Nach oben pdf Stationäre psychoanalytische Psychotherapie in einer Psychiatrischen Klinik - Patienten, Diagnosen und Ergebnisse

Stationäre psychoanalytische Psychotherapie in einer Psychiatrischen Klinik - Patienten, Diagnosen und Ergebnisse

Stationäre psychoanalytische Psychotherapie in einer Psychiatrischen Klinik - Patienten, Diagnosen und Ergebnisse

• Einzeltherapie: Die Behandlung von Patienten mit unterschiedlich hohem Struktur- niveau, mit einer Konfliktpathologie oder mit strukturellen Defiziten machen immer wieder eine Veränderung der Technik im Hinblick auf den Anteil supportiver strukturierender Elemente und deutend einsichtsfördernder Elemente notwendig. Ebenso muss bei Abwehrprozessen überlegt werden, ob sie entweder bearbeitet, in ihrem Schutzcharakter erhalten oder gar verstärkt werden sollen. Der Einzeltherapeut sollte unter idealen Bedingungen nicht als das zentrale Übertragungsobjekt fungieren, sondern als ein Objekt unter vielen anderen. In diesem Zusammenhang sind Übertra- gungsdeutungen vor allem dann von Bedeutung, wenn eine negative oder eine ideali- sierende und erotisierende Übertragung den stationären therapeutischen Prozess blockiert. In der analytischen Einzeltherapie ist damit der Bezugsrahmen für die Interventionen und die Deutungen nicht so sehr die Dualbeziehung zwischen Patient und Therapeut und die in ihr deutlich werdenden Übertragungen, sondern die Übertragungsszene, die sich in der Beziehung des Patienten zu Mitpatienten und zu Mitgliedern des Teams manifestiert. Es wird also das ganze Aktionsfeld des Patienten in der Klinik betrachtet, die Beziehung zum Einzeltherapeuten stellt somit nur eine der Facetten in der Übertra- gungsszene dar. Der Einzeltherapeut arbeitet mit der Absicht, dem Patienten deutlich zu machen, aus welchen inneren Motiven er das stationäre Behandlungsarrangement mit allen seinen Beziehungen in einer bestimmten Weise für sich nutzt.
Mehr anzeigen

104 Mehr lesen

Die Ambulanz der Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatik der Psychiatrischen Klinik der Universität München - Patienten, Diagnosen und Ergebnisse

Die Ambulanz der Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatik der Psychiatrischen Klinik der Universität München - Patienten, Diagnosen und Ergebnisse

ten Internationalen Psychoanalytischen Kongress in Budapest 1918 hielt. Der erste „Wohltäter“, der Freuds Anregungen folgte, war ein reicher Privatmann, Dr. Max Ei- tington, selbst Psychoanalytiker und Mitglied des Berliner Psychoanalytischen Instituts. Er übernahm die Finanzierung und Organisation der Poliklinik des Berliner Instituts, die 1920 eröffnet wurde. Zwei Jahre später folgte die Wiener Psychoanalytische Vereini- gung diesem Beispiel, bald darauf London, Budapest, Haag, New York und Frankfurt (Simmel 1930). Zuvor war psychoanalytische Behandlung überwiegend wohlhabenden Privatpatienten vorbehalten, da die damals schon bestehende gesetzliche Krankenversi- cherung die Kosten für diese (meist) ärztliche Leistung noch nicht übernahm. Doch nun bot die neu gegründete Poliklinik eine psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeit für alle Schichten, denn die Patienten wurden hier umsonst von Ausbildungskandidaten unter Supervision behandelt (Doering 2008). In den ersten zehn Jahren ihres Bestehens wurden an der Poliklinik des Berliner Psychoanalytischen Instituts 1955 Patienten gese- hen, von denen 721 psychoanalytisch behandelt wurden. Häufigste Diagnosen waren Hysterie (271 Patienten), neurotische Hemmungen (210 Patienten), Zwangsneurosen (192 Patienten) und Schizophrenie (163 Patienten). Fenichels statistischer Bericht (1930) über die therapeutische Tätigkeit 1920 bis 1930 enthält detaillierte Daten über die demographische Zusammensetzung der Klientel und auch die gestellten Diagnosen. In den 90 Jahren, die seither vergangen sind, hat sich die psychotherapeutische Versor- gungslandschaft in Deutschland grundlegend gewandelt. Um das Jahr 1950 entstehen in Heidelberg und München erste psychosomatische Einrichtungen an Universitäten; 1957 wird „Psychotherapie“ als Zusatzbezeichnung in der damaligen BRD in die ärztliche Weiterbildungsordnung eingeführt. Doch erst 1967, also fast 50 Jahre nach Freuds For- derung nach unentgeltlicher psychotherapeutischer Behandlung, wird die Psychothera- pie in der BRD Kassenleistung (Ermann 2007).
Mehr anzeigen

97 Mehr lesen

Behandlungsergebnisse analytischer Psychotherapie in einer Psychotherapiestation einer Psychiatrischen Klinik

Behandlungsergebnisse analytischer Psychotherapie in einer Psychotherapiestation einer Psychiatrischen Klinik

In der Studie werden die Ausprägungsstufen 1 und 2 besonders diskutiert und es wird angenommen, dass es sich dabei um Patienten handelt, die fremdmotiviert sind und oh- ne Therapieanliegen in die stationäre Behandlung gelangten. Bei ihnen sollte das Thera- pieziel sein, in den ersten Gesprächen ein „vages Problemverständnis“ zu erarbeiten, um auf Stufe 3 zu gelangen. Das könnte man praktisch mit einer konfrontierenden, edukati- ven therapeutischen Arbeit angehen, da der Patient seine Schwierigkeiten von außen kommend erlebt. Keiner der untersuchten Patienten beginnt die Behandlung mit einem durchschnittlichen Skalenwert von mehr als 3. Nach dem Verständnis der Autoren ist das Erreichen der Stufe 4 ein wesentliches Ziel von stationären Psychotherapien und die Anerkennung zentraler Problembereiche bildet unter anderem die Voraussetzung für ein Arbeitsbündnis mit verbindlichem Charakter. Die Stufe 4 bildet auch eine Vorausset- zung für das therapeutische Ziel der Bewältigung. Die Autoren sind der Meinung, dass die Umstrukturierung der Patientenpersönlichkeit nach ihrem Modell eine Aufgabe für langfristige psychoanalytische Behandlungen ist, in denen auch die Stufen 5 bis 7 er- reicht und durchlaufen werden. Dieser obere Bereich (Stufe 5 bis 7) der Umstrukturie- rung wird in der begrenzten Behandlungsdauer eines stationären Aufenthaltes nur in wenigen Fällen erreicht. Man kann also das Erreichen von Stufe 4 als „Erfolg“ im Rah- men der stationären Psychotherapie ansehen.
Mehr anzeigen

134 Mehr lesen

Prozessmonitoring in der stationären Psychotherapie alkoholabhängiger Patienten

Prozessmonitoring in der stationären Psychotherapie alkoholabhängiger Patienten

155 Komplexität der erlebten Belastung während des therapeutischen Prozesses zu stehen. Bei größeren Differenzen zwischen der durchschnittlichen und maximalen Komplexität der Belastung durch Probleme und Beschwerden steigt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Rückfällen. Betrachtet man den Einfluss der Komplexität auf das Auftreten von Rückfällen zu Beginn und am Ende der Therapie, zeigt sich, dass nur ein Zusammenhang mit den letzten 21 Therapietagen und dem Belastungserleben sowie der negativen Affektivität besteht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Zeitpunkt des Rückfalls während der Behandlung nicht in die Berechnung integriert wurde, sondernd nur die Tatsache des Geschehens an sich. Aus dem Datensatz konnte die Information entnommen werden, dass sich die drei Rückfälle in der Feedbackstichprobe in der fünftletzten, drittletzten und vorletzten Therapiewoche ereigneten. Diese Tatsache erklärt zum einen, dass ein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Komplexität und lokalen Komplexitätsmaxima der Belastung und der dysphorischen Affektivität und dem Auftreten von Rückfällen im letzten Therapieabschnitt vorliegt, andererseits konnte allein durch das Ausmaß der Komplexität der Belastung in dieser Phase ein Zusammenhang mit dem Auftreten von Rückfällen nachgewiesen werden. Dieses Ergebnis lässt den Schluss zu, dass Therapien, die erhöhte Komplexitäten im Erleben von negativen Emotionen und höhere maximale Schwankungen in der erlebten Belastung aufweisen, weniger erfolgreich sind, da keine ausreichende Stabilität und Symptomatik-Reduktion bis zum Therapieende erlangt wurde. Weiterführend kann davon ausgegangen werden, dass Patienten, welche mit erhöhten Fluktuationen im Belastungserleben und mit intensiven negativen Gefühlen die Therapie verlassen, wiederum eine höhere Rückfallgefahr im ursprünglichen sozialen Umfeld haben. Möchte man dieser Ergebnisse verallgemeinern sollten die Aspekte der negativen Affektivität und des Belastungserlebens hinsichtlich der Komplexität in der Suchtbehandlung erhoben werden und auch als Hinweise für Behandlungsentscheidungen wie einer intensivierten Rückfallprophylaxe mit individuellem Vorgehen oder der Verlängerung einer Therapie gesehen werden.
Mehr anzeigen

191 Mehr lesen

Spezialisierte stationäre Palliativversorgung von Patienten mit urogenitalen Tumoren

Spezialisierte stationäre Palliativversorgung von Patienten mit urogenitalen Tumoren

Eine auffällig hohe Symptomlast gaben die Patienten mit urogenitalen Tumoren bei den Symptomen Übelkeit und Erbrechen an. Diese Symptome waren sehr viel häufiger angegeben als in der nationalen Vergleichsgruppe (Lindena, 2014a). Dies könnte auf einen Zusammenhang dieser Symptome mit den malignen urogenitalen Erkrankungen hindeuten. So führt zum Beispiel eine Urämie vermehrt zu Übelkeit, und die Urämie tritt beim Nierenversagen auf, von dem 13% unserer Patienten betroffen waren. Das häufige Nierenversagen ist vereinbar mit einer häufigeren tumorbedingten Obstruktion ableitender Harnwege oder der häufigen Einnierigkeit von Nierenzellkarzinompatienten nach Tumorresektion. Depressivität und Angst führen zwar auch zu einem verstärkten Auftreten von Übelkeit und Erbrechen (Delgado-Guay et al., 2009) und unter Depressivität und Angst litten in unserer Patientengruppe ebenfalls signifikant mehr Patienten als in der nationalen Vergleichsgruppe. Dennoch war der Unterschied zwischen der Auftretenshäufigkeit von Übelkeit und Erbrechen zwischen unserer Patientengruppe und der nationalen Vergleichsgruppe so groß, dass ein Zusammenhang mit der Grunderkrankung anzunehmen ist. Während Patienten mit urogenitalen Tumoren häufiger unter Übelkeit und Erbrechen litten, traten diese Symptome bei Patienten mit Hirntumoren (Ostgathe et al., 2010) und primären kutanen Lymphomen (Lebon et al., 2007) signifikant weniger häufig auf. Hieraus wird ersichtlich, dass die Häufigkeit des Auftretens von Übelkeit und Erbrechen abhängig von der malignen Erkrankung ist. Diese Annahme unterstützen auch die Ergebnisse der Analyse zur unterschiedlichen Symptomverteilung zwischen den Geschlechtern der Patienten. Bei dieser zeigte sich, dass Patientinnen sehr viel stärker unter Übelkeit litten als Patienten. Gleichzeitig bestand unser Patientenkollektiv nur zu 16% aus Frauen, während der Frauenanteil in der nationalen Vergleichsgruppe 52% betrug (Lindena, 2014a). Trotzdem traten Übelkeit und Erbrechen in unserem Patientenkollektiv viel häufiger auf als in der nationalen Vergleichsgruppe, was einen Einfluss der Grunderkrankung auf das Auftreten wahrscheinlich macht.
Mehr anzeigen

111 Mehr lesen

Anzeige von Supervision und Recovery. Beispiel einer Supervision mit einem Kreativtherapeuten-Team in einer psychiatrischen Klinik

Anzeige von Supervision und Recovery. Beispiel einer Supervision mit einem Kreativtherapeuten-Team in einer psychiatrischen Klinik

5. Erkenntnisgewinn Was deutlich geworden sein dürfte ist, dass es möglich ist, in einem gemeinsamen kollegialen Such- prozess von der Perspektiv- oder Hoffnungslosigkeit im therapeutischen Prozess Hoffnungsfreudig- keit zu entwickeln. Das Sharing, der kollegiale Austausch und das gemeinsame Interesse an der Pati- entin können mithilfe einer passenden Intervention bzw. dem Angebot zu einem kreativen Prozess wieder Hoffnung auf einen Genesungsprozess entstehen lassen. Wenn wir die heilende Wirkung der ‚hoffnungsfreudigen Beziehung‘ im therapeutischen Prozess zugrunde legen, kann die Entwicklung oder Wiedererlangung der eigenen Hoffnung, die zunächst stellvertretend gelebt wird, ein Türöffner für Patienten und Patientinnen für eigene Genesungsprozesse sein. Ein weiterer positiver Effekt könnte der sein, dass, wer in einer Haltung und Stimmung der Hoffnung für seine Patienten arbeitet, seine eigene Gesundheit fördert und sich präventiv vor Burnout schützen kann.
Mehr anzeigen

12 Mehr lesen

Häufigkeit der Diagnosen Demenz und Depression bei Patienten in der stationären Altenpflege

Häufigkeit der Diagnosen Demenz und Depression bei Patienten in der stationären Altenpflege

Eine fachärztliche Betreuung sollte aufgrund der Häufigkeit von dementiellen und depressiven Erkrankungen in den Heimen zur Regel werden. Doch wie vielfach belegt, erhalten Demenzkranke und an Depressionen Erkrankte im höheren Alter immer noch eine unzureichende Therapie, auch dadurch bedingt, dass keine aktive Frühdiagnostik und dementsprechend rechtzeitige Behandlung erfolgt. Aufgrund begrenzter Zeit gestaltet es sich aus ärztlicher Sicht oft schwierig, auf jeden Patienten entsprechend einzugehen, sodass Diagnosen übersehen werden können. Durch geschultes Personal könnte aber zumindest in Heimen jeder Bewohner mithilfe der Testverfahren befragt werden. Die Durchführung der GDS, des MMSE und des MOCA liegt bei schätzungsweise 25 Minuten und die Ergebnisse liefern einen groben Überblick, sodass bei auffälligen Ergebnissen eine weitere Diagnostik und eine angemessenere und intensivere Betreuung fachärztlicherseits angestrebt werden können. Ein weiterer Aspekt wäre, diese Testverfahren in regelmäßigen Abständen (jährlich) zu wiederholen und so einen Überblick über die Stimmungslage und die kognitiven Fähigkeiten der Heimbewohner im Laufe ihrer Wohnzeit zu bekommen.
Mehr anzeigen

83 Mehr lesen

Psychotherapie muslimischer Patienten in Deutschland

Psychotherapie muslimischer Patienten in Deutschland

In Gestalt von Krankenschwester und -pfleger, Hebamme und Arzt, Physiotherapeut und Laborpersonal treten alltagserprobte Akteure dieses Systems, ausgestattet mit ihren binnenkulturellen Erfahrungen, in direkten Kontakt mit den Fremden: ein Alltag, der in zunehmendem Maße durch multiethnische und multikulturelle Erfahrungen geprägt ist (Greifeld, 1995). Mittels Lesart einer Kostenrechnung sind die Unzulänglichkeiten des kulturunsensiblen Pflegebetriebs folgendermaßen zu beziffern: Neben verschwendeter Arbeitszeit des Personals und der Vergeudung von Testverfahren, Behandlung sowie Medikation und schließlich einer sich einstellenden Frustration auf Seiten des Personals bei ausbleibender Besserung des Zustandes des Patienten treten auf Seiten des letzteren unbehandelte, weil unzureichend vermittelbare Krankheitszustände, „ansteigende perinatale Morbidität und Mortalität“ sowie die emotionalen Begleiterscheinungen, bestehend aus Angst, Hoffnungslosigkeit, Frustration und Ärger, auf (Zielke-Nadkarni, 1997, S.103).
Mehr anzeigen

259 Mehr lesen

Tiefenpsychologisch fundierte und psychoanalytische Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen aus der Sicht einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Tiefenpsychologisch fundierte und psychoanalytische Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen aus der Sicht einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Zu (a): Psychoanalytische Behandlung definiere ich spezifisch als Gewinnung von Daten seelischen Inhalts von tief unbewußter Qualität durch Verwendung der von Freud (1924) und inzwischen weiterentwickelten Methode des freien Einfalls – etwa durch freie Narrative, freies Spielen oder freies szenisches Geschehen – und die kon- sequente Verwendung der so gewonnenen Daten, um ein Verständnis zu erzielen, das letztendlich zur Organisation dieses Materials nach dynamischen, strukturellen, genetischen und adaptiven Gesichtspunkten führt. Diese Komponente bezeichnet Bachrach als intrinsischen Faktor, als sine qua non eines spezifisch psychoanalyti- schen Vorgehens. Davon zu unterscheiden sind extrinsische Faktoren, die dem Ziel der Gewinnung der gewünschten Daten dienen sollen. Hierzu gehört z.B. die Ver- wendung der Couch, die Frequenz von Behandlungsstunden pro Woche, terminli- che, räumliche und finanzielle Absprachen, kurz alle basalen Vereinbarungen, die dem Ziel dienen, die Methode anwenden zu können.
Mehr anzeigen

17 Mehr lesen

Psychoanalytische (Einzelfall)-Psychotherapieprozeßforschung mit den Methoden der Plananalyse und des „Psychotherapie-Prozeß Q-Sort“

Psychoanalytische (Einzelfall)-Psychotherapieprozeßforschung mit den Methoden der Plananalyse und des „Psychotherapie-Prozeß Q-Sort“

ginnen, treten in die therapeutische Beziehung mit konkreten Erwartungshaltungen ein: Nach Weiss et al. (1986) sind dies in erster Linie unbewußte Behandlungspläne (vgl. Kapitel 1.1.2); aber auch die Suche nach Sicherheit, einem empathischen Zuhörer, un- geteilter Aufmerksamkeit, Verständnis, Schutz und unspezifische Heilserwartungen müssen in den Katalog der Hoffnungen und Wünsche aufgenommen werden. Analytiker entsprechen also durch ihre professionelle Grundhaltung zunächst diesen Erwartungs- haltungen, so daß in dieser Phase das therapeutische Geschehen recht einseitig durch die Bedürfnisse des Patienten bestimmt ist. Strukturelle Veränderungen sind im Stadium solcher basaler, beziehungsstiftender Prozesse folglich noch nicht zu erwarten. Diese können aber im Rahmen positiver erwartungsinkongruenter, d.h. neuer (kognitiver und emotionaler) Erfahrungen auf der Interaktionsebene stattfinden. Um also aus einem „now moment“, einem affektiv aufgeladenen Brennpunkt im therapeutischen Prozeß, einen „moment of meeting“ (Stern et al. 1998) werden zu lassen, bedarf es nicht nur des gemeinsamen Erfassens dieses Momentes (vgl. dazu auch die einleitenden Bemerkun- gen zu Kapitel 4.1.6), sondern einer von beiden Protagonisten geforderten antworten- den, intersubjektiven Kreativität im Sinne einer Offenheit für Neues und Unerwartetes im Selbst und im Anderen. Solche Prozesse sind dann in der Lage, implizites Bezie- hungswissen langfristig zu verändern. Moser (2001) betont, daß erst „eine gewisse Au- tomatisierung“ anfänglicher Regulierungsprozesse „die Priorität der Aufmerksamkeit für die Prozesse der psychoanalytischen Mikrowelt 3 [schafft]“ (ebd., S. 105). Die Erwei- terung des therapeutischen Miteinanders um den Aspekt der direkten Beziehungsarbeit, d.h. der Arbeit an der „realen Beziehung zwischen Analytiker und Analysand“ (ebd., S. 99), die bisher lediglich Träger einer „psychoanalytischen Mikrowelt“ war, ist, wie die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen (vgl. Kapitel 4.2.2), nicht selbstverständlich. So wie für das Erleben eines „moment of meeting“ das Verlassen hierarchischer Ebenen und die Aufgabe schützender Rollenmuster unerläßlich ist, so bedarf es dieser Positio- nen auch für die Arbeit an der realen Beziehung. (Die Begrifflichkeiten beider Autoren weisen also durchaus Parallelen auf.) Hinderlich sind hierbei vor allem Gegenübertra- gungswiderstände seitens des Therapeuten und ein nicht hinreichend gesättigtes Sicher- heitsbedürfnis beim Patienten. Können diese Blockaden nicht überwunden werden, so verbleibt die therapeutische Arbeit auf der Ebene der „psychoanalytischen Mikrowelt“; gemeinsame Erlebnisse eines neuen subjektiven Umgangs mit dem Anderen, die die
Mehr anzeigen

150 Mehr lesen

Stationäre jugendpsychiatrische Therapie im Urteil der Patienten

Stationäre jugendpsychiatrische Therapie im Urteil der Patienten

ich die Schule geschwänzt habe Aber ich finde, das ist kein Grund Meinen Sohn, diei Jahie, wurde ich deswegen nicht in eine Klinik bringen Mir hat der Aufenthalt in dei Klmik auch nicht geholfen Ich schwänzte die Schule hinterher genau wie vorher Man sollte uber die Probleme reden und keinen in eine geschlossene Anstalt bringen. Darum mochte ich mit Ihnen nichts mehr zu tun haben Und falls Sie mu doch noch mal schreiben sollten, duzen Sie mich nicht, ich bin volljährig Hoch¬

15 Mehr lesen

Prävalenz von Autoantikörpern gegen Synapsin in Patienten mit psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen

Prävalenz von Autoantikörpern gegen Synapsin in Patienten mit psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen

Methodik: Für das erste Screening von 375 Blutseren von Patienten mit verschiedenen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen sowie 97 Kontrollseren von gesunden Personen auf IgG-Autoantikörper gegen Synapsin wurden zellbasierte Assays verwendet. Dabei wurden HEK293-Zellen mittels Transfektion zur Expression von Ratten-Synapsin Ia angeregt, an welches Autoantikörper binden konnten. Nach Inkubation der Zellen mit den Blutseren bei einer Verdünnung von 1:320 wurden gebundene Antikörper mittels fluoreszierender anti-human-IgG-Sekundärantikörper visualisiert. Das Vorhandensein spezifischer Antikörper gegen Synapsin in initial als positiv getesteten Seren wurde mittels Western Blot überprüft. Für den Western Blot wurde Gehirngewebe von Wildtypmäusen und Synapsin-Knockout-Mäusen verwendet. Weiterhin wurden positive Seren mittels fixierter und permeabilisierter Hippocampusneuronenkulturen und zellbasierter Essays, in welchen HEK293-Zellen mittels Transfektion zur Expression von humanem Synapsin Ia und Ib angeregt wurden, verifiziert.
Mehr anzeigen

25 Mehr lesen

Tiefenpsychologisch fundierte stationäre Psychotherapie eines 12-jährigen Jungen mit sekundärer Enkopresis

Tiefenpsychologisch fundierte stationäre Psychotherapie eines 12-jährigen Jungen mit sekundärer Enkopresis

In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie wurde zunächst an dem Auf- bau einer therapeutischen Beziehung gearbeitet. N. zeigte sich im Gespräch ver- schlossen und einsilbig, wenig introspektionsfähig. Nonverbal signalisierte er Inter- esse, indem er z. B. immer pünktlich zu den Stunden erschien. Auch die Videografie eines Interviews in der dritten Woche kostete ihn Überwindung und sichtlich Mühe. Er machte offenbar mit, um der Therapeutin einen Gefallen zu tun. Wir gingen von einer sich positiv entwickelnden Mutterübertragung aus. In der Gegenübertragung stellten sich einerseits Wohlwollen und Fürsorge ein. Andererseits wurde Ungeduld in Bezug auf N.s geringes Vermögen, Gefühlen sprachlichen Ausdruck zu verleihen, spürbar. Behandlungstechnisch wurde im zweiten Schritt versucht, N.s Abwehr zu lockern und ihm Zugang zu seinen Gefühlen zu ermöglichen.
Mehr anzeigen

10 Mehr lesen

Periphere serotonerge Parameter und Cholesterin bei suizidalen psychiatrischen
Patienten

Periphere serotonerge Parameter und Cholesterin bei suizidalen psychiatrischen Patienten

hat bei suizidalen Männern eine Trennung in zwei Gruppen mit und ohne internistische Begleiterkrankungen ein wesentliches Ergebnis hinsichtlich der Beziehungen zwischen dem LDL-Cholesterin und thrombozytärer 5-HT-Konzentration ergeben. So korrelierte LDL- Cholesterin und die 5-HT- Konzentration in Thrombozyten negativ bei Patienten mit internistischen Erkrankungen, jedoch positiv bei internistisch gesunden Patienten (Abb.13). Dieser Unterschied mag irritierend sein, zumal auch die Fallzahlen in den beiden Gruppen gering waren. Dennoch kann es ein Hinweis darauf sein, dass es möglicherweise doch Zusammenhänge zwischen der Cholesterinkonzentration im Serum und thrombozytären serotonergen Parametern gibt, die noch nicht gut verstanden werden und nur unter bestimmten Bedingungen nachweisbar sind. So hatte eine Untersuchung an normotensiven Patienten mit familiärer Hypercholesterämie (n = 4, 7 Männer und 7 Frauen) auch eine negative Beziehung zwischen der thrombozytären 5-HT-Konzentration und der LDL-Cholesterinkonzentration gefunden (r = -0,59, p = 0.03), dagegen bei normotensiven Probanden ohne Hypercholesterämie so eine Beziehung nicht sichtbar war (Smith und Betteridge (1997)). Auch Guicheney et al. (1988) haben über eine negative Beziehung zwischen Gesamtcholesterin und 5-HT- Konzentration (r = - 0,594, p<0.02). bei 15 Patienten (Männer+Frauen) mit essentieller Hypertonie berichtet, wobei in dieser Studie LDL- Cholesterin und HDL-Cholesterin nicht bestimmt wurden. In einer neueren Untersuchung an männlichen Patienten mit einer psychotischen Ersterkrankung, die in suizidale und nicht suizidale Gruppen unterteilt wurden, haben Marčinko et al. (2007) dagegen keine Beziehungen zwischen der 5-HT-Konzentration in Thrombozyten und der Cholesterin- Konzentration im Serum gefunden.
Mehr anzeigen

130 Mehr lesen

Evaluation der Verordnung vergrößernder Sehhilfen in Abhängigkeit von Diagnosen und subjektiver Akzeptanz der Patienten

Evaluation der Verordnung vergrößernder Sehhilfen in Abhängigkeit von Diagnosen und subjektiver Akzeptanz der Patienten

Beispiel: Bei einem Vergrößerungsbedarf von 4 fach und einem gewünschten Leseabstand von 20 cm, wäre eine Lupe mit EVD 5 cm die erste Wahl. Der Vorteil dieser Nomenklatur ist, dass man je nach gewünschtem Leseabstand sehr einfach die gewünschte Lupenstärke (in EVD) ermitteln kann. Der Nachteil ist jedoch, dass hier die Akkommodation des Patienten gar nicht berücksichtigt wird. Bei der Berechnung des Vergrößerungsbedarfs muss – besonders bei jungen Patienten – darauf geachtet werden, dass durch die Akkommodation im Nahbereich bzw. durch Myopie eine zusätzliche Vergrößerung entstehen kann. Daher ist es oft hilfreich, die tatsächliche Lupenvergrößerung zu ermitteln. Nach Schober 21,12 (1970) wird diese mit folgender Formel berechnet:
Mehr anzeigen

111 Mehr lesen

Ergebnisqualität ambulanter Psychotherapie : Ergebnisse aus der Grundversorgung in der Schweiz

Ergebnisqualität ambulanter Psychotherapie : Ergebnisse aus der Grundversorgung in der Schweiz

Ein grosses Problem bei der Analyse des Behandlungsergebnisses (Outcome) unter naturalistischen Bedingungen stellen die fehlenden Werte dar, welche entstehen, wenn Patienten aus der Studie aussteigen und an der Schlussmessung nicht teilnehmen (diese Patienten werden im Folgenden als Drop-outs bezeichnet). Die Analyse von ausschliesslich vollständigen Fällen führt zu verzerrten Schätzungen des Outcomes, da unter ihnen der Anteil an Misserfolgen in der Regel kleiner ist als unter den Drop-outs. Um eine unverzerrte Behandlungsevaluation zu erhalten, sollten die Daten von allen behandelten Patienten in die Analyse einbezogen werden (Lachin, 2000). Eine inferenzstatistische Methode, welche zum State of the Art in der Behandlung von fehlenden Werten gehört, ist die multiple Imputation (Schafer & Graham, 2002; Jekauc et al., 2012). Mit dieser Methode werden anhand statistischer Modelle für jeden fehlenden Wert mehrere plausible Werte generiert. Die Imputation des Outcomes setzt neben der Prä-Messung regelmässige Zwischenmessungen im Laufe der Behandlung voraus. In der PAP-S-Studie wurden die Fortschritte regelmässig nach jeder 5. Sitzung mit Hilfe der Fragebögen OQ-45 und des HAQ gemessen. Crameri (2013) konnte anhand ausführlicher Simulationen zeigen, dass für eine robuste Schätzung des unvollständigen Outcomes die zwei letzten Zwischenmessungen ausreichen. Die multiplen Imputationen wurden mit dem R-Paket mi (Su et al., 2011) generiert.
Mehr anzeigen

12 Mehr lesen

Wie kann psychoanalytisch orientierte Eltern-Säugling/Kleinkind-Psychotherapie in stationäre Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen integriert werden?

Wie kann psychoanalytisch orientierte Eltern-Säugling/Kleinkind-Psychotherapie in stationäre Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen integriert werden?

Besonderheiten der aufsuchenden Psychotherapie für die Therapeutinnen An die Balance zwischen Abgrenzung und Zusammenarbeit mit der Insti- tution anknüpfend, beschreibt eine Therapeutin als besondere Herausforderung in der aufsuchenden therapeutischen Tätigkeit die Aufrechterhaltung der thera- peutischen Haltung. Das Eindringen in die Lebenswelt der Mütter und Etablierung eines therapeutischen Settings in den Einrichtungen erfordert ein hohes Mass an Flexibilität. Häufig wissen sie nicht was sie erwartet, ob ein Raum zur Verfügung steht, oder sie finden sich in den Zimmern der Bewohnerinnen wieder. Eine Ex pertin betonte die intensiven visuellen und manchmal auch olfaktorischen Eindrücke, mit denen sie in der aufsuchenden Tätigkeit stärker konfrontiert ist, die ihr wichtige Informationen über die Mutter und das Kind liefern. Ferner beschreibt eine Therapeutin die teilweise für sie sehr schwer auszuhaltende sichtbare Not und äusserliche Abbildung der Strukturdefizite und der fehlenden Selbstfürsorge und Versorgung des Kindes.
Mehr anzeigen

14 Mehr lesen

Mortalität und stationäre Aufnahmen bei HIV-positiven Patienten eines HIV-Zentrums

Mortalität und stationäre Aufnahmen bei HIV-positiven Patienten eines HIV-Zentrums

Für den Zeitraum von 1984 bis 2010 wurden die Daten von insgesamt 4.307 HIV-positiven Patienten des Infektionsmedizinischen Centrums Hamburg (ICH) analysiert. Ziel der Arbeit war es, die Veränderung der Mortalität - auch im Vergleich zur Gesamtpopulation der Bundesrepublik Deutschland - zu beschreiben und prognostische Prädiktoren unter antiretroviraler Therapie zu analysieren. Des Weiteren sollte der stationäre Versorgungsbedarf unter Berücksichtigung der Aufnahmegründe beschrieben werden. Die Gesamtmortalität der ICH-Kohorte reduzierte sich vor der Zulassung erster antiretroviraler Substanzen und antiinfektiöser Prophylaxen dramatisch in den frühen Analyseintervallen sowie nach der Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART). In dem Zeitraum nach 1998 kam es zu keiner weiteren deutlichen Abnahme der Mortalität. Im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung war die Mortalität in diesem Zeitraum, mit Ausnahme der sehr jungen Patienten, jedoch immer noch erhöht. Das mediane Alter der Verstorbenen erhöhte sich während der Beobachtung signifikant um sieben Jahre und entspricht damit fast exakt den Zahlen des Robert Koch-Instituts. Als prognostische Einflussfaktoren für die Mortalität zeigten sich in der univariaten Analyse der Zeitpunkt der Erstvorstellung, die CD4- Zellzahl bei Erstvorstellung, das Alter, das Geschlecht, das CDC-Stadium, die ethnische Zugehörigkeit und das Hauptinfektionsrisiko, nicht jedoch die Viruslast bei Erstvorstellung. In der multivariaten Analyse blieben lediglich der Erstvorstellungszeitpunkt, das CDC-Stadium und das Alter bei Erstvorstellung prognostisch bedeutsam. Der stationäre Versorgungsbedarf reduzierte sich seit 2004 deutlich, zeitgleich mit der verpflichtenden Einführung der DRG`s. Im Verlauf der Analyseintervalle erfolgten die stationären Aufnahmen in einem zunehmend immunologisch fortgeschrittenen Erkrankungsstadium. Insgesamt zeigte sich eine Verschiebung der Aufnahmegründe hin zu nicht HIV-assoziierten Erkrankungen. 'ART-vorbehandelte' Patienten hatten insbesondere aufgrund kardiovaskulärer, psychiatrischer und onkologischer Erkrankungen einen erhöhten stationären Versorgungsbedarf. Die durchschnittliche stationäre Verweildauer nahm entsprechend den Angaben der Gesundheitsberichterstattung des Bundes über den Beobachtungszeitraum kontinuierlich ab. Sowohl der Anteil der 'ART-naiven' Patienten als auch die Zeitdauer bis zum ART-Beginn reduzierte sich über die Analyseintervalle, was die Bereitschaft zu einem früheren Therapiebeginn widerspiegeln dürfte.
Mehr anzeigen

65 Mehr lesen

Wahrung von Patientenautonomie und Menschenrechten in deutschen Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie: Umsetzung in Klinik und Recht

Wahrung von Patientenautonomie und Menschenrechten in deutschen Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie: Umsetzung in Klinik und Recht

wie zu Selbst- und Fremdgefährdung führen, dann können unter bestimmten Umständen Maßnahmen und Behandlungen zum Zweck der Gefahrenabwehr oder zur Wiederher- stellung der Fähigkeit zu einer selbstbestimmten Entscheidung auch gegen den Willen der Betroffenen ethisch gerechtfertigt sein (DGPPN, 2014; ZEKO, 2013; Deutscher Ethik- rat, 2018). Dabei stehen beispielsweise verschiedene im Patienten selbst liegende Inter- essen im Konflikt: auf der einen Seite sein Interesse an Gesundheit, Leben, soziale Teil- habe und Freiheit, auf der anderen Seite sein Interesse an Selbstbestimmung und Frei- heit von Zwang. Dieser Konflikt tritt vor allem dann zu Tage, wenn sich ein Mensch trotz eindeutiger medizinischer Indikation gegen eine Behandlung entscheidet, ohne dass dafür gute Gründe vorliegen, 8 und damit die „Freiheit zur Krankheit“ (2 BvR 882/09 vom
Mehr anzeigen

62 Mehr lesen

Umgang der Pflegekräfte mit aggressivem Verhalten von Patienten in psychiatrischen Einrichtungen

Umgang der Pflegekräfte mit aggressivem Verhalten von Patienten in psychiatrischen Einrichtungen

erkrankter Menschen konnten ebenfalls einige Studien Hinweise hinsichtlich dieser Thematik liefern. Dack et al. analysierten Studien in Bezug auf die Aggressions- und Gewaltbereitschaft von in der Psychiatrie untergebrachten Patienten, indem sie aggressive und nicht aggressive Patientengruppen verglichen, um hieraus Schlussfolgerungen auf spezifische Patientenmerkmale zu ziehen. In dieser Metaanalyse wurde deutlich, dass die Diagnose Schizophrenie aggressives und gewalttätiges Verhalten zu erhöhen scheint, da gehäuft schizophrene Patienten in der Aggressionsgruppe zu finden waren (Dack et al. 2013). Auch die Ergebnisse von Fazel et al. belegen, dass es einen positiven Effekt zwischen Schizophrenie oder unter Psychosen leidenden Patienten und gewalttätigen Übergriffen zu geben scheint. Zudem machen die Autoren deutlich, dass dieses Gewaltpotenzial durch einen Substanzmissbrauch von Schizophrenen weiter verstärkt wird (Fazel et al. 2009). Swanson et al. fügen dem hinzu, dass vor allem die positiven Symptome der Schizophrenie, die mit einem Realitätsverlust und Wahrnehmungsstörungen einhergehen, das Gewaltrisiko dieser Patientengruppe erhöhen (Swanson et al. 2006). Dieses Phänomen könnte dadurch erklärt werden, dass Schizophrene scheinbar häufig Gebrauch von legalen oder illegalen Drogen machen, was die Symptome der Schizophrenie und die psychotischen Schübe zu verschlimmern scheinen (Kosten & Ziedords 1997). Auch Dack et al. kommen zu dem Ergebnis, dass der Substanzmissbrauch, vor allem der Gebrauch illegaler Drogen, als Merkmal eines erhöhten Aggressionspotenzials gelten kann (Dack et al. 2013).
Mehr anzeigen

56 Mehr lesen

Show all 10000 documents...

Verwandte Themen