Nach oben pdf Wirkungen tiergestützter Interventionen auf Menschen mit Demenz in ambulant betreuten Wohngemeinschaften

Wirkungen tiergestützter Interventionen auf Menschen mit Demenz in ambulant betreuten Wohngemeinschaften

Wirkungen tiergestützter Interventionen auf Menschen mit Demenz in ambulant betreuten Wohngemeinschaften

Der Begriff der Biophilie nach Wilson umfasst sämtliche Ausdrucksarten der Hinwendung zur Natur, wie bspw. Attraktion, Aversion, Ehrfurcht, Wertschätzung, Angst sowie Abneigung. Kellert (1993) entwickelte das Konzept weiter und arbeitete neun fundamentale Kategorien aus, die als biologische Grundlagen für die Verbundenheit des Menschen mit der Natur dienen: utilitaristisch, naturalistisch, ökologisch-wissenschaftlich, ästhetisch, symbolisch, humanistisch, moralisch, dominierend und negativistisch. Die humanistische Perspektive betont die tief erlebte, emotionale Verbundenheit mit der Natur. In der Regel sind das empfindungsfähige Elemente der Natur wie bspw. Tiere. Dies bewirkt beim Menschen eine Gruppenzugehörigkeit, ein Gemeinschaftsgefühl, Bindung und Fürsorge, Empathie, Aufbau von Beziehungen sowie die Bereitschaft zu kooperieren und zu teilen. Demnach kann die Einnahme dieser Perspektive zu einer erhöhten Fürsorge oder einer engen Bindung zu anderen einzelnen Lebewesen führen. Demgegenüber beschreibt die negativistische Perspektive die Angst, Aversion und Antipathie des Menschen bezogen auf die unterschiedlichen Aspekte der Natur, die ihn umgeben, bspw. Tiere wie Spinnen oder Schlangen. Durch diese Perspektive wird ein Impuls für die Erarbeitung und Errichtung von Schutz- und Sicherheitsvorrichtungen für den eigenen persönlichen Lebensbereich bewirkt. Jede dieser Perspektiven beinhaltet nach Kellert (1993) Vorteile, die dem Menschen das Überleben während der Evolution erleichtert haben. Die Art der Bezugnahme zur Natur werden häufig durch mehrere Perspektiven bestimmt. Nach Kellert umfasst der Nutzen von Tieren für den Menschen nicht nur den instrumentellen Wert, sondern sie erfüllen auch vielfältige emotionale und kognitive Bedürfnisse. Offenbar benötigen Menschen für eine gesunde Entwicklung den Kontakt zu anderen Lebewesen (vgl. ebd., Vernooij und Schneider 2013, Wesenberg 2015).
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Ambulante Pflegedienste in Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz – Bedingungen für ein erfolgreiches Projekt

Ambulante Pflegedienste in Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz – Bedingungen für ein erfolgreiches Projekt

In Deutschland wurde die Diskussion um besondere Wohnformen für Menschen mit De- menz angeregt durch Vorbilder in den Niederlanden, Schweden, Frankreich und Großbri- tannien. Diese Wohnform wird in der Behindertenhilfe in Deutschland schon seit Ende der 1960er Jahre erprobt. 46 Im stationären Bereich sind seit Beginn der 1990er Jahre unter- schiedliche neue Versorgungskonzepte für die Pflege von Menschen mit Demenz erprobt worden. Zunächst waren es die Angehörigen, die auf der Suche nach Entlastung auf die ambulante Form setzten. 47 Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) hat 2003 das An- gebot an Wohngemeinschaften in Deutschland untersucht: von den an der Befragung teil- nehmenden Wohngemeinschaften sind die ersten in den frühen 1980er Jahren entstanden. Seit Mitte der 1990er Jahre wächst das Angebot, aber ein Großteil (57%) ist erst nach 2000 entstanden. 48 Das KDA geht davon aus, dass 150.000 bis 2000.000 ältere Menschen in einer alternativen Wohnform leben, zu denen auch ambulant betreute Wohngemeinschaf- ten gezählt werden. Das entspricht einer Versorgungsquote von 1,8 bis 2% der über 65- Jährigen. Der Anteil von älteren Menschen mit Demenz, der in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft lebt, dürfte also noch geringer sein. 49 In Berlin existieren über 100 Wohngemeinschaften, die ersten entstanden dort vor mehr als 10 Jahren. 50 Auch in Biele- feld und im Ruhrgebiet besteht eine Reihe von Wohngemeinschaften. Inzwischen dürften allerdings in allen Bundesländern Angebote von ambulant betreuten Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz existieren.
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Empirischer Vergleich verschiedener Instrumente zur Messung demenzspezifischer
Lebensqualität im Setting ambulant betreuter Wohngemeinschaften in Berlin

Empirischer Vergleich verschiedener Instrumente zur Messung demenzspezifischer Lebensqualität im Setting ambulant betreuter Wohngemeinschaften in Berlin

Das Ziel war die Identifikation von demenzspezifischen Lebensqualitätsinstrumenten, welche die Hauptkomponenten von Wohngemeinschaften abdecken. Es konnte kein Instrument identifiziert werden, welches speziell für Wohngemeinschaften entwickelt oder auf seine Anwendbarkeit in diesem Setting hin überprüft wurde. Der Grund dafür kann in der recht kurzen Historie und der immer noch vergleichsweise geringen Verbreitung von ambulant betreuten Wohngemeinschaften gesehen werden. Der Vergleich der Dimensionen der Instrumente mit den wesentlichen konzeptionellen Elementen von ambulant betreuten Wohngemeinschaften zeigte, dass kein Instrument alle Komponenten abdeckt. Jedoch bilden das ADRQL, Demqol (Selbsteinschätzung), QoL-AD und das QUALIDEM jeweils drei Komponenten und damit einen großen Teil des Konzeptes innerhalb von Wohngemeinschaften ab. Hinzu kommen weitere Items, die wiederum den Hauptkomponenten von Wohngemeinschaften zugeordnet werden können. Diese Instrumente schließen auch keine Personengruppen innerhalb der Population von MmD aus. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Anwendbarkeit innerhalb von Wohngemeinschaften, da dort Menschen mit allen Schweregraden einer Demenz leben. Diese Instrumente bilden somit eine Basis für weitere Untersuchungen, die eine (empirische) Erprobung hinsichtlich der Anwendbarkeit, Validität und Reliabilität ermöglicht.
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Angehörige von Menschen mit Demenz seelsorglich begleiten

Angehörige von Menschen mit Demenz seelsorglich begleiten

Jeder Gottesdienst beginnt mit der Zusammenkunft der Gläubigen. Der Eröffnungsteil der Messfeier dient dem „pneumatischen Geschehen […] [der] Versammlung der Gemeinde als Kirche“ 253 , die zusammenkommt, um ihrem erhöhten Herrn zu begegnen. So sollen sich auch die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen als Teil einer Gemeinschaft erleben, die zusammen Gottesdienst feiert. Der Initiator dabei ist Gott und das primäre Subjekt Christus. 254 Durch diesen beten auch die Gläubigen, in deren Namen der Vorsteher spricht, im Heiligen Geist zum Vater. Die Mitfeiernden verlassen ihre Alltagswelt und treten in den „Raum“ Gottes ein. Das „wird sprachlich durch das trinitarische Eingangsvotum (‚Im Namen des Vaters…’) markiert“ 255 . Es folgt der kurze liturgische Gruß „der Herr sei mit euch“, der den Feiernden bewusst macht, dass der erhöhte Herr in ihrer Mitte ist. Die Kyrie-Rufe mit ihrem Huldigungscharakter richten sich dann auch an Christus. Von seiner Geschichte her ist dieser Ruf schon in vorchristlicher Zeit in Verwendung. Er wurde an eine Gottheit oder einen Herrscher gerichtet, der in eine Stadt einzog. Es geht dabei um das Anerkennen der rettenden Macht des anderen. Im christlichen Verständnis bezeugt der Ruf „den Glauben an die rettende Gegenwart des Kyrios Christus in seiner Gemeinde“ 256 . Dieser Gedanke kann gerade auch für die Zielgruppen, wenn sie sich hilflos und alleine gelassen fühlen, bedeutsam sein. Die Huldigungen werden im Gloria weitergeführt und erweitert. Sie richten sich dort erst an Gott, dann an Christus und schließen mit einer trinitarischen Formel. Das einleitende Schriftzitat aus Lk 2,14 holt den Ausgangspunkt des Heils ins Bewusstsein. Gott kommt durch das Kind in die Welt und dadurch verbinden sich Himmel und Erde. Mit dem Tagesgebet schließt der Eröffnungsteil der Messe. In diesem wendet sich der Vorsteher im Namen der Versammlung zum ersten Mal direkt und ausdrücklich an den Vater. Dabei wird auf den Feiergedanken des Tages thematisch Bezug genommen. Für dieses Gebet gibt es auch die Bezeichnung „Collecta“. Denn durch die Gebetseinladung („lasset uns beten“) ist jeder aufgerufen, im Stillen zu beten. Das vom Vorsteher
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Assessmentinstrumente zur Fremdeinschätzung von Schmerzen bei Menschen mit Demenz

Assessmentinstrumente zur Fremdeinschätzung von Schmerzen bei Menschen mit Demenz

Im hohen Alter zählen Demenzen zu den häufigsten und folgereichsten psychiatrischen Erkrankungen; In Deutschland leiden knapp eine Million der über 65-Jährigen an Demenz und die Anzahl der Neuerkrankungen pro Jahr beträgt rund 190.000 Menschen (Weyerer 2005). Schwere Demenzen umfassen Stadien der Erkrankung, in denen Betroffene bis zum Tod andauernde Unterstützung in der Bewältigung der einfachsten alltäglichen Anforderungen benötigt (ebd.). Die Anzahl an Menschen mit Demenz (im Folgenden MmD) in deutschen Altenheimen nimmt kontinuierlich zu, rund 60 % der Heimbewohner sind von Demenz betroffen (ebd.). Aufgrund dieser hohen Anzahl an Betroffenen kommt der Pflege von MmD eine große, gesamtgesellschaftliche Bedeutung zu. Das Risiko an Demenz zu sterben ist fast doppelt so hoch wie für zerebral intakte Personen (vgl. Kojer, 2010: S. 310). Fortgeschrittene Demenz führt neben Veränderungen der Körperwahrnehmung zu dem Verlust der verbalen Kommunikationsfähigkeit (Basler et al. 2006, Kojer 2009, Osterbrink et al. 2012, Fischer 2007, Lagger et al. 2008). Damit steigt zugleich die Gefahr, dass Schmerz bei den Betroffenen von professionell Pflegenden nicht erkannt oder auch überschätzt wird und dass es zu einer unzureichenden Schmerzbehandlung kommt (Basler et al. 2006): „Betrüblicherweise hat daran auch der Schmerztherapieboom der vergangenen 10 Jahre kaum etwas zu ändern vermocht. […] Aber auch die Klagen von Demenzkranken, die ihren Schmerz noch verbal ausdrücken können, werden häufig nicht beachtet, vor allem wenn ihre Betreuer sie zugleich als sehr verhaltensgestört erleben.“ (vgl. Kojer, 2009: S.70). Gerade im Alter treten Schmerzen häufig auf (Kojer 2009, Osterbrink et al. 2012). Nach Lagger et al. (2008) hat ein inadäquates Schmerzmanagement Auswirkung auf die physische und psychische Verfassung sowie die Lebensqualität der Betroffenen (Lagger et al. 2008).
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Sinnkonstruktionen von Menschen mit Alzheimer-Demenz : eine Biographieanalyse

Sinnkonstruktionen von Menschen mit Alzheimer-Demenz : eine Biographieanalyse

Patienten haben Schwierigkeiten sich zu erinnern, planvoll zu agieren, zu organisieren, sich sprachlich adäquat auszudrücken sowie mit der räumlichen Orientierung. Zudem können depressive Symptome, in mehrheitlich leichter und wechselhafter Ausprägung, hinzukommen. Im mittelschweren Demenzstadium, etwa drei Jahre nach der Diagnose, kommt es zu einer zunehmenden Verschlechterung des Neugedächtnisses, der Sprache, des logischen Denkens und Handels. Die Betroffenen sind in höherem Maß ablenkbar und verlieren den Blick für ihre Störung. Alltagsfähigkeiten, wie das Ankleiden oder die Nahrungsaufnahme gehen verloren. Die räumliche Orientierung nimmt ab und es kann zu emotionalen Kontrollverlusten, wie z.B. Aggressionen, kommen. Ein kleiner Teil der Betroffenen leidet zudem an in der Regel optischen Halluzinationen. In dieser Phase wandern Menschen mit Alzheimer-Demenz oft unruhig und ohne erkennbares Ziel umher. Sie beginnen Dinge zu sammeln und zu sortieren. Das schwere Demenzstadium beginnt im Durchschnitt sechs Jahre nach der Diagnosestellung und ist durch eine prägnante Beeinträchtigung aller geistigen Funktionen gekennzeichnet. Aufgrund der nunmehr extrem reduzierten Sprachfähigkeit können Bedürfnisse nur noch schlecht artikuliert werden. Nichtsdestotrotz werden emotionale Signale vom Betroffenen registriert. Insbesondere in den frühen Abendstunden kommt es zu den größten Unruhezuständen. Inkontinenzen und neurologische Störungen nehmen zu. Im Zuge der sich häufig entwickelnden Bettlägerigkeit können u.a. Kontrakturen und Dekubitalulcera, sogenannte Druckgeschwüre, entstehen. (Vgl. Förstl 2011, S.52ff) Im leichten Stadium können Betroffene ihr Leben mit Einschränkungen selbstständig bewältigen, während im mittleren Stadium bereits fremde Hilfe im Alltag vonnöten ist. Das schwere Demenzstadium ermöglicht hingegen keine selbstständige Lebensführung. (Vgl. o.V. 2010, S.2)
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Hilfebedarf im Ambulant Betreuten Wohnen. Ein Vergleich von H.M.B.-W. und ICF-BEST. Abschlussbericht des Forschungsprojektes HAWO

Hilfebedarf im Ambulant Betreuten Wohnen. Ein Vergleich von H.M.B.-W. und ICF-BEST. Abschlussbericht des Forschungsprojektes HAWO

Wenn eine akute, allerdings vorübergehende körperliche Einschränkung (z.B. gebrochener Arm) oder Lebensbelastung (z.B. Umzug in eine neue Wohnung, Trennung von einem Le- bensgefährten, Tod eines nahestehenden Menschen), vorliegt, erhöht diese den dimensio- nalen Hilfebedarf auf den Aktivitätsebenen. Wie im HAWO-Handbuch gemeinsam festgelegt wurde, werden akute Hilfebedürfnisse berücksichtigt, wenn davon auszugehen ist, dass der erhöhte Hilfebedarf auch sechs Wochen nach Erhebung noch in vergleichbarem Umfang besteht. Ansonsten ist von den üblichen, nicht akuten Hilfebedürfnissen auszugehen (vgl. Gross/Lohrer 2011, 14). Akute Hilfebedarfe werden kapitelweise berücksichtigt und müssen begründet werden. Bei Gruppenaktivitäten wird wie folgt vorgegangen: Der eingeschätzte wöchentliche Stundenbedarf für Gruppenaktivitäten wird für jede Aktivität einzeln anteilig zur durchschnittlichen Anzahl begleiteter Teilnehmer berechnet. Ein Beispiel: Ein Stammtisch wird für durchschnittlich 20 Personen durch Personal begleitet und dauert wöchentlich 2,0 Stunden. Für den einzelnen Leistungsnehmer können somit 2,0 Std./Wo geteilt durch 20 Teilnehmer, d.h. ein Umfang von 0,1 Stunden/Woche geltend gemacht werden. Hilfen des sozialen Umfelds werden als Umweltressourcen angesehen. Sie werden in der hintersten Spalte des Fragebogens vermerkt und in der Festlegung von Art und Umfang der Hilfe ent- sprechend berücksichtigt.
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Edoweb: Begegnung mit an Demenz erkrankten Menschen

Edoweb: Begegnung mit an Demenz erkrankten Menschen

über eine beginnende Demenz so schwer machen. Vielleicht haben Sie zu dem Menschen, bei dem Sie eine beginnende De- menz vermuten, eine gute persönliche Beziehung. Dann kön- nen Sie vorsichtig versuchen, mit ihm über seine Situation zu sprechen und können ihn dazu bewegen, sich in ärztliche Be- handlung zu begeben. Vielleicht kennen Sie die Angehörigen und können mit ihnen Kontakt aufnehmen. Auch ein Gespräch mit dem Arbeitgeber kann hilfreich sein, gerade wenn sich die Situation am Arbeitsplatz zuspitzt und ein Fehlverhalten der oder des Kranken andere Menschen gefährden würde. Es ist wichtig, dass wir an Demenz erkrankte Menschen in un- sere Gesellschaft integrieren und sie nicht einfach ignorieren, nur weil wir nicht wissen, wie wir reagieren sollen. Menschen, die schon einmal etwas über Demenz gelesen haben, wissen, dass oft schon ein kleiner Hinweis, eine freundliche Geste oder etwas liebevolle Zuwendung genügt, damit der oder die Kran- ke wieder besser zurechtkommt und so auch länger ein eigen- ständiges Leben führen kann. Die Kenntnis über die Krankheit macht es um einiges leichter, angemessen mit ihr umzugehen. Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen geraten in der Öffentlichkeit häufig in peinliche Situationen, wenn die
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„Ergotherapie bei Menschen mit Demenz – Wozu?“ : mögliche Wirksamkeit der Ergotherapie bei Menschen mit Demenz im Pflegeheim in Bezug auf ADL

„Ergotherapie bei Menschen mit Demenz – Wozu?“ : mögliche Wirksamkeit der Ergotherapie bei Menschen mit Demenz im Pflegeheim in Bezug auf ADL

Collier, McPherson, Ellis-Hill, Staal und Bucks (2010) untersuchen in ihrer Studie den Einfluss von multisensorischer Stimulation [MSS] auf die funktio- nelle Performanz von Menschen mit mittlerer bis schwerer Demenz. Das mul- tisensorische Umfeld zielt darauf ab, die fünf Sinne zu stimulieren. Zusätzlich wurde Gärtnern als eine Kontrollaktivität im Vergleich untersucht. Die Interven- tionsgruppe der MSS hatte das Ziel das Sehen, Hören, Spüren, Riechen und Schmecken mit Hilfe von stimulierendem Equipment zu fördern und somit die funktionelle Performanz zu verbessern. Die Kontrollaktivität Gärtnern wurde gewählt, da sie ähnliche sensorische Qualitäten hat wie die MSS, wobei Gärt- nern jedoch in einem strukturierteren Rahmen stattfindet und feinere sensori- sche Stimulation hervorruft. An der Studie nahmen 30 Patienten aus Pflege- heimen oder Spitälern aus England teil. Die Teilnehmer wurden zufällig in eine der zwei Interventionsgruppen eingeteilt und erhielten dreimal wöchentlich ei- ne Intervention über vier Wochen lang. Sie wurden jeweils vor und nach der Intervention mit dem standardisierten AMPS beurteilt.
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Edoweb: Menschen mit Demenz begegnen

Edoweb: Menschen mit Demenz begegnen

Die veränderte Selbstwahrnehmung berücksichtigen Die Betroffenen interpretieren ihre Veränderungen häu- fig als normales Nachlassen im Alter. Die Vorstellung, an einer Demenz zu leiden, ist wegen der damit ver- bundenen Konsequenzen angstbesetzt und wird daher oft nicht zugelassen. Außerdem schränken die abneh- menden geistigen Möglichkeiten eine nüchterne Beur- teilung des eigenen Zustandes deutlich ein. Das kann es schwierig machen, Menschen mit Demenz auf ihre Probleme anzusprechen. Viele können Hilfsangebote nicht zulassen. Sie haben nicht das Gefühl, Hilfe zu benötigen und reagieren daher mit Unverständnis auf entsprechende Vorschläge. Dass ihr Handeln bei ande- ren Menschen Verwunderung, zuweilen auch Ableh- nung weckt, wird von den Betroffenen zwar wahrge- nommen, aber oft nicht verstanden. Das heißt aber nicht, dass Kritik sie nicht berührt. Das Gefühlsleben
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Soziale Arbeit und Demenz
Sinnliche Zugänge bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz

Soziale Arbeit und Demenz Sinnliche Zugänge bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz

Allgemein einer Demenz vorbeugend gilt ein gesunder Lebensstil. Dieser besteht laut Nehls dann, wenn den Aspekten „Selbst und Umfeld“ sowie „Ernährung und Bewegung“ ausreichend Zeit beigemessen wird, diese dem evolutionären Lebenszweck der Fortpflanzung dienen und sich dabei alle Aspekte in einer Balance befinden. Umgekehrt bedeutet dies, dass körperliche Inaktivität, mangelnde geistige Anregung und z.B. Rauchen eine Demenz begünstigen. Im Hinblick auf den Umgang mit Menschen mit Demenz wurden die Validation nach Feil und der person-zentrierte Ansatz nach Kitwood vorgestellt. Beide stellen den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt der Interventionen. Zu den Bedürfnissen zählen u.a. Gebor- genheit, Liebe, Bindung, Trost, Identität, Einbeziehung und Beschäftigung. Dabei bauen beide Ansätze auf das humanistische Menschbild Rogers mit seiner Umgangsformel „Echtheit, Empathie und Wertschätzung“ sowie Eriksons Theorie der Lebensstadien und Maslows bzw. eigenen Bedürfnistheorien auf. Ziel beider Ansätze sind, durch bedürfnisorientierte Inter- ventionen – das Wecken von Erinnerungen und Emotionen, welche im besten Fall verarbeitet werden können – zu einer angemessenen Lebensbewältigung beizutragen.
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Selbstbestimmtes Leben für Menschen mit geistiger Behinderung im betreuten Wohnen

Selbstbestimmtes Leben für Menschen mit geistiger Behinderung im betreuten Wohnen

durch die wissenschaftliche Begleitforschung die bundesweite Erprobung des trägerübergrei- fenden persönlichen Budgets zur Identifizierung förderlicher und hinderlicher Bedingungen für dessen Umsetzung sowie die Ableitung praxisnaher Handlungsempfehlungen für den Ge- setzgeber, die Leistungsträger und Leistungserbringer analysiert. 157 Die Fragestellungen in dieser Arbeit sind einerseits, ob das persönliche Budget »die Selbstbestimmung, individuelle Lebensführung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung unterstützen« kann (Metzler et al. 2007, S. 239), und andererseits, »inwieweit diese Intentionen bereits im Zugang zu dieser Leistungsform, in Verwaltungsverfahren und der Handhabung rechtlicher Anforderungen berücksichtigt werden« können (ebd.). Dafür werden in der Untersuchung insgesamt sechs multiperspektivische Erhebungsinstrumente für die Datengewinnung durch sowohl quantitati- ve als auch qualitative Verfahren eingesetzt. Dazu gehören die Befragung durch Face-to-Face Interviews, telefonische Interviews und schriftliche Befragungen der BudgetnehmerInnen oder Personen aus ihrem sozialen Umfeld. 158 Die Befragungen sollten dabei die vorhandenen Dokumentationsdaten ergänzen. 159 In den Ergebnissen dieser Untersuchung ist deutlich fest- zustellen, dass das persönliche Budget die erwünschten Wirkungen wie die Unterstützung der Selbstbestimmung, der individuell persönlichen Lebensführung und die Erhöhung der Chan- cen sozialer Teilhabe von Menschen mit Behinderung hat. 160 Jedoch werden auch die
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Edoweb: Einsatz mit an Demenz erkrankten Menschen

Edoweb: Einsatz mit an Demenz erkrankten Menschen

• Weisen Sie ihn nicht auf seine Defizite hin. Die Angehörigen eines an Demenz erkrankten Menschen – was Sie über sie wissen sollten Wenn Sie im Notfall mit einem an Demenz erkrankten Men- schen konfrontiert werden, haben Sie es vielleicht entweder gleichzeitig oder aber später auch mit seinen Angehörigen zu tun. Dafür ist es ebenfalls hilfreich, ein paar Fakten zu wissen: Die meisten an Demenz erkrankten Menschen mit den be- schriebenen Beeinträchtigungen werden zu Beginn ihrer Er- krankung zuhause von ihren Angehörigen betreut. Deren Be- reitschaft, einen an Demenz erkrankten Menschen zu pflegen, ist überdurchschnittlich hoch. Oft erfolgt erst dann eine Ein- weisung ins Pflegeheim, wenn die Kräfte der Familienmitglie- der zu Hause komplett erschöpft sind. Nachdem die Angehöri- gen das leichte und mittlere Krankheitsstadium als die am be- anspruchendsten Pflegephasen bewältigt (und sich oft selbst dabei „kaputt gepflegt“) haben, nehmen sie häufig Hilfe durch eine stationäre Einrichtung an. Für diese hohe bereits erbrach- te Pflegeleistung durch die Angehörigen sollte von anderen Menschen der höchste Respekt aufgebracht werden.
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Sturzprävention bei älteren Menschen mit Demenz oder kognitiven
Einschränkungen

Sturzprävention bei älteren Menschen mit Demenz oder kognitiven Einschränkungen

Um die Frage zu beantworten, welche Maßnahmen zur Sturzprävention bei älteren Menschen mit Demenz oder kognitiven Defiziten in der Pflegepraxis zum Einsatz kommen, wurden Focus Group Interviews (37) mit Pflegefachkräften in der stationären Altenhilfe durchgeführt. Das Sample „Altenpflegefachkräfte“ erschien aus folgenden Gründen sinnvoll: Schätzungsweise jeder zweite Bewohner in deutschen Pflegeheimen ist von Demenz oder kognitiven Einschränkungen betroffen (4, 31). Die Altenpflegefachkräfte betreuen die Bewohner in der Regel über einen längeren Zeitraum. Daher ist anzunehmen, dass sie genauere Kenntnisse über individuelle Pflegebedürfnisse der Bewohner haben als Pflegefachkräfte in Kliniken über Patienten während einer kurzen stationären Behandlung. Es ist also folglich davon auszugehen, dass Altenpflegefachkräfte sich mit der Frage, wie sie Stürze bei demenzkranken Bewohnern vorbeugen können auseinandergesetzt haben.
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Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen

Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen

mit statistischen Vorhersagen und Untersuchungen von Institutionalisierungen in stationä- ren Einrichtungen bei einer bestehenden Demenzerkrankung beschäftigen. Insgesamt wur- den 42 Studien unterschiedlicher Güte, teilweise mit methodischen Mängeln, gefunden und in die Auswertung einbezogen. Diese Auswahl enthielt zu ca. zwei Dritteln Studien aus den USA, ein Drittel war europäischen Ursprungs sowie jeweils eine Studie aus Australien und Kanada. Die Ergebnisse dieser Übersichtsarbeit zeigen, dass eine Institutionalisierung von Menschen mit einer Demenzerkrankung in der Regel in einem Zeitraum zwischen ei- nem Jahr und 3½ Jahren nach Diagnosestellung erfolgt. Die Kernaussagen betreffen u. a. die Übergänge in eine stationäre Einrichtung, die sich von ca. 20 bis 25 Prozent im ersten Jahr der Erkrankung auf ca. 50 Prozent bei gleichzeitiger Zunahme des Grades der Demenz nach fünf Jahren erhöhten. Mit einer weiteren Steigerung des Beobachtungszeitraumes weist die Mehrheit der Studien keine signifikanten Erhöhungen im Grad der Institutionali- sierung mehr auf. Bei zwei Studien ergaben sich Abweichungen von der Mehrheit der un- tersuchten Studien. Eine Studie zeigt eine Institutionalisierungsrate von 33 Prozent nach 12 Monaten. In einer weiteren Studie, deren Beobachtungszeitraum sich über acht Jahre er- streckte und die auf bevölkerungsbasierten Daten beruht, stieg die Institutionalisierungsrate auf über 90 Prozent der Betroffenen an. Inwieweit diese Abweichungen möglicherweise methodisch begründet oder vom Untersuchungsgegenstand und langen Zeitverlauf abhän- gig waren, konnte nicht abschließend geklärt werden.
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Belastungserleben pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz während eines Krankenhausaufenthaltes

Belastungserleben pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz während eines Krankenhausaufenthaltes

deren vollständigen Übernahme an. Des Weiteren müssen sie sich mit finanziellen und rechtlichen Fragen auseinandersetzen. Um einer Überlastung der pflegenden Angehörigen vorzubeugen, sollten diese rechtzeitig Unterstützung in Anspruch nehmen wie z.B. ambulante Pflegedienste (Landesinitiative Demenz-Service NRW, 2008). Die Interviewten empfinden die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegdienstes hingegen als weniger hilfreich und unterstützend: „[Ich habe] gedacht vielleicht kann mir da ein Pflegedienst helfen. Also damit habe ich gar keine guten Erfahrungen gemacht.“ (Interview 3, Zeile 695-697). Die Pflegenden des ambulanten Pflegedienstes werden von den Menschen mit Demenz oftmals nicht akzeptiert: „[…] war ja der Pflegedienst da, der leider von meinem Opa so mittelmäßig gut angenommen wurde, weil er irgendwie unangenehmerweise irgendwelche 40er Jahre Mentalitäten wieder rauskamen und er […] Pflegekräfte leider wieder rausgeschmissen hat […] (Interview 4, Zeile 279-285). Für Menschen mit Demenz scheint es schwierig zu sein zu verstehen, warum nun die Pflege nicht durch die gewohnte Bezugsperson, sondern durch eine für sie fremde Person erfolgt: „[…], aber wir waren nun nicht weg und noch präsent. Dann versteht sie das nicht…, dass wir nicht die Pflege machen, sondern ja die Pflegekraft, weil wir uns dann ja eigentlich mal zurückziehen wollen. Und dann ist die auch ungehalten und ruft immer wieder nach uns.“ (Interview 1, Zeile 235-240). Des Weiteren wünschen sich die pflegenden Angehörigen eine stärkere Entlastung durch den Pflegedienst. Sie erhoffen sich Zeit für sich und für einen kurzen Zeitraum die Pflege und Betreuung vollständig abgeben zu können: „Dann wie gesagt, haben wir irgendwann einen Pflegedienst beauftragt, damit wir mal wegkonnten. Das ist auch nicht so einfach jemanden zu finden, die dann… die vollkommen die Betreuung übernehmen.“ (Interview 1, Zeile 137-141). Angebote der Tagespflege oder Tagestreffs werden als entlastender empfunden, da hier die vollstände Pflege und Betreuung für ein paar Stunden übernommen wird: „Und dann ging mein Mann in die Tagespflege. […] am Anfang zwei Mal die Woche mittwochs und freitags.“ (Interview 3, Zeile 258-262).
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Erleben und Verhalten bei Angehörigen von Menschen mit Demenz in Konfliktsituationen

Erleben und Verhalten bei Angehörigen von Menschen mit Demenz in Konfliktsituationen

Häufiger Ärger, so die weitere Annahme, führt zu vermehrt ungünstigem Verhalten gegenüber dem Erkrankten. Dabei zeigt die klinische Erfahrung, dass Angehörige hinterher oft erkennen, dass der von ihnen geäußerte Ärger nicht viel bringt und sie sich falsch verhalten haben. Häufig sind dann Schuldgefühle die Folge. Menschen mit Demenz reagieren auf fortwährende Kritik durch ausgedrückten Ärger ihrer Angehörigen erfahrungsgemäß meistens entweder mit Gegenwehr oder Rückzug bzw. anders ausgedrückt mit Aggression oder Depression. Wenn sich die Beziehung zwischen Erkranktem und Angehörigem durch fortlaufende Konflikte und negative Interaktionen verschlechtert, kann es auch zu einer Verschlechterung der Symptomatik und somit einer Zunahme der Belastung sowohl für den Betroffenen wie auch den Angehörigen kommen. Auf diese Weise entsteht eine Art „Spirale nach unten“, deren Endpunkt die vorzeitige Verlegung des Betroffenen in ein Pflegeheim sein kann, wenn die Angehörigen der Belastung nicht mehr gewachsen sind. Die rechtzeitige Unterbrechung einer solchen „Spirale nach unten“ kann mit dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern und ihnen so ein längeres und zufriedeneres gemeinsames Leben zu ermöglichen.
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Der Alltag des Anderen : Familiäre Lebenswelten von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen

Der Alltag des Anderen : Familiäre Lebenswelten von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen

Wichtige Aspekte der Beziehungsstrukturen kann die Sozialgerontologin Luitgard Franke (2006) herausarbeiten: Die Autorin analysiert die unterschiedlichen Dimen- sionen der Paarbeziehung und kann anhand dieser Analyse zeigen, welchen Krisen die Betroffenen und schließlich die (Ehe-)Paarbeziehung durch eine Demenz ausge- setzt werden können. Eine weitere Studie kann Entlastungsfaktoren identifizieren, die sich insbesondere auf die Handlungsorientierung und die Wahrnehmung von Res- sourcen beziehen (vgl. Seidl/Walter/Labenbacher 2007). Die Autorinnen geben Hin- weise darauf, dass die Veränderung der familiären Rollen sowie die eingeschränkte Kommunikation und Interaktion von den Pflegenden als belastend erlebt werden. In der Diskussion um den Stand der Forschung gibt der Soziologe Peter Zeman (2005, S. 260) allerdings zu bedenken, dass wir derzeit − trotz einzelner Analysen zu diesem Thema − noch zu wenig über Interaktionen und mikropolitische Strukturierungspro- zesse (z.B. Verteilung der Pflegerollen, psychosoziale und biographische Beziehungs- dimensionen, Kommunikation, Konsens und Konsensfiktionen, Entwicklung von Rou- tinen sowie deren Flexibilisierung in neuen Situationen) wissen. Dazu schreibt er: „Die sozialen Prozesse und Strukturen, die den Mikrokosmos der Pflege in familialer Lebenswelt bilden, liegen jedoch weitgehend im Dunkeln.“ Der Autor sieht hier drin- genden Forschungsbedarf − insbesondere durch die Soziologie der Pflege.
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Ein bewegtes Leben für Menschen mit Demenz. Konzeption, Umsetzung und Evaluation einer gesundheitswirksamen Bewegungsförderungsintervention für Menschen mit Demenz im Setting der stationären Langzeitversorgung

Ein bewegtes Leben für Menschen mit Demenz. Konzeption, Umsetzung und Evaluation einer gesundheitswirksamen Bewegungsförderungsintervention für Menschen mit Demenz im Setting der stationären Langzeitversorgung

weder bestätigt noch widerlegt werden. Anhand der Originalstudien kann zwar festgestellt werden, dass wirksame Bewegungsprogramme mehrheitlich einen höheren durchschnittlichen Gesamttrainingsumfang (Gesamtanzahl der Stunden in Bewegung im Rahmen eines Bewegungsprogramms) aufweisen als nicht wirksame Programme, jedoch zeigen auch Bewegungsprogramme mit einem vergleichsweise sehr geringem Stundenausmaß (<20h) signifikante Ergebnisse. Hinzu kommt, dass die hohe Heterogenität hinsichtlich der Einheitendauer, Trainingsfrequenz und Gesamtdauer der Bewegungsprogramme keine gesicherte Aussage über die optimale zeitliche Gestaltung eines Bewegungsprogramms für Menschen mit Demenz zulässt. Dies bemängeln auch die im Systematic Review inkludierten Literaturübersichtsarbeiten (Farina et al., 2014; Forbes et al., 2013; Pitkälä, Savikko et al., 2013), wobei einige Autor*innen dennoch Richtwerte für die zeitliche Gestaltung formulieren: Eine Einheitendauer von 45 bis 60 Minuten (Blankenvoort et al., 2010) mit einer Trainingsfrequenz von mindestens zweimal pro Woche (Pitkälä, Savikko et al., 2013) über einen Zeitraum von mindestens 12 Wochen (Blankenvoort et al., 2010; Pitkälä, Savikko et al., 2013) scheint in der Zusammenschau der Empfehlungen ideal. Thuné-Boyle et al. (2012) weisen jedoch auch darauf hin, dass bessere Ergebnisse bei täglich durchgeführtem Training erzielt werden können, wobei Rao et al. (2014) konkludieren, dass eine längere Interventionsdauer nicht mit besseren Ergebnissen assoziiert ist. Wie lange eine tägliche Bewegungseinheit dauern sollte und ob ein Schwellwert der Interventionsdauer existiert, ab welchem der Effekt der Intervention nicht weiter ansteigt oder sogar rückläufig wird, führen die Autor*innen jedoch nicht weiter aus.
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Demenz – "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" : Humor in der ergotherapeutischen Arbeit mit Menschen mit Demenz

Demenz – "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" : Humor in der ergotherapeutischen Arbeit mit Menschen mit Demenz

Den humorvollen Aspekt in problematischen Situationen zu erkennen, kann der Problematik die Gewichtung nehmen (Hafford-Letchfield, 2012; Vergeer & MacRae, 1993) und könnte nach Meinung der Autorinnen dieser Bachelorarbeit zu Optimis- mus und Gelassenheit verhelfen. Ähnliches erwähnen Godfrey (2004) und Wilkins und Eisenbraun (2009), die besagen, dass Humor einen Perspektivenwechsel zu vollziehen vermag. Wenn sich in der Therapie herauskristallisiert, dass der an De- menz erkrankte Klient Humor zeigt und auch in schwierigen Situationen humorvoll re- agieren kann, so sollte dies als Ressource (Schaade, 2009) angesehen und von der Therapeutin gefördert werden. Allerdings muss dieser Humorgebrauch unterschie- den werden von dem von Menschen mit einer Demenz im frühen Stadium. Diese nut- zen häufig Humor, um sich selbst vor peinlichen Situationen zu schützen, welche durch Erinnerungsausfälle entstehen können (Saunders, 1998). Sie könnten sensib- ler auf Witze oder Humor reagieren, da sie sich bewusst sind, dass sie Schwierigkei- ten haben, komplizierte Inhalte zu verstehen (Takeda et al., 2010). Dies sollte die Er- gotherapeutin berücksichtigen und abwägen inwiefern der Humorgebrauch den Kli- enten fördern oder verunsichern könnte. „Auch Aggression kann mit Lachen über- deckt sein, ebenso Unsicherheit oder die Abwehr von Gefühlen. Die wenigsten von uns lachen ohne äußeren Auslöser plötzlich los, wenn sie alleine sind. Wenn wir ge- kitzelt werden, kann es sein, dass wir aus Reflex lachen, auch wenn wir es schon längst nicht mehr lustig finden“ (Niehaus, 2010. S. 13).
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