Edoweb: Mit Kommunen stark im Klimaschutz

Volltext

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Mit koMMunen

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 Kaiserslautern Speyer Ludwigshafen Mainz Koblenz Trier Neuerburg Cochem Kirchheimbolanden Morbach Weilerbach Bausendorf

Roth an der Our

Offenbach an der Queich Maxdorf Haßloch Simmern Dierdorf Mayen Bischheim Nieder-Olm Landau Konken

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4 Vorwort der Staatsministerin für

Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz

5 Vorwort der kommunalen Spitzen- verbände Rheinland-Pfalz

6 Klimaschutz und nachhaltige Energie- versorgung – Chancen für Kommunen 12 Ziel: 100% Regenerativ im Strombereich 13 landkreis cochem-zell

14 Verbandsgemeinde neuerburg 15 Donnersbergkreis

16 Energie schafft Arbeitsplätze 17 energielandschaft Morbach 18 Neubaugebiete

19 roth an der our 20 Weilerbach 21 rodenbach 21 Bausendorf 22 Kommunale Liegenschaften 23 Passivhaus-kindergarten kaiserslautern 24 Freibad offenbach/Queich

25 kreissparkasse rhein-Pfalz Maxdorf 26 Straßenbeleuchtung

27 haßloch

28 Regenerative Wärmeversorgung 29 speyer („alter schlachthof“)

29 simmern (schulzentrum „a. d. Füllkasten“) 30 Wärmenetze –

Kommunen haben Ressourcen 31 Mayen Dierdorf 32 konken 33 Bischheim 34 landau 35 speyer 36 Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) 37 technische Werke ludwigshafen 38 stadtwerke trier 39 Pfalzwerke 40 Photovoltaik 41 Mainz (rio-Modell) speyer (Dachmiete) 42 kaiserslautern (solarstadt) 43 trier (solar sozial)

44 Öffentlichkeitsarbeit, Beratung, Contracting

45 energieDienstleistungsGesellschaft rheinhessen-nahe mbh (eDG) nieder-olm

46 Bau- und energienetzwerk (Ben) Mittelrhein e.V.

koblenz 47 Serviceteil

48 Projekte von Bund und land 49 Wettbewerbe

52 Verbände und initiativen 60 informationen und Beratungen 63 kommunale unternehmen 66 Impressum

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Vorwort der Staatsministerin für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz Für die landesregierung sind die kommunen zen-trale akteure bei der umsetzung des integrierten energie- und klimaschutzkonzepts „rheinland-Pfalz – ein land voller energien – für klima, Wachstum und sichere Versorgung“. in den kreisen, städten und Gemeinden wird klimaschutz konkret vor ort umgesetzt. Viele kommunale Gebietskörper-schaften in rheinland-Pfalz sind aktiv und setzen eigene konzepte um.

klimaschutz ist eine chance für die ländlichen kommunen. energie einsparen, energieeffizienz steigern, erneuerbare energien ausbauen und die ortsnahe energieerzeugung stärken sind typischer-weise stark dezentrale handlungsfelder.

Die kommunen verfügen über schlüsselkompe-tenzen für die umsetzung von klimaschutzkon-zepten. Durch die nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern, durch die detaillierten kenntnisse der Gegebenheiten vor ort und die bei den kreisen, städten und Gemeinden vorhandenen Planungs-kompetenzen sind diese in hervorragender Weise geeignet, die örtlichen und regionalen Potenziale in eigene angepasste energie- und klimaschutzkon-zepte einzubringen.

stadt- und Gemeindewerke können einen beson-deren Beitrag zum ausbau einer sicheren und dezentralen energieversorgung leisten. Maßnah-men zur energieeinsparung und rationellen ener-gieverwendung tragen zur entlastung der kom-munalen haushalte bei. sie sorgen als lokal und regional wirkende investitionen für Wertschöp-fung und positive Beschäftigungseffekte vor ort. Die aktivitäten der kommunen haben eine erfahrbare Vorbildfunktion für die Bürgerinnen und Bürger.

es ist erfreulich, dass sich immer mehr städte, landkreise, Verbands- und ortsgemeinden in rheinland-Pfalz für mehr klimaschutz und eine nachhaltige energieversorgung engagieren. Die vorliegende Broschüre wendet sich deshalb an entscheidungsträgerinnen und entscheidungs-träger vor ort – an Bürgermeisterinnen, Bürger-meister, Beigeordnete, rätinnen und räte – aber auch an Planerinnen, Planer, lokale initiativen und an die Bürgerinnen und Bürger. sie will an Beispielen einen einblick in die Möglichkeiten auf kommunaler ebene bieten, anregungen geben und auf weitere informationsmöglichkeiten hinweisen.

Wir wissen: es gibt viel mehr – und das ist erfreu-lich. um einen umfassenderen Überblick über kommunale aktivitäten zu geben, ist ein internet energieportal für kommunen in Vorbereitung, über das man sich über entsprechende aktivitäten im land informieren kann.

Margit conrad

staatsministerin für umwelt, Forsten und Verbraucherschutz rheinland-Pfalz

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klimaschutz ist nicht nur ein thema weltweiter konferenzen; er beginnt vielmehr bereits beim handeln jedes einzelnen vor ort in seiner Ge-meinde, seinem Viertel, seiner stadt oder seinem kreis. Die in dieser Broschüre zusammengetra-genen Beispiele – die ja nur einen ausschnitt aus der großen Vielfalt von initiativen und aktivitäten in den kommunen unseres landes zeigen – doku-mentieren eindrucksvoll, wie engagiert sich die rheinland-pfälzischen kommunen der Problematik des klimawandels und der energieeffizienz anneh-men. Die kommunalen spitzenverbände in rhein-land-Pfalz unterstützen die kommunen dabei durch informationen, erfahrungsaustausch und Veranstaltungen – auf diese Weise kann das gute Projekt einer kommune beispielgebend für viele andere kommunen sein.

im Mittelpunkt der Beispiele stehen zwar die kommunen; oft sind es aber auch Private, unter-nehmen oder initiativen, die ganz im sinne bür-gerschaftlichen engagements sich im und für den klimaschutz engagieren. nicht zu unterschätzen ist auch der Beitrag, den kommunale unterneh-men, seien es energieversorger, Verkehrsbetriebe, abfallwirtschaftsbetriebe oder

Wohnungsunter-nehmen, dabei leisten. sie erbringen damit über das betriebswirtschaftliche ergebnis hinaus einen zusatznutzen, der gern mit dem Begriff „citizen value“ umschrieben wird.

Wir hoffen, dass die hier vorgestellten Beispiele zu weiteren anstrengungen ermuntern und gleich- zeitig dazu dienen, uns die Bedeutung einer lebens-werten umwelt ins Bewusstsein zu rufen.

Bürgermeister heinz-Joachim höfer Vorsitzender des Gemeinde- und städtebundes rheinland-Pfalz

landrat Dr. Winfried hirschberger Vorsitzender des landkreistages rheinland-Pfalz

oberbürgermeister Jens Beutel Vorsitzender des städtetages rheinland-Pfalz

Vorwort der kommunalen Spitzenverbände Rheinland-Pfalz

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kliMaschutz unD

nachhaltiGe enerGieVersorGunG –

chancen FÜr koMMunen

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Klimaschutz- und Energiekonzepte

um die klimapolitischen ziele in den kommunen zu erreichen, sind kommunale klimaschutz- und energieversorgungskonzepte eine wichtige Grund-lage. Die konzepte sollen die erfassung aller klimarelevanten Bereiche und sektoren (insbeson-dere ausbau der erneuerbaren energien im strom-bereich, integrierte Wärmenutzungskonzepte) zum inhalt haben. Dabei existieren vielfach schon sehr gute Beispiele, wie z.B. 100%-regenerative kom-munen oder Bio-energie-Dörfer.

aber auch die entwicklung von teilkonzepten wie z.B. integrierten Wärmenutzungskonzepten, die information und Beratung der Bevölkerung, der aufbau von stoffstrommanagementsystemen zur erfassung von Biomasseströmen sowie intelligente Verkehrskonzepte – z.B. durch bedarfsgerechte Verkehrsleitplanung, dem ausbau des ÖPnV und dem ausbau von rad- und Fußwegen – sind hier zu nennen.

Planungsrecht

Die kommunen müssen ihre Planungskompe-tenz bei raumplanung, Flächennutzungsplanung und der aufstellung von Bebauungsplänen für eine co2-sparende und nachhaltige stadt- und Gemeindeentwicklungspolitik nutzen. Genannt seien hier beispielsweise die reduzierung der Flächeninanspruchnahme, verstärktes „recycling“ innerörtlicher Brachflächen sowie der Vorrang der innen- vor der außenentwicklung. Dazu gehört der erhalt bzw. ausbau der innerörtlichen wirtschaft-lichen, sozialen, kulturellen, verwaltungsmäßigen und verkehrlichen infrastruktur: „kurze Wege“ als Beitrag zum klimaschutz.

energie- und klimarelevante Gesichtspunkte müssen bei der stadtplanung und konkret bei der ausweisung von Baugebieten stärker eine rolle spielen. hierzu gehört in erster linie die auswei-sung von Flächen für erneuerbare-energien-anla-gen (insbesondere für Windkraft oder solar), die

verstärkte nutzung von kraft-Wärme-kopplung, die Berücksichtigung von kaltluftströmen und urbanen Grün- und Wasserflächen, ein optimiertes straßen- und Gebäudedesign in Bau- oder sanie-rungsgebieten sowie die abstimmung der sied-lungsentwicklung mit dem ÖPnV.

ein besonderes augenmerk liegt auch auf der kon-sequenten nutzung der handlungsoptionen des Bauplanungsrechts und entsprechenden Festset-zungen in Bebauungsplänen oder in städtebau- lichen oder privatrechtlichen Verträgen – z.B. die anbindung an nah- und Fernwärmenetze, co2-sparende energieversorgungskonzepte, Gebäude-standards, Gebäudeausrichtung, Bebauungsdichte etc. ein modernes Bauplanungsrecht soll diese optionen fördern und nicht durch starre Vorgaben die nutzung erschweren.

Die Kommunen besitzen eine Fülle von Handlungsoptionen, ihren Beitrag zum Klimaschutz auf lokaler Ebene zu leisten und den

Auf- und Ausbau einer nachhaltigen Energieversorgung voranzutreiben. Dazu ist es notwendig, die Potenziale zur Energieeinsparung,

Steigerung der Energieeffizienz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent zu nutzen.

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Kommunale Liegenschaften

konkret liegt das größte Potenzial für energieein-sparung im Gebäudebereich. Über 40 Prozent des endenergieverbrauchs werden in Deutschland für den Gebäudebestand benötigt; über ein Drittel aller co2-emissionen werden durch den Gebäude-sektor verursacht.

Die kommunen sind der größte Gebäudebesitzer in Deutschland. städte und Gemeinden verfügen über eine Vielzahl von liegenschaften – z.B. Ver- waltungsgebäude, schulen, kindertagesstätten, alten- und Jugendheime, krankenhäuser, sport-stätten, schwimmbäder und liegenschaften von Wohnungsbaugesellschaften. Da viele dieser liegenschaften in die Jahre gekommen sind, be-deuten die kosten für strom und Wärme oft eine große Belastung für die kommunalen haushalte. hier liegen enorme einsparpotenziale, die es zu nutzen gilt: durch die energetisch optimale bäudesanierung, den einsatz von einspar- und effizienztechnologien sowie den einsatz erneuer-barer energien für die strom- und Wärmeversor-gung.

ende 2008 wurden z.B. die ergebnisse einer Pilot-studie zu energetischen sanierung an schulen in rheinland-Pfalz vorgestellt. Dabei wurden nicht nur die reinen investitionskosten, sondern auch die kosten über den gesamten lebenszyklus der Gebäude (25 Jahre) betrachtet. Die studie hat gezeigt, dass der bessere energiestandard auch der wirtschaftlichste ist (nähere informationen siehe „serviceteil“).

neben den Gebäuden bietet eine energieeffiziente straßenbeleuchtung hohe einsparpotentiale. rund ein Drittel der straßenbeleuchtung in Deutschland – und somit auch in rheinland-Pfalz – ist 20 Jahre und älter.

Klimaschutz- und Energiemanagement

auch im laufenden Betrieb lassen sich beim ener-gie- und ressourcenverbrauch in kommunalen liegenschaften z.t. hohe einsparungen erzielen und damit die haushalte der städte, kreise und Gemeinden entlasten sowie der co2-ausstoß reduzieren. Vorraussetzung ist eine analyse des kommunalen energie- und ressourcenverbrauchs und die ermittlung von einspar- und effizienz-optionen, um strategien für deren umsetzung zu entwickeln. hierzu sollten sich die kommunen professioneller hilfe bei der analyse bedienen. ein großes Potenzial steckt auch im Beschaffungs-wesen. nach einer studie des Bundesumwelt-ministeriums lassen sich durch energie- und ressourcensparende Beschaffung der öffentlichen hand signifikante kosten- und co2-reduzierungen erreichen (siehe „serviceteil“). hier können kom-munen durch ihre Marktmacht die entwicklung und Verbreitung energiesparender und -effizienter techniken voranbringen. ein weiterer Beitrag zum klimaschutz ist der Bezug von strom aus erneuer-baren energien für kommunale liegenschaften.

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einher gehen müssen diese Bemühungen mit kon- sequenter schulung und Weiterbildung des für energie- und Gebäudetechnik verantwortlichen Personals (hausmeister, haustechniker u.a.), einem effektiven controlling sowie der Motivation der in den kommunen Beschäftigten zu energie-bewussten Verhalten. Vielfach hat sich auch die Benennung von kommunalen energiebeauftragten bewährt.

neben der energetischen sanierung im Wohnungs-bestand kommunaler Gesellschaften können für die betroffenen Mieterinnen und Mieter durch entsprechendes energiemanagement und informa-tionen über energiesparendes Verhalten erhebliche entlastungen bei den Mietnebenkosten erreicht werden.

Öffentlichkeitsarbeit und Beratung

Durch energieoptimierte kommunale liegenschaf-ten und deren effektivem energiemanagement erfüllen die städte, kreise und Gemeinden auch eine wichtige Vorbildfunktion für die Bürgerinnen und Bürger. um bei diesen „nachahmereffekte“ zu verstärken, ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit sowie die kompetente Beratung und das angebot energierelevanter Dienstleistungen durch kommu-nalverwaltungen – evtl. in zusammenarbeit mit kommunalen Betrieben (stadtwerken, Wohnungs-baugesellschaften, abfallwirtschaftsbetrieben etc.) oder Verbraucherzentralen – sinnvoll. hierzu zählen beispielsweise die einrichtung von umwelt- und energieberatungsstellen, die Förderung von kommunalen netzwerken und lokalen initiativen (z.B. agenda21-Gruppen) sowie die einrichtung von entsprechenden Gremien (z.B. klimaschutz-beiräte).

ebenfalls öffentlichkeitswirksam und impulsge-bend ist die Mitgliedschaft von städten und Gemeinden in nationalen und internationalen kommunalen Vereinigungen zur Forcierung von klimaschutzaktivitäten (z.B. klima-Bündnis, iclei, energy-cités).

auch durch die einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger bei der erarbeitung von kommunalen energie- und klimakonzepten kann eine positive Breitenwirkung erzielt werden.

um nachfolgende Generationen für klima- und ressourcenschonendes Verhalten zu sensibilisieren, ist eine ambitionierte umweltbildung besonders an schulen unerlässlich. Die kommunen als träger können schulen entsprechend unterstützen und kooperationen mit externen Partnern (z.B. länder-einrichtungen wie landeszentralen für umweltauf-klärung etc.) vermitteln. Dies kann mit der Durch-führung von einsparmaßnahmen in der schule oder anderen kommunalen Gebäuden kombiniert werden.

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Stadtwerke und regionale Energieversorger

Die zukünftige, dezentral geprägte energieversor-gung braucht leistungsfähige Partner vor ort. hierfür sind die stadt- und Gemeindewerke prä-destiniert. ihre entwicklung vollzieht sich vom rei-nen energieverteiler hin zum energiedienstleister vor allem von einspar- und effizienztechnologie. sie verfügen über detaillierte kenntnisse der Gege-benheiten vor ort und direkte kundennähe. Damit bieten sich für die kommunalen energie-versorger vielfältige handlungsmöglichkeiten, z.B. den ausbau von energiecontracting und energie-beratung, anreize für energiesparendes investi-tionsverhalten, das angebot einer an ökologischen kriterien orientierten Produkt- und tarifstruktur sowie contracting-angebote von Mini-BhkWs (strom erzeugende heizung).

Weitere optionen sind investitionen in örtlich verfügbare erneuerbare energien und deren Ver-trieb, der bedarfsgerechte ausbau von nah- und Fernwärmenetzen, der ausbau der kraft-Wärme-kopplung, insbesondere von Blockheizkraftwerken sowie die Beteiligung an virtuellen kraftwerken. Bei einem virtuellen kraftwerk geht es um die op-timierte einsatzsteuerung dezentraler energiean-lagen. es gilt, diese verschiedenen einheiten durch

eine zentrale steuerung zu einer nach außen hin gemeinsam wirkenden einheit zusammenzufassen. zur stärkung ihrer leistungsfähigkeit können sich die kommunalen energieversorger auch in regio-nalen kooperationen und Verbünden zusammen-schließen.

Durch die im Frühjahr 2009 erfolgte Änderung der Gemeindeordnung wird den kommunen in rhein-land-Pfalz nun abweichend von subsidiaritätsklau-sel und Örtlichkeitsprinzip die wirtschaftliche Be-tätigung im Bereich energieversorgung erleichtert. ein bisheriger Wettbewerbsnachteil kommunaler unternehmen wurde damit beseitigt.

Beiträge des Landes zur Unterstützung der Kommunen

Das Ministerium für umwelt, Forsten und Ver-braucherschutz fördert die erstellung von kom-munalen energie- und klimaschutzkonzepten und Machbarkeitsstudien. Fördermittel aus dem lan-deshaushalt und aus eu-Programmen helfen bei der umsetzung von zukunftsweisenden Pilot- und Demonstrationsvorhaben zu energieeinsparung, energieeffizienz und dem ausbau erneuerbarer energien. ein Förderprogramm für hocheffiziente Gebäude spricht auch die zweckgebäude der kommunen an. Das umweltministerium fördert auf diese Weise die entwicklung und innovation, um eine innovative und klimafreundliche energie-versorgung der zukunft zu sichern.

im rahmen des konjunkturpaketes ii wurden im Jahr 2009 49 Projekte mit einem investitions-volumen von 43 Millionen euro für kommunale Maßnahmen im Bereich der energieeffizienz und der energieversorgung einschließlich der erneuer-baren energien gefördert. zur umsetzung hat das umweltministerium ein eigenes Förderangebot aufgelegt, durch das die kommunalen nahwärme-netze in Verbindung mit regenerativen Wärmeer-zeugern besonders gefördert werden.

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ein zinszuschussprogramm des umweltministeri-ums fördert seit 2009 insbesondere den ausbau von Wärmenetzen oder anlagen zur nutzung erneuerbarer energien im Wärmebereich. Damit können jährlich investitionen in höhe von 50 Millionen euro unterstützt werden.

Verschiedene vom land unterstützte Beratungs-einrichtungen wenden sich mit ihrem informa-tions- und Beratungsangebot an kommunen und kommunale einrichtungen. so berät die transfer-stelle Bingen kommunen vor allem zu den themen energiekonzepte, energietechnik und -systeme sowie zum wirtschaftlichen einsatz der kraft- Wärme-kopplung. informationen und Beratung zur Bioenergienutzung und zum aufbau eines kom-munalen energie- und stoffstrommanagements sind schwerpunkte des instituts für angewandtes stoffstrommanagement (ifas). Das landesamt für Geologie und Bergbau (lGB) und das institut für geothermisches resourcenmanagement (iGeM) beraten neben unternehmen auch kommunen über Potenziale und effiziente geothermische ressourcennutzung. auch die Fachabteilungen des Ministeriums für umwelt, Forsten und Ver-braucherschutz sowie landesforsten rheinland-Pfalz beraten die kommunen bei der umsetzung

konkreter Projekte. hierzu zählen u.a. der einsatz der erneuerbaren energien und ihre technologien, energieeinsparmaßnahmen, abwärmenutzung aus abwässern und energieeffizienter Betrieb von abwasseranlagen, der aufbau kommunaler stoff-strommanagementsysteme oder der optimierte einsatz von holz als energielieferant.

themenbezogen hat das land Beratungs- und kompetenzzentren aufgebaut, wie z.B. das kompetenzzentrum Brennstoffzelle oder das kompetenzzentrum nachwachsende rohstoffe beim Dlr eifel.

Darüber hinaus beteiligen sich im rahmen der kampagne des umweltministeriums „unser ener macht mit – unsere beste energie ist gesparte energie“ viele kommunen im land an den jährlich stattfindenden „unser ener aktionstagen“.

im Folgenden sollen ausgewählte handlungsfelder der kommunen für klimaschutz und nachhaltige energieversorgung durch Praxisbeispiele aus städten, kreisen und Gemeinden in rheinland-Pfalz anschaulich dargestellt werden.

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Landkreis Cochem-Zell

Der landkreis cochem-zell ist der erste land-kreis in rheinland-Pfalz, der seinen strombedarf bereits heute zu 100 Prozent aus erneuerbaren energien deckt. Der jährliche stromverbrauch im kreis cochem-zell liegt bei rund 335 Millionen kWh. Dem gegenüber steht eine stromerzeugung aus regenerativen energien (Wasserkraft, Wind-, sonnen- und Bioenergie) von rund 336 Millionen kWh pro Jahr.

Der kreistag des landkreises cochem-zell hat sich zum ziel gesetzt, „null-emissions-landkreis“ zu werden. Bis zum Jahr 2020 sollen bis zu 50 Prozent der co2-emissionen bezogen auf das Jahr 1990 ausgeglichen und langfristig der vollständige aus-stoß kompensiert werden. Dies soll insbesondere durch energieeinsparung, -effizienz und -suffizienz sowie den einsatz erneuerbarer energien bei der strom- und Wärmeversorgung erfolgen. Der land-kreis hat hierzu ein klimaschutzkonzept in auftrag gegeben. als erster landkreis hat cochem-zell eine co2-Bilanz erstellt, aus der deutlich wird, dass die gesetzten ziele erreichbar sind. ein besonde-rer schwerpunkt wurde auf die entwicklung einer co2-neutralen tourismusregion gelegt.

cochem-zell ist zudem eine von 25 siegerregionen im 2009 durchgeführten Bundeswettbewerb „Bio-energie-regionen“. Mit hilfe einer

Bundesförde-rung von 400.000 euro für drei Jahre soll die Bio-energie in der region nachhaltig etabliert werden. Das ziel ist die ausgewogene stoffliche und ener-getische nutzung der Biomasse, die sicherstellung nachhaltiger nutzung von Biomassepotenzialen sowie die maximale regionale Wertschöpfung. hierzu stehen im landkreis Bioenergiepotenziale von rund 33 Millionen litern heizöl zur Verfügung, die nachhaltig genutzt werden sollen.

cochem-zell wurde im März 2009 von der agentur für erneuerbare energien als „kommune des Mo-nats“ ausgezeichnet. Mit dieser auszeichnung wird einmal im Monat deutschlandweit eine kommune gewürdigt, die auf dem Gebiet erneuerbare energien beispielhaft ist. Besonders wichtig sind bei einer er-folgreichen Planung und umsetzung dieser Projekte verschiedene Partner und akteure. hierzu wurde ein akteursnetzwerk mit nunmehr 45 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Politik geknüpft. Die netzwerkarbeit ist unverzichtbar zur erreichung der klimaschutzziele des landkreises. Besondere unterstützung erhält der landkreis dabei von den beiden Premiumpartnern rWe aG und sparkasse Mittelmosel, die auch finanziell die weitere entwicklung begleiten.

Von Beginn an beteiligte sich cochem-zell auch an der landesweiten energiesparkampagne „unser

ener“ des rheinland-pfälzischen umweltminis-teriums und nimmt an dem jährlich stattfindenden „unser-ener-aktionstag“ teil. zudem werden Veranstaltungen, informationstage und seminare angeboten. ausgebaut wurde vor allem das Bera-tungsangebot. neben der bereits seit fünf Jahren praktizierten zusammenarbeit mit der energiebe-ratung der Verbraucherzentrale rheinland-Pfalz für haushalte, hat der landkreis auch ein umfas-sendes Beratungsangebot für unternehmen sowie für kommunen eingerichtet. angeboten werden zudem seminare für handwerksbetriebe gemein-sam mit der handwerkskammer koblenz sowie für haushalte mit der kreisvolkshochschule. entspre-chend der zielsetzung des klimaschutzkonzeptes wird künftig das Beratungsangebot für den hotel- und Gaststättensektor ausgebaut.

kontakt: hermann Johann kreisverwaltung cochem-zell endertplatz 2 56812 cochem tel.: 02671 / 61-690 e-Mail: hermann.johann@cochem-zell.de www.cochem-zell.de www.unser-klima-cochem-zell.de www.bioenergieregion-cochem-zell.de

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Verbandsgemeinde Neuerburg

Mit einem energiemix aus sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft erzeugt die Verbandsgemeinde neuerburg (landkreis Bitburg-Prüm) schon heute mehr strom, als sie pro Jahr verbraucht. 35 Wind-kraftanlagen, 4 Biogasanlagen, 140 Fotovoltaikan-lagen sowie eine Wasserkraftanlage produzieren zusammen einen Überschuss an strom von ca. 30 Prozent. Der jährliche stromverbrauch in der Verbandsgemeinde neuerburg liegt bei rund 39 Millionen kWh. Dem gegenüber steht eine strom-erzeugung aus regenerativen energien von rund 53 Millionen kWh pro Jahr.

2011 werden von den 35 Windkraftanlagen 14 durch neue und leistungsstärkere anlagen ersetzt und die Gesamtzahl der anlagen um 4 reduziert. ausgegangen war diese entwicklung von der agrarstrukturellen entwicklungsplanung (aeP) in Verbindung mit der teilnahme im Modellvorhaben „Projekt 21“, das durch das rheinland-pfälzische umweltministerium im Jahr 2004 ins leben geru-fen wurde. Das allgemeine ziel, das neuerburger land nachhaltig zu entwickeln, wurde mit leit-zielen zum ressourcen schonenden Wohnen, zur effizienten energienutzung und zur Förderung der regenerativen energien konkretisiert und der ausbau erneuerbarer energien mit elan vorange-trieben.

Doch die VG neuerburg will sich auch im Wärme-bereich künftig vollständig aus heimischer regene-rativer energie versorgen. erreicht werden soll dies über die umfassende nutzung von solarthermie, von erd- und umweltwärme sowie von Bioenergie, vor allem von holz.

Die Verbandsgemeindeverwaltung geht mit gutem Beispiel voran. ein sogenanntes „nachhaltigkeits-team“ sucht nach einsparpotenzialen im täglichen arbeitsablauf sowie in der büro- und gebäude-technischen ausstattung. Für ihr engagement im Modellvorhaben „Projekt 21“ wurde die Verbands-gemeinde neuerburg im Jahr 2007 durch das um-weltministerium rheinland-Pfalz ausgezeichnet. seit 2007 beteiligt sich die VG neuerburg an der energiesparkampagne „unser ener“ des umwelt- ministeriums sowie am „unser-ener-aktionstag“. Die kommune ist im rahmen des Bundeswettbe-werbs „klimaschutzkommune 2009“ im Mai für ein vorbildliches klimaschutzprojekt ausgezeich-net worden. Die ehrung erfolgte im Wettbewerbs-schwerpunkt „klimaschonende energieerzeugung und einsatz erneuerbarer energien“. neuerburg wurde dabei mit neun weiteren Gemeinden unter rund 300 bundesweiten Bewerberkommunen ausgewählt. im Dezember 2008 wurde die Ver-bandsgemeinde von der agentur für erneuerbare energien als „kommune des Monats“ ausgezeich-net. kontakt: kurt rings Verbandsgemeinde neuerburg Pestalozzistr. 7 54673 neuerburg tel.: 06564 / 69-111 Fax: 06564 / 69-258 e-Mail: rings.kurt@vg-neuerburg.de www.vg-neuerburg.de

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Donnersbergkreis

auch der Donnersbergkreis ist auf dem Weg zur „100% erneuerbaren energie-region“. seit 1998 verfolgt der kreis das ziel, energieautark zu wer-den. Grundlage zur umsetzung ist das „Donners-berger energiekonzept“ (Denk).

2009 wurden ca. 85 Prozent des im kreisgebiet privat verbrauchten stroms regenerativ erzeugt. Dabei erwirtschaften die 38 Windkraftanlagen den deutlich höchsten anteil (2009 rund 63 Millionen kWh). Für vier weitere anlagen wurden Genehmi-gungen erteilt, darunter befindet sich auch eine anlage der 6 Megawattklasse.

Bereits bis 2003 waren auf allen kreiseigenen schulen Photovoltaikanlagen installiert. zur zeit befinden sich auf schuldächern mehr als 500 kWpeak installierter leistung, die jährlich mehr als 500 000 kWh produzieren. insgesamt waren im gesamten kreis ende 2009 mehr als 1100 Photo-voltaikanlagen errichtet worden, die jährlich über 16,9 Millionen kWh strom produzieren. Weiterhin existieren zwei größere Biogasanlagen.

Begleitet wurde diese entwicklung durch eine ver-stärkte Öffentlichkeitsarbeit und Beratungstätig-keit. außerdem wurde eine energieberatungsstelle bei der kreisverwaltung eingerichtet. seit Juni 1999 werden in zusammenarbeit mit der Verbraucher-

zentrale rheinland-Pfalz e. V. kostenfreie energie-beratungstage im kreishaus angeboten. Darüber hinaus fördert der Donnersbergkreis durch ein eigenes zuschussprogramm die Vor-ort-energie-beratung durch die energieberater des handwerks und die freiwillige erstellung bedarfsorientierter energieausweise. Der kreis beteiligt sich seit zehn Jahren an der bundesweiten aktion „tag der rege-nerativen energien“ sowie seit 2007 am landes-weiten „unser-ener-aktionstag“.

Der kreistag des Donnersbergkreises hat vor zwei Jahren beschlossen, dass bis 2015 die erneuerbaren energien bezogen auf das Basisjahr 2006 vervier-facht und gleichzeitig der energieverbrauch deut-lich reduziert werden soll. erreicht werden soll dies u.a. durch

ausbau des informationsangebotes über beste-hende Beratungs- und zuschussmöglichkeiten, Gewinnung von ortsgemeinden als „energie-dörfer“,

schaffung von baurechtlichen regelungen für neubaugebiete,

aufbau eines Beratungsangebotes für Gewerbe und industrie,

nutzung gewerblicher Dachflächen für Photo-voltaik,

einbau von Blockheizkraftwerken in kreiseigene Gebäude, � � � � � �

unterstützung bei der errichtung von Biogas-anlagen,

optimierung bestehender Windkraftanlagen-standorte,

ausbau von Photovoltaikfreiflächenanlagen und Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung zur Weiterentwicklung des „Donnersberger energie-konzeptes (Denk)“.

Gerade das handlungsfeld „Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung“ stand im Jahr 2008 im Mittel-punkt der aktivitäten. in allen sechs Verbandsge-meinden des kreises wurden „Bürgerforen energie“ über den weiteren ausbau der regenerativen ener-gien im Donnersberger land durchgeführt.

� � � � kontakt: uwe Welker kreisverwaltung Donnersbergkreis uhlandstraße 2 67292 kirchheimbolanden tel.: 06352 / 710-251 e-Mail: uwelker@donnersberg.de

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Energielandschaft Morbach

auf dem ehemals größten Munitionsdepot der us-airforce in europa entstand mit Förderung des landes die „Morbacher energielandschaft“, ein innovativer Park für regenerative energien und Gewerbe.

zur regenerativen energieversorgung auf dem Gelände gehören mittlerweile 14 Windkraftanla-gen der 2 MW-klasse (davon ein Bürgerwindrad), Photovoltaikanlagen mit einer Modulfläche von insgesamt 10.000 Quadratmetern, eine Biogasan-lage sowie eine holzpelletieranBiogasan-lage. Die abwärme der vom umweltministerium mit rund 100.000 euro geförderten Biogasanlage, wird vollstän-dig für die trocknung von säge-restholz aus der regionalen sägeindustrie genutzt, welches in der holzpelletproduktionsanlage verarbeitet wird. Der hierzu benötigte strom stammt weitgehend von den im Gelände vorhandenen Windkraftanla-gen. langfristig sollen hier 20.000t holzpellets pro Jahr produziert werden.

eine Firma, die holz(pellet)öfen vertreibt, hat seit 2009 ausstellungs- und Büroräume in der en-ergielandschaft und bietet vor ort seminare für hausbesitzer, handwerker und schornsteinfeger an. eine holzblockhausfirma baut häuser aus dem nachwachsenden rohstoff, welches aus nachhal-tigem anbau stammt. Das hierbei entstehende

abfallholz wird vor ort energetisch genutzt. außerdem läuft das Genehmigungsverfahren für eine Bioabfallvergärungsanlage, aus deren Gär-resten ein hochwertiges künstliches Bodensubstrat (terra Preta neu) hergestellt werden soll.

in Morbach ist es gelungen, mit der energie-landschaft touristen aus aller Welt zu locken. insgesamt haben seit 2003 bereits etwa 22.000 Besucher aus 70 ländern die energielandschaft besichtigt. Führungen werden durch die Gemeinde auf anfrage angeboten. ein infozentrum wird im herbst 2010 eingeweiht.

Die energielandschaft Morbach ist im rahmen des Bundeswettbewerbs „klimaschutzkommune 2009“ im Mai als vorbildliches klimaschutzpro-jekt ausgezeichnet worden. Die ehrung erfolgte im Wettbewerbsschwerpunkt „klimaschonende energieerzeugung und einsatz erneuerbarer ener-gien“. 2009 wurde Morbach auch der „europäische solarpreis“ verliehen.

Bereits 2006 wurde der Gemeinde über die teil-nahme am Bundeswettbewerb „Bundeshauptstadt im klimaschutz“ der titel „klimaschutzkommune 2006“ verliehen. Weitere auszeichnungen waren der Deutsche solarpreis 2007, die Berücksichtigung als „ausgewählter ort“ 2008 in dem

Bundespro-jekt „Deutschland – land der ideen“, der Gewinn des Wettbewerbs co2ntra 2009 sowie des Bundeswettbewerbs „kommunaler klimaschutz“ 2009.

Die Morbacher energielandschaft ist ein gutes Beispiel für die schaffung von arbeitplätzen und die entwicklung von Gewerbe durch erneuerbare energien. kontakt: Michael Grehl Gemeindeverwaltung Morbach Bahnhofstraße 19 54497 Morbach tel.: 06533 / 71317 e-Mail: mgrehl@morbach.de www.energielandschaft.de

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Roth an der Our

Null-CO2 Wohnbaugebiet „Brodschrank“ auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern entsteht derzeit im null-co2 Wohnbaugebiet „Brodschrank“ in roth an der our (kreis Bitburg-Prüm) das erste solarheizkraftwerk Deutschlands als ökologisches Modellprojekt. Mit einer ther-mischen solaranlage mit einer Fläche von 275 Quadratmetern bestehend aus Vakuum-kollektor-modulen werden in einem systemkreislauf heiz-wärme und Warmwasser erzeugt und gespeichert. Durch einen rücklaufspeicher wird die effizienz der thermischen solaranlage in Verbindung mit Wärmepumpen deutlich erhöht.

Über ein nahwärmenetz wird die energie auf die 45 häuser im neubaugebiet verteilt. Mit zusätzlichen Wärmepumpen und hoch wärme-gedämmten Wasserspeichern wird der komplette Wärmeenergiebedarf für die im niedrigenergie-standard „kfW40“ gebauten häuser gedeckt.

zur stromerzeugung steht eine 320 Quadratmeter Photovoltaikanlage zur Verfügung mit einem ener-gieertrag von 40.000 kWh.

Darüber hinaus ist geplant, für die straßenbeleuch-tung des neuen Wohngebietes solarleuchten zu installieren. kontakt: Firma innovat ewald schares tel.: 00352 / 849584 www.innovat.lu

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Weilerbach „In den Sennsmannswiesen“ Holz-Sonne-Kopplung

Das nahwärmenetz „in den sennsmannswiesen“ in Weilerbach versorgt 18 Wohneinheiten auf der Basis einer holz-sonne-kopplung. Die siedlung wird durch einen holzpelletkessel mit 150 kW leis-tung versorgt. ein erdgaskessel dient als reserve und spitzenlastabdeckung.

Weilerbach und Mackenbach

Hackschnitzelheizzentrale und Nahwärmenetz sowohl in mehreren neubaugebieten als auch in ersten Projekten bei Bestandsgebäuden wurden in der Verbandsgemeinde Weilerbach nahwärme-netze auf Basis einer Biomassefeuerung errichtet. eine zentrale Wärmeversorgung ermöglicht z.B. in den neubaugebieten „am Palmenkreuz“ in Wei-lerbach und „reichenbacher Weg“ in Mackenbach eine Versorgung mit Wärme aus holzhackschnit-zeln. eine Wartung der zentralen heizungsanlage ist durch kooperation mit einem regionalen hei-zungsbaubetrieb garantiert und die anschaffungs-kosten für die eigene heizung entfallen.

Das nahwärmenetz in Weilerbach versorgt ca. 120 haushalte, in Mackenbach sind 207 haushalte an-geschlossen. im Moment wird geprüft, ob das neu-baugebiet am alten Bahnhof in Weilerbach an das bestehende netz angeschlossen werden kann. kontakt: teresa karayel Verbandsgemeinde Weilerbach rummelstraße 15 67685 Weilerbach tel.: 06374 / 922-105 Fax: 06374 / 922-149 e-Mail: teresa.karayel@vg-weilerbach.de www.weilerbach.de

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Rodenbach

Solaroptimierter B-Plan im ländlichen Raum energiegewinnhäuser sind der Baustandard der zukunft. Der ortsgemeinderat in rodenbach (Verbandsgemeinde Weilerbach) hat eine ent-sprechende Überplanung eines neubaugebietes in auftrag gegeben.

Die häuser werden genau nach süden orientiert um möglichst hohe passive solareinstrahlung zu ermöglichen. Die Firstrichtung wird vorgeschrie-ben, damit jedes Dach große süddachflächen für Photovoltaik und solarthermieanlagen zur Verfü-gung hat. Die Verschattung der häuser wird vorab mit einem 3D Modell simuliert und somit mini-miert. Dies ermöglicht jedem Bauherren, sich für ein energiegewinnhaus zu entscheiden.

Damit dieser entschluss am anfang des Planungs-prozesses gefällt wird, gibt es in der Verbandsge-meinde Weilerbach eine kostenlose neubaubera-tung.

Bausendorf

CO2-freies Baugebiet „Mühlenflur“

in Baugebiet „Mühlenflur“ in der ortsgemeinde Bausendorf (kreis Bernkastel-Wittlich) entsteht im 1. Bauabschnitt mit zunächst 18 einheiten die erste co2-freie Wärmepumpensiedlung in rhein-land-Pfalz. Für die Beheizung der häuser sind ausschließlich Wärmepumpen zugelassen. Dazu gehört die umweltfreundliche nutzung der umweltwärme (erdwärme und umluft) zur Beheizung der Gebäude mittels modernster Wärmepumpentechnik. neben der Wärmepumpe, die mit Ökostrom betrieben wird, stellt rWe die kostenlose installation der innovativen Mess- und zähltechnik „smart Metering“ als kernbestandteil der „im Mühlenflur“ angebotenen häuser zur Verfügung. Über einen Display kann der Bewohner seinen energieverbrauch für die Wärmepumpe sowie den Bezug des übrigen haushaltsstroms kontinuierlich und transparent überprüfen.

Die erschließungsmaßnahmen im 1. Bauabschnitt des Baugebietes „Mühlenflur“ wurden im herbst 2007 abgeschlossen. kontakt: ossi steinmetz Bürgermeister ortsgemeinde Bausendorf tel.: 06532 / 933394 e-Mail: ossi.steinmetz@t-online.de

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Kaiserslautern

Passivhaus-Kindertagesstätte „Auf dem Seß“ Die kindertagesstätte „auf dem seß“ in kaisers-lautern wurde im Passivenergie-standard gebaut und anfang 2009 eingeweiht. sie kommt mit einem heizwärmebedarf von nur noch 0,5 liter heizöläquivalent pro m² und Jahr aus und ist die erste in rheinland-Pfalz mit diesem anspruchs-vollen energiestandard. Diese öffentliche einrich-tung für kinder hat eine besondere demonstrative Bedeutung und wurde vom umweltministerium mit über 46.000 euro gefördert.

träger der einrichtung für 120 bis 150 kinder ist die Protestantische Gesamtkirchengemeinde kaisers-lautern. Die nutzfläche des energieeffizienten neubaus beträgt 980 m² – mehr als doppelt soviel wie im alten Gebäude. trotzdem konnte dank des neuen Baustandards der energieverbrauch um über 90 Prozent gesenkt werden. außerdem produziert die neue kindertagesstätte einen teil des stromes selbst durch eine Photovoltaikanlage. Dies erspart dem träger erhebliche kosten und schont das klima. zudem ist die einrichtung mit einem Grün-dach ausgestattet. Durch die Begrünung – den schutz vor Witterungseinflüssen und temperatur-schwankungen – wurde die lebensdauer des Daches auf 40 Jahre erhöht.

Dem mit der Planung und Durchführung der Passivenergie-kindertagesstätte beauftragten ingenieurbüro wurde das energie-Gütesiegel „effi“ der rheinland-pfälzischen energieagentur (eor) für den Bereich energiekonzepte verliehen. ausge-zeichnet wurden damit die Qualität der angebote-nen serviceleistungen sowie die innovativen ideen und energiekonzepte.

Die Protestantische Gesamtkirchengemeinde kaiserslautern erhielt das energie-Plus-Gütesiegel. Dieses wird von der eor als landesenergieagentur und dem umweltministerium für ideen und kon-zepte in den Bereichen technische Gebäudeausrüs-tung, Wärmeschutz sowie energieerzeugung und -verwendung vergeben.

Die neue kindertagesstätte in kaiserslautern ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie spitzenstan-dards beim energieoptimierten neubau gesetzt werden können. Die Baukosten der kindertagestät-te zeigen, dass Passivhausstandard auch im ko-stenrahmen vergleichbarer, konventionell gebauter objekte möglich ist.

kontakt: astrid Bernhart

kindertagesstätte „auf dem seß“ alex-Müller-str. 78

67657 kaiserslautern tel.: 0631 / 67147

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Offenbach an der Queich „Queichtalbad“

Das Queichtalbad wurde im Jahr 1976 eröffnet. es verfügt über ein 50 m schwimmbecken mit sprungbecken, ein nichtschwimmerbecken und ein Massage-Brunnen. Die gesamte Wasserfläche beträgt ca. 1.825 m².

Die Wasseraufbereitungsanlage und Beckenum-felder wurden im Jahr 1998 saniert. Gleichzeitig wurde eine 30 m-Wellenrutsche installiert und ein komplett neuer kleinkinderbereich errichtet. im rahmen der sanierung wurde die Wärmepum-penanlage, die bereits beim neubau des Bades eingebaut wurde, komplett erneuert und eine solaranlage zur teilweisen erwärmung des Dusch-wassers für das Queichtalbad und die benachbarte sporthalle installiert. Die erforderliche nachhei-zung erfolgt über eine elektroheizpatrone. Die erwärmung des Beckenwassers erfolgt kom-plett über die Wärmepumpenanlage. Über diese anlage wird auch die benachbarte sporthalle beheizt.

zukünftig soll die Beheizung des Beckenwassers im Queichtalbad in der Bilanz energieneutral er- folgen. hierzu wird auf den Dächern der benach-

barten sporthalle eine absorberanlage mit einer Fläche von 1.200 m² errichtet. Diese solarabsor-beranlage dient als Primärheizung. als sekundär-Wärmequelle kommen weiterhin die Wärmepum-pen zum einsatz, wobei sich die Betriebszeiten vor allem in den sommermonaten voraussichtlich erheblich verkürzen.

Den strom, den die Wärmepumpen verbrauchen, speist die Verbandsgemeinde offenbach mittels Photovoltaikanlagen wieder ins stromnetz ein, so dass sich letztendlich eine neutrale energiebilanz ergibt.

um zunächst den energiebedarf zu minimieren, wird eine anlage zur abdeckung der schwimmer- und nichtschwimmerbecken in den nachtstunden installiert. Dadurch wird eine energieeinsparung von 40 bis 50 Prozent erwartet. Gleichzeitig wird die solare Brauchwasserwärmung des Duschwas-sers im Queichtalbad erweitert, so dass es möglich ist, den Warmwasserbedarf ohne zusatzbeheizung für den Großteil des Badebetriebes zu decken. Das Projekt wurde vom umweltministerium mit ca. 100.000 euro gefördert.

kontakt: axel Wassyl Bürgermeister

Verbandsgemeinde offenbach an der Queich tel.: 06348 / 986122

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Maxdorf

Geschäftsstelle der Kreissparkasse

Der neubau der Maxdorfer Geschäftsstelle der kreissparkasse rhein-Pfalz wurde im rahmen eines Pilotprojekts in energiegewinnbauweise errichtet. Das Büro- und Verwaltungsgebäude erzeugt mehr energie, als zur Wärmebereitstellung benötigt wird. erreicht wird dies durch die kombination hoher Wärmedämmstandards und der nutzung erneuer-barer energien durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und an der außenfassade.

Der neubau wurde vom umweltministerium mit ca. 30.000 euro gefördert und mit dem energie-Plus-Gütesiegel der rheinland-pfälzischen energie- agentur (eor) ausgezeichnet. Die sparkassen- Filiale in Maxdorf ist das mittlerweile 19. objekt in rheinland-Pfalz, das mit dem Gütesiegel prämiert wurde.

Für das Gebäude in Maxdorf wurde ein Primär-energiebedarf für heizung, Warmwasser, lüftung und hilfsenergie von rund 24.000 kWh pro Jahr berechnet. Die installierte Photovoltaikanlage er- zeugt dagegen jährlich rund 26.500 kWh, was zu einem energiegewinn von zirka 2.500 kWh führt. alleine durch die Photovoltaikanlage werden die co2-emissionen um rund 18 tonnen reduziert. Weitere knapp 10 tonnen werden durch die mo-derne heiztechnik – ein Gas-Brennwertgerät mit angeschlossener Flächenheizung – und die lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ver- mieden. insgesamt bedeutet dies eine einsparung von knapp 28 tonnen co2 gegenüber konventio-nellen neubauten. kontakt: Frau Biefeld kreissparkasse rhein-Pfalz Berliner Platz 2 67059 ludwigshafen tel.: 0621 / 5988-435

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Haßloch

im Jahr 2002 begann die Gemeinde haßloch (kreis Bad Dürkheim), die energetische sanierung ihrer straßenbeleuchtung zu planen. Die ca. 2600 straßenlampen stammten zum überwiegenden teil aus den 60er und 70er Jahren. Die vorhan-denen leuchten besaßen häufig einen geringen lampen- und einen niedrigen leuchtenwirkungs-grad im Vergleich zu aktuellen Modellen. auf die straßenbeleuchtung entfiel vor Beginn der sanie-rungsmaßnahmen ca. ¾ des gesamten strom-verbrauchs aller kommunalen einrichtungen in haßloch.

Durch die sanierung erhoffte man sich vor allem eine reduzierung des stromverbrauchs, eine senkung der Wartungs- und Betriebskosten, eine Verringerung der co2-emissionen, einen Beitrag zum arten- bzw. insektenschutz sowie eine Minde-rung des einsatzes des hochgiftigen Quecksilbers, das in den mehrheitlich verwendeten Quecksilber-dampflampen enthalten ist.

um diese ziele zu erreichen, wurden im Wesent-lichen drei Maßnahmen umgesetzt:

die Dauer der nächtlichen absenkphase der Beleuchtungsintensität wurde um 1,5 stunden verlängert,

die anzahl und standorte der nachts teilweise ausgeschalteten leuchten wurden überprüft und ergänzt (sodass zusätzliche leuchten nach 22.30 uhr abgeschaltet werden) und

die leuchten mit Quecksilberdampflampen-technik wurden umgerüstet oder ersetzt. konkret wurden ca. 80 Prozent der leuchten mit Quecksilberdampflampentechnik bis ende 2009 saniert oder mit neuen köpfen versehen. Der jährli-che stromverbrauch verringerte sich durch die drei genannten Maßnahmen um ca. 46 Prozent (stand: ende 2009). im gleichen Maß ging die co2-emissi-on zurück. Weiterhin verringerte sich die „lichtver-schmutzung“ des nachthimmels und die lock-wirkung auf nachtaktive insekten wurde auf mehr als 25Prozent des ausgangswertes reduziert (nach einer entsprechenden studie des BunD).

investiert wurden bisher ca. 300.000 euro. eine amortisation der bisherigen Maßnahmen wur-de nach Berechung wur-der Gemeinwur-de zum herbst 2009 bereits erreicht. Die jährlichen stromkosten verringerten sich im Vergleich zum zustand vor der sanierung um ca. 80.300 euro jährlich (nach aktuellen strompreisen gerechnet) und das, ob-wohl zwischenzeitlich der Bestand an beleuchteten straßen zugenommen hat.

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auch in zukunft will die Gemeinde ihr Programm zur energetischen sanierung der straßenbeleuch-tung fortsetzen: Die verbliebenen Quecksilber-dampflampen sollen ebenfalls ersetzt werden. Die nächsten anstehenden themen sind die sanierung der alten Peitschenleuchten mit leuchtstoffröhren und die Weiterführung der energetischen sanie-rung der Weihnachtsbeleuchtung durch Miniatur-energiesparlampen bzw. leD-lampen. im Bereich neuer Baugebiete wurden mit erfolg erste leuch-ten mit technik eingesetzt. leuchleuch-ten mit leD-Bestückung sollen auch im rahmen der sanierung der Peitschenleuchten getestet werden.

insgesamt soll eine Verringerung des stromver-brauchs von deutlich über 50Prozent erreicht wer-den. anzumerken ist, dass ein teil der verbesserten energieeffizienz der straßenbeleuchtung nicht nur der energieeinsparung, sondern auch einem ver-besserten Beleuchtungsniveau zugute kommt.

kontakt: Michael Müller Gemeindeverwaltung haßloch rathausplatz 1 67454 haßloch tel.: 06324 / 935271 e-Mail: michael.mueller@hassloch.de

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Speyer

Solarwärmenetz im „Alten Schlachthof“ Die vielschichtigen Möglichkeiten der integration von alternativen energieträgern im städtebau be-weist ein konzept zur solarunterstützten nahwär-meversorgung eines neubaugebietes in speyer. Die heizungswärme und das Warmwasser für das in niedrigenergiebauweise errichtete Wohnquar- tier „alter schlachthof“ mit 9300 m² Gesamt-wohnfläche wird durch einen 600-kW-Gas-Brenn-wertkessel im Verbund mit einer solarthermischen anlage erzeugt – eine in dieser art und Größe in rheinland-Pfalz einmalige kombination. Die solar-thermischen anlagen sind auf den carports der Wohnsiedlung sowie auf den als Garagen wieder-erbauten seitenflügeln des kesselhauses installiert. sie haben eine Fläche von 550 m² und führen die Wärmenergie einem 10 Meter hohen und 100.000 liter fassenden kesselpufferspeicher zu. auf diese Weise trägt die solarthermie bis zu knapp einem Viertel zur Wärmeversorgung der siedlung bei. Für das Projekt „alter schlachthof“ wurde die stadt speyer mit dem bundesweit ausgeschriebenen Preis „e-coco 2008“ des „informationskreises für raumplanung (ifr) e.V.“ ausgezeichnet.

Simmern

Schulzentrum „Auf dem Füllkasten“

Der rhein-hunsrück-kreis hat für das schulzen-trum „auf dem Füllkasten“ einen nahwärmever-bund auf der Grundlage einer Biomassefeuerung errichtet, für die zu 100 Prozent Brennstoff aus aufbereitetem landschaftspflegeholz verwendet wird. Das Projekt ist eine gemeinsame idee des rhein-hunsrück-kreises, der rhein-hunsrück ent-sorgung und der Verbandsgemeinde simmern und wird vom umweltministerium rheinland-Pfalz mit ca. 290.000 euro an zinszuschüssen gefördert. ins-gesamt werden zukünftig acht schulgebäude, drei sporthallen sowie der städtische kindergarten mit einer jährlichen Wärmeabnahme von rund 2.900 MWh mit Wärme versorgt.

zur Deckung des Wärmebedarfes wird pro Jahr aus ca. 10.000 m3 Baum- und strauchschnitt auf der Deponie kirchberg der erforderliche Brennstoff zum Betrieb eines in der heizanlage installierten 850 kW Feststoffbrennkessels erzeugt. Bei der technischen konzeption wurde auf eine hohe en-ergieeffizienz und umweltverträglichkeit geachtet. insbesondere gewährleistet eine optimierung des Verbrennungsprozesses und der rauchgasreinigung unter anderem eine größtmögliche Minimierung der Feinstaubemissionen.

Die rhein-hunsrück entsorgung (rhe) bedient als „kommunaler contracter“ die gesamte Prozess-kette, von der aufbereitung des landschaftspflege-holzes über den Bau des nahwärmenetzes, ein-schließlich heizzentrale bis zum Betrieb. Für sein integriertes energie- und stoffstrommanagement am Beispiel nahwärmeverbund „auf dem Füll-kasten“ hat der rhein-hunsrück-kreis 2009 den rheinland-pfälzischen umweltpreis erhalten. Der rhein-hunsrück-kreis hat sich zum ziel ge-setzt, sämtliche regional vorhandene abfallbio-massen aus verschiedenen herkunftsbereichen im hinblick auf eine maximale energieausbeute und stoffliche Verwertung entweder regional thermisch zu verwerten oder zur Bodenverbesserung, z.B. als kompost, einzusetzen. Deshalb wurden flächen-deckend im gesamten kreisgebiet ca. 120 sam-melplätze zur getrennten erfassung von land-schaftspflegehölzern (Baum- und strauchschnitt) eingerichtet. Mit diesem system werden bereits 50.000 m3 trockene Biomasse pro Jahr erfasst.

kontakt: klaus-Peter hildenbrand technischer Vorstand rhein-hunsrück entsorgung ludwigstr. 4 55481 kirchberg tel.: 06763 / 302050 kontakt: alfred Böhmer GeWo speyer landauer straße 58 67346 speyer tel.: 06232 / 9199-11

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Mayen

Wärmenetz mit Industrieabwärme

in Mayen wird in einem in rheinland-Pfalz beispiel-haften Projekt zur Fernwärmeversorgung energie aus dem abwärmeprozess eines industrieunter-nehmens gewonnen und damit Groß- und Privat-kunden mit Wärme für heizung und Warmwasser versorgt. Verschiedene schulen, das krankenhaus, das alte und neue rathaus, turnhallen, Behörden und zahlreiche Privatgebäude sind bereits an dieses Fernwärmenetz angeschlossen.

ein weiteres Projekt ist das Blockheizkraftwerk in der kläranlage in Mayen. im rahmen der sanierung der kläranlage im nettetal wurden auch die Faul-türme saniert. Mit dem im bestehenden Betriebs-gebäude der kläranlage errichteten Blockheizkraft-werk wird das beim Faulungsprozess entstehende Methangas in strom umgewandelt und die anfal-lende abwärme innerhalb der Betriebsabläufe der kläranlage zum heizen genutzt. Der strom wird zur eigennutzung verwendet; dadurch kann die von einem energieversorger einzukaufende strommenge um etwa 40Prozent reduziert werden.

Dierdorf

Nahwärmenetz auf Holzbasis

Beim neubau des 32 Jahre alten hallenbades in Dierdorf (kreis neuwied), wird ein holzhackschnit- zelheizwerk errichtet, das über ein Wärmenetz neben dem Bad auch ein schulzentrum mit Wärme versorgt. eine Förderung des umweltministeriums aus dem konjunkturpaket ii in höhe von 1 Millio-nen euro ermöglichte es, eiMillio-nen weiteren „ast“ des Fernwärmenetzes in richtung Verbandsgemein-deverwaltung mit benachbartem Feuerwehr- und Drk-Gebäude zu projektieren. teilabschnitte dieses zusätzlichen Fernwärmenetzes wurden schon vergeben. Mit weiteren institutionen (träger des priv. Martin-Butzer-Gymnasiums, seniorenzen-trum, Forstamt, straßenmeisterei, stadt Dierdorf für stadtverwaltung und städtischem kindergar-ten) wie auch mit privaten anliegern laufen derzeit Verhandlungen über Wärmelieferungsverträge. Mit neun privaten anliegern wurden solche schon abgeschlossen.

herzstück des heizkraftwerks sind zwei heizkessel für die Verfeuerung von holzhackschnitzeln mit 1600 kW bzw. 550 kW Wärmeleistung sowie ein redundanzkessel auf Ölbasis für den Fall von revisionen bzw. störungen. Die Genehmigung beinhaltet den Betrieb eines weiteren Ölkessels wie auch eines Blockheizkraftwerkes für Biogas.

Mit der landwirtschaft der region wurde diesbe-züglich schon kontakt aufgenommen.

Mit der jetzigen ausbaustufe ist eine jährliche Wär-meproduktion von ca. 8 Millionen kWh vorgese-hen, welche noch deutlich gesteigert werden kann. Das Brennmaterial wird aus dem heimischen Forst sowie aus regionalen sägewerken und Garten- und landschaftspflegebetrieben bezogen. auch das schnittgut des straßenbegleitgrüns wird von der straßenmeisterei angeliefert.

neben der Verbandsgemeinde Dierdorf sind der Planer des heizwerks, der inhaber eines hei-mischen elektrosteuerungsunternehmens sowie eine heizungsbaufirma der region als Gesellschaf-ter an der anlage beteiligt.

kontakt: heinz stoll Geschäftsführer Fernwärmeversorgung Mayen Gmbh kehriger str. 8 – 10 56727 Mayen tel.: 02651 / 9667-71 kontakt: Verbandsgemeindeverwaltung Dierdorf Poststraße 5 56269 Dierdorf tel.: 02689 / 291-81 www.vg-dierdorf.de

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Konken

Biogas-Nahwärmenetz

in der ortsgemeinde konken (kreis kusel) im Westpfälzer Bergland wurde im herbst 2008 ein Biogas-nahwärmenetz in Betrieb genommen. Das umweltministerium hat den aufbau des nahwärmenetzes mit einem zuschuss von über 101.000 euro gefördert.

konken hat im neubaugebiet „Breitwies/im Flur“ 40 Grundstücke erschlossen, die einen anschluss an nahwärmeversorgung haben. Die Biogas-anlage, deren abwärme in das nahwärmenetz eingespeist wird, gehört zu einem landwirtschaft-lichen Betrieb. Die Biogas-erzeugung erfolgt durch Vergärung von Mais und Grünschnitt sowie von exkrementen einer zuchtsauen- und schweinema-stanlage. Das entstehende Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk verstromt. Die dabei anfallende Wärme wird zu etwa einem Drittel für den Betrieb der Biogasanlage verwendet, die restlichen zwei Drittel fließen in das nahwärmenetz.

Das nahwärmenetz umfasst die häuser im neu-baugebiet sowie weitere Gebäude im ortskern (z.B. Gebäude der kirchengemeinde), eine heiz-

zentrale sowie eine 1,2 kilometer lange zuleitung von der Biogasanlage eines landwirtschaftlichen Betriebs zur heizzentrale. es werden ausschließlich hochgedämmte rohrsysteme in der haupttraße und beim hausanschluss verwendet. Der hausan-schluss erfolgt über eine Vorlaufleitung (70° – 80°c) und eine rücklaufleitung (50°c), die an eine in-direkte Wärmeübergabestation (Wärmetauscher) angeschlossen sind. Die indirekte Wärmeüberga-bestation ermöglicht einen flexiblen aufbau der nachgeschalteten hausanlage (heizkreise, Warm-wasserbereitung) sowie die zusätzliche einbindung einer solarthermie-anlage.

Die Wartung, instandsetzung und gegebenenfalls die erneuerung der Wärmeübergabestationen wird während der gesamten Vertragslaufzeit von den stadtwerken kusel übernommen. Die Biogasanlage liefert bei einer Wärmeleistung von 119 kW ca. 70 Prozent der benötigten Wärmeenergie eines Jahres. Mit abschluss des ausbaus wird jährlich mit rund 880.000 kWh bei einer Gesamtleistung von 532 kW nutzenergie gerechnet. zusätzliche erdgasbrenn-wertkessel zur abdeckung der spitzenlast haben kontakt:

Dipl.-ing. Friedrich Beck stadtwerke kusel Gmbh lehnstraße 32 66869 kusel tel.: 06381 / 4207-40 Fax: 06381 / 4207-48 e-Mail: fbeck.sw@kusel.de

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eine Gesamtleistung von 600 kW. um tageslast-schwankungen auszugleichen ist ein unterirdischer Wärmespeicher von ca. 10.000 litern installiert. künftige Bauherren verpflichten sich zum an-schluss an das netz. Das ist wichtig für die Wirt-schaftlichkeit und die ökologische Wirkung. Der künftige nahwärmepreis in konken setzt sich aus zwei anteilen zusammen: einem auf 10 Jahre festen Preis für das Biogas (70 Prozent) und einem erdgaspreis (30 Prozent), der der allgemeinen Preisentwicklung folgt. Damit ist eine gute kalku-lierbarkeit gewährleistet.

Weitere Vorteile für die nahwärme-nutzerinnen und -nutzer ergeben sich aus dem geringen Platz-bedarf für die hausübergabestation, der Vollservice ohne eigenen Betriebs- und Wartungsaufwand. am Beispiel des Biogas-nahwärmenetzes der Gemeinde konken werden die Möglichkeiten einer effizienten ausnutzung regional verfügbarer Bio-massepotenziale zur strom- und Wärmeerzeugung demonstriert.

Bischheim

Biogasanlage mit Wärmenetz

Die Biogasanlage in Bischheim (Donnersbergkreis) wurde 2006 von der Firma juwi gebaut. sie wird vor allem mit Maissilage betrieben und hat eine elektrische leistung von ca. 500 kW und eine Jahresstromproduktion von 4 Mio. kWh, die ins netz der Pfalzwerke eingespeist werden. Die Wär-meleistung liegt bei ca. 600 kW (thermisch), die den eigenbedarf an Prozesswärme deckt, vor allem aber von der benachbarten kupfermühle Binde-wald zur Malzherstellung genutzt wird. Dazu wurde ein entsprechendes nahwärmenetz zwischen der Biogasanlage und der kupfermühle verlegt, über das auch ein Wohnhaus mit Wärme versorgt wird. Die Biogasanlage verfügt über die Möglichkeit der ganzjährigen Wärmenutzung. sie zeigt beispielhaft, wie die abwärme aus erneuerbaren energien von Gewerbebetrieben günstig als energie genutzt werden kann. kontakt: juwi holding aG energie-allee 1 55286 Wörrstadt tel.: 06732 / 9657-0 Fax: 06732 / 9657-7001 e-Mail: info@juwi.de www.juwi.de

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Landau

Geothermische Fernwärmeversorgung – in dem ersten industriellen Geothermiekraftwerk Deutschlands in landau, das derzeit noch im Pro-bebetrieb läuft, wird nicht nur strom erzeugt. Über ein Fernwärmenetz könnten gleichzeitig Gebäude beheizt und mit Warmwasser versorgt werden. Das Geothermiekraftwerk kann im anfangsstadi-um eine thermische leistung von 3 MWth liefern, welche später bis auf 7 – 8 MWth steigerbar ist. Die energetische nutzung der tiefengeothermie erfolgt in zwei schritten. im ersten schritt wird dem thermalwasser mit einer austrittstemperatur von ca. 159º c die Wärmeenergie zur stromerzeu-gung entzogen. nach diesem Prozess hat das ther-malwasser immer noch eine temperatur von mehr als 70º c. um die Geo-Wärme wirtschaftlich zu nutzen, wird diese „überschüssige“ Wärmenergie in ein Fernwärmenetz eingespeist. Dazu wird das thermalwasser durch einen zweiten Wärmetauscher geleitet. hier wird die Wärme für das Fernwärme-netz ausgekoppelt. es verbleibt eine „resttempe-ratur“ von ca. 50ºc, die wieder in die tiefe zurück-gepresst wird. sollte die Vorlauftemperatur für die Fernwärme im Winter nicht ausreichen, kann mittels Bypass überschüssige Geo-Wärme ohne nutzung zur stromerzeugung die temperatur in der Fernwärmeleitung noch bis auf 90 °c erhitzen.

es ist geplant, an das Geothermiekraftwerk drei Wärmeversorgungsgebiete anzuschließen. Das „Quartier Vauban“ und die „cité Dagobert“ mit insgesamt 750 haushalten sowie das neu zu er-richteten Wohnviertel „Quartier estienne et Foch“ mit weiteren rund 750 Wohnungen. Weiterhin könnte die benachbarte universität dazukommen. Die Bedarfsdeckung weiterer Wärmekunden ist möglich.

Derzeit werden die Wärmekunden noch mit kon-ventionellen heizanlagen versorgt. Der Fernwärme-anschluss zur Versorgung der Verbraucher in den drei Wärmeversorgungsgebieten ist gelegt und die Verbindung an die vorhandenen heizanlagen her-gestellt. Die Wärmeauskopplung aus dem kraft-werk soll in kürze in Betrieb gehen.

Durch diese Maßnahme bekommen die vorhan-denen heizanlagen den status einer reserve- und spitzenlastanlage, die dann zum einsatz kommt, wenn die geothermische Wärmeversorgung ausfal-len sollte oder nachgeheizt werden muss.

kontakt:

Dr. Branka rogulic

Geschäftsführerin geo x Gmbh industriestraße 18

76829 landau in der Pfalz tel.: 06341 / 289-132

e-Mail: b.rogulic@energie-suedwest.de www.geox-gmbh.de

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Speyer

Energiereserven aus Abwassersystem ein Projekt mit Demonstrationscharakter für energieeffizienz und klimaschutz wurde am speyerer Yachthafen auf den Weg gebracht: in den dort entstehenden Gebäuden wird ab-wärme aus abwasser gewonnen und für heiz-zwecke genutzt. ein Wohnbauunternehmen und die stadtwerke speyer als contractor haben für 5 hafenvillen mit einer Gesamtwohnfläche von ca. 5.700 Quadratmeter ein innovatives konzept entwickelt: durch eine aufeinander abgestimmte kombination von energiesparender Gebäudeaus-führung, nutzwärmeerzeugung durch Wärmepum-pen, solarthermie sowie individuell angepasster heizungstechnik werden energieeinsparpotenziale konsequent erschlossen. Für die Wärmeversorgung kommt pro Gebäude eine Wärmepumpe mit je 40 kW zum einsatz. Diese beziehen ihre nutz- wärme aus einem nahe gelegenen abwasserkanal der entsorgungsbetriebe speyer. Dabei wird über einen Wärmetauscher dem abwasser Wärme entzogen und zu heizzwecken nutzbar gemacht. Die Warmwasserbereitung und die Wohnraumbe-heizung werden zusätzlich durch solarthermische anlagen auf den Dächern der häuser unterstützt. Das Projekt wurde vom umweltministerium mit einem zuschuss von 136.000 euro gefördert.

unter Berücksichtigung des derzeitigen deutschen strommixes kann die nutzung von abwärme aus dem kommunalen abwassernetz durch pumpen in kombination mit einer solaren Wärme-unterstützung zu einer absenkung der co2- emission um 40 Prozent im Vergleich zu konven-tionellen heizungsanlagen führen.

Mit diesem energiekonzept werden energieein-sparpotentiale konsequent erschlossen sowie vor-handene kommunale ressourcen und regenerative energien miteinander verbunden. Da mehr als 99 Prozent der einwohnerinnen und einwohner von rheinland-Pfalz an öffentliche kläranlagen angeschlossen sind, besitzt die nutzung der im abwasser gespeicherten Wärmeenergie großes Potenzial. kontakt: rüdiger kleemann stadtwerke speyer Gmbh Georg-Peter-süß-str. 2 67346 speyer tel.: 06232 / 625-1460 www.sws.speyer.de

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Technische Werke Ludwigshafen

Die technischen Werke ludwigshafen aG engagie-ren sich in der region für den ausbau der nah- und Fernwärmeversorgung, die umstellung auf dezen-trale energieerzeugung mittels kraft-Wärme- kopplungsanlagen (kWk) und deren Gesamtop-timierung durch die einbindung in das „Virtuelle kraftwerk“. im rahmen des Fernwärmeausbau-programms konnten inzwischen Wärmelieferungs-verträge mit einer Gesamtleistung von ca. 30 MW abgeschlossen werden. Der damit einhergehende ersatz von fossilen energieträgern führt Berech-nungen zufolge zu einer lokalen co2-Minderung um 23.000 t/p.a. Für die Metropolregion rhein-neckar wurde unter maßgeblicher Beteiligung der tWl ein konzept zur Fernwärmeentwicklung erarbeitet.

Der regionale ausbau von anlagen der kraft-Wär-me-kopplung erfolgt beispielsweise durch die um-setzung kundenspezifischer contracting-lösungen. Diese anlagen werden durch anbindung an und integration in das „Virtuelle kraftwerk rheinland-Pfalz“ einer landesweiten optimierung der ener-gieerzeugung zur Verfügung gestellt. technologien und komponenten, die in diesem zusammenhang anwendung finden, sind Gas- und Dampfturbinen, Verbrennungsmotoren sowie industriewärmeaus-kopplungen, die ihre Wärme in areal-, nah- und Fernwärmenetze einspeisen. in ergänzung zu den kWk-anlagen werden bei allen Projekten

geeig-nete kältekonzepte auf Basis von adsorptions- und absorptionskälteanlagen und/oder konventioneller kälteerzeugungsanlagen untersucht und bei Wirt-schaftlichkeit umgesetzt. so haben die tWl neben verschiedenen kliniken auch ein theater und ein Museum mit dieser umweltfreundlichen technik ausgestattet.

Bei der Museumsanierung hat die tWl die Funktion des Generalunternehmers übernommen. Die richtungsweisende ganzheitliche sanierung des Museums wurde mit den auszeichnungen

Green Building Partner seit september 2009 energie-effizienz-Preis der stiftung für Ökologie und Demonkratie im März 2009 prämiert. Beispiel für ein nahwärmenetz ist das Wohngebiet schillerschule in ludwigshafen. hier wurden elf Mehrfamilienhäuser einer Wohnungsbaugesell-schaft aus den frühen sechziger Jahren energe-tisch saniert. Für die Wärmeversorgung der 186 Wohnungen errichteten die tWl eine heizzentrale mit einem erdgasbetriebenen BhkW mit kraft-Wärme-kopplung für die Grundlastversorgung, der durch einen spitzenlastkessel auf erdgasbasis ergänzt wurde. an das nahwärmenetz wurden darüber hinaus ein Vereinshaus sowie die sport-halle der schillerschule angeschlossen. Durch die wärmedämmenden Maßnahmen und die neue en-ergieversorgung werden die Wärmeverluste um 51 Prozent, der Primärenergieverbrauch um 66 Prozent und der co2-ausstoß um 59 Prozent reduziert.

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Für die leistungen in den Bereichen energiekon-zepte, Beratung und contracting wurde den tWl bereits zum dritten Mal das energieeffizienz siegel „effi“ der rheinland-pfälzischen energieagentur (eor) verliehen.

kontakt:

Dr.-ing. Gerhard Weissmüller technischer Vorstand

technische Werke ludwigshafen aG industriestraße 3/3a

67063 ludwigshafen tel.: 0621 / 505-2200

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Stadtwerke Trier

seit 1998 beraten und unterstützen die stadt-werke trier (sWt) kommunen und organisationen in trier und der region beim einsatz von kraft-wärmekopplung. insgesamt betreiben sie derzeit sechs große einzelanlagen in trier, zum Beispiel im schwimmbad, im klärwerk oder in krankenhäu-sern.

Die wachsenden ökologischen herausforderungen haben aber nicht nur einzellösungen zur Folge, sondern fördern auch den aufbau von ganzen energiekonzepten. sWt begegnet dieser heraus-forderung mit sogenannten nahwärmelösungen und legt damit den Grundstein für effiziente ener-gieverbünde. so ist beispielsweise mitten in trier auf dem Gelände einer soziale Wohn- und Pflege-einrichtung eine energieeffiziente nahwärmeinsel entstanden. sWt hat dort ein BhkW gebaut, das nicht nur die Vereinigten hospitien, sondern auch benachbarte einrichtungen wie zum Beispiel Gebäude der Fachhochschule mit Wärme versorgt. insgesamt 16 Gebäudekomplexen wird über ein unterirdisches leitungsnetz heizenergie zur Ver-fügung gestellt. Der Vorteil liegt auf der hand: eine große heizung ist immer günstiger als viele kleine einzelanlagen. Das BhkW produziert

bei einer laufzeit von 5.000 stunden pro Jahr etwa 9,8 Millionen kWh strom, die ins öffentliche netz eingespeist werden, und 9,9 Millionen kWhn Wär-me. Damit immer ausreichend warmes Wasser und heizenergie zur Verfügung steht, sind zusätz-lich vier Wärmespeicher für das BhkW gebaut worden. Die Wärmeproduktion des BhkW ist auf den durchschnittlichen heizbedarf abgestimmt. in spitzenzeiten, also wenn besonders viel Wärme benötigt wird, wie zum Beispiel im Winter, sind zusätzlich zum BhkW auch heizkessel in Betrieb. Durch den Betrieb der BhkW-anlagen in trier und der region spart sWt bisher über 15.000 tonnen co2 pro Jahr ein. neue kWk-Projekte sind bei dem regionalen energie- und infrastrukturdienstleister in Planung. noch in diesem Jahr wird sWt für eine Gesamtschule in trier ein weiteres BhkW in Betrieb nehmen. Parallel zu dem engagement im Bereich kWk baut und betreibt sWt in der region rund um trier anlagen zur erzeugung von regene-rativer energie, zum Beispiel Wind- und solarkraft-werke.

kontakt:

Dipl.-ing. (Fh) rudolf schöller leiter Bereich erzeugung/contracting stadtwerke trier ostallee 7 – 13 54290 trier tel.: 0651 / 717-2400 Fax: 0651 / 717-2409 e-Mail: rudolf.schoeller@sWt.de

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Pfalzwerke

anlagen, die über kraft-Wärme-kopplung (kWk) gleichzeitig strom und Wärme erzeugen, lohnen sich in mehrfacher hinsicht: sie arbeiten hoch-effizient und nutzen die eingesetzte energie bis zu 90 Prozent. Der geringere energieverbrauch entlastet wiederum die Betriebsausgaben, der erzeugte strom lässt sich je nach Bedarf selbst verbrauchen oder ins öffentliche netz einspei-sen. auch die umwelt profitiert. im Vergleich zur getrennten strom- und Wärmeerzeugung senken kWk-anlagen die co2-emissionen um etwa 34 Prozent.

Die Pfalzwerke bieten z.B. als contractingpartner hilfe bei der umsetzung. ein Projekt von vielen ist die Feuerwehrwache nord in ludwigshafen. Die Feuerwehrwache wird zukünftig fast voll-ständig durch regenerative energie mit Wärme versorgt. im heizkeller der Feuerwache steht ein holzhackschnitzelheizwerk mit heizölspitzen-lastkessel.

Das contracting-Projekt der Pfalzwerke umfasst nicht nur den Bau der anlage selbst, sondern auch Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb. Für die handwerksleistungen und Brennstofflieferungen werden ausschließlich unternehmen aus der re-gion beauftragt.

Das holzhackschnitzelheizwerk liefert rund 1.000 Megawattstunden Wärme im Jahr. Dafür wurde im heizkeller der Feuerwehrwache eine heizkesselan-lage mit einer kapazität von 240 kW errichtet. Der Brennstoffbunker, der für die lagerung des Brenn-materials benötigt wird, wurde im außenbereich des Gebäudes zusätzlich gebaut. Die spitzenlast wird durch einen 290 kW-heizölkessel abgedeckt. neben finanziellen einsparungen hinsichtlich unterhalt und Brennstoffversorgung reduziert sich der co2-ausstoß durch die anlage um rund 150 tonnen pro Jahr.

kontakt: Günter Becht

leiter abteilung energiedienstleistungen Pfalzwerke aktiengesellschaft

kurfürstenstrasse 29 67061 ludwigshafen tel.: 0621 / 585-2455

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Mainz

Dachflächenvermietung für Solarnutzung Die rio energie ist ein tochterunternehmen der stadtwerke Mainz aG und der juwi-Gruppe aus Wörrstadt. rio plant, baut und betreibt solar-stromanlagen auf kleinen und großen Dachflä-chen, carportflächen sowie Freiflächen im Groß-raum Mainz und rheinhessen. zu diesem zweck pachtet die rio energie geeignete Flächen von Privatpersonen, unternehmen und kommunen. in den vergangenen Jahren hat die rio energie rund 100 Photovoltaik-Projekte realisiert – von der Drei-kilowatt-anlage auf einem reihenhaus bis hin zur zwei-Megawatt-Freiflächenanlage.

Speyer

„Dach vermieten – Stromkosten sparen“ Die stadtwerke speyer (sWs) mieten die Dach-fläche eines hauses, installieren dort eine solar-stromanlage auf eigene rechnung und betreiben sie 20 Jahre lang. Die von den sWs gezahlte Dachmiete ist abhängig von der solarstromernte und der jährlichen einspeisevergütung nach dem erneuerbare-energien-Gesetz (eeG). nach ablauf dieser zeit geht die anlage kostenlos in das eigen-tum des hausbesitzers über. Durch die einnahmen der Dachmiete können die hausbesitzer ihre eige-nen stromkosten reduzieren.

Mit ihrem solarstromprogramm nehmen die sWs die umsetzung der vom speyerer stadtrat verab-schiedeten klimaschutz- und energieleitlinie in angriff. Gemeinsam mit der tochtergesellschaft tDG technik und Dienstleistungs-Gmbh haben die stadtwerke speyer bisher in mehr als 50 Prozent der solarstromflächen in speyer investiert. sWs- und tDG-anlagen erzeugen rund 1,7 Mio. kWh sonnenstrom im Jahr. kontakt: ralf lang stadtwerke speyer Gmbh Georg-Peter-süß-str. 2 67346 speyer tel.: 06232 / 625-2240 www.sws.speyer.de kontakt: christopher kopisch

rio energie Gmbh & co. kG rheinallee 41

55118 Mainz

tel.: 06732 / 9657-3240 www.rio-energie.de

Abbildung

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Referenzen

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