Nachhaltige Regionalentwicklung

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Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung - Problemaufriss und Ergebnisse

Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung - Problemaufriss und Ergebnisse

Was bedeutet also zunächst nachhaltige Regionalentwicklung? Aus den verschiedenen Ansatzpunkten, die es zu diesem Themenfeld gibt, wird in dem Beitrag von Schiller/ Kanning/Pflitsch et al. in diesem Band vorrangig der Blickwinkel der Planungswissen- schaften eingenommen, der die Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales ein- bezieht. Unter einem umsetzungsbezogenen Blickwinkel wird herausgestellt, dass kleinräumige Einheiten als besonders geeignet anzusehen sind, wenn es in einem par- tizipativen Prozess um die kontinuierliche Abstimmung und Konsensbildung über öko- nomische, soziale und ökologische Entwicklungen geht. In diesem Prozess kann aller- dings auf eine konsistente theoretische Fundierung des Nachhaltigkeitsleitbildes nicht zurückgegriffen werden. So stellt auch die Ökologische Ökonomik, auf die oft Bezug genommen wird, kein geschlossenes, allgemein akzeptiertes Theoriegebäude dar, ver- weist aber – naturwissenschaftlich fundiert – auf die besondere Rolle des ökologi- schen Systems für die Überlebensfähigkeit des sozioökonomischen Systems. Wenn allerdings die Tragfähigkeit ökologischer Systeme handlungsbezogen konkret defi- niert werden soll und wenn Grenzen der weiteren Belastbarkeit aufgezeigt werden sollen, müssen die jeweiligen naturräumlichen Ausprägungen einbezogen werden, und es müssen der Grad der Nutzung und die bereits vorhandenen Belastungen be- kannt sein. Die dafür notwendigen Informationen sind allenfalls lückenhaft verfügbar und angesichts immer notwendiger Bewertungen lässt sich daraus keine allgemein akzeptierte Handlungsgrundlage ableiten.
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Nachhaltige Regionalentwicklung und kooperativer Naturschutz in Süd-Korea. Governance-Prozesse im Jeju Island Biosphere Reserve im Vergleich mit Biosphärenreservaten in Deutschland und Großbritannien

Nachhaltige Regionalentwicklung und kooperativer Naturschutz in Süd-Korea. Governance-Prozesse im Jeju Island Biosphere Reserve im Vergleich mit Biosphärenreservaten in Deutschland und Großbritannien

5 1 Einleitung und Aufgabenstellung Schutzgebiete stellen einen wesentlichen Eckfeiler einer internationalen Naturschutzpolitik dar (Wallner et al. 2007, 104). Dabei haben vor allem bei den Großschutzgebieten (z.B. Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate) kooperative Ansätze, die Naturschutz in den Kontext einer nachhaltigen Regionalentwicklung stellen, an Bedeutung gewonnen (vgl. Erdmann 2008; Stoll-Kleemann & Job 2008; DRL 2010). Zudem wurden die Steuerungsaufgaben in Biosphärenreservaten zunehmend als Governance-Prozesse interpretiert (Fürst et al. 2006; Mehnen et al. 2013a). Durch eine Kooperation unterschiedlicher Akteure werden sowohl die Schutzansprüche koordiniert als auch ein Schutz durch Nutzung bzw. eine naturschutz-konforme Nutzung organisiert. Oftmals geht es darum die Natur für eine nachhaltige Regionalentwicklung in Wert zu setzen (Kriszan & Burdack 2013; Mehnen et al. 2013b). Um diese Ansprüche zu optimieren, hat sich in den letzten 20 Jahren ein Trend zu mehr Partizipation in diesen Schutzgebieten ergeben (Dearden et al. 2008).
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Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung - Problemaufriss und Ergebnisse

Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung - Problemaufriss und Ergebnisse

Was bedeutet also zunächst nachhaltige Regionalentwicklung? Aus den verschiedenen Ansatzpunkten, die es zu diesem Themenfeld gibt, wird in dem Beitrag von Schiller/ Kanning/Pflitsch et al. in diesem Band vorrangig der Blickwinkel der Planungswissen- schaften eingenommen, der die Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales ein- bezieht. Unter einem umsetzungsbezogenen Blickwinkel wird herausgestellt, dass kleinräumige Einheiten als besonders geeignet anzusehen sind, wenn es in einem par- tizipativen Prozess um die kontinuierliche Abstimmung und Konsensbildung über öko- nomische, soziale und ökologische Entwicklungen geht. In diesem Prozess kann aller- dings auf eine konsistente theoretische Fundierung des Nachhaltigkeitsleitbildes nicht zurückgegriffen werden. So stellt auch die Ökologische Ökonomik, auf die oft Bezug genommen wird, kein geschlossenes, allgemein akzeptiertes Theoriegebäude dar, ver- weist aber – naturwissenschaftlich fundiert – auf die besondere Rolle des ökologi- schen Systems für die Überlebensfähigkeit des sozioökonomischen Systems. Wenn allerdings die Tragfähigkeit ökologischer Systeme handlungsbezogen konkret defi- niert werden soll und wenn Grenzen der weiteren Belastbarkeit aufgezeigt werden sollen, müssen die jeweiligen naturräumlichen Ausprägungen einbezogen werden, und es müssen der Grad der Nutzung und die bereits vorhandenen Belastungen be- kannt sein. Die dafür notwendigen Informationen sind allenfalls lückenhaft verfügbar und angesichts immer notwendiger Bewertungen lässt sich daraus keine allgemein akzeptierte Handlungsgrundlage ableiten.
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OPUS Würzburg | Nachhaltige Regionalentwicklung im Biosphärenreservat Rhön - Regionale Wertschöpfungsketten diskutiert am Beispiel der Dachmarke Rhön

OPUS Würzburg | Nachhaltige Regionalentwicklung im Biosphärenreservat Rhön - Regionale Wertschöpfungsketten diskutiert am Beispiel der Dachmarke Rhön

Ein überaus wichtiger Aspekt in der Diskussion ist es anzuerkennen, dass die Debatte und Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung über alle Maßstäbe, Ebenen und Grenzen hinweg geht und von der internationalen Gemeinschaft, über die Region, bis zum einzelnen Haushalt betrifft (vgl. Erdmann/d‘Oleire-Oltmanns 1998: 75). Bereits im Rahmen der Agenda 21 ist angeklungen, dass Regionen als eine zentrale Maßstabsebene erachtet werden können, da sich die die Anforderungen der nachhaltigen Entwicklung auf regionaler Ebene besonders sinnvoll verwirklichen lassen (vgl. Herrenknecht/Wohlfarth 1997: 7). Dafür werden ökologische und öko- nomische Aspekte, aber vor allem auch soziale Gründe angeführt (vgl. Job et al. 2003: 12). Die Regionalisierung der Herangehensweise kann als gegenläufiger Trend zur Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft gesehen werden. Aufgrund der Größe der Region können Ursachen und Wirkungen von Handlungen zugeord- net werden und erscheinen transparenter. Regionale Akteure haben somit eine grö- ßere Motivation, Verantwortung für ihre Umwelt zu tragen, da die Ergebnisse des eigenen Handelns unmittelbar erfahrbar sind (vgl. Dühr 1998: 19; Kaether 1999: 93; Majer 1995: 223ff.; Weber 2012: 81; Spehl 1998: 23). Die klare Definition von nachhal- tiger Entwicklung verliert in dieser Raumeinheit an Bedeutung, da in der Region vor allem konkrete Herausforderungen samt ihrer Umsetzung betrachtet werden (vgl. Gustedt/Weih 1998: 8). In diesem regionalen Kontext der nachhaltigen Entwicklung wird häufig auf das Konzept der eigenständigen Regionalentwicklung abgestellt und dessen Handlungsansätze übernommen. Trotz unterschiedlicher theoriege- schichtlicher Hintergründe stimmen die Umsetzungsformen beider Konzepte in zentralen Bereichen überein, so dass die nachhaltige Regionalentwicklung gelegent- lich auch als eine Weiterentwicklung der eigenständigen Regionalentwicklung in- terpretiert wird (vgl. Appel 2002: 10; Ermann 1998: 8f.; Herrenknecht/Wohlfarth 1997: 5ff.; Schäfer 1997: 20).
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Hochschulen als Agenten des Wandels für eine nachhaltige Regionalentwicklung? Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung aus der Transition-Perspektive

Hochschulen als Agenten des Wandels für eine nachhaltige Regionalentwicklung? Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung aus der Transition-Perspektive

In diesem Teilkapitel liegt der Fokus auf den Verbindungen zwischen Nachhaltigkeit und Region. Dabei gehen wir insbesondere der Frage nach, was eine nachhaltige Regi- onalentwicklung kennzeichnet (vgl. Abb. 1). Aus der Fülle und Vielfalt an Material, das es zum Themenfeld gibt, wird für den vorliegenden Kontext vor allem der mit der räumlichen Planung(swissenschaft) verbundene Diskurs zur nachhaltigen Raum- und Regionalentwicklung in Deutschland zugrunde gelegt, da dieser – zumindest theore- tisch – einen übergreifenden Ansatz verfolgt, der die Dimensionen Ökologie, Ökono- mie und Soziales umfasst. Mit dem erweiterten Selbstverständnis, das die räumliche Planung etwa seit den 1990er Jahren prägt und neben Ordnungs- explizit auch Ent- wicklungsfunktionen einschließt (§ 1 Abs. 1, § 13 ROG), verbinden sich hier räumliche und regionalökonomische Perspektiven. Im Folgenden wird daher auch das Begriffs- paar „nachhaltige Raum- und Regionalentwicklung“ verwendet. Nicht näher betrach- tet werden Diskurse, die vornehmlich im regionalökonomischen, strukturpolitischen und wirtschaftsgeographischen Bereich geführt werden und den Fokus (noch) über- wiegend auf die ökonomische Dimension legen. Weiterführend sei hierzu exempla- risch verwiesen auf Schulz (2012), Schulz/Bailey (2014) sowie den Arbeitskreis „Post- wachstumsökonomien“ der ARL, der sich 2017 konstituiert hat und von dem weitere Beiträge für die Transformation zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung zu erwar- ten sind, die beispielsweise auch für schrumpfende Regionen neue Perspektiven eröff- nen können. Demgegenüber fließen Erkenntnisse aus der persönlichen Mitwirkung in dem seit 2016 bestehenden ARL-Arbeitskreis „Nachhaltige Raumentwicklung für die große Transformation“ in den vorliegenden Beitrag ein.
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Transformationsprozesse im Hochschulsystem in Richtung nachhaltige Regionalentwicklung ("Empirische Illustrationen")

Transformationsprozesse im Hochschulsystem in Richtung nachhaltige Regionalentwicklung ("Empirische Illustrationen")

Mit der Direktwahl eines Grünen zum Oberbürgermeister im Jahr 2011 hat auch die Entwicklung Darmstadts hin zu einer ökologisch nachhaltigen Stadt erheblich an Dy- namik gewonnen. So kommt der Stadt mit ihrem Konzept der „Green-Smart-City“ eine Vorreiterrolle in Hessen zu. Es umfasst vorrangig Projekte, die die Verfügbarkeit IT-ba- sierter Services zur Energieeffizienz und zur Elektromobilität steigern sollen, um auf diese Weise einen Mehrwert für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu erzeugen. Wei- tere Kernthemen sind die Förderung der intermodalen Mobilität, von Gesundheit und Bildung, der bereits angesprochene Wandel in Richtung Industrie 4.0 und IT-Sicher- heit sowie Projekte zur Bürgerbeteiligung zwecks Erhöhung der Transparenz von Ver- waltungsprozessen und städtischen Dienstleistungsangeboten. Die darin zum Aus- druck kommende enge Verzahnung neuester digitaler Technologien mit Frage- stellungen der ökologischen und ökonomischen Zukunftsfähigkeit von Stadt und Regi- on ist charakteristisch für Darmstadt und war mit ausschlaggebend dafür, dass die Stadt 2017 als Sieger aus dem vom Digitalverband Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund veranstalteten Wettbewerb „Digitale Stadt“ hervorgegangen ist. Dem liegt die in weiten Teilen von lokaler Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam geteilte Einsicht zugrunde, dass nachhaltige Entwicklung und Ansätze digitaler Transformation eng miteinander verbunden sind.
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Sozial-ökologisches Tätigsein im Schatten der Moderne : Tätigkeitsräume für eine nachhaltige Regionalentwicklung

Sozial-ökologisches Tätigsein im Schatten der Moderne : Tätigkeitsräume für eine nachhaltige Regionalentwicklung

Diese Externalisierungen sind bei John Locke und Adam Smith so gravierend, dass im Grunde ein Externalisierungsprinzip entsteht: Es muss naturbedingte Ungleichheit geben, damit die Fre[r]

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Sozial-ökologisches Tätigsein im Schatten der Moderne? Tätigkeitsräume für eine nachhaltige Regionalentwicklung

Sozial-ökologisches Tätigsein im Schatten der Moderne? Tätigkeitsräume für eine nachhaltige Regionalentwicklung

Diese Externalisierungen sind bei John Locke und Adam Smith so gravierend, dass im Grunde ein Externalisierungsprinzip entsteht: Es muss naturbedingte Ungleichheit geben, damit die Fre[r]

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Struktur der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft in Brandenburg und Berlin. Anknüpfungspunkte für eine nachhaltige Regionalentwicklung

Struktur der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft in Brandenburg und Berlin. Anknüpfungspunkte für eine nachhaltige Regionalentwicklung

In der Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und Berlin liegt nach unserer Einschätzung noch ein beträchtliches Potenzial zum Ausbau der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft und der regionalen Wertschöpfung brach. Die ländlichen Regionen Brandenburgs, in denen im großen Maßstab Öko-Produkte erzeugt werden, und die Stadt Berlin mit ihren 3,39 Mio. EinwohnerInnen, die einen großen Absatzmarkt für Öko-Produkte bietet, könnten sich gegenseitig noch viel besser ergänzen, als dies gegenwärtig der Fall ist (s. u. die Bran- chenanalyse). Eine politische Unterstützung bei der Integration der Wert- schöpfungskette könnte sich nicht nur ökonomisch auszahlen, sondern einen weitergehenden Beitrag zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung leisten. Hierzu gibt es im Rahmen von regionalen Nachhaltigkeitskonzepten bereits Überlegungen (Enquetekommission "Zukunftsfähiges Berlin" des Abgeordne- tenhauses von Berlin 1999, S. 435-454; Der Regierende Bürgermeister von Berlin - Senatskanzlei 2000, S. 177-178). Ein Beispiel für eine proaktive Stra- tegie auf Länderebene ist der Ansatz in Nordrhein-Westfahlen, wo das Ministe- rium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Er- zeuger, Verarbeiter, Vermarkter und Konsumenten zusammengebracht hat und ihren Austausch zur Entwicklung des Öko-Sektors fördert (MUNLV 2004). Verbände und Organisationen der Öko-Branche
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Transformationsprozesse im Hochschulsystem in Richtung nachhaltige Regionalentwicklung ("Empirische Illustrationen")

Transformationsprozesse im Hochschulsystem in Richtung nachhaltige Regionalentwicklung ("Empirische Illustrationen")

Am stärksten findet sich das zuletzt genannte Profil an der Hochschule Darmstadt, die sich als ein wichtiger Impulsgeber im regionalen Innovationssystem zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung versteht. Mit ihrem umfassenden Fächerspektrum, das von den Technik- und Naturwissenschaften über die Wirtschafts-, Geistes- und Sozialwis- senschaften bis hin zu den Medienwissenschaften, der Architektur und der künstleri- schen Gestaltung reicht, besteht ein breites Wissens- und Transferpotenzial. Auch zählt eine interdisziplinäre Verzahnung von technischen und naturwissenschaftlichen Fächern mit jenen der Sozial- und Kulturwissenschaften in verpflichtender Form und damit systematisch in sämtlichen Studiengängen zu den Profilmerkmalen der Hoch- schule seit ihrer Gründung im Jahr 1971 (sog. Darmstädter Modell des Begleitstudi- ums). Diese enge Verzahnung dient seit jeher dem Ziel, die Ausbildung in den Ingeni- eur- und Naturwissenschaften um die Erfassung, interdisziplinäre Analyse und ethische Reflexion aktueller wie künftiger gesellschaftlicher Herausforderungen zu erweitern. Unter Einfluss der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 wurden die Lehrinhalte des Begleitstudiums zunehmend auch explizit auf Themen der nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet, was 2014 zur Auszeichnung der Hochschule durch das Deutsche Nationalkomitee der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Ent- wicklung“ führte.
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Das kulturelle Erbe im Mürzer Oberland: ein Potential für eine nachhaltige Regionalentwicklung / vorgelegt von Elisabeth Ingrid Reisenberger BSc

Das kulturelle Erbe im Mürzer Oberland: ein Potential für eine nachhaltige Regionalentwicklung / vorgelegt von Elisabeth Ingrid Reisenberger BSc

154 Nennung der regionalen Geschichte an vierter Stelle deutet darauf hin, dass in diesem Bereich sowohl nach innen, zur Bevölkerung hin, als auch nach außen noch ein Inwertsetzungspotential besteht, da die abwechslungsreiche Vergangenheit der Region offenbar nicht in dieser Weise wahrgenommen wird. Die regionalen Alleinstellungsmerkmale, die von den Befragten vorrangig genannt wurden, zeigen Ähnliches. An erster Stelle wurden die Natur und die Landschaft als Alleinstellungsmerkmale wahrgenommen. Dem folgend das Münster und schließlich die regionale Geschichte. Dies zeigt noch einmal, dass offenbar die reiche regionale Vergangenheit nicht in ihrer Besonderheit wahrgenommen wird. Jedoch auch im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung kann die Inwertsetzung der regionalen Geschichte, mit all den in Zusammenhang stehenden Elementen, als ein wichtiger Baustein betrachtet werden. Betrachtet man die Umfrageergebnisse zur regionalen Geschichte etwas näher, so ist ersichtlich, dass das Zisterzienserkloster als der prägendste Faktor in der regionalen Vergangenheit wahrgenommen wird. Obwohl sowohl die Holz- als auch die Bergbau- und Eisenindustrie für zahllose Familien die „Brotgeberindustrien“ in der Vergangenheit darstellten, wurden diese nur zweit- bis drittrangig mit der regionalen Historik in Verbindung gebracht. Diese Tatsache mag einerseits einer bestimmten „Neuorientierung“ der Bevölkerung zuzuschreiben zu sein, andererseits lässt dies auch auf eine mangelnde Inwertsetzung des kulturellen Erbes, welches diese Bereiche zweifelsohne bergen, schließen. Diese Annahme wird darüber hinaus dadurch unterstützt, dass sich nur etwas weniger als die Hälfte der Teilnehmer im positiven Bereich der Skala (5-10) mit der regionalen Geschichte identifizierte. Dies lässt den Schluss zu, dass die Vergangenheit der Region den Befragten „nicht zugänglich“ ist und dass sie nicht in der Lage sind, einen persönlichen Bezug herzustellen, oft auch obwohl beispielsweise die Großeltern noch in den genannten Bereichen tätig waren. Unsere Annahme wird weiter noch einmal dadurch gestärkt, dass zahlreiche Befragte ihre Identifikation mit der Region mittels ihrer Heimat und der Familie begründeten und nicht primär mit der regionalen Geschichte.
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Hochschulen als Agenten des Wandels für eine nachhaltige Regionalentwicklung? Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung aus der Transition-Perspektive

Hochschulen als Agenten des Wandels für eine nachhaltige Regionalentwicklung? Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung aus der Transition-Perspektive

lehnt an die Vorbilder aus dem betrieblichen Umweltmanagement. Insbesondere das System EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) bietet als freiwilliges Instrument der Europäischen Union einen Rahmen, um Umweltleistungen von Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Branche kontinuierlich zu verbessern, indem bei- spielsweise Emissionen und Ressourcenverbräuche verringert werden. Auch Hoch- schulen können freiwillig an diesem System teilnehmen und sich zertifizieren lassen (vgl. z. B. Deutsche UNESCO-Kommission 2011: 40 ff.; Wörz 2012). Explizit werden daneben beispielsweise auch das Beschaffungswesen und ein Mobilitätsmanagement als unterstützende Prozesse genannt (Wedl/Reimoser 2016: 52 ff.). Mit Umweltma- nagementsystemen, insbesondere mit EMAS, ist auch eine Umweltberichterstattung verbunden, die sich in Verbindung mit den internationalen Standards der Global Re- porting Initiative (GRI) allgemein inzwischen zu einer Nachhaltigkeitsberichterstat- tung weiterentwickelt hat. Zur weiteren Verbreitung dieser betrieblichen Manage- mentinstrumente wurde als vereinfachte Form der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) für eine an branchenübergreifenden Transparenzstandards orientierte laufen- de Berichterstattung über unternehmerische Nachhaltigkeitsleistungen konzipiert, der auf Initiative des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) inzwischen auch zu ei- ner hochschulspezifischen Beta-Version ausgestaltet wurde. Erste Entsprechenserklä- rungen haben u. a. die Leuphana Universität Lüneburg und die Hochschule für nach- haltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) abgegeben. 5
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Hochschulen und ihr Beitrag für eine nachhaltige Regionalentwicklung

Hochschulen und ihr Beitrag für eine nachhaltige Regionalentwicklung

hen sowie die Ressourceneinschränkungen für regionales Engagement durch unsi- chere und befristete Arbeitsverhältnisse zu prozessieren. Bei all dem erscheint die vermittelnde Ebene – die Boundary Spanners – letztlich als entscheidend. Gerade in der Brückenfunktion zwischen regionalem Handeln und globalen Herausforderun- gen liegen die besonderen Potenziale für Hochschulen, sich gegenüber anderen Ins- titutionen im Transformationsfeld der nachhaltigen Entwicklung zu profilieren (vgl. Schiller/Kanning/Pflitsch et al. in diesem Band). Die etablierten Transferstellen der Hochschulen leisten dies nur schlecht. Deren eindimensionaler Ansatz kann aber hin zur Schaffung von regionalen organisationalen Feldern entwickelt werden, um Hoch- schule-Praxis-Kooperationen institutionell, strukturell und prozessual zu verankern. Hier bietet gerade in der Perspektive nachhaltiger Regionalentwicklung die Systemati- sierung regionsbezogener Aktivitäten der Hochschulen als Third Mission Chancen, um die regionale Wirksamkeit der Hochschulen zu stärken. Bereits heute leisten Hoch- schulen durch Aufgaben wie Weiterbildung, Wissenstransfer, aktive Wissenschafts- kommunikation oder Gründungsförderung weit mehr, als grundständige Studienan- gebote oder zweckfreie Grundlagenforschung zu betreiben. In Interaktion mit hochschulexternen Akteuren wird so auf gesellschaftliche Bedürfnisse Bezug genom- men, die mit der herkömmlichen Leistungserbringung in Lehre und Forschung allein nicht bedient werden. Dabei ist die regionale Wirksamkeit von Hochschulen dann am aussichtsreichsten, wenn diese ihre Region an überregionale Kontaktschleifen der Wissensproduktion und -distribution anschließen – was zugleich kein anderer Akteur in der Region als eben die Hochschulen zu leisten vermag. Indem derart die drei Hand- lungsbereiche der Third Mission – Weiterbildung, Forschungs- und Wissenstransfer sowie gesellschaftliches Engagement – bedient werden, können die Hochschulen so- wohl Beiträge zur nachhaltigen Regionalentwicklung erbringen als auch sich eine zu- sätzliche Legitimationsressource erschließen (vgl. Schiller/Kanning/Pflitsch et al. in diesem Band). Dazu erscheint es sinnvoll, die Umweltkontakte zu systematisieren. Dies wiederum muss vor allem von der Hochschulleitungsebene geleistet werden, da die meisten Third-Mission-Aktivitäten selbst überwiegend auf individueller Ebene der Professuren oder auf Instituts- oder Fachbereichsebene initiiert und betrieben wer- den, aber die Systematisierung und öffentliche Kommunikation dieser Aktivitäten nicht genau jene Ressourcen in Anspruch nehmen dürfen, die für die Durchführung von Third-Mission-Aktivitäten benötigt werden.
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Regionalentwicklung zwischen lokalen und transnationalen Systemen

Regionalentwicklung zwischen lokalen und transnationalen Systemen

seits jedoch aufgrund des hohen demographischen Drucks kaum mit den natürlichen zur Verfügung stehenden Bedingungen den Bedarf zu decken vermag. Diese Faktoren haben also für das Auskom- men der lokalen Bevölkerung eine zentrale Bedeu- tung. 'Projekte internationaler und nationaler NGOs' (Rang 3, 70 Punkte) kommt ein hohes Wirkungspo- tenzial zu. Nothilfeprojekte, Maßnahmen der technischen Zusammenarbeit, Ausbildungsmaß- nahmen und die Sensibilisierung der lokalen Be- völkerung für Fragen der Nachhaltigkeit und der Gleichberechtigung der Geschlechter stehen derzeit im Mittelpunkt der nationalen und internationalen NGOs in der Provinz. Interessant ist ebenfalls, dass einem 'transnationalen Naturschutz' im Rahmen einer KAZA-Aktivität (Rang 6, 64 Punkte) und dem 'Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Grenzbereich Namibias und Zambias' (Rang 8, 62 Punkte) in- nerhalb der SDI-Planung hohe potenzielle Wirkungskräfte für das lokale System zugeschrieben werden. Diese in Planung befindlichen Konzepte sind zwar nicht im Untersuchungsgebiet, sondern in der Grenzregion vorgesehen, ihnen werden jedoch hohe katalytische Fernwirkungen zugesprochen. Dagegen werden im Bewertungsspektrum der letz- ten zehn Ränge die 'medizinische Versorgung' (Rang 35, 11 Punkte), die 'Nutzung von indigenem Wissen' (Rang 34, 21 Punkte), 'Migration' (Rang 32, 26 Punkte), 'informelle Verkaufsstände' (Rang 31, 27 Punkte), 'Bildungs- und Kommunikationsinfrastruk- tur' (Rang 28, 31 Punkte) und die 'Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung für nachhaltige Agrarme- thoden des Conservation Farmings' (Rang 27, 34 Punkte) in ihrer Wirkung nur schwach eingeschätzt. Das muss bei einer alleinigen Betrachtung der Ak- tivsummen irritieren, handelt es sich doch um Varia- blen, die in der Meinung der Bewertenden und den Ergebnissen der Analyseblöcke I und II folgend eigentlich eine prominente Rolle im Untersuchungs- system spielen. Das erstaunliche Ergebnis ist mit der eingeschänkten Aussagekraft der Aktivsumme einer Variablen zu begründen. Letztlich darf das absolute Endergebnis einer Summenbildung nicht darüber hinweg täuschen, dass ein wichtiger Faktor der Ak- tivleistung einer Variable auch die Anzahl der Wirkungen ist, die von dieser in einem System (eventuell auch nur mit geminderter Kraft) geleistet werden. „ ... denn auch in der Realität verhält es sich, wie an jeder positiven Rückkopplung abzu-
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Multilokalität in der Stadt- und Regionalentwicklung

Multilokalität in der Stadt- und Regionalentwicklung

Multilokalität ist derzeit kein bedeutsames Feld der urbanen Governance, für die Zu- kunft kann aber Handlungsbedarf gesehen werden. Dies erfordert gezielte Forschung in räumlich differenzierten Fallstudien. Die Auswirkungen von Multilokalität auf Stadt- und Regionalentwicklung stellen sich räumlich und sozial sehr differenziert dar. Her- vorgehoben werden in diesem Beitrag die Effekte auf den Wohnungsmarkt und das Zusammenleben in lokalen Gesellschaften.

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Wirtschaftstheoretische Grundlagen der Regionalentwicklung

Wirtschaftstheoretische Grundlagen der Regionalentwicklung

Quelle: Diefenbacher, H.; Zieschank, R. 2008: 84 Im Jahre 1997 wurde in Deutschland von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) erstmals ein Indikatorensatz für die nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene entwickelt (vgl. Abbildung 3). Der FEST-Ansatz teilt das lokale Nachhaltigkeitsziel in die drei Bereiche Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Soziales und diese drei Bereiche wiederum jeweils in sechs Teilziele, die mit Indikatoren erfasst werden. Der Indikatorensatz wurde sowohl für einzelne Städte und Gemeinden (Aaalen, Hei- delberg, Viernheim) als auch für einzelne Landkreise (Rhein-Neckar-Kreis) entwickelt und eingesetzt. Mit Hilfe der ausgewählten Indikatoren sollen positive und negative Verände- rungen vor Ort identifi ziert und interkommunale Vergleiche möglich gemacht werden. Im Jahr 2000 wurde das FEST-Indikatorensystem in weiteren 12 Gemeinden und 4 Landkreisen getestet und die Ergebnisse wurden mit den kommunalen Vertretern diskutiert. Auf der Grundlage dieser Indikatoren wurden ein Leitfaden und eine CD-ROM zur Erstellung kommunaler Nachhaltigkeitsindikatoren entwickelt.
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Tourismus und Regionalentwicklung in Bayern

Tourismus und Regionalentwicklung in Bayern

Wendet man eine Faustregel von Koch (1986: 18) an, wonach die Tausenderstelle der Tourismusintensität (hier definiert als Übernachtungen pro 100 Einwohnern) mit 2,5 multipliziert den pr[r]

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Anzeige von Regionalentwicklung durch Biokraftstoffproduktion

Anzeige von Regionalentwicklung durch Biokraftstoffproduktion

Jedoch zeigt der Fall Malawi auch, dass eine verbesserte Ein- kommenslage der Beteiligten alleine nicht ausreicht, um eine industrielle BKS-Produktion sozial-ökonomisch nachhaltig zu g[r]

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Jüngere Bevölkerungs- und Regionalentwicklung

Jüngere Bevölkerungs- und Regionalentwicklung

Jüngere Bevölkerungs- und Regionalentwicklung 35 die attraktiven Provinzhauptstädte, die Zielorte des internationalen Touris­ mus sowie die daran unmittelbar angrenzenden Gemeinden und diejenigen mit Einrichtungen der Exportwirtschaft durch positive W anderungsbilanzen aus (Bähr/M ertins 1999: 28f.; vgl. dazu auch Abb. 7). Das gilt speziell für das Touristenzentrum Varadero und dessen Nachbargemeinde Cárdenas (Provinz M atanzas) als Wohnort vieler Beschäftigter in Varadero (mit der A ussicht a u f Dollar-Einnahmen!) und für M orón mit dem Touristenzentrum Cayo Coco (Provinz Ciego de Avila), aber auch für die Gemeinde M oa (Ni­ ckel- und Kobalt-Erzbergbau mit -aufbereitung, Provinz Holguin) oder für die Hafenstadt Nuevitas (Provinz Camagüey), wo darüber hinaus ein Kraft­ werk und eine Zementfabrik, ferner Betriebe zur Herstellung von Dünge­ mitteln, Draht etc. entstanden, was insgesamt einen “Arbeitskräftemangel in der gesamten Region” verursachte (Hönsch/Hönsch 1993: 89). Die Provinz­ hauptstädte sind nicht nur wegen ihrer größeren Einwohnerzahl und der damit verbundenen aussichtsreicheren Chancen, Nutzen aus den wirtschaft­ lichen Reformen zu ziehen (Bähr u.a. 1997: 626f.), bevorzugte Wande­ rungsziele, sondern auch deshalb, weil es sich um bevorzugte Industrie­ standorte handelt, zum Beispiel Matanzas (Kunstfaser- und Düngemittelin­ dustrie, Supertankerhafen) oder Cienfuegos als größter Rohzuckerexport­ hafen Kubas, ferner mit Zement-, Düngemittel-, Textilindustrien etc. (Hönsch/Hönsch 1993: 86f.), ein Musterbeispiel für die planmäßige Förde­ rung eines regionalen Wachstumspols.
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Vernetzung im Kontext von Demokratie- und Regionalentwicklung

Vernetzung im Kontext von Demokratie- und Regionalentwicklung

Wer an der Verbesserung der Lebensbedingungen in der Niederlausitz arbeiten sowie Perspektiven für die Region schaffen und sichtbar ma- chen will, der muss sich mit Akteuren und Institutionen vor Ort vernet- zen. Dadurch werden nicht nur die Voraussetzungen für Zukunftsprojek- te und Kooperationen von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Kommunen, Wirtschaft und Institutionen der Bildung und Qualifizierung geschaffen, sondern gemeinsame Entwicklungsvorstellungen und Konzepte zur De- mokratie- und Regionalentwicklung konkretisiert.

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