Teljes szövegt

(1)

Sonclerabdruck

aus den

Jahresberichten der Geschichtswissenschaft 5 '.

Berlin SW.

R. Gaertner.s Y e i - l a g s b u c h h a n d l u n g

H e r m a n n H e y f e l d e r .

(2)

92

(3)

X X X i r . L. M a n g o l d : Ungarn.

11,353.

X X X I I .

Ludwig Mangold.

Ungarn.

Aelteste Zeit. P r ä h i s t o r i s c h e s Z e i t a l t e r . — Über die wich- tigeren Funde im Jahre 1885 veröffentlichte der Direktor des Nationalmuseums,

Fr. P u l s z k y

1

) in mehreren Zeitungen einen übersichtlichen Artikel. — Den interessantesten Fund machte der gelehrte Pfarrer W o s i n s k y ,

2

) der am Ufer des kanalisierten Kaposflusses bei Kurd im Tolnaer Komitate 14 mit Reifen gezierte (geriffelte) Bronze-Eimer, sehr ähnlich den bei Bologna und andern Orten gefundenen etruskischen Cisten fand, Zeugen der Handelswege des grauen Altertums. — W o s i n s k y

8

) entdeckte ferner ein Grabfeld

im Lengyeler Wald aus der Übergangszeit der Stein- zur Bronzeepoche. — Der Entdecker will zugleich den ältesten Beweis für Vorkommen des Täto- wierens bei den prähistorischen Rassen gefunden haben. In K e r (Somogyer Komitat) fand man Reste einer antiken Gufsstätte mit Prachtstücken von zum Umgufs bestimmten Waffen und Gefäfsen. — Von 0 r t v a y

4

) erschien eine vergleichende Studie über Steinfunde. — Auf zwei andere Funde sei kurz hingewiesen.

5

"

6

) — Gelegentlich des 50j. Schriftsteller-Jubiläums Franz Pulszkys erschien ein Sammelband

7

) mit Abhandlungen zumeist·

archäologischen Inhalts. — Unter den in diesen Rahmen fallenden Zeit- schriften

8

"

9

) seien insbesonders zwei genannt. — L e n h o s s e k s Bericht

1 0

) über die bei Szegedin gefundenen Skelette keltischer, römischer und ur- magyarischer Abkunft erschien in deutscher Übersetzung. Über die älteste

1 ) Fr. P u l s z k y , Erwerbungen des National-Museums im J. 1 8 8 5 : Ungarische R. 6 (1886), S. 245/8. Budapest, Kilian. (Erschien vorher in mehreren Tageblättern.) — 2 ) Moritz W o s i n s k y , Etruskische Bronzegefäfse in Kurd (1884): ib. S. 3 0 9 — 3 2 . Budapest. — 3 ) i d., Leletek a lengyeli őskori telepekről. (Prähistorische Funde zu Lengyel.) Budapest, Ungar. Akademie. 1885. 4°. 50 S. M. 6. Bez.: Századok (1886) 6, S. 529.

(Erschien in der Ungar. B. und im Sonderabdruck auch in deutscher Ubersetzung [Kilian].) — 4 ) Tivadar O r t v a y , Vergleichende Studien der vaterländischen und aus- ländischen, prähistorischen Steinfunde. (Ungarisch.) ( = Histor. Abhandlungen der Ungar.

Akademie.) Bd. 12 (1885), H. 7/8. Budapest, Akademie. 8°. 75, 105 S. M. 0,70, 0,80.

Bez.: Ungar. B. (1885), S. 299. — 5 ) X D. H a t t y u f f i , Die Ausgrabungen von Nagy Look. (Ungarisch.) ( = Jb. Stuhlweifsenburger H,V.) 1885. — 6 ) X Fr. K u b i n y i , Das Urnenfeld von Felsö-Kubin: Mitt. d. anthrop. Ges. in Wien 14 (1885), H. 4. Wien.

-— 7 ) Br. Eugen N y á r i , Karl T o r m a , Emr. H e n s z l m a n n , Album Pulszky Ferenez 50 éves irői jubileumára. 1 8 3 4 — 8 4 . (Pulszky-Album, zum 50j. Jubiläum Pulszkys.) Budapest, Aigner. (1885), 170 S. M. 10. Bez.: Archäolog. Anz. (1885), H. 3. (Mit Tafeln und Abbildungen.) — 8 ) X István P o n t e l l y , Régészeti és történeti Értesítő.

(Archäologisch - historischer Anzeiger. Herausgeg. vom Südungarischen Museum-Verein.) Bd. 11 (1885), 4 Hefte. Temesvár, _ Selbstverlag. 1885." 8°. 2 3 2 S. M. 8. — 9 ) X Josef H a m p e l , Arcbäologiai Értesítő. (Archäologischer Anzeiger). Jg. 1885.

Budapest, Verlag d. Archäol. Ges. — 1 0 ) Josef L e n h o s s é k , Die Ausgrabungen zu Szeged-Othalom in Ungarn. 2. unveränderte Ausgabe. Wien, Braunmüller. 1885. 4°.

2 5 1 S. M. 2 0 . (Mit 11 Tafeln und Illustrationen.)

(4)

Bevölkerung Siebenbürgens und der Gegend um Werschetz im Banat· handel- ten F l i g i e r und M i l l e c k e r .

1 2

)

B ö m e r h e r r s c h a f t . — Über Funde aus dieser Zeit handelte der leider frühverstorbene W . L i p p ,

1 3

"

1 4

) dessen eingehende Berichte über die in und bei Keszthely untersuchten, nahezu 4000 Gräber nunmehr auch in deutscher Übersetzung vorliegen. Beide Gräberfelder stammen aus einer Zeit und von einem Volke her. Dieses — vorläufig namenlose — Volk hat unmittelbar vor und während der Bömerherrschaft in Pannonién gewohnt, hat die von den römischen Eroberern hier etablierte Mischbildung geerbt und diese in origineller Weise weiter entwickelt und so eine eigenartige Nachblüte der römischen Kleinkunst hervorgerufen, die in Geschmack und Kunstfertigkeit ihre Vorgängerin übertraf. — In den Gräbern wurden neben den Skeletten, von der Unzahl Glasperlen abgerechnet, blofs an Gold-, Silber-, Bronze-, Eisen-, Thon- und Bein-Anticiuitäten über 600 Stück gefunden. — Die politische Geschichte Pannoniens berühren zwei Abhand- lungen,

1 5

) von welchen jene R i t t e r l i n g s

l 6

) selbständige Resultate bietet.

Kap. IV (S. 36—65) handelt von den Schicksalen der X. Legion (gemina) in Pannonién und die auf sie bezüglichen Inschriften. — D u d á s

1 7

) ver- verbreitete sich über die sogenannten römischen Schanzen in Unter-Ungarn, deren römischer Ursprung aber neuestens vielfach angezweifelt wird. — Über Steinhauten aus römischer Zeit handelte O r t v a y .

1 8

) — Spätrömisch, aber wichtig und zugleich sehr selten sind zwei Goldmedaillons des Kaisers Maximimian von j e 27 Gramm Gewicht. Auf der Averseite zeigen selbe das Brustbild des Kaisers mit dem Löwenfell seines Schutzherrn, des Her- kules bekleidet; auf der Reversseite des einen Medaillons wird der Kaiser von der Göttin Roma bekränzt, während vor ihm der Flufsgott Danubius ruht; auf der Reversseite des zweiten Medaillons, welche beide Kaiser, Diocletian und Maximian, in thronender Stellung darstellt, jeder eine Welt- kugel in der Rechten haltend. Der erstere wird durch Jupiter, der andere durch Herkules gekrönt. Die Umschrift soll die fortwährende Eintracht der zwei Kaiser verewigen. — Endlich gehören zahlreiche Funde aus Bregetio hierher, durchgehends Steiudenkmäler. (No. 1.)

. V ö l k e r w a n d e r u n g . — H a v a s

1 9

) suchte nachzuweisen, dafs die Etzelburg auf der Stätte des heutigen Altofens gestanden sei und dafs es zwei Städte mit dem Namen Ofen gegeben habe. — Das ältere Ofen sei nach dem Bruder Attilas, Buda, benannt worden; das jüngere Ofen hätten

1 1 ) F l i g i e r , Graf Géza Kúun Uber die Urbevölkerung Siebenbürgens und die Religion der Agathyrsen: Kosmos 8 (1884), H. 1. — 1 2 ) Felix M i l l e c k e r , Die Wer- schetzer Gegend im Altertume. Werschetz, Selbstverlag. 1 8 8 5 . 8°. 34 S. Rez.:

Századok 5 (1885), S. 4 6 0 ; Archäolog. Anz. (1885), H. 3. — 1 3 ) W. L i p p , Die Gräber- felder von Keszthely. Budapest, Kilián. 1885. 8«. VIII, 121 S. M. 4. (Mit 360 Illustrationen und 3 Tafeln. Vgl. auch Ungar. R. (1886), S. 1.) — 1 4 ) i d . , Meine Aus- grabungen in und um Keszthely: KBGV. (1885), No. 12. — 1 5 ) Jónás B e l i c z a y , AVIII. ikeriegió története. (Gesch. der XIII. Legion gemina): JB. d. Kecskeméter Kollegiums.

Kocskemét, Töth. 1884. — 1 6 ) E. B i t t e r l i n g , De legione Romanorum X gemina.

Leipzig, Fock. 1885. 8°. 127 S. M. 2. Bez.: CB1. (1886), No. 31. — 1 7 ) J. D u d á s , Die römischen Schanzen in Süd-Ungarn (Ungarisch): Jb. d. H. Ges. des Báes - Bodroger Komitates (1885). Zombor. — 1 8 ) Theodor O r t v a y , Römische Steinbauten in Ungarn.

(==Pulszky-Album.) Budapest. B e z . : Századok (1885), S. 278. — 1 9 ) Alexander H a v a s , Beiträge zur Vergangenheit Pannoniens und Alt-Ofens. ( = Pulszky-Album.) Budapest.

1885. 4°. Rez.: Századok 3 (1885), S. 277.

(5)

X X X i r . L. M a n g o l d : Ungarn.

11,353.

Pester Bürger um das Jahr 1250 gegründet. — Die Arbeit H a m p e 1 s

2 0

) über den berühmten Goldfund von Nagy-Szent-Miklós ist ins Deutsche übersetzt worden. — Es ist bekannt, dafs Hampel sich an der richtigeren Lösung der griechischen Inschrift versuchte. E r hält den Schatz für das W e r k eines gotischen Künstlers und zugleich als das E r b e eines gepidischen Fürsten, der denselben wieder von Hünen oder Goten erhalten habe.

Hampel weist darauf hin, dafs die Emailtechnik am Ende des 8. Jh. ' in der Pontosgegend (Gotien) sich unabhängig von Konstantinopel entwickelt habe. Gotischen Ursprungs sei j a auch der Schatz von Petreosa. — Die Geschichte der auch in Pannonién ansässig gewesenen Longobarden behan- delte B o r o v s z k y ;

2 1

) das wichtige Werk von Schmidt konnte er indes nicht mehr henützen. In die Zeit Valéntinians III. gehört das Grabfeld von Fenék (Mogentiana) am Plattensee, das W. L i p p

2 2

) teilweise ausgrub.

Die Funde zeigen uns die Kunst der Barbaren und des sinkenden Kömer- reiches vermischt : römisches Glas und lange germanische Schwerter finden sich zusammen vor; ferner goldene Ohrringe, ähnlich jenen, welche sich in den ostgotischen Niederlassungen bei Ravenna vorfanden. — Bei Perjámos (Torontaler Komitat) wurde das Grab einer reichen Dame dieser Zeit geöffnet.

Silberfibeln, Goldornamente, Granatschmuck waren ihr beigegeben. Diese und andere Funde beweisen, dafs die 'Barbaren' in technischer Hinsicht sich einer respektabeln Kultur rühmen konnten.

A b s t a m m u n g d e r M a g y a r e n . U r h e i m a t . — Der jahrelange, erbitterte Streit zwischen den Vorkämpfern der finnisch-ugrischen und tür- kischen Abstammungstheorie hat sich auch im Berichtsjahr weiter gesponnen.

Diesmal war die Reihe an V á m b e r y ,

2 8

) der auch nicht säumte, die Argumente P. Hunvalfys und Budenzs' zu entkräften. Dafs der Streit von ausschliefslich linguistischem Standpunkt nicht zu entscheiden sei, ist jetzt wohl allen klar geworden. U j f a l v y s

2 1

) Stellung zu dieser Frage ist mir nichtl bekannt, H ó d o 1 y

25

) schliefst sich eher Vámbéry an. — Mit der von D u k a in ungarischer und englischer Sprache besorgten Herausgabe der W e r k e des edlen Sprachforschers und Reisenden A l e x a n d e r G s o m a d e K ö r ö s

2 8

) (f 1842 in Tibet) hat die ungarische Akademie sich einer alten

3 0 ) J· H a m p e l , Der Goldfund von Nagy-Szent-Miklds, sogenannter 'Schatz des Attila'. . Beitrag zur Kunstgesch. der Völkerwanderungs-Epoche. Budapest, Kilián. 1885.

8°. . 1 9 0 S. M. 6. (Ubersetzung der im'Archäolog. Anz.' 1884 erschienenen Abhandlung.

Erschien auch in der Ungar. B. (1885), S. 611 ff. — 2 1 ) Samuel B o r o v s z k y , A longobárdok vándorlása. (Die Wanderung der Longobarden.): Századok 19 u. 20 (1885/6), durchlaufend. Budapest. (Erschien in deutscher Übersetzung in der Ungar. B. (1886), S. 184. — 2 2 ) W. L i p p , Ein Steinkammergrab aus der Vorzeit in Keszthely: Archäologiai Értesítő 5 (1885), S. 372 ff. Budapest. (Deutsch übersetzt in der Ungar. E. (1886) S. 566. Vgl. auch No. 1 [Pulszkys Bericht].) — 2 3 ) Armin V á m b á r y , A magyarok eredete ás a finn ugor nyelvészet. (Die Abstammung der Magyaren und die ugrisch-finnische Sprachwissenschaft. Antwort an H. Budenz). ( = Sprachwissenschaftl. Abhandlungen der Ungar. Ak.) 12 (1885), No. 5. Budapest, Akademie. 1885. 8°. 74 S. M. 1. — 2 4 ) Charles U j f a l v y , Étude comparée des langues ougro-finnoises. 1. Bd. Paris, Leroux. 1885. 8°. 106 S. . M. 10. — 2 5 ) Ladisl. H é d o l y , Beiträge zur Gesch. des Ursprungs der ungarischen Nation. (Programm der Prefsburger Kealschule.) Prefsburg.

1885. Eez.: Századok (1886) 5, S. 440. —• 2 6 ) Tivadar D u k a , Körösi Csorna Sándor dolgozatai. (Werke des Alexander Körösi de Csorna nebst seiner Biographie). Budapest, Akademie. 1885. 8°. VIII, 4 3 8 S. M. 6. Bez.: EC. (1885), No. 3 2 ; DLZ. (1885)' No. 3 8 ; CB1. (1886), No. 3; U n g . E . (1885), S. 6 2 6 — 3 5 ; JSav. (1887) N0v.-Heft!

(Barthélémy de S a i n t H i l a i r e . ) (Mit einer Karte. Erschien auch in engl. Übersetzung:

Life and works of Alexander Csoma des Körös. [London, Trübner. ' 1885.])

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Dankespflicht erledigt. Duka hat dem Buche eine Biographie Csomas voran- geschickt. — Über die Reise Rubruks (Rubruquis), der im Anfang des 13. Jh. gleichfalls die Urheimat der Ungarn aufsuchte, gab F. M. S c h m i d t

2 7

) eine kritische Untersuchung heraus. — Über die Vergangenheit und Religion der dem finnisch-ugrischen Sprachstamm angehörenden W o t j a k e n h a t B a r n a gehandelt.

2 8

-

2 9

)

Politische Geschichte des MA. E i n w a n d e r u n g . Z e i t d e r H e r z o g e . K u l t u r v e r h ä l t n i s s e . — Der Tradition nach haben die Magyaren Pannonien als Verwandte und Erben der Hunnen in Besitz genommen. Bekanntlich hat P. Hunvalfy (Ethnographie Ungarns) vor wenigen Jahren die ganze ungarische Hunnensage als ein dem deutschen Sagenkreis entnommenes, fremdländisches Produkt bezeichnet. P a u l G y u l a i trat hierauf für den nationalen Ursprung der Sage ein und Gust. H e i n r i c h sprach sich dahin aus, dafs die ungarischen Chronisten wenigstens einen Teil der Sage nur aus der vaterländischen Tradition schöpfen konnten.

Neuestens hat Gedeon P e t z

3 0

) die ungarische Hunnensage in ihre Bestand- teile zerlegt und darin sowohl einheimische wie auch ausländische Elemente gefunden. Die aus deutscher Quelle stammenden Details stammen aber nach ihm nicht aus dem Nibelungenlied, sondern aus der mündlichen Tradition der im ehemaligen Pannonien angesiedelten deutschen Kolonisten. — Über Almos, den Vater Arpads und die mancherlei Sagen, welche sich, an dessen Geburt knüpfen, hat G. N a g y

S1

) gehandelt. E r unternahm es, Almos, den magyarischen 'Sonnengott' des geschichtlichen Hintergrunds zu berauben. — W e k e r l e

3 2

) versuchte auf Grund eines in, einer Urk. Ludwig des Grofsen (1355) bezeichneten Grenzsteines das Grab Arpads südlich von der Viktoria- Ziegelfabrik beim heutigen Alt-Ofen nachzuweisen. —

r

T o r m a

3 S

) schliefst sich der Ansicht Havas a n , der die Grabstätte Arpads beim heutigen Klein-Czell suchte. Aufser einer Millenarium-Gelegenheitsschrift

34

) sei die Untersuchung des Majors K ö s t l e r s

8 5

) genannt, der die Schlacht auf dem Lechfeld (955) einer eingehenden Untersuchung würdigte und dabei zu folgenden Resultaten kam. Die Schlacht selbst fand südlich von Augsburg, bei Königsbrunn statt. Den Gunzenle verlegt er (mit S t e i c h e l e ) auf das rechte Lechufer und verwirft daher die Meinung Dümmlers, dafs die Ungarn

. 2 7 ) Fr. M. S c h m i d t , Über Rubruk's (Rubruquis) Reise, 1 2 5 3 / 5 : Z. f.. allg.

Erdkunde (1885). Rez.: HZ. (1887) 58, S. 177. (Auch im Separatabdruck [Berlin, Reimer] erschienen.) —· 2 8 ) Ferd. B a r n a , A votjákok vallásáról. (Über die Religion der Wotjaken.) ( = Histor. Abhandlgn. d. Ungar. Akademie.) Budapest. (1885). 8°. 37 S.

M. 0,40. Rez.: Ungar. R. (1885), S. 644. — 2 9 ) i d . , A votják nép múltja és jelene.

(Vergangenheit und Gegenwart der Wotjaken.) ( = Sprachwiss. Abhandig. der Ungar.

Akad. 13 (1885), H. 2.) Budapest, Akademie. 1885. 8°. 43 S. M. 0,50. — 3 0 ) Gedeon P e t z , A magyar hunmonda. (Die ungarische Hunensage.) Budapest, Franklin. 1885.

8°. 101 S. , Μ . 1 , 6 0 . Rez.: Századok ( 1 8 8 6 ) 1, S. 7 8. — 3 1 ) Géza N a g y , Az Álmos- monda. (Die Álmos-Sage.) Sepsi, Szt. György. 1885. 100. 33 S. Rez.: Századok ( 1 8 8 6 ) , 6 , S. 547. — 3 2 ) Lászlé W e k e r l e , Alba Maria. (Alba Maria, die Grab- stätte Arpáds). Budapest, Pallas. 1885. 8°. 190 S. M. 4. Rez.: Századok ( 1 8 8 5 ) 7, S. 624. (Vgl. die Abhandlung Tormas. No. 33.) — 3 3 ) N. T o r m a , Der lapis finalis in der Urk. Ludwig des Grofsen (1335). ( = 'Pulszky-Album'.) Jubiläumsschrift. Buda- pest. 1885. 4°. Rez.: Századok (1885) 3, S. 2 / 8 . — 3 4 ) J- B u d a v á r i , Praesagium ad millenarium Hungáriáé. (Programmabhdlg. des Neutraer Obergymnasinms.) Neutra, Schempek. 1884. — 3 5 ) K ö s t l e r , Die Ungarschlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955 und die Folgen der Üngarnkriege überhaupt. Augsburg, Rieger. 1885. 8°. 39 S.

Rez.: CB1. (1885), No. 46.

(7)

X X X i r . L. M a n g o l d : Ungarn.

11,353.

•zweimal über den Flufs gegangen wären. Die Front des deutschen Heeres, welches in· drei Haupttreffen und einer Reserve aufgestellt war, richtete sich gegen Südosten. Die Ansicht Wyneckens, welcher im 21. Band der FDG.

das Schlachtfeld nördlich von Augsburg setzte, will der Vf. in einem besonderen Aufsatz widerlegen (der indes bis zur Stunde noch nicht

erschienen ist). . Über den K u l t u r z u s t a n d der einwandernden Magyaren liegen

mehrere Untersuchungen vor.

8 6

"

4 0

) — Im Jahre 1884 war A s b o t h zu dem Resultate gekommen, dafs die Kunst des Lesens und des Schreibens unter den Ungarn zuerst von den czechischen Glauhensbekehrern verbreitet worden sei. Dieser Meinung trat neuestens G. V o 1 f

4 1

) entgegen, der behauptet, dafs die Ungarn zugleich mit dem Christentum und mit unserer Aussprache des Latein auch die Kunst des Schreibens und Lesens von den Italienern des venezianischen Gebietes empfangen hätten.

V o m J a h r 1000 b i s z u m M o n g o l e n e i n b r u c h 1241. — Über diese Periode liegen nur kleinere Arbeiten vor. H r a s t i i e k

4 2

) bespricht die Frage, ob und wann König Stefan der Heilige das nord- westliche Oberungarn besetzt habe. — Eine unbedeutende Arbeit über Aba- Samuel übergehend,

4 3

) erwähne ich die Untersuchung R a d e m a c h e r s ,

4 4

) der sich seitdem auch durch Quellenuntersuchungen Verdienste gesammelt.

E i n e kleine Monographie über Ladislaus I.

4 5

) fördert keinerlei neue Gesichts- punkte zu tage. — H a n n e n h e i m s

4 6

) Arbeit ergänzt jene Rademachers. — D e n g l e r

4 7

) und K e i n t z e l

4 8

) beleuchten die älteste Geschichte der Deutschen in Ungarn, insbesondere jene der Siebenbürger Sachsen. K e i n t z e l versucht das Siebenhürgisch-Sächsische, soweit es sich aus schriftlichen Denk-

3 6 ) Aladár G y ö r g y , Der ungarische Olymp: Ungar. R. 5 (1885), S. 2 8 2 — 9 0 . Budapest. — 3 7 ) L. K á l m á n y , Boldogasszony ( = Mutter Gottes), eine Gottheit der magyarischen Urreligion. (== Sprachwissenschaftl. Abhdlgn. der Ungar. Akad.) Bd. 12 (1885), No. 9. Budapest. 1885. Rez.: Ungar. R. (1885), S. 298. — 3 8 ) Die Personen- namen der alten Ungarn: Turul 3 (1885) S. 172 ff. Budapest, Verlag der Heraldischen Gesellschaft. — 3 9 ) Edm. B o n c z , Beiträge zur Geschichte der ungarischen Tracht:

Archäologiai Értesítő (1885), 3. u. folgde. Hefte. Budapest. — 4 0 ) O. H e r r m a u n , Urgeschichtl. Spuren in den Geräten der ungarischen volkstümlichen Fischerei. (Ungarisch.) Budapest, Kilian. 1885. 8°. 45 S. M. 1. (Mit Illustrationen. Ein Kapitel aus dem 'Gesch. der ungarischen Fischerei' betitelten grofsen Werke.) — 4 1 ) György V o l f , Kiktől tanult a magyar írni és olvasni ? (Von wem hat der Ungar das Schreiben und Lesen erlernt?) ( = Sprachwissenschaftl. Abhandlgn. d. Ungar. Akad.) 12 (1885), No. 6. Budapest, Akademie. 1885. 8°. 70 S. M. 1. Rez.: Ungar. R. (1885), S. 293. — 4 2 ) K.

H r a s t i i e k , Einige Erzählungen und Märchen aus Mährens Vergangenheit im 10. Jh.

(Programm des Wallachisch-Meseritscher Gymnasiums.) 1885. ·— 4 3 ) Caesar M i h á l y i , Aba Sámuelnek története. (Gesch. Aba Samuels.) (Programmabhdlg. des Gyöngyöser Gymnasiums.) Gyöngyös, Kohn. 1884. 8°. 30 S. — 4 4 ) 0 . R a d e m a c h e r , Ungarn und das Deutsche Reich unter Heinrich IV. (Programmabhdlg. des Gymnasiums zu Merseburg.) Merseburg. 1885. — 4 5 ) P- C s é p l ő , Ladislaus der Heilige. ( = Programm des Grofswardeiner Gymnasiums. Grofswardein. 1885. Rez.: Századok (1886) 5, S. 443.

— 4 6 ) J. H a n n e n h e i m , Ungarn unter Béla II. und Géza II. in seinen Beziehungen zu Deutschland. Jena. 1884. — 4 7 ) Albert D e n g l e r , Gesch. Ungarns mit besonderer Berücksichtigung der siebenbürgischen Verhältnisse. I. Teil. Von den ältesten Zeiten bis zur planmäfsigen Kolonisierung des Landes mit Deutsehen unter Géza II. (Programmabhdlg.

des Bistritzer Gymnasiums in Siebenbürgen.) 1885. 8°. 44 S. — 4 8 ) G· K e i n t z e l , Der Konsonantismus des Mittelfränkischen verglichen mit dem des Siebenbürgisch-Sächsischen während des 13. bis zum Beginn des 16. Jh.: KB1V. siebenbürg.Landeskunde 8 (1885), S. 15/9 u. 2 6 — 3 0 . Hermannstadt. (Vgl. dazu die Abhandlung von A. S c h u l l e r u s : Zu Keinzels Aufsatz [Ebenda S. 44/6]. Ferner Keinzels Nachtrag [S. 74/5].)

(8)

mälcrn in den ersten Jhh. nach der Einwanderung feststellen läfst, mit deut- schen Dialekten aus dem 12./5. Jh. zu vergleichen und auf Grund dieser Anhaltspunkte für die Herkunft des Volkes zu gewinnen. E r kommt zu dem Resultat, dafs der Konsonantismus des genannten Dialekts während des bezeichneten Zeitraumes in allen wesentlichen Punkten mit dem des Mittel- fränkischen übereinstimmt. Es kann also nur das Gebiet der mittelfränki- schen Mundart als die ursprüngliche Heimat der Siebenbürger Sachsen angesehen werden. — Jeder Anhalt fehlt dafür, dafs auch aus den Nieder- landen Kolonisten ins Land gekommen seien, daher kann wissenschaftlich von flandrischen Ansiedlern in Siebenbürgen nicht die Rede sein. T o r m a

4 6

) weist nach, dafs die im Primatialarchiv von Gran aufbewahrte authentische, im Jahre 1318 angefertigte Kopie der goldenen Bulle aus dem Archiv der gräflichen Familie Kornis stammt; die fromme Witwe des Grafen Anton Kornis machte die Bulle dem Primas Barkóczy zum G e s c h e n k . — N é m e t h y und F r a k n ó i

5 0

) gaben die Akten der heiligen Margaretha (Tochter Béla des Vierten) heraus, mit Hinzufügung deren Biographie. — Betreff der Nationalität der unmittelbar vor dem Tatareneinbruch im Lande erschienenen Kumanen trat Gf. K ú u n

5 1

) der vom G y á r f á s vertretenen Ansicht: die Kumanen seien magyarischer Abstammung gewesen, entgegen und wies aus den erhaltenen Sprachdenkmälern und bis zum heutigen Tage in kuma- nischen Gegenden vorkommenden Gesängen die türkische Abstammung der Kumanen nach.

V o m T a t a r e n e i n f a l l b i s z u m A u s s t e r b e n d e s A r p á d e n - h a u s es. 1241—1301. — B a r a b á s '

5 2

) Arbeit über Friedrich den Streit- baren lehnt sich an Fickers Buch an. — H u e m e r s

5 3

) Beitrag dürfte im Referat über österreichische Geschichte eingehender gewürdigt werden.

— Die Bemühungen des Nuntius Nicolaus von Ostia um das Emporkommen Robert Karls beleuchtete P ó r .

5 4

)

U n g a r n a l s W a h l k ö n i g r e i c h u n t e r R e g e n t e n a u s v e r - s c h i e d e n e n H ä u s e r n . 1301—1526. Die an erster Stelle zu nennende Publikation: Die Gesandtschaftsrelationen des Kardinallegaten G e n t i i i s

5 5

) (1307—11) ist zugleich die wichtigste litterarische Erscheinung unter den hierher gehörenden Werken. Sie bildet den II. Band der Serie I der vom ungarischen Klerus herausgegebenen Monumenta Vaticana. Die geschicht- liche Einleitung stammt aus der Feder A. P ó r s und ist v o n ' R ö s t i ins Lateinische übersetzt. Aiifserdem ist noch eine von paläographischen Ge- sichtspunkten ausgehende Studie beigefügt, welche F e j é r p a t a k y zum

4 9 ) K. T o r m a , Die Provenienz der goldenen Bulle im Graner Primatial-Archiv:

Századok 19 (1885), S. 350/2. Budapest. — 5 0 ) Lajos N é m e t h y u. Wilh. F r a k n é i , Adatok boldog Margit történetéhez. (Beiträge zur Gesch. der heil. Margaretha, Tochter BélasIV.) Budapest,-Selbstverlag. 1885. 8°. 282 S. M. 3. Bez.: Századok (1885) 1 , 8 . 95. — 5 1 ) Géza K ú u n , A kunok nyelvéről és nemzetiségéről. (Über die Sprache und Nationalität der Kumanen.) ( = Sprachwissenschaft!. Abhndign. der Ungar. Akad.), Bd. 12, No. 11.

Budapest, Akademie. 1885. 8°. 60 S. M. 1. B e z . : Ungar. B.) (1885) S. 644. — 5 2 ) S. B a r a b á s , Friedrich der Streitbare: Századok 19 (1885), S. 4 9 1 — 5 0 1 . Budapest.

— 5 3 ) H u e m e r , Neuer Rhythmus auf die Schlacht am Marchfeld: AÖG. 67 (1885).

Wien, Gerold. — , 5 4 ) A. P á r , Die Gesandtschaft des päpstlichen Nuntius Nicolaus, Bischof von Ostia: Uj Magyar Sion ( 1 8 8 5 ) Juni n. Juli-Heft. — 5 5 ) Monumenta Vaticana Hungáriáé. Vatikáni magyar okirattár. I. Abt. Bd. 2. Acta legationis Cardinalis Gentiiis.

1 3 0 7 — 1 1 . Budapest, Verlag des St. Stefan-Vereins. 1885. 4°. CXX, 512 S. AI. 20.

Bez.: Századok (1885) 7, S. 6 2 2 ; AZg. (1885), S. 340 u. 347.

(9)

XXXir. L. M a n g o l d : Ungarn.

11,353.

/

Autor hat. O v á r y teilt ein Dokument betreff der Übersendung des von der Königin Maria von Neapel (Töchter König Stefans V. von Ungarn und Gemahlin Karls von Neapel) ausgestellten Testaments an König Robert Karl mit. (1323.) — V o i g t

5 7

) gab die Briefsammlung Benintendis heraus, der unter dem Dogen Dándolo die Staatskanzlerwürde bekleidete und im Jahre 1357 als Gesandter der Signoria am Hofe Ludwigs des Grofsen weilte. — Wladimir L a m a n s k y

5 8

) führte in seinem interessanten Buche den Beweis, dafs die Signoria gegen Ludwig wirklich Meuchelmörder gedungen habe. — Über die nach dem Tode Ludwigs entstandenen Wirren, speziell die Gefangen- nehmung der Königinnen hat H u b e r

8 9

) eine auf Urkk. und andere gleich- zeitige Quellen gestützte Abhandlung erscheinen lassen, welche von der sich an Thúróczi lehnenden, traditionellen Darstellung dieser Ereignisse vielfach abweicht. — Was die Gefangennehmung selbst betrifft, aeeeptiert Huber die aus der bei Fejér (IX. 6. 312) abgedruckten Urk. sich ergebenden Folge- rungen als die einzig richtigen. E r weist ferner nach, dafs sich um die Befreiung Marias hauptsächlich Johann, Graf von Veglia verdienstlich gemacht habe; er verwirft die Geschichte von der Hinrichtung der dreifsig Adeligen und jene von der Hinrichtung Johann Horváthis zu Fünfkirchen.

Den Feldzng gegen die Moldau setzt er zwischen Ende 1394 und Anfang 1395, die Niederwerfung der Wallachei durch Bajazid ins Jahr 1393. End- lich leugnet er die thätige Mithilfe der französischen adeligen Reiterschar unter dem Grafen E u in der Schlacht bei Nicopolis, von welcher die ver- läfslichen Mölker-Annalen allerdings nichts zu melden wissen. — K a g e i - n l a c h e r s

6 0

) Buch streift in einigen Punkten die ungarische Geschichte, da Filippo Visconti sich auch an Königin Barbara und die ungarischen Stände wendete. — Über die Geschichte der Gemahlin Sigismunds, Maria, liegt eine sehr anziehend geschriebene und dabei gründliche Biographie von A. M á r k i

6 1

) vor. — M i t der Geschichte Wladislaus des Ersten beschäftigen sich mehrere Arbeiten. — Die erste

6 2 a

) von K w i a t k o w s k i interessiert die ungarische und politische Geschichte gemeinsam. Der Verf. dieses Werkes gab noch ein zweites Werk über die letzten Jahre Wladislaus, heraus, das sehr belobt wurde.

6 2 5

) — In der zweiten nimmt V a s z a r y

6 3

) den König

5 6 ) L. O v á r y , Zur Geschichte der Verbindungen zwischen den Arpáden und Anjou:

Torténelmi Tár 8 (1885), S. 761. Budapest. — 5 7 ) K. V o i g t , Die Briefsammlung Petrarcas und des venezianischen Staatskanzlers Benintendi: Mttnchener SB. 16 (1882), Heft 3. München, Franz. Hez.: Századok (1887) 9, S. 769. — 5 8 ) Wl. L a m a n s k y , Secreta d'Etat de Venise. Documenta, extraits notices et études servant h éclaircir les rapports de la seigneurie avec les Grecs, les Slaves et la Porte ottomane. St. Petersburg (o. V.). 1884. 8°. X X X I I , 834, 96, 64 S. Eez.: Századok (1887), S. 7 6 8 ; CB1. (1885), No. 2 6 ; HZ. (1884) 52, S. 373. — 5 9 ) Alf. H u b e r , Die Gefangennehmung der Königinnen Elisabeth und Marie von Ungarn und die Kämpfe König Sigismunds gegen die neapoli- tanische Partei und die übrigen Eeichsfeinde in den Jahren 1 3 8 6 — 9 5 . Sonderabdruck aus ÄÖG. 66, II. S. 507. Wien, Gerold. 1885. 8°. 42 S. M. 1,20. Eez.: Századok (1885) 6, S. 539. — 6 0 ) E. K a g e l m a e h e r , Filippo Maria Visconti und König Sigis- mund. 1 4 1 3 — 1 5 3 1 . Berlin, Siemenroth. 1885. 8°. 121 S. M. 2,50. Eez.: Századok (1886) 5, S. 4 4 9 ; MHL. ( 1 8 8 6 ) , ' 3 . H., S. 2 5 4 ; CB1. (1885), S. 1178. — 6 1 ) Sándor M á r k i , Mária, Magyarország királynéja. 1 3 7 0 — 9 5 . (Gesch. der ungar. Königin Maria.) ( = Histor. Charakterbilder.) Budapest, Mehner. 1885. 8°. 191 S. M. 5. (Mit Illustrationen.) — 6 2a) S. K w i a t k o w s k i , Die Kanzlei-, Krön- und Hofbeamten Ladislaus HI. 1443/4. ( = Monumenta Poloniae histórica.)» Bd. 18 (1885). Lemberg, Verlag der Akademie. Bez.: MIÖG. (1887). — 6 2b) i d . , Ostatnie lata Wladyslawa Warnénszyka. (Die letzten Jahre des Wladislaus von Warna.) Lemberg, Gubrynovicz- Schmidt. 1883. E e z . : HZ. (1886) 5 5 , S. 162. — 6 3 ) Külos V a s z a r y , .

Jahresberichte der Geschichtswissenschaft 1885. IL 19

(10)

gegen den Vorwnrf des Eidbruches in Schutz. — Der dritte

6 4

) Beitrag enthält eine neue Quelle zur Geschichte der Schlacht bei Warna, der um so wichtiger, da der Herausgeber den Nachweis führt, dafs Dingos aus dieser Quelle geschöpft habe. — Eine Parallele zwischen Johann und Matthias Hunyadi sei kurz erwähnt.

6 5

)

Die Regierung ' M a t t h i a s C o r v i n u s ' äufsert nach wie vor ihre unver- wüstliche Anziehungskraft. M á r k i

8 6

) gab einen kurzen Abrifs der ganzen Regierungsgeschichte Matthias'. Die aus den Jahren 1453, 1468 und 1500 stammenden, von S t e s s e !

6 7

) mitgeteilten Urkk. beziehen sich auf den

1

Türkenkrieg. — Óvári

6 8

) entdeckte im Staatsarchiv von Florenz eine Relation über die Streitmacht Matthias' im Jahre 1479. — Die Beziehungen zu Podiebrad und Wladislaus von Böhmen schildert die Abhandlung von W u r s c h e r .

6 9

) — S t o e w e r

7 0

) hat sich Albrecht den Beherzten in seiner Eigenschaft als Reichsfeldherr gegen Matthias zum Helden erkoren.

70

®)

Es folgt die Zeit der J a g e l l o n e n . Neue Gesichtspunkte betreff der Wahl Wladislaus H. machte F r a k n ó i

7 1

) geltend, dessen Studie auch in deutscher Übersetzung erschienen ist. — Den ersten Feldzug Solimans gegen Ungarn (1521) erzählte L. K i f s ,

7 2

) ohne Neues zu bieten. — Von grofser Wichtigkeit sind dagegen die Relationen der beiden päpstlichen Gesandten am Hofe Ludwigs IL, Campeggio nnd Baron Burgio,

7 8

) die von 1524/6 reichen, aber bisher weder von Kollár-Pray, noch Theiner vollständig publiziert wurden. Der Band enthält zunächst eine Vorrede aus der Feder Ipolyis über die Verdienste des katholischen Klerus um die ungarische Geschichte, und über die Entstehungsgeschichte der Mon. Vaticana; sodann eine Dar- stellung der Zeitgeschichte, welche Fraknói auf Grund der folgenden Nuntial- berichte (lateinisch und ungarisch) verfafste und endlich 136 Schriftstücke, Gesandtschaftsberichte, Briefe, Relationen und zwei Diarien von den Reichs-

I. Ulászló magyar király eskiiszegóse ós a várnai veszedelem. (Der Eidbruch Wladislaus I.

und die Niederlage von Warna.) (Programmabhandlung des Raaber Gymnasiums.) Raab, Sauerwein. 1884. 8°. 140 S. — 6 4 ) P r o c h a s k a , List Andrzeja de Palatio o Klesce warnénskiej. Lemberg, Gubrynovicz-Schmidt. 1882. Rez.: Századok ( 1 8 8 6 ) 4, S. 3 7 4 ; HZ. 49 (1884), S. 565. — ¿ 5 ) Nándor L é t m á n y i , Párhuzam Hunyadi János és Mátyás között u. s. w. (Paralelle zwischen Johann und Matthias Hunyadi in bezug auf ihre Kriegsthaten.) Budapest, Athenaeum. 1885. 8». 37 S. — 6 6 ) Sándor M á r k i , Hunyadi Mátyás. (Matthias Hunyadi.) ( = 'Magyar Helicon'. Abt. II., H. 48.) Prefsburg, Stampfel. 1885. 8°. 24 S. M. 0,40. Rez.: Századok (1886) 1, S. 94. — 6 7 ) Jos.

S t e ss e 1, Aus dem , Archiv von Eisenstadt: Történelmi Tár 8 ( 1 8 8 5 ) , S. 800/3.

Budapest. — 6 8 ) L. O v á r y , Schilderung der Streitmacht König Matthias I.: ib. S. 762/4.

Budapest. — 6 9 ) W u r s c h e r , Die Beziehungen des Königs Matthias von Ungarn zu Georg Podiebrad und Wladislaus von Böhmen. (Programm der Realschule im n . Bezirk von Wien.) 1885. -— 7 0 ) S t o e w e r , Albrecht der Beherzte von Sachsen als Reichs- feldherr gegen Matthias Corvinus von Ungarn 1 4 8 7 : NASächsG. 4 (1883), Heft 1/2.

D r e s d e n . . — _ 7 0a) X K á . p o l n a y , Die Aufzeichnungen Kaiser Max I. über die Einnahme von Wien und Stuhlweifsenburg 1490: Századok 19 (1885), S. 1 5 6 — 6 4 . Budapest.

(Der Vf. führt den Beweis, dafs der Kommandant der Wiener Burg, Ladislaus Upor, sich tapfer gehalten, aber der Übermacht weichen mufste.) — 7 1 ) W. F r a k n ó i , Die Wahl Wladislaus II. (Ung.): ib. Heft 1/3. Budapest, Verlag d. Histor. Gesellschaft. (Deutsch in der Ungar. R. [1887].) — 7 2 ) Lajos K i f s , Szulejman I. hadjárata Magyarország ellen. (Der erste Feldzug Solimans gegen Ungarn.) (Programmabhdlg. des Pancsovaer Realgymnasiums.) Panesova, Beck. 1884. — 7 3 ) Monumenta Vaticana históriám regni Hungáriáé illustrantia. Series II. Tom. I. Relationes oratorum pontificiorum. 1524/6.

Budapest, St. Stephan-Verein. 1885. 4°. M. 20. Rez.: AZg. (1885), No. 340 n . . 3 4 7 ; Arch. storico Italiano (1885) 6. Heft (Reumont); HZ. (1886) 2. Heft, S. 3 5 4 ; Ungar. R.

(1885), S. 343.

(11)

X X X I I . L. M a n g o l d : Ungarn/

tagen des Jahres 1525 und 1526. Sämtliche Dokumente sind in italienischer Sprache verfafst und geben Zeugnis von der scharfen Beobachtungsgabe und rückhaltlosen Offenheit, womit die Gesandten der Kurie den Personen und Dingen jener Zeit gefolgt sind.

F r a k n ö i

7 4

) hat die erwähnte Einleitung um ein Kapitel und ein Vor- wort vermehrt, auch separat sowohl in ungarischer als in einer von Prof. S c h w i c k e r besorgten deutschen Separatausgabe erscheinen lassenr- Auch von O v à r i

7 5

) erschien eine auf der genannten Quellenpublikation fufsende Stndie. — Dagegen korinte N e u s t a d t

7 6

) dieselbe für seine sehr gründliche Arbeit nicht mehr benützen. Neustadt weist im einzelnen nach, wie jeder einzelne Faktor des staatlichen Lebens seit Beginn des 16. Jh.

in Verfall geraten sei und wie dieser allgemeine Niedergang die Katastrophe von Mohács heraufbeschworen habe.

Zur Geschichte der Bauern-Empörung unter Dózsa enthält das sub N. 58 erwähnte Buch L a m a n s k y einige neue Daten.

Allgemeines. H a n d b ü c h e r . Z e i t s c h r i f t e n . — Unter den mit- zählenden Werken zeichnet sich die' Österreichische Geschichte von H u h e r

7 7

) in erster Beihe aus, von der im Berichtsjahr Band I und II erschien. Vf. hat über mehrere Punkte der ungarischen Geschichte im Archiv für österr. Geschichte eingehendere Studien niedergelegt und dieselben dann im vorliegenden Hand- buch in kurzer Fassung verwertet. (S. N. 59 u. N. 105.) Der I. Bd.

reicht bis zur Schlacht bei Dürnkrut, Bd. II bis zum Tod Sigismunds. In Bd. II hat Vf. auch die magyarische Litteratur wenigstens teilweise, in be- tracht gezogen. Der mir eingeräumte Baum gestattet nicht, eine eingehendere Analysis des Werkes zu geben und verweise ich diesbezüglich auf die zahl- reichen, günstigen Kritiken. Nur einige neue Nachweise will ich

-

kurz andeuten. So weist Huber nach, dafs König Emrich schon vor dem Nov.

1204 gestorben sein mufs; die Verschwörung des Banus Bánk schildert er richtiger als die vaterländischen Historiker (mit Ausnahme Paulers); über die Fehden zwischen Béla IV. und dessen Sohn urteilt er gleichfalls klar, ebenso wie über die Kriege zwischen Andreas H. und Béla. Die Nach- richt betreff eines Bündnisses zwischen Venedig und Czar Dusan verwirft er mit Eecht; den angeblichen Sieg König Sigismunds vom 4. Okt. 1419 verweist er in das Reich der Sage, die Erzählung von der Untreue der Königin Barbara desgleichen.

An zweiter Stelle ist das Werk K1 a i c zu nennen, ' welches nunmehr in der von B o j n i c i c

7 8

) verliegenden verläfslichen Übersetzung die Ge-

7 4 ) W. F r a k n d i , Ungarn vor der Schlacht von Mohács. 1524/6. Auf Grund . der päpstlichen Nuntiatur-Berichte. Übersetzt von J. S c h w i c k e r . Budapest, Laufer.

1884. 8°. XVI, 304 S. M. 6. Bez.: CB1. (1886), . No. 4 6 ; DLZ. , ( 1 8 8 6 ) , No. 29 (Krones); StML. (1887), No. 2 ; Ungar.R. (1885), S. 351. —

75) Óvári,

Vater- ländische Verhältnisse vor der Schlacht von Mohács: Századok 19 (1885), S. 3 9 6 — 4 0 4 u.

4 8 1 — 9 1 . Budapest. — 7 6 ) L. N e u s t a d t , Ungarns Verfall am Beginn des 16. Jh.:

Ungar.R. 5 (1885), S. 3 1 3 u. 387ff. Budapest, Kilián. 1885. Rez..: Századok (1885) 6, S. 5 4 3 ; CB1. (1885), No. 4 3 ; HZ. (1886) 56, S. 353. (Auch im Separatabdruck erschienen [8°. 59 S. M. 1].) — 7 7 ) Alf. H u h e r , Gesch. Österreichs. Bd. 1/2. Gotha, Perthes.

1885. 8°. XXVIII, 618 S. u. XIX, .539 S. Rez.: Századok (1885) 5, S. 427 u. (1886) 1, S. 7 3 ; CB1. (1885), No. 15 u. 36; DLZ. (1886), No. 4; HZ. (1887) 57, 1. Heft;

GGA. (1887), Heft 1 0 ; Ungar.R. (1886), S. 90. — 7 8 ) Vjekoslav K l a i ó , Geschichta Bosniens von den ältesten Zeiten bis zum Verfall des Königreichs. Übersetzt von I v a n B o j n i ő i ő . Leipzig, Friedrich. 1885. 8°. 464 S. M. 10. Rez.: DLZ. (1885) No. 9.

19*

(12)

schichte Bosniens bis zum Ende der Selbständigkeit des Landes (1463) herab-

führt. Der deutschen Übersetzung ist übrigens eine flüchtige Übersicht der Geschichte Bosniens von 1463 bis 1878 beigefügt. — Die ersten Kapitel sind am besten gelungen. Man hat dem Buch den Vorwurf gemacht, der Vf. sei zwar überall auf die Quellen zurückgegangen, wisse aber nicht viel mit denselben anzufangen. Trotz dieses Mangels füllt das Buch unbestreitbar eine Lücke in der historischen Litteratur und wird Manchem gute Dienste leisten. Vgl. auch die Noten.

7 9

"

8 4

)

Ref. verweist sodann auf die historischen Zeitschriften.

8 5

"

9 1

)

1

B i b l i o g r a p h i e . B i b l i o t h e k s k u n d e . — Über die neuen E r - scheinungen der ungarischen historischen Litteratur

92

~

94

) erscheint seit Jahren in Sybels Histor. Zeitschrift ein kurzer Jahresbericht von M a n g o l d .

9 5

) Über den Inhalt der drei bedeutendsten Fachzeitschriften giebt derselbe Autor ein kurzes Resümee in der 'Zeitschriftenschau' des 'Historischen Jahrbuchs' der Görres-Ge- sellschaft. — Die wichtigste bibliographische Publikation verdanken wir dem greisen K a r l S z a b ö ,

9 6

) der ein Verzeichnis aller vor dem J a h r e 1711 in Ungarn gedruckten, aber nicht in ungarischer Sprache verfafsten W e r k e herausgab.

In Summa beschreibt er 2452 Werke, von welchen 259 als verloren gegangen

7 9 ) X Lajos M a n g o l d , A magyarok története. (Geschichte der Ungarn.) 3. Aufl. Budapest, Franklin. 1885. 80. 118 S. M. 1,40. — 8 0 ) X O. V a r g a , A magyarok oknyomozó történelme. (Pragmatische Gesch. der Ungarn.) Für Mittelschulen.

Budapest, Franklin. 1885. 8°. IV, 240 S. M. 3. — 8 1 ) X István B a t i z f a l v y , Magyarok története. (Gesch. der Ungarn.) Für Mittelschulen bearbeitet. Budapest, Lampel. 1885. 8°. 76 S. M. 1. — 8 2 ) X Mihály H o r v á t h , A magyarok története. (Gesch. der Ungarn, für Mittelschulen.) 2. Aufl. Budapest, Franklin. 1 8 8 5 . 8°. VÍI, 286 S. M. 3. — 8 3 ) X Kálmán K i f s , Magyarország történelme. (Ungarische Gesch., für Mittelschulen.) Budapest, Dobrovszky-Franke. 8°. 1 1 2 S. M. 1,20.

— 8 4 ) X Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild. Auf Anregung Sr. kais. Hoheit Erzherzog Eudolf. Heft 1/6. Wien, Holder. 80. per H e f t 60 Pf.

(Erschien auch in ungarischer Übersetzung bei Kévay [Budapest].) — 8 5 ) X L. A b a f i (Aigner), Hazánk (Unser Vaterland): Hist. Z. für neuere Gesch. Ungarns 2 (1885). Budapest,' Aigner. 8°. 820 S. M. 10. — 8 6 ) X Alex. S z i l á g y i , Történelmi Tár. (Hist. А.) Herausgegeben von der Ungar. Histor. Ges. Bd. 8 (1885). Budapest, Athenaeum. 8°.

818 S. M. 1 0 . — 8 7a) X i d . , Századok (Jhh.). Organ der Ungar. Histor. Gesellsch.

Bd. 19 ' (1885). Budapest, Athenaeum. 1885. 8°. 774 S. M. 10. — 8 7b) X Iwan N a g y , Turul. Organ der Ungar. Heraldischen Ges. Bd. 3 (1885). Budapest, Selbstverlag der Ges. •— 8 8 ) X Archiv des Vereins für siebenbilrgische Landeskunde.

Bd. 20 (1885). Hermannstadt, Filtsch. 8°. — 8 9 ) X Job. W o l f f , Korrespondenzblatt des Vereins für slebenbürgische Landeskunde. Bd. 8 (1885). Hermannstadt, Michaelis.

8°. 152 S. M. 2. — 9 0 ) X Ede M a r g a l i t s , A bács - bodrogmegyei történelmi társulat évköngve (Jb. des hist. Vereins des Komitats Bács-Bodrog.) Bd. 1 ( 1 8 8 5 ) , 4 Hefte. Zombor, Bittermann. 1885. 8°. 128 S. M. 6. — 9 1 ) X Kálmán D e m k é , A Szepesmegyei történelmi társulat É v k ö n y v e . (Jb. des Zipser Histor. Vereins). Bd. 1 (1885). Leutschau, Selbstverlag. 8°. 121 S. — 9 2 ) X Béla K o c z á n y l u: Anton Z u n f t , Magyar könyvészet 1884. (Bibliotheca Hungarica 1 8 8 4 ) — B u d a p e s t , Verein d. _ ungar. Buchhändler. 1885. 8°. XXVIH, 1 2 3 S. M. 2. — 9 3 ) X Ignaz H o r v á t h , Bibliographie der ungarischen Litteratur im Jahre 1885. (Beigegeben der Magyar Könyvszemle.) 1885. Budapest, Verlag des Nationalmuseums. — 9 4 ) X Verzeichnis sämmtlicher Editionen der Ungar. Histor. Ges.: Századok 19 (1885), Heft 5, Beilage.

Budapest. — 9 5 ) L. M a n g o l d , JB. Uber die hist. Litteratur Ungarns im Jahre 1 8 8 5 : HZ. 59 (1888), S. 1 4 9 — 6 5 . — 9 6 ) K. S z a b ó , Bégi magyar könyvtár. II. (Alte ungarische Bibliothek. Bd. 2.) Bibliogr. Handbuch der von 1 4 7 3 — 1 7 1 1 in nicht-magya- rischer Sprache erschienenen vaterländischen Drucke. Budapest, Verlag der Ung. Akademie.

1885. gr. 8°. XI, 754 S. M. 9. Bez.: Századok (1885) 4, S. 3 7 4 / 5 ; KB1. des Vereins für siebenbürg. Landeskunde (1885), S. 4 7 / 8 ; Ungar. B. (1885), S. 626.

(13)

X X X i r . L. M a n g o l d : Ungarn.

1 1 , 3 5 3 .

bezeichnet werden; weitere 670 sind Unica. 478 haben Protestanten, 229 Katholiken zum Vf. Die relativ meisten Werke erschienen in der Jesuiten- Druckerei zu Tyrnau. Stofflich entfallen die meisten auf Theologie (797), auf Geschichte und Geographie nur 130. Lateinisch sind abgefafst: 1839 Bücher, deutsch: 294, latein-ungarisch 99. Ein Werk (Bocatius: Oratio dominica. Kaschau 1614) erschien in 25 Sprachen. Die meisten Auflagen (17), erlebte Gregor Molnárs Elementa linguae latinae. Fast alle 2452 Werke sind kleineren Umfangs. Gegen Ende des genannten Zeitraumes, unter dem Einflufs der Jesuiten greift das Lateinische immer mehr um sich, vermag jedoch das Ungarische nicht völlig zu unterdrücken. Ich bemerke schliefslich, dafs Szabó über die 1792 ungarischen Werke, welche von 1531 bis 1711 erschienen sind, schon früher (1879) im ersten Band der 'Alt- ungarischen Bibliothek' gehandelt hat. Diese Zahl ist mittlerweile durch Nachträge auf ca. 2000 gestiegen. — Die Arbeiten von C s o n t o s i

9 7

"

9 8

) und F e j é r p a t a k y ,

9 9

) betreffen den Hdss.-Schatz einzelner Bibliotheken.

Unser in London lebender Landsmann K r o p f

1 0 0

) verzeichnet jene vor dem Jahre 1711 erschienenen ungarischen Druckwerke, welche im British Museum aufbewahrt werden, ferner einige Hungarica aus der

/

Krakauer Universitäts- und der grofsherzlichen Bibliothek zu Weimar. — A b e l

1 0 1

) schilderte die Geschichte der Bibliothek der Egydiuskirche zu Bartfeld. Die Bibliothek mufs schon Ende des 13. Jh. begründet worden sein; im Jahre 1479 erhielt sie ihre eigenen Räumlichkeiten in der Kapelle der Kirche. Die ferneren Schicksale der altertümlichen Sammlung können in der deutschen Übersetzung dieses Buches nachgelesen werden.

Quellen-Editionen und -Untersuchungen. Die einschlägigen zwei Bände der Monumenta Vaticana Hungáriáé sind bereits unter N. 55 und 73 besprochen worden. — Sehr verdienstvoll ist die von Matthias F l o r i a n

1 0 2

) fortgeführte neue Ausgabe der älteren ungarischen Quellen.

Im Berichtsjahr erschien Bd. IV, dessen Inhalt die folgenden Chroniken bilden:

1) Chronicon Posoniense, welches zuerst Franz Toldy fehlerhaft ediert hatte (1852). 2) Magistri Rogerii Carmen miserabile, in Ermanglung der Hds.

nach der Editio princeps (bei Thúróczy. Zuletzt durch Schwandtner heraus- gegeben). 3) Petri Ransani epitome rerum Hungaricarum. (Nach der Editio princeps bei Sambucus, unter Vergleichung einer im National-Museum bewahrten, lückenhaften Hds.) 4) Es folgen drei alte Stammbäume der ungarischen Könige, sodann ein von Knauz aufgefundenes Verzeichnis der

9 7 ) J· C s o n t o s i , Die bisher erforschten Überreste der Corvina: Ungar.R. 5 (1885), S. 540/1. Budapest. — 9 8 ) i d . , Die in der Wiener Hofbibliothek befindlichen, auf Ungarn bezug nehmenden Hdss. ( = Magyar Könyvszemle.) 1885, S. 1 8 2 — 2 3 1 . Budapest, Verlag des Museums. .— 9 9 ) Ladislaus F e j é r p a t a k y , Die Veszprimer Kapitel-Bibliothek in der ersten Hälfte des 15. Jh. ( = Magyar Könyvszemle.) 1885, S. 136—-51. Budapest, Verlag des Nationalmuseums. — 1 0 0 ) L. K r o p f , Alte ungarische Drucke in ausländischen Bibliotheken. ( = Magyar # Könyvszemle.)· 1885, S. 82/5. Budapest, Verlag des National- museums. — 1 0 1 ) Jenö A b e l , A bártfai Sz. Egyed temploma könyvtárának története.

Budapest, Ungar. Akademie. 1885. 8°. 206 S. M. 2,10. Kez.: Századok (1885) 4, S. 375. (In deutscher Übersetzung in der Ungar. Η. [1886], S. 555 erschienen.) — 1 0 2 ) M. F l o r i a n u s , Históriáé hungariae fontee domestiei. Bd. 4. Chronica Minora.

Budapest, Verlag der Akademie. 1885. 40. 298 S. M. 4. Bez.: Századok (1885) Heft 9, S. 688. (Vgl. die in Századok [1886] 5, S. 485 erschienene schlagende Erklärung Florians gegenüber der in der Budapesti Szemle [1885],'S. 485 erschienenen unbegründeten Kritik Marczalis.)

(14)

Begräbnisorte der Könige und kurze Mitteilungen über den Tatareneinfall nnd die Hochzeit des Sohnes des Königs Béla IV. mit der Tochter des Kumanenkönigs Kuthen. 5) Den Beschlufs macht eine Disquisitio de anno natali et annis regiminis S. Stephani regis, in welcher Untersuchung der Herausgeber auf Grund der Kamentzer Jahrbücher als Geburtsjahr des heil.

Stefan das Jahr 975 festzustellen sucht. Damit stimmt eine von Banzan benützte, später verlorne Legende des heil. Königs überein. Einer andern Nachricht Banzans zufolge ist Stefan im Jahre 1007 oder 1008 als Pilger nach Rom gezogen. — G é r e s i

1 0 8

) edierte den 3. Bd. der auf die Familie Károlyi hezug nehmenden Urkk. aus deren Familien-Archiv. Der Band enthält Urkk. aus der Zeit 1491—1600, welche fast alle privatrechtlicher Natur sind.

Glücklicher materieller Aufschwung ermöglicht es der Familie, sich aus dem Stand des kleinen Adels in die Reihen der Grofsen des Landes zu erheben.

Am Schlufs des Bandes ist ein wertvolles Urbárium aus dem Jahre 1592 abgedruckt.

Von Quellenuntersuchungen ist nur die Arbeit Jul. P a u l e r s

1 0 4

) über die Hartvic-Legende und deren Kodex zu verzeichnen, die nunmehr auch in deutscher Übersetzung vorliegt, weshalb ich mich beschränken kann,

kurz darauf hinzuweisen. · Kultur- und Spezialgesehichte. V e r f a s s u n g s - u n d R e c h t s -

g e s c h i c h t e . — Unter den einschlägigen Arbeiten auf dem Gebiet der ungarischen Verfassungsgeschichte hebe ich die Arbeit H u b e r s

1 0 5

) und F e j é r p a t a k y s

1 0 6

) hervor. Letzterer beleuchtete

/

die Wirksamkeit der königlichen Kanzlei unter den Königen aus dem Hause Árpád. Der Kanzler besorgte die Redaktion, Textierung und Ausstattung der königlichen Urkk.

Seinen Ausgangspunkt nahm er von der Stellung des einfachen 'Nótárius', welcher die durch ihn verfafsten Urkk. auch selbst schrieb. Bald erhält er den Titel 'Kanzler', seine Agenden bleiben aber dieselben. Am Ende des 12. Jh. finden wir den Kanzler schon an der Spitze einer organisierten Körperschaft. Die Ukk. werden jetzt von Notaren geschrieben, denen der Kanzler die Directive angieht und überwacht. Noch ist aber die Würde des Kanzlers keine so grofse, als dafs sie sich mit dem Glänze des Bistums vereinigen liefse. Noch pflegt der Kanzler seine Stelle sofort niederzulegen, sobald er Bischof wird. Allmählich steigt der Glanz der Stellung und parallel mit dieser Entwiekelung tritt der Kanzler von der faktischen Leitung der königlichen Kanzlei zurück ; an seine Stelle tritt — zuerst in bescheidener, später in bischöflicher und sogar erzhischöflicher Stellung der Vizekanzler, während der Kanzler selbst nur mehr in seltenen, wichtigen Fällen mit Ausstellung von Urkk. sich hefafst. — Zu Ende der Arpádenzeít wird die Kanzlerschaft zur ersten politischen Landeswürde, während die Leitung der Kanzlei ganz dem Vizekanzlér zufällt. — Eine ähnliche Organisation, nur

1 0 3 ) Kálmán G é r e s i , Codex Diplomaticus comitom. Károlyi de Nagy Károly.

Bd. 3. 1 4 9 1 — 1 6 0 0 . Budapest, Selbstverlag. 1885. 8. XXIII, 633 S. M. 10. Bez.:

Századok (1885) 3, S. 2 7 9 ; Turul (1885), S. 37. — 1 0 4 ) J· P a u l e r , Die Hartvic- Legende und ihr Pester Kodex: Ungar. R. 5 (1885), S. 6 2 — 7 2 . Budapest. (Aus dem Jahrg. 1 8 8 4 der Századok übersetzt.) — 1 0 5 ) Alf. H u h e r , Uber die älteste ungarische Verfassung: MIÖG. 6 (1885), Heft 3, S. 385. Wien, Gerold. , Rez.: CB1. (1885), S. 676.

— 1 0 6 ) L. F e j é r p a t a k y , A királyi kanczellária az Árpádok korában. (Die königliche Kanzlei in der Árpádenzeit.) ( = Histor. Abhandlungen der Ungar. Akademie.) Budapest.

1885. 8°. 149 S. M. 2. Rez.: Ungar.R. (1885), S. 541.

(15)

X X X i r . L. M a n g o l d : Ungarn.

11,353.

im kleineren Mafse, zeigeu auch die Kanzleien der Königinnen und der königlichen Prinzen, deren im 13. Jh. oft gleichzeitig mehrere bestanden.

— Den Beschlufs der Abhandlung bildet die Schilderung der Ausstellung der Urkk., insbesonders die Anhängung und Aufbewahrung des Siegels. — Mit den Rechtsverhältnissen und verwandten Fragen beschäftigen sich eine ziemlich grofse Anzahl von Arbeiten,

1 0 7

*

1 1 0

) von denen ich einige hervorheben will. T e u t s c h

1 1 1

) besprach die vom Prof. T o m a s c h e k entdeckte Quelle des Werböczyschen Tripartitums in der Summa legum, welche in Wiener Neustadt in der ersten Hälfte des 14. Jh. entstanden ist. — Von Gust. L i n d n e r erschienen drei einschlägige Arbeiten.

1 1 2

"

1 1 4

) Seine Ausgabe des Kodex Altemberger (und nicht, wie er ihn n e n n t : Altenberger) ist aber auf starke Opposition gestofsen. Auch seine Be- hauptung, der Kodex A. sei schon im 14. Jh. geschrieben worden (während die bisherige Ansicht dahin ging, derselbe sei im Jahre 1481 auf Veran- lassung des Bürgermeisters Thomas Altemberger entstanden), ist als nicht bewiesen zu verwerfen. — Das grofse Werk des unermüdlichen Historikers und Juristen W e n c z e l s ,

1 1 5

) welches

/

das alte ungarische Privatrecht behandelt, sei wenigstens angeführt. — O v ä r i u n d K o l o z s v ä r i

1 1 6

) edierten den ersten Band eines neuen, von der ungarischen Akademie angeregten Sammelwerkes, welches die Statuten und staatsrechtlichen Denkmäler der ungarischen und sächsischen Nation, sowie jene der Szekler, aus dem 15.

bis 18. Jh. enthalten wird. Man vermifst ungern eine orientierende Ein- leitung. Die Herausgeber haben ferner das historische Moment vernach- lässigt und nur die juristische Seite berücksichtigt.

K i r c h e n g e s c h i c h t e U n g a r n s . — Auch diese Disziplin ist im erfreulichen Aufschwung befindlich. — Als das wichtigste Werk kann

1 0 7 ) X Fr. S c h u l l e r , Grundzüge der Staatsverfassung Ungarns und der österr.- ungar. Monarchie. Für Mittelschulen. Hermanstadt, Kraft. 1885. 8°. 30 S. — 1 0 8 ) X Fr. P e s t y , Das staatliche Territorium Ungarns und die Kechte der ungarischen Krone:

Ungar. R. 5 (1885), S. 1 3 2 — 6 0 . Budapest. — 1 0 9 ) X L. K ö v á r y , Der Geist des Feudalismus. Mit besonderer Berücksichtigung auf die Familie und Gesellschaft: Turul 3 (1885), S. 9 7 — 1 0 4 u. 1 5 7 — 6 6 . Budapest, Verlag d. Ungar. Herald. Ges. — H O ) X Fr.

Z i m m e r m a n n , Die Nachbarschaften von Hermannstadt. Ein Beitrag zur Gesch. der Städteverfassung und Verwaltung in Siebenbürgen: A. f. siebenbürg. Landeskde., NF., 20 (1885), S. 4 7 — 2 0 2 . Hermannstadt. — 1 1 1 ) Fr. T ( e u t s c h ) ? , Eine Quelle des Werböczy- schen Tripartitum opus iuris consuetudinarii inclyti regni Hungáriáé: KB1. des Vereins für siebenbürg. Landeskde. 8 (1885), S. 25/6. Hermannstadt. (Vgl. Tomascheks Aufsatz im 105. Bd. der Sitzungsberichte der Wiener Akademie [1884].) — 1 1 2 ) Gusztáv L i n d n e r , Az Alteuberger féle nagyszebeni kéziratának szövegkinyomatása. (Der Kodex Altenberger.

Textabdruck der Hermannstädter Hds.) Klausenburg, Siebenbürgisches Museum. 1885.

8°. XII, 300 S. M. 8. Rez.: KB1. d. V. für siebenbürg. Landeskde. (1885), No. 5/6 Replik Lindners: Erdélyi Museum 4, H. 2; HZ. (1885), S. 842 ; Ungar. R. (1888), S. 310 ; CB1. (1885), S. 842. (Erschien in ungarischer und deutscher Sprache. Vgl. a u c h S c h u l e r - L i b l o y s Aufsatz: Zum Altenberger Kodex [im genannten KB1. S. 75/6].) — 1 1 3 ) i d . , Der Schwabenspiegel bei den Siebenbürger Sachsen: Wiener SB. 109 (1885), S. 8 6 — 1 1 4 . Wien, Gerold. (Erschien früher in den Abhandlungen des Erdélyi Museum [1884] 1, 161 S.)

— 1 1 4 ) ' d . , Die Rulandssäulen bei den Zipser und Siebenburger Sachsen: Századok 19 (1885), S. 4 8 — 6 4 . — 1 1 5 ) G. W e n c z e l , Das ungarische Privatrecht vor 1848. (Ungar.) Budapest, Pfeiffer. 8°. — 1 1 6 ) J· K o l o z s v á r i und Clemens Ó v á r i , A magyar törvényhatéságok jogszabályainak gyűjteménye. (Sammlung ungarischer staatsrechtlicher Denkmäler.) Bd. 1. Statuten der Siebenbürger Jurisdiktionen. Budapest, Verlag d. Ungar.

Akademie. 1885. 8°. XLIX, 539 S. M. 10. Rez.: Századok (1885), S. 2 6 0 ; HZ (1888) 59, S. 153.

(16)

die Geschichte der katholischen Kirche Ungarns von B a l i e s

1 1 7

) bezeichnet werden, deren erster Band indes nur bis zum J a h r e 1095 reicht. — Y á r o s y

1 1 8

) untersuchte die strittige Frage betreff des Stiftungsbriefes der Martinsberger Abtei, welche Frage mit einer zweiten verquickt ist: wer nämlich der erste Primas von Ungarn gewesen sei? In der genannten Stiftungsurk. erscheinen zwei Graner Erzbischöfe genannt (Dominik und Sebastian). Horváth hat in seinem letzten Werk beide verworfen und sich für Astrik (als ersten Primas) entschieden. Florian, Knauz und Fejérpataky erkannten die Urk. für echt, erklärten sich aber trotzdem gleichfalls f ü r Astrik. Yf. sucht nun den Beweis zu führen, dafs die Urk. echt sei, als erster Primas aber Sebastian zu gelten habe. — Derselbe A u t o r

1 1 9

) unter- suchte die Frage der Trennung und Wiedervereinigung der Bácser und Kalocsaer Diözese und kommt zu dem Resultat, dafs es ein selbständiges Bácser Bistum nie gegeben habe, sondern nur der Sitz des Kalocsaer Bis- tums irgend eines zwingenden Grundes halber zeitweilig nach Bács verlegt worden sei. Beide Diözesen seien aber schon vor dem J a h r e 1093 mit einander vereinigt gewesen. — Ein sehr verdienstvolles W e r k verdanken wir dem Innshrucker Theologie-Professor N i e . N i l l e s .

1 2 0

) Seine: 'Bei- träge zur Geschichte der orientalischen Kirche in den Gebieten der Stefans- krone' enthalten viel schätzbares Material, in erster Reihe eine chrono- logisch und sachlich geordnete Sammlung von hier zum erstenmal veröffent- lichten kirchengeschichtlichen Dokumenten, zu welchen der Yf. erläuternde Exkurse giebt. In die Zeit des MA. fällt namentlich der Inhalt des zweiten, bez. dritten Buches, welches die Geschichte der griechischen Kirche unter den Rumänen in Siebenbürgen von ihren ersten Anfängen an enthälf; ferner die erste Hälfte des 5. Buches, welches der Geschichte der ungarischen Ruthenen gewidmet ist. Noch nenne ich T i m o n s

1 2 1

) und D e d e k s

1 2 2

) Arbeiten und verweise im übrigen auf die Noten.

1 2 3 - 1 2 6

) — Teilweise

1 1 7 ) Lajos B a l i c s , A római katholikus egyház története Magyarorzágban. (Gesch.

der katholischen Kirche in Ungarn.) Bd. 1. 1 0 0 0 — 9 5 . (Preisgekrönt.) Budapest, Verlag des St. Stefan-Vereins. 1885. 8°. VUI, 503 S. M. 6. Rez.: Századok (1885) 10, S. 757. — 1 1 8 ) J· V á r o s y , Beiträge zur Frage des Stiftungsbriefes der Martinsberger Abtei und zur Streitfrage, wer der erste Graner Primas gewesen: Történelmi Tár 8 (1885), S. 7 1 5 — 2 4 . Budapest. — 1 1 9 ) i ü . , Zur Gesch. der Vereinigung der Kalocsaer und Bácser Diözese. ( = Schematismus der Diözese Kalocsa.) Kalocsa. 1885. B e z . : Századok (1885) 3, S. 280. — 1 2 0 ) Nicol. N i l l e s , Symbolae ad illustrandam históriám ecclesiae orientális in terris coronae S. Stephani, maximam partem nunc primum e x raris tabulariis romanis, anstriacis, hungaricis, transilvanis, croaticis, societatis Jesu, aliisque fontibus accessu difficultatibus erutae. 2 Bde. Innsbruck, Rauch. 1885. 8°. I, 4 9 6 S., II, 4 9 7 — 1 0 8 8 S.

M. 13. Rez.: MagyarSion. (1886), Januarheft; HJ. (1886), H. 3 ; HZ. 56, S. 352 u. 536.

— 1 2 1 ) Akos T i m o n , A párbér Magyarországon. (Das Lecticale in Ungarn.) Budapest, Pallas. 1885. 8°. 4 1 1 S. M. 8. Bez.: Budapesti Szemle (1885), März; Századok (1886) 1, S. 93. (Daran knüpfte sich eine Polemik in Broschürenform mit Prof. Jul.

K o v á c s und R os_n e_r.) _ 1 2 2 ) - L . D e d e k , - Geseh: der-Ernennung der Bischöfe in Ungarn. 1Ö00—1526. ( = Arbeiten der Seminarzöglinge von Budapest. [Ungarisch.]

48. Jahrg., 2. Bd.) Budapest, Selbstverlag. 1885. 8°. 168 S. M. 2. Rez.: Századok ( 1 8 8 5 ) 6, S. 540. — 1 2 3 ) X Monographie der röm.-kathol. Kirchengemeinde Gyertyámos.

(Anläfslich des lOOj. Jubiläums der Kirchen-Gemeinde.) Temesvár, Selbstverlag. 1885.

8®. 341 S. — 1 2 4 ) X J· K a r á c s o n y i , Magyarország és a nyugati egyházszakadás.

(Ungarn und das grofse Schisma der abendländischen Kirche.) Doktor-Dissertation. Grofs- wardein, Selbstverlag. 8°. 89 S. Rez.: Századok (1885) 7, S. 623. — 1 2 5 ) X E.

R a d i c s : Die orthodox-orientalischen Partikularkirchen in den Ländern der ungarischen Krone. Budapest, Hornyánszky. 1885. 8°. 112 S. — 1 2 6 ) X Gr. N o v a r o w , Die Klöster in Österreich-Ungarn. Brünn, Druckerei der Benediktiner. 1885. 8°. 4 4 S. M. 0.30.

(17)

11,348

X X X I I . L. M a n g o l d : Ungarn.

wenigstens gehört auch P. H u n v a l f y s

1 2 7

) Aufsatz in diese Rubrik, welcher die vielfachen Verbindungen der ungarischen gelehrten Welt mit den Kreisen der Hussiten aufhellte. Nur so läfst sich dann die historische Thatsache erklären, dafs die berühmten Kompaktaten in Iglau (1437) auch in ungarischer Sprache verkündigt worden seien. Jirecek erwies auch die Angabe, dafs die älteste vorhandene ungarische Bibelüber- setzung von Hussiten herrühre. — Vgl. mit dieser Untersuchung die stofflich verwandte Arbeit L o s e r t h s .

1 2 8

)

L o k a l g e s c h i c h t e . — Unter den vorliegenden, zahlreichen A r b e i t e n

1 2 9

"

1 8 7

) müssen in erster Reihe das Werk P e s t y s

1 3 8

) und die Geschichte der Stadt Ofen und Pest von F r . S a l a m o n

1 3 9

) namentlich hervorgehoben werden. Pesty geniefst nicht mit Unrecht einen guten Ruf als geschickter und gründlicher Komitats-Monograph. Das Werk Salamons zeichnet sich wie alle Bücher dieses scharfsinnigen Historikers durch selbständige Forschung aus. Näher darauf einzugehen, verbietet der Raum, doch mache ich aufmerksam, dafs ausführliche Besprechungen über das Buch auch in deutscher Sprache vorliegen.

K u l t u r g e s c h i c h t e i m . e n g e r e n S i n n . — Ein mit grofsem Fleifs bearbeitetes, aber nicht immer verläfsliches Handbuch von B i h a r i eröffnet den Reigen.

1 4 0

) — S a l a m o n

1 4 1

) hat einen Abschnitt der eben besprochenen Geschichte der Stadt Ofen und Pest separat erscheinen lassen und sucht nachzuweisen, dafs die Angabe Heltais, König Matthias Corvinus habe eine Hochschule für 40000 Studenten erbauen wollen, irrig sein müsse. Vielleicht bezieht sich jene Nachricht auf die Errichtung

1 2 7 ) P. H u n v a l f y , Josef Jirecek und die ungarischen Hussiten: Ungar.R. 5 (1885), S. 742. Budapest. — 1 2 8 ) L o s e r t h , Über die Versuche, die wiclif-hussitischen Lehren nach Österreich, Polen, Ungarn, Kroatien u. s. w. zu verbreiten: MVGDB. (1885), No. 2. Prag. — 1 2 9 ) X P. K r i z k ó , Das Anwachsen des Besitzes der Stadt Kremnitz:

Századok 19 (1885), S. 252/9. Budapest. (Kremnitz galt nicht mit Unrecht für dir reichste Stadt Ungarns.) — 1 3 0 ) X V. M y s k o v s z k y , Die Befestigungswerke dee Stadt Kaschau im MA. (Programm der Kaschauer Realschule.) Kaschau. 1885. Rez.:

Századok (1886) 5, S. 442. — 1 3 1 ) X M. A. S e h ( u s t er)?, Deutsch-Kreuzer Lokalnamen:

KB1. d. V. f. siebenbürg. Landeskde. 8 (1885), S. 3/7. Hermannstadt. — 1 3 2 ) X Alex.

T a k á c s , Komárom IV. Béla alatt. (Komorn zur Zeit Bélas IV.) Komorn. 1885. 8°.

28 S. — 1 3 3 ) X J. T o r m a , Die Grafschaft Zonuk: Történelmi Tár 8 (1885), S. 4 8 1 — 5 0 4 und 6 7 4 — 7 2 4 . Budapest. — 1 3 4 ) X J· K á r o l y i , Verschwundene Ortschaften im Stuhlweifsenburger Komitat. (Ungarisch.) ( = Jb. d. Stuhlweifsenburger HV.) 1885. — 1 3 5 ) X L. K ő v á r i , Die Denkmäler Siebenbürgens. ( = Pulszky - Album.) Jubiläuma- schrift.. Budapest. 1885. 4°. Rez.: Századok (1885) 3, S. 278. (Verficht die Meinung, dafs die Ungarn schon hei der Okkupation des Landes Burgen vorgefunden hätten.) — 1 3 6 ) X Kabos K a n d r a , Existierte früherer Zeit ein Komitat Szerencs?: Századok 19 (1885) S. 2 4 1 — 5 2 . Budapest. (Verneint die Frage.) — 1 3 7 ) X i d . , Szabdos megye alakulása. (Entstehung des Komitats Szabolcs.) ( = Histor. Abhdlgn. der Ungar. Akademie.

Bd. 12 (1885), H. 2.) Budapest, Akademie. 1885. 8°. 40 S. M. 0,60. — 1 3 8 ) Frigyes P e s t y , Krassé vármegye története. Bd. 2, 2. Teil. (Gesch. des Komitats Krassó.) Budapest, Athenaeum. 1885. 8°. 349 S. — 1 3 9 ) Ferencz S a l a m o n , Budapest története.

(Gesch. der Stadt Ofen und Pest). Bd. 2 u. 3. Quellen und Kritik. Budapest, Selbst- verlag. 1885. 8°. VIII, 615 u. II, 381 S. M. 8 u. 5. Rez.: HZ. (1888) 59, ,S. 1 6 1 ; Századok (1887) 1. H., S. 4 8 ; Ungar. R. (1886 u. 1887). — 1 4 0 ) P- B i h a r i , Általános és hazai mívelödéstörténet. (Allgemeine und vaterländische Kulturgesch.) 2 Bde. Buda- pest, Lampel. 1885. 8°. 606 n. 679 S. M. 16. Rez.: Budapesti Szemle (1885). (Mit 1 1 3 Illustrationen. Bd. 1 enthält das Altertum u. MA., Bd. 2 die NZ.) — 1 4 1 ) Fr.

S a l a m o n , Die Universität des Königs Matthias: Ungar. R. 6 (1886), S. 5 7 7 — 8 3 . Budapest.

(Ein Kapitel des Werkes 'Gesch. der Stadt . Ofen und Pest' desselben Vf. Aus Bd. 2.)

(18)

eines befestigten Lagers oder deTgl. — L. N é m e t h y

1 4 2

) verdanken wir einen Beitrag zur Lebensgeschichte des Humanisten Piso (1526). — E u g . A b e l

1 4 8

) schilderte die Wirksamkeit der gelehrten Humanistin und Theologin Isota Nogarola (geb. um 1418, gest. 1466). — Weitere Arbeiten siehe unten.

1 4 4

"

1 4 5

) ·

H a n d e l u n d I n d u s t r i e. — F e j é r p a t a k y

1 4 6

) publizierte Rechnungsbücher mehrerer Städte, so jene der Stadt Schemnitz aus den Jahren 1364—1408; jene der Stadt" Prefsburg (1364—1410); der Stadt Neu- sohl (1386—99); jene der Stadt Tyrnau (1394—1455) und Oldenburg (1394 bis 1455); jene von Bartfeld (aus den Jahren 1418—44) und j e n e von Kremnitz (1423—50). Das Buch ist eine Fundgrube für innere Geschichte, namentlich für die Geschichte der Steuern und Zölle, Münzgattungen, über Preise u. dgl. Sämtliche Urkk. sind entweder deutsch oder lateinisch ver- fafst. — H l a t k y s

1 4 7

) Arbeit beruht gleichfalls auf archivalischen Studien.

— B é l a M a j l á t h

1 4 8

) erblickt die ersten Keime des einheimischen Zunft- ' wesens in den verschiedenen Fraternitäten, deren Statuten und geistlichen

Ursprung, sowie spätere Entwickelungsstudien vor und nach der Schlacht bei Mohács verfolgt werden. — Hier sei auch J. W o l f i s

1 4 9

) Abhandlung genannt.

K u n s t g e s c h i c h t e . — Die einschlägigen Arbeiten sind nicht von Wichtigkeit.

1 5 0

"

1 5 4

)

D i e r e c h t l i c h e S t e l l u n g K r o a t i e n s z u U n g a r n s zieht immer aufs neue die Aufmerksamkeit sowohl der Politiker wie Histo- riker und Juristen auf sich. Der Vorkämpfer der ungarischen Staatsidee, Friedr. P e s t y

1 5 5

) hat 100, vorher in der Tagespresse und in Revuen

1 4 2 ) K. N c m e t h y , Zur Lebensgesch. Jakob Pisos: Történelmi Tár 8 (1885), S. 764/7. Budapest.— 1 4 3 ) Jenö A b e l , Isota Nogarola. ( = Sprachwissenschaftl. und pbilosopb. Abhandlungen d. Ungar. Ak. [ungar. Sprache] Bd. 12 [1885].) Budapest, Akademie. 1885. 8°. 82 S. M. 1. B e z . : Ungar.K. (1885), S. 538. — 1 4 4 ) X Sándor N é v e r y , A középkori egyetemek. (Die Universitäten im MA.) Kalocsa, Malatin. 1885. 8°. 37 S. M. 0,80. — 1 4 5 ) X Alex. N a g y , Schulkomödien in der Bibliothek des ungarischen National-Mnseums: Ungar. E. 5 (1885), S. 9 1 — 1 2 0 . Budapest.

(Aus der Magyar Könyvszemle übersetzt.)— 1 4 6 ) László F e j é r p a t a k y , Magyarországi városok régi számadáskönyvei. (Alte Kechnungsbücher ungarischer Städte.) Budapest, Ungar. Akademie. 8°. 149 S. M. 2. Rez.: Századok (1886) 1, S. 88. — 1 4 7 ) J.

H l a t k y , Zunft-Verhältnisse und merkantile Verhältnisse zu Kremnitz während des 15./7. Jb.

(Programm der Kremnitzer Staatsrealscbule.) Kremnitz. 1885. Rez.: Századok (1886) 5, S. 441. — 1 4 8 ) Béla M a j l á t ' h , Die Calendae-Geselischaften: Századok 19 (1885), S. 5 6 3 — 7 9 . Budapest. — 149) Joü· W o l f f , Beiträge zur siebenbürgiscb-deutscben Agrargeschichte. (Programm des Muhlbacher Gymnasiums.) Muhlbach. 1885. 4°.

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(Schlufs.) (Deutscher, französischer und ungarischer Text.) Wien, Lehmann-Wentzel.

1885. 2°. 8 1 — 1 0 0 Tafeln. M. 18. — 1 5 3 ) X László R é t h y , Magyar styl. (Ungarischer Stil.) Budapest, Nornyánszky. 8°. 52 S. M. 1,20. (Sucht die Spuren eines selbständigen nngar. Kunststils bis ins MA. nachzuweisen.) — 1 5 4 ) X Gyula D e é s i , A renaissance hatása korunkra. (Die Einwirkung der Renaissance auf unsere Zeit.) Budapest, Grimm.

1885. 8°. 48 S. M. 1. — 1 5 5 ) Frigyes P e s t y , 100 politikai és történeti levél Horvátországról. ( 1 0 0 politische und historische Briefe über Kroatien). Budapest, Akademie.

1885. 8°. VHI, 419 S. M. 6. Rez.: Századok 1885) 3, S. 286, 6, S. 538 u. 9, S. 739.

Ábra

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