Nach oben pdf Der neugeschaffene Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen

Der neugeschaffene Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen

Der neugeschaffene Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen

„183. Wenn die Vereinten Nationen den Er- wartungen von Männern und Frauen in der ganzen Welt gerecht werden wollen – ja, wenn die Organisation die Sache der Men- schenrechte ebenso ernst nehmen will wie die Sache der Sicherheit und der Entwicklung – dann sollten die Mitgliedstaaten überein- kommen, die Menschenrechtskommission durch einen kleineren ständigen Menschen- rechtsrat zu ersetzen. Die Mitgliedstaaten müß- ten entscheiden, ob sie den Menschenrechtsrat zu einem Hauptorgan der Vereinten Nationen oder einem Nebenorgan der Generalversamm- lung machen wollen. In beiden Fällen würden seine Mitglieder jedoch mit einer Zweidrittel- mehrheit der anwesenden und abstimmenden Mitgliedstaaten unmittelbar von der General- versammlung gewählt. Durch die Schaffung dieses Rates würde den Menschenrechten eine autoritativere Stellung eingeräumt, wie sie dem Primat entspricht, der ihnen in der Charta der Vereinten Nationen zugewiesen wird. Die Zu- sammensetzung des Rates und die Amtszeit seiner Mitglieder sollte von den Mitgliedstaaten festgelegt werden. Die in den Rat gewählten Staaten sollten sich zur Einhaltung der höch- sten Normen auf dem Gebiet der Menschen- rechte verpflichten.“
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Bericht über die ersten Sitzungen des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen

Bericht über die ersten Sitzungen des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen

Immerhin ruft der Menschenrechtsrat in Nr. 5 der Resolution “all concerned par- ties” dazu auf, sich Gewaltanwendungen gegenüber der Zivilbevölkerung zu enthal- ten und in jedem Fall die Genfer Konven- tionen von 12. August 1949 zu beachten. Ferner entschied der Rat in dieser Resoluti- on, eine hochrangige Expertenkommission (Commission of Inquiry) einzuberufen, um u.a. die zielgerichtete Tötung von Zivilisten durch Israel und die Art der von der israe- lischen Armee eingesetzten Waffen zu un- tersuchen.

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Eine unendliche Geschichte? , Die Reform der Hauptorgane der Vereinten Nationen

Eine unendliche Geschichte? , Die Reform der Hauptorgane der Vereinten Nationen

Dennoch wäre es verfehlt, von einem völligen Scheitern dieses Reform- gipfels zu sprechen. Immerhin sind erstmals seit über vierzig Jahren Entscheidungen mit Folgen auch für die Charta der Vereinten Nationen getroffen worden. Mit dem Menschenrechtsrat ist ein neues Nebenorgan geschaffen worden, das in der mittleren Perspektive möglicherweise zum Hauptorgan aufgewertet wird. Aufgefordert durch das Abschlußdo- kument hat der Generalsekretär im März 2006 Vorschläge zu internen Strukturreformen, vor allem zur Managementreform im Sekretariat vorge- legt, die auch die Mitgliedstaaten in die Pflicht nehmen sollen. Dagegen muß eine Reform des Sicherheitsrates als vorläufig gescheitert und bis auf weiteres vertagt betrachtet werden.
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Deutschland im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen: Multilateralismus reformieren

Deutschland im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen: Multilateralismus reformieren

Der UNSC ist nicht das einzige multilaterale Forum, in dem sich Deutschland pro- aktiv engagiert. Um nur eine Handvoll Beispiele zu nennen: Im Dezember 2016 tagte der Ministerrat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Deutschland; mit seiner G20-Präsidentschaft führte Deutsch- land im Juni 2017 den Vorsitz beim Gipfel und moderierte in dieser Funktion die multilaterale Zusammenarbeit in mehreren Themenbereichen, vom Handel über Überkapazitäten in der Stahlproduktion bis hin zur Agenda 2030 und dem Compact with Africa (auch Marshallplan mit Afrika). In diesem Jahr, im Januar 2020, wurde Deutschland als eines von 47 Mitgliedern in den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen gewählt. Im Juli 2020 wird es turnusmäßig den Vorsitz des Europarats übernehmen. Wie sehr Multilateralismus im modernen Deutschland verankert ist, bringt Thomas Bagger wunderbar auf den Punkt:
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Das G.I.F.-Drittmittelprojekt über die Arbeit des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen

Das G.I.F.-Drittmittelprojekt über die Arbeit des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen

Kaddari 11 und Prof. Ruth Gavison 12 auf israe- lischer Seite und Dr. Markus Schmidt 13 aus Genf. Die Fachkräfte berichteten unter an- derem von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem MRA sowie weiteren Fachaus- schüssen und debattierten rege die weit gefächerten Workshopthemen. Es wurden grundsätzliche Fragen zu Hauptaufgaben des MRA (Concluding Observations, Gene- ral Comments, Views) diskutiert, aber auch speziellere Themen wie das Verhältnis des MRA zu anderen UN-Organen, insbeson- dere dem Menschenrechtsrat untersucht. So stellte Markus Schmidt unter anderem fest, dass seit Etablierung des UPR- Verfahrens 14 vor dem Menschenrechtsrat die Anzahl der Berichtseingänge im Rah- men des Staatenberichtsverfahrens vor dem MRA gestiegen sei. Auch die Rolle der NGOs im Berichtsverfahren war Thema wie verschiedene Ideen für Veränderun- gen, zum Beispiel Änderungen bezüglich des Formats und Umfangs der Staatenbe- richte. Hierbei wurde stets im Blick behal- ten, dass das Projekt zwar bezweckt, Ver-
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Maximilian Spohr, Der neue Menschenrechtsrat und das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen. Entstehung, Entwicklung und Zusammenarbeit [rezensiert von Wolfgang S. Heinz]

Maximilian Spohr, Der neue Menschenrechtsrat und das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen. Entstehung, Entwicklung und Zusammenarbeit [rezensiert von Wolfgang S. Heinz]

Das Interesse von Politik, Medien und Fachöffentlichkeit am UN-Menschenrechts- rat hat in den letzten Jahren deutlich zuge- nommen. Neben dem Sicherheitsrat hat er in einer Reihe von aktuellen Krisen eigen- ständig die Initiative ergriffen, allerdings in dem begrenzten Rahmen, der ihm und seiner Vorgängerin, der Menschenrechts- kommission, von den Staaten seit 1946 zu- gestanden wurde. Als politisches Organ richten sich vielfältige, widersprüchliche Erwartungen an ihn und auch an das Hoch- kommissariat für Menschenrechte (HKMR). Der Autor bietet eine anregende Mono- graphie zur Entwicklung der Menschen- rechtskommission (1946–2006) und des Menschenrechtsrates (seit 2006) und deren Verhältnis zum Zentrum für Menschen- rechte und später dem HKMR. Er interes- siert sich besonders dafür, wie sich die Er- setzung der Menschenrechtskommission durch den Rat auf die Zusammenarbeit mit dem HKMR ausgewirkt hat. In welchem rechtlichen Verhältnis, so fragt er, steht der Rat zum HKMR, in welcher Weise arbeiten beide zusammen, wie verändert sich die Zusammenarbeit gegenüber der Koopera- tion mit der Menschenrechtskommission und wie wirkt sich dies auf das gesamte Menschenrechtssystem der Vereinten Na- tionen aus (S. 19). Im Vordergrund seiner Darstellung stehen das rechtliche Verhältnis der beiden Institutionen und die Zusam- menarbeit zwischen Kommission und Rat mit dem Zentrum für Menschenrechte und später dem HKMR.
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Die Europäische Union im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen

Die Europäische Union im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen

Resolutionen, die unter Punkt 4 eingebracht werden, gehören zu den umstrittensten Themen auf der Tagesordnung des Men- schenrechtsrates. Die Debatte ist geprägt von dem Spannungsverhältnis zwischen internationaler Überwachung und Durch- setzung von Menschenrechten einerseits, sowie den Grundsätzen von staatlicher Sou- veränität und Nichteinmischung anderer- seits. Die EU setzt auf Länderresolutionen als wichtiges Instrument um schwere Men- schenrechtsverletzungen in den Fokus der Weltöffentlichkeit zu rücken und Druck auf die jeweilige Regierung auszuüben. Länder- resolutionen werden dabei als unerlässlich für die Sicherstellung der Autorität und Glaubwürdigkeit des Menschenrechtsra- tes angesehen. Viele Länder des Globalen Südens vertreten hingegen einen konsen- sorientierten Ansatz, der Dialog und Zu- sammenarbeit den Vorzug gibt. 42 Länderre- solutionen, die ohne die Zustimmung des adressierten Staates angenommen werden, werden vielfach als ineffektiv oder kontra- produktiv eingeschätzt. Zudem sehen vie- le Staaten die selektive Fokussierung auf einzelne Länder und Menschenrechtsver- stöße als Ausdruck der Politisierung des Menschenrechtsrates. 43 Zwar bringt die EU im Menschenrechtsrat regelmäßig Länder- resolutionen ein, insbesondere zu Nordko- rea, Myanmar und Weißrussland, jedoch ist die Zahl der von der EU gesponserten Resolutionen im Vergleich zur Kommission für Menschenrechte stark zurückgegangen. Beobachter werten dies teils als Reaktion auf die starke Opposition anderer Gruppen und befürchteten, dass das Zurückrudern der EU ihre Position zu Länderresolutionen weiter schwächen könne. 44
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Die Berichterstattung über die Vereinten Nationen in deutschen überregionalen Tageszeitungen

Die Berichterstattung über die Vereinten Nationen in deutschen überregionalen Tageszeitungen

Diese Resultate und die gesamte Vielfalt der UNO-Arbeit sollten verstärkt Einzug in die Berichterstattung erhalten, um den Weg zu einem positiven Image der Vereinten Nationen zu ebnen. Damit kann ein Gegengewicht zur Dominanz von Konflikt und Gewalt und dem trockenen Thema Politik im Allgemeinen geschaffen werden. „In Syrien sterben Tausende von Menschen, während die Mächte im Sicherheitsrat sich nicht einigen können.“ – Dieses Denken muss wohl in den Köpfen vieler Bürger vorherrschen, weil auch die Medien diese Sichtweise unterstützen. Es wäre für die Reputation der UNO von Vorteil, statt der scheiternden UN-Missionen, mehr über die Arbeit der vielen Sonderorganisationen zu berichten. Insbesondere die Pressearbeit der Vereinten Nationen sollte dabei versuchen, stärker die erfolgreichen Projekte der Weltorganisation in den Vordergrund zu stellen.
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Das Refoulementverbot in der Praxis ausgewählter Vertragsausschüsse der Vereinten Nationen

Das Refoulementverbot in der Praxis ausgewählter Vertragsausschüsse der Vereinten Nationen

nicht auf eine Wiedergutmachung begange- ner Menschenrechtsverstöße gerichtet, son- dern zielt vielmehr auf deren effektive Vor- beugung ab. 6 Obgleich dieses Prinzip eine wichtige Rolle im Rahmen des (i. R. d.) in- ternationalen Flüchtlingsrechts spielt, ist sein Anwendungsbereich keineswegs aus- schließlich auf Geflüchtete beschränkt. 7 Das Refoulementverbot im weiteren Sin- ne ist völkergewohnheitsrechtlich aner- kannt. 8 Auf der Ebene der Vereinten Na- tionen finden sich zudem Kodifizierungen speziellerer Refoulementverbote, deren Einhaltung durch die jeweils zuständigen Fachausschüsse überwacht wird. Die Un- tersuchung der diesbezüglichen Praxis der Ausschüsse ist Gegenstand dieses Beitrags, wobei ich meine Analyse auf die Tätigkeit des Menschenrechtsausschusses (MRA), des Ausschusses gegen Folter (CAT-Aus- schuss), sowie des Ausschusses gegen das Ver schwindenlassen (CED-Ausschuss) be- schränken werde.
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Der grüne Klimafonds im Verhandlungsprozess der Vereinten Nationen

Der grüne Klimafonds im Verhandlungsprozess der Vereinten Nationen

Die neue Kfz-Steuer beschränkt ihre Lenkungswirkung zudem auf die Erreichung des Zielwertes 120 g/km. Wei- tergehende Emissionsminderungen, insbesondere die vorfristige Einhaltung der [r]

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Auf dem Weg zur Weltumweltpolitik - und zur notwendigen Reform der Vereinten Nationen

Auf dem Weg zur Weltumweltpolitik - und zur notwendigen Reform der Vereinten Nationen

Angesichts dieser Problematik war die Verabschiedung der von den Vereinten Nationen erarbeiteten „Konvention über die Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs mit Sonderabfäl len und ihrer Beseiti- gung” (so genannte Baseler Konvention) im Jahre 1989 ein wichtiger Schritt nach vorn. Die Schwierigkeit liegt aber bis heute in der strikten, praktischen Umsetzung dieser Konvention auf lokaler und nationaler Ebene. Insbesondere müssten neue technische und organisatorische Vor- kehrungen getroffen werden, um die latent vorhandene Bereitschaft zur Umgehung von Transportkontrollen zu verringern und eine für Mensch und Umwelt möglichst risikofreie Behandlung weiterhin anfallender Ab- fälle zu gewährleisten. Der grenzüberschreitende Transport gefährlicher Stoffe und Abfälle und deren Behandlung bleiben – so scheint es – auch für die Zukunft ein ungelöstes Umweltproblem, das Internationalisierung der Politik erfordert und diese angesichts potenzieller Gefährdungen zugleich begünstigt.
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Eine unendliche Geschichte? : Die Reform der Hauptorgane der Vereinten Nationen

Eine unendliche Geschichte? : Die Reform der Hauptorgane der Vereinten Nationen

Bezogen auf die UN-Hauptorgane fällt die Reformbilanz auch nach dem Welt- gipfel eher ernüchternd aus. Ein Hauptorgan wurde beseitigt, das Sekretariat und mit ihm das interne Management der Organisation steht weiter unter Druck, die Sicherheitsratsreform wurde vertagt und bei ECOSOC und General- versammlung hat sich praktisch nichts geändert. Gleichwohl ist mit dem Welt- gipfel zumindest etwas Bewegung in die schier unendliche Geschichte der UN- Reform gekommen, sind erste, teils auch substantielle Reformschritte umge- setzt worden. Wenn diese in Politik, Medien und Wissenschaft häufig als we- nig beherzt und als kaum hinreichend bewertet werden, um den Herausforde- rungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen, muß dem entgegengehalten werden, daß die Kompromiß- und Konsensfindung in einer so großen Organisation von 191 souveränen und gleichberechtigten Mitgliedstaaten sehr schwerfällig ist. Es sind die Ziele und Interessen der Mitgliedstaaten, die in ihrer Widersprüch- lichkeit dafür sorgen, daß Reformen insbesondere im strukturellen und institu- tionellen Bereich nur in kleinen Schritten vorangebracht werden können. Ein konstitutiver Moment für eine radikale Neuerfindung der Vereinten Nationen hat sich nicht eingestellt – was angesichts des Gründungskontexts der Organi- sation in der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges vor allem als ein glücklicher Umstand zu bewerten ist. So war das “Muddling through” in der Vergangenheit das tragende Prinzip der Arbeit der Weltorganisation und es ist kaum zu erwar- ten, daß es in Zukunft grundlegend anders sein wird.
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Hofstötter: Einige Anmerkungen zur Reform des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen

Hofstötter: Einige Anmerkungen zur Reform des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen

97 Siehe dazu aber auch den Gastkommentar des ehemaligen Vertreters der Niederlande bei den Vereinten Nationen, Peter v a n W a l s u m , der das Erweiterungsziel als solches im Lichte der Effi- zienz in Frage stellt: “No one can seriously believe a council with 24 members can be more effective than one with 15, but it has become politically incorrect to point this out. Sixty years ago, the Security Council was established with only 11 members (five permanent and six elected), which was considered the upper limit for a body tasked by the UN Charter ‘to ensure prompt and effective action’. There is something disingenuous about the ease with which the Secretariat and most delegations now speak of ‘a more representative and more effective Security Council’.”; v a n W a l s u m , A Hitch Could Still Stall the Momentum in Favour of a P-11 UN Security Council, Financial Times, 18.4.2005.
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Die Peacekeeping-Krise der Vereinten Nationen: ein Überblick über die Debatte

Die Peacekeeping-Krise der Vereinten Nationen: ein Überblick über die Debatte

Erst wenn innerhalb der VN Einigkeit über einen strategischen Ansatz besteht, stellt sich die Frage nach den erforderlichen Fähigkeiten zur Umse zung (umfassende Informationsbeschaffun[r]

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Die Bildungsagenda der Vereinten Nationen aus dem Blickwinkel der internationalen Bildungsforschung

Die Bildungsagenda der Vereinten Nationen aus dem Blickwinkel der internationalen Bildungsforschung

Die von den Vereinten Nationen 2015 ausgerufenen Sustain- able Development Goals (SDGs), d.h. die Entwicklungsziele für eine nachhaltige weltweite Entwicklung, die von 2016 bis zum Jahre 2030 umgesetzt werden sollen, enthalten ein eigens dem Bereich Erziehung und Bildung gewidmetes Ziel Vier (SDG 4), das da lautet: „Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancenge- rechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkei- ten zum lebenslangen Lernen fördern.“ Im folgenden Beitrag wird das damit aufgeworfene Thema aus der Perspektive der internationalen Bildungsforschung in den Blick genommen. Dies geschieht zunächst durch eine historische Kontextualisie- rung mit anderen UN-Programmen seit den 1990er Jahren, um dadurch die Bedeutsamkeit des SDG 4 besser einordnen zu kön- nen. Sodann sollen die insgesamt zehn Unterpunkte des SDG 4 nach möglichst präzisen Aussagen zu den angestrebten Entwick- lungen durchforstet werden, um sich jenseits der genretypisch eher allgemeinen und vagen Formulierungen ein Bild davon machen zu können, was unter den Zielvorstellungen verstanden wird und tatsächlich intendiert ist. Danach geht es um die in- zwischen im System der Vereinten Nationen begonnene Arbeit an den Indikatoren, mit denen die Realisierung des SDG 4 welt- weit zwecks jährlicher Berichterstattung erhoben und verglichen werden soll. Abschließend wird die potentielle Anschlussfähig- keit des SDG 4-Monitoring an Forschung und Lehre im Rah- men einer internationalen Bildungsforschung reflektiert.
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Stichwort: Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)

Stichwort: Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)

Das Flüchtlingswerk muß jedes Jahr u m die für seine Arbeit notwendigen Gelder werben: N u r die administrativen Ausgaben, i m wesentlichen die Personalkosten, werden aus dem allgeme[r]

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Stichwort: Der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR)

Stichwort: Der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR)

Seit dem Beginn der Verhandlungen der Menschemechtskommission über die Menschen- rechtserklärung existierte der Vorschlag für die Schaffung des Amtes eines Hohen Kommis- sars für Mensche[r]

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Breuer, Von der UNESCO in die Generalversammlung : Palästina und die Vereinten Nationen

Breuer, Von der UNESCO in die Generalversammlung : Palästina und die Vereinten Nationen

tinas zum Beobachterstaat und die damit verbundene implizite Anerkennung der pa- lästinensischen Staatlichkeit ihre Loyalitäts- pflicht gegenüber dem in dieser Hinsicht gespaltenen Sicherheitsrat in völkerrechts- widriger Weise verletzt habe. Ungeach- tet der Frage, wie sich die Ableitung einer solchen völkerrechtlichen Loyalitätspflicht der Generalversammlung zum zuvor skiz- zierten Konzept des maßgeblich durch freiwillige Rücksichtnahme- und Selbst- beschränkungsmechanismen gekennzeich- neten Verbundsystems verhält, bejaht Breuer meines Erachtens jedoch vorschnell eine Völ- kerrechtsverletzung: Denn wie Breuer zu- treffend feststellt, betrifft die Entscheidung der Generalversammlung weder unmittel- bar die Frage der Vollmitgliedschaft Paläs- tinas, für die nach Art. 4 Abs. 2 UN-Charta die Generalversammlung und der Sicher- heitsrat gemeinsam zuständig sind, noch handelt es sich um eine allgemein-verbind- liche Feststellung der palästinensischen Staatlichkeit. Dass die Generalversamm- lung die Mitwirkungsrechte des Sicher- heitsrates in der Frage der Mitgliedschaft in unzulässiger Weise beeinträchtigt hätte, ist daher nicht ersichtlich. Die Generalver- sammlung hat eine Stellungnahme zum Vorliegen der Tatbestandsvoraussetzungen einer Aufnahme Palästinas in die Vereinten Nationen abgegeben. Die vorrangig politi- sche Entscheidung, ob eine solche Aufnah- me erfolgen soll, hängt weiterhin vom zu- stimmenden Votum des Sicherheitsrates ab, und diese Entscheidung hat die Generalver- sammlung nicht präjudiziert und konnte sie auch nicht präjudizieren. Zweifelsohne handelte es sich bei der Statusaufwertung nicht um eine rein formal-organisatorische Frage, sondern um eine hochpolitische An- gelegenheit. Aber auch insofern begründet die UN-Charta, jenseits der spezifischen Re- gelung des Art. 12 Abs. 1 UN-Charta, kei- ne allgemeine Vorrangstellung des Sicher- heitsrates. Die UN-Charta steht daher einer entsprechenden politischen Positionierung der Generalversammlung in der Palästina- Frage nicht entgegen. Die Entscheidung der UN-Charta für ein weitgehendes Nebenein- ander der UN-Organe darf durch die Beru- fung auf ungeschriebene, „weiche“ Loyali- tätspflichten nicht unterlaufen werden.
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Zur Bedeutung regionaler Organisationen für die Friedensoperationen der Vereinten Nationen

Zur Bedeutung regionaler Organisationen für die Friedensoperationen der Vereinten Nationen

Erkenntnisse für die Bewertung von Regionalorganisationen liefern nicht nur deren spezifische Beiträge im Kontext von UN-Friedensoperationen. Aufschlussreich kann gleichermaßen sein, was regionale Organisationen in bestimmten Krisensituationen nicht leisten, etwa aus politischen oder aus kapazitätsbedingten Gründen. Im zeitgeschichtlichen Rückblick fällt ein solches Nicht-Agieren regionaler Organisationen unter anderem im Zusammenhang mit den drei Krisensituationen auf, bei denen eine unzureichende internationale Reaktion häufig den Vereinten Nationen zugerechnet wird: So waren mit Blick auf das internationale Eingreifen in Somalia (1992-95) mit der Organisation of African Unity (OAU), der Organisation of the Islamic Conference (OIC) und der League of Arab States (LAS) zwar drei regionale Organisationen in Konsultationen des UN-Generalsekretärs einbezogen, allerdings gingen erkennbare, wirksame Impulse zur Einhegung oder Beendigung des eskalierenden Konfliktes von ihnen nicht aus. Bis ein Jahr vor Beginn des Genozids in Ruanda war die OAU in dem zentralafrikanischen Land mit einer kleinen Beobachtermission tätig; deren Aufgaben wurden jedoch im Herbst 1993 aus Gründen überdehnter OAU-Fähigkeiten an die neu eingerichtete UN-Operation UNAMIR übergeben. Wirksames Krisenmanagement im Zuge des Genozids (1994) ging von der OAU nicht aus. Schließlich ist mit Blick auf Maßnahmen zur Verhinderung des Massakers von Srebrenica (Juli 1995) festzustellen, dass Fähigkeiten der NATO etwa zur Durchführung von Luftschlägen verfügbar waren, aufgrund politischer Restriktionen seitens der UNO in erheblichem Umfang jedoch nicht genutzt wurden.
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Stichwort: Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)

Stichwort: Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)

Dies beruhte auf der Erkenntnis, daß nur eine zentrale u n d koordinierte Steuerung dieses PoUtikbereichs erfolgversprechend sein könne (s. hierzu die sog. Angesprochen sind nicht nur [r]

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