Nach oben pdf OPUS 4 | Frauen in Mexiko - Bedeutung, Praxis, Struktur

OPUS 4 | Frauen in Mexiko - Bedeutung, Praxis, Struktur

OPUS 4 | Frauen in Mexiko - Bedeutung, Praxis, Struktur

Das Land ist keinesfalls als ursprüngliche Harmonie zu verstehen, sondern vielmehr zu einem Anzeiger gesellschaftlichen Wandels geworden, wie es Phänomene wie Urbanisierung, Migration, Arbeitslosigkeit oder der Niedergang der staatlichen Infrastruktur zeigen. In diesem Kontext wird es möglich, ursprüngliche Arten der Produktion von Geschlecht im Prozess ihrer Erosion zu erfassen und sich in einem recht geschlossenen Bedeutungssystem der Konstitution von Bedeutungen auf nationaler oder höherer Ebene anzunähern. In dem Maße, wie die staatliche Infrastruktur sich auflöst – oder sich nie wirklich herausbilden konnte – entsteht die Möglichkeit und der Zwang, sich selbst zu organisieren, selbst Interessen und Bedürfnisse zu formulieren und an deren Erreichung zu arbeiten. Doch genau die Fähigkeiten, die hier verlangt werden, haben sich besonders bei den Frauen nie wirklich entwickeln können. Das Paradies der Gemeinschaft ist auf dem mexikanischen Land keines – es herrschen stattdessen Autoritätsgläubigkeit, gewaltsam inszenierter Individualismus und gegenseitige Kontrolle. Oft haben die Menschen auf dem mexikanischen Land nicht gelernt, eigene Interessen zu formulieren – wie eine Geschichte anschaulich macht, die dem Autor von einer im Kontext der ländlichen Entwicklung arbeitenden Mexikanerin erzählt wurde. Der Institution bei der diese Frau arbeitet, wurden Gelder für Mikrokredite für Frauenprojekte bewilligt. In der betreffenden Region gab es mit wenigen Ausnahmen – wie etwa dem erwähnten Schafzuchtprojekt in El Limón – aber keinerlei Organisationsformen von Frauen. Da für die Beantragung von Mikrokrediten eine eingetragene Organisation von Frauen mit klar definierten Investitionszielen nötig ist, versuchte die Entwicklungsarbeiterin den Frauen vor Ort nahezulegen, sich zu organisieren und Investitionsziele zu formulieren. Dies scheiterte völlig. Die Frauen waren nicht in der Lage, Ziele von Investitionen zu finden. So entstanden Ideen wie die einer Fischzucht – was auf dem unter Wassermangel leidenden mexikanischen Land unmöglich ist. Bis schließlich die Männer der betreffenden Frauen ihnen vorschlugen, Geld für die Schafszucht zu beantragen. Auf diese Weise wurde ein weiteres Schafszuchtprojekt begründet, das allerdings wegen mangelndem Interesse in kurzer Zeit scheiterte.
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Frauen in Mexiko - Bedeutung, Praxis, Struktur

Frauen in Mexiko - Bedeutung, Praxis, Struktur

Das Land ist keinesfalls als ursprüngliche Harmonie zu verstehen, sondern vielmehr zu einem Anzeiger gesellschaftlichen Wandels geworden, wie es Phänomene wie Urbanisierung, Migration, Arbeitslosigkeit oder der Niedergang der staatlichen Infrastruktur zeigen. In diesem Kontext wird es möglich, ursprüngliche Arten der Produktion von Geschlecht im Prozess ihrer Erosion zu erfassen und sich in einem recht geschlossenen Bedeutungssystem der Konstitution von Bedeutungen auf nationaler oder höherer Ebene anzunähern. In dem Maße, wie die staatliche Infrastruktur sich auflöst – oder sich nie wirklich herausbilden konnte – entsteht die Möglichkeit und der Zwang, sich selbst zu organisieren, selbst Interessen und Bedürfnisse zu formulieren und an deren Erreichung zu arbeiten. Doch genau die Fähigkeiten, die hier verlangt werden, haben sich besonders bei den Frauen nie wirklich entwickeln können. Das Paradies der Gemeinschaft ist auf dem mexikanischen Land keines – es herrschen stattdessen Autoritätsgläubigkeit, gewaltsam inszenierter Individualismus und gegenseitige Kontrolle. Oft haben die Menschen auf dem mexikanischen Land nicht gelernt, eigene Interessen zu formulieren – wie eine Geschichte anschaulich macht, die dem Autor von einer im Kontext der ländlichen Entwicklung arbeitenden Mexikanerin erzählt wurde. Der Institution bei der diese Frau arbeitet, wurden Gelder für Mikrokredite für Frauenprojekte bewilligt. In der betreffenden Region gab es mit wenigen Ausnahmen – wie etwa dem erwähnten Schafzuchtprojekt in El Limón – aber keinerlei Organisationsformen von Frauen. Da für die Beantragung von Mikrokrediten eine eingetragene Organisation von Frauen mit klar definierten Investitionszielen nötig ist, versuchte die Entwicklungsarbeiterin den Frauen vor Ort nahezulegen, sich zu organisieren und Investitionsziele zu formulieren. Dies scheiterte völlig. Die Frauen waren nicht in der Lage, Ziele von Investitionen zu finden. So entstanden Ideen wie die einer Fischzucht – was auf dem unter Wassermangel leidenden mexikanischen Land unmöglich ist. Bis schließlich die Männer der betreffenden Frauen ihnen vorschlugen, Geld für die Schafszucht zu beantragen. Auf diese Weise wurde ein weiteres Schafszuchtprojekt begründet, das allerdings wegen mangelndem Interesse in kurzer Zeit scheiterte.
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OPUS 4 | Zur Struktur von Sprachkompetenz

OPUS 4 | Zur Struktur von Sprachkompetenz

Für Schulleistungsstudien ist die Frage der inhaltlichen Gültigkeit, das heißt, inwieweit die verwendeten Tests die in den Curricula festgehaltene Lernziele und Lerninhalte repräsentieren, von zentraler Bedeutung. Denn „die inhaltliche Validität eines Tests hängt nicht zuletzt davon ab, inwieweit es gelingt, die zu erfassende latente Kompetenz als theoretisches Konstrukt vorab zu definieren oder zumindest post hoc zu rekonstruieren“ (Baumert, Klieme, Lehrke & Savelsbergh, 2000, S. 108). Die Testentwicklung für die DESI- Studie verfolgte daher das Ziel, nicht nur den aktuellen Forschungsstand der Linguistik und Fachdidaktik im Englischen wie im Deutschen zu berücksichtigen, sondern wies, den bildungspolitischen Fragestellungen entsprechend, in der Konstruktion von Testaufgaben einen engen Bezug zum deutschen Schulsystem, insbesondere den Lehrplänen und Lehrwerken der deutschen Länder für die Fächer Deutsch und Englisch in der neunten Jahrgangsstufe auf. DESI erfasste einen breiten Bereich sprachlicher Fähigkeiten, die von Schülerinnen und Schülern im neunten Schuljahr erwartet werden können (DESI-Konsortium, 2003). Darüber hinaus wurden die DESI-Tests zur Englischkompetenz an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) (Council of Europe, 2001) angebunden. Ein Großteil der Testskalen wurde mit den Niveaus des GER abgeglichen (Takala, 2007), Testaufgaben aus DESI werden darüber hinaus in internationalen Folgeprojekten verwendet, die der Implementation des GER in die Praxis dienen (Jurecka, 2007).
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OPUS 4 | Die Qualität der Führungsbeziehung und ihre Bedeutung für den Umgang mit Konflikten

OPUS 4 | Die Qualität der Führungsbeziehung und ihre Bedeutung für den Umgang mit Konflikten

Spontaneität ist keine hinreichende Grundlage für das Gelingen sozialer Interaktionen. Es braucht hierzu einen Ordnungsrahmen, an dem sich die beteiligten Personen ausrichten kön- nen, der ihnen sagt, welche Verhaltensweisen angemessen und unangemessen sind und der ihnen hilft, das Verhalten ihrer Interaktionspartner vorherzusagen und zu verstehen. In die- sem Sinne wirken beispielsweise die Regeln, die man bezüglich des Arbeitslebens und der Zu- sammenarbeit in Organisationen verinnerlicht und hierzu gehört auch die Institution des „Vor- gesetzten“ mit den damit implizierten Anordnungsbefugnissen, Rechenschaftspflichten, Für- sorgegeboten usw. Allerdings handelt es sich hierbei um einen sehr allgemeinen Verhaltens- kodex, der die Besonderheiten konkreter Beziehungen noch nicht berücksichtigt. Diese Be- sonderheiten sind aber von großer Bedeutung, weil sich bei der Zusammenarbeit nicht nur Rollenträger, sondern Menschen begegnen. Diese entwickeln, vermittelt über ihre Erfahrun- gen miteinander, ihre je eigenen persönlichen Beziehungen zueinander. In unserer Studie un- terscheiden wir fünf elementare Beziehungsformen und wir untersuchen, inwieweit diese den Umgang mit Konflikten zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern prägen. Das Ziel der Studie besteht darin, die Tragfähigkeit des unserer Typisierung zugrundeliegenden theoretischen An- satzes anhand von konkreten empirischen Beispielen zu untersuchen. Methodisch setzen wir dabei auf die gemeinsam von den Forschern und den Beteiligten getragene reflektierte Re- konstruktion eines konkreten Konfliktgeschehens.
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OPUS 4 | Frauen – Gender – Wissenschaft. Beiträge von einem interdisziplinären Forschungssymposium

OPUS 4 | Frauen – Gender – Wissenschaft. Beiträge von einem interdisziplinären Forschungssymposium

Diese erotisierende bzw. zumindest ästhetisierende Interpretation des Badehaus- Besuchs scheint dem entgegen zu stehen, was Montagu über die Begegnungen in diesem intimen, privaten Raum vermitteln möchte. Sie betont die „obliging civility […] in so polite a manner“; betont, dass die Nacktheit die Unterschiede zwischen Herrin und Sklavin gänzlich verschwinden lässt; betont die „majestic grace“ der Orientalinnen, die sie an die Mutter Gottes erinnern, und europäisiert die Frauen schließlich, als sie deren Haut als „shiningly white“ (TEL 59) beschreibt. Das Badehaus soll ein Raum ohne Restriktionen sein, ein Raum der Freiheit und der Möglichkeit des Austausches: Es ist, wie Montagu vergleicht, „the women’s coffee house“ (TEL 59). Durch die Europäisierung der Hautfarbe, die Feststellung der Ähnlichkeit von westlichen und östlichen Schönheitsidealen und die häufigen Vergleiche des Verhaltens der Frauen konstruiert Montagu das Badehaus nicht als exotisch-fremden Raum, sondern als ein im Westen fehlendes Angebot, den Frauen Öffentlichkeit in einem geschützten Raum zu ermöglichen. Sie sieht es als „Frei- Raum“ (Bode 2009: 38), der offen und höflich aufnehmend, nicht verurteilend ist; ein Raum, der keinerlei Restriktionen aufweist, Herrin und Sklavin ununterscheidbar macht, Körperlichkeit präsentiert, doch zugleich schützt; ein Ort der Harmonie und des weiblichen Friedens. Der wissenschaftliche Diskurs der letzten Jahre rückt jedoch die Ästhetik, (Homo-)Erotik und imperialistische Unterdrückung dieser Szenen in den Vordergrund. Denn erst der schriftliche Export des Wissens über einen solchen Ort durch Montagu ermöglicht den detailreichen Einzug in die (männliche) Fantasie und bricht so mit der vermeintlichen Absicht Montagus, den Raum des Badehauses eben als Ort der Unberührtheit und Unverdorbenheit zu positionieren.
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OPUS 4 | Funktionelle Lebensmittel und ihre rechtliche und wirtschaftliche Bedeutung

OPUS 4 | Funktionelle Lebensmittel und ihre rechtliche und wirtschaftliche Bedeutung

Auf der anderen Seite hat mit dem wachsenden Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung das Vertrauen in die Leistungen von Ärzten tendenziell abgenommen und die Eigeninitiative zunehmend an Bedeutung gewonnen. 427 Dies macht verständlich, warum die Selbstmedikation 428 bei den „Gesundheitskonsumenten“ immer wichtiger wird. Die Selbstmedikation kann zwar durchaus positive Auswirkungen haben, indem z.B. der Arzt arbeitsmäßig und die Krankenversicherungen finanziell entlastet bzw. das Gesundheitsbewusstsein und die Eigenverantwortlichkeit des einzelnen gesteigert werden; eine Selbstmedikation bringt aber auch erhebliche Risiken mit sich, wie z.B. die Verhinderung oder Verzögerung einer notwendigen Therapie (eine Gefahr, die selbst dann besteht, wenn die Einnahme entsprechender Arzneimittel für sich allein unschädlich ist), das Risiko bestimmter schädlicher Arzneimittelnebenwirkungen (was auch den unkritischen Verbrauch von Arzneimitteln bzw. von Lebensmitteln mit arzneimittelähnlichen Wirkungen einschließt). Darüber hinaus besteht bei der Selbstbehandlung die Gefahr, dass der potentielle Patient auf die ärztliche Konsultation ganz verzichtet und den Gang zum Arzt unterlässt. 429 Wie auch immer: die Beziehung des Patienten zum Arzt ist aufgrund von Vertrauensverlust in die diagnostischen und therapeutischen Fähigkeiten der technikorientierten Medizin bzw. im Zuge der wachsenden Hoffnung auf die segensreiche Wirkung alternativer Heilverfahren und die erweiterten Möglichkeiten zur Selbstbehandlung zunehmend prekär geworden. Positiv an dieser Entwicklung ist immerhin zu bewerten, dass dadurch das Bewusstsein der Menschen, für ihre Gesundheit mehr als in der Vergangenheit selbst verantwortlich zu sein, eine Stärkung erfahren hat. Von hier aus ist auch der Genuss funktioneller Lebensmittel grundsätzlich positiv einzuschätzen - mögen auch die Hoffnungen auf die gesundheitlichen
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OPUS 4 | Bedeutung von Unternehmensportalen in der Wissensorganisation anhandausgewählter Beispiele

OPUS 4 | Bedeutung von Unternehmensportalen in der Wissensorganisation anhandausgewählter Beispiele

Gegenwärtig werden durchschnittlich zwei bis drei Anwendungen gleichzeitig einge- setzt, um alle relevanten Bereiche eines Unternehmens abzudecken. Die Bedeutung einer einheitlichen Lösung (’single-source solution’), ihrer Möglichkeiten der Integration und Kostensenkung wurde von den (potenziellen) Käufern erkannt. Zukünftige Applika- tionen überspannen das ganze B2E-, B2B-, und B2C-Spektrum, so Warzecha. Die nächste Generation von Portalen ermöglicht eine nahtlose Integration, Verwaltung, Kalibrierbarkeit und Administration der Corporate Portals. Dies wird auch Anbietern mit einer starken Integration der Technologien (z.B. Sybase, PeopleSoft) die Gelegenheit geben, ihre Position erheblich zu verbessern. Die Anbieter von Application Server, wie etwa IBM, BEA oder Microsoft werden dadurch in den nächsten 12 bis 18 Monaten die Marktführerschaft übernehmen (Stand: Nov. 2001)
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Arbeitsschutz für Frauen: Ein Leitfaden für die Praxis

Arbeitsschutz für Frauen: Ein Leitfaden für die Praxis

Die Aufgaben des Betriebsrates im Arbeits- und Gesundheitsschutz sind im Betriebs- verfassungsgesetz geregelt. Auch der Betriebsrat muss umdenken: neben der tradi- tionellen Herangehensweise des Arbeitsschutzes im Sinne einer reinen Arbeitssi- cherheit und des Unfallschutzes muss der Gesundheitsschutz im Sinne der Ottawa Charta der WHO ein neuer Schwerpunkt werden. Dazu gehört auch eine eigene Sicht auf die speziellen Gesundheitsprobleme der Frauen im Betrieb. Für die Frauen ist es besonders wichtig, in den Betriebsratsgremien entsprechend vertreten zu sein. Der Betriebsrat sollte sich zunächst Arbeitsschwerpunkte setzen: Ermittlung des Ist-Standes der Frauenbeschäftigung in einem Betrieb. Erstellung eines Gesund- heitsberichtes mit Hilfe des Betriebsarztes. Gesundheit zum Thema im Betrieb ma- chen.Wurde in allen Abteilungen des Betriebes eine Gefährdungsanalyse gemacht? Liegen bereits Ergebnisse vor? Welche Gesundheitsgefahren wurden an den Frau- enarbeitsplätzen ermittelt? Wenn noch keine Gefährdungsanalyse gemacht wurde, Gespräche mit den Vorgesetzten führen, eventuell die Berufsgenossenschaft als Be- rater in den Betrieb holen und mit der Gefährdungsanalyse beginnen. Der Betriebsrat hat ein gerichtlich anerkanntes Mitbestimmungsrecht bei der Durchführung der Gefährdungsanalyse.
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OPUS 4 | Frauen – Gender – Wissenschaft. Beiträge von einem interdisziplinären Forschungssymposium

OPUS 4 | Frauen – Gender – Wissenschaft. Beiträge von einem interdisziplinären Forschungssymposium

Bericht werden die Möglichkeiten der Frau im Orient hervorgehoben, aktiv ein eigenes (Sexual)leben zu gestalten. Die Frauen des Orients sind nicht mehr länger die Objekte männlicher Begierde, wie Dumont sie kurz zuvor noch beschrieben hatte: „The Turkish Women are the most charming Creatures in the World: they seem to be made for Love; their Actions, Gestures, Discourse and Looks are all Amorous.“ 11 (In Lowe 1991: 39–40) Problematisch ist jedoch, dass Montagu durch ihre Idealisierung der Freiheiten der Orientalinnen zum einen kulturell-religiöse Hintergründe für Bräuche und Sitten im Orient ignoriert (und so selbst im traditio- nellen Ost-West-Diskurs verhaftet bleibt) und zum anderen die Frauen im Orient instrumentalisiert. Denn wenngleich deren sinnlich-erotische Beschreibung durch eine vermeintlich selbstbestimmte Seite ergänzt wird, so dient diese nur als Finger- zeig gen England, das sich zwar moderner geben möchte als der Orient, doch für Montagu im Hinblick auf Frauenrechte rückständiger ist als der angeblich rück- ständige Osten. Auch wenn Montagu in ihrem Versuch, die Hegemonialansprüche des Westens durch Verweise auf die Gegebenheiten im Osten zu hinterfragen, dem dominanten Ost-West-Diskurs ihrer Zeit nicht immer entkommen kann – ihre Brie- fe zeugen von einer mutigen Frau, die anders als ihre vielen männlichen Vorgänger die Fremde verhandelt, sich auf sie einlässt und gewillt ist, nicht in (vor)verurteilenden Gegensätzen zu denken: „[A] woman triumphs“ (Astell in Montagu 1764: v).
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OPUS 4 | Die Bedeutung von Informationssystemen im Marketing und in der Pädagogik von Kunstmuseen

OPUS 4 | Die Bedeutung von Informationssystemen im Marketing und in der Pädagogik von Kunstmuseen

Bei Entscheidungen zur Produktgestaltung hat das Museum kaum oder nur sehr geringen Freiheitsraum. Sie ist durch die Exponate der Sammlung vorbestimmt und wird mehr oder weniger durch gesellschaftliche und soziokulturelle Veränderungen beeinflusst. Die Preispolitik genießt eine relativ geringe Aufmerksamkeit bei den Kulturanbietern, da in Deutschland die öffentlichen und privatwirtschaftlich- gemeinnützigen Museumsbetriebe zu einem sehr großen Teil von den Ländern und Kommunen subventioniert werden, verbunden mit der „irrigen“ Vorstellung eines möglichst kostenlosen Kulturangebotes (vgl. A. KLEIN 1995 : 9). In der Kommunikationspolitik besteht wohl der größte Handlungsfreiraum. Für eine aktive Gestaltung der an den Markt gerichteten Informationen stehen dem Museum alle Methoden der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung sowie verkaufsfördernde Maßnahmen zur Auswahl. Bedeutendes Kommunikationsinstrument ist dabei das Medium Internet, auf dessen Besonderheiten im Rahmen des Marketing-Mix im Kapitel zu den neuen Informationstechnologien am Museum noch eingegangen wird (siehe S. 90 ff). Die Servicepolitik erhält im kulturellen und künstlerischen Bereich seine besondere Bedeutung aus den Produkten. Da diese in der Regel nicht substituierbar sind und auch auf keinen Fall verändert werden sollen, ungewohnt und auch provozierend sein können, sollte großer Wert auf einen angemessenen Service gelegt werden (vgl. A. KLEIN 2001 : 469). In der Ausgestaltung dieser Leistungen kann der Kulturbetrieb sich auf die Muss-Serviceleistungen beschränken (die aus Sicht des Kunden unbedingt erbracht werden müssen) oder zusätzliche Soll- Serviceleistungen anbieten (ebd. 476f). Die Distributionspolitik schließlich hat für Museen ebenfalls einen besonderen Stellenwert, der sich aus dem Ort des Tauschgeschäftes, dem Markt (s. o.), ergibt.
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OPUS 4 | Struktur und Transporteigenschaften des elektronisch korrelierten Thiospinells CuV2S4

OPUS 4 | Struktur und Transporteigenschaften des elektronisch korrelierten Thiospinells CuV2S4

Nachdem anf¨ anglich keine Einkristalle des T-Typs verf¨ ugbar waren, wurde zu- n¨ achst an einem qualitativ hochwertigem Polykristall (RRR = 12.8) der Einfluss von hydrostatischem Druck auf die beiden Phasen¨ uberg¨ ange mithilfe ihrer Signa- turen im elektrischen Widerstand untersucht. Von Interesse ist dabei das Vorzei- chen und die St¨ arke einer Verschiebung der ¨ Ubergangstemperaturen, woraus sich R¨ uckschl¨ usse ¨ uber den Zusammenhang von Gitterparametern und der Stabilit¨ at benachbarter Phasen ziehen lassen. In Abbildung 6.16 ist der elektrische Wider- stand als Funktion der Temperatur f¨ ur verschiedene externe Dr¨ ucke gezeigt, wobei der ¨ Ubersichtlichkeit halber nur die Aufw¨ armmessungen gezeigt sind. Das Rest- widerstandsverh¨ altnis von 12.8 ist f¨ ur einen Polykristall schon beachtlich hoch. Bei den beiden f¨ ur CuV 2 S 4 des T-Typs bekannten Phasen¨ uberg¨ angen beobachtet
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OPUS 4 | Resilienz und ihre Bedeutung für eine positive Entwicklung von Kindern

OPUS 4 | Resilienz und ihre Bedeutung für eine positive Entwicklung von Kindern

Die Bielefelder Invulnerabilitätsstudie von Lösel und Mitarbeitern hatte zur Zielsetzung die spezielle Untersuchung der Widerstandsfähigkeit von Kindern, die extremen Entwick- lungsbelastungen ausgesetzt sowie die Erforschung von außerfamiliären Schutzfaktoren, die zu einer Ausbildung von resilienten kindlichen Eigenschaften beitragen. Probanden dieser Studie waren Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, die in 27 Heimeinrichtun- gen aufwuchsen. Nach entsprechenden Schulungen der Mitarbeiter bezüglich des Resi- lienzkonzeptes wurden diese befragt, welche Jugendlichen sich ihrer Meinung und Beo- bachtung nach, trotz ihres biographischen Hintergrundes, zu starken und positiven Per- sönlichkeiten entwickelten. Diese wurden dann auf der Basis von Fallkonferenzen, Ent- wicklungsberichten und Selbsteinschätzungen der Jugendlichen in einen sogenannten Risikoindex, der zur Einstufung einzelner Risikofaktoren dient, eingeteilt. Zu den Risiko- faktoren zählten objektiv bewertbare Faktoren, wie Arbeitslosigkeit, Trennung/ Scheidung der Eltern, Schulwechsel oder schlechte Wohnverhältnisse sowie subjektiv zu wertende Faktoren, wie Alkoholprobleme, elterliche Konflikte oder Vernachlässigung. Die For- schungsgruppe unterteilte die Jugendlichen in zwei Vergleichsgruppen: 66 Jugendlichen, die bei hohen Risikobelastungen als resilient eingestuft wurden und 80 Jugendliche aus den selben Heimrichtungen mit gleichwertiger Risikobelastung, die starke Verhaltensauf- fälligkeiten zeigten. In beiden Gruppen waren etwa drei Fünftel Jungen und zwei Fünftel Mädchen. Mittels unterschiedlicher Untersuchungsmethoden (Interviews, Fragebögen, Tests usw.) wurden beide Gruppen nach folgenden vier Kriterien untersucht: 1. Biographi- sche Belastung und Risikobedingungen; 2. Problemverhalten bzw. Erlebens- und Verhal- tensstörungen; 3. personelle und 4. soziale Ressourcen.
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OPUS 4 | Nutzung mobiler Medien : Struktur und Ordnung - drei Projektberichte

OPUS 4 | Nutzung mobiler Medien : Struktur und Ordnung - drei Projektberichte

Was im öffentlichen Stadtverkehr als angemessen oder erwünscht definiert wird, kann über Symbole austariert werden. Vor allem im Kontext der Kommunikation nehmen mobile Medien dabei eine be- deutende Rolle ein. Sie selbst agieren als Symbol bzw. nonverbales Signal im Rahmen der Kommu- nikation. Dabei sind nicht alle klassische wie auch digitalen mobilen Medien gleichermaßen mit ei- ner homogenen Symbolik besetzt. Als ein, im öffentlichen Raum des Stadtverkehrs etabliertes Sym- bol gegen den Beginn einer Kommunikation können beispielsweise die Stöpsel im Ohr benannt wer- den. Auch das aufgeschlagene Buch signalisiert Dritten, dass kein Gespräch eröffnet werden soll. Keine anderen mobilen Medien übernehmen eine derartige Bedeutung. Die Art der Nutzung von mobilen Medien, insbesondere digitale mobile Medien wie das Handy oder Smartphone, kann aller- dings auch missverständliche bzw. unklare Signale an Dritte aussenden. Insbesondere wenn deren Funktion des Telefonierens verwendet wird.
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OPUS 4 | Stopp Stalker: Strategien der Unterstützung betroffener Frauen in Hessen

OPUS 4 | Stopp Stalker: Strategien der Unterstützung betroffener Frauen in Hessen

32 Direkte Beratung kann durch die Polizei bzw. Anwälte erfolgen oder durch psychosoziale Hilfeeinrichtungen. Professionelle psychosoziale Unterstützung in Form einer Beratung oder auch einer Therapie wird von eini- gen Frauen, denen Stalking widerfahren ist, bereits relativ früh während des Stalkings aufgesucht, von ande- ren erst nach einer längeren Phase des Stalkings oder gar nicht. Die Information über das Hilfeangebot kommt aus dem sozialen Netzwerk, der indirekten Hilfesuche oder über die Polizei. Ob das professionelle Hilfesystem aufgesucht wird, scheint auch vom Rat aus dem informellen Hilfesystem des Freundeskreises abhängig zu sein. Die Hemmschwelle bei den Betroffenen, direkte Beratung in Anspruch zu nehmen, ist hö- her, als sich zunächst über das Thema eigenständig z. B. über das Internet zu informieren. Die höhere Hemmschwelle führt dazu, dass Betroffene teilweise erst dann direkte Beratung in Anspruch nehmen, wenn sie von dem Stalking massiv in ihrem Alltag beeinträchtigt sind oder körperlich von dem Stalker attackiert werden. Oft erhoffen sich die Betroffenen durch das Einschalten der Polizei und Justiz, Schutz vor dem Täter zu erhalten. Die in der Literatur diskutierte Auffassung (Bader 2010), dass Betroffene erst dann vermehrt professionelle Hilfe aufsuchen, wenn bereits ein erhebliches Ausmaß an gesundheitlichen Beeinträchti- gungen aufgetreten ist, wird vom Hilfesystem indirekt bestätigt.
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OPUS 4 | Elektronische Struktur epitaktischer Chalkopyrite und deren Heterokontakte für die Photovoltaik

OPUS 4 | Elektronische Struktur epitaktischer Chalkopyrite und deren Heterokontakte für die Photovoltaik

struktion der Zinkblendestruktur, die f¨ ur gestufte Substrate in eine c(2×1)-Rekonstruktion mit einer Dom¨ ane ¨ ubergeht [104]. Eine der Chalkopyritordnung entsprechende Oberfl¨ a- chenrekonstruktion konnte dagegen bisher nicht nachgewiesen werden. Die beobachteten Rekonstruktionen entsprechen dagegen einer h¨ oheren Symmetrie und damit einer kleineren Oberfl¨ acheneinheitszelle als die Chalkopyritordnung erwarten ließe. Daher sind die oben ge- zeigten Daten die bislang einzigen, die eine Chalkopyritordnung der Oberfl¨ ache belegen. Die (111)-Oberfl¨ ache in Halbleitern mit kubischem Kristallgitter zeigt beispielsweise in Ger- manium eine c(4 × 2)-Rekonstruktion. Diese tritt innerhalb der c(2 × 8)-Ordnung, die als koh¨ arente Kombination von (2×2) und c(4×2) Adatomen [105] aufgefasst werden kann auf. Die (111)-Oberfl¨ achen bin¨ arer Halbleiter bilden h¨ aufig eine (2 × 2)-Rekonstruktion wie in GaAs [98, 106] aus. Diesen Beispielen gemeinsam ist, dass sich die Oberfl¨ acheneinheitszelle durch die Rekonstruktion vergr¨ oßert und die Oberfl¨ achenenergie gr¨ oßer als f¨ ur die unpola- re (110) zb -Oberfl¨ ache ist. Dagegen ist die rekonstruierte CuInSe 2 (112)-Fl¨ ache energetisch
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OPUS 4 | Elektronische Struktur dünner Halbleiterfilme (Chalkopyrite) als Absorbermaterialien für Dünnschichtsolarzellen

OPUS 4 | Elektronische Struktur dünner Halbleiterfilme (Chalkopyrite) als Absorbermaterialien für Dünnschichtsolarzellen

Treten in dem von einer LEED- Untersuchung erfassten Bereich statistisch verteilt, also zu gleichen Anteilen, Domänen der unterschiedlichen Orientierung auf, so überlagern sich die Beugungsreflexe der einzelnen Domänen zu gleichen Teilen. Abbildung 5.19 zeigt, dass sich bereits nach zweimaliger Rotation und Überlagerung der gedrehten Gitter eine sechszählige Symmetrie zeigt. Betrachtet man die dargestellten drei Lagen, so fällt auf, dass an bestimmten Positionen bei jeder Drehung ein Gitterpunkt bzw. Reflex existiert. An Positionen mittig zwischen diesen stets vorhandenen Gitter- punkten bzw. Reflexen findet sich nur in jeweils einer der drei Orientierungen ein Reflex. Dies zeigt sich bei einer LEED- Untersuchung in einer unterschiedlichen Intensität der Reflexe. Hinzu kommt noch die für Chalkopyrit bekannte typische Dominanz der sechszähligen Reflexe gemäß einer Zinkblendeordnung. Demzufolge ergibt sich bei einer Chalkopyrit-Schicht mit einer statistischen, substratinduzierten Fehlorien- tierung ein LEED-Bild sechszähliger Symmetrie mit einer 4x4-Überstruktur, deren intensitätsstärkste Reflexe jedoch denen einer kubischen Sphalerit-Struktur mit einer 2x2- Überstruktur entsprechen.
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OPUS 4 | Die Struktur der deutschen Nominalphrase: Die HPSG-Analyse im B8-Fragment

OPUS 4 | Die Struktur der deutschen Nominalphrase: Die HPSG-Analyse im B8-Fragment

Daher wird hier keine Argumentreduktion im Sinne des Abbaus der ARG-ST-Liste angenommen, sondern lediglich eine Optionalität bezüglich der syntaktischen Realisierung der Argumente. Die im Lexikon der No- mina spezifizierte ARG-ST-Liste unterliegt nie einer Veränderung, d.h. sie involviert stets die gleiche Anzahl der synsem- Objekte, wovon das ob- liqueste der SYNSEM-Wert eines Determinators ist, und die restliche Li- ste s y n s e m - Werte der Argumente, deren c o n t e n t - Werte mit den a r g - Werten im CONTENT des Matrixnomens identisch sind, enthält. Ebenso bleibt die CONTENT-Struktur der Nomina in jedem syntaktischem Kon- text konstant.
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OPUS 4 | Untersuchungen zur Struktur und Dynamik des Typ-I-Interferon-Rezeptors

OPUS 4 | Untersuchungen zur Struktur und Dynamik des Typ-I-Interferon-Rezeptors

Die Messungen der Fluoreszenzänderung nach Zugabe eines Komplexes aus IFN α 2-HEQ und der extrazellulären Domäne von ifnar2 zeigten, dass die konformationelle Änderun[r]

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Bedeutung und Struktur von Familienunternehmen in der Schweiz

Bedeutung und Struktur von Familienunternehmen in der Schweiz

A BBILDUNG 4: A NZAHL DER G ESELLSCHAFTER Die Abbildung 5 (auf Seite 11) zeigt, dass die Familie lediglich in 2,7% aller Fälle weniger als 50% des Kapitals in Familienunternehmen hält. Andererseits zeigt die Abbildung auch, dass 29 Nicht-Familienunternehmen (= 15% der Nicht-Familienunternehmen) noch immer die Familie 50% und mehr des Kapitals hält, auch wenn diese nicht als Familienunternehmen qualifiziert wurden, da sie im Rahmen des Managements und/oder der Aufsichtsfunktion keinen respektive zu wenig Einfluss auf das Unternehmen ausüben können, wie dies von der Formel zur Berechung des SFE verlangt wird (vgl. dazu Abbildung 1, S. 3). Dieser Anteil ist überraschend hoch, insbesondere im Vergleich zur Situation in Deutschland, wo dieser Anteil im Durchschnitt bei 10% liegt. 23 Eine mögliche Erklärung dazu liegt in der für die
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OPUS 4 | Umsetzung der Neuerungen der StVO in die straßenverkehrsrechtliche und straßenbauliche Praxis

OPUS 4 | Umsetzung der Neuerungen der StVO in die straßenverkehrsrechtliche und straßenbauliche Praxis

Bild 4.16: Anwendung der neuen StVO-Elemente zum Radverkehr vor und nach der Novelle (Städte) 14 Die Erkenntnisse aus der Planungs- und Verwaltungspraxis vor Ort legen nahe, dass die dafür notwendigen Daten in den Planungsämtern gar nicht vorliegen. Vergleichbare Erkennt- nisse ergaben sich beispielsweise auch in dem Modellvor- haben „Mensch – Stadt – Verkehr – Umwelt. Kommunale Agenda 21 – Nachhaltige Mobilität“, in dem es um die Defi- nition von Qualitätszielen zu Mobilität und Verkehr und deren Quantifizierung mittels Indikatoren ging; Daten zum realisier- ten Umfang der Verkehrsinfrastruktur (z. B. Länge und Brei- te von straßenbegleitenden Radverkehrsanlagen, Länge der Straßen in Tempo 30-Zonen, Lage und Anzahl von Fußgän- gerüberwegen) lagen in den beteiligten Modellstädten nicht vor, sondern mussten aufwändig ermittelt werden. Vgl. Um- weltbundesamt (Hrsg.): Kommunale Agenda 21 – Ziele und Indikatoren einer nachhaltigen Mobilität: Anwendung in der Praxis, Berichte 1/05, Berlin: Erich Schmidt Verlag 2005. 15 Zwei Städte geben keine Antwort zu dieser Frage; sie wur-
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