Frühkindliche Bildung und Entwicklung

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Anzeige von Frühkindliche Bildung und Entwicklung: Einführung in das Themenheft

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Theoretische und empirische Aspekte familiärer und institutioneller frühkindlicher Betreuung, Bildung und Entwicklung der Kinder sind in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der wissenschaftlichen Diskussion gerückt. Dieses erhöhte Interesse betrifft auch die Entwick- lungs- und Bildungsprozesse im Säuglingsalter, die jedoch erst in jüngster Vergangenheit im Rahmen der Bildungsforschung an Bedeutung gewonnen haben (Walper & Grgic, 2019; Walper & Kadera, in Vorb.). Die Rolle der Eltern als primäre Bezugsperson, Erzieher und Bil- dungsförderer ist für die Entwicklung der Kinder, das Wohlbefinden und die Lebenschancen von Kindern von besonderer Bedeutung, wie inzwischen durch zahlreiche empirische Befunde unter anderem aus der Bindungsforschung (Ahnert, 2019), Erziehungsstilforschung (Baumrind, 1989, 2013; Jacob & Zeddies, 2020) und Forschung zu „Home Literacy and Nume- racy Environment“ (Niklas, Cohrssen & Tayler, 2016) belegt wurde. Auch die Qualität der el- terlichen Paarbeziehung stellt eine wichtige Einflussgröße für das elterliche Erziehungsverhal- ten und Coparenting sowie das Familienklima dar (Langmeyer, 2015; Zemp, 2019). Die Eltern- rolle umfasst eine Reihe von miteinander verbundenen Funktionen, die sich im Laufe der Ent- wicklung eines Kindes allmählich verändern. Die Eltern engagieren sich während des gesamten Lebens eines Kindes in verschiedenen Betreuungsaktivitäten in wechselnden Kontexten, um das Wohlergehen ihrer Kinder zu fördern. Wie erfolgreich ein Elternteil seine elterliche Ver- antwortung wahrnimmt, wirkt sich auf die Anpassung, die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Kinder bis ins Erwachsenenalter aus (Bornstein, 2019; Sanders & Turner, 2018).
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Frühkindliche Bildung und spätere kognitive und nichtkognitive Fähigkeiten: deutsche und internationale Evidenz

Frühkindliche Bildung und spätere kognitive und nichtkognitive Fähigkeiten: deutsche und internationale Evidenz

Schlussfolgerungen 5 In diesem Beitrag berichten wir Ergebnisse mehrerer Analysen, die zumeist einen signifikant positiven Zusammenhang der frühkindlichen Bildung mit späteren kognitiven und nichtkog- nitiven Fähigkeiten finden, die sich wiederum als wichtig für die individuelle und volkswirt- schaftliche Entwicklung erwiesen haben. Die international vergleichenden Analysen anhand der TIMSS- und PISA-Daten belegen, dass ein (auf Systemebene oder individuell gemessener) längerer Besuch frühkindlicher Bildungseinrichtungen mit signifikant besseren Schülerleistun- gen in Mathematik und Naturwissenschaften gegen Ende der Mittelstufe einhergeht. Darüber hinaus zeigen die internationalen Analysen, dass ein alle Bevölkerungsschichten erreichendes und länger dauerndes frühkindliches Bildungssystem mit einer geringeren Abhängigkeit der späteren Bildungsleistungen vom familiären Hintergrund einhergeht. Die internationalen Un- tersuchungen deuten auch darauf hin, dass die Größe der Zusammenhänge von der Qualität und dem Wettbewerb im frühkindlichen Bildungssystem abhängt. Die geschätzten Zusammenhänge sind von zum Teil erheblicher Größenordnung.
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Frühkindliche Bildung und Betreuung in Europa: erste Ergebnisse des EU-Projektes CARE

Frühkindliche Bildung und Betreuung in Europa: erste Ergebnisse des EU-Projektes CARE

Trotz der Unterschiede stehen die Länder vor gemeinsamen Herausforderungen bei der Bewältigung der veränderten Anforderungen an FIBB. Eine dieser Herausforderungen ist die Kinderarmut. 2 Besonders in Ländern wie Lettland, Litauen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien sind die Kinderarmutsraten mit über 30% der Bevölkerung sehr hoch, aber auch in den wohlhabendsten europäischen Ländern leben etwa 15% der Bevölkerung in Armut (López Vilaplana 2011). Eine weitere Herausforderung ist die größtenteils allen- falls mittelmäßige Qualität der FIBB, auf die verschiedene Studien in unterschiedlichen Ländern hingewiesen haben (Kuger/Kluczniok 2008; Tietze u.a. 2013). Dabei gilt der Zu- gang zu FIBB hoher Qualität für Kinder aus armen Familien als eine der effizientesten Maßnahmen zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen von Armut auf die kindliche Entwicklung und zur Durchbrechung des Benachteiligungskreislaufs (Magnuson/Shager 2010; Nores/Barnett 2010). Die förderlichen Effekte von FIBB hängen nachweislich von der Qualität der Angebote ab (z.B. Anders 2013; EACEA-Eurydice 2009; Melhuish 2011;
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Frühkindliche Bildung und spätere kognitive und nicht-kognitive Fähigkeiten: Deutsche und internationale Evidenz

Frühkindliche Bildung und spätere kognitive und nicht-kognitive Fähigkeiten: Deutsche und internationale Evidenz

Gerade für die volkswirtschaftliche Entwicklung haben sich aber die tatsächlich erlernten Fähigkeiten als ungleich wichtiger erwiesen als quantitative Bildungsmaße. So finden Hanushek und Wößmann (2009) deutliche Belege dafür, dass die in internationalen Schüler- tests gemessenen kognitiven Fähigkeiten einen starken kausalen Effekt auf das langfristige Wirtschaftswachstum haben. Demgegenüber findet sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen Bildungsjahren und Wirtschaftswachstum, sobald Fähigkeitsmaße berücksichtigt werden. Auch auf der individuellen Ebene gibt es zahlreiche Studien, die einen signifikanten Zusammenhang zwischen kognitiven Fähigkeiten und Arbeitsmarkterfolg belegen (siehe Hanushek und Wößmann (2008, im Druck) für Überblicksartikel über die mikro- und makroökonomische Literatur zur ökonomischen Bedeutung kognitiver Fähigkeiten). Darüber hinaus belegen neuere Studien auch deutliche Zusammenhänge der individuellen Arbeits- marktergebnisse mit verschiedenen nicht-kognitiven Fähigkeiten wie zum Beispiel Selbst- wertgefühl und Fähigkeiten zu kommunizieren, im Team zu arbeiten und soziale Normen zu akzeptieren (siehe Bowles, Gintis und Osborne (2001); Heckman, Stixrud und Urzua (2006)). Insofern scheint aus Sicht der ökonomischen Relevanz ein Fokus auf kognitive und nicht- kognitive Fähigkeiten anstatt auf Bildungsjahre und -abschlüsse geboten.
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Sonderbericht 2016. Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung im Landkreis Mühldorf a. Inn

Sonderbericht 2016. Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung im Landkreis Mühldorf a. Inn

Als Experten in der direkten Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen münden die Absolventen in Leitungs- und Beratungspositionen ein und stellen wissenschaftlich qualifizierte Ansprech- partner für soziale Unterstützungssysteme und Behörden dar. Ein Fokus der Studieninhalte ist dementspre- chend auch auf den Erwerb betriebswirtschaftlichen und rechtlich-sozialpolitischen Wissens gerichtet. Die Absolventen verfügen dadurch auch über spezialisiertes Wissen in Inklusions- und Migrationsfragen für den Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsbereich von Kindern und Jugendlichen. Durch einen Schwerpunkt im Studium in der frühen naturwissenschaftlichen Bildung (MINT) erwerben die Studierenden Kompetenzen zur Projektleitung, Entwicklung und Umsetzung von pädagogischen MINT-Konzepten in den Einrichtungen. Die Studienzeit beträgt regelhaft sieben Semester. Die Lehrveranstaltungen der Hochschule finden in den ersten vier Semestern jeweils an einem festen Tag pro Woche am Campus Mühldorf a. Inn statt. An den anderen Wochentagen befinden sich die Studierenden im Unterricht an einer Fachakademie für Sozialpä- dagogik oder im Praktikum. Im fünften Semester erfolgt das Praxissemester, das als verkürztes Berufsan- erkennungsjahr der Erzieherausbildung gilt. Die letzten beiden Semester sind als reines Hochschulstudium konzipiert. Mit Abschluss des Studiengangs erwerben die Studierenden insgesamt 210 Credit Points im European Credit Transfer System, wodurch sie auch für ein einschlägiges Masterstudium qualifiziert sind. Studieninteressierte benötigen zur Aufnahme des Studiums eine Hochschulzugangsberechtigung wie beispielsweise Abitur oder Fachhochschulreife. Weitere Voraussetzung ist ein Schulvertrag über einen Voll- zeitschulplatz zur Erzieherausbildung an einer Fachakademie für Sozialpädagogik. Interessierte, die bereits eine Ausbildung als Staatlich anerkannter Erzieher abgeschlossen haben, können das Studium neben dem Beruf, gemeinsam mit dual Studierenden, absolvieren.
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Gunter Geiger / Anna Spindler (Hrsg.): Frühkindliche Bildung. Von der Notwendigkeit frühkindliche Bildung zum Thema zu machen. Opladen und Farmington Hills, MI: Verlag Barbara Budrich 2010, 136 S. [Rezension]

Gunter Geiger / Anna Spindler (Hrsg.): Frühkindliche Bildung. Von der Notwendigkeit frühkindliche Bildung zum Thema zu machen. Opladen und Farmington Hills, MI: Verlag Barbara Budrich 2010, 136 S. [Rezension]

Im Zentrum der Publikation steht die Fragestellung, was mit frühkindlicher Bildung gemeint ist und was sie für die Entwicklung von jungen Kindern bedeutet. Bereits im Vorwort wird darauf hingewiesen, dass es um die Würde, das Wohlbefinden sowie das Recht auf eine umfassende Bildung für alle Kinder gehen soll. Gunter Geiger und Anna Spindler haben acht verschiedene Beiträge zusammengestellt, die sie selber als “gute Mischung“ (9) aus Praxis und Forschung bezeichnen. Sie wollen mit ihrer Auswahl auch dem Anspruch gerecht werden, Themenbereiche zu

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OPUS 4 | Musik und frühkindliche Bildung : Zur Bedeutung musikalisch-ästhetischer Erfahrungen für frühkindliche Bildungsprozesse und die Alltagsgestaltung in Kindertagesstätten

OPUS 4 | Musik und frühkindliche Bildung : Zur Bedeutung musikalisch-ästhetischer Erfahrungen für frühkindliche Bildungsprozesse und die Alltagsgestaltung in Kindertagesstätten

Entwicklungs- und Hirnforschungen haben bestätigt, dass intensive musikalische Beschäftigung die Entwicklung des Kindes nachhaltig beeinflusst. Deshalb muss für alle Ki[r]

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Menschenrechte und frühkindliche Bildung in Deutschland. Empfehlungen und Perspektiven

Menschenrechte und frühkindliche Bildung in Deutschland. Empfehlungen und Perspektiven

Für einen inklusiven Ansatz zur Gestaltung des Bildungssystems sprechen auch funktionale Gründe: Wenn alle Kinder gemeinsam betreut und unter- richtet werden, müssen Erzieherinnen und Lehrkräfte Mittel und Wege fi nden, auf individuelle Unterschiede einzugehen. Davon profi tieren letztlich alle Kinder. Zweitens können inklusive Bildungseinrichtungen Einstellungen zu Vielfalt verändern, wenn alle Kinder gemeinsam betreut bzw. unterrichtet werden. Sie bilden damit die Grundlage für eine tolerante und diskriminie- rungsfreie Gesellschaft. Drittens gibt es eine ökonomische Begründung: Es ist weniger kostenintensiv Schulen und Bildungseinrichtungen einzuführen und zu erhalten, die alle Kinder gemeinsam unterrichten, als ein komplexes, jeweils auf verschiedene Gruppen spezialisiertes System unterschiedlicher Einrich- tungstypen zu erhalten. Viertens stehen inklusive Bildung und qualitativ hochwertige Bildung eng miteinander in Verbindung. Die meisten Konzepte von Bildungsqualität beinhalten zwei wichtige Komponenten, die durch inklusive Bildung gefördert werden: die kognitive Entwicklung des Lernenden
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Anzeige von Der 2. Bielefelder Bildungstag: frühkindliche Bildung im Fokus

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Die Bedeutung von Bildung für die Menschen und auch für eine lebendige sowie attrak- tive Kommune kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden: Möglichkeit zum sozia- len Aufstieg, Armutsreduzierung, Schutz vor Krankheit sowie Bildung als Wert an sich sind nur einige Beispiele dafür. Nicht zuletzt die gesamte Entwicklung einer Stadt, bezo- gen auf politische, soziale, ökonomische und ökologische Aspekte, hängt von mündigen Bürgerinnen und Bürgern ab. Bildung ist damit eines der, wenn nicht das Zukunftsthema einer Kommune und damit der Stadtgesellschaft. Aufgrund der herausragenden Bedeu- tung von Bildung ist sie konsequenterweise ein Handlungsfeld des „Bielefeld-Paktes“, der langfristige Planungen auf eine verlässliche und kontinuierliche Grundlage stellen will. Beim Bielefeld-Pakt handelt es sich um einen von mir initiierten Prozess, in dem einzelne Schritte gemeinsam – mit Beteiligung aller Bielefelder Bürgerinnen und Bürger – entwickelt und verfolgt werden sollen. Die Bürgerinnen und Bürger können sich dabei mit Vorschlägen inhaltlich einbringen ( http://www. bielefeld.de/de/rv/bip/imm/ ). Ziel ist die Planungssicherheit für eine langfristige Stadtentwicklung in den Bereichen Bil- dung, Klimaschutz und Wirtschaftsförderung. Sie sind die drei Zukunftsthemen der Stadt Bielefeld.
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Anzeige von Zeitzeugenbasierter Blick auf frühkindliche Bildung

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Diese komplexe Situation liegt Forschenden vor, die die Oral History anwenden, um Aspekte kindlicher Sozialisation zu untersuchen. Daher ist es nach Becchi empfehlenswert, Zeitzeugen- aussagen zu verstehen als Rekonstruktionen der vergangenen individuellen Entwicklung und nicht als diese selbst. 62 Weiter spielen in biographischen Gesprächen Verarbeitungsmuster, Selbst- sowie Fremdinterpretationen eine Rolle. Diese verweisen auf unterschiedliche indivi- duelle wie gesellschaftliche Umgangsweisen und Erfahrungsgeschichten. 63 So lassen sich über das Oral History-Interview zwar damalige Szenen detailreich rekonstruieren, doch gilt es im- mer, Erinnerungen, Rekonstruktionen aufgrund von Erzählungen und Eigeninterpretation der Gesprächspartner zu verbinden mit einer Metainterpretation der Forschenden. Diese Meta- Perspektive beginnt bereits vor der eigentlichen Erhebung durch den spezifischen Leitfragen- katalog. Die geplanten Fragen und ggf. Nachfragen sollen bestimmte Erinnerungskomplexe stimulieren, in andere Richtung führende Erinnerungspfade dämpfen. Auch sollten Erinne- rungsvermögen und Sozialmerkmale der Gesprächspartner reflektiert werden; denn die In-
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Gender - Schlüsselthema für Entwicklung sowie Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Gender - Schlüsselthema für Entwicklung sowie Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Darüber hinaus sollte es auch im Rahmen von Bildung für Nachhaltige Entwicklung darum gehen, Geschlechterrol- len zu hinterfragen und Gendertransformation zu ermögli- chen, um damit Handlungsspielräume für Jungen und Mädchen zu erweitern. Ein Blick auf die Sozialisationsfor- schung zeigt, dass Kinder schon sehr früh auf Klischees von Männlichkeit und Weiblichkeit geeicht werden (vgl. Gilli- gan 2000). Hier kann Bildung ansetzen, um derartige Ver- engungen zu reduzieren und auch abweichendes Rollenver- halten akzeptierbar zu machen. An dieser Stelle setzen viele Ansätze in der Jungen- und Mädchenarbeit an. Derartige Jungenarbeit beispielsweise reduziert sich nicht auf ge- schlechtstypische Angebote, wie beispielsweise Fußball oder Werken, sondern erweitert das Spektrum um Angebote jen- seits existierender Stereotype, beispielsweise Kochen auch –
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Das betreute Kleinkind : die zunehmende frühkindliche institutionelle Fremdbe-treuung und deren Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung und Gesundheit

Das betreute Kleinkind : die zunehmende frühkindliche institutionelle Fremdbe-treuung und deren Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung und Gesundheit

ähnlichen Ergebnis hinsichtlich der Qualität von Betreuungseinrichtungen: El- tern sind zwar durchschnittlich zufrieden mit Strukturmerkmalen, wie den Öff- nungszeiten und der pädagogischen Qualität der Betreuungseinrichtungen, al- lerdings kann die Zufriedenheit der Eltern nur ein Aspekt bei der Einschätzung der pädagogischen Qualität sein. Wichtig ist, dass diese zusätzlich durch detail- lierte Untersuchungen aus fachlicher Sicht ergänzt werden muss (vgl. BMFSFJ 2013a, S. 115). Eine dieser detaillierten Untersuchungen ist die „Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit" (NUBBEK), die in acht Bundesländern 600 Betreuungseinrichtungen untersuchte, circa 2000 Zwei- und Vierjährige und deren Familien beobachtete und dabei zu einem ganz anderen Fazit kommt. Nämlich, dass die pädagogi- sche Qualität in deutschen Kindertageseinrichtungen nur mittelmäßig ist (vgl. Tietze et al. 2012, S. 8). Denn 80 % von den 403 institutionellen Be- treuungseinrichtungen erreichten in Hinsicht auf die pädagogische Prozessqua- lität nur mittlere Werte (vgl. Kalicki, Egert 2012, S. 37), bei mehr als 10 % war sie sogar nur ungenügend und bei nur weniger als 10 % der Einrichtungen konnten gute Werte verzeichnet werden (vgl. Tietze et al. 2012, S. 8).
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Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Gutachten zum Programm

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Gutachten zum Programm

. Dies betraf alle Bildungsbereiche und schloß die Ergebnisse der Umwelt- bildungsforschung mit ein. Aus der Analyse des Ist-Standes der Umweltbildung und ihrer Defizite heraus wurden in der Studie „Umweltbildung als Innovation“ auch zahlreiche Hinweise und Empfehlungen gegeben, die für das neue Aufgabenfeld „Bildung für nach- haltige Entwicklung“ genutzt werden können. Diese wurden im Abschnitt vier des dritten Kapitels aufgegriffen. Der BLK-Orientierungsrahmen „Bildung für eine nachhaltige Ent- wicklung“ enthält wertvolle Hinweise in Hinblick auf Gestaltungsgrundsätze und didakti- sche Prinzipien für das Förderprogramm. Besonders intensiv haben wir uns mit den im Orientierungsrahmen ausgewiesenen Schlüsselkompetenzen befaßt, da diese den Fokus dessen bilden, was als Ergebnis von Unterricht und Erziehung gelten soll. Der BLK- Orientierungsrahmen „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ist – ohne daß dieses immer wieder gesondert ausgewiesen wurde – an etlichen Stellen in diese Expertise einge- flossen.
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Bildung für nachhaltige Entwicklung und inklusive Bildung. Grundlagen, Konzepte und Potenziale

Bildung für nachhaltige Entwicklung und inklusive Bildung. Grundlagen, Konzepte und Potenziale

Die obigen Ausführungen machen deutlich: Um eine BNE inklusiv gestalten zu können, muss zunächst und immer wieder während des Prozesses die konkrete Zielgruppe analy- siert werden. Wie heterogen ist die Gruppe, in Bezug auf wel- che Aspekte? Welche Bedarfe an (sonderpädagogischer) Unter- stützung bestehen? Welche Sprachen werden gesprochen? Welche Strukturierungshilfen sind gefordert? Wie müssen das Lernsetting und die Materialien aufbereitet und angelegt sein, damit alle Schüler/-innen die Möglichkeit haben, das Ziel zu erreichen und am Prozess zu partizipieren? Oder muss das Ziel bei einigen angepasst werden, gerade um die Partizipation zu stärken? Eine solche differenzierte Bearbeitung von Themen in heterogenen Gruppen kann dabei als Bereicherung für den Bil- dungsprozess betrachtet werden (Böhme, 2019). Denn die Anpassung des Vorgehens und des Materials spielt nicht nur für Schüler/-innen mit besonderen Bedarfen eine Rolle, son- dern es profitieren alle Beteiligten, wenn inklusive Bildung adäquat umgesetzt wird (European Agency for Development in Special Needs Education, 2014). „Einigen SchülerInnen wird das vernetzte Denken schwerfallen, so dass sie Differen- zierungsmaßnahmen und emotionale, empathische Zugänge benötigen, die aber auch für andere SchülerInnen eine Erwei- terung und Vertiefung ihres Erfahrungshorizontes bedeuten“ (Führing & Böhme, 2015, S. 18). Es geht mithin um einen positiven und produktiven Umgang mit Vielfalt (Böhme, 2019; Böhme & Führing, 2014), der jedoch nicht intuitiv von den Lehrkräften umgesetzt werden kann, sondern einiges an Know-how benötigt.
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Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und Fairer Handel

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und Fairer Handel

unterscheiden? In dieser Schutzatmosphäre verschließen wir die Augen. Diese sterile Umgebung ist frei von sozialen Pro- blemen wie Armut, Obdachlosigkeit, Behinderung, Gewalt, Konfrontation mit Andersdenkenden, anderen Kulturen, Re- ligionen, Lebensauffassungen. Dafür haben wir ein beque- mes, komfortables Leben. Nur sollte niemand den Fehler ma- chen, dieses Haus zu verlassen, denn dann müsste er erken- nen, wie schnell Glas zerspringen kann und wie scharf diese Scherben sind." (Glashaus, Julia Schitke, 17. In: Rat für nach- haltige Entwicklung 2002, S. 11).

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Elterliche Stellvertreterentscheidungen und frühkindliche Humankapitalbildung

Elterliche Stellvertreterentscheidungen und frühkindliche Humankapitalbildung

Bewertung intertemporaler Konsequenzen einer Entscheidung 3.2.1 Konsequenzen von Entscheidungen, die im Laufe der frühkindlichen Entwicklung getroffen wer- den, treten zum Teil über die Zeit verteilt auf und entfalten somit vielfältige intertemporale Wir- kungen. Zwar können einzelne Entscheidungen tatsächlich nur einen kurzfristigen Effekt haben, und einzeln gesehen, eher klein und überschaubar in ihrer Wirkung sein. Genauso sind aber auch Entscheidungen mit mittelfristigen Konsequenzen bis zum nächsten Entwicklungsschritt oder sogar mit langfristigen Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter denkbar (Bornstein 1989). Dazu zählen Entscheidungen, die dazu führen, dass bestimmte Erfahrungen in den sensiblen Phasen der Entwicklung gemacht werden, die dann weiter wirken, oder solche Entscheidun- gen wie die Wahl der Kinderbetreuung, die unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls einen prägenden Effekt haben können (Spieß, Büchel et al. 2003). Allen Formen ist gemein, dass die Entscheidung an sich heute getroffen werden muss, bestimmte Auswirkungen der Entscheidung sich jedoch erst im Laufe der Zeit einstellen. Es kommt bei einer intertemporalen Entscheidungs- problematik in der Stellvertretersituation deshalb darauf an, welche Zeitpräferenz der elterliche Stellvertreter hat und wie er mit deren Hilfe in seiner Zielfunktion zukünftige Wirkungen gegen- über heutigen Konsequenzen bewertet.
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Bildung als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung

Bildung als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung

Die Simulation mit PuMA zeigt, dass die Bildungsexpansion in beiden Szenarien positive volkswirtschaftliche Auswirkungen hat. Eine Ausweitung der mittleren Bildungsstufen auf Kosten der geringen Qualifikation wirkt insbesondere positiv auf die Bescha ftigung und bewirkt einen deutlichen Ru ckgang bei der Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten. Das BIP legt sta rker zu als die Bescha ftigung und der Kapitalstock, was auf die ho here Produktivita t der Erwerbsta tigen mit mittlerer Qualifikation zuru ckzufu hren ist. Im zweiten Szenario ist der Effekt auf das BIP deutlich kra ftiger, ebenso legt der Kapitalstock deutlicher zu. Die Bescha ftigung wa chst aber nur geringfu gig und dies auch nur langfristig. Der Grund liegt darin, dass die Bildungsexpansion zusa tzlich Zeit fu r die Bildung erfordert und dass die Differenz in der Erwerbsta tigenquote zwischen mittleren und hohen Qualifikationen deutlich niedriger ist als im ersten Szenario. Fu r die o ffentliche Hand fu hren beide Szenarien mittel- und langfristig zu einer Verbesserung des Prima rsaldos, insbesondere u ber einen Zuwachs der o ffentlichen Abgaben. Auf kurze Frist fallen ho here o ffentliche Ausgaben fu r den Bildungsbereich an. Eine U bersicht fu r ausgewa hlte Jahre ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt.
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Positionspapier "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Positionspapier "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Entwicklung in ganzheitlicher Weise. Dieses ist festgeschrieben im Übereinkommen über die Rechte des Kindes, der UN-Kinderrechts- konvention. Darin hat sich die Staaten- gemeinschaft verpflichtet, das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt aller Maßnahmen öffentli- cher und privater Akteure, die Kinder betreffen, zu stellen. Als weitere Prinzipien der Konvention gelten das Grundrecht auf Überleben und per- sönliche Entwicklung, das Prinzip der Gleich- behandlung, die Verwirklichung der Kinderrechte sowie die Achtung vor der Meinung des Kindes. Aus der Kinderrechtskonvention lassen sich auch ökologische Kinderrechte ableiten. Damit gemeint sind die Rechte eines jeden Kindes, in einer intakten Umwelt aufzuwachsen, ein gesundes Leben zu führen und positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
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Frühkindliche gewalttätige und sexuelle Traumatisierungen

Frühkindliche gewalttätige und sexuelle Traumatisierungen

tei anderem auch voi Desintegration Er fühlte sich wie durch eine Nebelwand von anderen getrennt, konnte sich in Beziehung zu ihnen kaum selber empfinden, so daß er diese Kontakte als. u[r]

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Die frühkindliche Form einer negativistischen Katatonie

Die frühkindliche Form einer negativistischen Katatonie

Ausgehend von seiner differen- zierten Psychopathologie fand Leonhard [7, 8] bei den Schizophrenien des frühen Kindesalters gegenüber de- nen des Erwachsenenalters ledigli[r]

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