Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

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Ist Europa bereit für die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung? … noch nicht

Ist Europa bereit für die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung? … noch nicht

2 Ist Europa bereit für die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung? … noch nicht Und was folgte in Europa? Nach UNCED wurde der Stellenwert nachhaltiger Entwicklung auf höchster EU-Ebene anerkannt: Nachhaltige Entwicklung wurde im Vertrag von Ams- terdam als übergeordnetes Ziel der EU-Politik aufge- nommen. Im Juni 2001 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der EU auf dem Gipfel von Göteborg die erste EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung (EU Sustainable Development Strategy, SDS), die auf einem Vorschlag der EU-Kommission beruhte. Im Juni 2006, nach einer zweijährigen Konsultati- onsphase, verabschiedete der Europäische Rat eine überarbeitete Fassung der SDS. Er bestätigte nachhal- tige Entwicklung als grundlegendes Ziel im Rahmen des Vertrags von Lissabon. Das waren jedoch nur Worte und gute Absichten, denn in Wirklichkeit war die SDS nicht von Erfolg gekrönt. Ihr wurde niemals so viel Bedeutung und Priorität beigemessen wie der Strategie „Europa 2020“, die auf Wirtschaftswachs- tum ausgerichtet ist. Wachstum blieb wichtiger als soziale Rechte, als die Verminderung des Raubbaus an den natürlichen Ressourcen des Globalen Südens oder ein besserer Umweltschutz. Bis Ende 2011 sollte der Europäische Rat darüber entscheiden, wann eine umfassende Überarbeitung der SDS vorgenommen werden sollte. Dies geschah jedoch nie, da unterneh- merische Partikularinteressen für die Kommission wichtiger waren.
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Plädoyer für die verknüpfte Umsetzung des Übereinkommens von Paris und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Plädoyer für die verknüpfte Umsetzung des Übereinkommens von Paris und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Das DIE ist ein multidisziplinäres Forschungs-, Beratungs- und Ausbildungsinstitut für die deutsche und die multilaterale Entwicklungspolitik. Es berät auf der Grund- lage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Kooperation zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Plädoyer für die verknüpfte Umsetzung des Übereinkommens von Paris und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung Verknüpfungen zwischen NDCs und SDGs illustrieren damit auch den verknüpften Charakter der Agenda 2030. Einige SDG-Punkte in Abbildung 3 sind eng mit bestimmten SDGs verknüpft, können sich jedoch zugleich auf mehrere SDGs beziehen (z. B. betrifft der Punkt Landwirtschaft SDG 2 und SDG 15). Abbildung 3 macht diese Verknüpfungen sicht- bar und zeigt auf diese Weise, dass viele NDC-Maßnahmen Synergien erzeugen, die mehrere SDGs zugleich unterstützen können.
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Die Agenda 2030: Ein Instrument für nachhaltige Entwicklung in fragilen Staaten?

Die Agenda 2030: Ein Instrument für nachhaltige Entwicklung in fragilen Staaten?

dass ernsthafte inklusive Prozesse kein Selbstzweck sind, sondern dabei helfen, die richtigen Dinge zu priori- sieren. Da jedes Land selber über die jeweiligen Priori- täten entscheidet, kann damit verhindert werden, dass fragile Staaten nur die „einfachen“ Themen aus SDG 16 wählen und die politisch sensibleren (und daher trans- formativen) Ziele weglassen. Positive Anreizsysteme, die ein rasches Umschwenken auf inklusive Prozesse für nachhaltige Entwicklung belohnen, sind notwendig, aber nicht hinreichend, um Widerstände in fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten zur Umsetzung der Friedensdimension der Agenda 2030 zu unterstützen. Hier braucht es Investitionen in kohärente politische und finanzielle Strategien und Programme, damit auch fragile und von Konflikten betroffene Staaten ihre Politi- ken auf nachhaltige Entwicklung umstellen, Fortschritte überprüfen und darüber international berichten. Eine weitere Herausforderung auf nationaler Ebene ist die Überprüfung der Zielerreichung. Die Komplexität der Agenda und die Anforderungen an die Disaggre- gierung der Daten machen massive Anstrengungen für den Kapazitätsaufbau unabhängiger Statistikämter notwendig. Aber amtliche Daten allein werden kein vollständiges Bild abgeben können. Gerade in fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten ist es notwen- dig, die Wahrnehmungen, Bedarfe und Erfahrungen der Menschen einzubeziehen und zu verstehen, um ein umfassendes Bild der Erreichung der komplexen und politisch sensiblen Unterziele aus SDG 16 zu erhal- ten. Nur dadurch kann sichergestellt werden, dass die Umsetzung von SDG 16 (und der gesamten Agenda) die Fortschritte für alle Menschen vor Ort in den Blick nimmt. Gerade bei politisch sensiblen Themen könnten Daten und Umfrageergebnisse von zivilgesellschaftli- chen Organisationen herangezogen werden – zumal diese zu vielen Unterzielen aus SDG 16 bereits verfügbar sind. Diese ergänzenden Daten können dabei helfen, Fortschritte auf lokaler Ebene zu messen und die Pers- pektiven marginalisierter Gruppen einzubeziehen.
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Partnerschaften im Dienst der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: transformativ, inklusiv und verantwortlich?

Partnerschaften im Dienst der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: transformativ, inklusiv und verantwortlich?

Diese Studie basiert auf einer breiten empirischen Grundlage. Erstens wurden Dokumente ausgewertet – Vereinbarungen, Absichtserklärungen, Projektinfor- mationen und -publikationen von Partnerschaften wie beteiligten Akteuren oder (unabhängige) Evaluierun- gen von Partnerschaften und dazugehörigen Program- men. Zweitens haben wir an relevanten Konferenzen und Verhandlungen zum Thema beobachtend teil- genommen. Auf UN-Ebene betraf dies etwa Experten- treffen und Partnerschaftsforen bzw. Verhandlungen zum Thema Partnerschaften und nachhaltige Ent- wicklung. Bei einigen dieser Treffen haben wir eigene Veranstaltungen zum Thema organisiert, beispiels- weise Side Events beim HLPF 2016 sowie 2017 im Rahmen des Hochrangigen Treffen der GPEDC in Nairobi und während der Global Partnership Week in Washington D.C., die jährlich von USAID und dem amerikanischen Außenministerium ausgerichtet wird. Darüber hinaus haben wir Interviews mit rund 60 institutionellen Akteuren geführt. Diese wurden so ausgewählt, dass internationale, nationale und lokale Akteure vertreten waren – staatliche wie nichtstaat- liche, zivilgesellschaftliche wie privatwirtschaftliche – sowie Unterstützer und Kritiker des Partnerschafts- ansatzes.
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Die Umsetzung der VN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: welche Signale Deutschland jetzt international setzen sollte

Die Umsetzung der VN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: welche Signale Deutschland jetzt international setzen sollte

Seit Oktober 2015 hat die Bundesregie- rung fünf regionale Dialogveranstaltungen zur Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie durchgeführt. Das ist ein Anfang. Die öffentliche Diskus- sion müsste jedoch dringend ausgeweitet, die fachliche Debatte vertieft werden. Im Frühsommer soll ein erster Entwurf der neuen Strategie vorliegen, den dann der Staatssekretärsausschuss billigen soll. Will man international Vorbild sein, sollten die anschließenden Konsultationen weit über die bisherigen Anstrengungen hinausgehen, bevor im Spätherbst 2016 die neue natio- nale Nachhaltigkeitsstrategie dem Kabinett zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Noch besser wäre, wenn mittelfristig eine reprä- sentative und verlässliche Dialogstruktur institutionalisiert würde, um die zukünfti- gen Indikatoren- und Fortschrittsberichte zu diskutieren. Während der Rat für Nach- haltige Entwicklung (RNE) ad personam be- setzt ist, sollten gesellschaftliche Gruppen selbst entscheiden, wen sie als Vertreter/in entsenden. Um dem »whole of government«- Anspruch gerecht zu werden, könnte diese Dialoggruppe im Kanzleramt beim Staats- sekretärsausschuss angesiedelt sein, aber im Laufe des Jahres Konsultationsrunden in allen Ressorts abhalten. Im Rahmen die- ser Prozesse könnten gesellschaftliche und wirtschaftliche Akteure auch über ihre eige- nen Beiträge zur Umsetzung berichten.
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Die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und die Rolle der Bibliotheken

Die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und die Rolle der Bibliotheken

für nachhaltige Entwicklung und die Rolle der Bibliotheken.. Dr.[r]

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Das Entwicklungsziel 2 der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung im internationalen Lebensmittelhandel: Chancen und Herausforderungen für den privatwirtschaftlichen Sektor / Hanna Baumgartner, BSc

Das Entwicklungsziel 2 der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung im internationalen Lebensmittelhandel: Chancen und Herausforderungen für den privatwirtschaftlichen Sektor / Hanna Baumgartner, BSc

Der internationale Lebensmittelhandel besteht aus Liefer- beziehungsweise Wertschöpfungsketten, die alle Aktivitäten, die Organisation, die beteiligten Unternehmen, die Technologie und Ressourcen betrifft, um Lebensmittel für KonsumentInnen bereitzustellen. Dadurch werden die verschiedenen Wirtschaftssektoren miteinander verbunden. Internationale Lebensmittelketten zeichnen sich daher durch komplexe Wertschöpfungsketten aus, die unterschiedlichste Wirtschaftssektoren und -aktivitäten miteinander verbinden. 431   Die erfolgreiche Verfolgung und Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele und speziell des nachhaltigen Entwicklungsziels 2, ist abhängig von der Art und Weise des zukünftigen Wirtschaftssystems. Das Wirtschaftswachstum und der Welthandel werden von globalen Wertschöpfungsketten geprägt. Daher sind globale Wertschöpfungsketten direkt mitverantwortlich und ein wichtiges Instrument für die langfristige nachhaltige Entwicklung. Die Art und Weise, wie globale Wertschöpfungsketten in Zukunft von Firmen gestaltet werden, bestimmt inwiefern eine nachhaltige Entwicklung Realität sein wird. Vor allem einige wenige Firmen steuern einen Großteil der globalen Wertschöpfungsketten und haben daher eine große Verantwortung nachhaltige Entwicklung zu forcieren. Daher ist es enorm wichtig, sich bewusst zu machen, dass langfristig nachhaltige Entwicklung nur möglich ist, wenn die globalen Wertschöpfungsketten nachhaltig gestaltet sein werden. 432
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Städtische Governance für nachhaltige globale Entwicklung: von den SDGs zur New Urban Agenda

Städtische Governance für nachhaltige globale Entwicklung: von den SDGs zur New Urban Agenda

Gut drei Jahre später wurde auf dem UN-Gipfel 2015 die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Die 17 SDGs (Sustainable Development Goals, Ziele für nachhaltige Entwicklung) der Agenda umreißen die wich- tigsten Politikfelder für eine zukünftige globale Entwick- lungspartnerschaft. Ein Ziel (SDG 11: „Städte und Sied- lungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten“) verweist ausdrücklich auf das Thema Stadt- entwicklung. Die Gemeinschaft der Städte hat die Verab- schiedung dieses Ziels sehr begrüßt, spiegelt sich darin doch eine wachsende Anerkennung der zentralen Bedeu- tung von Städten für globale Entwicklungsprozesse wider. Dieser Beitrag teilt diese Einschätzung, betont jedoch, dass für die wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 Aspekte der städtischen und lokalen Governance deutli- cher thematisiert werden müssten. So verweist das „städ- tische“ SDG 11 nicht explizit auf Governance. Das „Gover- nanceziel“ SDG 16 spricht zwar von Institutionen „auf al- len Ebenen“, jedoch nicht von lokalen und städtischen Zuständigkeiten. Bei sektoralen Zielen wie SDG 13 (Maß- nahmen gegen den Klimawandel) und SDG 9 (Aufbau ro- buster Infrastruktur) fehlen ebenfalls Verweise auf die lo- kale oder städtische Ebene.
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Post-2015: Die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung braucht adäquate weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Post-2015: Die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung braucht adäquate weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen

1 Ein globales Handelssystem Die 2030-Agenda birgt die Chance, Handel stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und internationale Handelspolitik auf eine globale nachhaltige Entwicklung auszurichten. Die SDGs unterstreichen den Nutzen des multilateralen Handelssystems, dessen Kernstück die Welthandelsorganisation (WTO) ist. Unterziel 17.10 lautet: „Ein universales, regelgestütztes, offenes, nicht- diskriminierendes und gerechtes multilaterales Handels- system unter dem Dach der Welthandelsorganisation fördern, insbesondere durch den Abschluss der Verhand- lungen im Rahmen ihrer Entwicklungsagenda von Doha“. Dieses neuerliche Bekenntnis zu einem multilateralen Handelssystem stärkt die normative Grundlage der WTO, bestätigt sie als globales öffentliches Gut und würdigt ihren Beitrag für eine gerechte Global Economic Gover-
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Die 2030-Agenda

Die 2030-Agenda

werden. Die 2030-Agenda und die SDGs können aber den Rahmen für gesellschaftliche Veränderungsprozesse liefern. Das kritische Engagement zivilgesellschaftlicher Gruppen bildet die Grundlage und eine notwendige Erfolgsbedingung dafür, dass die 2030-Agenda ihrem selbstgesteckten, transformativen Anspruch zumindest ansatzweise gerecht werden kann. Grundlage für das kritische Engagement politischer und zivil gesell- schaftlicher Akteure im 2030-Prozess ist die ausreichende Informa- tion über die SDGs, ihre Zielvorgaben, die Herausforderungen und Kontro versen, die mit ihrer Umsetzung verbunden sind, sowie mögliche Indikatoren, um Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele zu messen. Die 2030-Agenda – Global Zukunftsziele für nachhaltige Entwicklung leistet dazu einen Beitrag und bietet neben einer politischen Einordnung der 2030-Agenda überblicksartig grundlegende Informationen und A nalysen von SDG 1 bis 17.
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Organisierte Kriminalität in der "2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung": Indikatoren und Maßnahmen für die internationale und nationale Umsetzung

Organisierte Kriminalität in der "2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung": Indikatoren und Maßnahmen für die internationale und nationale Umsetzung

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem Monitoring der MDGs riet die zu- ständige Inter-agency and Expert Group (IAEG-MDG) für die 2030-Agenda allerdings zur Auswahl von Indikatoren, die nicht nur relevant und methodologisch fundiert, son- dern auch praktisch, kostengünstig und ein- fach zu kommunizieren sind. Dies schafft jedoch einen Zielkonflikt zwischen dem Anliegen, erprobte Datenquellen bzw. leicht zu erfassende Messgrößen heran- zuziehen, und dem Anspruch an eine hohe Aussagekraft. Auch würde mit einem Fokus auf möglichst verständliche und kosten- günstige Indikatoren der im Rahmen der 2030-Agenda beabsichtigte Aus- und Aufbau neuer Instrumente und Kapazitäten der Datenerfassung infrage gestellt.
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Die G20 und die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung: kohärente Umsetzung und Rechenschaftslegung stärken

Die G20 und die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung: kohärente Umsetzung und Rechenschaftslegung stärken

In der Einleitung des 2016 beschlossenen Aktionsplans zur 2030-Agenda für nach- haltige Entwicklung erklären die G20-Staa- ten, dass sie ihre Arbeit zukünftig an den Zielen der 2030-Agenda ausrichten wollen. Fraglos sind die 19 wirtschaftsstärksten Industrie- und Schwellenländer und die EU wichtige Akteure, wenn es darum geht, eine nachhaltigere Entwicklung zu reali- sieren. Zusammen repräsentieren sie nicht nur fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, sondern auch vier Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und drei Viertel des Welthandels, zudem verursachen sie rund 80 Prozent der globalen CO2-Emissionen.
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Globale soziale Sicherung: Neue Impulse durch die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung

Globale soziale Sicherung: Neue Impulse durch die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung

Das Thema „Soziale Sicherung“ hat in den vergangenen Jahren eine eindrucksvolle Renaissance in der ent- wicklungspolitischen Debatte erfahren. Gleich mehre- re internationale Organisationen haben ihm besondere Aufmerksamkeit gewidmet: An erster Stelle zu nennen ist die Internationale Arbeitsorganisation (Internatio- nal Labour Organization, ILO) mit ihrer Social-Protec- tion-Floor-Initiative. Aber auch in der entwicklungs- politischen Arbeit anderer UN-Sonderorganisationen, der Weltbank und nicht zuletzt auch der Europäischen Union ist die Förderung sozialer Sicherungssysteme – als Instrument der auf Dauer angelegten Armutsbe- kämpfung – inzwischen deutlich aufgewertet worden. In der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung, die am 25. September 2015 von der UN-Generalversamm- lung im Konsens verabschiedet worden ist, wird der Aufbau sozialer Sicherungssysteme nun ausdrücklich als eine der neuen globalen Zielsetzungen genannt. Zu der Frage, wie solche Sicherungssysteme insbesondere in den Entwicklungsländern finanziert werden können und welchen Beitrag in diesem Kontext die internati- onale Gemeinschaft zu leisten hat, sind im Vorfeld des UN-Gipfels bereits differenzierte Vorschläge entwi- ckelt worden. Eine der vordringlichen Aufgaben der nächsten Zeit wird es sein, diese Ideen aufzugreifen und in die entwicklungspolitische Praxis umzusetzen.
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Universelle Verantwortung: die Bedeutung der 2030-Agenda für eine nachhaltige Entwicklung der deutschen Bundesländer

Universelle Verantwortung: die Bedeutung der 2030-Agenda für eine nachhaltige Entwicklung der deutschen Bundesländer

nehmen und dem Bundestag einen jährlichen Bericht der Bundesregierung zum Stand der Nachhaltigkeitspolitik vorzulegen. Auf diese Weise würden die Fragen mehr politische Aufmerksamkeit erhalten und die Ausschüsse sich intensiver mit ihnen befassen. Gegenwärtig wird die Nachhaltigkeitsstrategie erneut überarbeitet, das Ergebnis soll im Herbst 2016 vorliegen. Dabei sollen die SDGs und die Vorgaben der 2030-Agenda be- rücksichtigt werden (Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung, 2014). Das bedeutet, dass die fortgeschriebene Nachhaltigkeitsstrategie das Potenzial hat, im Sinne der SDGs Zielvorgaben zum einen für Binnenpolitiken zu machen, mit denen Verbesse- rungen innerhalb Deutschlands angestrebt werden, zum anderen für Politikfelder, in denen positive Außenwirkungen erzielt (bzw. negative gemindert) werden sollen. Beispiele aus der noch gültigen Nachhaltigkeitsstrategie sind die Senkung der Treibhausgasemissionen, die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien und der Ressourceneffizienz, der Schutz der Artenvielfalt und die Verringerung der Flächeninanspruchnahme. Wünschenswert wären Indikatoren zur Minderung der Einkommensungleichheit und des Anteils der ar- mutsgefährdeten Menschen, zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung, zur Sen- kung der inländischen Umweltbelastungen und der Flächeninanspruchnahme der Agrar- wirtschaft im Ausland und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Des Weiteren kann die erneuerte Nachhaltigkeitsstrategie die Umsetzung internationaler Beschlüsse und Konven- tionen stärken, indem sie die Impulse der 2030-Agenda aufnimmt und somit die globalen Auswirkungen binnenländischer Entscheidungen bewusst reflektiert und die internationale Zusammenarbeit ausbaut. Deutschland hat dank seiner Vorreiterrolle im Klimaschutz, seiner starken und wissensintensiven Volkswirtschaft und seiner guten Außenbeziehungen eine Vorbildfunktion. Diese birgt jedoch auch eine große Verantwortung: Deutschland wird bei der Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie entscheiden müssen, ob es sich mit seinen neuen Zielen auf eine eher defensive Umsetzung beschränkt, die dem kleinsten gemeinsa- men Nenner der 2030-Agenda folgt oder ob es sich ehrgeizige Ziele setzt und als treibende Kraft für eine nachhaltige Entwicklung auftritt.
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Inklusion und Empowerment von Menschen mit Behinderungen in Post-2015-Prozess und 2030-Agenda

Inklusion und Empowerment von Menschen mit Behinderungen in Post-2015-Prozess und 2030-Agenda

Anders als im Prozess, der zu den MDGs führte, gab es im Post-2015-Prozess eine gute politische Öffentlichkeit für zivilgesellschaftlichen Input im Allgemeinen und für Fragen rund um Behinderung im Speziellen. Die Sichtbarkeit des Themas Behinderung auf globaler und nationaler Ebene war höher als je zuvor (9a 2), was als für den Erfolg sehr bedeutend gewertet wurde (9a 3). Folgende Gründe für die Öffentlichkeit wurden beschrieben: Zum einen wurden die UNBRK sowie die Lobbyarbeit, welche im Rahmen ihrer Verfassung stattfand, genannt. Seit Verabschiedung dieser Konvention habe sich die internationale Öffentlichkeit für Menschen mit Behinderungen kontinuierlich verbessert. Auch habe der Prozess der Umsetzung der UNBRK geholfen, eine menschenrechtliche Perspektive in Bezug auf das Thema bei Staatenvertretenden zu stärken (9ab 1). Das gute Timing, d.h. die Verhandlung der Agenda nach Verabschiedung einer Menschenrechtskonvention spezifisch über die Rechte von Menschen mit Behinderungen war somit ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Auch die Reichweite bzw. Gültigkeit der 2030-Agenda für die ganze Welt (nicht nur für den globalen Süden) (9ab 5), ihr breites Themenspektrum (9ab 2), sowie die mit ihr verbundene Wahrnehmung der Zusammenhänge zwischen Entwicklungs- und sozialen Fragen wurden als Erfolgsfaktoren beschrieben, aufgrund derer es Themen von Menschen mit Behinderungen im Post-2015- Prozess relativ leicht hatten ( 9ab 4).
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Szenarien für eine integrierte Nachhaltigkeitspolitik - am Beispiel: Die nachhaltige Stadt 2030. Band 3: Teilbericht "Nachhaltiges Wirtschaften in der Stadt 2030".

Szenarien für eine integrierte Nachhaltigkeitspolitik - am Beispiel: Die nachhaltige Stadt 2030. Band 3: Teilbericht "Nachhaltiges Wirtschaften in der Stadt 2030".

Schließlich sind die Bürgerinnen und Bürger als Arbeitskräfte, als Nachfrager von Produkten, durch ihr Wohn- und Mobilitätsverhalten und durch ihr bürgerschaftliches Engagement Akteu- re, die eine bedeutende Rolle bei einem Umbau zu einer nachhaltigen Wirtschaft in der Stadt spielen können. Sie haben sich aber in der Vergangenheit auch oft besonders „resistent“ gezeigt, was ihren eigenen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung angeht. Die Kette zwischen Einstel- lungen/Einsichten über Handlungsabsichten hin zum konkreten Handeln ist oft noch wenig stabil. „Die sozialökonomischen Faktoren (Eigennutzstreben, falsche Preissignale usw.), die das menschliche Verhalten zu einem großen Teil bestimmen, sind sehr stark“ (Rogall 2004: 78). Verbraucher sind durch ihr faktisches Verhalten im Kontrast zu der in Befragungen dokumen- tierten Problemwahrnehmung zu häufig noch starke Bremser einer nachhaltigen Wirtschaft in der Stadt („Schnäppchenmentalität“). Jedoch ist es besonders wichtig Verbraucher mit in die Betrachtungen einzubeziehen, da die wohlhabenden Stadtbürger der Industrienationen für 80 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs verantwortlich sind (vgl. Interview mit Mohan Munasinghe in Zeit Online vom 16.6.2012). Notwendig sind wechselseitige Lernprozesse von Produzenten und Konsumenten über die Folgen ihres Handelns, die durch die Marktmacht der Verbraucher beschleunigt werden können. Bereits Schulkinder sollten lernen ihre Ernährung, ihr Mobilitätsverhalten sowie ihren Energieverbrauch zu reflektieren, um frühzeitig erste Schritte in Richtung nachhaltigen Konsums leisten zu können – was zugleich die wichtige Rolle der Bil- dungseinrichtungen deutlich macht. Wie erfolgreich dies sein kann, zeigen beispielsweise die Ergebnisse in den „BINK-Projekten“ (Bildung und nachhaltiger Konsum (vgl. BINK 2012). Die Medien – Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet – spielen eine ebenfalls maßgebliche Rolle in der Bewusstseinsbildung und kommen diesem Auftrag teilweise hervorragend nach. Dies gilt nicht nur für die kritischen Magazine; selbst zur besten Sendezeit rutschen in den letzten Jahren immer häufige Themen nachhaltigen Handelns in die Primetime-Shows.
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Bildung für nachhaltige Entwicklung-Portal: Nachhaltige Schülerfirmen

Bildung für nachhaltige Entwicklung-Portal: Nachhaltige Schülerfirmen

Eine erste Vorstellung von der Idee der Nachhaltigkeit und einer Nachhaltigen Schülerfirma wurde nun ent- wickelt. Jetzt soll es richtig losgehen. Aber wie? In Band 2: Jetzt geht’s los?! – Wir gründen eine Nachhaltige Schülerfirma werden die Grundlagen vermittelt, die für die Gründung einer Nachhaltigen Schülerfirma not- wendig sind. Der Band erklärt, was nachhaltiges Wirtschaften ist, und bietet damit eine Orientierung für die Ausrichtung der Schülerfirma am Leitbild der Nachhaltigkeit. Es wird gezeigt, wie ökologisch und sozial ver- trägliche Geschäftsideen für die Gründung einer Nachhaltigen Schülerfirma entwickelt werden können und welche Schritte erforderlich sind, um die Idee(n) erfolgreich umsetzen zu können. Dabei geht es insbesondere um eine gründliche Analyse der Geschäftsidee und die Erarbeitung von Zielen und Strategien. Außerdem wer- den die Grundlagen für die einzelnen Planungsschritte vorgestellt und es wird erläutert, was ein Geschäfts- plan oder auch Businessplan ist und wozu dieser dienen kann. Damit das Vorhaben auch auf sicheren Beinen steht, liefert der Band zudem eine Basis zu rechtlichen Regelungen beim Betreiben einer Schülerfirma. Die Idee und die Planung stehen. Wie geht es weiter? Band 3: „… das rechnet sich!“ – Wir bringen unse- re Nachhaltige Schülerfirma ins Geschäft! zeigt, wie das Tagesgeschäft erfolgreich gestaltet werden kann, und schließt direkt an die Businessplanung an. Die Arbeitsbereiche und -abläufe der Schülerfirma, die dafür detaillierter vorbereitet und entwickelt werden müssen, werden hier vorgestellt. Es wird zum einen gezeigt, wie sich Schülerfirmen in ihren einzelnen Arbeitsbereichen auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell ausrichten können. Zum anderen bietet die Handreichung eine Unterstützung bei der Systematisierung und Professiona- lisierung des Lernens und Arbeitens in einer Schülerfirma an: Ausgewählte Werkzeuge und Instrumente aus der Betriebswirtschaftslehre werden vorgestellt und grundlegendes unternehmerisches Denken als Beitrag einer Berufsorientierung befördert.
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Agenda 2030: Time to Revisit Rule of Law programming

Agenda 2030: Time to Revisit Rule of Law programming

Well harnessed, glocalization (the “simultaneous occurrence of both universalizing and particularizing tendencies in contemporary social, political, and economic systems”) can ensure that local contexts are developed when addressing the rule of law agenda laid out in the Sustainable Development Goals. This allows the development of home- grown solutions to problems that are prioritised at global level, comprised of smaller, local solutions rather than big, global solutions. National ownership that will be fostered through glocalisation is critical as a means of achieving sustainability.
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Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung

wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit. Sie berücksichtigt dabei eine demokratische Politikgestaltung und globale sowie kulturelle Aspekte. Der Nationale Aktionsplan enthält zahlreiche Maßnahmen zur Konzipierung, Verbreitung und Verankerung von BNE. Dazu gehört auch das BLK-Programm „Transfer 21“, im Rahmen dessen das Konzept der Gestaltungskompetenz für BNE entwickelt wird, und der gemeinsam von der KMK und dem BMZ entwickelte Orientierungsrahmen für die entwicklungspolitische Bildung. Ferner sind exemplarisch die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen (z.B. Energie, Klimaschutz, Biodiversität) des BMU zu nennen, die Entwicklung einer Rahmenvorgabe „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für die Lehrpläne im Schulbereich des Landes Nordrhein- Westfalen, die Zertifizierung von außerschulischen Bildungseinrichtungen im Bereich Umweltbildung und Globales Lernen in Schleswig-Holstein, die Etablierung eines Landesnetzwerkes zur BNE im Elementarbereich in Bayern, die Verankerung des Leitbildes der Nachhaltigkeit in den Ordnungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung durch das Bundesinstitut für Berufsbildung, die Initiative
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Aktionsprogramm Nachhaltige Entwicklung

Aktionsprogramm Nachhaltige Entwicklung

Solingen lebt und ist geprägt von vielen Menschen, die sich für ihre Stadt engagieren und sie aktiv gestalten. Dies belegen z.B. die vielen Vereine, Initiativen und Privatpersonen, die sich für soziale, ökologische, interkulturelle und entwicklungspolitische Ziele und Inhalte einsetzen. Aber auch viele professionelle Akteure aus Einrichtungen, Verbänden, Unternehmen, Verwaltung und Politik haben – über eigene Ziele hinaus – die gesamtstädtische Entwicklung und die Menschen im Blick. Und ohne das enge Zusammenwirken von professionellem und ehrenamtlichem Engagement wären viele Projekte und Aktivitäten in Solingen gar nicht denkbar und viel, viel weniger lebendig und bunt.
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