Nach oben pdf Symptome von Angst und Depression bei Jugendlichen

Symptome von Angst und Depression bei Jugendlichen

Symptome von Angst und Depression bei Jugendlichen

Verteilung der Scores für Angst- und Depressionssymptome: Es wurden die Gesamtscores für die Symptome der Angst¬ störungen und Depression berechnet. Für diese Analyse wurden alle positiv[r]

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Emotionale Verarbeitung bei jugendlichen Patientinnen mit Anorexia nervosa: Welche Beziehungen bestehen zu Depression, Angst und Kognition?

Emotionale Verarbeitung bei jugendlichen Patientinnen mit Anorexia nervosa: Welche Beziehungen bestehen zu Depression, Angst und Kognition?

Selbstbeurteilungsfragebogen Youth-Self-Report (YSR) für Jugendliche. Hier beschrieben die Eltern der anorektischen Mädchen ihre Töchter als auffällig hinsichtlich internalisierender und externalisierender Symptome, während dies bei der Kontrollgruppe in diesem Ausmaß nicht der Fall war. Zum einen mögen die Patientinnen-Eltern ihre Töchter tatsächlich als belasteter und „auffälliger“ erleben, zum anderen weisen die genannten Ergebnisse auch auf mögliche Interaktionsprobleme innerhalb der betroffenen Familien hin. Die elterliche Beschreibung kindlicher Ängste gibt unter Umständen Hinweise auf eigene Ängste. Durch das pathologische Verhalten des anorektischen Kindes kommt es zu Schwierigkeiten in der Familiendynamik: die Eltern sind misstrauisch und versuchen daraufhin mehr Kontrolle auszuüben (Garcia-Alba 2004). Das Familienleben ist gestört, wodurch es zur Ausbildung von Angst innerhalb der Familie kommen kann (Garcia-Alba 2004). Auch die Ergebnisse im YSR belegen eine auffällige Selbstbeschreibung hinsichtlich „internalisierender Störungen“ in der Gruppe der Patientinnen. Genannte Beobachtungen finden ihre Bestätigung in der Literatur (Muratori et al. 2004, Viglione et al. 2006). Die Übereinstimmung der Ergebnisse der Patientinnen und Eltern im CBCL- und YSR-Bogen für „Internalisierende Störungen“ findet ihre Entsprechung in den BDI-II- Summenwerten der Patientinnen und bekräftigt somit das Vorhandensein depressiver Symptome. Die unterschiedliche Wahrnehmung und Einstufung der Eltern der Patientinnen im Hinblick auf das Vorhandensein von „Externalisierenden Störungen“, könnten auf Schwierigkeiten in der sozialen Interaktionsfähigkeit unter den magersüchtigen Mädchen hinweisen. Für sich selbst gaben die Patientinnen an, unter „körperlichen Beschwerden“ und ihrem „sozialen Rückzug“ zu leiden, das von ihren Eltern empfundene „dissoziale und aggressive Verhalten“ wurde von ihnen selbst nicht angegeben. Diese Resultate stimmen überein mit Angaben zur Prävalenz von affektiven und Angststörungen bei essgestörten Patienten und dem Vorhandensein von mit Essstörungen assoziierten Symptomen wie Depression, Ängsten und Perfektionismus (Fosson et al. 1987, Herzog et al. 1992, Lilenfeld et al. 1998, Smith et al. 1993).
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Sehbehinderung und Blindheit - Prävalenz von Depression, Angst und sozialer Phobie

Sehbehinderung und Blindheit - Prävalenz von Depression, Angst und sozialer Phobie

Zusammenhänge zwischen dem Krankheitsverlauf (stationär vs. progredient) bzw. der Art des Visusverlustes (zentral vs. nicht-zentral) und den psychischen Belastungen liegen in der untersuchten Stichprobe nicht vor. Lediglich tendenziell scheinen Personen mit einer progredienten Augenerkrankung oder einem nicht-zentralen Visusverlust etwas häufiger psychisch belastet zu sein, als Personen mit einer stationären Erkrankung bzw. einem zentralen Visusverlust. Bei genauerer Betrachtung der Werte werden Symptome der Depression, generalisierten Angst und Panik in der Gruppe nicht-zentraler Visusverlust tendenziell etwas häufiger berichtet, als in der Gruppe zentraler Visusverlust. Die Ausnahme bilden die Symptome der sozialen Phobie. Diese treten in der Gruppe derer, die von einem zentralen Visusverlust betroffen sind, häufiger auf. Auch in Anbetracht der insgesamt sehr eingeschränkten Sehfunktion der untersuchten Stichprobe, ist innerhalb dieser eine Variabilität der Sehwahrnehmungen der Betroffenen in Folge der unterschiedlichen Genese der Augenerkrankungen gegeben. Somit könnte die speziell durch einen zentralen Visusverlust eingeschränkte Wahrnehmung von Personen bzw. Gesichtern eine Erklärung dafür sein, dass die sozialphobischen Ängste in dieser Gruppe etwas häufiger auftreten. Dies bleibt jedoch, insbesondere in Anbetracht der fehlenden Signifikanz, spekulativ.
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Emotionale Verarbeitung bei der Depression unter besonderer Berücksichtigung der Emotion Angst

Emotionale Verarbeitung bei der Depression unter besonderer Berücksichtigung der Emotion Angst

Kognitive Symptome Depressiv erkrankte Patienten leiden neben emotionalen Problemen vor allem auch an kognitiven Einschr¨ ankungen. Fossati et al. (2002) stellen vor allem Aufmerksam- keitsdefizite sowie Schwierigkeiten im Planen und Probleml¨ osen dar. Dazu kommen h¨ aufig eine psychomotorische Verlangsamung und eine Reduktion von kognitiven Ressourcen, die unter anderem dazu f¨ uhren k¨ onnen, dass irrelevante Informatio- nen verarbeitet werden. Dadurch kann die eigene Kapazit¨ at, Stimmungsver¨ ande- rungen zu kontrollieren, reduziert sein. Negatives Feedback l¨ ost h¨ aufig Passivit¨ at und R¨ uckzug aus und wird nicht als Motivation oder konstruktive Kritik aufgenom- men. Weiterhin ist bei manchen depressiven Patienten ein Verlust von Spontaneit¨ at und reaktiver kognitiver Flexibilit¨ at zu beobachten, was in der sozialen Interaktion f¨ ur Missverst¨ andnisse sorgen kann (WHO 2007). Ein weiterer Aspekt betrifft m¨ ogli- che Ged¨ achtnisst¨ orungen als kognitives Symptom einer depressiven Episode. Hier ist insbesondere bei ¨ alteren Menschen manchmal eine Unterscheidung zwischen de- pressiver Begleitsymptomatik oder beginnender dementieller Entwicklung schwierig. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium f¨ ur kognitive Begleitymptome bei einer De- pression im Alter im Vergleich zur Demenz ist, dass die kognitiven Ver¨ anderungen von den betroffenen depressiven Patienten meist sehr detailliert beschrieben werden k¨ onnen und sich unter konsequenter Therapie oft gut zur¨ uckbilden (Mayer, 2009). Zu beachten ist aber auch eine m¨ ogliche Koinzidenz von Depression und Demenz.
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Die Verarbeitung von leistungsgebundenem und sozialem Feedback bei Jugendlichen mit und ohne Depression

Die Verarbeitung von leistungsgebundenem und sozialem Feedback bei Jugendlichen mit und ohne Depression

Mögliche präventive Maßnahmen zur Depression im Jugendalter könnten sich aus den Befunden von Studie 2 ableiten. Hier wurde bei Jungen eine relative Hyporesponsivität für negative, insbesondere soziale Reize ersichtlich. Mädchen hingegen zeigten für negatives und/oder soziales Feedback keine relativ reduzierten neurophysiologischen Reizantworten. Negatives soziales Feedback wird als eine zentrale Ursache für psychosozialen Stress in der Jugend diskutiert, der wiederum als wichtiger Vulnerabilitätsfaktor für die Depression im Jugendalter angenommen wird (Slavich & Irwin, 2014; Platt et al., 2013). Gesteigerte Stresslevel werden gerade bei Mädchen mit einem erhöhten Depressionsrisiko assoziiert (Thapar et al., 2012). Unser Befund, dass Mädchen, anders als Jungen, für negative soziale Reize keine relativ geringere Responsivität aufwiesen, könnte zur erhöhten Vulnerabilität für Depression bei weiblichen (versus männlichen) Jugendlichen beitragen. Fragebogenstudien stützen bisher die Annahme, dass eine höhere Empfindlichkeit für negative soziale Reize im Jugendalter einen Vulnerabilitätsfaktor für Depressionen darstellen könnte (Bondü et al., 2017). So konnten psychosoziale Stressoren die Entwicklung depressiver Symptome gerade bei Jugendlichen mit hoher Zurückweisungsempfindlichkeit vorhersagen (Chango et al., 2012). Künftige Studien sollten zeigen, ob es durch präventive Maßnahmen gelingen kann, gefährdete Mädchen (z. B. mit einem depressivem Elternteil) im Umgang mit negativem Feedback zu schulen und dadurch deren Resilienz gegenüber einer Depression zu erhöhen.
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Medikamentöse Therapie der Depression bei Kindern und Jugendlichen

Medikamentöse Therapie der Depression bei Kindern und Jugendlichen

Die exzellente NICE-guideline (2005) für die Behandlung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen empfiehlt unter Abwägung der publizierten Literatur zu den verschiedenen Substanzen und –gruppen Fluoxetin als „the only SSRI/atypi- cal antidepressant where there is evidence of clinical effectiveness across a range of outcome measures” (NICE, 2005). Sertralin und Citalopram werden als second-line Substanzen benannt, die eingesetzt werden könnten, sollte sich unter Fluoxetin kein Behandlungserfolg einstellen. Die Ergebnisse hinsichtlich des Effekts auf das sozi- ale Funktionsniveau seien inkonsistent. Gegen den Einsatz von Tricyklica spreche die fehlende Evidenz, gegen den Einsatz von Johanniskraut die fehlende Datenbasis, mögliche Interaktionen und „the fact that St John’s wort is not a licensed medicine“, was in Deutschland so nicht zutrifft (NICE, 2005). Die NICE-guideline gibt auch einen Algorithmus an, der genaue Angaben über den Zeitpunkt macht, ab wann ein Einsatz von Antidepressiva sinnvoll ist, nämlich erst bei mittlerer und schwerer De- pression, wenn diese nicht auf psychologisch/psychotherapeutische Behandlungs- versuche anspricht (nach etwa sechs Sitzungen). Auch ein Hinweis zur Behand- lungsdauer bei erfolgreicher medikamentöse Therapie wird gegeben: mindestens sechs Monate nach Remission der Symptome sollte weiterbehandelt werden.
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Bindung, Depression und Angst im klinisch stationären Kontext: Besteht ein Zusammenhang zwischen der Bindungsangst, der Bindungsvermeidung und dem Therapieerfolg von Patienten mit Depressionen oder Angststörungen?

Bindung, Depression und Angst im klinisch stationären Kontext: Besteht ein Zusammenhang zwischen der Bindungsangst, der Bindungsvermeidung und dem Therapieerfolg von Patienten mit Depressionen oder Angststörungen?

9. Diskussion und Interpretation der Ergebnisse 112 gesellschaftlichen Wandel, dem vielen zwischenmenschlichen Kontakt über die Nutzung des Internets, dem indirekten Drang zur Ungebundenheit und dem Anstieg von Kinderbetreuungseinrichtungen und -krippen zusammenhängen könnte. Insofern wäre es sinnvoll, präventive Eltern- und Aufklärungsarbeit z.B. in Gruppen auf Geburtenstationen, Kindergärten, Schulen etc. zu verrichten, um somit über die Möglichkeiten und die Mechanismen, die zum Aufbau einer sicheren Bindungsorganisation führen, zu informieren. Neben der Behandlung der primär affektiven Symptome der Depressionen und der Angststörungen, legen die Ergebnisse dieser Untersuchung nahe, dass der Fokus auch auf der Bindungs- und Beziehungsgestaltung liegen sollte. Somit stellt sich die Etablierung der Bindungsstil-Diagnostik der Patienten in der klinischen Praxis als vielversprechend heraus. Besonders eine starke Bindungsangst steht mit einer signifikant schwereren Symptomatik bei depressiven und Angststörungs-Erkrankungen in Verbindung, wobei die Kombination einer starken Bindungsangst mit einer starken Bindungsvermeidung im Sinne des ängstlich- ambivalenten Bindungsstil diese wiederum zusätzlich verstärkt. Mit dem Wissen um die Bindungsorganisation der Patienten ergeben sich nicht nur hilfreiche Hinweise für die Prävention, sondern auch für die therapeutische Praxis und die Rehabilitation. Hierbei erscheint es vielversprechend, den Patienten über seine internalen Arbeitsmodelle und seine Beziehungs- gestaltungen aufzuklären, denn Anerkennung und Akzeptanz legen den Grundstein für Veränderungen. Zusätzlich ist es auf der therapeutischen/medizinischen Seite sinnvoll, sich der Bindungsangst und der Bindungsvermeidung der zu behandelnden Patienten bewusst zu sein, da hiermit neben unterschiedlichen Erwartungen, Einstellungen und Problematiken z.B. auch Unterschiede in der Reflexionsfähigkeit und dem Emotionszugang einhergehen. So könnte der Therapeut ein besseres Verständnis hinsichtlich der Art und Weise des interpersonalen Beziehungsaufbaus des Patienten entwickeln und die Therapieplanung und Behandlung auf Basis der Bindungsorganisation der Patienten spezifisch angepasst werden.
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Angst und Depression bei Tumorpatienten: Ergebnisse einer vergleichenden Studie über die Entwicklung eines
Kurzinterviews zur schnellen Diagnose von Depression bei Tumorerkrankungen

Angst und Depression bei Tumorpatienten: Ergebnisse einer vergleichenden Studie über die Entwicklung eines Kurzinterviews zur schnellen Diagnose von Depression bei Tumorerkrankungen

Ein seit über 30 Jahren häufig angewandetes Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung von depressiver Symptomatik bei körperlich Kranken und auch psychiatrischen Patienten, ist das von Beck entwickelte Beck Depression Inventory. [110]. Das BDI entstand aufgrund klinischer Beobachtungen depressiver Patienten. Es ist keiner Ätiologietheorie der Depression verpflichtet. Bei den Items überwiegen jedoch die Beschreibungen der affektiven, der kognitiven und somatischen Symptomebene. Motorische Auffälligkeiten (wie Agitiertheit), Gewichtszunahme und gesteigertes Schlafbedürfnis sind nicht berücksichtigt. Da Beck selbst eine kognitive Theorie der Depression entworfen hat, dominieren beim BDI vor allem die kognitiven Auffälligkeiten (9 der 21 Items). Items zur Erfassung einer Angstsymptomatik sind nicht vorhanden. Verschiedene Untersuchungen die psychiatrische Patienten, Tumorpatienten und Gesunde anhand des BDI verglichen, kamen zu dem Ergebnis, dass psychatrische Patienten die höchsten Score-Werte erzielten, gefolgt von Tumorpatienten und Gesunden. Interessanterweise hatten die psychiatrischen Patienten ähnliche Ergebnisse in der Auswertung somatischer Erscheinungen wie die Tumorpatienten und lediglich im Bereich der kognitiven und affektiven Symptome höhere Punktwerte. Die Untersucher schlossen daraus, dass psychiatrische Patienten und Tumorpatienten ähnliche somatische Beschwerden aufweisen. Die genaue Ätiologie ist jedoch unklar, entweder leiden Patienten mit einer Tumorerkrankung an schwereren Formen von Depression oder es handelt sich doch um Symptome der Tumorerkrankung.
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http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Palliativmedizin/download/de/downloads/Therapie-von-Atemnot-Angst-Depression

http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Palliativmedizin/download/de/downloads/Therapie-von-Atemnot-Angst-Depression

Patienten mit fortgeschrittenen Lungen- erkrankungen wie COPD oder Lungen- fibrose leiden im Vergleich zur Normal- bevölkerung häufiger an Angst und De- pression. So wurden bei COPD-Patienten Prävalenzen von bis zu 50 % für Angst und von 57 % für Depression angege- ben [25]. Angst und Depression haben einen negativen Einfluss auf die Lebens- qualität der Patienten [26], den Krank- heitsverlauf, aber auch auf Symptome wie Atemnot [27]. Das Hauptproblem ist, dass Angst und Depression häufig nicht diagnostiziert und in Folge nicht behandelt werden [28]. Besonders eine Depression wird häufig als traurige Ver-
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Depression bei Kindern und Jugendlichen: Prävalenz, Diagnostik, ätiologische Faktoren, Geschlechtsunterschiede, therapeutische Ansätze

Depression bei Kindern und Jugendlichen: Prävalenz, Diagnostik, ätiologische Faktoren, Geschlechtsunterschiede, therapeutische Ansätze

Ein großes Problem für Psychiater und Psychologen ist, dass depressive Sympto- me von Kindern generell verdeckt werden können von Veränderungen des sozialen Verhaltens wie Aggression, Hyperaktivität, Enuresis usw. (Nissen, 1995). Auch fällt es Kindern häufig schwer, Gefühle von Trauer sprachlich auszudrücken. Daher müssen depressive Symptome aus dem offenen beobachtbaren Verhalten geschlossen werden. Aufgrund dieser diagnostischen Schwierigkeiten verlassen sich Kliniker häufig auch auf den Bericht der Eltern, obwohl es, wie bereits erwähnt, nicht besonders große Zu- sammenhänge zwischen den Selbstberichten von Kindern bzw. Jugendlichen und den Berichten ihrer Eltern gibt. Im Schulalter können Kinder familiäre Konflikte intensiv erleben und auch auf schulbezogene Konflikte mit niedrigem Selbstwert und ausge- sprochenen Schuldgefühlen reagieren. Diese innere Konfusion wird jedoch häufiger durch körperliche Beschwerden wie Kopf- und Magenschmerzen oder Angstsympto- me, u. a. Schulangst, ausgedrückt, statt durch ein offenes Ansprechen von Gefühlen wie Depressivität und Angst. Häufig kann man auch finden, dass depressive Kinder und Jugendliche versuchen, ihren niedrigen Selbstwert zu kompensieren, indem sie besonders bemüht sind, es anderen recht zu machen.
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Elterliche Psychopathologie, Aggression und Depression bei Kindern und Jugendlichen

Elterliche Psychopathologie, Aggression und Depression bei Kindern und Jugendlichen

Aggressiv-dissoziales Verhalten und depressive Symptome treten bei Kindern und Jugendlichen auch gemeinsam auf. Eine solche Komorbidität zweier unterschiedlicher Störungsbilder kann oft durch einen gemeinsamen Risikofaktor erklärt werden. Aus der bevölkerungsbezogenen BELLA-Studie wurde aus insgesamt 1356 Teilnehmern im Altern von elf bis 17 Jahren (51.6 % Jungen) eine Risikogruppe aggressiver Kinder und Jugendlicher (n = 422; 68.7 % Jungen) identifiziert und untersucht, ob und inwieweit die Beziehungen zwischen elterlicher Psychopathologie und einer der beiden Störungen von der jeweils anderen Störung vermittelt werden. Hierzu wurden alters- und geschlechtsadjustierte Mediatoranalysen durchgeführt. Die Analysen wurden stratifiziert, je nachdem ob sich die Kinder und Jugendlichen als vorwiegend proaktiv (n = 145; 52.4 % Jungen), reaktiv (n = 173; 76.3 % Jungen) oder reaktiv-proaktiv (n = 104; 78.8 % Jungen) aggressiv einstuften. Für alle Risikogruppen mediierte sowohl aggressiv-dissoziales Verhalten den Pfad auf Depression als auch Depression den Pfad auf aggressiv-dissziales Verhalten. Die Varianzaufklärung der Modelle war für proaktiv- und reaktiv-aggressive Jugendliche deutlich höher, wenn Depression den Pfad von elterlicher Psychopathologie auf aggressiv-dissoziales Verhalten mediierte. Für reaktiv-proaktiv aggressive Kinder und Jugendliche war dieses Verhältnis umgekehrt. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund aktueller Ergebnisse und Komorbiditätskonzepte diskutiert.
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Untersuchungen zur Assoziation von CP/CPPS-Symptomen bei Männern mit erektiler Dysfunktion, LUTS, Angst und Depression : eine testpsychologische Analyse

Untersuchungen zur Assoziation von CP/CPPS-Symptomen bei Männern mit erektiler Dysfunktion, LUTS, Angst und Depression : eine testpsychologische Analyse

trächtigen kann. Neuere Studien bestätigten sogar signifikant höhere Werte für Angst bei ei- nem Patientenkollektiv mit CP/CPPS im Vergleich zur Normalbevölkerung [11, 24, 62]. Die Depression wird als ein weiterer wichtiger psychogener Faktor bei der CP/CPPS gesehen. Eine ältere Studie ergab bei bis zu 55 % der Patienten mit CP/CPPS einen erhöhten Score für Depression [39]. Leitsymptome einer Depression sind ängstliche Verstimmung, Bedrückung, Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit. Als weitere Symptome gelten Interessenverlust, negati- ve Gedanken, Selbstvorwürfe, Versagens- oder Zukunftsangst. Begleitende vegetative Symp- tome sind Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzbeschwer- den, Schmerzen, besonders Myalgien und Kopfschmerzen sowie ein Libidoverlust. Zusätzlich kann auch noch eine autoaggressive Tendenz mit Selbstverletzung hinzutreten [39].
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Angst, Depression und Lebensqualität von ICD-Trägern (Implanted Cardioverter Defibrillator-Trägern)

Angst, Depression und Lebensqualität von ICD-Trägern (Implanted Cardioverter Defibrillator-Trägern)

Die Effektivität dieser und weiterer Arten der Unterstützung von Patienten mit Defibrillator wurde bereits in verschieden Studien untersucht (Sears et al. 2008). So propagierte Kuhl, dass durch Übermittlung computergestützter auf den jeweiligen Patienten zugeschnittener Informationen z.B. Besonderheiten des jeweiligen Defibrillator-Modells sowie durch Vernetzung der Betroffenen in Form von online-Selbsthilfegruppen die Angst von ICD-Trägern reduziert werden kann (Kuhl et al. 2006). Dunbar fand heraus, dass psychoedukative Maßnahmen vermittelt sowohl im Gruppen- als auch im telefonischen Setting ängstliche und depressive Symptome verringern können (Dunbar et al. 2009). Für soziale Unter- stützung ohne Bezug auf bestimmte Personengruppen wies Cohen zahlreiche positive Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit nach (Cohen 2004, Kawachi u. Berkman 2001). Dass soziale Unterstützung nicht unbedingt im direkten persönlichen Kontakt vermittelt werden muss, zeigte Dougherty, als er ICD-Träger in den ersten 8 Wochen nach Implantation des Defibrillators regelmäßig von Krankenschwestern telefonisch kontaktieren ließ. Im Ergebnis wiesen die so betreuten Patienten 3 Monate lang eine signifikante Reduktion von Angst und ICD-bezogenen Beschwerden im Vergleich zur Kontroll- gruppe auf (Dougherty et al. 2004). Ein gewichtiger Einfluss auf die Reduktion von Ängsten bei ICD-Trägern konnte auch für die kognitiv behaviorale Therapie als Primärintervention nachgewiesen werden (Hirsh et al. 2009, Chevalier et al. 2006, Lewin et al. 2004).
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Auswirkungen der pharmakologischen Modulation von kognitiven Fähigkeiten auf das Verhalten von Mäusen in Tests für Angst/Depression und Charakterisierung eines neuen Mausmodells für Depression

Auswirkungen der pharmakologischen Modulation von kognitiven Fähigkeiten auf das Verhalten von Mäusen in Tests für Angst/Depression und Charakterisierung eines neuen Mausmodells für Depression

Natürlich läst sich eine komplexe, menschliche Erkrankung wie die Depression nicht einfach in ihrer Gesamtheit im Tiermodell darstellen, allerdings können einzelne Aspekte der Krankheit untersucht werden (Holsboer et al., 1997; Müller & Keck 2002). In der Vergangenheit wurden bereits eine Reihe von Tiermodellen entwickelt die einzelne Elemente der Depression studierten, sogenannte Endophänotypen, die in der Psychiatrie zu den begleitenden Symptomen der Erkrankung gezählt werden (Holsboer, 1997; Müller & Keck, 2002). Bisher gibt es aber kein Modell, das alle Aspekte umfassen könnte. Es kann aber auch nicht als realistisch angesehen werden, ein solches allumfassendes Modell finden zu können, da die meisten psychischen Erkrankungen nicht nur auf einem einzigen Gendefekt basieren und somit in ihrer Komplexität nicht darstellbar sind. Daher zielt man auf elementar zugrunde liegende Faktoren ab, von denen man annimmt, dass sie mit der Krankheitsentwicklung zu tun haben. Tiermodelle basieren auf verschiedenen methodischen Ansätzen. Die bekanntesten bisher entwickelten Modelle, beinhalten Tests, die bestimmte Symptome simulieren, wie Selbstaufgabe (behavioral despair), oder die Verhaltenstheorien untersuchen, wie learned helplessness (Erlernte Hilflosigkeit) (Vaugeois & Costentin, 1998; Trullas et al., 1989; Telner & Singhal, 1984; Zur Übersicht: Kalueff & Tuohimaa, 2004). Andere Modelle nutzen die Möglichkeit, neurobiologische oder genetische Manipulationen anzuwenden (Zur Übersicht:
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Screening zu Komorbidität von Depression in der Primärversorgung: Validität zweier Screeninginstrumente zur Komorbiditätsdiagnostik (Angst- und somatoforme Störungen)

Screening zu Komorbidität von Depression in der Primärversorgung: Validität zweier Screeninginstrumente zur Komorbiditätsdiagnostik (Angst- und somatoforme Störungen)

Aus diesem Grund vollzog sich in den 70er Jahren ein erneuter Paradigmenwech- sel, dessen Richtung als sog. „Neo-Kraepelinismus“ bezeichnet wurde. Das neo- kraepelinische Paradigma stellt auf der einen Seite eine Modifikation und auf der anderen Seite eine Affirmation bestimmter Aspekte des medizinischen Modells dar: Dabei wird die ursprünglich von Kraepelin stammende Idee psychischer Stö- rungen als vieler voneinander abgrenzbarer Krankheitseinheiten aufgegriffen. Biologische Aspekte psychischer Störungen werden wieder stärker betont, jedoch auch psychisch und sozial orientierte Perspektiven berücksichtigt (Klerman, 1990). Anstelle nur einer Diagnose, wie es das Schichtenmodell vorsieht, werden jetzt – in Orientierung an operationalisierten Kriterien - so viele Diagnosen verschlüsselt, wie sie für die Beschreibung des klinischen Bildes nötig sind (vgl. Stieglitz & Frey- berger, 1996). Mit der Einführung des Komorbiditätsprinzips vollzog sich infolge- dessen eine Wandlung von einem sog. „geschichteten Modell“, nach dem die verschiedenen Symptome in Ebenen übereinander liegen und die unterste Schicht bei der Stellung der Diagnose zu priorisieren ist, zu einem Modell, nach dem die verschiedenen Störungen nebeneinander liegen und mehrere Diagnosen gleich- zeitig vergeben werden können. Eng mit dem genannten Paradigmenwechsel verbunden war die Einführung expliziter, deskriptiver und operationalisierter Krite- rien für psychische Störungen mit dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-III; APA, 1980) und dem International Classification of Diseases ( ICD-10; WHO, 1992), die Mehrfach-Diagnosen erleichterten (Frances et al., 1992; Ninan & Berger, 2001). Infolge der genannten Entwicklungen rückte das Konzept der „Komorbidität“ seit den 80er Jahren immer mehr in den Mittelpunkt des Inte- resses klinischer Psychologen und Psychiater (Griez & Overbeek, 1997; Wittchen, 1996 a, b):
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Lebensqualität, Angst und Depression bei Asthma bronchiale und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD): Patienten- und Angehörigenperspektive

Lebensqualität, Angst und Depression bei Asthma bronchiale und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD): Patienten- und Angehörigenperspektive

Kinder und Jugendliche mit Asthma leiden häufig unter negativen asthmabezogenen Gefühlen (Noeker, 1991) und zeigen mit ca. 25-35% eine erhöhte Prävalenzrate für Angststörungen (Goodwin et al., 2005; Vila et al., 2000). Unklar ist dabei, welche Rolle der Schweregrad des Asthmas spielt. In der Einschätzung der Eltern nehmen inter- nalisierte Verhaltensauffälligkeiten mit höherem Schweregrad zu, in der Selbstein- schätzung der Kinder besteht dagegen kein entsprechender Zusammenhang (Wamboldt, Fritz, Mansell et al., 1998). Die krankheitsspezifische Lebensqualität hängt zumindest bei Kindern mit leichtem bis mittleren Asthma in stärkerem Maße von ihrer Ängstlichkeit als vom Schweregrad, Alter und Geschlecht (Annett et al., 2001; Vila, Hayder, Bertrand et al., 2003). Das Ziel der vorliegenden Studie ist, einen deutsch- sprachigen mehrdimensionalen Fragebogen zur asthmabezogenen Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale zu konstruieren, der die emotionale und psychosoziale Beeinträchtigung – einschließlich der behandlungsbezogenen Ängste – im Sinne der krankheitsspezifischen Lebensqualität erfassen soll und gleichzeitig die positiven Aspekte gesundheitsbezogener Lebensqualität im Sinne subjektiver Gesund- heit abbilden soll.
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Angststörung und Somatoforme Störung  : Untersuchung zum Hauterleben und dessen Bedeutung für das Erleben und die Gestaltung von Nähe und Kontakt.  Unterschiede in der Bindung, Alexithymie, Angst und Depression

Angststörung und Somatoforme Störung : Untersuchung zum Hauterleben und dessen Bedeutung für das Erleben und die Gestaltung von Nähe und Kontakt. Unterschiede in der Bindung, Alexithymie, Angst und Depression

Anfang der 70er Jahre konzipierten DEROGATIS et al. (1973) einen Selbstbeurteilungs- fragebogen zur Erfassung psychischer Symptombelastung. Es handelte sich dabei um eine Symptomcheckliste mit 90 Items - SCL-90-Version - und einer 5-Punkt Antwortmöglich- keit. Die Normierung erfolgte an einer nichtrepräsentativen Stichprobe mit 1002 Psychia- triepatienten (DEROGATIS 1977). Einige Items wurden geändert, ebenso die ursprüngli- liche Instruktion. Die Faktorenanalyse der revidierten Fassung - SCL-90-R- ergab die Skalen Somatisierung, Zwanghaftigkeit, Unsicherheit im Sozialkontakt, Depressivität, Ängstlichkeit, Aggressivität/Feindseligkeit, Phobische Angst, Paranoides Denken und Psychotizismus. Zusätzlich konnten 3 globale Kennwerte ermittelt werden: grundsätzliche psychische Belastung ( global severity index – GSI), Intensität der Antworten (positive symptom distress index – PSDI), Anzahl der Symptome, bei denen eine Belastung vor- liegt (positive symptom total – PST). Im deutschsprachigen Raum erfolgte die Normie- rung, unter Beibehaltung der von DEROGATIS vorgelegten Faktorenstruktur an einer nichtrepräsentativen Stichprobe mit 1006 Universitätsangehörigen (FRANKE 1995). Als problematisch wurde angesehen, dass die vorgenommenen Normierungen (DEROGA- TIS 1977, FRANKE 1995) in ihren teststatistischen Kennwerten wie interne Konsisten- zen und Skaleninterkorrelationen stichprobenspezifisch beträchtlich variierten. Die Nor- mierung an einer repräsentativen Stichprobe der Symptomcheckliste war daher unerläss- lich (HESSEL et al. 2000). Ein weiteres Problem sind die teilweise hohen Interkorrela- tionen der Skalen, was auf deutliche Überschneidungen der untersuchten psychischen Beschwerden hinweist. Dass sich mit der Symptomcheckliste wie ursprünglich von DEROGATIS beschrieben 9 Faktoren (siehe oben) differenzieren lassen, dem konnte so nicht mehr zugestimmt werden. Vielmehr bestätigte sich die Annahme eines Generalfak- tors psychischer Beschwerden, der inhaltlich als psychischer Beschwerdedruck oder Global Distress dem Global Severity Index der SCL-90-R. entspricht (HESSEL et al. 2000).
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OPUS 4 | Stressbezogene Charakteristika bei depressiven Kindern und Jugendlichen und ihre Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Major Depression

OPUS 4 | Stressbezogene Charakteristika bei depressiven Kindern und Jugendlichen und ihre Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Major Depression

Ein weitere ungünstige Strategiengruppe, die, wie auch die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung zeigen („Vermeidung“ und „Gedankliche Weiterbeschäftigung“ des SVF-KJ), vermehrt von depressiven Personen angewendet werden, ist die Form der passiven, unwillentlichen Bewältigung. Die Assoziation zwischen dieser Bewältigungskategorie und Depression wird unterstützt durch die Ergebnisse der Studie von Compas et al. (2006), die in einer Stichprobe von 164 11- bis 18-Jährigen eine Verbindung von Depression und den Strategien Verleugnung und Vermeidung fanden. Ähnlich dazu zeigte sich in der Untersuchung von Silk et al. (2003) eine Korrelation zwischen Depression und Vermeidung, Verleugnung und Rumination bei 152 12- bis 17-jährigen Jugendlichen. Speziell auf die Subskala „Gedankliche Weiterbeschäftigung“ bezogen, sind Studien zur Rumination relevant. Rumination, von Nolen-Hoeksema (1991, S. 596) als „Fokussieren auf die Symptome und möglichen Gründe und Konsequenzen der Symptome“ definiert, wird von der Subskala „Gedankliche Weiterbeschäftigung“ abgedeckt (Beispiel-Item: „...beschäftigen mich die ganze Zeit Sorgen und Gedanken über die Situation“). Eine jüngere Untersuchung von Rood et al. (2012) unterstreicht anhand einer über 800 10- bis 18-Jährigen umfassenden Stichprobe die Assoziation zwischen Rumination nach stressreichen Ereignissen und depressiven Symptomen. Auch Burwell und Shirk (2007) betonen den Zusammenhang von Rumination und Depression, weisen aber darauf hin, dass zwischen ungünstigem „Brüten“ und günstiger Selbstreflexion zu unterscheiden ist. Untersucht wurden 168 Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren. Die Befunde zur Rumination sollten auch im Hinblick auf die „Response Styles Theory“ (Nolen-Hoeksema, 1991) berücksichtigt werden. Diese besagt, dass Rumination zu depressiven
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Training im Tief : Körperliche Aktivität beeinflusst die Symptome der Depression – oder nicht?

Training im Tief : Körperliche Aktivität beeinflusst die Symptome der Depression – oder nicht?

Seit es schriftliche Quellen gibt, finden sich Schilderungen von Menschen, die an einer Depression gelitten haben. Folgender Auszug aus den hippokratischen Schriften (viertes Jahrhundert nach Christi Geburt) benennt den Gemütszustand erstmals: „Wenn Angst und Traurigkeit lange andauern, so handelt es sich um einen melancholischen Zustand“ (Hippokratische Schriften, zit. nach Hell, 2007, S.27). Melancholie (auf Deutsch “schwarze Galle“) setzte sich in der Folge als

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Selbstwert und Depression : der Einfluss der Selbstwertkontingenz bei der Genese depressiver Symptome

Selbstwert und Depression : der Einfluss der Selbstwertkontingenz bei der Genese depressiver Symptome

als von Jungen (zsf. Groen & Petermann, 2011). Unter dem Einfluss verschiedener kontextuel- ler Faktoren, wie neuen gesellschaftlichen Erwartungen und Normen seitens der Eltern, der Peers und Medien, entwickeln sich in der Adoleszenz Werte und Ziele, die in das Selbstkonzept integriert werden müssen. Dabei scheint vor allem für Mädchen die wahrgenommene Attrakti- vität eine wichtige Domäne zu sein (Harter, 2012). Veränderungen des Selbstkonzepts in Berei- chen wie dem äußeren Erscheinungsbild lassen sich während der Jugendzeit u.a. durch eine zunehmende Differenziertheit hinsichtlich der eigenen Stärken und Schwächen charakterisie- ren. Dabei wird die Wahrnehmung des Selbst zunehmend durch Vergleiche mit selbstkonstru- ierten Idealbildern determiniert, die zu Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen, Enttäu- schungen und negativem Affekt führen können (zsf. Harter, 2012). Negative Selbstbe- wertungen werden bei einigen Mädchen auch durch die mit der Pubertät einhergehenden körperlichen Veränderungen wie dem Einsetzen der Geschlechtsreife oder der Zunahme an Körperfett und der Herausbildung rundlicher Formen hervorgerufen (Hyde et al., 2008). Der Anstieg depressiver Symptome in dieser vulnerablen Phase der Entwicklung hängt somit mög- licherweise damit zusammen, dass vor allem Mädchen in diesem Alter eine stark ausgeprägte Attraktivitätskontingenz entwickeln, die mit Stressoren wie pubertätsbedingten körperlichen und psychosozialen Veränderungen bei der Entstehung depressiver Reaktionen interagieren (Burwell & Shirk, 2009). Ein weiterer Faktor, der das Risiko für die Entstehung bzw. Intensivie- rung depressiver Symptome bei jugendlichen Mädchen erhöht, ist die im Vergleich zu Jungen stärker ausgeprägte Tendenz zu dysfunktionalen Bewältigungsstilen von depressiven Reaktio- nen. Mädchen neigen beispielsweise stärker dazu, intensiv und langanhaltend über negative Erfahrungen und Emotionen zu ruminieren, während Jungen eher ablenkendes Verhalten in stressreichen Situationen zeigen (für einen Überblick siehe Hilt & Nolen-Hoeksema, 2008). Es bleibt zukünftigen Studien vorbehalten, die Frage zu klären, ob die zunehmende Depressions- rate in der Adoleszenz – insbesondere bei Mädchen – auf einzelne Risikofaktoren oder eine Kombination von Faktoren wie der Attraktivitätskontingenz, entwicklungsbedingter Stressoren und einem dysfunktionalen Bewältigungsstil zurückzuführen ist.
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