Nach oben pdf Literarisches Lernen in der Grundschule. Zwei empirische Studien im Vergleich

Literarisches Lernen in der Grundschule. Zwei empirische Studien im Vergleich

Literarisches Lernen in der Grundschule. Zwei empirische Studien im Vergleich

Ertragreicher ist die Perspektive auf die Leistungsgruppen, die im Anschluss an VERA in Orientierung auf das pragmatisch ausgerichtete Modell der Lesekompe- tenz gewonnen werden. Hier zeigt sich, dass es keinen systematischen Zusammen- hang der Leistungsverteilung im Vergleich von Lesekompetenz und literarischem Verstehen gibt; dass also leistungsstarke Lesende nicht automatisch auch erfolg- reich beim literarästhetischen Textverstehen sind. Damit deutet sich auch in dieser Studie an, dass es sich hier um zwei verschiedene Kompetenzkonstrukte handelt. Dieses Ergebnis ist zwar aufgrund der kleinen Stichprobe mit einiger Vorsicht zu behandeln, kann aber einen wichtigen Impuls bieten, auch im Deutschunterricht der Grundschule den vielfach geforderten weiteren Blick über das Konstrukt der Lese- kompetenz hinaus auch weiterhin zu kultivieren und zunehmend normativ zu unter- setzen. Die Klärung der Frage, ob dafür Kompetenzmodelle zielführend sind, muss – so sie denn bedeutsam erscheint – späteren Forschungen vorbehalten bleiben. Auch Felix Heizmanns Dissertation ist in einem größeren, der Literaturdidaktik gut bekannten Projektkontext verortet: Seine Arbeit entstand im Spektrum der For- schungen um das Heidelberger Modell des Literarischen Unterrichtsgesprächs 2
Mehr anzeigen

10 Mehr lesen

Literarisches Lernen im Spiegel internationaler Forschung

Literarisches Lernen im Spiegel internationaler Forschung

Empirische Arbeiten zum Zusammenhang von Angebotsmerkmalen und Wirkungen (Abb. 1) gibt es in der deutschen Literaturdidaktik nach wie vor nur wenige. Die verbreitete Auffassung, dass für literarisches Verstehen offene Zugänge und der Verzicht auf Lenkung das Mittel der Wahl seien, haben Heins (2017) und Steinmetz (2020) auf den empirischen Prüfstand gestellt. Beide untersuchen die Wirkungen unterschiedlicher Aufgabenmerkmale u. a. auf die Textver- stehensprodukte von Schülerinnen und Schüler. Ihre Studien sind also keine Arbeiten zur lite- rarischen Gesprächsführung. Sie können in Bezug auf literarische Gespräche dennoch interes- sant sein, wenn man Zabkas Auffassung folgt, dass Kriterien der Aufgabenbeschreibung auch auf Gesprächsimpulse von Lehrpersonen im Gespräch anwendbar sind (Zabka, 2015a, 2020b). Bei aller Unterschiedlichkeit der Untersuchungsansätze von Heins und Steinmetz zeigt sich doch, dass Lenkung oder ‚Support‘ über Aufgabenstellungen zu besseren Lernergebnissen führt, und zwar bei schwächeren Lernenden (Heins, 2017) wie bei fortgeschritteneren (Steinmetz, 2020). Steinmetz findet außerdem heraus, dass aufgabenergänzender Support das Lernerleben positiv beeinflusst. Ob die Befunde von Heins und Steinmetz im Widerspruch zu den Ergebnissen von Seyler stehen, müsste man weiter diskutieren. Wenn ich es richtig ver- stehe, sprechen Seylers Befunde gegen die Erzeugung eines ‚Tunnelblicks‘ in einer frühen Phase der Textbegegnung, nicht aber gegen die prozessuale und auch inhaltliche Strukturie- rung der kooperativen Textarbeit.
Mehr anzeigen

16 Mehr lesen

Literarisches Lernen in der Förderschule. Eine qualitativ-empirische Studie zur literarischen Rezeptionskompetenz von Förderschülerinnen und -schülern in literarischen Unterrichtsgesprächen

Literarisches Lernen in der Förderschule. Eine qualitativ-empirische Studie zur literarischen Rezeptionskompetenz von Förderschülerinnen und -schülern in literarischen Unterrichtsgesprächen

Bedeutung, die die Schüler dem Sonntag beimessen. Dabei wird deutlich, dass der Sonntag in der Wahrnehmung der Kinder sowohl ein Tag der Erholung, aber auch ein Tag der Langeweile sein kann. So findet zum Beispiel Azem den Sonntag langweilig, weil es (--) kein Bock dann macht alleine äh so weggehen oder so B4 107 oder weil man nichts machen kann, da die Geschäfte geschlos- sen sind. Andererseits können sie die Äußerung des Ich-Erzählers gut nachvoll- ziehen, wenn sie wie Darius und Karsten begründen, warum das Ich sonntags keine Lust hat: weil man Ding weil man da ausruhen will B4 87 und weil man am nächsten Tag zur Schule muss und dann will man halt nichts (-) machen B4 94 . Die Möglichkeit, sich über die Fragen des Vaters dem zu nähern, was keine Lust bedeutet, wird einzig von Herrn Fleck wahrgenommen. Er zitiert die Stelle im Gespräch und fragt: was m was meint der V hei was meint der Vater mit diesem Vergleich F1 124f . Ismar versucht daraufhin im Dialog mit Herrn Fleck, sich der Bedeutung der Worte anzunähern. Nach einigen Versuchen bricht er allerdings seine Bemühungen ab (vgl. 4.3.3). In der Klasse von Frau Ortis wird diese Stelle überhaupt nicht thematisiert. In den anderen zwei Gesprächen werden die Fra- gen des Vaters angesprochen, allerdings nicht im Zusammenhang mit Über- tragungsversuchen, sondern das Irritationspotenzial, das diese Stelle bereithält, und die Funktion der Fragen für den weiteren Verlauf der Erzählung kommen zum Ausdruck. Julia bezeichnet die Fragen des Vaters (2) als Gedicht B4 50 . Offenbar hat sie wahrgenommen, dass diese Stelle sprachlich besonders gestal- tet ist und sich vom restlichen Text unterscheidet. Vermutlich verfügt sie über ein Textmuster „Gedicht“, zu dem als ein Merkmal die herausgehobene Sprache gehört, und wendet dieses hier an. Indem sie das Andersartige so klassifiziert, gelingt es ihr, die von dieser Stelle ausgehende Irritation zu bewältigen.
Mehr anzeigen

329 Mehr lesen

Lernen in der inklusiven Grundschule. Zusammenhänge zwischen fachlichen Kompetenzen, Sozialklima und Facetten des Selbstkonzepts

Lernen in der inklusiven Grundschule. Zusammenhänge zwischen fachlichen Kompetenzen, Sozialklima und Facetten des Selbstkonzepts

Überblicksarbeiten, in denen Facetten des Selbstkonzepts von inklusiv lernenden Kindern betrachtet wurden, ergaben deutliche Unterschiede im akademischen Selbstkonzept zwischen Kindern mit und ohne SPF innerhalb einer Klasse (Zeleke, 2004; s.a. Pijl & Frostad, 2010). Bezogen auf das soziale Selbstkonzept ergeben sich unterdessen inkonsistente Ergebnisse. So berichtet Zeleke (2004), dass von den 30 Studien, die in die Analysen zum Vergleich von inklusiv lernenden Schülerinnen und Schülern mit und ohne SPF einbezogen wurden, 21 Studien (70%) keine Unterschiede zwischen den beiden Schülergruppen identifizierten. Darüber hinaus fanden sechs Studien (20%) niedrigere Ausprägungen im sozialen Selbstkonzept für Schülerinnen und Schüler mit SPF, zwei Studien (7%) berichteten hingegen über höhere Ausprägungen. In Anbetracht des häufig dargestellten
Mehr anzeigen

18 Mehr lesen

Berufspraktische Studien und Schulpraktika: Der Stand der Dinge und zwei Neuorientierungen

Berufspraktische Studien und Schulpraktika: Der Stand der Dinge und zwei Neuorientierungen

Ausbildung isoliert trainierbar. 5 Zu fragen ist allerdings, wie das intuitiv erworbene, grundlegende «Handwerk», das als Modelllernen aus der eigenen Schulzeit zumeist schon verinnerlicht ist, einer späteren kritischen Bearbeitung zugänglich gemacht werden kann. – Klärende Beiträge zur Lernwirkung dieser Techniken haben die gros- sen Anstrengungen der Prozess-Produkt-Forschung seit den 1950er-Jahren erbracht. Zahlreiche skills und microskills von Lehrpersonen wurden empirisch identifi ziert und auf ihre Effektivität hin untersucht. Dem berechtigten Einwand, es handle sich um dekontexualisierte und teils atomisierte Praktiken, die bisweilen auf überholten technologischen Vorstellungen von Lernen beruhten, ist entgegenzuhalten, dass einige Techniken und Schemata die Wahrscheinlichkeit des Lernerfolgs der Schülerinnen und Schüler nachweislich erhöhen (Rosenshine & Stevens, 1986; Hattie, 2009). Auch er- folgreich erprobte Unterrichtsdesigns (scripts) , wie sie z.B. in den TIMSS-Videostu- dien erforscht wurden, sind zum elementaren Handlungsvorrat von Lehrpersonen zu rechnen ( Reusser & Pauli, 2003) . 6
Mehr anzeigen

27 Mehr lesen

Empirische Studien zum Professionalisierungsprozess in den naturwissenschaftlichen Fächern der Lehramtsstudiengänge

Empirische Studien zum Professionalisierungsprozess in den naturwissenschaftlichen Fächern der Lehramtsstudiengänge

In der vorliegenden Untersuchung schätzten die Befragten ihre fachdidakti- schen Fähigkeiten anhand zehn abgefragter Standards zum gegenwärtigen Zeit- punkt des Referendariats signifikant größer ein als am Ende des Studiums. Auch Baer et al. (2007) zeigen, dass die Kompetenz-Selbsteinschätzung von Lehramts- studierenden im Vergleich vom ersten zum zweiten Jahr deutlich ansteigt, wobei überdurchschnittliche Zuwächse in den didaktischen Bereichen zu verzeichnen sind. Dieses Ergebnis wird gestärkt durch die Fragebogenstudie an Physikrefe- rendaren von Borowski, Olszewski und Fischer (2010), in der die Autoren fest- stellten, dass die Wissenszunahme an fachdidaktischem Wissen hauptsächlich in der zweiten Phase des Referendariats erfolgt und damit auch abhängig von der Unterrichtserfahrung innerhalb des Referendariats ist. Dies entspricht den Be- schlüssen zum Inhalt der beiden Phasen der Lehrerbildung der KMK (2008). Standards sind im Sinne des Leitbilds der Lehrperson als „reflective practicioner“ zentrale Anker für die kontinuierliche Professionalisierung von Lehrpersonen (Helmke, Goellner, Kleinbub, Schrader & Wagner, 2008). Auch Park und Oliver (2008) betonen, dass Reflexion (reflection in and on action) ein Hauptvehikel auf dem Weg der Lehrerprofessionalisierung ist. Ein Standard, der offensichtlich in beiden Ausbildungsphasen nicht befriedigend vermittelt wird, ist die Beurteilung und Erfassung von Schülerleistungen durch unterschiedliche Methoden, da die Fähigkeit dazu sowohl am Ende des Studiums als auch zum gegenwärtigen Zeit- punkt am geringsten eingeschätzt wird.
Mehr anzeigen

28 Mehr lesen

Die Assoziation zwischen Osteosonographiemesswerten und Atherosklerose in zwei großen populationsbasierten Studien

Die Assoziation zwischen Osteosonographiemesswerten und Atherosklerose in zwei großen populationsbasierten Studien

Zur Beschreibung der Studienpopulation wurde diese einmal nach Geschlecht in zwei Gruppen und einmal nach Geschlecht und dem Risiko für osteoporotische Frakturen in sechs Gruppen eingeteilt. Nominalskalierte Charakteristika wurden in Prozent und kontinuierliche Daten als Median, mit erstem bis drittem Quartil, angegeben. Gruppenunterschiede in den studienrelevanten Variablen wurden mittels Chi-Quadrat oder Kruskal-Wallis-Tests auf statistische Signifikanz geprüft. P-Werte <0,05 wurden als statistisch signifikant erachtet. Lineare und logistische Regressionsmodelle sowie Varianzanalysen (ANOVA) wurden angewandt um die Assoziationen zwischen den QUS-basierten unabhängigen Variablen (BUA, SOS, SI, Risiko für osteoporotische Frakturen) und den abhängigen Variablen (IMT, Plaques und ABI) zu untersuchen. Alle Analysen wurden für Männer und Frauen getrennt durchgeführt, da Geschlechterunterschiede bei dieser Fragestellung hinreichend bekannt sind [38,42,43]. Aus der ANOVA wurden adjustierte Mittelwerte mit 95% Konfidenzintervallen (KI), aus den linearen Regressionsmodellen ß-Koeffizienten mit Standardfehlern sowie p-Werten und aus der logistischen Regression Odds Ratios mit 95% KI berichtet. Die Modelle wurden für Alter, BMI, Rauchstatus, sportliche Inaktivität, riskanten Alkoholkonsum, Diabetes mellitus, Dyslipidämie, Hypertonie und bei Frauen zusätzlich für die Einnahme von Östrogenen (orale Kontrazeptiva oder menopausale Hormonersatztherapie) und den Jahren seit der Menopause adjustiert. Die Analysen zum ABI wurden gewichtet, um einem möglichen Selektionsbias entgegenzuwirken, da nur eine Subgruppe der Probanden an der ABI-Messung teilnahm. Inverse probability weights [44] basierend auf Geschlecht, Alter, Rauchstatus, Haushaltsäquivalenzeinkommen, systolischem Blutdruck, antihypertensiver Medikation, Diabetes mellitus, HbA1c, Triglyceriden, Gesamtcholesterol und BMI als erklärende Variablen wurden dazu ausgewählt. Die Analysen wurden mit SAS 9.4 (SAS Institute Inc., Cary, NC, USA) durchgeführt.
Mehr anzeigen

58 Mehr lesen

Empirische Studien zur Zivilgesellschaft: Stiftungen, Bibliotheken, Internet

Empirische Studien zur Zivilgesellschaft: Stiftungen, Bibliotheken, Internet

Im Vergleich der Erfassungsstände seit 1996 zeigen sich zwei Phänomene. Erstens baut der Typus „Privatperson“ auf hohem Niveau seine zentrale Bedeutung für das deutsche Stiftungswesen aus, mit 68,5 % in 2011 gegenüber 65,5% in 1996. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Verbänden und Vereinen als Stiftern im gleichen Zeitraum kontinuierlich an, nämlich von 7,1% auf 8,7%. Beides ist vor dem Hintergrund der Stiftungsrechtsreformen seit 2000 nicht überraschend. Diese adressierten in erster Linie den Privatstifter, sei es als klassischer Einzelstifter oder als Bürgerstifter. Die speziellen steuerlichen Anreize in Form zusätzlicher Spendenabzüge nur für Stiftertätigkeiten, die dabei von der Politik gegeben wurden, hatten als eine Nebenfolge, dass alle Vereine und Verbände unter Druck gesetzt wurden, die mehr oder weniger ambitioniert Fundraising betreiben. Da die stiftungsspezifischen, steuerlichen Anreize schon für Mittelschichten interessant sind, die über ein gutes Einkommen verfügen, ohne deshalb in der Regel als Einzelstifter auftreten zu können, macht es für spendensammelnde Verbände und Vereine Sinn, ein entsprechendes Zustiftungs-Angebot machen zu können.
Mehr anzeigen

44 Mehr lesen

Was man von zwei Qubits über Quantenphysik lernen kann: Verschränkung und Quantenkorrelationen

Was man von zwei Qubits über Quantenphysik lernen kann: Verschränkung und Quantenkorrelationen

In diesem Artikel wird der Zugang zur Quantenphysik über das einfachst mögliche Modellsystem, das Qubit, erweitert zu der Kombination von zwei Qubits. Dabei tritt das für die Quantenphysik zentrale Konzept der Verschränkung auf, welches nicht nur seltsame Eigenschaften der Quanten- physik illustriert, sondern auch der Schlüssel zum Verständnis von modernen Anwendungen der Quantenphysik ist. Ähnlich wie im Falle des einzelnen Qubits wird dabei versucht, die Grundprin- zipien von Verschränkung und deren Anwendung mit Hilfe einfacher Mathematik und Bilder zu vermitteln, wobei Visualisierungen eine zentrale Rolle spielen. Während die mathematische Be- schreibung vor allem für die Ausbildung an der Hochschule gedacht ist, können die Visualisierun- gen, insbesondere zum Messprozess an verschränkten Qubits, auch von interessierten Lehrern für den Unterricht genutzt werden. Die behandelten Themen umfassen verschränkte Zustände, Opera- tionen und Messungen. Die möglichen physikalischen Realisierungen und Anwendungen, insbe- sondere im Bereich der Quanteninformation, werden hier kurz angesprochen, und in einer weiteren Publikation vertieft diskutiert.
Mehr anzeigen

24 Mehr lesen

"Wenn zwei sich streiten - hilft der Dritte!" Streitschlichtung als gewaltpräventive und gewissensbildende Handlung in der Grundschule

"Wenn zwei sich streiten - hilft der Dritte!" Streitschlichtung als gewaltpräventive und gewissensbildende Handlung in der Grundschule

Obwohl diese angedeutete Szene in Abwand­ lungen nicht selten im Schulalltag vorkommt, wird kaum im Voraus darüber nachgedacht, wie solche Situationen als Ausgangspunkt f[r]

19 Mehr lesen

Vergleich von zwei Geräten und zwei Atemmustern bei der Gewinnung von exhaliertem Atemwegskondensat

Vergleich von zwei Geräten und zwei Atemmustern bei der Gewinnung von exhaliertem Atemwegskondensat

Die Gewinnung von Atemwegskondensat (Exhaled Breath Condensate, EBC) ist ein nichtinvasives Verfahren, um Zugang zum epithelialen Flüssigkeits- film (ELF) zu erlangen (Horvath et al., 2005). Das Exhalat wird dabei auf kalten Oberflächen kondensiert. Durch den nichtinvasiven Ansatz eignet es sich gut für Studien und Fragestellungen, die wiederholte Messungen erfor- dern. Im Gegensatz zu klinisch etablierter pulmologischer Diagnostik wie zum Beispiel der bronchioalveoläre Lavage (BAL), können EBC Proben risi- kofrei und einfach gewonnen werden. Das führte dazu, dass dieses Verfahren selbst bei Kindern erfolgreich angewendet wird (van Mastrigt et al., 2015; Fitzpatrick et al., 2014; Thomas et al., 2013; Trischler et al., 2012; Dodig et al., 2011; Baraldi et al., 2003). Bislang handelt es sich allerdings um ein Verfah- ren, das wissenschaftlichen Fragestellungen vorbehalten ist und nicht in der klinischen Routine eingesetzt wird.
Mehr anzeigen

139 Mehr lesen

Literarisches Lernen als didaktischer Integrationsbegriff - Spinners "Elf Aspekte" als Struktur- und Denkrahmen für weiterführende Modellierung(en)

Literarisches Lernen als didaktischer Integrationsbegriff - Spinners "Elf Aspekte" als Struktur- und Denkrahmen für weiterführende Modellierung(en)

b | Spinner bezieht sich explizit auf die (seinerzeit eher noch keimende als bereits wuchern- de) Kompetenzorientierung im Allgemeinen und auf die KMK-Standards im Besonderen und sieht im Kompetenzbegriff ein „Verbindungsglied zwischen den Begriffen Literatur und Lernen“: Es gehe um den Erwerb von „Fähigkeiten […], die dann im Umgang mit an- deren Texten wieder zum Einsatz kommen können“ (LL, 6). Entsprechend sind alle As- pekte konsequent im freien Infinitiv, implizit von den Lernenden aus formuliert (X tun, Y

11 Mehr lesen

Anzeige von Mit Würfel und Stift – Das Pen-and-Paper-Rollenspiel und seine Potentiale für medienübergreifendes literarisches Lernen. Ergebnisse einer Interviewstudie

Anzeige von Mit Würfel und Stift – Das Pen-and-Paper-Rollenspiel und seine Potentiale für medienübergreifendes literarisches Lernen. Ergebnisse einer Interviewstudie

Wie Proband PPR05 zieht PPR02 am Ende seines Beitrags einen direkten Vergleich zwischen dem Pen- and-Paper-Rollenspiel und einer medialen Vorerfahrung, indem er das Rollenspielsystem Shadowrun mit der Neuromancer-Trilogie von William Gibson in Verbindung bringt. Das System selbst basiert je- doch nicht explizit auf den Werken Gibsons, sondern referiert lediglich auf ein narratives Setting oder Genre („irgendwie eine Grundlage“), das Einfluss auf die Konstruktion der fiktiven Rollenspielwelt und auf das Regelsystem besitzt. Das Pen-and-Paper-Rollenspiel bedient sich in diesem Fall gezielt Formen der Architextualität und Intertextualität, indem primäre Autoren fiktive Elemente in ihre Publikationen integrieren, die auf bereits bestehende Texte oder Genres direkt oder indirekt anspielen. Die Aussage des Probanden, dass Spieler*innen von Pen-and-Paper-Rollenspielen „an irgendwas anknüpfen [müs- sen], was sie schon kennen“ verweist auf die notwendige Identifikation dieser Elemente unter Rück- griff auf bereits gemachte mediale Vorerfahrungen, die den Teilnehmer*innen das Erstellen und Aus- spielen ihrer Charaktere, aber auch den allgemeinen Konstruktionsprozess der fiktiven Welt erleich- tern können (vgl. Mackay 2001, 77-78). Diese Eigenschaft stellt Pen-and-Paper-Rollenspiele in eine Reihe mit einer Vielzahl anderer populärkultureller Medien, denen ähnliche Verweis- und Zuordnungs- strukturen innewohnen. Entscheidender Unterschied ist jedoch, dass ein Text bzw. eine Narration erst von den Rezipient*innen erschaffen werden muss, es also an den Teilnehmenden liegt, inwieweit diese referierenden Elemente letztlich in das Spiel einfließen. Mit Blick auf die primäre Autorschaft liefern hierbei die Regelwerke der einzelnen Pen-and-Paper-Rollenspiele bestimmte kontextuelle Rahmun- gen, die eine derartige Rezeptionshaltung und Interpretation aktivieren. Nach David Jara enthalten u.a. die Para- und Peritexte eines Rollenspielregelwerkes solche Rahmungen, wie beispielsweise Titel, Buchdeckel und Prologe, aber auch das Regelsystem selbst, das im Kontext des festgelegten narrati- ven Settings oder Genres gezielt Spielmechanismen integriert, die bestimmte Handlungsmöglichkei- ten hierarchisieren (vgl. Jara 2016, 46-52).
Mehr anzeigen

12 Mehr lesen

Die Gestaltung des Übergangs von der Kita in die Grundschule - Ein Theorie – Praxis – Vergleich

Die Gestaltung des Übergangs von der Kita in die Grundschule - Ein Theorie – Praxis – Vergleich

Der kommunale Träger, zu dem auch die Kita gehört, erstellte im Jahr 2011 die s. g. „Rahmenkooperationsvereinbarung zwischen den Kindertageseinrichtungen, Horten und Grundschulen im Gebiet der Hansestadt X zur Gestaltung des Überganges zwischen den einzelnen Bildungs- und Betreuungsbereichen für Kinder“. Im Kooperationsvertrag sind u. a. regelmäßige Besuche der Lehrer vereinbart, bei denen die Erzieherinnen der Kita der Kontaktlehrerein Auskunft über die Kinder und über die Gestaltung der Schulvorbereitung geben. Des Weiteren enthält er Beobachtungsbögen, welche die Grundlage für die Ge- spräche über die Kinder zwischen Erzieherinnen und Lehrkraft bilden sollen. Der Vertrag umfasst Regelungen über die Durchführung der Schnupperstunden in der Schule. Die Anzahl der Schnupperstunden ist jedoch momentan von der Schulleitung reduziert worden. Dies begründen die pädagogischen Fachkräfte mit dem Wechsel der Kontaktlehrerin und der Schulleitung. Die Kita kooperiert mit der Grundschule X, mit welcher der o.g. Ko- operationsvertrag besteht. Die Kontaktlehrerin besucht die Kita ein- bis zweimal im Jahr und schätzt dabei die sozialen Kompetenzen der Kinder ein. Da die Kinder nicht nur in dieser Grundschule eingeschult werden, besuchen auch Lehrer aus anderen Schulen die Kita, um die entsprechenden Kinder mittels Beobachtungsbögen einzuschätzen und sich somit ein Bild von ihnen zu machen. Aus zeitlichen Gründen besteht mit diesen Grundschulen keine vertraglich geregelte Kooperation.
Mehr anzeigen

95 Mehr lesen

Kinderkonzertbesuche im Musikunterricht der Grundschule. Eine empirische Studie zu Akzeptanz, Bedarf und Auswirkungen

Kinderkonzertbesuche im Musikunterricht der Grundschule. Eine empirische Studie zu Akzeptanz, Bedarf und Auswirkungen

Außerschulische Institutionen bemühen sich verstärkt den Musikunterricht in seinen Aufgaben zu unterstützen. So bieten immer mehr Orchester häufiger Konzertveranstaltungen speziell für Kinder und Jugendliche an. Was vorder- gründig wie niveauloser Aktionismus aussieht, kann durchaus strengeren Qua- litätskriterien standhalten: Viele Konzertangebote für Kinder und Jugendliche wie „Jungend horcht!“ der Münchner Philharmoniker oder Zukunft@BPhil der Berliner Philharmoniker basieren auf langjähriger Erfahrung und ausgefeilten pädagogischen Programmen. Es werden außerdem Stiftungen (z. B. die Initia- tive „Kinder zum Olymp“ der Kulturstiftung der Länder) und Netzwerke (z. B. „Junge Ohren“ oder auch Jeunesses Musicales Deutschland) gegründet, die bei der kulturellen Bildung der Jugend mithelfen sollen. Zahlreiche Studien erfas- sen und dokumentieren mittlerweile diese musikerzieherischen Angebote der Orchester (z. B. Karmeier & Mertens, 2004; Mertens, 2005). Während sich der Fokus der Untersuchungen immer stärker auf die Orchester und ihre Kinder- konzertangebote richtet, finden sich bedauerlicherweise nur wenig Analysen, die sich mit den eigentlichen Adressaten dieser Konzerte, nämlich den Kin- dern, Lehrern und dem Musikunterricht beschäftigen. (Schwanse, 2003; Hemmer-Schanze, 2003)
Mehr anzeigen

27 Mehr lesen

Globales Lernen als Lernbereich im M.Ed. Grundschule an der Europa-Universität Flensburg. Ein Erfahrungsbericht

Globales Lernen als Lernbereich im M.Ed. Grundschule an der Europa-Universität Flensburg. Ein Erfahrungsbericht

Ausgehend von dieser Momentaufnahme und Reflexion des Lernbereichs Globales Lernen an der Europa-Universität Flens- burg sehen die Autorinnen diesen keineswegs als bereits voll ausgereift an. Vielmehr gibt es weiterhin kontinuierliche Dis- kussionen über konzeptuelle Änderungen und organisatorische Verbesserungsmöglichkeiten. Eine dieser Maßnahmen ist die bereits erwähnte Verschiebung des ersten Seminars des Lernbe- reichs in das kommende Herbstsemester 2017, zur Entzerrung und zum Rückbau der im Lernbereich durchgeführten Block- veranstaltungen. Für das folgende Frühjahrssemester 2018 ist geplant, das zweite Seminar weiterhin als Blockveranstaltung zu Anfang des Semesters durchzuführen, um daran anschlie- ßend das dritte Seminar als vierstündige 14tägige Veranstal- tung abzuhalten.
Mehr anzeigen

13 Mehr lesen

Graffiti zwischen Kunst und Ärgernis: empirische Studien zu einem städtischen Problem

Graffiti zwischen Kunst und Ärgernis: empirische Studien zu einem städtischen Problem

Eine soziologische Erklärung für diese Vermutungen bietet der amerikanische Poli- tikwissenschaftler Ronald F. Inglehart. Er befasste sich mit dem Wertewandel inner- halb einer Gesellschaft, der durch „sozio-ökonomische Veränderungen“ 2 bedingt wird. Es ist anzunehmen, dass Menschen unterschiedlichen Alters auch verschiede- ne Wertvorstellungen besitzen, da sie von den Bedingungen beeinflusst wurden, die zu ihrer jeweiligen Jugendzeit vorherrschend waren. Menschen, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit geboren wurden und heranwuchsen, wurden von wirtschaftlichen Notsituationen geprägt. Der Bau der Mauer und die sich damit nochmals verändern- de wirtschaftliche Situation, führten zu einem Bruch in der Gesellschaft und unter- schiedlichen Lebensbedingungen, die anders konstituierte Wertvorstellungen nach sich zogen. Durch eingeschränkte ökonomische Ressourcen waren die Wertvorstel- lungen vorrangig materialistischer Art. Ein weiterer Punkt ist die Spaltung der Gene- rationen. Die Älteren, d.h. die damaligen Kriegskinder, sind in einer Zeit des Mangels aufgewachsen, weshalb Materialismus und Sicherheit als oberste Werte galten. Helmut Klages beschäftigte sich mit den Schriften Ingleharts und stimmte ihm bezüg- lich des Wertewandels in der Gesellschaft zu. Er ist der Meinung, dass sich Anfang der 1960er-Jahre ein „Wandel von Pflicht- und Akzeptanzwerten zu Selbstentfal- tungswerten“ 3 vollzogen hat. Es wurden zahlreiche empirische Forschungen durch- geführt, die sich mit den Erziehungszielen von Eltern in den Jahren 1951-1995 be- fassten. Man konnte eindeutig feststellen, dass Werte wie Gehorsam und Unterord-
Mehr anzeigen

71 Mehr lesen

Kaufverhalten und Kundenloyalität im E-Commerce –zwei empirische Untersuchungen

Kaufverhalten und Kundenloyalität im E-Commerce –zwei empirische Untersuchungen

Zur Bewertung des Soll-Ist-Vergleichs sei zunächst das Modell zur Zufriedenheit von Hofstätter (1986) vorgestellt. Er definiert die Zufriedenheit einer Person als Quotienten aus der subjektiven Bewertung der Person und ihren Erwartungen, wobei beide Aspekte von der individuellen Lage abhängen (1986, S. 123). Um ein zu starkes Absinken der Zufriedenheit zu verhindern, führt Hofstätter zum einen ein äußeres Regulativ (soziale Normen), zum anderen zwei mögliche Rückkoppelungsschleifen ein, die sowohl auf die Erwartung als auch auf die subjektive Bewertung einwirken. Die sozialen Normen, die insofern von der individuellen Lage abhängen als diese die gesellschaftliche Position determiniert, verhindern ein zu starkes Ansteigen der Erwartungen, indem sie „ein rechtes Maß in allen Dingen“ (Hofstätter, 1986, S. 128) vorgeben. Das heißt, eine Person weiß nach Hofstätter aufgrund ihres sozialen Status, was sie erwarten kann und was außerhalb ihrer Möglichkeiten bzw. außerhalb dessen, was gesellschaftlich von ihr erwartet wird, liegt. Je nach Ergebnis des Erwartungs-Bewertungs-Quotienten kommt es zu Rück- koppelungseffekten. Fällt die Bewertung niedriger aus als die Erwartung, ist die Zufrieden- heit gering und es kommt entweder zur Anpassung der Erwartung auf ein niedrigeres Niveau oder zur Anpassung der Bewertung auf ein höheres Niveau (gestrichelte Linien). Liegt das Ergebnis des Ist-Soll-Vergleichs unter einer kritischen Grenze, wird die Motiva- tion, die individuelle Lage zu verändern, aktiviert. Abbildung 14 gibt das beschriebene Modell schematisch wieder.
Mehr anzeigen

264 Mehr lesen

Selbstgesteuert, dialogisch-kooperativ, selbstwirksam und nachhaltig lernen am Beispiel des Mathematikunterrichts der Grundschule

Selbstgesteuert, dialogisch-kooperativ, selbstwirksam und nachhaltig lernen am Beispiel des Mathematikunterrichts der Grundschule

Die Befunde der IGLU-E-Studie lassen erkennen, dass dieser Problembereich für die Grundschule von nicht allzu großer Bedeutung ist. Die Lernmotivation und das Fähigkeitsselbstkonzept sind in der Grundschule noch weitgehend ungebrochen. Die befragten Kinder glaubten, dass sie den Anforderungen im Mathematikunterricht gewachsen sind und berichteten, unabhängig von ihrem Kompetenzniveau, insgesamt über eine hohe fachbezogene Lernmotivation. Ihre Lernmotivation wurde durch die Einschätzung ihrer Fähigkeiten nicht beeinträchtigt. Diesen Ergebnissen zufolge besteht kein systematischer Zusammenhang zwischen der Mathematikkompetenz und der Lernmotivation. Leistungsschwäche in Mathematik wird in der Grundschule kaum als demotivierend erlebt. Schüler bringen noch relativ gute motivationale Voraussetzungen für den Mathematikunterricht mit. (Walther et al 2003)
Mehr anzeigen

302 Mehr lesen

Selbst- und Fremdachtung im Machtwechsel: zwei Studien über Gruppen von Außenseitern ; Homosexuelle und Frauen

Selbst- und Fremdachtung im Machtwechsel: zwei Studien über Gruppen von Außenseitern ; Homosexuelle und Frauen

Die Machtdifferentiale zwi¬ schen Männern und Frauen sind also nie so groß geworden wie die zwischen Heterosexuellen und Homosexuellen und sie können das al¬ lein schon, weil beide für d[r]

7 Mehr lesen

Show all 10000 documents...

Verwandte Themen