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Native Advertising und die Unabhängigkeit des Journalismus

Native Advertising und die Unabhängigkeit des Journalismus

Native Advertising gilt als neuer Bereich im Online Marketing und wird inzwischen sowohl im Content Marketing angewendet als auch von Verlagshäusern und Zeitungen angeboten. Die Werbeform kann als Hybridprodukt gesehen werden, da es die Verlagswelt und die Werbewelt in Form des Online Marketings miteinander verbindet, sodass bereits neue Berufsbezeichnungen wie beispielsweise Online Redakteur für Native Advertising entstanden sind. Ob diese Person in einem Verlag oder einer Werbeagentur arbeitet, lässt sich anhand der Berufsbezeichnung nicht erkennen, da sie in beiden Bereichen angesiedelt sein könnte. Die Verlagshäuser passen sich heutzutage verstärkt an den Werbemarkt an, da sie aufgrund der zurückgehenden Printauflagen auf die Einnahmen durch geschaltete Werbeanzeigen angewiesen sind. Um sich die Werbeeinnahmen stetig zu sichern, bieten sie den Werbekunden stets aktuelle Werbemöglichkeiten wie beispielsweise Native Advertising an. Da es bei dieser Werbeform jedoch darum geht, dass der Text optisch und inhaltlich an die jeweilige Webseite angepasst ist, werden die Texte oftmals im Verlag selbst produziert und werden in einigen Fällen auch von ausgebildeten Journalisten geschrieben. Das ruft viele Kritiker auf den Plan, die an die Journalisten-Ethik appellieren und die Unabhängigkeit des Journalismus bewahren wollen. Allerdings ist es in vielen Fällen so, dass fast alle Journalisten, insbesondere Freie Journalisten, auf die Produktionsaufträge für bezahlte Native Artikel angewiesen sind, da sie ansonsten nicht von ihrem Gehalt leben könnten.
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Wenn Medienarbeit flügge wird – Diagnosen und Prognosen zur Zukunft von Interdependenz und Unabhängigkeit zwischen Public Relations und Journalismus in der digitalen Kommunikation

Wenn Medienarbeit flügge wird – Diagnosen und Prognosen zur Zukunft von Interdependenz und Unabhängigkeit zwischen Public Relations und Journalismus in der digitalen Kommunikation

auswirken und auch in Zukunft auswirken werden. Ziel der Trendanalyse ist es die genauen Gründe für eine eventuelle Veränderung zwischen den Systemen aufzudecken, die besonders durch den Zugang zum Internet entstehen. Welche konkreten Kommunikationsmöglichkeiten ergeben sich für die beiden Berufsfelder durch das Internet? Eine weitere Forschungsfrage wird sein, ob sich Prognosen finden lassen, die Aussagen über das Machtverhältnis in der Zukunft treffen können. Kommt es nur zu einer Machtverschiebung des Abhängigkeitsverhältnisses zwischen Journalismus und PR zum Vorteil des einen und Nachteil des anderen oder werden beide Systeme zukünftig unabhängig voneinander arbeiten, weil die Rahmenbedingungen es zulassen? Für wen werden sich positive und für wen eher negative Folgen ergeben? Gibt es einen Gewinner und einen Verlierer? Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch die Folgen und Änderungen in Bezug auf das eigentliche Berufsbild. Aus den genannten Fragen ergibt sich eine zentrale Forschungsfragestellung: Diagnosen und Prognosen zur Zukunft von Interdependenz und Unabhängigkeit zwischen Public Relations und Journalismus in der digitalen Kommunikation.
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MEDIEN UND JOURNALISMUS

MEDIEN UND JOURNALISMUS

Die Medien würden ihrer Aufgabe besser gerecht werden, griffen sie ak­ tiver, noch kritischer und zugleich fundiert und ernsthaft in die politischen, sozialen und ökonomischen Auseinandersetzungen ein und befreiten sich von ihrer Finanzierungsquelle, der Regierungswerbung. Die wirtschaftliche D e­ zentralisierung kann eine politische nach sich ziehen, wenn sie eingefordert wird. Die Initiative muß allerdings von den Medien ausgehen und vom Pu­ blikum mit getragen werden. Ein M ehr an finanzieller Unabhängigkeit kann ihnen ein M ehr an politischer Freiheit verschaffen. Dazu müßten sie aller­ dings die Zeichen der Zeit richtig zu deuten verstehen.
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Spieltheoretische Überlegungen zum digitalen Journalismus

Spieltheoretische Überlegungen zum digitalen Journalismus

Zweitens zeigt der Beitrag am Beispiel des Postens von Clickbait auf sozialen Plattformen, dass Dilemma- auslösende Entscheidungen unter Unsicherheit spieltheoretisch gemäß Chen (2020) sowie Chen et al. (2019) als ein experimentelles Revisionsspiel auf unbekannte Schwellenwerte beim Publikum beziehungsweise bei einer regulativen Instanz konzipiert werden können. Jedoch kann das Spiel nicht isoliert ohne seine Vorgeschichte und seinen Kontext betrachten werden. Dabei lösen Kurationsalgorithmen von sozialen Plattformen und Wettbewerbsverhalten eine Anpassung im Sinne des institutionellen Isomorphismus innerhalb des Journalismus aus (Caplan & boyd, 2018; DiMaggio & Powell, 1983). Somit kann kollektives Verhalten von Nachrichtenorganisationen und ihr Nachrichten- angebot vor dem Hintergrund von Plattformabhängigkeit und Kurationsalgorithmen erklärt werden. Am Beispiel des Postens von Clickbait, des Angebots von automatisierten Inhalten oder der Menge an Native Advertising kann zukünftige empirische Forschung isomorphe Tendenzen innerhalb des Journalismus aufzeigen und eruieren, inwieweit Kurationsalgorithmen dabei Anpassungsdruck ausüben.
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MOnAMi | Native Advertising versus Werbeignoranz : ist Native Advertising nur ein neuer Trend oder eine revolutionäre Marketingmaßnahme gegen die heutige Werbeignoranz?

MOnAMi | Native Advertising versus Werbeignoranz : ist Native Advertising nur ein neuer Trend oder eine revolutionäre Marketingmaßnahme gegen die heutige Werbeignoranz?

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zu Native Advertising, die davor warnen die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens und der Marke aufs Spiel zu setzten, wenn der Leser sich durch einen gesponserten Beitrag getäuscht fühlt oder das Werbeversprechen nicht eingehalten wird. Bei Native Ads, die als “Sponsored” gekennzeichnet sind, ist die Wahrscheinlichkeit des Vertrauensverlustes geringer. Im mobilen Bereich ist die Akzeptanz der Werbebotschaft noch geringer als auf dem Desktop-Computer. Native Advertising Studien zeigen jedoch, dass die Berfragten Native Ads gegenüber aufgeschlossner sind und eher bereit sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen als mit Display Werbung. Da die Beiträge sich unauffällig im Feed eingliedern, kann der Nutzer selbstständig entscheiden ob er diesen Inhalt lesen möchte. Das Gefühl der Kontrolle über den Konsum von Werbung erweckt wieder sympathie gegenüber Werbotschaften. Des Weitern kann die Kontrolle über die Werbeeinblendung möglichen Vertrauensverlust revidieren. Mit Pop-Ups und blinkenden Banner fühlt sich der Internetnutzer von Werbung bedrängt und hat bisher nur die Möglichkeit gehabt diese zu ignorieren oder wegzuklicken. Erst mit der Einführung von Adblockern hatten Onlineuser wieder ein Stück der Kontrolle zurückgewonnen und ebnete den ersten Schritt hin zur Werbeignoranz. Nur Native Ads haben hierbei einen Vorteil und können aufgrund ihrer Aufmachung Adblocker umgehen und den User mit nützlichem Content erreichen. Im Journalismus wird eine klare Trennung zwischen Native Advertiisng und redaktionellen Inhalten bevorzugt, um den Qualitätsanspruch des Contents nicht durch Werbebotschaften zu mindern. Dennoch kann nicht geleugnet werden, dass Publisher durch Native Advertising mehr Resonanz erfahren und die Leserzahl nach oben gepusht wird. Native Ads gehören bei bekannten Publischer, wie die New York Times, bereits zum seriösen Journalismus, um bestimmte Themen ansprechend an vor allem junge Zielgruppe rüberzubringen.
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Über europäische Öffentlichkeit und europäischen Journalismus

Über europäische Öffentlichkeit und europäischen Journalismus

Mediensektor Vielfalt und Wettbewerb gefährden. Sie sollte aber auch dazu beitragen, dass europaweit Infra- strukturen entstehen, die gerade jetzt unter den schwie- rigen ökonomischen Rahmenbedingungen dem Jour- nalismus in Europa zu einem soliden professionellen Fundament verhelfen. Um das zu bewirken, sollte sich die EU zur Regel auferlegen, für jeden Euro, den sie für Wer- bung und PR-Aktivitäten – bis hin zur Manipulation von Umfragen (Kühn 2012) – ausgibt, zwei Euro in einen Fonds zur Finanzierung solcher Infrastrukturen einzu- zahlen. Das würde dem Journalismus aufhelfen und den Aufwand der EU für Selbstbeweihräucherung mit Steu- ergeldern auf ein erträgliches Ausmaß reduzieren.
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Journalismus und Frieden - Aufgaben der Konfliktberichterstattung

Journalismus und Frieden - Aufgaben der Konfliktberichterstattung

Die öffentliche Aufgabe der Medien ist in rechtlichen und professionalen Normenkatalogen ausformuliert worden. Die Verantwortung der Konfliktberichterstattung für den Frieden lässt sich aus diesen Grundlagen ableiten. Normen, die auf nationaler und internationaler Ebene festgelegt wurden, bieten Orientierungspunkte auch für den Journalismus. In Deutschland definieren das Grundgesetz, Landesmediengesetze und verschiedene Urteile des Bundesverfassungsgerichts u.a. folgende Funktionen: Medien sollen Information und Orientierung bieten, sie sollen ein Forum sein für verschiedene Meinungen und selbst Kritik und Kontrolle ausüben gegenüber der Regierung. [1] Damit sollen sie die Meinungsbildung der Bürger ermöglichen. Mit diesen Funktionen legt Journalismus den Grundstein für das Funktionieren einer Demokratie: Legitimation politischer Herrschaft wird in einem ständigen Erneuerungsprozess durch politische Kommunikation erzeugt (vgl. Schulz 1997, 87).
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Die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank

Die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank

4.2 Die EZB-Maÿnahmen und Zentralbankunabhängigkeit Im Kapitel 2.2.2 wurde ausgeführt, dass die Glaubwürdigkeit einer Zentralbank ent- scheidend für die Beibehaltung ihrer formalen Unabhängigkeit ist. Verliert sie signi- kant an Glaubwürdigkeit, schwindet die politische Akzeptanz dieser Unabhängigkeit, die formale Unabhängigkeit der Zentralbank ist dann in Gefahr. Abbildung 1 zeigt, dass die EZB zur Zeit der Finanzkrise an Vertrauen in der Bevölkerung verloren hat. Hatte im März 2008 die Mehrheit der Bevölkerung in der Europäischen Union noch eher Vertrauen in die EZB, el dieser Wert im Oktober 2008 unter die Mar- ke von 50 %. Hierzu beigetragen haben könnte, dass die Hauptintention der EZB bei der Ergreifung ihrer Maÿnahmen in der Finanzkrise die Bekämpfung systemi- scher Risiken war. Der mögliche Zusammenbruch groÿer Teile des Bankensektors sollte verhindert werden, die EZB hat als Lender of Last Resort (LoLR) für Ban- ken agiert. Dies könnte die Glaubwürdigkeit der EZB in Mitleidenschaft gezogen haben, da sie für diese LoLR-Funktion kein explizites Mandat hat. Die Senkung der Bonitätsanforderungen für Wertpapiere, und damit auch für Staatsanleihen, die die EZB als Sicherheit akzeptiert, verbessert die Renanzierungsmöglichkeiten der ent- 15 Für eine ausführliche Beschreibung der Reaktion der EZB auf die Finanzkrise siehe z. B.
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Währungsstabilität und Unabhängigkeit der Notenbank

Währungsstabilität und Unabhängigkeit der Notenbank

Wie die innenpolitischen Dis­ kussionen in den letzten M onaten gezeigt haben, steht aber die Frage um zweckentsprechende u n d auch unpopuläre M aßnahm en zur Auf- rediterhaltung der W äh ru n g ssta­ bilität in unm ittelbarem Zusam ­ menhang m it d er F rage um die Unabhängigkeit der N otenbank. Die klare Forderung des P räsiden­ ten der BdL sollte allen P olitikern als W arnung dienen, die m it dem Gedanken spielen, sich die Zen­ tralbank als ein bequem es In stru ­ ment zur Erreichung ih rer w irt- schafts- und sozialpolitischen Wüüsche gefügig zu machen. Es kann nur der S tabilität der ganzen Wirtschaft dienen, w enn im Ge- woge der parlam entarischen M ei­ nungen eine w esentliche W irt­ schaftsgröße, w ie sie die W ährung darstellt, der K om prom ißbereit­ schaft entzogen bleibt. (h)
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Lineare Unabhängigkeit, Erzeugnis

Lineare Unabhängigkeit, Erzeugnis

Aufgabenkatalog Algebra – Sommersemester 2019 Aufgaben zum Thema Lineare Unabhängigkeit, Erzeugnis Dr.. Anton Malevich, Leonard Bechtel, Julian Maas Aufgabe 1 (1).[r]

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Aufgaben zur stochastischen Unabhängigkeit 

Aufgaben zur stochastischen Unabhängigkeit 

Stellen Sie für den beschriebenen Sachverhalt eine vollständige Vierfeldertafel auf, bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses und interpretieren Sie E 4 im[r]

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Unabhängigkeit und bedingte Wahrscheinlichkeit

Unabhängigkeit und bedingte Wahrscheinlichkeit

Fehler 1. Art : Der Patient hat die betreffende Krankheit, sie wird aber nicht erkannt. Art : Der Patient ist gesund, wird aber für krank erklärt. Wie groß sind die Wahrscheinlichkeiten [r]

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Aufgaben zur linearen Unabhängigkeit

Aufgaben zur linearen Unabhängigkeit

Das Bild zeigt einen Quader ABCDEFGH. M ist der Mittelpunkt des Rechtecks ADHE. M ist der Mittelpunkt des Rechtecks ADHE. Wählen Sie für die folgende Rechnung geeignete Basisvektoren[r]

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Übungsblatt Unabhängigkeit - Lösungen

Übungsblatt Unabhängigkeit - Lösungen

Im Rahmen der sogenannten JIM-Studie wurde in Deutschland im Jahr 2012 der Umgang von Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren mit Information und Medien untersucht. In der folgen[r]

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Erzeugendensysteme  und lineare Unabhängigkeit

Erzeugendensysteme und lineare Unabhängigkeit

Was „erzeugen“ Linearkombinationen von Vektoren?. Bereits bekannt ist:.[r]

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Alleinerziehen - zwischen Unabhängigkeit und Abhängigkeit

Alleinerziehen - zwischen Unabhängigkeit und Abhängigkeit

net und die individuellen Handlungschancen für Frauen in West und Ost erhöht (Ostner 1995; Mädje/Neusüß 1994). Dabei dürfen die engen Grenzen für die Realisierung individu¬ eller Lebense[r]

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Übungen zur stochastischen Unabhängigkeit

Übungen zur stochastischen Unabhängigkeit

Das Ergebnis B bedeutet, dass die ausgewählte Person mindestens eine halbe Tafel Schokolade pro Tag isst.. 300 der Frauen fühlen sich gestresst.[r]

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MOnAMi | Grenzen des Undercover-Journalismus

MOnAMi | Grenzen des Undercover-Journalismus

Versuche von Firmen, teils auch auf Initiative von Anwaltskanzleien selbst, missliebige Undercover-Journalisten mit Schadensersatzklagen zu bekämpfen. Langfristig spielen daher in Unternehmen und Verlagen sicherlich auch Überlegungen eine Rolle, inwieweit sich Undercover-Reportagen noch lohnen, wenn mit langwierigen und kostenaufwendigen Folgeprozessen zu rechnen ist. 46 Eine untergeordnete Rolle spielen dabei auch Ansprüche auf Gegendarstellungen, die in den jeweiligen Landespressegesetzen geregelt sind. Demnach darf eine von einem Bericht betroffene Person oder Organisation sich im selben Medium an vergleichbarer Stelle und in vergleichbarer Aufmachung kostenlos artikulieren, beziehungsweise etwas richtig stellen dürfen. Dies kratzt zum einen am Prestige eines Medienunternehmens, da der Leser automatisch die Recherchequalität des Mediums in Frage stellt, und zum anderen wird dadurch Veröffentlichungsfläche vergeudet. Allerdings kommt es nur selten, in Fällen des Undercover-Journalismus bislang noch nie, zu einem Antrag bzw. zur Durchsetzung desselben, da die juristischen Hürden nicht unbedeutend sind. 47
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Die Innovationslandschaft des Journalismus in Deutschland

Die Innovationslandschaft des Journalismus in Deutschland

Insgesamt sind Universitäten, Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen im deutschen Journalismus bisher kaum durch den Transfer bedeutsamer Grundlagenforschungen bzw. Innovationsleistungen in die Medienpraxis (im Sinne der in Abschnitt 2.2 entwickelten Differenzierung) aufgefallen. Es kann angeführt werden, dass dies nicht zu ihren Aufgaben zäh- le. Gleichwohl ist die Journalistik seit ihrer universitären Institutionalisierung in den 1970er Jahren in Deutschland als ein zentrales Bindeglied zwischen Wissenschaft und Journalismusausbildung angelegt (vgl. Schneider und Buschow, 2018). Aufgrund der erheblichen Veränderung ihres Gegenstandes fällt es der Disziplin möglicherweise zunehmend schwerer, Anwendungswissen für die Praxis zur Verfügung zu stellen. So kritisiert etwa die Journalistin Anne Kunze (2012) – im Einklang mit Vertretern des Faches (vgl. Krotz, 2014; Rühl, 2011) –, die Journalistik stelle „stets dieselben Fragen“, entfalte wenig Innovationskraft und unterstütze kaum bei der praktischen Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen. Dass praxisnahe Innovationsentwicklung auch in deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen möglich ist, zeigt allerdings die lokale Nachrichtenplattform molo.news (Hepp und Loosen, 2019a). Sie aggregiert Nachrichten und Events von verschiedenen Anbietern aus der Region Bremen und ist in Kooperation zwischen dem Zentrum für Medien-, Kommu- nikations- und Informationsforschung (ZeMKI) der Universität Bremen, dem Institut für Informationsmanagement Bremen, dem Leibniz-Institut für Medienforschung (Hans-Bredow-Institut) in Hamburg sowie Praxispartnern aus der Region Bre- men entwickelt worden, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
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Kontext für den (mobilen) Journalismus der Zukunft

Kontext für den (mobilen) Journalismus der Zukunft

Eine aktuelle systematische Literaturauswertung zeigt: Bezogen auf Kontext-Marketing steht in einer Stichprobe von 83 in den Datenbanken „Web of Science“ und „Scopus“ gespeicherten wissenschaftlichen Beiträgen „Mobile Advertising“ (12), „Advertising“ (10), „Location-Based Advertising“ (10) im Ranking der angegebenen Schlüsselwörter ganz oben (Krusch 2020, 53). „Kontext“ ist damit zumindest in der Wissenschaft nicht nur Marketing- sondern im Wesentlichen auch ein Medienthema. Nun ist „Kontext“ ein vergleichsweise weit zu fassender Begriff (vgl. Abowd & Dey, 1999, 304; Bulander & Fries, 2015, 232; Bauer et al., 2008, 207), wobei zumeist physikalische Umwelt – also Ort, Zeit und Umgebung – sowie personenspezifische Daten wie Identität und momentane Aktivität unterschieden werden (Bulander & Fries, 2015, 230). Die Vielfalt der Kontextinformationen kann hier mit Ferscha (2007, 7), der in geografischen, zeitlichen, sozialen, organisatorischen und den Benutzerkontext unterscheidet, sowie mit Grifoni et al. (2018, 68), der persönliche von technischen, räumlichen, sozialen und physischen Informationen scheidet und mit Buhalis und Foerster (2015, 2) begegnet werden, sie alle öffnen einen weiten Raum zur Nutzung und Verarbeitung kontextbezogener Informationen. Dies wird zum Einstieg in diesen Beitrag gesondert herausgestellt, weil sich daran zeigt, dass die folgenden Seiten lediglich „an der Oberfläche kratzen“. Sie beschränken sich auf einen kleinen Ausschnitt kontextbezogener Datensammlung, -auswertung und -nutzung, und sie zeigen – dies sei hier schon vorweggenommen – auch für diesen Bereich, eine im Medienmanagement ausgesprochen verhaltene Ausschöpfung von Kontextinformationen. Dieser Beitrag beschränkt sich auf externe Kontextinformationen (nach Buhalis & Foerster, 2015, 2) und konzentriert sich auf Informationen über Ort und Zeit, genauer auf „Location-based Services“. Schon allein bezogen auf diese Faktoren, zeigt sich für die publizistisch-informational orientierte Medienkommunikation ein zurückhaltendes Interesse. Das ist umso erstaunlicher, da man in einer
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