Malte Wetzig Kontrollierter Zufall als Methode im kreativen Prozess Dokumentation zur Masterthesis

Volltext

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Malte Wetzig

Kontrollierter Zufall

als Methode im kreativen Prozess

Dokumentation zur Masterthesis

Master Design & Medien

Hochschule Hannover, Fakultät III Sommersemester 2018

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Gute Gestalter haben den Anspruch, immer wieder nach neuen Möglichkeiten eines innovativen Designs zu suchen.

Es gilt Alltagsroutinen zu entfliehen und gängige

Gestaltungsschemata aufzubrechen. Viele Designprodukte wirken oft zu glatt, zu perfekt oder leblos. Auf der Suche nach unkonven-tionellen Methoden hat Malte Wetzig den Zufall als eine Möglichkeit

entdeckt, zu innovativen Ergebnissen zu kommen.

Er hat am Beispiel ausgewählter Künstler und Designer untersucht, welche Rolle der Zufall in ihrem Schaffensprozess jeweils gespielt hat.

Am Beispiel von Plakaten – eigener und der Teilnehmer/innen seiner Workshops zum Thema Zufall und Ästhetik – zeigt er, wie der Zufall

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ZUfaLL

Der Zufall [bezeichnet] heute in freiem Vorkommen das unberechenbare Geschehen,

das sich unserer Vernunft und unserer Absicht entzieht.

Gebrüder Grimm

Auch in den Wissenschaften hat man erkannt, dass der Zufall ein wichtiger Faktor ist.

Zufall kann Zerfall, Absturz und Untergang bedeuten, aber auch Einfall und die Entstehung von Neuem

mit Kreativität und Innovation.

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Wer bewusst den Zufall

in seinem kreativen Prozess einsetzt,

erzielt damit schneller

innovative Ergebnisse.

UNteRTHesEn

1. Zufallsverfahren werden nicht beliebig eingesetzt, der Ge-stalter entscheidet über Kontrollverlust und Kontrolle.

2. Zufallsverfahren führen zu einer größeren Vielfalt von Ergebnissen.

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3. Nicht kontrollierbare Phasen bewirken einen Prozess der Selbstgestaltung von Materialien, Medien unter Einbeziehung äußerer Einflüsse, bei dem unvorhersehbare

Er-gebnisse entstehen. 4. Durch den Einsatz von Zufallsverfahren können

Gestaltungsprozesse für mehr Natürlichkeit und Lebendigkeit geöffnet werden.

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zUfaLL iM kReatIvEn pROzess

1. Gestaltsehen und Zufallsbilder

2. Experiment und Spiel mit dem Zufall

3. Unvorhersehbares durch Koinzidenz

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Leonardo da Vinci

* 1452 ; † 1519

Durch verworrene und

un-bestimmte Dinge wird

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Kunst

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Marcel Duchamp

Kurt Schwitters Max Ernst

Frieder Nake, Georg Nees,

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Marcel Duchamp

* 1887 ; † 1968

Der reine Zufall war für

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Design

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Uwe Loesch David Carson

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Uwe Loesch

* 1943

... Manchmal hat man

ein-fach keine Lust,

anstren-gende Konzepte zu

entwi-ckeln.

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Zufall ist kein Allheilmittel

für eine schwache visuelle

Komposition. […]

Andererseits sind

Zufalls-prozesse ein

unverzicht-bares Werkzeug, mit

des-sen Hilfe die extreme und

manchmal starr

anmu-tende Regelmäßigkeit des

Computers aufgebrochen

werden kann.

Generative Gestaltung

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Gestaltsehen

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http://weavesilk.com/

http://alpha.editor.p5js.org/generative-design/sketches/M_1_5_04

http://alpha.editor.p5js.org/generative-design/sketches/M_2_5_01

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Ankündigungsplakate

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WORKSHOP

1.) Einführung

– Vorstellung der Teilnehmer – Vorstellung der Masterthesis:

Wer bewusst den Zufall in seinem kreativen Prozess benutzt, kommt schneller zu innovativen Ergebnissen – Leitfragen für den Workshop

2.) Präsentation Zufall & Ästhetik

20. Jahrhundert Kunstrichtungen: (Kurz) – Surrealismus

– Dadaismus

– Leonardo da Vinci (Kurz, Urknall in der Kunst)

– Marcel Duchamp (Urknall in der Kunst im 20. Jahrhundert) – Kurt Schwitters (Werbegrafiker, Merzbau Innenarchitekturbezug) – Nake, Nees, Noll (Urknall Digitalität)

– Gerhard Richter (Übermalte Fotos, Kirchenfenster Kölner Dom) – Gunnar Aangatd Andersen (Produktdesign)

20. Jahrhundert Designrichtungen: (Kurz) – Antidesign

– Neues Deutsches Design

– Frank Owen Gehry (Architektur) – David Carson (Grafik-Design) – Uwe Loesch (Grafik-Design) – Generative Gestaltung (Heute) 3.) Praktische Übung

– Anleitung – Umsetzung

4.) Vorstellung der eigenen Plakate

5.) Reflexion und Diskussion der Leitfragen

PRAKTISCHE ÜBUNG

Abgewandeltes Design-Poker nach Brandolini. – Andreas Brandolini (Kurz)

Ziel: Plakat A3 zum Thema Zufall zu erstellen Kriterien:

– Papiersorten – Headlines

– Farbe (zum zusätzlich einsetzen) – Zusatzmaterial

(Zeitung, Postkarten, Internet-Pics, kleine Dinge, ...) – Kiste mit Werkzeug

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LEITFRAGEN

– Wie ist es euch mit der Übung gegangen?

– Was braucht ein Gestalter, um sich auf den Zufall einzulassen?

– Sind Zufallsverfahren in euren Disziplinen im normalen Arbeitsalltag denkbar? – Welche Rolle spielt die Kreativität des Gestalters bei Zufallsverfahren?

– In welchen Phasen des kreativen Prozesses kann in euren Disziplinen Zufall eine Rolle spielen?

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Thimm Bubbel

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Leo Flock

Die Plakatgestaltung mit der zu-fallsbasierten Herangehensweise war trotz der starken “Regeln” sehr befreiend.

...

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Jan Zeleny, 2018

Anna Leist, 2018

Henner Rosenkranz (beidseitig), 2018

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FaZiT

Die Masterthesis wird durch die

theoreti-sche Analyse und die praktitheoreti-sche

Umset-zung grundsätzlich bestätigt.

1. Der kontrollierte Zufall im kreativen Prozess führt zu innovativen ästhetischen Ergebnissen.

2. Die Gestaltungsspielräume können erheblich erweitert werden. 3. Zufallsverfahren sind kein Selbstzweck, es gibt immer

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4. Zufallsverfahren werden nicht beliebig eingesetzt, der Ge-stalter entscheidet über Kontrollverlust und Kontrolle.

5. Der Kontrollverlust bewirkt einen Prozess der Selbstgestal-tung, in dem etwas Neues, Unvorhersehbares entsteht. Dieser Kontrollverlust ist vom Gestalter beabsichtigt.

6. Kreativität, Emotion und Intuition des Gestalters sind wichtige Faktoren und nicht ersetzbar. 7. Ob innovative Ergebnisse

mit Zufallsverfahren schneller erreicht werden können,

muss offen bleiben.

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Impresssum

Konzept: Malte Wetzig Gestaltung: Malte Wetzig

Fotos und Grafiken: Malte Wetzig, Andreas Werda, Helge Wetzig, Andre Germar, Julia Rupprecht (Seite 7)

Alle Weiteren: Creative-Commons-Lizenzen Schrift: Brown Pro Regular / Bold

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Abbildung

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Referenzen

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