Nach oben pdf Sprache und Sprachen: Universalien und Typologie

Sprache und Sprachen: Universalien und Typologie

Sprache und Sprachen: Universalien und Typologie

W ie oben gesagt, ist der Relativsatztyp, der ein Relativpronomen ge­ braucht, ziemlich selten unter den Sprachen der Welt, nur in Europa kommt er massenhaft vor, sogar in nichtindogermanischen Sprachen Eu­ ropas, was sicher arealtypologische Beziehungen widerspiegelt. Weit ver­ breiteter unter den Sprachen der Welt ist der japanische Typ (33), den man im Vergleich zum einfachen Satz (32) analysieren kann. Innerhalb des Relativsatzes, der durch eckige Klammern hervorgehoben ist, gibt es keinen expliziten Hinweis auf den K opf der Relativkonstruktion (hier: ’das Buch’). Der Relativsatz hat mehr oder weniger die Struktur eines Hauptsatzes; der einzige Unterschied zwischen (32) und dem Relativsatz von (33) liegt in der Anwesenheit bzw. der Abwesenheit des Substantivs
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Linguistische Typologie und Japanisch

Linguistische Typologie und Japanisch

tige Länder. Die linguistische Erforschung des Japanischen im Westen, d.h. hier nun vor allem in den USA, hat unter dem Einsatz von Linguisten zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und des Koreakriegs usw. für das Studi- um kriegswichtiger Sprachen einen enormen Aufschwung genommen. Ähnlich ist die Anthropologie durch den pazifischen Krieg an den Klassi- ker The Chrysanthemum and the Sword von Ruth Benedict (1946) gekom- men. Die Einsichten hätten sich, andere historische Verläufe vorausge- setzt, zunächst auch mit Bezug auf andere Sprachen als Japanisch herausstellen können, je nach typologischer Fragestellung im einzelnen z.B. Koreanisch, Tibetisch, Thai usw. Koreanisch hat unter ähnlichen Aspekten in den USA auch viel Aufmerksamkeit gefunden, hat aber doch gegenüber dem Japanischen immer eine zurückgesetzte Rolle gespielt. Wenn die Linguistik auch beansprucht, Theorien der Beschreibung und Erklärung aller menschlicher Sprachen unabhängig von der Sprache des analysierenden Linguisten zu erarbeiten, so ist eine recht deutliche Ein- schränkung der Perspektive m.E. bis heute bemerkbar. Der theoretische Gesichtspunkt, der alle Sprachen in ihrer Bedeutung für die Typologie ein- ander prinzipiell gleichsetzt, ist in der Arbeit der Forscherinnen und For- scher nur beschränkt einzulösen bzw. war das jedenfalls für lange Zeit in der Sprachwissenschaft nicht. Begegnung mit nicht-indoeuropäischen Spra- chen war in der Geschichte der Linguistik deshalb eine immer wiederholte wichtige Herausforderung, und in genau dieser Weise ist das Japanische eine Herausforderung geworden und gewesen. Für mich selbst würde ich hinzufügen, ohne lange, wiederholte und intensive Gespräche mit japani- schen Linguisten, die die europäische Linguistik gut kennen, würde mein Bild vom Japanischen sicher durch Abhängigkeit von Erfahrungen mit eu- ropäischen Sprachen noch stärker beeinflußt sein, als es wohl immer noch ist.
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Biologische und funktionale Universalien

Biologische und funktionale Universalien

wickeln, weil diese die Grundlage für soziales Handeln mit Sprache bilden. Sie nutzen dafür Möglichkeiten der Sprachfähigkeit, die nicht spezifisch auf Satzmodi zugeschnitten sind. Wichtig ist dabei, daß Satzmodi nicht als besondere Kategorien notwendig sind. Natürliche Sprachen enthalten grundsätzlich die Möglichkeit, Einstellungen aller Art durch propositio- nale Strukturen auszudrücken. Das verdeutlichen die Performativformeln. Satzmodi sind nach dieser Auffassung universelle Kategorien, die weder aus den biologisch determinierten Grundlagen der Sprachfähigkeit zu erklären sind, noch als unikale Ausdrucksmittel.
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Kontrastive Grammatik und Typologie

Kontrastive Grammatik und Typologie

Mit der Charakterisierung des Deutschen als typischen Vertreter der ger­ manischen Sprachen ist natürlich nicht die Behauptung verbunden, das Deutsche folge in allen seinen Eigenschaften dem Muster der Mehrheit der germanischen Sprachen. In einigen seiner Eigenschaften ist das Deut­ sche durchaus in einer Minderheitenposition. Auslautverhärtung finden wir neben dem Deutschen nur noch im Niederländischen und im Afri­ kaans. Andererseits findet sich diese Eigenschaft auch in slawischen Spra­ chen, wie dem Russischen und Polnischen.8 Die wesentlichen Kasusun­ terscheidungen für Nomina der älteren germanischen Sprachstufen sind nur noch im Deutschen, Isländischen und Jiddischen bewahrt worden, und eine morphologische Differenzierung zwischen Indikativ und Kon­ junktiv ist heute nur noch in zwei modernen ’ Dialekten’ des Germani­ schen zu finden, dem Isländischen und dem Deutschen. Insgesamt hat das Deutsche wesentlich mehr von den ursprünglichen Flexionsunter­ scheidungen der alten Sprachstufen bewahrt als alle anderen germani­ schen Sprachen, mit Ausnahme des Isländischen. Schließlich finden sich im Deutschen natürlich auch einige Eigenschaften, die in keiner ande­ ren germanischen Sprache, wohl aber in anderen europäischen Sprachen zu finden sind. Ein interessantes Beispiel dieser Art ist die Fusion von Präpositionen und definiten Artikeln (am, zum, beim, ans, zur, ins etc.). Eine ähnliche Erscheinung ist auch im Französischen zu finden (de + le > du; à + le > au). Im Unterschied zu den französischen Beispielen, wo diese Fusion obligatorisch ist, gibt es im Deutschen einen interessan­ ten semantischen Kontrast zwischen Fällen mit Fusion und Fällen ohne Fusion (an dem vs. am). Eine genaue Klärung dieses Kontrastes steht wohl noch aus, ganz grob kann man jedoch sagen, daß in den Fällen keine Fusion erfolgt, in denen die Definitheit durch den vorausgehenden Ko-text bedingt ist, während in Fällen der Skriptdefinitheit, d.h. der Be­ dingtheit von Definitheit durch allgemeines Hintergrundwissen, Fusion zu beobachten ist.
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Strategische Hochschulentwicklung. Überlegungen zu einer Typologie

Strategische Hochschulentwicklung. Überlegungen zu einer Typologie

Wenn es also nicht den einen richtigen Zugang zu der strategischen Planung gibt, so lassen sich doch bestimmte Grundtypen erkennen, die je nach Kontext, Zeit und Gegenstand der Gestalt[r]

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Typologie und Lexikographie schwerer Wörter

Typologie und Lexikographie schwerer Wörter

Zwischen mehrdimensiona- ler und eindimensionaler Polysemie (semantischer Stufung) wird in der Formalisierung nicht unterschieden (vgl. verschiedene L'j) bezogen sind, z[r]

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Die Welt der Sprachen

Die Welt der Sprachen

Zeichensprachen in einem Aha-Erlebnis revidiert. Es fällt dem Betrach- ter bzw. der Betrachterin wie „Schuppen von den Augen.“ Da er oder sie es sich ja hat denken können, ist es ein positives Überraschungsmo- ment und keineswegs verbunden mit einem Gefühl der Zurechtweisung oder Belehrung. Die Ausstellung geht in diesem Sinne zwar auch vom angenommenen Vorwissen und den Vormeinungen der Besucherinnen und Besucher aus, versucht diese aber gerade ironisch-reflexiv zu hin- terfragen. Auf diese Weise kann sich der jeweilige Verstehenshorizont erweitern, wenn die Relativität, die Kontextabhängigkeit der eigenen, bisher als fraglos richtig angenommenen Vorstellungen erkannt wird. Das kann und soll verunsichern und irritieren. Aus diesem Grund hal- ten wir gewissermaßen als Ausgleich eine angenehme Atmosphäre, eine hohe Aufenthaltsqualität bei der Welt der Sprachen für sehr wichtig, um zu einer insgesamt positiven Erfahrung beitragen zu können, damit bei aller Neuheit und allem Erstaunen dennoch eine Sicherheit vermittelt wird, sich auch künftig – vielleicht aber etwas aufgeklärter – durch die Welt „bewegen“ zu können, und sei es auch nur, um künftig die Hin- tergründe des Kiezdeutsch zu verstehen, den spielerisch-kreativen Cha- rakter von Sprachen, und so unbegründete Ängste vor Sprachverfall und Überfremdung losgeworden zu sein. Dies fördert Weltoffenheit und eine interkulturelle Kommunikation, die weit mehr als die Vermeidung von „Fettnäpfchen“ beinhaltet.
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Katastrophen und Risiken : Versuch einer Typologie

Katastrophen und Risiken : Versuch einer Typologie

Physiker, Biologen, Ökonomen und Sozialwissen- schaftler aus dem Beirat widmeten sich nun der Lektüre von Hesiod und Aischylos, um eine Übersicht zu gewin- nen, wie das in den Mythen verdichtete Erfahrungswis- sen über komplexe neuartige Risiken in die moderne analytische Sprache überführt werden könnte. Die TA- Akademie leistete Hebammendienste bei dem Versuch, den historischen Kern der Risikoerfahrung, der in der griechischen Mythologie steckt, mit aktuellen Analysen und Vorschlägen aus der Fachliteratur über den Umgang mit modernen Risiken zu einer sinnvollen Synthese zu bringen. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist eine Risi-
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Vom Selbstverständnis des Friseurs – eine Typologie aus dem Telefonbuch

Vom Selbstverständnis des Friseurs – eine Typologie aus dem Telefonbuch

seur für sich ein besonderes Sensorium für Haare reklamieren möchte – Haare selbst, und so lässt sich dieser Name eben auch als Oxymoron interpretieren, gehören aber bekanntlich zur weni[r]

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Korruption in Unternehmen: Typologie und Prävention

Korruption in Unternehmen: Typologie und Prävention

Zudem waren die vereinbarten Preise nicht marktüblich, sondern durch die Ab- sprachen unter den Malerbetrieben überhöht. Neuen Bietern war es nur schwer möglich, zum Zuge zu kommen, da in den Leistungsverzeichnissen Scheinposi- tionen, wie beispielsweise ein sehr teurer Speziallack, enthalten waren, die in der Realität nicht zur Ausführung kamen. Neue Bieter geben bei diesen Positio- nen regelmäßig marktüblichen und für sie auskömmlichen Preis an. Die einge- weihten „alten“ Bieter wissen, welche Positionen nicht zur Ausführung gelangen und können somit niedrigere Gebote abgeben. Dies führte dazu, dass Pink bei der Auswertung der Angebote deutlich höher lag als das Kartell der übrigen Ma- ler.
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Prinzipien und Anspruch einer grammatischen Beschreibung natürlicher Sprachen mit Hilfe formaler Sprachen

Prinzipien und Anspruch einer grammatischen Beschreibung natürlicher Sprachen mit Hilfe formaler Sprachen

möglichen Sprachen oder G ram m atiken als abstrakte sem antische System e, durch die die Sym bole m it A spekten der W elt verbunden w erden; und zweitens die Beschreibung der psychologischen und soziologischen T a t­ sachen, aufgrund derer ein bestim m tes von diesen abstrakten sem antischen System en von einer Person oder einer Sprachgem einschaft benutzt wird. Es gibt nur Verwirrung, wenn man diese beiden Them en durcheinander­ bringt” . M. Cresswell hat eine analoge U nterscheidung vorgeschlagen. Das Absehen vom G ebrauch und das K onzept einer abstrakten Sprache liegt auch der M ethodologie N. Chom skys zugrunde. Chom sky m arkiert einen wichtigen Punkt in der Diskussion natürliche vs. form ale Sprache. In den “ S yn tactic S tru ctu res” ( 1 9 5 7 ) b e tra ch te t er Sprache allgemein als eine endliche oder unendliche Menge von Sätzen. Seiner Auffassung nach sind natürliche Sprachen Sprachen in diesem Sinne. Dies deshalb, weil sie aus endlich vielen Phonem en aufgebaut sind und jeder Satz als endliche Folge von Phonem en darstellbar ist. Die w ichtigste Aufgabe der G ram m atik einer Sprache L ist es dann, die gram m atischen Folgen, die Sätze von L sind, zu trennen von den ungram m atischen Folgen, die keine Sätze von L sind. Gleichzeitig dam it muß die S tru ktu r der gram ­ matischen Folgen, d.h. der Sätze, angegeben werden. Chom sky nim m t ( 1 9 5 7 ) an, daß die Menge der gram m atischen Sätze (in seinem Falle des Englischen) vorgegeben sei, und stellt die Frage, w elcher A pparat diese Menge aufzählen könne. Im N achw ort zu den “ S yn tactic S tru ctu res” sagt er zwar, daß diese A nnahm e zu stark sei, sieht aber keine N otw endig­ keit, sie zu revidieren. Diese A nnahm e ist insofern w eitreichend, als sie es erlaubt, m
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Welt der Sprachen

Welt der Sprachen

Zur Welt kommen heißt zur Sprache kommen. Kultur ist untrennbar mit Sprache verbunden: Sprache, das sind Worte und Schrift, Laute und Gesten, Mimik und Körpersprache. Mit ihnen können wir uns verständigen und schaffen die Möglichkeit zu Kommunikation und Interaktion, auch „zwischen“ den Kulturen. Mit der WELT DER SPRACHEN wird ein Ort mitten in Berlin geschaffen, an dem die Vielfalt und Komplexität, aber auch die Poesie und Schönheit von sprachlichen Ausdrucks- formen erlebt werden können. So wie Sprache ganz individuelle Emotionen auslöst und zugleich uni- verselle Informationen und Erkenntnisse trans- portiert, soll auch die WELT DER SPRACHEN zwi- schen Individuum und Welt vermitteln. Sie macht Sprache als Medium der Verständigung zwischen Menschen und Kulturen sowie als Motor sozialer Prozesse und Transformationen sichtbar. Die Besucherinnen und Besucher stehen im Mittelpunkt der WELT DER SPRACHEN, die mit der Kombination aus Bibliothek und Science Cen- ter ein neues Format präsentiert. Es entsteht ein multimedial inszenierter Informations- und Erfahrungsort, der einen Austausch zwischen Menschen, Kulturen und Ethnien durch Sprache
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Die Sprachen (in) der Rechtswissenschaft

Die Sprachen (in) der Rechtswissenschaft

Spaß beiseite. Das, was da leichtfertig für Englisch gehalten wird, ist jedenfalls keine „Sprache der Wissenschaft“. Wer die Rechtswissenschaft nicht allein im Hamsterlaufrad der nationalen Doktrin betreiben will, muss – fachlich und sprachlich – über die Grenzen schauen. Dazu ein Beispiel, das vor allem die Abläufe einer solchen grenzüberschreitenden Auseinandersetzung schildert.

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Migranten und ihre Sprachen

Migranten und ihre Sprachen

Eine zentrale Schwierigkeit der Mehrsprachigkeitsdebatte liegt darin, dass den verschiedenen beteiligten Sprachen teils sehr unterschiedliche sozialsym- bolische Funktionen zukommen. Einstellungen von Sprechern in Deutschland gegenüber anderen Sprachen und ihren Sprechern sind das Thema des letzten Beitrags des Bandes; Albrecht Plewnia und Astrid Rothe berichten über „Spracheinstellungen und Mehrsprachigkeit. Wie Schüler über ihre und ande- re Sprachen denken“. Dabei wird, ausgehend von den Daten einer bundeswei- ten Repräsentativumfrage zu Spracheinstellungsfragen einerseits und weite- ren Erhebungen unter Schülern der 9. und 10. Klasse andererseits, deutlich, dass bestimmte europäische Nachbarsprachen mit einem klar höheren Presti- ge ausgestattet sind als bestimmte Migrantensprachen.
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Historisierung und Archaisierung von Sprachen

Historisierung und Archaisierung von Sprachen

Fossilisierungen sind im allgemeinen dadurch ge- kennzeichnet, dass sie weder produktiv für Wortneu- bildungen oder Entlehnungen zur Verfügung stehen noch zum Zentrum oder Kernbereich einer standar- disierten Sprache gehören. Man wird sie also eher, auch quantitativ, in Randbereichen erwarten, die noch durch eine höhere Stabilität ausgezeichnet sind: z. B. in festen Wortverbindungen (Phraseologismen) oder in Subsprachen (Dialekten, Fachsprachen, Gruppen- sprachen), wo sie über lange Zeiträume hin erhalten bleiben können. In diesem Sinne gelten etwa manche (z. B. obd.) Dialekte oder Fachsprachen (wie z. B. die Rechtssprache) als besonders konservativ, worauf für das Deutsche schon der Barockgrammatiker (und Ju- rist) Schottelius hingewiesen hat.9 Auf die Bedeutung von Namen als Reservoir altertümlicher Relikte ist ebenfalls schon oft hingewiesen worden. Auch hier bietet bereits Schottelius eine Fülle von Material. Schließlich kann es auch dazu kommen, dass fossili- sierte Elemente nur noch in älteren (z. B. Inschriften) oder historisierenden Texten (z. B. historischen Ro- manen) oder in historischen Wörterbüchern erhalten bleiben, ehe sie gleichsam ganz aus dem Bewusstsein und Sprachgebrauch verschwinden. Ebenfalls kenn- zeichnend scheint zu sein, dass Reliktwörter in der Sprachverarbeitung oft nur noch rezeptiv oder bei Mitgliedern einer älteren Generation verfügbar sind. Auf diese „Unikalisierung“ als Endstufe von Fossili- sierungen geht Wolfgang Fleischer ausführlicher ein.10 Auch die „Undurchschaubarkeit“ (Nicht-Motiviert- heit) von Wörtern kann auf die Wirksamkeit von Fos- silisierungen hinweisen.
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Lehrplan Neue Sprachen

Lehrplan Neue Sprachen

Latein ist eine «Wurzelsprache», das heisst: Latein liefert das Baugerüst für Sprache(n). Zum einen legt Latein das Fundament, auf dem die eigene Muttersprache gedeiht und sich das Sprach – und Ausdrucksvermögen entwickelt. Zum anderen öffnet es den Blick für termini tecnici, Lehn- und Fremdwörter und ebnet den Zugang zu Fremdsprachen. Der Lateinunterricht entwickelt die Fähigkeit zu sprachlicher Differenzierung und übt sprach- und denkkritisches Verhalten. Er fördert auch wichtige kognitive Fähigkeiten. Er schult methodische und kombinatorische Denkprozesse und schärft das analytische und synthetische Denken.
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Sprachen und Kulturen in Guatemala

Sprachen und Kulturen in Guatemala

Die Garifuna, die sich selbst Garínagu nennen, sind Afroamerikaner, die auf der Antilleninsel San Vincente aus der Verschmelzung der dort ansässi- gen inselkaribischen Bevölkerung mit entflohenen afrikanischen Sklaven hervorgegangen sind, wobei phänotypisch die afrikanischen Züge dominie- ren. Die Inselkariben waren ihrerseits bereits eine Mischbevölkerung aus der Verbindung der arawakischen Inselbevölkerung mit den aus Südamerika vordringenden Kariben. Die Basis des Garifuna ist das Iñeri-Arawak mit Entlehnungen aus dem Karibischen, Englischen, Französischen und Spani- schen. In diesem Zusammenhang ist oft als Besonderheit die Herausbildung einer arawakischen Frauensprache und einer karibischen Männersprache herausgestrichen worden, die sich in Relikten bis heute noch in der Garifu- na-Sprache feststellen lässt. Da die Inselkariben und die schwarzen Kariben der britischen Kolonialmacht erbitterten Widerstand leisteten, wurden 1797 5.000 aufständische Garifuna von den Briten auf die Insel Roatán vor Hon- duras deportiert, von wo aus sie sich nach Belize, Guatemala und Honduras verbreiteten. Die Kultur der Garifuna ist das Resultat einer Verschmelzung arawakisch-karibischer und afrikanischer Elemente. In Guatemala wird das Garifuna hauptsächlich in den municipios von Puerto Barrios und Livingston gesprochen. Etwa die Hälfte aller aus Livingston stammenden Garifuna resi- diert heute in den USA, vor allem in New York (Mohr 2001).
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Sprachen und ihr ökonomisches Gewicht

Sprachen und ihr ökonomisches Gewicht

Grundsätzlich wurden nur die Daten für die mut- tersprachlichen Sprecher einer Sprache herangezogen; die Staaten Mittel- und Südamerikas wurden nach spanischen und portugiesischen Zonen [r]

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Parsingalgorithmen für kontextfreie Sprachen

Parsingalgorithmen für kontextfreie Sprachen

Definition 7. Das Entscheidungsproblem, festzustellen, ob ein gegebenes Wort bestehend aus einer beliebigen Zeichenfolge w ∈ Σ ∗ in L(G) liegt, wird als Wortproblem bezeichnet. Es wird auch Erkennungsproblem genannt. Um zu überprüfen, ob ein Wort Teil einer Sprache ist bzw. von einer Grammatik erzeugt werden kann, wird ein Recognizer oder Parser verwendet. Ein Recognizer ist ein Algorithmus, der das Wortproblem entscheidet. Um die genaue syntaktische Struktur des Eingabewortes bezüglich der Grammatik zu beschreiben, wird ein Parser verwendet. Dieser ist ein Recognizer, der zusätzlich zur Überprüfung alle Ableitungsbäume des Eingabeworts erzeugt, falls das Wort in L(G) liegt. Die Bestimmung der syntaktischen Struktur wird auch Syntaxanalyse bzw. Parsing genannt.
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Optimale Sprachen für das Denken

Optimale Sprachen für das Denken

A b e r es kommen in der Umgangssprache auch Aus- sagesätze vor, die nicht nur nicht wahr oder falsch sind, sondern sogar nicht wahr oder falsch sein können, weil sie nämlich, wenn wah[r]

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