Nach oben pdf Über die Veränderung in Psychiatrie und Psychotherapie

Über die Veränderung in Psychiatrie und Psychotherapie

Über die Veränderung in Psychiatrie und Psychotherapie

ist für die Verbindlichkeit der Diagnosestellung und für die wissenschaftlichen Möglichkeiten einer disziplinierten, nunmehr globalisierten Kommunikation unbestritten. Sie hat nur einen, allerdings ganz entscheidenden Nachteil: dass nämlich die genaue Beschreibung und Klassifizierung eines zutiefst rätselhaften Phänomens, wie dasjenige der seelischen Veränderungen, nicht identisch ist mit der komplexen Tragweite eben dieser Phänomene. Es wäre ungefähr so, als könnten sie die Turbulenzen und Veränderungen in Ihren partnerschaftlichen Beziehungen jeweils in irgendwelchen Kompendien nachschlagen, um dann daraus eine genaue Diagnose des Beziehungszustandes, der daran beteiligten Gefühle und letztlich sogar die eventuellen Richtlinien für Ihr Handeln daraus ableiten. Für die Psychiatrie, aber auch für die Psychotherapie (für welche es inzwischen eine ähnliche Systematik, das OPD «Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik», in der 3. Auflage gibt) ist daraus eine Verlagerung des klinischen Denkens und Handelns ganz einseitig in Richtung Diagnostik entstanden, was an sich zwar keineswegs unwichtig, aber für die Arbeit mit Patienten tendenziell verhängnisvoll ist. Will ich vor allem wissen, was für eine Krankheit der Patient hat und wie ich sie zu codieren habe, so wird dies zwar der statistisch relevanten Forderung nach Objektivierung gerecht, nicht aber und noch keinesfalls dem spezifischen Erleben, ja der Einmaligkeit desselben für eben diesen Patienten. Und meine eigenen psychischen Reaktionen auf das Rätselhafte, was diese «Störung» in mir in Bewegung versetzt – und was für jede Psychotherapie unerlässlich ist – werden kurzerhand im gekröpften Anflug auf die Diagnose eliminiert. Aber auch auf die Ausbildung der jungen Kollegen und Kolleginnen hat diese tendenzielle Hegemonie der Diagnostik einen nicht zu unter- schätzenden, aus meiner Sicht negativen Einfluss. Das Verweilen und Hinsehen, das nur sehr langsam und in schwierigen Prozessen erlangbare hoch-individuelle Wissen über den jeweiligen Patienten – zunächst ganz ungeachtet seiner Diagnose – droht unterzugehen und nimmt der Faszination eben dieser Arbeit die Aura der unerlässlichen Subjektivität. An den erwähnten Veränderungen ändert sich auch dann nichts, wenn man sie mit dem netten Bastardenbegriff «bio-psycho-sozial» versieht.
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Psychiatrie in der Medizin Psychotherapie in der Medizin: Zuhören Verarbeiten In Beziehung sein Intervenieren. Die Rolle der Psychiatrie und Psychotherapie in der Medizin

Psychiatrie in der Medizin Psychotherapie in der Medizin: Zuhören Verarbeiten In Beziehung sein Intervenieren. Die Rolle der Psychiatrie und Psychotherapie in der Medizin

In diesem Zusammenhang gilt es sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass gerade die Psy- chotherapie durch die Inklusion von geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsfragen das na- turwissenschaftliche Forschungsparadigma erweitert und ergänzt. Aus diesem Grund gestaltete die AG Ambulante Psychotherapie der Österreichischen Ge- sellschaft für Psychiatrie, Psychosomatik und Psy- chotherapie (ÖGPP) angesichts des Tagungstitels der ÖGPP-Jahrestagung 2015 „Psychiatrie in der Medizin“ in Gmunden einen Workshop zum Thema Psychothe- rapie in der Medizin und lud zur Diskussion ein. Wir stellten eine Literaturanalyse vor: Anhand von Tho- mas Bernhards Aussagen über „Die Medizin“, „Das Patiententum“, „Die Mediziner“ und „Der Medizin- betrieb“ wurde eine Abhandlung über das Subjektive im Menschen gezeigt, wobei diese Auseinanderset- zung als Diskussions-Start diente, in der versucht wurde, den medizinischen Diskurs wieder gezielt mit Für die AG Ambulante Psychotherapie der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychosomatik und
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Beispiel-Nachfragen im Kontext von Veränderung. Elizitierungs- und Prozessierungsstrategien in Psychotherapie und Coaching-Gesprächen. Ein Vergleich

Beispiel-Nachfragen im Kontext von Veränderung. Elizitierungs- und Prozessierungsstrategien in Psychotherapie und Coaching-Gesprächen. Ein Vergleich

Mit der vorliegenden Studie haben wir den empirischen Fokus der gesprächs- analytischen bzw. konversationsanalytischen Forschung zu Veränderung in- duzierenden Sequenzen in helfenden Interaktionen erweitert. Dieser lag bis dato primär auf der Psychotherapie und insbesondere auf einzelnen verände- rungsinduzierenden Praktiken wie etwa formulations sowie deren interaktive und sequenzielle Ausgestaltung sowohl lokal als auch entlang mehrerer Sit- zungen bzw. ganzer Prozesse im Sinne von Bercelli et al.’s (2013) „supra-session courses of action. In diesem Beitrag kontrastieren wir die Verwendung von Beispiel-Nachfragen in Psychotherapie-Daten mit ihrer Verwendung in Coa- ching-Daten. Diese beiden Formate gegenüberzustellen scheint aufgrund der erläuterten Genese von Coaching und seinem ambivalenten Verhältnis zu Psy- chotherapie in zweierlei Hinsicht besonders gegenstandsangemessen zu sein: Zum einen leisten die Analysen des spezifischen Veränderungspotenzials von Beispiel-Nachfragen in Psychotherapie und Coaching einen Beitrag zu einem besseren Verständnis von Veränderungskommunikation in helfenden Interakti- onen, zum anderen dienen sie auch dazu interaktionstypologische Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Hilfe-Settings herauszuarbeiten.
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http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Psychiatrie-und-Psychotherapie/download/de/publikationen/2017

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Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie. Springer, Berlin, 2017. Band 1: Allgemeine Psychiatrie 2, S. 610-630. 75. Höglinger GU, Respondek G, Stamelou M, Kurz C, Josephs KA, Lang AE, Mollenhauer B, Müller U, Nilsson C, Whitwell JL, Arzberger T, Englund E, Gelpi E, Giese A, Irwin DJ, Meissner WG, Pantelyat A, Rajput A, van Swieten JC, Troakes C, Antonini A, Bhatia KP, Bordelon Y, Compta Y, Corvol JC, Colosimo C, Dickson DW, Dodel R, Ferguson L, Grossman M , Kassubek J, Krismer F, Levin J, Lorenzl S, Morris HR,

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PatientInnenbilder in der Psychiatrie und Psychotherapie / eingereicht von Madeleine Kassar

PatientInnenbilder in der Psychiatrie und Psychotherapie / eingereicht von Madeleine Kassar

Medizinethische Belange sind in der Psychiatrie von enormer Bedeutung. Die PsychiaterInnen und psychotherapeutisch ausgebildeten Ärzte und Ärztinnen sehen sich häufig ethischer Fragestellung im beruflichen Alltag ausgesetzt. Vermutlich begegnen dem medizinischen Personal mehr Sachverhalte, die ethische Komponenten aufweisen, als sie tatsächlich wahrnehmen, denn versteckte ethische Inhalte zu erkennen, stellt eine schwierige Aufgabe dar, fordert sie doch in hohem Maße Ethikkompetenz. Viele Ärztinnen fühlen sich bekanntlich unsicher in Bezug auf ethische Fragestellungen. Es scheint, als müsse vorab bei Ärztinnen eine gewisse Bereitschaft vorhanden sein, um sich überhaupt in einen ethischen Diskurs einbinden zu lassen oder diesem zumindest offen zu begegnen. Im Bereich Medizinethik umfasst das literarische Schaffen bis dato unzählige Sach- und Lehrbücher im englisch- wie im deutschsprachigen Raum. Nachvollziehbarerweise werden seit einigen Jahren verschiedene Fachrichtungen der Medizin mit für diese Richtungen typischen Fällen ethisch beleuchtet, weshalb es auch hier an spezifischer Fachliteratur nicht mangelt. Dennoch sind Fachbücher, welche die Bereiche Ethik und Psychiatrie bzw. Psychotherapie miteinander verknüpfen, vergleichsweise selten.
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Viktor Frankl und die gegenwärtige philosophische Sinndiskussion: Ein Beitrag zur Theorie des sinnvollen Lebens in Psychotherapie, Psychiatrie und Philosophie

Viktor Frankl und die gegenwärtige philosophische Sinndiskussion: Ein Beitrag zur Theorie des sinnvollen Lebens in Psychotherapie, Psychiatrie und Philosophie

verstärkt ein Thema, sondern auch in Psychiatrie und Psychotherapie. Bereits seit langer Zeit jedoch spielt es eine zentrale Rolle in der Existenzanalyse und Logothe- rapie, die der Psychiater Viktor E. Frankl entwickelt hat. Frankls eigenständige Sinn- theorie wird in der gegenwärtigen philosophischen Sinndebatte allerdings weitest- gehend ignoriert. Das Ziel dieses Artikels ist es, diesen Zustand zu beenden und die heutige philosophische Sinndebatte mit Frankl ins Gespräch zu bringen. Einerseits geht es darum, Frankls Sinntheorie im Lichte der philosophischen Sinndebatte zu verstehen und zu bewerten: Was für eine Art von Sinntheorie vertritt er? Wie ist sie einzuordnen? Wie steht es um ihre innere Kohärenz, die Plausibilität seiner sinn- theoretischen Überzeugungen und die Qualität ihrer Begründung? Andererseits soll geprüft werden, inwiefern Frankls Ansatz die gegenwärtige philosophische Sinndis- kussion voranbringen kann: Gibt es bei ihm theoretische Elemente, die in der Philo- sophie zu wenig Beachtung fi nden? Kann er der philosophischen Sinntheorie wichti- ge Impulse geben?
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http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Psychiatrie-und-Psychotherapie/download/de/forschung/bildgebung/Publikationenpsychophysiologie

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Levine, S. Z., Rabinowitz, J., Engel, R., Etschel, E., & Leucht, S. (2008). Extrapolation between measures of symptom severity and change: An examination of the PANSS and CGI. Schizophrenia Research, 98, 318-322. Mulert, C., Seifert, C., Leicht, G., Kirsch, V., Ertl, M., Karch, S., Moosmann, M., Lutz, J., Möller, H.J., Hegerl, U., Pogarell, O., Jäger, L. (2008). Single-trial coupling of EEG and fMRI reveals the involvement of early anterior cingulate cortex activation in effortful decision making. Neuroimage, 42(1), 158-68. Engel, R.R. & Fast, K. (2008) Klinisch-psychologische und neuropsychologische Testdiagnostik. In: H.-J. Möller, G. Laux & H.-P. Kapfhammer (Hrsg.) Psychiatrie und Psychotherapie. Dritte Auflage. Band I. Allgemeine Psychiatrie. Heidelberg: Springer, S. 483-509.
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Arbeitsbelastung und psychische Gesundheit bei Ärztinnen und Ärzten im Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie : Veränderungen in 10 Jahren und Unterschiede zur Intensivmedizin

Arbeitsbelastung und psychische Gesundheit bei Ärztinnen und Ärzten im Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie : Veränderungen in 10 Jahren und Unterschiede zur Intensivmedizin

Im Zusammenhang mit der Arbeitsbelastung in Gesundheitsberufen zeigen internationale Studien vermehrt auf, dass Ärzte, und im besonderen Maße Psychiater/ Psychotherapeuten (Psychiater/ PT), von Burnout, Depressivität und beruflichen Gratifikationskrisen betroffen sind. Die empirische Datenlage in Deutschland erweist sich diesbezüglich bislang als dünn. Das Ziel der vorliegenden Querschnittsstudie ist, die psychische Gesundheit der Psychiater/ PT im Zusammenhang mit den Arbeitsumständen und Belastungen zu untersuchen und dies mit den identischen Erhebungen der Anästhesisten/ Intensivmedizinern/ Notfallmedizinern (Anästhesisten/ IM/ NM) aus 2016 und der Psychiater/ PT aus 2006 zu vergleichen. Hierzu wurden bei den Psychiatern/ PT auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Jahr 2016 mittels einer anonymen Fragebogenerhebung die soziodemografischen, berufs- und gesundheitsbezogenen Daten sowie in standardisierten psychologischen Tests das Risiko für Burnout, Depressivität und berufliche Gratifikationskrisen erfasst. Die Selbstbeurteilungsinstrumente setzten sich aus dem deutschen Maslach Burnout Inventar (MBI-D), dem Beck Depressions Inventar II (BDI-II) und dem Fragebogen zur Messung beruflicher Gratifikationskrisen (Effort-Reward- Imbalance: ERI) zusammen. Insgesamt nahmen 1088 Psychiater/ PT an der Befragung teil. Die Ergebnisse zeigten bei den Psychiatern/ PT eine Burnout-Prävalenz von 4,9% (n = 51) auf, damit liegt das Risiko über dem der Allgemeinbevölkerung. Weibliche Psychiater/ PT waren höchst signifikant (p < 0,001) mehr betroffen als ihre männlichen Kollegen. Bei einer Berufserfahrung von durchschnittlich 22 Jahren ergab sich außerdem eine negative Korrelation zwischen der Anzahl an Berufsjahren und dem Burnout-Risiko (r = -0,097, p = 0,002). Die Anzahl der Arbeitsstunden korrelierte positiv mit einer emotionalen Erschöpfung (r = 0,007, p = 0,083). Ärzte mit maximal zwei arbeitsfreien Wochenenden pro Monat zeigten hoch signifikant (p = 0,003) mehr emotionale Erschöpfung als jene mit weiteren freien Wochenenden. Die Teilnahme an Supervision wirkte sich signifikant (p < 0,018) positiv auf die persönliche Leistungsfähigkeit der Befragten aus. In einer Klinik tätige Psychiater/ PT wiesen insgesamt signifikant (p = 0,027) höhere Burnout-Skalenwerte auf als diejenigen in einer Praxis.
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Wahrung von Patientenautonomie und Menschenrechten in deutschen Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie: Umsetzung in Klinik und Recht

Wahrung von Patientenautonomie und Menschenrechten in deutschen Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie: Umsetzung in Klinik und Recht

Aus diesem Grund wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert, ob, unabhängig von einer akut zu erfolgenden Gefahrenabwehr, psychiatrische Kliniken der richtige Ort für eine Unterbringung sind, wenn die Betroffenen eine Behandlung beispielsweise durch eine Patientenverfügung grundsätzlich ablehnen oder einwilligungsfähig sind (Pollmächer, 2016; Schalast, 2016). Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) fordert, dass Menschen, die selbstbe- stimmungsfähig sind und eine Behandlung ablehnen, unabhängig von einer gleichzeitig vorliegenden Selbst- oder Fremdgefährdung nicht mehr in psychiatrischen Kliniken un- tergebracht werden müssen (DGPPN, 2016), was von juristischer Seite kritisiert wird. Denn, „wenn sich die Psychiatrie für psychisch kranke und zugleich gefährliche Personen nicht mehr zuständig fühlt, kommt jedoch unweigerlich die äußerst beunruhigende Frage auf, wohin diese Personen stattdessen sollen“ (Henking, 2015, S. 172).
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Rezension: Jörg M. Fegert/ Annette Streeck-Fischer/ Harald J. Freyberger (Hg.) (2009): Adoleszenzpsychiatrie. Psychiatrie und Psychotherapie der Adoleszenz und des jungen Erwachsenenalters

Rezension: Jörg M. Fegert/ Annette Streeck-Fischer/ Harald J. Freyberger (Hg.) (2009): Adoleszenzpsychiatrie. Psychiatrie und Psychotherapie der Adoleszenz und des jungen Erwachsenenalters

Im fünften Abschnitt betrachten und diskutieren die Autor/innen schließlich rechtli- che und ethische Aspekte von Psychiatrie und Psychotherapie in der Adoleszenz. Welche gesetzlichen Regelungen gelten beispielsweise für die ärztliche Behandlung von minder- jährigen Patienten? Inwieweit müssen Jugendliche und deren Erziehungsberechtigte einer Therapie zustimmen? Wie gestalten sich die rechtlichen Grundlagen im Falle einer sta- tionären Unterbringung und Behandlung eines Jugendlichen gegen dessen Willen? Neben diesen Fragen werden familien- und sozialrechtliche Grundlagen in Bezug auf das Jugend- alter beleuchtet und gesetzliche Leistungsansprüche auf Sozialleistungen für psychisch beeinträchtigte Jugendliche und psychosoziale Hilfesysteme dargestellt. Ergänzend findet man Ausführungen zu Besonderheiten der Strafrechtsbegutachtung im jugendlichen und jungen Erwachsenenalter und psychotherapeutischen Maßnahmen im Rahmen des Maß- regelvollzugs, deren Rahmenbedingungen, Motivationsprobleme und prognostische Ein- schätzung. Abschließend bietet der Anhang eine Übersicht zu Adressen relevanter Fach- gesellschaften, Berufsverbände und Selbsthilfegruppen.
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Veränderung der Behandlungsprävalenz von Patienten der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Homburg/Saar im Zeitraum 1986 bis 2009

Veränderung der Behandlungsprävalenz von Patienten der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Homburg/Saar im Zeitraum 1986 bis 2009

Die klinischen Beschreibungen und diagnostischen Leitlinien waren in einer vor- läufigen Fassung Gegenstand einer internationalen multizentrischen Feldstudie, welche die Akzeptanz der teilweise neu geschaffenen diagnostischen Kategorien, deren Passgenauigkeit (= Validität) und Reliabilität überprüfen sollte. Die Ergeb- nisse der internationalen Studie wurden von Sartorius et al. 1993 publiziert. Von der deutschsprachigen Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) wurde diese Untersuchung von Dilling (Dilling et al. 1990, Dittmann et al. 1992) unter Federführung der Klinik für Psychiatrie Lübeck in zehn teilnehmenden Zentren durchgeführt und als Merkmalslistenstudie veröffentlicht. Ein wichtiger Bestandteil dieser Studie war die Entwicklung einer ICD-10 Merkmals- liste (ICDML) mit allen relevanten Kriterien zur Diagnostik von ICD-10 Störungen. Damit sollte die Erprobung und Anwendung der ICD-10 in der Praxis untersucht wer- den.
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Evaluation des psychiatrischen Pflichtpraktikums an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf im SS 1997 unter Berücks. der Einstellung von MedizinstudentInnen gegenüber psychiatrischen  PatientInnen

Evaluation des psychiatrischen Pflichtpraktikums an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf im SS 1997 unter Berücks. der Einstellung von MedizinstudentInnen gegenüber psychiatrischen PatientInnen

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass trotz einer allgemeinen Zufriedenheit über den Kurs noch gewisse Mängel bestehen, die zu beheben wären. Obwohl der bestehende Wissenszuwachs von den Studierenden hauptsächlich auf den Kurs zurückgeführt wurde, war dies nicht objektiv messbar. Das stellt ein eher enttäuschendes Ergebnis dar. Da jedoch gerade im Bereich der Psychiatrie diverse „nicht nachweisbare“ Lerneffekte bestehen (z.B. Gesprächsführung, Sicherheit im Umgang mit psychiatrisch erkrankten Patienten), sollte man von der Tatsache der schlechten Klausurergebnisse nicht dazu verleitet werden, das Psychiatriepraktikum als grundsätzlich schlecht zu bewerten. Will man eine extreme Position einnehmen, so lässt sich diskutieren, wie viel an tatsächlichem Wissen im Rahmen eines solchen Praktikums erlangt werden kann. Zumeist wird lediglich das Auge des Teilnehmers geschult und so eine erhöhte Bereitschaft zur Wissensaufnahme bei erneutem Kontakt mit ähnlichen Themenbereichen initiiert. Ein jeder wird bei kritischer Überlegung feststellen, dass der Großteil des bestehenden Wissens im Rahmen einer mehrjährigen Praxiserfahrung erlangt wurde. Will man demgegenüber die hier erlangten Ergebnisse des Wissensteiles mit Klausurergebnissen anderer Fachbereiche vergleichen, so müsste man auch die Bedingungen angleichen. Würde zum Beispiel das Erlangen einer bestimmten Punktzahl für den Scheinerhalt relevant werden, so hätte sicherlich eine intensivere Vorbereitung der Studierenden stattgefunden. Durch ein ausgiebiges Erarbeiten des Stoffgebietes wäre auch die Beantwortung von relativ speziellen Fragen möglich gewesen. In diesem Fall wäre jedoch nicht der Lernzuwachs durch die Qualität des Kurses gemessen worden, sondern lediglich durch den Fleiß der Studierenden. Eine neue Herangehensweise zu diesem Thema wäre eventuell die Verwendung von relativ einfachen Fragen, die in offener Weise zu beantworten wären. Hier würde sicherlich der Zuwachs an durch den Kurs erlangtem Wissen deutlich messbarer werden.
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http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Psychiatrie-und-Psychotherapie/download/de/publikationen/2016

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Die Psychiatrie 2016; 13: 88-93. IF – 31. Falkai P, Malchow B, Wetzestein K, Nowastowski V, Bernstein HG, Steiner J, Schneider-Axmann T, Kraus T, Hasan A, Bogerts B, Schmitz C, Schmitt A Decreased oligodendrocyte and neuron number in anterior hippocampal areas and the entire hippocampus in schizophrenia: A stereological postmortem study. Schizophr Bull 2016; 42 Suppl1: S4-S12. IF 7.575

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Häufigkeit und Korrelate von Persönlichkeitsstörungen in der statioären Psychotherapie der Psychiatrie

Häufigkeit und Korrelate von Persönlichkeitsstörungen in der statioären Psychotherapie der Psychiatrie

Die 107 Probanden dieser Studie, stationär-psychiatrische Patienten mit vorwiegend affektiven Störungen, wurden anhand des Selbstbeurteilungsfragebogens des Strukturierten Klinischen I[r]

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Psychotherapie in der Psychiatrie über digitale Medien? Kontra

Psychotherapie in der Psychiatrie über digitale Medien? Kontra

lung der Behandler mit der geglückten Verarbeitung kritischer Lebensereignisse und Etablierung einer optimalen Bezie- hungsfähigkeit zusammen, die sich dann in der Gestaltung der Arbeitsbeziehung („working alliance“, WA) niederschlägt. Die WA wird vor allem durch Persön- lichkeitsmerkmale, wie Reflexionsfähig- keit und Ich-Stärke vs. Abwehr und Fragilität, beeinflusst. Letztere stehen zusätzlich wiederum mit institutionellen oder sog. „Allegiance“-Faktoren (Loya- lität gegenüber anderen Behandlern) in Zusammenhang, wodurch dem the- rapeutischen Team in der Psychiatrie gesonderte Bedeutung für die therapeu- tische Beziehung zukommt. Warum ist die therapeutische Beziehung so wichtig? „Working alliance“ und Bindung me- diieren die Interventionen. Allgemein gilt für alle vier Traditionen der Psychothe- rapiemethoden und für störungsspezifi- sche Verfahren, dass affektbezogene In- terventionen die Mediatoren zum Thera- pieerfolg darstellen. Die Aktivierung von Affekten bei Patienten sowie deren ver- tieftes Erleben und „Verstehen“ im Ver- lauf der Behandlung führen zum positi- ven Behandlungsoutcome [ 2 ]. In erfolg- reichen Therapien gelingt es, die Abwehr beim Patienten zu mildern und eine adä- quate Affektmodulation zu ermöglichen, wobei dies hauptsächlich durch die Ar- beit an und in der therapeutischen Bezie- hung erfolgt [ 3 ]. Warum kann affektives Verstehen nicht digital erfolgen?
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Implementierung und Evaluierung eines fallbasierten e-learning Angebotes im
Fach Psychiatrie und Psychotherapie

Implementierung und Evaluierung eines fallbasierten e-learning Angebotes im Fach Psychiatrie und Psychotherapie

Der in der vorliegenden Studie zum ersten Messzeitpunkt benutzte Fragebogen enthielt darüber hinaus elf zusätzliche, aus dem "Fragebogen zum Vorwissen (FVPP)" von Mohr (2005) übernommene Items, die vorhergehende Erfahrungen der Ausfüllenden mit der Psychiatrie und/oder psychiatrischen Patienten abfragten und eventuell vorhandenes Vorwissen zu der Thematik messen sollten. Die Items waren ebenfalls nach der für den ATP 35 beschriebenen Likert-Skalierung dargestellt. Auch hier wurden negative Antworten bzw. doppelte Verneinungen umcodiert, so dass ebenfalls ein höherer Summenscore ein größeres Vorwissen zur Psychiatrie bedeutete. Beim zweiten Messzeitpunkt wurden zehn dieser elf Items aus dem Fragebogen entfernt, lediglich ein Item wurde belassen (Nr. 1 im Post-test-Fragebogen) weil es auch zum zweiten Messzeitpunkt noch sinnvoll erschien ("Ich weiß nicht, wie ich mich gegenüber psychisch kranken Menschen verhalten muss."). Dieses nicht zum ATP 35 gehörige Item wurde bei der Berechnung des ATP
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Gestalttheorie in der Psychotherapie

Gestalttheorie in der Psychotherapie

Katonah, als Professor für Klinische Psychiatrie an der Mount Sinai Medical School, und als Consultant am Beth Israel Hospital, betrieb Levy in New York nach einer sechsjährigen Lehranalyse eine psychoanalytische Privatpraxis. Dass sein Psychoanalyse-Verständnis ein kritisch gestalttheoretisches war, geht nicht zuletzt aus seiner Abhandlung zur Kritik der Freudschen Auffassung vom Über-Ich (1956) und aus seinem Kommentar zu Heinrich Schultes (von Wert- heimer geprägter) Arbeit über die Paranoia hervor, die er erstmals vollständig ins Englische übersetze und mit einer ausführlichen Einleitung und Nach- betrachtung versah (Levy 1986). Zwei weitere, für die klinische Theorie und Anwendung der Gestalttheorie bedeutende Arbeiten waren unter Anleitung Max Wertheimers schon früher entstanden: 1936 eine Abhandlung zum Ver- ständnis manischen Erlebens und Verhaltens, 1943 eine Analyse der schi- zophrenen formalen Denkstörung. Diese beiden für die klinische Gestalttheorie wesentlichen Arbeiten fanden in den USA allerdings wenig Beachtung, in Europa wurden sie bis vor kurzem überhaupt nicht registriert. Es ist zu hoffen, dass sich dies durch die inzwischen erfolgten Übersetzungen ins Deutsche (Levy 1997, 2000) und ihre Einordnung in eine gestalttheoretische Krankheits- lehre der Psychotherapie (Stemberger 2002) zumindest für den deutschsprachi- gen Raum ändern wird (Gesamt-Bibliographie und weitere biographische Anmerkungen zu Levy siehe Stemberger 2002).
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Frauen-Räume in der Triestiner Psychiatrie

Frauen-Räume in der Triestiner Psychiatrie

„Allerdings entschwindet seit einiger Zeit das Territorium in seinen demographischen und institutionellen Grenzen, während sich neue Ka¬ tegorien zu seiner Lektüre und zur (Neu-)Definition einer anderen Geo¬ graphie aufdrängen bzw. durchsetzen. Zum Beispiel können wir viel eher das 'Territorio-Donna' ('Territorium der Frau') als auch organisa¬ torischen Bezugspunkt unserer Arbeit anerkennen, welches nicht durch Straßen oder Quartiere, sondern durch unbeantwortete Bedürfnisse, verletzte Rechte und mehr noch durch Ausdrucksfähigkeiten, ('capacitä espressive'), Begehren, der Lust und dem Willen zur Veränderung ('transformazione') und zur autonomen Anerkennung definiert ist."'
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Abbrüche in der Psychotherapie

Abbrüche in der Psychotherapie

wert im Normbereich (z.B. Ängstlichkeit) bereits als „geheilt“ bezeichnet werden kann (Zar4 bock, 2004). Ein häufig verwendeter Ansatz zur Bestimmung von therapeutischem Erfolg in der klinischen Forschung stützt sich diesbezüglich auf die Messung von klinisch signifikanten Veränderungen. Demnach muss eine reliable Verbesserung der Symtomatik stattgefunden haben, wobei die Intervention ermöglichen musste, die Syptombelastung der Patientinnen und Patienten „mit grösserer Wahrscheinlichkeit einer Normal4 als einer Patientenpopulation zuzurechnen“. (Breil, Joormann, Kosfelder & Schulte, 2004, S. 70). Eine weitere Perspektive erhält der Diskurs durch die Assoziation zu psychischer Gesundheit, die vom jeweiligen Blickwinkel abhängig ist: Während die Gesellschaft psychische Gesundheit als Verhaltenssta4 bilität, Vorhersagbarkeit und Konformität zu sozialen Konventionen versteht, interpretiert die Patientin oder der Patient psychische Gesundheit vor allem als ein hohes Mass an Wohl4 befinden. Psychologische Fachleute wiederum bedienen sich meist eines theoretischen Mo4 dells einer gesunden Persönlichkeitsstruktur, die eine Integration von sozialer Anpassung und subjektivem Wohlbefinden zulässt (Strupp & Hadley, 1977). Es liegt also auf der Hand, dass die Psychotherapie längst nicht mehr nur die „Heilung“ im engeren Sinne zum Gegens4 tand hat (Grawe, Donati & Bernauer, 2012). Häufig suchen auch Menschen, denen keine klinisch abgrenzbare Psychopathologie zugeschrieben werden kann, eine Psychotherapie auf und so wird unter einer erfolgreichen Therapie weit mehr als nur reine Symptomreduktion verstanden. Meist bewirkt die Behandlung zusätzlich eine Steigerung des Selbstwertgefühls und des allgemeinen Wohlbefindens, eine Verbesserung der Qualität der zwischenmenschli4 chen Beziehungen, eine Verringerung des Leidensdrucks und die Erhöhung der Lebensquali4 tät (Grawe et al., 2012). So liegt das grundlegende Bestreben der Psychotherapie nach Ogles (2013) in der Ermöglichung einer Veränderung der Patientinnen und Patienten. Diese erwar4 ten, durch die Therapie einen persönlichen Wandel zu erfahren und die Therapeutinnen und Therapeuten haben zum Ziel, diesen Wandel durch ihre Arbeit unterstützen zu können. Un4 ter Wandel und Veränderung versteht Luborsky (1984) ein besseres Verständnis der Patien4 tinnen und Patienten für die Symptomatik und das Wesen des bestehenden Grundkonflikts, was zu einer Veränderung in der Symptomatik und zu einer besseren Bewältigung von Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung führt. Ergänzend dazu führen Kanfer und Goldstein (1991) aus, dass die Ziele einer Therapie unter anderem die Veränderung von emo4 tionalen Störungen, dem Selbstbild und problematischen Verhaltensweisen, wie beispielswei4 se interpersonellen Beeinträchtigungen, und die Einsicht in eigene problembesetzte Themen zum Gegenstand haben.
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Grundlagenforschung in der Psychiatrie

Grundlagenforschung in der Psychiatrie

Bisher wurde zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung vorzugsweise mit Beispielen krankheitsbezogener Forschung differenziert. Spezifisch psychiatrisch aber ist Forschung, die Wissen zum Krank- sein des Kranken generiert, zu seiner Verarbeitung der Krankheit, zum Erleben von krankheitsbedingten Stö- rungen der Beziehung zu seiner Umgebung oder der Veränderung seiner Innenwelt wie auch seiner Hand- lungsfähigkeit. Auch hier könnte psychopathologische Grundlagenforschung, etwa zur begrifflichen Erfassung psychischer Grundphänomene und zum Verständnis ihrer Bedeutung und sozialen Kontextabhängigkeit, zum Einfluss psychischer Störung auf die Wahrnehmung, Willensbildung und Entscheidungsfähigkeit von an- gewandter Forschung unterschieden werden; Beispiele für Letztere wären auf das individuelle Erleben zentrierte Psychotherapieforschung oder in der forensischen Psychi- atrie Forschung zu praktischen Fragen der Erfassung und Beurteilung von Testier- und Verhandlungsfähigkeit so- wie zum Risiko der Rückfälligkeit bei psychisch kranken Delinquenten oder Untersuchungen zur Entwicklung und wissenschaftlichen und damit evidenzsichernden Prüfung von sozialpsychiatrisch-rehabilitativen Verfah- ren, die dem psychisch Kranken bei (Wieder-)Gewin- nung von Eigenständigkeit und sozialer Teilhabe helfen.
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