ß t gefßießt oon ben Königen. W e n n einftmals, w a s Gott fügen möge, biefer 3mift beigelegt ift, unb bie Könige greifen ba=

n a ß eine S t a b t biefer S ä ß e wegen unrechtmäßig an, fo follen w i r alle miteinanber bas t r e u l i ß weßren ßelfen.

Cübecfer agromf I, 738.

3 m j a ß r e Gßrifti 1369 3oqen bie Stäbte ber K a u f l e u t e mit großer R t a ß t n a ß D ä n e m a r f unb e r r e i ß t e n alles, w a s fie wollten. Die K a u f l e u t e g e w a n n e n b a K o p e n ß a g e n , H e l f i n g ö r . . . D a n a ß oerßanbelten fie mit bem R e i ß s r a t unb erßielten bas £anb S ß o n e n f ü r 16 j a g t e 3um <Erfafe f ü r igren S ß a b e n . Als bie 3eit um mar, würbe ben D ä n e n bas £ a n b 3urüd=

gegeben.

4. Der Stiebe oon Stralfunb. 4370.

Hetmar Kod (©rautoff I, 475).

1370 xaar eine große G a g f a ß r t in S t r a l f u n b . Da w a r e n ber Reißs»

r a t oon D ä n e m a r f , bie Herren oon £übed, H a m b u r g , W i s m a r unb oie»

len Stäbten ber Ha nia- mürbe ber 5ri e b e 3 w i f ß e n bem R e i ß e D ä n e m a r f unb ben Seeftäbten gefßtoffen unb b e u r f u n b e t .

5. Sriebensurfunbe. prioilegien ber ßanfa.2

Hanfa»Re3effe I, 1, 513.

Alle B ü r g e r , Kaufleute unb ißr Gefinbe, unb bie in ißrem Bunbe unb R e ß t finb ober es fpäter fein werben, fönnen bas R e i ß D ä n e m a r f unb bas £ a n b S ß o n e n a n allen ® r t e n unb ©egenben a u f f u ß e n unb fie f ö n n e n 3U W a f f e r unb 3U £anbe überallßin mit ißrem G u t f a ß r e n unb ogne jebes Hinbernis Ha«öel treiben. D o ß igren gebüßrenben 3oll follen fie geben, wo fie beffen p f l i ß t i g finb. A u ß follen fie a n ber Küfte bes gan3en R e i ß e s D ä n e m a r f unb oon S ß o n e n f ü r alle 3eiten befreit fein

1 Der König oon ITortoegen, ffafon, ßatte fiß mit IKargarete, 6er einigen Coßter IDalöemars unb (Erbin feines Reißs, oermäßtt, 1363.' Seitbem bie Der»

btnbung betber Reiße.

2 Der König oon Rortoegen war fßon 1368 toieber aus bem Krieg ausgefßteben.

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6 Der grtebe oon 1370

non allem f ß i f f b r ü ß i g e n Gute, ob es nun W r a i ober S u n b g u t ober fonftroie ßeiße, a l f o : W e n n jemanb a u s öiefen S t ä b t e n a n irgenbeiner Stelle bes R e i ß s ober Lanbes f ß i f f b r ü ß i g geworben ift ober ißr f ß i f f » b r ü ß i g e s G u t ben genannten Hüften 3utreibt, fo f ö n n e n fie bas G u t bergen ober mit anberer fjilfe bergen Iaffen unb es n a ß ißrem W i l t e n g e b r a u ß e n , ungeßinbert.

S o b a n n bü'rfen bie genannten Stäbte auf ißren D i t t e n1 3U S f a n ö r unb 5 a I f t e r b o (auf Sßonen) unb in D ä n e m a r f eigne Dögte einfeßen, unb bie Dögte f o l l e n R e ß t f p r e ß e n über alle, bie auf ißren Ditten liegen, unb ebenfo über all ißre B ü r g e r unb Gefir.be außer in S a ß e n unb Der«

f ß u l b u n g e n , bie n a ß i ü b i f ß e m R e ß t e a n Ejals unb f j a n b geßen unb toenn Dertounbungen mit f ß a r f e n W a f f e n 3ugefügt finb. — S o b a n n bürfen fie auf ißren Ditten f e ß s Krüge ßaben f ü r B i e r unb R i e t ; aber Wein barf m a n 3a p f e n auf ben Ditten, wo m a n .will. — S o b a n n b ü r - fen bie K n o ß e n ß a u e r , S ß u f t e r , K r ä m e r , p e ^ e r unb jeöe A r t fjanb»

w e r t e r2 ißr f j a n b w e r f treiben unb foiien non jeber Bube einen S ß ü » Iing G r o f ß e n geben unb n i ß t meßr. — Sobann mögen bie B ü r g e r unb K a u f l e u t e eigne S ß u t e n3 unb S i f ß e r 3U S ß o n e n ßaben unb b ü r f e n bie b r a u ß e n unb f i f ß e n n a ß Belieben. — A u ß b ü r f e n fie eigne W a g e n ßaben unb ißr 5ußra>erf g e b r a u ß e n n a ß Belieben. — J e b e r Kauf»

m a n n barf u n g e f t r a f t W a f f e n t r a g e n , toenn er a n £ a n b f o m m t unb in feine f j e r b e r g e geßt, ebenfo wenn er wieber 3U S ß i f f e geßt. Ü b e r t r i t t e r bies, inbem er außerbem n o ß feine W a f f e n t r ä g t , fo foli er bas büßen mit 1 W a r f S ß o n i f ß .

ßanfa=Re3effe I, 1, 524. (1370.)

5 o ü s u n f e r f j e r r König W a l b e m a r fein R e i ß D ä n e m a r f einem anberen f j e r r e n ü b e r t r a g e n will, bem foiien unb wollen w i r n i ß t 3

ftimmen, es fei bentt non ben Stäbten gutgeßeißen. (Ebenfo foli m a n es ßaiten, w e n n unfer t j e r r König mit ©oöe abginge, b a o o r ißn G o t t beßüte.

C. (Drganifatton unö innerer Rusbau.

I. Sugetyörigfett 3ur hanfa.

W a n foli niemanb in bie R e ß t e ber f j a n f a ober bes K a u f m a n n s a u f n e ß m e n , er fei benn B ü r g e r in einer f j a n f a f t a ö t , unö er foli a u ß B ü r g e r p f l i ß t erfüllen in ber Stabt, ba er B ü r g e r ift; unö w e n n ißm ber K a u f m a n n bas n i ß t glauben will, fo foli er Beweis b a f ü r b r i n g e n non ber Stabt, b a r i n er B ü r g e r ift, baß es fo fei. A u ß foii n i e m a n b in 3wei Stäbten B ü r g e r fein bei Derluft ber f j a n f a (£)anfa»Re3effe I, 6, 557).

W e n n ber R a t ober ein ©eil bes R a t e s einer f j a n f a f t a ö t non ben B ü r g e r n ober ©inwoßnern ber Stabt bes Ratsftußls entfeßt wirb, b u r ß

1 Über Ditten fieße S. 17, flrnn. 2.

2 Ratürlitß ß a n f e a t i f ß e fjanbmerfer. ' Kleine Boote.

(9)

3 u g e l ) ö r i g f e i t 3u r fjartfa. D i e ü a g f a l j r t e n 7

welche Gewalt es auch geschehe, öte Stabt foll b a r u m a u s ber f j a n f a fein, unb bie a n b e t e n f j a n f a f t ä b t e follen mit ben B ü r g e r n unb Ginmoh«

n e r n ber Stabt, wo bie Gemalt gefdjehen ift, ieinen f j a n b e l ober Gemein, fdjaft haben, fie auch i " i t )r e n Stäbten ober Stabtgebieten nicht bulben nod) ihnen Geleit geben, fo lange, bis ber R a t ober ber Geil bes Rates, ber feiner RTaä)t beraubt, wieber 3u Rtacht unb Würben getommen ift unb ber f j a n f a Genugtuung gefcfjehen ift (£j.=R. 1,6,556). — Wenn ber R a t einer Stabi non ben B ü r g e r n ober' Ginwohnern unmächtig g e m a l t ift im Regiment unb ber D e r w a l t u n g , ober in feinen Rechten unb W ü r b e n o e r f ü r3t ift burd) Gewalt, w e n n er auch ben R a t s f t u h l nicht nerliert, fo follen bie Ratsfenbeboten biefer Stabt, ba ber R a t nidjt mehr fo mächtig unb in foldjen Rechten unb Ghren ift a l s er norher w a r , m i t ben Senbeboten ber a n b e t e n S t ä b t e nicht 3u R a t e gehen (ebenbort). — W e r in 3eitert eines Kriegs ber f j a n f a mit bem Huslanbe um Dorteils willen fein han=

fif<hes Bürgerrecht a u f g i b t , barf in feiner f j a n f a f t a b t a l s B ü r g e r mieber aufgenommen werben (fj=R-1, K 376). — Keine Stabt (ber Ejanfa) barf einen aufnehmen, ber a u s einer anberen Stabt (ber ijanfa) ausgewiefen ift (ebenbort).

Das erfte ur!unbltcf)e üer3eiujn:,s ber 3nr fjanfa gehörenden Stäbte finbet ficf) in bem Re3effe eines Cübecfer ijanfatages oon 1407: ¿üöed, Köln, fjam=

bürg, Bremen, Dortmunb, bie preußifdjen Stäbte (toiditigfte: Dan3ig), bie linlänbifdien Stäbte (toi<f)ttgften: Riga unb Dorpat), Roftod, Stralfunb, Greifswalb, Stettin, flnflam, Kolberg unb bie fleinen hinterpommerfdjen Stäbte, Wismar, Lüneburg, Kiel, Kampen, Deuenter, Rtjmmegen, 3ütpf)en, fjarbermpf, Glborg, Soeft, Rlünfter, ©snabrüd, Braunfchweig, fjannoner, fjilbesheim, Goslar, Göttingen, RTagbeburg, Stenbal, Sal3webel, Breslau, K r a f a u (fj..R. I, 5, 392).

II. Die dogfahrteit.

1

Die Stäbte haben in Betracht ge3ogen, wieniel S t ä b e n bem ge=

meinen Wohle b a r a u s entftanben ift, baß niete Stäbte h a r t h ö r i g unb u n . gehorfam gewefen finb, bie G a g f a h r t e n 3u befuchen, b a3u fie u m bes ge=

meinen Wohls willen aufgeforbert w a r e n , unb fie haben ben einträ<hti=

gen Gntfchluß gefaßt unb wollen ißn non biefem Gage a b ernftlid) halten, alfo baß eine Stabt, bie i n 3 u f u n f t 3u einer möglichen 3eit 3u einer Gag.

f a h r t a u f g e f o r b e r t w i r b unb bie G a g f a h r t nicht befdjidt, ben gemeinen f j a n f a f t ä b t e n 3u m Beften. ber f j a n f a ben l l n g e h o r f a m fühnen foll mit einer W a r f Golbes. Unb wo biefer Stabt B ü r g e r in eine anbere f j a n f a . ftabt fommen, ba foll m a n fie fo lange anhatten, bis ber R a t ihrer Stabt bie RIarf Golbes ben Stäbten entrichtet h a t . D a3u foll bie ungehorfame S t a b t ber Rechte ber f j a n f a unb bes K a u f m a n n s ber beutfdjen f j a n f a nerluftig fein, bis bie'RTarf Golbes be3aljlt ift (E?.=H. II, 1, 321).

1 Die erfte Gagfaßtt, oon ber mir ltacf)ricf)ten haben, fanb 1358 in Cübed ftatt.

(10)

8 Beftimmungen über fjanbel unb Seefaßrt

Die fleinen Stäbte, bie in ber i j a n j a fini» unb n i ß t зи G a g f a ß r t e n fenben fönnen, foltén ben großen Stäbten, bie ißnen b e n a ß b a r t finb unb 3U ben G a g f a ß r t e n fommen, rebliße Hilfe tun n a ß K r ä f t e n зи Koft unb 3 e ß r u n g . ГОепп eine fleine Stabt f i ß beffen weigert, fo folí fie ber R e ß t e ber Hanfa oerluftig geßen (f).=R. », 1, 8).

Die Stäbte ßaben befßioffen, baß bie anberen Stäbte, bie jeßt n i ß t Hier finb, alle Dinge fo ßaiten follten, als bie S t ä b t e ßier b e f ß i o f f e n ßaben unb befßließen werben. 5 a l i s c' n e Stabt bagegen ßanbelte, wol- len bie Stäbte auf ber n ä ß f t e n G a g f a ß r t U m f r a g e ßaiten, in w e i ß e Strafe bie Stabt genommen werben foll, bie bagegen getan ßat (f)-R. H, l, 8).

Dtefer ®ruuufag fanb aber ebenfomenig mte ber, baß ein Ha ni°befß[uß für alle binbenb fei, allgemeine flnerfennung: Köln erflärt, baß fie n i ß t ber flnfißt finb, baß ein Re3eß, a u ß wenn er oon ber gefamten Hanfa befßioffen ift, eine Hanfaftabt ober ißre Bürger unb Ginwoßner »erpflißten lann, wenn ein folßer Re3eß ber Stabt, ißren Bürgern unb Ginwoßnern, n o ß befonbers im R)iberfpruß mit ißren prioilegien, S ß a b e n unb R a ß t e i l e bringt, unb bie Stabt baßer folßen Re3eß n i ß t anneßmen will unb ißm wiberfprißt. R u ß ßaben in folßem f a l l e anbere Stäbte feine B l a ß t unb R e ß t über bie wiber- fpreßenbe Stabt, fie зиг Rnnaßme folßer Re3effe зи 3wingen, wie es a u ß bei meßreren Re3effen am Gage liegt, bie einigen Stäbten unb ©emeinben f ß ä b l i ß waren unb baßer n i ß t beaßtet worben finb (Hanfifßes Urfunben- bucß 9, 663).

Iii. Beftfatmimgen über Hantel uttb Seefaßrt.

1

Gs foll niemanb oon ber Hanfa ©ut laben n o ß o e r f r a ß t e n bei irgenb jemanb anbers benn allein bei Sßiffern, bie зиг íjanfa geßören (£).-R. II, 3, 288). — Gs foll niemanb geraubtes ober an £ a n b getriebenes ©ut faufen ober »erlaufen. IDer bas tut, ben foll man ftrafen an feinem Hößften (f).»R. I, 6, 557). — Gs foll niemanb Dorfauf üben, alfo fjering laufen ober »erfaufen, eße er gefangen ift, ober Korn, eße es g e w a ß f e n ift, ober G u ß unb anbres ©ut, eße es g e m a ß t ift (ebenbort). — RTan foll fein Korn ausfüßren b u r ß ben Sunb ober b u r ß ben Beit n o ß a u s ber Glbe ober ber R)efer anbers benn a u s ben ijanfaftäbten. R)elßer S ß i f f e r ßiergegen »erftöjjt, ber foll in feiner Hanfaftabt meßt laben n o ß » e r f r a ß t e n . Unb bie Kaufleute follen Belege »on ba mitbringen, »on wo fie bas Korn ausgefüßrt ßaben (ebenbort). — D a »iele fretnbe £eute »on fremben

£änbern, bie n i ß t зиг Hanfa geßören, b u r ß ißre S ß i f f a ß r t bem Kauf- m a n n im überfeeifßen Hanbel großen S ß a b e n 3ugefügt ßaben, inbem fie ißr ©ut neßmen unb gleiß bem K a u f m a n n a u ß зиг See faßren unb

1 Bet ben Beftimmungen über tjanbel unb (Ermerb ift зи beaßten, tote bas IRittelalter »or allem beftrebt ift, jegltßen freien TDettbemerb aus3ufßließen unb bte Grtoerbsbebtngungen für feben етзеГпеп tnnerßalb eines <£rroerbs3roeiges abfolut gleiß зи geftalten. (Dgl. Ьази a u ß S. 17 „Der H«mgsfang in Sßonen".)

(11)

9 Beftimmungen über fjanbel unb Seefaßrt

ijanbel treiben, fo ift a b g e m a ß t toorben, baß man ben fremben Kauf»

leuten feine S ß i f f e oerfaufen foll, bei Derluft oon fo Diel Gelb als bas Sßiff oerfauft würbe, llnb febe Stabt non ber tjanfa, ba man S ß i f f e baut, foll Bürgen neßmen oon benen, bie ba S ß i f f e laufen unb ausfüßren, baß bie S ß i f f e a n niemanb oerfauft werben, ber n i ß t j u r f j a n f a geßört, unb baß a u ß niemanb teil baran gaben foll, ber außergalb ber f j a n f a ift

(Ej.sR. I, 6, 68). — Weil bie Beftimmung, bie 3U anberen 3eiten Don ben gemeinen Stäbten getroffen unb aufgeteilt ift, baß niemanb, ber 3ur fjanfa geßört, fjanbelsgefellfßaft unb Gemeinfßaft gaben foll mit femanb außer»

gaib ber f j a n f a , b o ß n i ß t gegalten-wirb, fo gaben nun bie Senbeboten ber gemeinen StäOte einträßtig befßloffen, baß alle biejenigen, bie folße G e ü ß a b e r f ß a f t an Waren ober S ß i f f e n mit femanb außergalb ber f j a n f a gaben, biefe j w i f ß e n fegt unb fommenben ©ftern Iöfen bei S t r a f e oon 1 llTf. Golbes unb Derluft ber R e ß t e bes K a u f m a n n s unb ber fjanfa.

$ a l l s femanb n a ß Derfünbigung biefer Beftimmung n o ß irgenbeine Der»

binbung mit einem Rißtßanfen eingeßt ober S ß i f f e mit ißm ausrüftet, ber foll außer ber obengenannten Buße n o ß fo Diel Gelb oerbüßt ßa»

ben, als er in bie Geilßaberfßaft an fjanbel unb Sßiff ßineingeftecft ßat (fj.=R. Ii, 1, 321). — liian foll benen, bie n i ß t in ber f j a n f a finb, n i ß t ge»

ftatten, n a ß St. R t a r t i n s t a g1 oftmarts 3U fegeln; wenn er aber Gut t o n Weften n a ß ©ften bringt, bas foll er in ben (Dftfeeftäbten n i ß t oerfaufen unb oerfßleißen bürfen, unb er foll bas Gut wieber 3urü<fbringen baßin, woger er es g e b r a ß t ßat (fj.»R. .1, 4, 38). - J e m a n b , ber n i ß t in ber f j a n f a ift, foll in einer fjanfaftabt, ba er mit feinem Gut ßinfommt, n i ß t meßr benn brei RIonate liegen bleiben, um fein Gut 3U oerfaufen unb anberes ein3ufaufen (Ej.=R. n, i, 321). — Kein K a u f m a n n oon ber f j a n f a foll fein Gut fenben n a ß ¿lanbern an einen Rißtßanfen, fonbern er foll es fenben an bie ober ben, ber 3ur tjanfa geßört (£j.»R. 1,6, 557). — Riemanb foll Kteßf, RTat3 ober Bier 3U Bergen um bares Gelb geben, fonbern nur Ware um Ware, wie es oon alters ßer ßerfömmliß gewefen ift (£j.=R. II, 4, 586). — Riemanb b a r f R o w g o r o b befußen, ber n i ß t in ber beutfßen f j a n f a ift (f).=R. I, 1, 376).

Kein S ß i f f e r foll mit gelabenem Sßiffe faßten n a ß St. Rtartinstag (11. ROD.) a u s bem fjafen, barin er ift. Sßiffer, bie im Winterquartier gelegen gaben, follen mit igren S ß i f f e n n i ß t fegeln oor Katßebra Petri (22. Sebr.) (ff.=R. I, 6, 557). — (Es foll niemanb, ber n i ß t 3ur f j a n f a ge»

gört, in ben fjanfaftäbten Winterquartier ergalten. Der W i r t , ber folße n i ß t g a n f i f ß e n Gäfte begerbergt, ßaufet ober ßeget, foll 10 Robili an bie Stabt oerbüjjt gaben (£j.»R. Ii, l, 321). — 3 n allen fjafen, in benen S ß i f f e gelaben werben, follen bie Stabt unb bie flttermänner2 ber Kaufleute bafür Sorge tragen, baß fie n i ß t 3U tief gelaben werben, fie feien nun Hein ober

1 H a ß bem 11. Rooember burften a u ß bie ßanfifßen Sßiffe nißt meßr ausfahren, (onbern mußten bis 311m 22.'$ebruar in einem fjafen überwintern (f. unten). 2 Über Ältermänner f. foigenbe Seite, IV, 1.

Qutllenfammluttg 11,37: S ® n e i h e r , Die ganfa 2

(12)

10 Das Kontor Ju Brügge

groß. Wenn einem S ß i f f e r bewiefen werben fann, baß er fein Sßiff über»

laben ßat, unb baraus S ß a b e n entfteßt, ben S ß a b e n muß ber S ß i f f e r allein be3aßlen. Wenn ein Sßiff überlaben w a r unb b o ß glücfiiß über See fommt oßne S ß a b e n , foil ber S ß i f f e r ber f j a n f a f t a b t ober ben Älter»

leuten bes Kaufmanns, ba er ßinfommt, f ü r fo oiel £aften, als 3u Biel ge=

laben ift, bie nerbiente S r a ß t be3aßlen (E).»R. I, 6, 557). —

Wenn Seeräuber Gut neßmen unb ißnen bas wiebergenommen wirb,"

fo ift befßloffen, baß bie, bie ißnen bas wiebergenommen unb bie, bie ba!

für bie Koften getragen ßaben, bie ijälfte bes Gutes beßalten mögen unb bie anbere ijälfte ben Befßäbigten 3urücfgeben. W a r e n es aber ß a n f i f ß e S r i e b e f ß i f f e b i e es ben Räubern wieöer abgenommen ßaben, bie follen es bem K a u f m a n n wiebergeben. Wenn m a n erfäßrt, baß nor einem ijafen Seeräuber finb, fo follen bie näßftgelegeneft Siäbte fie oerfolgen unb oer«

nißten unb bas auf ber n ä ß f t e n ©agfaßrt melben. Die Koften follen ißnen bie gemeinen Stäbte wiebererftatten (ebenbort).

IV. 3m Ilusloitfrc.

Riemanb foil Ältermann fein 3u Brügge in $Ianbern, 3u £onbon in

©nglanb, 3u Bergen in Rorwegen, 3u Rowgorob in Rußianb ober anbers»

wo, er fei benn Bürger in einer fjanfaftabt unb eßrliß unb frei geboren (£j.»R. I, 6, 557).

1. Das Kontor ju Brügge.

flm 28. fflftober 1347 befißloffen bie in Brügge anroefenben beutfßen Kauf»

leute, baß fte wollten ßaben ein gemeines B ü ß , ba m a n alle Beftimmungen unb Befßlüffe ßineinfßriebe. ©s ift 3u wiffen, baß bie gemeinen Kaufleute non ber beutfßen f j a n f a in brei ©eile geteilt finb unb 3w a r fo: bie non

£übe<f unb bie wenbifßen Stäbte unb bie S a ß f e n , unb w a s ba3u geßört, ift ein Drittel; bie non Weftfalen unb bie Preußen, unb w a s ba3u geßört,' bas anbere; bie non Gotianb, non £ioianb, non Sßweben, unb w a s ba3u geßört, bas britte Drittel. 3 n jeöem J a ß r foil m a n a ß l ©age n a ß Pfingften aus jebem Drittel 3wei flitermänner erwäßlen. Diefe Ältermänner follen bie B l a ß t ßaben, bie gemeinen Deutfßen 3ufammen3urufen 3u ber Stätte, ba bie fltterleute finb. Salls bie Äitermänner f i ß n i ß t einigen tonnen, fo'foil ber Heinere bem größeren ©eile folgen, ©benfo foil, wenn bie brei Drittel f i ß n i ß t einigen tonnen, bas britte Drittel ben beiben anberen folgen (ij.=R. I, 1, 143). — 3ebes J a ß r 3u Pfingften foil man bem gemeinen Kauf»

manne non Rilemannien bie prioiiegien norlefcn, bie ißnen befiegclt finb Dom Grafen non Slanbern unb a u ß non ber Stabt Brügge, unb a u ß bie Saßungen bes gemeinen Kaufmanns. Kein Kaufmann foil ben anbeten r, ' -B d J t or f e r c m Auftreten non Seeräubern fcßicften bie fjanfaftäbte auf

a« 3 . ™ U ,°i t e n 3 U r S a u b e r u" 9 bes RTeeres Krtegsfßiffe aus, bie nannte man

„grieoefcbtffe".

(13)

Das Kontor in Bergen 11 por irgenbein Gericht forbern benn oor unferes, es fei benn, baß ein ITtann

flüd)tig w ä r e (£j.-R. I, l , 200). — Betreffs bes Borgens, wie es in Slanbern unb anberswo gefdjießt, ßaben bie Stäbte befcffloffen, baß niemanb fürber Gut taufe, außer wenn er mit Gelb ober Ware bejaßlen t a n n (H-»R. 1,6,68).

2. Bas Kontor in Bergen.

Cubewigs 5reit|errn oon Helbergs Befd)reibung öer berühmten Haupt. unb Hanbeisftabt Bergen in Itorwegen II. Geil. Aus bem Dänifchen.1 . Die anbere f j a u p t t i a f f e , , w o r a u s bie Ginwoßner ber S t a b t Bergen befteßen, finb bie fogenannten Kontorifcf|en ober Ginwoßner ber B r ü d e n . Ilach bem S t i e b e n non 1 4 3 52 bemächtigten fi<h bie D e u t z e n nicht allein . bes gan3en f j a n b e i s ber Stabt, fonbern perfd)rieben auch non ben fjanfa=

ftäbten a l l e r h a n b t j a n b w e r t s l e u t e , welchen fie ihre eignen W o h n u n g e n auf bem Kontor e i n r ä u m t e n , unb weiche u n t e r ihrem Sd)uß nicht allein aller, hanb Arbeit f ü r bie b e u t p e n G i n w o h n e r fonbern aud) f ü r bie t l o r b l a n b s . f a h r e r p e r f e r t i g t e n . Denn weil fie biefen Ießteren borgen tonnten, fo h a t t e n fie biefetben auch a n fid) ge3ogen unb benahmen alfo ben f)anb=

w e r f s l e u t e n ber S t a b t einen großen Geil ihrer Kat)rung.3 Allein bies w a r nod) nicht genug, fonbern fie hielten auch öffentliche Schenten. 3 a fie t a u f t e n POU ben B a u e r n unb 5 r e m b e n a ü e Gßwaren, fo baß bie B ü r . ger 3uleßt alles burd) if)re Ijänbe haben mußten, unb w e n n fid) femanb bagegen feßen wollte, fo gefd)ai) Htorb unb Gotfchlag.

1463 würbe bei einer großen 5euerbrunft in Bergen auch öas Kontor oöllig 3erftört unb mußte neu aufgebaut werben. £s beftanb aus einer Reihe non fröfen unb Häufern.

Gin jeber H°f l ie9 t f ü r fid) unb h a t oorne nach ber See große B r ü d e n , welche über- bas W a f f e r gebaut finb. Die Ejöfc finb große, lange t j a u f e r oon f)ol3, welche u n t e n ober a n ber Grbe mit l a u t e r Buben oer.

fehen finb, bie mit getrodneten 5if<hen unb anberen W a r e n a n g e f ü l l t werben. Über biefen Buben finb 2 — 3 S t o d w e r f e , weiche in S t u b e n unb S c h l a f t a m m e r n eingeteilt finb. 3 n bem oberften Geil bes £jofes ift ber

1 Das Buch iß in 9. Auflage aus bem 3a%e 1 7 59- Derf. b e t r e i b t bie hanfifchen Derhältniffe aus eignem Augenfdjein, unb foweit fie 3u feiner 3eit fid) geänbert hatten (3. B. bie Spiele waren abgefchafft), läßt er altere Augen-

3eugen reben, fo baß bas Buch ben IDert einer (Quelle befißt.

2 Siehe S. 17, Itr. 2.

3 Dgl. bamit folgenbe Uriunbe aus bem 3a%e 1372: Hafon, non Gottes ffinaben . . . . Die beutfdjen Schuhmacher haben fid) oor uns betlagt, baß uer- fd)iebene anbere Sd)uhmad)er in Bergen ihnen ihre Itat)rung wegnehmen, inbem fie in ber Stabt fißen unb neue Sdjuhe 3um Dertauf anfertigen, gegen bie im Reich früher übliche Sitte. Darum haben wir bie Anorbnung getroffen, baß fein Schuhmacher, ber neue Sdjuhe anfertigt, in ber Stabt fißen foll, außer ben beutfdjen, bie alle 3ufammen auf einem tjofe in Bergen fißen, wie es bisher Sitte gewefen ift; ausgenommen ein Sdjufter, welchen ber Herr Bifd)of in feinem Hofe für feine Ceute haben will, bod) fo, baß er feine Sdjuhe 3um Derfauf für anbere Ceute anfertigt (Hanfifd)es Urfunbenbudj 4, 423).

2*

(14)

Das. Kontor in Bergen 12

fogenannte S ß ü t t i n g1 unb bie f e u e r f t ä t t e ober K ü ß e . 3 n bem ß i n t e r e n Geil besfelben (bes Hofes) finb l a u t e r oon © r u n b g e m a u e r t e Kelter. ®b- g l e i ß bas g a n j e Kontor oon einerlei © b r i g f e i t regiert wirb, fo ßat b o ß ein jeber tjof feine befonbere Regierung unb feine eignen ®ber=

ß ä u p t e r , w e i ß e H a u s w i r t e g e n a n n t würben. Diefe beforgten im R a i n e n ber Hanfaftäbte bie Angelegenheiten ißrer H e r r f ß a f t unb ein jeber ftanb feiner f a m i l i e in bem gan3en Hofe oor, fo baß fie aiie u n t e r feiner 3 u ß t unb A u f f i ß t ftanben, unb er fie bagegen mit Gffen unb G r i n f e n unb an- berer R o t b u r f t oerfeßen mußte. U n t e r einem jeben oon biefen Haus- w i r t e n ftanben wieberum einige Bebiente ober S e f e ü e n , w e i ß e bie Klaren ber Bube in a ß t neßmen, biefelben einnehmen unb a u s l i e f e r n unb e n b l i ß b a ß i n feßen mufften, baß alles oon ben J u n g e n s r i ß t i g unb woßl o e r r i ß t e t würbe. Die J u n g e n s finb 3weierlei. Ginige finb e r m a ß - fen unb werben Bootsjungens ober K n e ß t e genannt, weil fie auf bie Boote feßen unb felbige in a ß t neßmen müffen. Die a n b e r e n finb n o ß Rein unb jung. Diefe finb bie neu flngefommenen unb werben S t u b e n - j u n g e n s genannt, weil fie bie geringsten Dienfte in jeber S t u b e ober H a u s ß a l t u n g2 o e r r i ß t e n müffen. R i e m a n b wirb Gefell, oßne baß er oorßer S t u b e n j u n g unb n a ß ß e r B o o t s j u n g gewefen ift.

Alle Ginwoßner bes K o n t o r s finb unoerßeiratet, unb es barf nie- m a n b auf bem K o n t o r oerbleiben, ber f i ß oerßeiratet, fonbern m u ß fo- g l e i ß bie B r ü d e oertaffen unb f i ß in ber Stabt nieberiaffen.

Gs ift bann oon ber ©erißtsbarfeit ber Hänfen unter fiß bie Rebe unb baoon, baß ein Rißtßanfe gegenüber einem Hänfen nißt 3U feinem Reßte fam.

IRan foltte 3war faft benfen, baß bie n o r b i f ß e n B ü r g e r oop Bergen wegen ißrer 3aßlreißen Rtenge ober RTaßt ben K o n t o r i f ß e n I e i ß t w ü r - ben überlegen gewefen fein, allein außer baß man b e f ü r ß t e n mufjte, baß bie Stabt oon ben Hanfaftäbten 3ur See m ü ß t e a n g e g r i f f e n werben, fo w a r bie A ^ a ß l ber D e u t f ß e n in Bergen fo groß, baff biefelbe a u s meßr als 2600 ßanbfeften unb großen Keris beftanb, bie gewoßnt w a - ren, alte f ü r einen B l a n n 3U fteßen unb baßer 3um öfteren alles taten, w a s fie wollten, ja bie größten ©ewalttätigfeiten oerübten, w e n n m a n f i ß ißnen wiberfeßte.

Als Beifpiel oon fotßer ßanfeatifßen ©exoalttätigfeit gibt er b i e © e f ß i ß t e o o n ® I a f R i e l f o n .

Als ber Bifßof Gorlef im J a ß r e 1 4 5 5 oon benfelben (ben Deutfßen in Bergen) n a ß ber föniglißen Derorbnung ben 3eßnten oerlangte, fo oerwarfen fie folße ^orberung n i ß t allein gän3liß, fonbern b r a ß t e n

1 Sßütting ift ein großer, ßeijbarer Saal, in bem im IDinter alle 3ufam- men leben. Das £ i ß t fällt b u r ß ein oben in ber Dede befinblißes Senfter hinein.

2 3eber H«f mar oon 15 unb meßr Hausßaltungen ober Jamilien befefet-

jebe ftanb unter einem Hauswirt. '

(15)

Das. Kontor in Bergen 1 3 au<ß ben ffilaf Rielfon, als er f i ß bes B i f ß o f s annehmen wollte, ¿gewalt»

famerweife ums £eben. Gs ßatte u ä m l t ß b e s S e ß r t s ß e r r n1 ßelbenmütige Gemaßlin, mit K a m e n Glifa, auf eigne Unfoften einige S ß i f f e ausge»

rüftet, unb ba fie mit benfelben einige b e u t f ß e S ß i f f e a n g e g r i f f e n ßatte, fo w ü r b e n b a b u r ß bie D e u t f ß e n gegen ben £ e ß n s ß e r r n in Döllen ijar»

n i f ß g e b r a ß t , bag fie bemfelben n a ß bem £eben t r a ß t e t e n . Der £eßns=

ßerr w a r b baßer genötigt, bie 5 I u ß t n a ß bem Rlunfelefllofter 3U er»

greifen. Allein fie nerfolgten ißn n i ß t allein baßin, fonbern, ba ber Bi=

f ß o f Gorief ißnen mit bem S a f r a m e n t entgegenging, in ber Rteinung, ißre W u t b a b u r ß 3U ßemmen, fo e r f ß l u g e n fie n i ß t n u r ben B i f ß o f , fon»

b e m ftedten a u ß bas Klofter, ba fie g e h a ß t e n ®. It. n i ß t fanben, in B r a n b , unb ba er b u r ß ben R a u ß oon ben Greppen ber K i r ß e n m ä u e r , wo er f i ß nerftecft ßatte, t e r t r i e b e n w a r b , fo fiel er in ißre Ijcinbe unb f a m alfo j ä m m e r l i ß ums £eben.2

D i e S p i e l e b e r D e u t f ß e n i n B e r g e n .

Die b e u t f ß e n Ginwoßner ßatten a u ß f ü r gut befunben, 3U nerorb»

nen, bafe niemanb auf bem Kontor in Bergen follte angenommen wer»

ben, ber n i ß t feine £el}ijagre unb gemiffe bamit n e r i n ü p f t e P r o b e n aus»

geftanben ßätte. Diefes w a r e n aber gemiffe feltfame unb faft u n m e n f ß » ließe Spiele. *

1 Damit ift IT. gemeint.

! Diefeibe ffie[®i®te rairö in her Cübectet Cgronif 4, S. 186f., aI[o oon f)anfi[®er Seite, fotgenbermagen erjägtt: Dem Dogt oon Bergen, ffliaf nielfen, mar f®on einmal oom König oon

Dönemart bie Dogtei genommen rooröett, weil er fiß allzeit nißt mit bem Kaufmann in Bergen »ertragen tonnte, bem er bas Seine 3U tDaffer unb 3U £anbe* naßm, worüber t>iel Befßwerben an ben König tarnen. 1455 gab her König ¡¡e igm aber

roiebet 3urütf, um i!)n too anbets los 3U fein. Aber ßerr ®. IT. unb fein Bruber, ßerr Peter rüfteten fofort Sßiffe aus unb ließen bem Kaufmann brei Sßiffe neßmen.

3n bemfelben 3agr iam au® ein Eübetfer Raimann na® Bergen, um bort ben Kaufleuten bie Ur»

funben übet bie Betätigung ber ganfif®en Prioilegien oorsulefen. (Es f o l g t e n , i ß m a u ß b e r

Bifßof oon Bergen mit ßerrrt ©. unb feinem Bruber unb wollten babei fein, wenn man bie llrtunben oorlefe. Als ba bie Kaufleute ßörten, baß ßerrn ffliafs unb feines Brubers Kneßte brei Sßiffe genommen galten unb baß ßerr ®Iaf Dogt fein wollte, ba oerabrebeten einige Kaufleute unb Sßiffsfneßte fiß, baß fie, wenn bie ltrtunben gelefett feien, unb alle n a ß ßaufe gingen, ßerrn ffl. auf»

paffen unb ißn totfßiagen wollten, ßerr ffl. würbe gewarnt, besßalb entwiß er aus ber Derfammlung unb floß mit feinem Bruber unb tßren Sößnen unb Kneßten ins St. Brigittentlofter. Daßin folgten ißm a u ß ber Bifßof oon Bergen mit 3Wet Domßerrn unb feinem ffiefinbe. Die Kaufleute 3ogen nun über 2000 m a n n ftart

gegen bas Ktofter mit Büßfen unb Armbrüften; bamit befßoffen unb ftürmten fie bie Kirße bis 3um anbern tEag. Da braßen fie bie Kirße mit ©ewait auf unö fßlugen ben Bifßof mit 3wei Domßerrn unb oielen anberen £euten tot. Aber Herrn ffl. tonnten fie n i ß t triegen; benn er war auf bem Gurrn. Desßaib ftedten fie ben Gurm an, unb bas jeuer ergriff bas gan3e Klofter. So ergab et fiß in fetner Hot ben Kaufleuten mit ber Bitte, baß fie ißm brei Stunben gewäßrten, feine Beißte 3U oerrißten unb fein Geftament 3U maßen. Dann fßlugen fie ißm tot unb ßieben ißn in Stüde.

(16)

14 Spiele in Bergen. (Eine »erlfanfte Stabt

D a s R a u ß f p i e l . Diefes Spiel würbe abenbs u m 10 l l ß r an»

geftellt. RTa.n tierfügte f i ß j u ber Seit oon bem fjofe, wo bie t t e u l i n g e follten a u f g e n o m m e n werben, n a ß ber S ß u f t e r g a f f e , unö fie ß a t t e n in ißrem Gefolge einen, ber wie ein R a r r , einen anberen, ber wie ein B a u e r , ünö einen Dritten, ber wie ein B a u e r n w e i b oerfleibet w a r . fln ißrem Kleib ßatten fie auf ber einen Seite ein Banö, w o r a n ein Butter»

napf ober B u t t e r f a ß ßing. Sie gingen aifo p a a r w e i f e über bie G a f f e n a ß bem S ß u f t e r ß a u f e unb .füllten bafelbft ißre leeren G e f ä ß e mit p a a r e n , altem f)ol3e unb anberen ftinfenben S a ß e n , worauf fie u n t e r R ü ß r u n g ber ©rommel in g l e i ß e r © r b n u n q n a ß bem Ejofe, woßer fie gefommen warer., 3urü(iteßrien. Unterwegs b e w a r f e n fie bie Umfteßenben ober 3u=

f ß a u e r mit Kot u n b ailerßanb U n f l a t , unb bas B a u e r n m e i b begoß fie mit IDaffer. R a ß ißrer 3 u ß a u f e f u m f t f ü ß r t e n fie ben £ e ß r l i n g n a ß bem S ß ü t t i r t g ober S e u e r ß a u f e unb banben ißm einen S t r i d u m ben £eib unb 3ogen ißn alfo in bie fjöße. f j i e r a u f 3ünbeten fie bie i j a a r e unb an»

bere jtinfenben RTaterien a n unb ließen benfeiben bamit b e r ä u ß e r n . Derfelbc mußte a u ß alfo eine g e r a u m e 3eit ßängenbieiben, unb b a m i t fein f j a i s r e ß t mit R a u ß t o n n t e a n g e f ü l l t werben, fo legte m a n ißm n e r f ß i e b e n e f r a g e n 3U b e a n t w o r t e n c o r . W e n n m a n ißn .nun 3u r Ge=

nüge b e r ä u ß e r t 3u ßaben glaubte, fo ließ m a n ißn mieber ß e r u n t e r unb f ü ß r t e ißn a u s bem Seuerßaufe, wo a u ß e r h a l b ber ©üren j e ß s ©onnen mit W a f f e r ftänben, w o m i t m a n ißn begoß, um ben R a u ß g l e i ß f a m ab»

3u f p ü l e n . Bei biefem Spiele ift einmal in bem Swenbsßofe einer im R a u ß e erftidt.

V. (Eine » c r ß a i t f t c Stafrt.

3 m 3 « hr e ©f}rifti 1 3 7 4 w a r ber ©eufei los geworben in ber S t a b t B r a u n f ß w e i g unb bewegte bie B ü r g e r f ß a f t gegen ben Rat, baß fie einen

©eil bes R a t s totfßiugen; einen ©eil fingen fie unb fßiugen ißnen bie Köpfe a b ; einen ©eil certtieben fie aus ber Stabt (Cübecfer (Eßronif III, 753).

— Da befßloß bie fjanfa 1375: D a Surften, fjerren, Stäbten . . . woßl offen»

bar unb iunb ift, baß bie oon B r a u n f ß w e i g übel geßanbelt ßaben an ben eßrlißen £euten in ißrem Rat, unb bie Stäbte an ber See begeßrten, mit ißnen barüber 3u ©age 3u fißen, wollten fie n i ß t ba3u tommen. 3uleßt als bie Stäbte mit ißnen in £üneburg nerßanbeln ließen, weigtiten fie f i ß , r e ß t für u n r e ß t 3u tun. Da ßaben bie gemeinen Stäbte ber beutfßen ijanfa einträßtig befßloffen, baß fie bie oon B r a u n f ß w e i g a u s ber f j a n f a unb bes K a u f m a n n s R e ß t unb prioilegien ausftoßen wollten, fllfo baß fein K a u f m a n n in Stonbern, ©ngianb, D ä n e m a r f , Rorwegen, Rowgorob n o ß in irgenbeiner Stabt, bie in bes K a u f m a n n s R e ß t ift, Gemeinfßaft ober irgenbwie fjanbel mit ißnen ßaben foll bei Derluft non ©ßre unb Gut.

R u ß foll man niemanb geftatten, ißnen irgenbwelßes Gut ab» ober 3u3

füßren, wo m a n es oerßinbern fann. $e r n e r folien fie unb ißr Gut in feiner Stabt, bie in bes K a u f m a n n s R e ß t ift, Geleit unb Sißerßeit ßaben. Alles

(17)

Die Honfa unb Dänemarf 15 bas foll fo lange wäßren, bis fie für bie erwäßnte Untat folße Süßne Ieiften,

als r e ß t unb m ö g l i ß ift (Ej.»R. II, 1,92). — Die Süßne: (Außer firßlißer Buße) follen 3wei unferer Bürgermeifter mit 6 eßrlißen £euten aus Braun»

fßweig cor bie gemeinen Stäbte fommen unb in ©egenraart ber Dertriebenen jpreßen: „Die © e f ß i ß t e , bie in B r a u n f ß w e i g gefßeßen ift, ift eine Hat bes blinben 3 o r n s unb ift uns leib, unb wir bitten e u ß um ffiottes unb unferer lieben 5r a u willen, baß ißr uns bas »ergebt unb uns wieber in eures K a u f m a n n s R e ß t aufnehmt, barinnen wir früher mit e u ß gewefen finb." R)enn biefe Bitte 311 £übe<f gefßeßen ift, fo follen bie Dertriebenen, - bie es wollen, fofort fißer in bie Stabt B r a u n f ß w e i g fommen. Diefe Der-

triebenen follen uub wollen wir in all ißr ©ut einfeßen. Unb wir follen unb wollen ben R a t mit Kaufieuten unb Rentnern unb treuwürbigen £euten befeßen, bie ba3U nüße finb n a ß alter Gewohnheit (H-R- 1,218).

D. Die i}anfa im Kampf um bie (Erhaltung iijrer priotlegien.

I. Die Qanfa unb Däitentarf.

I. flus bem Kriege 001t 1426-35.

Seit 1397 waren Dänemarf, Rorwegen unb Sßweöen oeteiutgt. König Griß griff ffeinriß uon fjolftein an, um" tßm bas Her3°9tum Schleswig 3U neßmen. Diefe bänifßen flusbeßnungsgelüfte unb Bebrüdungen ber ßanfifßen Kaufleute oeranlaffen bie fjanfa 3um Eingreifen.

Reimar Kod, Cübedifße (Eßronif.1

1 4 2 7 . Die feßs Seeftäbte2 m a ß t e n eine große H « r f u ß r t 3u EDaffer gegen König © r i ß unb riefen n o ß Diele Sölbner 3U ißren eigenen Bürgern ßin3u unb feßten auf febes S ß i f f 3wei f j a u p t l e u t e . Aber über alle bie Hauptleute w a r mit 3 u f t i m m u n g ber Stäbte ein © b e r ß a u p t m a n n gefeßt.

Der oberfte £ ü ß r e r w a r Gibemann Stein, R a t m a n n a u s £übecf. Die- fem w a r b DOU allen Stäbten geboten, baß er mit ber gan3en ^ i o t t e in ben Sunb fegein unb ben auf feinen 5 a I I r ä u m e n foTIte, eße bie S ß i f f e , -'bie a u s ber B a q e3 unb oon (ber R)eißfel f o m m e n follten, b u r ß ben

Sunb gefommen w ä r e n . Unb bie folite er mit allen K r ä f t e n geleiten, baß fie n i ß t in bie Hänbe ber D ä n e n fielen. R)enn fie alle f i ß e r b u r ß - gefommen feien, bann follten fie, wenn fie ben D ä n e n n o ß S ß a b e n 3Up fügen f ö n n t e n , bas mit D o r f i ß t unb Klugßeit t u n . Als fie n u n in ben Sunb famen, fanben fie' c o r f i ß bes Königs Doli mit K r i e g s f ß i f f e n , f a m p f b e r e i t : D a fegelte ber H a u p t m a n n non H a m b u r g 3U bem S ß i f f e bes oberften H a u p t m a n n s unb fragte, w a s fie t u n follten. Der ant- wortete, baß fie i n . G o t t e s R a m e n f ü ß n l i ß ißre 5 e i n b e angreifen woIE-

1 R o ß ungebrudt. Eja n i)fßrift aus bem. Staatsarßi» in £übed. Grgän3t burß £üb. Gßronif III, 383ff. unb bie Rufusßronif „£übeder Gßronif" III.

8 £übed, Hamburg, Roftod, Stralfunb, EOtsmar, £üneburg.-

s Gine an ber fran3öftfßen Küfte befinbliße feßr fafereiße Büßt.

(18)

16 Die Ha nfa Dänemarf

ten. D a rourbe ber H a u p t m a n n froh unb feuerte bie Seinen an, baß fie männlich ftreiten follten. S o f o r t f u h r e n bie D ä n e n gegen bie S k i f f e ber Stäbte los. П а ф Ь е т fie lange .getämpft h o t t e n , hoff Gott, baß einige lübifcßen Schiffe bie Gegner, bie fi© an ihre "Seite gelegt hotten, п а ф h o r t e r Arbeit iiberroanben, unb fie nahmen fie unb b r a d j t e n fie mit nach HQus. 3 n bem Kampfgetriebe tarnen b i e . H a m b u r g e r a u s ber S a h r r i n n e , fo baß fie auf G r u n b liefen. D a fcßloffen bie D ä n e n fie ein unb t ä m p f t e n fo lange mit ihnen, bis fie fie mübe machten. D a ben Harn- b u r g e r n feine Hilfe tarn, w ü r b e n fie .überwunben unb п а ф Kopenhagen in ben G u r m деЬгафй Die £übeder mit ihren G e f a n g e n e n unb bie a n b e t e n Stäbte fuhren п а ф Haus unb-warteten т ф 1 auf bie Schiffe a u s ber B a p e unb oon ber И ^ ф [ е 1 , bie fie geleiten follten. Aber f a u m brei Stunben, п а ф Ь е т fie weggefegelt waren, tarnen bie Sci)iffe a u s ber Bape, mit t o f t b a r e m G u t e gelaben, unb fielen in ber D ä n e n fjonbe.

Unb fie n a h m e n baoon über 30 Sd)iffe unb ег}ф1идеп unb fingen Diele Kaufleute. Deswegen f l a g t e n bie Kaufleute Don £übe<f im H a m e n aller Kaufleute, bie ЬаЬигф nerloren hatten, oor bem K a t e 3u £übecf Herrn.

Gibemann Stein an unb forberten поп if)m B e3a h l u n g bes Gutes', b a s feiner D e r f ä u m n i s wegen genommen w a r . So w ü r b e er in ben G u r m gefeßt unb blieb ba über brei 3<фге.

Heimar Koct.

1 4 2 8 . Die Stäbte rüfteten eine neue 5lotte aus unb Derfammelten Аф in ber W i s n u n ^ e n В и ф й D a w a r mit Hc r3°g G e r h a r b Don Э ф к э . w i g1 mit 100 Gewappneten a l s H a u p t m a n n ber J l o t t e . Als fie alle 3u=

fammen w a r e n , ba h a t t e n fie a n 260 Sdjiffen. Diele baoon w a r e n

3u m K a m p f e umgebaut. An Dolf hatten fie 12000. Gs tarnen ba а и ф 800 £eute, bie auf eigne Koften r a u b e n wollten. Sie n a n n t e n р ф

„ O t e n b e e l e r "2. Gs tarn а и ф 3u ber 5 l o t t e B a r t h o l o m e u s Doth, ber H a u p t m a n n w a r über 800 ber £ifenbeeter. Sie hatten а и ф ihre eignen 5 ф 1 ^ е . Sie f u h r e n in ben Sunb unb legten Аф oor ben Hafen bei Kq»

pentjagen, in bem bes Königs Sd)iffe lagen, unb ißre A b ^ t w a r , ben Hafen mit großen Derfenften S ф i f f e n 3u n e r f p e r r e n . tDäfjrenb eines %f=

tigen Gefhüßfeuers f ü h r t e n bie, bie ba3u gefcHidt w a r e n , baß fie ben Hafen n e r f p e r r e n follten, bas a u s unb taten, w a s ф п е п befohlen w a r . Aber bie Don W i s m a r oerfahen fied), inbem fie ihre Schiffe ber £ ä n g e

• п а ф werferttten p t t quer, unb fo blieb ba eine 5af)rftraße, a u s ber bie

;.D.änen'tommen'fonnten. 'Als bie Stäbte fahen, baß ihre A r b e i t nergebensi -getan w a r , 3ogen fie Wieber weg. B a r t h o l o m e u s Doth 3og in ben S u n b mit ben Stäbten.. Als fie ba eine Weite gelegen hatten, n a h m e r U r - l a u b , baß er mit feiner ©е[е11|фаф auf eignes Glüct r a u b e n b ü r f t e .

1 Gin jüngerer Bruber flbolfs, bes ITacßfoIgers Heinrichs.

"jCitenbeeler = bie etwas in gleiche Geile teilen.

(19)

Die fjanfa unb Därtemarf 17 So tarn er n a ß Bergen in H e r w e g e n . (Es begab f i ß aber, baß oiel (Eng»

länber biesmal in Bergen w a r e n unb ba ijanbel trieben, weil oon ben f j a n f a f t ä b t e n ba niemanb wegen bes Krieges .oerfeßren burfte. D a f ü r ß t e t e n fie, baß bie Stäbte mit ¡gan3er B l a ß t fämen, liefen 3u S ß i f f unb fegetten eilig b a o o n ; ber B i f ß o f .oon Bergen floß mit ißnen. Als bie Cifenbeeler bas [aßen, f r e u t e n fie f i ß , gingen mutig a n £ a n b unb naßmen, w a s fie 3u Bergen fanben. A u ß gingen fie in bes B i f ß o f s ijof unb b r a ß e n feine Kiften unb feine B ü ß e r e i auf unb naßmen feine Bü=

ß e r , Golb unb Silber unb feinen B i f ß o f s o r n a t unb w a s fie fanben.

A u ß ß a t t e n fie bas Glücf, baß bie R o r b m ä n n e r f a m e n mit ißven 5 Ü ße n

unb anberm G u t unb bas o e r f a u f e n wollten wie •gewößnliß. Da tauf»

ten bie £ifenbeeler mit oßne fjeller unb P f e n n i g . Sie naßmen ißnen alles, w a s fie ßatten, unb gaben ißnen wieber f ß w e r e S ß l ä g e unb b r a ß t e n ben g a n3e n R a u b in bie H K s m a r f ß e B ü ß t unb u e r f a u f t e n ißn ba.

2. Der griebe oon Worbinborg. 1435.

1

£übecfer Urfunben 7, 649. ~ 3 n Gottes Hamen ! Amen ! W i r © r i ß , oon Gottes Gnaben König oon . . . befennen unb b e3e u g e i i . . . , baß w i r u n s n ü t l i ß o e r t r a g e n ßaben mit ben Bürgermeiftern, R a t s m a n n e n unb ber B ü r g e r f ß a f t ber eßr»

l i ß e n Stäbte. . . . l l n b bie B ü r g e r , Kaufleute unb ©inwoßner ber Stäbte foilen ißre p r i o i l e g i e n unb 5r eß e i t e n u n b .alten l ö b l i ß e n Gewoßn»

ßeiten, bie w i r ißnen b e t ä t i g t ßaben,-rußig, in Srieben unb u n o e r f ü r3t g e b r a u ß e n in ben brei R e i ß e n f ü r alle ¿Seiten; ebenfo foilen biefe pri»

oilegien unb Stcißeiten genießen alle bie, benen es oon R e ß t s wegen

3u f o m m t .

3. Der Qeriitgsfattg in Sßonen.

8

D. Sßäfer „Die ßanfifßen ©efßißtsquellen", Bb. IV (Die lltote).

Polt3eiorbnung (bie ITtote) für ben flufentßalt in Sßonen.

Kein S i f ß e r foii meßr f j e r i n g einfal3en bei feiner Bube a l s eine ßalbe £aft mit feiner G e f e l i f ß a f t .3 — Kein K a u f m a n n , A m t m a n n , S i f ß e r foii W a f f e n tragen. — W i r gebieten allen S ß i f f e r n , baß fie feinen Ijering in ißrem S ß i f f einfal3en. — ©s foii niemanb a n ben S t r a n b geßen a m Rlorgen, u m oor S o n n e n a u f g a n g f j e r i n g 3u f a u f e n .

1 Worbingborg auf Seelanb. Auf Sßleswig oer3ißtet ber König nur oorläufig.

' Ilm 1400 ßat fiß nirgenbs in (Europa ein fo Iebßaftes Sraßtgefßäft abgefpielt als in Sßonen wäßrenb ber TTtonate bes fjeringsfangs (Aug. bis

©ftob.). Die Itieberlaffungen, too ber ijering gefallen unb oerpailt würbe, ßeißen Ditten. 3ebe Stabt ßat ißre eigenen Ditten. S. a u ß S. 6.

s Der alte mitteialterliße ffirunbfaß, baß alle <Erwerbs3wetge ftreng oon»

einanber gefonbert waren („ins fjanbmer! pfufßen"). Das gang» unb Kauf»

gefßäft follten ftreng ooneinanber getrennt fein. Die ßalbe £aft ift fooiel, wie ber gifßer für ben eignen Bebarf für ben Winter gebraußt. Dgl. ba3u bie ,übernäßfte Beftimmung.

(20)

18 Die ßanfa unb Dänemarf

Aucß foll fein RTann G u t a u s bem Scßiff ober Dort bem £ a n b 3U ben Scßiffen f ü ß r e n nacß S o n n e n u n t e r g a n g . — l i i e m a n b foll 5 i f ( ß a b f ä l l e auf bie S t r a ß e n ober ß'inter bie f j a u f e r toerfen ober irgenbwelcße 5äul=

nis, wenn bie Knocßenßauer Dieß fcßlacßten, fonbern m a n foll es in bas tDaffer füßren, bamit b a r a u s fein Geftanf entfteßt. — W e n n ein D ä n e mit einem Deutfcßen in Streit f o m m t , unb ber D ä n e oon bem Deutfcßen Derrounbet ober gefcßlagen tDirb, fo foll unfer 3öllner ben Deutfcßen bem bänifcßen Dogt 3Utoeifen, unb ber foll barüber ricßten unb bie S t r a f e neßmen (unb umgefeßrt).

4. 8efßt»erbef<ßreiben ber ettglifßett liaufieuie gegen bie ßanflfßen Kaufleute in Sßonen.1

ßanfroRcjeffe I, 3, 89.

®bglei<ß jebes anbere £ a n b bas Recßt ßat, n a ß Scßonen 3U fom»

men, um Hering 3U f a u f e n unb ein3ufal3en, oßne 3oIl u n b G r i b u t 3U 3aß=

len, ßaben fie nicßt eßer gerußt, a l s bis fein englifcßer K a u f m a n n m e ß r einen a u fs £ a n b fegen f a n n , um Hering 3U f a u f e n , oßne einen un=

mäßigen 3 o l l 3U be3aßlen. t l n b aucß bas ßaben fie erreicßt auf Scßonen, baß-, obgleicß ber englifcße K a u f m a n n ftets unter bem Scßug unb Scßirm bes Dogtes Don bem Kaftel unb bem H a u s2 w a r , in biefem 3 a ß r ber Dogt fie nicßt in feinen Scßug aufneßmen wollte. D a n n ßaben fie, u m u n s englifcßen K a u f l e u t e in ißrem (Erwerbe 3U ftören, unb b a m i t w i r nicßt in £ a n b e fommen, wo fie Hanbel treiben, unter ficß einträcßtig be»

fcßloffen, baß niemanb a u s ißrer Gefellfcßaft irgenbwelcße W a r e in • ein Scßiff Don u n f e t e n englifcßen Kaufleuten itberfüßren foll, aucß foll niemanb einen englifcßen W a r e n b r i e f f ü ß r e n unb u n s Gnglänbern £e=

bensmittel Derfaufen, fonbern n u r gan3 wenig unb f ü r f u r 3 e 3eit, unb wenn wir in R o t finb, m e ß t 3U f a u f e n , fo müffen unfere K a u f l e u t e fcßwö»

ren, baß fie alles Der3eßrt ßaben, w a s fie 3uoor g e f a u f t ßaben. Aucß wollen fie nicßt leiben, baß unfere K a u f l e u t e ißre £ a f e n im Scßnitt Der»

f a u f e n , fonbern n u r im großen, minbeftens ein gan3es £ a f e n .

II. Bie Hanfa unö inglanb.

4. Der ßanfatag oon 4434 in £übecf.

£janfa=Re3effe II, 1, 321.

4 s w ü r b e n beputiert Dier Bürgermeister a u s oier ber oorneßmften Stäbte, nämlicß £übecf, Köln, H a m b u r g , Dan3ig, unb gefanbt 3U bem Hocßmeifter Don P r e u ß e n , ein ewig B ü n b n i s 3mifcßen ben Hanfaftäbten unb bem Herrn oon P r e u ß e n unb feinem £anbe auf3uricßten. Don bei»

ben Seiten w ü r b e f ü r gut angefeßen, baß ber ijodjmeifter in allen

1 Ulan fießt baraus, in rote rücfficßtslofer IDetfe bie Ejanfa jebe Kontur»

ren3 oernicßtet ßat.

! Stanör unb $aifterbo auf Scßonen.

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Die ijanfa unb «Englanb 19

£anben unb Reichen fidj a l s Derwanbten unb Bunbesgenoffen ber Hanfa- ftäbte e r f l ä r e n foll unb baß er bie Stäbte unb ben K a u f m a n n in ©¡rem

Rechte fdjüßen wolle nach feinem Dermögen.1

5 ü r ben S a l i , baß ben Stäbten unb ben K a u f l e u t e n ber H a n f a ihr Redjt oon ben (Englänbern nicht wiberführe, fo firtb fie fidj einig ge- worben, baß b a n n niemanb a u s ber Hanfa (Englanb m e h r befudjen nocfj irgenbweldjen Hanbel mit ben (Englänbern treiben foll b u r d j Kauf unb Derfauf in- unb a u ß e r h a l b oon (Englanb. Auch wollen bann bie Stäbte bie (Englänber in ihren Stäbten triebt mehr bulben. Aud} foll m a n b a n n - in feiner Ejanfaftabt englifdjes £ a f e n ober £ a f e n , oon englifdjer W o l l e gemad)t, o e r b r a u d j e n , bei Derluft oon 20 IRf. Silber. R l a n foll aud) fchreiben nach S l a n b e r n , Hollanb, B r a b a n t , Seetanb unb anberen ®e=

genben, Don wo o e r m u t l i d j engüfdje £ a f e n in bie f j a n f a f t ä b t e f o m m e n werben, baß fie bie 3 f j r e n w a r n e n , baß fie foldje £ a f e n nicht in bie ijanfaftäbte b r i n g e n bei Derluft ber £ a f e n .

Cübeder ffhronit III, 433. IV, 44.

1 4 3 7 . Die K a u f l e u t e oon ben ©ftfeeftäbten erhoben bittere Klage, baß fie oon ben G n g i ä n b e m o f t auf ber See b e r a u b t unb auf. bem £anbe mit ungewohnten 3öllen bebrüdt würben. Die H e r r n oon ben Stäbten baten ben RTeifter Don P r e u ß e n , er möge bem König unb ben S ü r ß e n oon (Englanb fdjretben, baß fie bem K a u f m a n n e a u s P r e u ß e n unb ben Seeftäbten ißre a l t e n Rechte ließen. Der RTeifter non P r e u ß e n fanbte einen D o f t o r bes geiftlichen Rechts a u s feinem ©rben mit bem B ü r g e r - meifter oon D a n j i g unb gab ihnen ernfte, beftimmte B r i e f e m i t . Die.

oier Stäbte Hamburg, £übecf, W i s m a r unb £ ü n e b u r g fanbten ihre B ü r - germeifter mit im I t a m e n aller Hanfaftäbte. (Rad) langem Marten) be- fahl ber König feinen S ü r ß e n unb ben Herren feines R a t s , baß fie mit ben Stäbten bie Dertjanblungen beginnen follten über bie beiberfeitigen Redjte bes K a u f m a n n s . Diefe Derhanblungen w ä h r t e n l a n g e ; benn bie Gnglänber wollten ja haben, baß ißr K a u f m a n n biefelben Redjte hätte in P r e u ß e n unb ben Stäbten toie bie ijanfifdjen K a u f l e u t e in (Englanb.

D a s wollten aber bie Gefanbten auf feinen S a l i 3u g e b e n ; benn bas w a r ihnen nicht befohlen unb w a r ungewöhnlich unb n i e o o r f j e r oon ben (Englänbern geforbert. Als ba Heinrich, ber K a r b i n a l oon (Englanb, fal), baß fie meßt 3u<Enbe f a m e n , fagte er ben einflußreidjßen £euten oon bem P a r l a m e n t e : . . . D a r u m bitte idj eudj, machet unferem Reiche feinen neuen Krieg mit £ ä n b e r n u n b Stäbten, bie w i r nidjt entbehren fönnen, unb ba unfer K a u f m a n n notgebrungen oerfeijren muß. Durch biefe W o r t e w ü r b e n bie Herren umgeftimmt u.nb einigten fidj frieblidj mit ben Stäbten. Auch erneuerten fie alle alten R e p e unb p r i o i l e g i e n

1 Dies Bünbnis jtDtfdjen bem H°djmeifter unb ber Hanfa war gegen (Eng- lanb gerichtet.

Ábra

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