Nach oben pdf Die Sozialarbeit in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik. Aspekte der Qualitätssicherung im Lichte der Psychiatrie-Personalverordnung

Die Sozialarbeit in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik. Aspekte der Qualitätssicherung im Lichte der Psychiatrie-Personalverordnung

Die Sozialarbeit in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik. Aspekte der Qualitätssicherung im Lichte der Psychiatrie-Personalverordnung

Gelegentlich findet in diesem Rahmen ein Hausbesuch bei der Familie statt, der nochmals mehr diagnostische Er¬ kenntnisse bringt über die Wohnumgebung und deren Vorzüge und Gefährdungen. Nach einem Hausbesuch wissen wir, ob die häusliche Umgebung des Kindes karg oder lebendig, gut gepflegt oder vernachlässigt, feucht oder gesundheitsfördernd ist; welches Spielzeug vorhan¬ den ist, wie die Umgangsweisen in der Familie außerhalb der Klinik sich gestalten, welche Möglichkeiten die Straße und das Stadtviertel dem Kind oder Jugendlichen bieten. Während andere Behandlungskonzepte vor allem im
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Die Sozialarbeit in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik-Aspekte der Qualitätssicherung im Lichte der Psychiatrie-Personalverordnung

Die Sozialarbeit in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik-Aspekte der Qualitätssicherung im Lichte der Psychiatrie-Personalverordnung

Daraus ergibt sich für die einzelnen Kliniken bundes¬ weit die Notwendigkeit einer inhaltlichen Bestimmung der Rolle der Sozialarbeit in der Kinder- und Jugendpsych¬ iatrie. Die Essener Verhaltnisse zeichnen sich historisch durch die Besonderheit eines guten Stellenschlüssels für dieses Berafsfeld aus, seitdem der Klinikdirektor die Be¬

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Die Sozialarbeit in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik - Aspekte der Qualitätssicherung im Lichte der Psychiatrie-Personalverordnung

Die Sozialarbeit in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik - Aspekte der Qualitätssicherung im Lichte der Psychiatrie-Personalverordnung

es durch Mobilisierung von Laienhelfern oder Mentoren oder durch konkrete Unterstützung der Eltern. Das Ernstnehmen der sozialen Bedingungen einer Familie sei ein notwendiger, mit jeglicher anderen Behandlungs¬ modalität zu integrierender Bestandteil der kinderpsychia¬ trischen Arbeit (Schulman 1979). Das englische Lehrbuch von Rutter et al. (1994) enthält ein ausführliches Kapitel zur Kinderpsychiatrischen Sozialarbeit (Lask 1994), das neben einer historischen Darstellung und einem Überblick

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Externe Qualitätssicherung  im Kinder- und  Jugendgesundheitssurvey  (KiGGS)

Externe Qualitätssicherung im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS)

In Absprache mit dem RKI wurde ex- terne Qualitätssicherung verstanden als „unabhängige Prüfung des Umfangs der internen qualitätssichernden Maßnah- men und systematischen Beobachtung und stichprobenartigen Prüfungen der Einhaltung von Qualitätsanforderungen“. Die Anforderungen definierten sich aus dem Operationshandbuch (OP-Hand- buch) und allgemein anerkannten epide- miologischen Standards und Leitlinien.

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Prävalenz und Skalierbarkeit körperlicher Beschwerden bei kinder- und jugendpsychiatrischen Patienten

Prävalenz und Skalierbarkeit körperlicher Beschwerden bei kinder- und jugendpsychiatrischen Patienten

70 wurde (Arbeitsgruppe Deutsche Child Behaviour Checklist 1994a, 1998). Mädchen wurden mehr Körperbeschwerden zugeordnet, was auch mit einer besseren sozialen Akzeptanz für durch Mädchen beklagte Beschwerden erklärt wird (McGrath 1994, Roth- Isigkeit et al. 2004). Folglich sollte darauf geachtet werden, auch Jungen genug Raum für Äußerungen von Beschwerden zu geben. Der Vergleich von Selbst- und Fremdurteil bestätigte, dass insbesondere bei kinder- und jugendpsychiatrischen Patienten ein Selbsturteil angestrebt werden muss, um eine Unterschätzung der Beschwerden zu vermeiden. Im Vergleich mit der Schülerstichprobe wurden Beschwerden häufiger angegeben. Wie in der Einleitung gezeigt, sind Körperbeschwerden vielfältig mit kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen assoziiert. Im Sinne des Konzeptes der Somatisierung (siehe 1.2.4) ist in einer Stichprobe von kinder- und jugendpsychiatrischen Patienten von vermehrten Körperbeschwerden auszugehen und die diesbezüglichen Ergebnisse scheinen so erklärbar. Verglichen mit anderen Studien ist bemerkenswert, wie hoch das Ausmaß von Schlafbeschwerden war. Ebenfalls fällt auf, dass in dieser Studie Erkältungsbeschwerden mit dem Alter zurückgingen. Es bleibt offen, ob diese Unterschiede bedeuten könnten, dass Kinder unterschiedlichen Alters zu Somatisierungstendenzen in verschiedene Organsysteme neigen. In Bezug auf die oben dargestellten Ergebnisse würde dies bedeuten, dass jüngere Kinder im Zuge von Somatisierungsprozessen vermehrt Erkältungssymptome entwickeln, während ältere Kinder eher über Kopf-, Bauch-, Rückenschmerzen oder Schlafprobleme klagen.
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Qualitätssicherung in der Internen Revision : Praxis der Qualitätssicherung in der Internen Revision in der Schweiz im Lichte der IIA-Standards

Qualitätssicherung in der Internen Revision : Praxis der Qualitätssicherung in der Internen Revision in der Schweiz im Lichte der IIA-Standards

Ähnlich sieht das Bild bei den Kosten aus. Nur ein Drittel betrachtet die dar- aus entstehenden Kosten als unnötig. Wiederum nur 9% finden, dass da- durch «stark» unnötige Kosten anfal- len. 70% äussern sich dahingehend, dass eine QS auch für kleine Interne Revisionen sinnvoll ist, wobei immer- hin 18% gegenteiliger Meinung sind. 61% stimmen der Aussage zu, QS er- zeuge keine unnötige Bürokratie. Auf Basis dieser Erkenntnisse kann festgehalten werden, dass bei einem Grossteil der Internen Revisionen eine offene und positive Grundhaltung ge- genüber dem Qualitätsmanagement und der Qualitätssicherung besteht. Die Vorteile des Einbezugs von Qua- litätsaspekten in die Interne Revision werden erkannt und entsprechend ge- würdigt.
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Einige Eindrücke zur kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung in Berlin nach dem Fall der Mauer

Einige Eindrücke zur kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung in Berlin nach dem Fall der Mauer

Einw./qkm (Quelle Berliner Statistik, 31.6.1991). Ein sehr wichtiger Unterschied ergibt sich hinsichtlich der Altersstruktur zwischen West- und Ost-Berlin. In Ost- Berlin leben prozentual sehr viel mehr Kinder (fast ein Fünftel der Gesamtbevölkerung), in West-Berlin leben sehr viel mehr Rentner als in Ost-Berlin, der Anteil der

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Die Symptomatik in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Population: I. Erhebungsmethode und Prävalenzraten

Die Symptomatik in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Population: I. Erhebungsmethode und Prävalenzraten

Mit den für einzelne Symptome wiedergegebenen Haufig¬ keitsraten verbindet sich zugleich die Frage, ob diese Zahlen. Allgememgultigkeit beanspruchen können oder lediglich für[r]

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Die Symptomatik in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Population - II. Zusammenhangs- und Bedingungsanalysen

Die Symptomatik in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Population - II. Zusammenhangs- und Bedingungsanalysen

deutlich, daß leichte entsprechende Auffälligkeiten bei emotionalen Störungen ebenfalls uberzufallig häufig gefun¬ den werden Hier laßt schon die Spezifizierung der Diagnose. emotionale [r]

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Evaluation der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung in drei hessischen Landkreisen

Evaluation der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung in drei hessischen Landkreisen

Die Inanspruchnahme kinder- und jugendpsychiatrischer Kliniken hangt sowohl von der ambulanten Versorgung ab, als auch von der Entfernung zwischen Wohnort der Patienten und Standort der [r]

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Die Einleitung der stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung durch das Familien-Erstinterview

Die Einleitung der stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung durch das Familien-Erstinterview

gungsprobleme zwischen Kind, Theiapeut und Stations- Team Gegenstand der Stationsbesprechungen sind Dies wird besonders dann relevant und kann genutzt werden,. wenn die Stationare Behand[r]

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Effizienz von Zu Hause-Behandlung hinsichtlich Alltagsbeeinträchtigung bei kinder- und jugendpsychiatrischen Patienten

Effizienz von Zu Hause-Behandlung hinsichtlich Alltagsbeeinträchtigung bei kinder- und jugendpsychiatrischen Patienten

geringsten Beeinträchtigungen bei ihren Kindern im Vergleich mit den Eltern der Patienten der Kinderstation und den Eltern der ältesten Jugendlichen. Dies kann insofern verwundern, dass in dieser Zeit der Höhepunkt der Pubertät angesetzt wird, welche im Volksmund häufig als „schwierigstes Alter“ bezeichnet wird. Auch in einem der klassischen Werke der Jugendpsychologie, Eduard Sprangers „Psychologie des Jugendalters“ heißt es beispielsweise: „An die Stelle kindlicher Offenheit und Vertraulichkeit tritt selbst den nächsten Menschen gegenüber schweigende Zurückhaltung, scheues Ausweichen, seelische Berührungsfurcht. (…) [Es] zeichnet den Jugendlichen trotzige Selbständigkeit aus (…)“ [103]. Die beschriebenen Einschätzungen in der BeZuHG-Studie bei dieser Altersgruppe waren folglich in der vorliegenden Form nicht zu erwarten. Denkbar wäre jedoch, dass aufgrund dieser (negativen) Erwartungshaltung von Seiten der Eltern die tatsächlichen Probleme als weniger gravierend wahrgenommen und eher als gewöhnliche pubertäre Erscheinungen abgetan wurden. Diese Argumentation könnte vor allem für Kinder und Jugendliche zutreffen, die erstmals psychisch auffällig werden. Die Inzidenz für psychische Auffälligkeiten steigt der BELLA- Studie zufolge mit dem Alter der Kinder und Jugendlichen leicht an [84]. Für Patienten mit rezidivierenden Auffälligkeiten sind andere Erklärungsversuche der elterlichen Einschätzungen denkbar. Wenn bei Kindern die ersten Probleme auftreten und diese schwer zu bewältigen sind, sind die Eltern möglicherweise zunächst sehr belastet. Auch ist anzunehmen, dass bei Kindern, die in die Pubertät kommen und schon im Kindesalter auffällig waren, die Eltern sich an ein gewisses Maß der Auffälligkeit schon gewöhnt haben. Wenn diese Jugendlichen dann älter werden, zehrt an einigen Eltern sicherlich die bereits über viele Jahre andauernde Belastung.
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Die Beiträge der kinder- und jugendpsychiatrischen und entwicklungspsychologischen Forschung zur "Objektivierung" des Kindeswohlbegriffes

Die Beiträge der kinder- und jugendpsychiatrischen und entwicklungspsychologischen Forschung zur "Objektivierung" des Kindeswohlbegriffes

Das Recht des Kindes bezieht sich auf die auch einem Kind zustehenden verfassungsmäßigen Grundrechte und auf den Anspruch, daß diese von seinen Eltern sowie (im Falle des Mißbrauchs oder[r]

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Zufriedenheit von Eltern mit der Behandlung ihres Kindes in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Poliklinik

Zufriedenheit von Eltern mit der Behandlung ihres Kindes in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Poliklinik

konsekutiv vorgestellten Kinder drei Jahre nach Abschluss der Behandlung , die im Zeitraum der Jahre 1999 und 2000 zur ambulanten Beratung oder Behandlung der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Ludwig- Maximilians- Universität in München gewesen waren. Eingeschlossen waren Einmalkontakte, ausgeschlossen waren Gutachtensfragestellungen. Die Basisdokumentation erfasst die Ausgangsdaten der Jahre 1999 und 2000. Der Fragebogen zur Zufriedenheit mit der Behandlung (FBB) und der Verhaltens- Fragebogen nach Achenbach (CBCL) wurden 2002 erhoben. Bei einer Teilstichprobe von 41 lag ein Verhaltensfragebogen (Achenbach und Edelbrock 1983) während der Behandlung und bei der Nachbefragung vor.
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Die Basisdokumentation (BADO) als Instrument der Qualitätssicherung in einer psychiatrischen Klinik

Die Basisdokumentation (BADO) als Instrument der Qualitätssicherung in einer psychiatrischen Klinik

Ergänzungen bzw. Variationen des erfass- und auswertbaren Datenpools führte (s. 2. Material und Methoden). Auch in anderen, die DGPPN-BADO nutzenden psychiatrischen Kliniken fanden ähnliche Überarbeitungen statt, z.B. im Jahr 2000 in Regensburg. Die DGPPN plant auf der Grundlage empirischer Befunde aus diesen Revisionen eine offizielle BADO-Überarbeitung. Periodische Anpassungen der BADO sind nötig, um den sich wandelnden Erfordernissen (z.B. gesetzlich vorgeschriebene Qualitätssicherung (§ 137 SGB V)) und Anwendungsmöglichkeiten (z.B. Weiterentwicklung der Computertechnologie) Rechnung zu tragen (33). Das Ziel solcher Maßnahmen ist, durch die Möglichkeit einer zunehmend detaillierteren Erfassung dem Qualitätssicherungsanspruch und versorgungspolitischen Fragestellungen in der Psychiatrie besser gerecht werden zu können. Neben Rückmeldungen, Befragungen und Gedankenprotokollen verschiedener Nutzer, Überprüfungen von Qualität, Validität und Reliabilität der mittels der BADO generierten Daten sowie der Anpassung an die DGPPN-Behandlungsleitlinie für Schizophrenie bildeten beispielsweise am Bezirksklinikum Regensburg auch Auswertungen der BADO unter klinischen Fragestellungen die Grundlage für derartige Überarbeitungen (72). Daher kann davon ausgegangen werden, dass die vorliegende Auswertung Anstoß zu weiteren Neuerungen und Verbesserungen liefert.
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Die elterliche Zufriedenheit mit den Leistungen und Erfahrungen im Rahmen einer kinder- und jugendpsychiatrischen Poliklinik

Die elterliche Zufriedenheit mit den Leistungen und Erfahrungen im Rahmen einer kinder- und jugendpsychiatrischen Poliklinik

psychiatrischen Merkmale wie die Diagnose, die Intelligenz odet det Zuweisungsmodus und die Kontakthaufigkeit sind unbedeutend Damit wird zugleich auch die Annahme mög¬ licher Sclcktions[r]

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Wahrung von Patientenautonomie und Menschenrechten in deutschen Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie: Umsetzung in Klinik und Recht

Wahrung von Patientenautonomie und Menschenrechten in deutschen Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie: Umsetzung in Klinik und Recht

war der Gesetzgeber vor die Herausforderung gestellt, Zwangsunterbringungen in der Psychiatrie gesetzlich zu regeln. Denn nach Art. 2 Abs. 2 des neuen Grundgesetzes (GG) (in Kraft 23. Mai 1949) waren diese nun als Freiheitsentziehungen zu bewerten: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist un- verletzlich. In diese Rechte darf nur aufgrund eines Gesetzes eingegriffen werden.“ Der Entwurf über ein entsprechendes Bundesgesetz scheiterte jedoch. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich die öffentlich-rechtlichen Rahmenbedingungen und die Rechtspraxis in den Bundesländern relativ unabhängig voneinander weiter. Ein Bundes- gesetz wurde bis heute nicht realisiert.
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Inanspruchnahme von Erziehungsberatungsstellen und ambulanten kinder-und jugendpsychiatrischen Angeboten: Erste empirische Ergebnisse

Inanspruchnahme von Erziehungsberatungsstellen und ambulanten kinder-und jugendpsychiatrischen Angeboten: Erste empirische Ergebnisse

geninitiativen und den hohen Anteil an Zuweisungen vom Jugendamt beim dezentralen Dienst zurückzufüh¬ ren Bei dem kinder und jugendpsvchiatrischen Angebot in Mannheim überwiegen Zuweisun[r]

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Einflussfaktoren auf den Einsatz von Zwangsmaßnahmen - Eine retrospektive Auswertung in einer Schweizer kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungsklinik

Einflussfaktoren auf den Einsatz von Zwangsmaßnahmen - Eine retrospektive Auswertung in einer Schweizer kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungsklinik

schehens und der Alltagsroutine leicht unterschätzt. So wird beispielsweise eine Bor- derline-Patientin das Personal durch massiv selbstverletzendes Verhalten möglicher- weise dazu bringen, mit Isolierung und Fixierung als dem Mittel der letzten Wahl zu reagieren. Der dadurch ausgeübte Zwang kann in solchen Fällen jene Symptome wo- möglich verstärken, die seinen Einsatz rechtfertigten und damit die Entstehung einer Gewaltspirale begünstigen. Ein Jugendlicher mit einer Störung des Sozialverhaltens wird sein Verhalten kaum als unpassend hinterfragen, wenn das Umfeld auf seine Provokationen mit Wut, Hilflosigkeit und unreflektierter Machtausübung reagiert, wie er es aus seinem häuslichen Umfeld kennt. Patterson beschrieb schon 1976, dass Kinder, die ursprünglich Opfer von Zwang und Gewalt waren, schließlich zu deren Architekten werden, wenn sie gelernt haben, auf diese Weise Situationen zu dominie- ren und unter Kontrolle zu behalten (Patterson 1976). Gehäufter Rückgriff auf Zwangsmaßnahmen im Verlauf stationärer kinder- und jugendpsychiatrischer The- rapien kann vor diesem Hintergrund als Indikator dafür dienen, dass die Behand- lungsstrategien bei den betroffenen Patienten unangemessen, aus strukturellen Eng- pässen entstanden oder zu pseudotherapeutischen Maßnahmen verkommen sind und neu überdacht werden müssen.
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Carl Wernickes Psychiatrie: Eine Analyse der Krankenvorstellungen aus der psychiatrischen Klinik in Breslau, sein Klassifikationssystem im Vergleich zur ICD-10 und sein Bezug zur damaligen Wiener Psychiatrie

Carl Wernickes Psychiatrie: Eine Analyse der Krankenvorstellungen aus der psychiatrischen Klinik in Breslau, sein Klassifikationssystem im Vergleich zur ICD-10 und sein Bezug zur damaligen Wiener Psychiatrie

zu schwer. Verhältnismäßig gut kann sie sich an ihre Kindheit erinnern, an die Zeit danach nur sehr begrenzt und zeitlich durcheinander. Man erfährt, dass sie ein Jahr zuvor im Rahmen eines acht Tage dauernden, ängstlich deliranten Zustandes in die Klinik gekommen wäre. Seitdem (bzw. mit großer Wahrscheinlichkeit schon länger; die genaue Anamnese ist nicht bekannt) bestehen große Gedächtnisdefekte, Konfabulationen und in den Nächten öfters delirante Züge. Die Hemiparese sei neu; Wernicke vermutet einen Schlaganfall in der vorangegangenen Nacht, der auch zur plötzlichen Verschlechterung ihrer klinischen Situation passe. Seiner Meinung nach handle es sich um eine akute Allopsychose, um einen Grenzfall zwischen einfacher seniler Demenz und Presbyophrenie. Nach dem Grundriss der Psychiatrie unterscheiden sich diese zwei Krankheitsbilder dadurch, dass bei der senilen Demenz (Altersblödsinn) eine allgemeine geistige Abstumpfung bestehe, die kontinuierlich fortschreite. 365 Die Presbyophrenie hingegen
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