Moderne Klassiter : Deutsche Literaturgeschichte der neueren Zeit in Biographien, Kritisen und Proben

Teljes szövegt

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SJtoberne ßtofjirer*

3>euffd}e c S i i e r a t u r g e f c f i i d i i e b e r n e u e r e n | e i f

i II

Sßtogvopßtcn, S r i f i f c i t itttö B r o t e n .

(Pitt adit u u b . f u n f j i g p r t r a i t in ©tat;Ifiid).

Sleununbbreifitgfter S a a b .

ßünftc, neu bearbeitete aufläge.

Xeipsig,

Qßetlag ber mobernen Rlafftfer..

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^bdfßeri §tifiex.

„ffiie teSeutungiloä ift Sie ®efcf)id)te einet gamilie; fie gebt nur juni ©rofiuater ober llr=

großtatet jurüef, nnti erjäfjtt oft ttidjtä als .Sin®, taufen, ifodigeiten, fflegrätniffe, Berforgung

®et SRadjtommen — aber roclcf) ein unfaßbares StJiafe non Siebe un® ©ctfmerj liegt in btefer BeSeutungSlofigfeit! 3n ®cr anbern großen ®e.

fd)icf)te vermag and) nicfjt in ein' ,;u liegen, ja ftc iii fogarnur 6aS entfärbte ©efanimtbtl® Siefer fleincn, in mefitjent man Sie Siebe anSgelaffen un® Sa« Blutvergießen aufgegetdjuet fjat. SIBeiit ·

®er große goltne ©trom Ser Siebe, Ser in'Seil.

SabrtaufenBen bis su uns betabgeronnen, surdj ;.

Sie imgäßlbarcn ®iutteri)er,jen, Snrd) Bräute, Bätet, ®efd)n)ifter, greunSe, iii Bic Segel, un®

feine Stufmerfung mar® bergegen; SaS anSere, Ser Saß, ift Sie SluSnabme, un® ift iit taufen®

Büdjcrn aufgefdjrieben morien."

Jlitt P o r t r a i t .

ffiiiifte, neu bearbeitete Auflage.

t n m ,

SBevlag fcev mobernen Älafftiev.

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JUolbert Stifter.

1 1

M

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J l b a l b e r t S t i f t e r , ber ©erfaffet ber fo befannt geworbenen „©tubien", würbe am 23. ß c t o b e r 1806 gu O b e r p l a n , einem bößmifßen aJtarftßeefen im S u b « weifer Rreife, geboren, ©ein © a t e r , S o ß a n n mit

©ornamen, war fieineweber, ßanbette aucß mit g l a ß « unb trieb eine fteine Acferwirtßfßaft in einem außer«

ßalb be« gleiten« gelegenen eigenen £ a u f e . @r ßatte ß ß mit SWagbalene, ber T o ß t e r be« gleifßer« g t a n j griepeß au« bem O r t e , »erßeiratßet, unb ßatte mit ißt »¡et Rinber ergeugt, »on benen Abalbert ba«

ätteße war.

33et Rnabe ßatte feine befonbere gteube baran, ß ß in SBalb unb gelb ßerumgutreiben. © ß o n in feinen früßeßen Saßren jog ißn bie Watut mit ißren Steigen über alle« a n , er b r a ß t e »on feinen SBanbe«

rungen ©turnen, S t e i n e unb anbete« meßt mit n a ß

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8

£ a u f e , unb erfreute ß ß mit f i n b i i ß e r Suß an ben gefammeiten © ß ä ß e i t .

©en erßen U n t e n i ß t erhielt er Pon bem Sehtet t>e« gierten«, Warnen« Sofeph S e n n e ; biefer Seljrer erflärte ihn baib f ü r einen feiner beßen © ß ü l e t unb rieth ben ©Item, ben Knaben ßubiren j u taffen. ©er

¿Batet, ein für feinen © t a n b n i ß t ungebiibeter

¿Kann, War bamit jiemliß einoetßanben; bie Wiutter, eine g r a u »on großer &erjen«güte, n i ß t minber.

¿Beibe ©item liebten ben Knaben außerorbentiiß, unb ebenfo erwieberte 9lbalbert biefe Siebe. ¿Befon;

ber« an ber ¿Kutter hing er mit wahret 3 ä r t f i ß f e i t ; Biete © ß i l b e t u n g e n in ben „ © t u b i c n " hat er au«

ben ©rinnerungen an feine ¿Kutter genommen, mehr a(« einmal hat er ihr barin ein © e n f m a l gefeßt.

©in fßloerer Unglürtäfati, »on bem bie gamitie Betroffen tourbe, fctite beinahe ben ¿ßtan, Slbalbert ßubiren j u (äffen, ju © r u n b e r i ß t e n . 3 m ffiinter 1817 tourbe n ä m l i ß fein ¿Batet »on einem g l a ß « ; wagen erfßlagen. © a « Ungliirf erfßütterte ben K n a ; ben außerorbentiiß. ©ein © m ß u a t e r , Slugußin mit S u m m t e n , übernahm feßt bie S f f i i r ß f ß a f t , unb Slbah bert mußte babei helfen, ©ajit fam, baß ein Kaplan, ber ß m lateinifßen U n t e r r i ß t erßeilie, ba« Urtheil abgab, ber Knabe habe lein ©aient unb tauge n i ß t j u m ©tubiren. © a « war nun freiiiß f ß l i m m , unb

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9

nur ba« SajmifdRntreten be« ©roßoater« »ort müt«

terlicper ©rite rettete ben Anaben f ü r Die biaper ge«

pegte 9lBfld>t. Gr bracpte abalbert im h e r b ß 1818 nacp b.er Venebiriiner«abtei AremSmünßet in ö b e r « ößerreicp — bie (Reife bapin mürbe ju g u ß ¿urücf«

gelegt — unb übergab ipn bem S t i e ß e t Sßlajibus h a l l j m n llnterriepten.

Vereita bie erße G e n f u r , mricpe ber A n a b e ptet erpielt, mar eine »ortrefflicpe, bie folgenben mürben immer helfet. 3 m Sapte 1824 mürbe ein ©ebicpt aufgegeben, bie © t ü n b u n g ber Slbtei burep ©pafßlo wen V a i e t n im Sapre 777 bepanbeinb, unb ©tifter«

©ebicpt mürbe al« ba« beße, »on allen erfannt. (Run macpte er mepr unb mept ©ebicpte, babei ßubirte er fo biet unb alletpanb beutfcpe Siteratur, tote ße ipm nur in bie h a n b tarn, ancp bie anfangSgrünbc bea ßeiepnenä unb ÜRatená lernte er in ber a b t e i ; fein 3eitpnenleprer pieß ©eorg (Riejlmair.

3 m h e r b ß 1826 ging er nnep Süien, um bafelbß bie (Recpte ju ßubiren. (Reben biefem ©iubittm lebte er n u n aber aucp ber Attnß. Gr ßubirte Siteratur, pörte (OTußf, trieb © a l e r e i , babei nocp ba« eine unb anbere »on attcrpanb gacpmijfenfcpaften, fo baß er alfo in popem ©rabe ßrißig mar. ©efepicpfe mar fein gieblingSßitbium — biefea Vielerlei mürbe frei«

J i e p aucp bie Wtfaepe, baß eé ipm niept möglicp

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w ü r b e , ß ß e i n e t SBiffenfßaft gang entfßieben ßin«

gugeben. S a b e i m a ß t e er Weifen, unb tebte er wie«

betum fo biet als n u r immer m ö g t i ß in bet Watur.

S e t {Watetet gab er ß ß mit Bieter fiiebe ßin, b o ß mit ebenfo Biet (Sigentßümiißfeit in ber ©eurtßeilung feiner Silber. <5r läßt baBon fo gut wie n i ß t « an bie Dejfentlißieit tommen, unb Wenn ein S i l b fettig i ß , fo »erbrennt er e« wiebet. Wur wenige feiner

©ilbet ßnb Bor biefem © ß i d f a l beWaßrt geblieben;

befonbet« f ß ö n füll ein Sofengemätbe fein, Weiße«

ber S ü ß t e t Saßeiii in feiner großen S o f e n f a m m l u n g at« ® e f ß e n ! Bon ißm aufbeWaßrt.

©einen Unterßalt bei attebem erwarb er ß ß b u r ß U n t e r r i ß t ertßeilen; fo war er be« g ü t ß e n W i ß a r b SWetterniß fießrer in ber {Watßematif unb fßßßßf.

3 m SEinter be« Saßre« 1837 »erßeiratßete er ß ß mit Amalie Wtoßaupt, ber T o ß t e r eine« ößerretßi«

f ß e n ©cteranen. © a « erße 3 a ß t biefer tinberlo« ge«

btiebenen ®ße war mit Biet UngtücE ß e i m g e f u ß t ; S t i f t e r felbß lag an f ß w e t e t Rranfßeit ben gangen SEinter im S e t t . 3 n biefer Seit f ß r i e b er mit ©tri«

ßift bie „ g e l b b t u m e n " , Weiße im erßen Tßeite ber

„ © t u b i e n " abgebrudt ß n b .

S i e bettetrißifßen Arbeiten, um biefen Auäbrui!

gu g e b r a u ß e n , Weiße S t i f t e r bi«ßer bem ßtapier an«

»ertraut, Wutben »on ißm feßr geßeim geßatten; er '

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. ßielt fte f ü r werthtc« unb beinah« Kietnanb Wußte

»ort ihrer ©rißenä. © a würbe im S a h « 1840 ba«

i ¿Kanufcript be« „ K o n b o r " sufäUig entbecft, unb m I ber »on SBitthauer rebigirten 3 e i t f ß r i f t abgebrutft.

' ©iefe Weuttte gewann fo »iel ¿Beifall, baß S t i f t e r

»on bem Webacteur be« in ßJeßb etfßeinenben © a f ß e n ; b ü ß « ,,3ri«" u m ¿Beiträge e r f u ß t würbe. @t lieferte , bie „ g e l b b t u m e n " ; balb n a ß h e r an anbern D r t e u

weitere @tjäf)Iungen. ©er SBerleger be« © a f ß e n b u ß « erfußte ihn, biefelben gefammett hewu«ä"9«öen, © t i f ; ter wonte anfang« n i ß t barauf eingehen, nannte ße n u r © t u b i e n , bie n i ß t f ü r bie Deffentlißfeit weiter beßimmt feien, gab aber enbliß n a ß , ber ©itel

„ © t u b i e n " würbe beibehalten, unb fo erfßienen, rein jufätlig beinahe, bi« jeßt 6 ¿Bänbe f o l ß e t ©tubien im ¿Berlage »on £ecfenaß in ißeßh, jeßt bereit« tn britter aufläge.

©iefelben enthalten folgenbe ©tjählungen unb

© f i j j e n :

©er etße ¿Banb: ©er Konbor. gelbblumen. ® a «

^aibeborf.

' ©er ¿weite ¿Banb : ©er § o ß w a t b . ©ie Wattenburg.

©er britte ¿Banb: a u « ber ¿Kappe meine« Ut;

großoater«.

©er »ierte ¿Banb: a b b i a « . © a « alte ©tegcl.

¿Brigitta.

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S e r fünfte S a n b : S e r J&ageftolj. S e t SSnlbfietg.

S e t fe^jte SSanb: Sinei ©cbtoejlern. S e t B e s t i e * bene S ä n n l i n g .

Slugetbem ij! nodj in ber „ 3 t i ä " etfcbicnen J r e ; fcpug, bet arte £ e r t " ; in ber „ S l u | l t i a " „ S e t atme SBofiltfjÄtet". S e t Verleger bet „ S t u b i e n " Bat in neuejlet Seit Begonnen, bie eingehen ^iieile betfeiben in ©ingelnuggaben gu »eroffentlicben; enblicb erfriert nocB eine S a m m l u n g unter bem Site! „ J S u n t e

©teine". —

SBiä ¿um S a b « 1848 rebte S t i f t e r in SBien, bann ging et nacb Sing. 3 m S a b t e 1849 foltte et ©cbnl*

rntb für bie @bmna|ten »on SBien unb Unterßjlet*

reicb werben, bo<b nabm er biefe ©teltnng ntcfit an, erhielt aber bafür im S a b r e 1850 bie ©cbulratbjlelle für bie S3olf«ftbulen »on Dberöjlerteieb.

® n e r feinet gteunbe »erooirjiänbigt biefe fteinen Kotigen mit golgenbem: „ S t i f t e r iji ber liebenbtoüti bigfle Kiann im Umgange, »ott greunblidjfeit unb Stufricbtigfeit, gern mitibeiienb nnb bor altem lonbr.

e r liebt bie 3Babrbeit in fo b i % m @rabe, ba& er |ie fe(b(l im ©tberge nicfjt »erlebt; — ein ffletoeis, wie fcbt er ba« ©ittengereb eljrt. SBab er fgricbt, ¿engt

»on Sßerflänbnifi unb »011 bet Siebe ¿u bem ©ebenen,

®uten unb ©blen." . . . . „ ® i e Jtunft liebt er a h ein ©ötflicbeb. g ü r alte Jhmfhoerfe fcbteärmt er unb

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fcpeut bte © i t t e l nidR, beriet befonbere S i n g e anju«

taufen, ©ein angebotener ©epöitpeitSßnn läßt ipn nie irren uitb hierin oetlieren." . . . „ © o r g e n a bidjs tet S t i f t e r — Vormittaga übt er feinen Slnitäberuf — (Ratpmittaga giebt er ßcp Aunßgebilben ber ©alerei, ober ber ©ecpnif, ober ber Vlumißerci pitt. S e n a b e n b bringt er gemöpnliep mit feiner, © a t t i n allein ober im Areife gemäplter ©enfepen ¿u, bte auep nie feplen, loenn er ße ruft. Slucp ßnb ber gteunbe fo »iele, bie ben anjiepenben © a n n ¿u befuepett Jommen." —

3 m golgenben geben mir mit menigen fritifepen

© o r t e n ben eigentlichen S n p a l t Pon ©tifter« Sßetfcti mie bie S t e l l u n g a n , bie er auf bem ©ebiet ber nooeHißifcpen SidRungameife einnimmt.

©tifter nimmt unter ben (RooeHißen ber ©egen«

matt eine eigentpümliipe ©teDung ein. S i e gemöpn«

liehe QioöeHe maept ben G p a r a f t e r , bie pfpcpologifdR G n t m i d e l u n g , ben menfdRiepen Gonßict ¿um ©ittel«

puntte unb ¿iept © r u n b unb 93oben ber h a n b l u n g unb Vegebenpeit n u r fomeit in ben Areia ipter S a t « ßetlung pinein, ala ti notpmenbig erfipeint, um baä

©ange gehörig jufammenjupalten; bie (Ratur iß n u r ber (Rapmen f ü r baa ©eelengemälbe, unb n u r ber (ßerfonen megen nimmt ber Sefet ©peil an bem ©er«

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r a i n , auf Weißem biefetben ß ß Bewegen, unb m a ß t ß ß t a r i n ßeimifß. ©ei S t i f t e r iß es umgefeßrt.

S a « Waturbilb iß f ü r ißn ba« S t ß e unb bie Haupt«

f a ß e ; bie SWenfßengefßißte Wirb bemfelben n u r at«

lebenerßößenbe fßmücfenbe Staffage eingefügt. ®r ßellt b a r , Was fein Auge um ß ß ßer ßeßt, unb fein Auge hat eine unenbliße S m p f ä n g l i ß f e i t f ü r bie 9ta«

tur Bis in bie fteinßen S e t a i l « , an benen Taufenbe

»orübergeßen, oßne ße jemals in ißter © ß ö n ß e i t Waßtguneßmen. Auf tiefen Waturwanberungen, wäß«

renb er f ß w e t g t in ber SBatbeinfamfeit, in ber ewig blauen Stuft feiner Stanbfßaften, in ber ewig grünen g a r b e feinet ©tiefen, befßteißen ißn bann a u ß tiebenSWürbige ©ebanfen »on ber SWenfßenwelt, es begegnen ißm 3Renfßen, benen irgenb eine Keine ®e=

f ß i ß t e a b g e t a u f ß t Wirb, bie gerabe b a b u r ß ißren eigentßümlißen Weig gewinnt, baß ße mit ber Watut«

u m g e b u n g , in ber ße gefßießt, fo innig gufammen«

ftingt. S a ß bei tiefer Art ber S o m p o ß t i o n , Wo atte Stiebe unb alter gleiß ber S a r ß e ü u n g ber W a t u r gu«

gewenbet w i r b , ba« m e n f ß l i ß e Sebensbitb g e w ö ß n l i ß n u r ffiggenßaft bleibt, i ß n a t ü r l i ß , ebenfo baß bie Srgäßtung fetbß oft ten ßtengen gaben beS Sufatn«

menßangS »ermiffen läßt unb gumal in feinen testen S ß r i f t e n in tofer Wißfütlißer Anreißung ber An«

f ß a u u n g e n unb (Smpßnbungen au« bem Hunbertßen

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in'« ©aufenbße fommt. ©Ben b a t a u « , au« tiefer

¿Botliebe f ü r bie ©title unb ©nge be« Watutleben«

unb feiner © t i m m u n g e n , etflätt e« ß ß , baß S t i f t e r , obwohl e« ihm feine«Weg« an ©iefblicf für bie ®e;

heimniffe be« SWenfßenleben« fehlt, b o ß lieher bei f a n f t e n , e i n f a ß , ftiebliß unb fampflo« ß ß entfalten;

ben © h a w K « « " / 6 e i b e mn Sauber be« © e m ü ß « ; leben« oertoeilt al« bei tiefeinfßneibenben ©onßicten unb © t ü r m e n ber Seibenfßaft; unb a u ß Wo er ein;

mal ben © t ü r m be« © ß i r t f a l « über ein ¿Wenfßen;

leben h i n g e n lägt, f ü h l t m a n b o ß gleiß Pon »otn*

herein bie tiefe Wulje h « « « 8 # in b e t © t ü r m Wieber ¿ u r ü d ß n f t .

S t i f t e r f p r i ß t ß ß felbß feßt f ß ö n unb ß n n i g übet ben ¿Borwurf a u « , ben m a n ß m oft g e m a ß t habe, baß er ß ß mit ¿Botliebe bem Kleinen unb f ß e t n b a t ¿Bebeutungälofen guWenbe. ©t f a g t , baß ba« Kleine, wa« m a n g e w i ß n l i ß fo nenne, ß m ge;

rabe groß erfßeine; in bem unfßeinbaren SBaßfen be« @ra«hatm«, in bem Wiefein be« ¿Baße« entwirtle ß ß ebenfo m ä ß t i g bie f ß ö p f e t i f ß e K r a f t ber Watur at« in bem f u r ß t b a r e n ©ewitter unb ber tofenben

¿Btanbung; in ben a n f p r u ß i l o f e n SRotioen einer ßitlen ©eele o e r a n f ß a u l t ß e ß ß ebenfo ber ¿Jkoceß be« ©eiße« al« in ben großen ©ntfßlüffen unb Kämpfen einer ^etben^afiert W a t u r ; bem © e f e ß

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gegenüber, weicbeäNbiefen © M e i n u n g e n gu © t u n b e liege unb Wefebee bocb für ben © e i p bnä eingig Blei*

Benbe fei, »erfätoinbe bie ©rüge unb tfleinbeit ber

© M e i n u n g e n . SIber abgefeljen ba»on, bap e« bocb f ü r bie Ä n n p niebt Bio« auf ba« allgemeine ©efep, fcnbern febr toefentiieb aucb auf bie © M e i n u n g an*

f o m m t , bap ,,ba« übertaufenbe Κ Κ Ι φ ί ό ρ Ι φ ε η ber

armen g r a u unb ba« Sauber ©tbbeben", obwohl in 6eiben biefeibe Jtraft w i r f t , wabvIiφ f ü r b i e J h i n p η ί φ ί auf g ^ e r Sinie fteben, Oer«

fennt ber S ^ t e r α υ φ ben t l m P a n b , bap ber e i n « brucf be« ©ropen ¿War b u r φ jene« anfφeinenb .fileine

»ermittelt Wirb, aber Βοφ erp entfielt turd) bie © i m pebt in ba« ein^eftlidbe gropartige S u f a m m e n w i t f e n beffelben, ober — im Κ ε ί φ β be« ©eipe« — b u r φ ba« Sufammenfaffen be« Kielen in e i n e m tiefen ©e-- b a n f e n , unb bap barum bie fiunp un« erp bann ba«

©rope barPellt, wenn pe Biete © t r a b t e n gu e i n e m S3itbe concentrirt. Kei biefer S t a u u n g »on bem

® ί φ 1 ' 9 unb Ι ^ ο ί φ ^ erttärt es Ρ φ benn η ί φ ί Bio«, bap S t i f t e r f a p ηυβίφΠε^Ιίφ mit feinen ©rgäbtungen in ber engen ©infriebigung be« gamilienieben« »er-- Weitt, fonbetn α η φ — wie es ipm mit Otecpt gum K o r w u r f gemaφt w i r b , bap er in feiner SarpelTung S i t t e « mit g l e ^ e r αΒίφίι^ϊοίί u n b gíeίφfam geier*

ϋ φ ί ' ϋ bebanbeit, α η φ ι'οίφε S ü g e , bie gum ©inbrucf

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№ © a n j e n g a r nicht mitwirfen, woburep feine Staiöi*

tat oft j u r Breite u n b gangwciligfeit Wirb.

S i e (Sehitberungen ber ganbfepaft, be« ©tiWeben«

ber S t a t u r , fowie berjenigen 3 ü g e b e i ©enfepengc«

miitp«, bie mepr bem Statutleben be« ©eiße« ange«

pörcn, ftnb bei S t i f t e r bejaubetnb icpön. © i e er u r f p r i i n g l i h ftch ber ©aletei pingegeben hatte, fo i ß er auch al« ®»d)t« mefentlitp © a l e t . © i e ber äepte ganbfcpaftamaler weiß er einet Staturumgcbung, einer Staturerfcpeinung i p r ©epeimniß, ipre Seele etbju«

laufcpen, u n b fo bem Sefer nicht blo« bie Sinjetn«

peiten feparf u n b (ebenbig »cräufüpren, fonbern i p n aucp in bie S t i m m u n g be« © a n j e n e i n j u t a u h e n , Belle Staturfetigfeit in feine B r u ß j u ßrömen. S « i ß bie oolle, nie geßörte, unfcputbige greube a n ber Statut, bie fein «Pinfet füprt. S t i ß nicht. Wie etwa g e n a u , n a h fangen S r t w a n b e t u n g e n u n b .Kämpfen be« ©eiße« ¿ur Statur wie j u einet © u t t e r jurücfge«

lehrt, u m in iprem Scpooße enblicp bie B e r f ö p n u n g unb ben grieben ¿u ßnben, ben et in ber ©enfcpen«

wett nicht fanb. S t i f t e r p a t bie © u t t e r Statur nie

»erlajfen; er ß g t i p r i m © h o o ß e wie ein unbewußt befriebigte«, glücflicp fpielenbc« Kinb. ' 3 n feiiger, nie geßörter Bertrautpeit ßnbet er in i p r ba« © h "

feiner greuben u n b geiben, u n b biefe« innige 3 u « fammenitingen be« ©enfepengenuitp« m i t ber Statut

Athitbert ©ttfter. 2

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iß ber eigenthümliße unbertoüßtiße S a u b e r in ©tif«

ter« S i ß t u n g e n .

Um unfern fiefern bie © ß ö n ß e i t e n biefer ,,@tu«

bien", bie n i ß t « weniger at« allgemeinere« Sigentßum ber ©ebitbeten bi« jeßt geworben ß n b , »öttig gu er«

fßließen, ßaben w i r ' a u « bem reißen {Diateriat, We(«

ß e « bie bi« jefct erfßienenen 6 ©änbe bieten, ein © r u ß « flüri au« bem größern SebenSbilbe „ S i e 3Rappe meint«

Urgroßoater«" unb bie Keine {Rosette ,,©a« Haibeborf"

ausgewählt. SBtr glauben, baß unfere Sefer, fennen ße erß tiefe gwei {perlen im © r u n b e , gern in bie g l u t ß i a u ß t n unb a u ß bie gatjtreißen übrigen f u ß e n werben.

® i c 2 i l t e t t ( r i i n t e r .

{Wit bem an ber ©pifce biefe« © u ß e « ßeßtnben (ateinifßen © p r u ß e be« feiigen, n u n m e h r gang »ergef«

fenen ©geßppu« führe i ß bie fiefet in ba« © u ß unb mit bem ffiitße in mein alte« f e m »on hier ßehenbe«

©aterhau« ein. S e r © p r u ß fpiette einmal eine {Rotte in einer meiner AuSgeißnungen in ber © ß u t e , unb f ß o n beßhatb hatte i ß ihn mir f ü r alte meine 3u«

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f ü n f t gemerft; allem er frei mir naßtjer immer wie;

ber e i n , Wenn i ß fo in ben (Räumen meine« ¿Bater;

häufe« h « u m g i n g ; benn ba« § a u « ßaf »oH Pon petfßtebenen S i n g e n unferer ¿Borfahren, unb i ß em;

pfanb Wirfliß, in ben S i n g e n h « u m g ß « nb/ b i e № f a m t i ß e greube unb ba« ¿Bergnügen, Pon benen ©ge;

ßppu« in feinem © p r u ß e fagt. Siefe« ¿Bergnügen haftete aber n i ß t etwa bio« in bem (Seilte be« Kinbe«, fonbern e« w u ß « mit mir a u f , ber i ß n o ß immer alte © a ß e n gerne u m m i ß h«&« "n b l i t b e· 3 a i ß benfe oft jefct f ß o n , ba i ß felber alt ¿u werben be;

ginne, mit einer ® a t t « n g SBorfreube auf jene Seit h i n a b , in ber mein ©nfel ober tlrenfel unter meinen

© p u r e n h « « t n geifert w i r b , bie i ß jefet mit fo Bitler Siebe grünbe, al« müßten ße f ü r bie ©Wigfeit bauetn, u n b bie bann b e ß , Wenn ße an ben ©nfet geratßen ßnb, etßorben unb au« ber Seit gefommen fein wer;

ben. S a « hflß'g« ®a u e n b c a ®reife«, bie ©törrigfeit auf feine ©afcungtn ¿u h«W«n. u n b b i e ® ' «r b c flUf ben W a ß t u h m ju l a u f ß e n , ß n b b o ß n u r ber bunfle ermattenbe ©rieb be« alten £erjen«, ba« fo füße Seben n o ß über ba« ® r a b hinau« ¿u petlängern. a b e r er

»erlängert e« n i ß t ; benn fo Wie er bie auägebleißten gcfßmartlofen S i n g e feiner ¿Borgänger' beläßelt unb geänbert hatte, fo wirb e« a u ß ber ©nfel ß u n , n u r mit bem traurig füßen © e f i ß l e , mit bem m a n jebe

' 2 *

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»ergeljenbe Stil anßetjt, Wirb er n o ß bie Anbenien eine S e i t e behalten unb b e f ß a u t n .

Siefe S i n g e empßnbenb etfßien es m i r n i ß t jWecfioS, ben © p r u ß be« ©geßppu« an bie ©pifce eine«

©ebenfbuße« jn ßelten, ba« »cn meinem Urgroßnater unb feiner ©tappe banbelt.

3 ß Witt bie ©rgähtung »on ihm beginnen.

SWein Urgroßoater iß ein Weitberühmter S o c t o r unb Heilfünßter gewefen, f o n ß a u ß ein gar euten«

fpiegtiger Herr, unb Wie ße fagen, i n - m a n ß c n S i n g e n ein Refcet. S a « atte« iß er auf ber h^hen <3ßule gu

© r a g geworben, »01t Wo er aber, ba et f a u m ben neuen S o c t o t t j u t auf hatte, feinem eigenen AuSbrucf n a ß Wie ein gefßnettter ©feit fortfßießen mußte, u m fein Heit in ber S e i t j u f u ß e n . S i e U t f a ß e , w a r u m er fo f ß n e t t fort gemußt .hatte, hat er, ber Srgähtung meine« ©roßBater« ju gotge, nie baju gefegt. SBelße ße a u ß gewefen iß, fo hat ße ihn b o ß ju jener Seit in bie f ß ö n e SBatbeinfamteit feinet Heimat!) geführt, wo er fofort Biete {Weiten in her Wunbe furirte. © o r Wenigen Sahren ergäljlte Bon ihm n o ß m a n ß e »erhat«

tenbe © t i m m e be« Thale«, ja in meiner R n a b e n j e i t fannte i ß n o ß m a n ß e n »erfpateten © r e i « , ber ißn n o ß g e f a n n t , u n b mit feinen jWei großen Wappen herum fahren gefeßen hatte.

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Sil« er uralt unb woblb«&enb geworben war, ging er enblidf aud) ben SEeg »on manchem feiner einfügen KPegebefoblenen, unb binterliep meinem" ©ropsaler örfbarniffe unb §au«ratf). S a « ©rfoarte ip guerp fort gefommen, unb gwar im Kreupenfriege; bet §au«=

ratb aber i p nocb Peben geblieben. K o n bet Slrt unb SBeife be« S o c t o r « , bie feljr abweidjenb »on ber ber anbern geWefen fein foH, b«ben fid) nacb feinem Sobe noch lange bie KtuchPücfe im SKunbe ber Seute erbal»

ten; aber bie KrucbPücfe fcbmolgen Wie ©¡«fdjollen, bie im S t r o m e hinab fdjwimmen, gu immer Heineren S t ü t f e n , bi« enbticb ber S t r o m ber Ueberlieferungen ollein ging, unb ber K ä m e be« ©efcbiebenen nicbt tnebr in ibm war. S i e ©erätbe unb S e n l m a l e pnb auch immer »etfommenet unb trüber geworben. K o n tiefen S e n f m a l e n möchte ich forecben, ba pe einp meine f(bäuerliche innere greube waten.

giber feltfam, wenn ich recht weit gurücf gebe, fo i p e« eigentlich S r ö b e l , ber gar fo tief Wivfte, nidit S i n g e , benen icb beute mein Slugenmetf fdjenfe. S a iP tief in bem Kebel ber fiinbbeit gurüef eine" fchtnarjc SBePe, bie fo Wunfcetfam w a r ; id) b ö " ncd) beute bie Seute paunen unb rufen, wie n u n gar fein fo un»et*

Wüplicber Sesantin mehr gemacht werbe, unb wie man ba« alte aufbewahren unb achten foll — . bann trieb (cd) unter unfern ©pielfacben, eine bunfle »erwitterte

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•Öutfeber beten Wücfgrat gefnicft War — au«

ben S p ä n e n unb S p l i t t e r n bet g l a u b e blicfte ein;

m a l eine gefßunbene S e i ß f e l beroor — im © a r t e n Wußerte n o ß u n a u s r o t t b a r bie Slngelifawurjet; ba;

neben ßanb ein grauer S t a m m , beffen ¿tuet einzige grüne Slefte n u ß a U j ä h t l i ß f ß w a r j e ¿Bogelfirfßen t r u ; gen, unb im £ e r b ß e b l u t r o ß e ¿Blätter fallen ließen;

— bann Waren ¿wei himmelblaue ¿ffiagenränber, bie i ß al« Knabe einmal fauber a b j u m a f ß e n ßrebte, weil ße »on batauf geworfenen ¿Pflügen unb ©ggen »oll K o ß geworben w a r e n ; — bann beßanb, weil m a n fagt, baß ber S o c t o r ein »orneljme« g t ä u i e i n foH ge;

heirathet haben, auf S i e l e unb S ß e u n e n o ß allerlei ben jeßigen ¿Bewohnern unbefannter K r a m , ber wohl·

n i ß t alle »on ihm h««ühren m o ß t e ; aber wenn u n ; ter bie Berechtigten .fjauSbinge etwa« ¿ffiunberltße«

gerieth, ba« Wiemanb erflügeln Eonnte, fagte m a n immer: „ S a « i ß Pom S o c t o r ; " benn obwohl Wir ihn al« unfern reißßen ¿Borahn feht ehrten, fo hielten wir boß. insgeheim f ä m m t l i ß bafür, baß er ein W a r t

geWefen fei. t

®S m o ß i e bainal« n o ß piel mehr aiterttjürnliße«

gegeben haBen, Wenn Wir Kinber ben S ß a u e r por fo m a n ß e m u n r i ß t i g e n ¿Binfet hätten überwinben f ö n ; n e n , ber n o ß beßanb, unb Wohin ß ß feit ©wigfeit her ber S ß i i i t geßüßtet hatte. S a war ¿um ¿Beifpttle

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ein pö Hemer bunfler ®arrg }U>ifh«n ©djütt&ot.en unb

®acp in bem eine © e n g e urälteßer S a h e n l a g ; aber fepon einige © « r i t t e tief in ipm ß a n b auf einem gm«

fien Unterlage eine golbglärrjerrbe heilige © a r g a r e t p a , tie allemal einen fo bmljenben © h e i « gab, fo oft wrr hinein fapen; - Dann waren bie unenttedten aUer«

piirterßen (Räume ber © a g e n l a u b e , wo ßcf> »emwr«

reue S t a n g e n ßräubten, attembe S t r o p b u n b e baufch«

len nocP beiannte g e b e m längß getöbteter f j u ß n e r ßaferr, tellergroße febwarje Singen au« ben (Raben alter (Räber glogten, unb Daneben im © » h maneß tiefere« £ocß g o ß r , . f o feßwarj wie ein ® ^ t o r i , u t . 3 a bie ©cPeu ßeigerte ß h , ba einmal ber Anecßt gefagt Patte, baß m a n burcP bie S a h e n p i n b u r h m haferßelle ber ©epeu™ W e h e n fömte, wa« wopl be«

ßauirt, aber n i h t gewagt würbe

3 u ber g i n ß e m i ß ber ©ruße bewahrte a u h Heb

©ntterlein m a n h e Aoßbarfeiten auf, bie leinen arrbem 3 » e d Patten, at« baß ße immer liegen bl.eben, unb bie wir gelegentlich ju ic i)e u F l a m e n , wenn ße e.nma

wa« Seltene« R h e n g i n g , unb wir bre Aopfe mrt in tie ©rupe ßedten. S a war eine Set)»«r «nge«

faßter raffetnber ßlbemer © u p f f n i p i t , euren B u n b e l

© h n a U e n , latigßielige Söffet, eine große ßlberne

© h a l e , »on ber ße tagten, baß ber S o c t o r ba« B l u t ter »otnepmen Seute in tiefelbe gelaffen pabe, - barm

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waren gwei hörnerne A b l e r f ß n ä b e l , einige © ü n t e l

»on © o l b b o r t e n , unb anbete«, wa« in ber SunFet»

hert fo geheimnißBo« leuchtete, unb worin wir nie tramen burften, weit bie ©Futter Bei folßen ©clegen«

heften ßct« r i ß t Seit hatte, fonbcrn gufpetren unb fort gehen mußte. Suweilen aber, wenn bie obere

©tube, wo bie ©aßbettcn ßanben unb bie geßtteiber hingen, etntnai gelüftet unb abgeßäubt würbe, unb bie M u t t e r eben bei Saune war, geigte ße Woßt gerne etwa einer W a ß b a r i n unb a u ß u n s R i n b e r n , bie immer babei ßanben, m a n ß e « Bon ber Afjnentafei bürget«

t i ß e r H ä u f e r , bie i ß f„ liebe, ber Truhe ber ©rauf«

fletbcr. S i e (Reliquien pßegte man f o n ß berief Rief«

ber a u f b e w a h r e n unb bei ©etegenheiten Borgugeigcn·

aber biefe © h r f u r ß t nahm in ten Seilen ab, unb enb«

^ » « i « Svari, in bem Wir gut T r a u u n g , gum © e f u ß e , gum ©pagiergange geßen - wa« foft baher a n it,m fein, ba« ber Aufbewahrung w ü r t i g Ware? S e n n ©füttertet« nun bie ßeifen eiligen S i n g e herauSgog unb in ber © o n n e fpieten ließ, ba ßanben

№,r babei nnb ßaunten bie Berfßoffene © r a ß t an.

S a Famen tammetne, feibene, gotbßarrenbe S i n g e gum

© o r f ß e t n , bie ba r a u f ß t e n unb fnißerten u n b unbe«

Fannt loaren, © o m S o c t o r iß n o ß ber gange reitdien«

blaue ©ammetangug übrig, mit ben Bieten © ß t e i f e n unb unten © o l b b l ü m ß e n , bann mit bin © a n b f ß u ß e n

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unb fcbwargem Karett. S a « afdjgtaue Scibengewanb feiner K r a u t ha t t e hinten einen Sipfet at« Schleppe binau«, e« war ein golbener S a u m ba, unb au« bem 3 n n e r n laufebte ba« fd)Wefelgelbe feibene Unterfutter.

Snfonberheit War auch ber {Roef bet ©ropmutter, ber m e p g c w a n t p o f p g unb unbiegfam War, mit ben »ielen g a l t e n unb gropen Setbenblumen. S e « Kater« langet rütblicber Krautrocf, in bem ich ' hn fln DPers u n b K p n g p t a g e n gut fiirdje gehen fah, ^atte fdjon ba«

S d ) i e i f a l , t a p er gerfebnitten würbe; benn al« ber K a t e r tobt w a r , u n b ich in bie Slbtei pubiten ging, ba würbe f ü r mich ein neue« Köeflein barau« gefer«

tigt, in Welcher ©epalt er aber »on meinen SWilfcbütern Pet« n u r ^ o b n unb S p o t t erntete, obgleich mir mein fleine« § e t j jete«mal u m ten »etpotbenen Kater febr Wetje I b a t , wenn ich n n S o n n t a g e n ba« fo oft »er*

ehrte Such auf meinen Sitmen fab-

g r ü b e r mochten nod) mehrere @cbenffaci)cn alige«

mach ben SBeg ber S e t p ö t m i g unb Kergeffcnbeit ges gangen fein. 3cb btnfe nod) flar eine« SBintermors gen«, an bem m a n batan g i n g , ba« Ungeheuer eine«

weichen Sdjreine« mit Sterten gu gctfdpagen, ba« feit fiinteébenten ptangenb mit bem eingelegten SBorte

„Sehrgaben" wie ein Sehlop neben ber fiüche gePam ten hatte, unb ich weip noch be u t e r c chl gut»ie ich bamal« al« wingige« fiinb einen beinahe bitteren

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S ß m e r j empfanb, als ber wunbet6are fajfeebraune

¿Berg »ot mir in lauter f ß n ö b e S p ä n e ¿erßei, im 3 n ; nern ¿u ß ö ß ß e r U e b e r r a f ß u n g fo gewößnliß weiß, Wie bie ©annenfßeite i m £ o f e . Sange n a d l e t hatte i ß immer ein © e f ü ß l »erlebter © f j r f u r ß t , fo oft i ß bie große l i ß t e Stelle an ber ¿Mauer f a ß , wo er ge*

ßanben hatte.

Unb Wie ¿Biete« m e ß t e in ber üorbenflißen Seit

»erloren fein. ¿¡Bie ofi, wenn wir ¿Batlfaßrer fpielten, u n b ein gähnlein auf einem langen S t a b e trugen, baju Wir einen Sappen au« bem K e ß r i ß t e gejogen hatten, m o ß t e ber Sappen au« einem f ß m e i ß e f n b e n Kleibe gewefen fein, ba« einß bie ©lieber eine« lieben SBetbe« bebeett ßat. D b e r wir faßen im ©rafe, firei=

ßelten mit ben g i n g e t n an ben fßilletnben g ä b e n De« ßingefunienen gäßnlein« unb fangen: „QJtargare;

tßa, ¿Margaretha;" benn bie ¿Mutter hatte un« oft »on einet ¿Margaretha erjäßtt, bie eine f ß ö n e Weiße g r a u unferer 33 erfaßren gewefen fein fofi. — ¿Bit fangen :

„¿Margaretha, ¿Margaretha," bi« wir felber eine Slrt g u r ß t oot bem Sappen hatten. '

¿Bie ber ¿Menfß b o ß felber arbeitet, baß ba« Por i ß m ©ewefene »erßnfe, unb Wie er wieber mit feltfamer Siebe am 33erßnfenben h ä n g t , ba« nichts anbere« iß, al« ber ¿BegWurf oergangener Saßre. <S« iß bie« bie

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S i ß t u n g be« Blunber«, jene traurig fanfte S i ß t u n g , weiße blo« bie © p u r e n ber üllltägiißfeit unb © e w ö ß n ; lißfeit p r ä g t , aber in biefen ©puren u n j e r ß e r j oft meßt e r f ß ü t t e r t , al« in anbeten, weil w i r auf ißneit am beuttißflen ben © ß a t t e n ber ¿Berblißenen fort geßen feßen, unb unfern eignen mit, ber jenem folgt.

S a r u m ßat ber © r o ß ß ä b t e r , ber ßet« erneuert, feine ß e i m a t ß , unb ber ¿BauerSfoßn, felbß wenn er © r o ß ; ßäbter geworben' t ß , ßegt bie ßeimliße fanft f ß m e r ; jenbe Wücfltebe an ein alte« f ß f e ß t e « ß a u « , wo bie

¿Bretter, Ißfäßle unb ©rußen feiner SBoreltern ßanben unb ßeßen. ¿Ben« bie ©ebeine eine« ©ewefenen f ß o n

»erfommen jtnb, ober jerßrcut in einem SBinfel unb im ©rafe be« Kirßßofe« liegen, ßeßen n o ß feine blci;

ßenben © ß r e i n e in ber alten ¿Boßnung, ßnb ¿ulegt bie bei ©eite gefegten äiteßen S i n g e , unb werben fo wieber bie ©efpielen ber jüngßcn, ber Kinber.

@S i ß etwa« Wfßrenbe« in biefen ßuntmen un«

fiaren ©rjäßlern ber unbefannten © e f ß i ß t e eine« fol;

•ßen £aufe«. ¿Beiße« ¿Beße unb weiße gteube liegt r o ß in biefer uttgelefenen © e f ß i ß t e begraben, unb bleibt begraben. S a « blonbgelocfte Kinb unb bie neu;

gebetne gliege, bie baneben im ©onnengolbe fpielt, ßnb bie legten ©lieber einer langen unbefannte Kette, aber a u ß bie erßen einer »ielleißt n o ß längern, n o ß itnbefannteren; unb b o ß iß biefe Weiße eine ber 33er;

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toanbifhaft unb Siebe, unb Wie einfnm fleht ber ©ins gelne mitten in biefet (Reibe! SBenn ibm olfo ein blaffenb Kilb, eine Srümmer, ein S t ä u b t e n »on benen ergäbtt, bie »er ibm gctoefen, bann i|l er um »iet Ire»

niget einfam. Unb Wie bebeutungslo« iR biefe ©es f d j i h t e ; pe gebt n u r jum ©ropoater ober Urgrop»ater gurücf, unb ergäblt »ft nidjts als fiinttaufen, §»<b=

geiten, Kegräbnijfe, K e r f o t g u n g ber Stadjfommen — aber w e i h ein unfapbateä 3Jiap »an Siebe u n b

©djmcrg liegt in biefer Kebcutung«lopglcit! 3 n ber anbern, grepen © e f h i h ü »ermag audj ^ i h t mehr gu liegen, ja pe iP f e g a r n u r ba« entfärbte ©efammtbilb biefer lleinen, in welhem man bie Siebe ouSgetajfen, u n b ba« Klutsergiepen aufgegeidjnet b<H· Slltein ber grcpe golbcne S t r o m ber Siebe, ber in ben 3 a b r t a u » fenben bis gu un« bc r f l& geronnen, burdj bie ungäbls baren SRutterbergen, burp» Kraute, Käter, © e f h w i p e r , g r e u n b e , ip bie (Regel, unb feine Slufmetfung Warb

»ergeffen; ba« anbere, ber £ a p , ip bie SluSnabme, u n b i p in taufenb K ü f e r n aufgefdjrieben Werben.

S a ber Kater nod? lebte, burfte »on be« S o c t o r S ä j a b f d j a f t t n nichts »errüeft Werben, ba et ibn bodj

»erebrte· unb faR ausfdpieplicb immer in einem lebet*

nen ^anbfebriftenbuebe bejfclben la«, Weihe« K u h ober fpäter gang abbanben gefommen war. 3 n jener S e i t p a n b ber alte £ a u « r a t b n c h t»ie eine etjerne ©bronif

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u m h e r ; mir Äinber lebten u n « hinein, mie in ein »et«

jährte« © i l b e r b u ß , b a j u ber ®roß»ater bie Auslegung mußte, unb erjäljtte, er, ber ber eigentlichfte tebenbigfte SebenSbefßreiber feine« ©ater« be« S o c t o r « mar.

S e n n er manchen Abenb gmifßen tiefen Senf«

malen nieberfaß unb in bem © u ß e feiner Sugenb n a ß « fann, beffen Beißen bto« tiefe © t i m r u n j e l n itnb Weiße H a u p t h a a r e w a r e n , unb »on ben Ttjaten unb Aben«

teuern be« S o c t o r « erjähtte, »on feiner g u r ß t l o f t g f e i t bei T a g unb Dfaßt, in S a l b unb auf Hoiben, t»nwt er fo ju feinen R r a n f e n fuhr — Wie et © ß e r j e u n b

© ß n u t r e n trieb — wie er Arjneigläfer hotte, bie rotf) unb btau g t ä n j t e n , wie R a f f u n f e l unb (Sbetjtein — Wie er © f a ß t hotte über bie S i n g e auf ber ®tbe unb in ber Suft unb wenn n u n ba« eine unb an«

bete ©eräthftücf, Wie e« ja n o ß leibhaftig »or un«

ftanb, anfing in ber © e f ß i ß t e mit ju fpicten, batb, weit e« in einein bebeutungssollen Augenblicfe in ß m f r a ß t e , ober plöfcliß ein ® f a « ben ©la^ weßfette — b a t b , weit ein © ß w e w e r w u n b e t e r barauf ä ß j t e , wie ibm ber S o c t o r ben .Körper wieber fügte; ben ein S a l b b a u m g ä n j t i ß auSetnanbet gefßtagen hotte — batb, Weit ein u n e r g r n n b t i ß ©eljeimniß ber Heilfunbe tarinnen »erfßloffen gewefen; fo ergoß j t ß eine un«

fägliße ©ebeutung unb 3auberet u m bie »eratteten

©eftalten; wir getrauten un« f a u m ßinjufelien, wie

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alles in ßetlern Aerjenließte umßer ß a n b , u n b ent«

fcßiebene ©eßatten to9rfj tief ßinten ein ©cßranf, ßocß unb bünn, mit (Ritterfräulein, bie in ein getbcßen ge«

preßt ß n b ; es m a r , als ßünben S i n g e auf i p m , bie am ©age gar nicht bort ßeßen — bann ber Slrjnet«

fcßragen, ber gleicpfam ßeimlicp immer glätijenber würbe — ber Slßotnfifcp mit bem eingelegten perlen«

mutternen D ß e r l a m m e — bie Upr mit ber ©pigßaitbe

— ber lange Seberpolßer auf ber B a u ! mit Bären«

tagen, bie wie lebenbige griffen — enblicß am genfler, mit bleicpen ©ropfen be« ßereinfeßeinenben SRcnbeS betupft, ba« ©cßreibgerüße, »ielfädRig, g o t p i f h , mit einem tcßbaren ©elänber, auf bem braune gröfcße paßten unb gleißten, bie ©cßreibptatte überwölbt mit einem ßöflernen Balbacßine, Wie mit einem herbman«

tel, barauf oben ein auSgeßopfter B a l g faß, ben man nicht mepr f a n n t e , unb ben Wir febeS Slbenb« fürchte«

ien — u n b wenn ber einjige h ö r t , ber B a t e r , ber auf biefe ®rjäßlungen nicht« ßielt, in ber Dfenecfe eingetcßlummert War,,unb ber © o n b e n g l a n j ber feßat«

fen, tagpellen döinternacpt in ben Selen ber gefrieren«

ben genßerfcpeiben ß a n t e , fo Wepte ein Riepes ©eißer«

ßeber in ber © t u b e , es patte felbß bie SRutter fo er«

griffen, unb w a r über bie © ä g b e ßinauS gefommen, bie gerne in ber Aüepenßube baneben faßen unb fpan«

n e n , baß, wenn fegt jemanb am äußeren ©pore ge«

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flopft hätte, e« unmöglich gewefen Wäre, p h e'n

nigrcid) gu »erbicnen, bíoa baburd), baf eine® b 'n ( , u í

gebe, unb f h a u e , Wer e« fei.

3d> badpte mir barnai« o f t , Wie benn ein fo un*

fäglidje« ©eleimmel »on űberirbifdjen S i n g e n unb gang unerbörten ©reignifíen in bem Seben eine« ein*

gigen SKenfhen, biefe« meine« Urgropbater«, gewefen fein fönne, unb wie jefct alle« fo gewöhnlich unb ent*

blöpt ip — fein ©eiP läpt pcb mehr feben ober hören, unb wenn bet Kater in ber (Rächt bon etwa« aufge*

halten w i r b , fo pnb e« fcbleebte ffialbwege gewefen, ober e« tp ein (Regen eingefaflen.

„ 3 a wohl," VPegte bie © r o p m u t t e r gu fagen, Wenn auf biefe S i n g e bie (Rebe f a m , „alle« n i m m t ab, ber K o g e l in ber Suft unb ber giieff im SBaffet. Sffienn f o n p in ben Sosnäcbten ober © a m p a g ?lbenb« au« ben K p n g p g t ä b e n ober ber H a m m e r a u beutlidj ein SBeinen ober (Rufen gehört Würbe, fo ift beute iit ben ©egem ben alle« Pille unb auSgeporben, feiten, bap einem noch ein Srrlicbt begegnet, ober ber Sffiaffetmann am Ufer ppt. S i e Seute glauben audj btut gu S a g e nicht mel)r fo feP, wie fonp, obwohl bie Sitten, bie bie« er*

gäblten, ebenfall« feine Sporen waren, fonbetn furcht*

iofe aufgeflärte dRänner. 3ßie gerne Will bie Sugenb alles beffer wiffen, unb fömmt bod) mit ben Sabten

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32

immer Wieber auf bie Weben ber a l t e n , unb geßeßt ei ein, baß fte batauf f ö m m t . "

S o pflegte meine ©roßmutter j u fagen, i ß aber hörte ißt mit begierig ßingerißteten ä u g e n ¿ u , unb b r a u ß t e gar n i ß t auf ißre ¿Sorte ¿u i o m m e n ; benn i ß glaubte oßneßin alle« gerne unb feit.

S o War e« in meinet Äinbßeit unb fo ßojfen bie Saßre baßin.

S i e 3 a ß r e Waren bamal« feßr, feßr lange, unb e«

Berging ungemein oiele 3eit, eße wir ein wenig größer geworben Waren. ·

S a enbliß i ß als ber Wettejte j i e m l i ß ßeran ge*

w a ß f e n w a r , ßatb ber ¿Batet, unb i ß mußte balb batauf in bie a b t e i in bie S t u b i e n . S p ä t e r tarn ein Stiefoater unb eine neue Wegietung in ba« ß a u « . ©«

würben neue f ß ö n e ©erätße g e m a ß t , unb alle bie alten S i n g e , bie fräßet ba gewefen w a r e n , mußten in bie braungebeijte ßinterjtübe jitrüef, bie gegen ben © a r t e n lag unb unbeWoßnt war. S o r t blieben jte in W a f ß ; ßeit ßingeßeHt unb in ¿BerWorrenßeit ließen, a u ß in mein ß a u p t waren n a ß unb n a ß anbete © e b a n l e n unb anbere ¿Beßrebungen gefommen. a b e r einmal i n ben großen §erbßfetien_befußte i ß bie alten S a ß e n Wieber. ¿Wir fam bei, baß i ß ße orbnen fönnte. 3ß tßat es, rißtete bie braune «Stube mit ißnen ein, unb

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33

ßanb babei, Wie ber fcinffe fßwermütßige H e t b ß g l a n j bet S o n n e fo a n ißnen hin ßreißette unb ße beteuß«

tefe. Atiein i ß mußte Wieber in bie Abtei, unb Wie bie Seit ber bort feßgefefcten ©tubien »ergangen War, farn i ß g a r in bie große ferne ©tabt.

Wun erfßienen hatte S a h « , bie ©eßrebungen be«

M a n n e « Famen, u n b »erbecften Wie mit Webet ba« fern«

abtiegenbe Sanb ber Rinbljeit. ©iele S i n g e würben erßrebt u n b gelitten, u n b ba enbliß bie Seit eingehe«

ten w a r , i n ber ber M e n f ß bie © e l j n f u ß t h a t , ben f a ß t e »ergehenben Sebensßrom in holben Rinbern wie«

ber aufquerten j u fehen, m o ß t e e« ein liebe« S e i b mit meinem Herjen w a g e n , u n b wir traten »or ben Aitar ber ©lff. ®iefe« ©reigniß führte m i ß wieber in mein Rinbtffitstanb jutücf. S a n ä m t i ß ©lütteriein j u Haufe fehr betrübt War, baß ße wegen RränftißFeit n i ß t Fotnmen Fonnte, bie © r a u t f r o n e ßeßten j u helfen, unb ben heiligen R i r ß e n g a n g j u fehen, befßlojfen wir' u m ihr ©rfafc j u geben, bie erßen Tage unfere« neuen

©taube« i n ber · Heimath jujubringen. S i r paeften auf, 3 M b e t , ©erge gingen a n uns »orüber, unb eine«

f ß ö n e n ©ommertage« Famen w i r in bem längß »er«

lajfenen Haufe a n .

©fütterlein w a r ein atte« S e i b geworben, bie neuen f ß ö n e n ©erätlff,. bie j u ineinet ©tubienjeit qe«

Slhalbcrt Stifter. o

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fommen waren, waren jegt a u ß alt unb oerfßoffen;

feine ©roßcltern gingen meßt im £ a u f e gerinn, aber bafiir fpielten bie deinen Kinbet bet © ß w e ß e r , bie felbß ein. Kinb gewefen, ba i ß fort g i n g , an bet

©teile, Wo wir einfl gefpielt ßatten — n u r bie Siebe unb © ü t e i ß jung geblieben. 3Jiit betn gewohnten

© o n n c n f ß e i n e bet g r e u n b l i ß l e i t in ben »etfaßenen S ö g e n , mit ben gerooßnten guten ä u g e n n a ß m bie

¿Dfutter jegt bie junge blüßenbe © o ß t e r a n , oereßrte ße unb tßat ißt ©uteS. @S famen ©age, bie einjig unoergeßliß ßnb, ©age unter SWenfßen bejfeiben jpet;

¿enS, unb berfelben unoerfälfßten Siebe. 3 ß fiißrte meine © a t t i n b u r ß af(e SSälber meiner Ktnbßcit, i ß fiißrte ße an taufßeitbe 93äße unb an ragenbe Klip;

pen, aber i ß füßrte ße a u ß b u r ß bie f ß ö n e n ¿¡Siefen, unb b u r ß bie Wogenben gelber. £ i e r ging WJütterletn mit, unb ¿eigte ber fremben ©oßter, w a s oon aU ben S i n g e n unfer fei, unb wa« eben barauf Waßfe.

alle« war fo ßetrliß unb prangenb, wie fonß, ja es War n o ß ptaßioollet unb ernßer, als i ß e« einß begreifen tonnte. Wut baS f j a u S War fieiner gewor;

ben, bie genßer niebriger unb bie ©tuben gebrücft.

a t i e « , Was fonß u n e n b l i ß w a r , bie bunflen ©äuge, bie gäßnenben ¿¡Binfel, ba« war n u n d a r , unb w a s barinnen lag, war ¿¡Süß. 3 n bet braunen © t u b e ßan;

ben bie alten S i n g e in bet D t b n u n g , wie i ß ße ein;

(36)

35

ßen« pingeßeltt patfe, ober eigentlich, ߣ ptngen f a u m mcpr an ben äßänben perum. S a « eingige ©cpteibs gerüße ß a n b nocp bidjt unb feß mit allen feinen 3ier«

ratpengelänbern unb g r ö f h e n b a , ein wapre« Aunß«

loerf in uralter Siepenfcpnigerei. S i e © u t t e r gab e«

mir auf meine B i t t e gerne j u m hoepjcitSgefhenfe.

a l l ba« a n b e t e aber waren gewöpnliepe ©nimmer unb fließe; bie g u g e n fiajften, ba« gicpt fepien burip ße, ber hnHmurrn patte bie Baifeh angeboprt unb ber

© t a u b riefelte peimticp in feine ©änge. a t « icp Wei«

ter burcp ba« h a u « wanbelte, war pier eine holjtreppe weggenommen, bort eine anbere aufgeßellt — ein ®e«

länber War pier perabgebrocpen, bort eine« befeßiget werben — ba« Brunnenwaffet r a n n in eine neue Aufe, bie ®artenbeete Waren in einer anbeten Sfticptung, »er«

fcptcbene S i n g e ßanben barauf, unb ber graue B a u m war gar nicpt mepr ba —' in ber h o t j l a u b e War man«

he« anber«, aber pinten ßanben genau nocp bie alten

©taugen unb ßafen bie alten ©tropbiinbe: aber ein fcpwermütpig fiare« Sicpt ber ©egenwart lag auf allen S i n g e n , unb ße biicften mtep a n , a(« pätten ße bie Sapre meiner Ainbpeit uergejfen. — © o »erging SBocpe um äBoepe in ben neuen erß· wieber befannt werbenben (Räumen. a b e r eine« ©age«, ba eben ein grauer fanfter Sanbregen bie Berge unb SBälbet »et«

ping, »etfcpape mir ba« h a u « etwa«, ba« icp nicpt 3*

(37)

f u ß t e , unb ba« m i ß fefir freute, Weil eS mir gleiß«

fam ba« ganje »etfunfene aufgehobene M ä r ß e n barin ' gab.

Mütterlein, © a t t i n unb © ß w e ß e r faßen im Hoff f h i b ß e n , unb »erplauberten bie S e i t , Weil braußen

©traße unb ©arten in S a ß e r f ß w a m m e n ; i ß , gleiß«

fam au« einem alten S u g e ber R i n b l j e i t , ber gerne ba« fanfte © o ß e n bes Wegens auf © ß i n b e t b ä ß e r n hörte, mar f a ß bis auf ben äußerßen ©oben empor«

geßiegen unb gerieth a u ß in ben © a n g j w i f ß e n

© ß ü t t b o b e n unb S a ß . S a ßanb n o ß bie golb«

glänjenbe heilige Margaretha auf bemfelben ©tajje, auf bem ße bor fo Dielen Sahren geßanben war. Sine Menge weggeworfener © a ß e n t a g , . Wie einß, u m ße herum. 3efct f ü r ß t e t e i ß ben büßeren © o t b f ß e i n n i ß t mehr, fqnbetn i ß ßotte bie ©eßalt heroot, um ße ju betraßten. @S War ein fehr altes gut »ergotbete«

hötjerneS © t a n b b i t b , h"l& lebensgroß, aber in bem Saufe ber Seiten war es bereits Dielfaß abgerieben unb jerfßteift werben. 3 ß baßte m i r , baß es etwa »cn einer eingegangenen gelbfapette unferet ©eßfcungen h e t r ü h « , a u s S u f a t t in ben © a n g getommen, unb hier Dergeffen werben fei. Aber f a ß fottte man gtau«

ben, baß e« teinen S u f a t t gäbe. — S a ß b a S © i t b n i ß hier ß a n b , baß es heute regnete, baß i ß herauf ßieg unb e« wegnahm — ba« ßnb tautet ©lieber berfetben

(38)

.Rette, bamit ba« werbe, Wn« ba Warb. SU« i h näm*

lieb bie Kilbfäule wieber auf ihr Untergeffelle feiert Wülfte, hörte ich, bap biefe« feinen S o n gab, wie ein Kleef, fonbern wie ein hohler (Raum; idj unterfuebte e« näl;et, unb fanb in ber S p a t , bap e« eine feljt alte

»erfcploffene S t u b e fei. 3cb War neugierig, holte mir in ber SBobmmg unten Krecbwerfgciige, flieg wieber in ben ©aitg h i n a u f , befreiete guerp ben Secfel »an bem g e f l o h e n S t a u b e , ber barauf lag, fprengte mit bem ©tfen feine K a n b e , unb öffnete ihn. (Ba« pd>

mit nun geigte, war ein finäuel »cn (Papieren, Scbrif*

ten, (päcicpen, (Rollen, unterfcbieblieben fjanbgerätben, Kinbgeugen unb anCetem ©ewirr — aber weit binau«

berrfcbten bie (Rapiere »er. ®« gibt in jebem £ n u f e S i n g e , bie man niebt Weg wirft, Weil bo<b ein Sbeil unfere« bergen« baran hängt, bie man aber gewöhnlich in g ä c b e r legt, auf weiche bann nie mehr ein Singe fäHt. S a p e« hier fo fei, begriff ich «ugenblieflicb, unb fcgleicb im © a n g e ppeit bleibenb, neben mit ben fhwaeben ©olbfcbimmet ber Kiltfäule, über mir ba«

leichte Srippeln be« (Regen«, png ich bie Unterfucbung an, unb nach einer S t u n b e fap ieh fdjiui bi« auf bie finie in (Rapieren.

(Beleb' fcltfame fonberbare S i n g e ! S a waren gang unniifce K l ä l t e r , bann anbete, auf benen n u r ein paar (Borte ffanben, ober ein Spruch " anbete

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38

mit auSgeßoßenen .§erjen unb gemalten g l a m m e n — meine eigenen © ß ö n f ß r e i b b ü ß e r , ein pupietner £ a n b ; 'fpiegel, »on bem aber gerabe baS Spiegelglas ßerauS;

gebroßen mar — Weßnungen, Wecepte, ein »ergelbter

© « ¿ e ß über eine Jfjuttoeibe — bann unjäßlige © l ä t ; ter mit l ä n g ß »etflungenen Siebetn, ©tiefe mit l ä n g ß ausgebrannter Siebe, n u r bie f ß ö n gemalten © ß ä f e r ßanben n o ß am Wanbe unb ßellten ß ß bar — bann Waren © ß n i t t e f ü r Kleiber, bie jegt Wiemanb meßr t r ä g t , Wollen ©atfpapierS, <n n i ß t s meßr ge;

Wirtelt Wirb — a u ß unftre K i n b e r f ß u l b ü ß e t waren ba aufbewaßrt, unb baS S n n e t e ber Setfei trug n o ß bie Warnen Pon u n s allen © e f ß w i ß e r n ; benn eines hatte ße »on bem anbern geerbt, unb gleißfam als fei es baS legte unb ewige, gälte eS ben Warnen beS ffiorgängerS mit feßer Sinie auSgeßrißen, unb ben feinigen mit ber großen K i n b e r f ß r i f t barunter gefegt.

S a n e b e n ßanben bie SaßteSgaßlen mit gelber, f ß w a t ;

¿er unb Wieber gelber S i n t e .

®IS i ß fo biefe © ü ß e r ßerauS legle, unb ber

©lätter, auf benen »tel ßunbertmal bie Kinberßänbe gerußt gaben m e ß t e n , forgfam f ß o n t e , baß ße mir n i ß t auseinanber ßelen, fam i ß a u ß auf ein anbereS ffluß, baS biefen gar n i ß t g l i ß , unb pon 3emanben g a n j anbern ßetrüßren mußte, als Pon einem Kinbe.

S u r ß S u f a l l lag es ßier unter ben © ü ß e t n ter K i n ;

(40)

39

ber, aber e« war »an einem ©reife, bet längilen«

gelebt patte, unb ber längßen« fcpon in bie Swigfeit gegangen war. S a « B u h beftanb au« (Pergament, . patte bie h ö p e »on öiet an einanber gelegten @ h " l - b ü h e m , unb war eigentlich au« lauter ungebunbenen heften gufammen gelegt. 3 h № " 9 f » a uf ' at>{r

n i h t « War ba, al« bie ©eitenjaplen, mit jiatfen 3tf«

fern unb rotper S i n t e pingemerft, ba« übrige war weife« (Pergament, n u r bon a u ß e n m i t bem gelben (Raube be« a l t e r « umßoffen. 3 m einjigen etjlen hefte War ungefäpr bie S i d e eine« S ä u m e n « mit alter, breiter, »etworrener @cp"ft befegt, aber aucp bie Sefung biefer (Sorte war gletcpfam »erweprt; benn immer je meprete ber fo befepriebenen B l ä t t e r Waren an ben ©egenränbern mit einem ©effet butepfioepen, b u t p ben ©epnitt № a r e i n ©eibenbanb gejogen unb bann gufammen geßegett. ( S o p l fünflepn foleper Sinßeglungen geigte bet a n f a n g be« B u h e « . S i e legte leere S e i t e trug bie 3 a b ! aeptpunbert fünfgig,

• unb auf ber etßen Raub ber ©itel: „Calcaria Docto- ris Augustini tom II."

© i r war ba« S i n g fepr feltfam unb rätpfetpaft, i h napm mir » o r , n i h t nur ba« B u h in bie (Sop*

nung pinab ;u tragen, unb bei ©elegenpeit bie Blätter auf jit fhneiben unb gu lefen, fonbern a u h »mi ben anberen ©epägm ba«jenige, wa« mir geßele, j u nep«

(41)

men unb j u behalten; aber ehe i ß biefeä tljäti, mußte l i e ß etwas anberes ausgeführt Werben; benn bei Her«

ausholung btefer ©ergamente w a r mir augenbliciliß bas alte fiebetbuß eingefallen, in bem ber © a t e r »or mehr als fünfunbjWanjig Saßten immer gelefen hatte;

t ß b a ß t e , baß biefes offenbar ber erße Tf)eii ber Calcaria fein müßte, unb Wollte feßen, ob i ß eS n i ß t a u ß in biefen S i n g e n ßnben tonnte. S a s anbere

» a r aber n i ß t tofe, fonbetn in buntelrothem gebet gebunben unb mit mefßngenen S p a n g e n »etfefjen ge«

wefen, w a s u n s Jfinbern immer fo feßt gefallen hatte.

3 ß nahm nun © l a t t f ü r © t a t t , ©ünbel für fflünbel h e r a u s , löße aßeS a u f , unb b u r ß f o r f ß t e eS; aflein i ß gelangte enbliß auf ben ©oben ber T r u h e , oljne baS © e f u ß t e ju ßnben. Aber ats i ß aßeS Wieber hineingelegt hotte, als i ß ben R n e ß t rufen Woßte, baß er mit bie T r u h e fnmmt ben ©apieren in mein Stornier tjtoabtragen helfe, unb als i ß ße ju biefem Stoerie ein wenig näßer an baS C i ß t rücfte, hörte i ß etwas faßen — unb ßeße, es war baS gefußte © u ß , bas an ber hintern Sffianb ber Truße getehnt hatte unb

»on mit n i ß t bemerft Worben War. Tiefet © t a u b unb ©pinnenweben umhüßten eS — ber © a t e r , ben i ß tioß fo beutliß »or mit ßfcen fefje, ats wäre es geßetn geWefen, mobert n u n f ß e n ein ©ierteljahrhun«

bert in ber (Srbe — taufenbmal hatte i ß bie M u t t e r

(42)

um ba« 8eberbuch gefragt, fie wußte e« nicht, unb pe hatte »ergeben«. oft ba« ganje $ a u « b a r n a h burh«

f o r f h t . SBet mag e« hiebet gelehnt, unb auf ewig

»ergeffen h®6en ?

O h n e n u n bie ©infamfeit be« Koben« gu perioffen, ba m i h unten Ktemänb »ermipte, unb gewiß Stile in ihre ©efprädje »ertieft fein mochten, nahm i h ba«

K u h » o r , reinigte e« guetp ein wenig »on bem fhänbenben S t a u b e , ber wotjlbefannte rothe Settel fam jutn K o t f h e i n e , i h brücfte an bie gebern, mit uerattetem fitahen fprangen bie S p a n g e n , bie Seefei legten pdf um unb i h f<h hinein. S a « gange (Ret*

gainent war befhrieben, bie rotben Seitengahlen liefen b u r h ba« K u h , über hier n u r bi« auf fünfbunbert«

unbgWangig, e« war biefelbe alte, breite, »etWorrene

© h r i f t , f h l e h t au« lateinifhen unb beutfhen K u h « paben g e m i f h t , biefelbe feltfame geplung ber Klätter mupte a u h b ' « flott gehabt hoben, aber gelöp wor«

ben fein; benn an allen Känbern War beutlic^ ber gewefene SKefferfhnitt pd)tbar, unb al« i h ba« erfle K l a t t u m f h t u g , panb ber ¡Eitel: Calcaria Doctoris Augustini tom I . " — 3 h blätterte Porne, i h blät*

terte hinten, i h f h l u g h'er auf unb bort auf, überall biefelbe Schrift mit ben parfen S h o t t e n P r i h e n unb ben in einanber piepenben K u h P a b e n , unb bie gangen gropen (Rergamentblätter waren »on oben bi« unten

(43)

42

»oU gefßrieben. a b e r a u ß efwaä anbereS fam ¿um

© o r f ß e i n e : i ß fanb n ä m l i ß »iele ¿erßreute ¿Blätter unb hefte in bem © u ß e liegen, bie f ä m m t l i ß bie h a n b f ß r i f t meines »erßorbenen ©aterS trugen. 3 ß faß ße näßer an unb b a ß t e m i r : alfo barum war n i ß t s »on ißm in ber ©ruße ¿u ßnben gewefen, Weit er alles ßießer gelegt ßatte unb Weil alles »ergeffen worben war.

S e » o t i ß in bem ffluße l a s , Wollte i ß eßer biefe S i n g e beS ©aterS ä n f ß a u e n , © t a t t n a ß © l a t t ging b u r ß meine h ä n b e , ba Waren Sieber, ferner S e m e r ; fungen unb abßanblungen — a u ß ein ¿Märßen War ba — ©(¿äßfungen a u s feinem Seben — ¿Borte an u n s Kinber — fetner ein m o r f ß e S ¿erfallenbes Kaien;

berblaft, barauf mit ¿etßcffener entfärbter S i n t e ge;

fßrieben ß a n b : „ h e u t e mit ©otteS ©egen mein ge;

liebter etßer © o ß n geboren." 3 ß las in S i e ; lern unb es b ä u ß t e m i r , baS h e r j , bem i ß ¿ W a ^ i g S a ß r e naßgejagt ßatte, fei gefunben: es i ß baS mei;

nes ©aterS, ber bor Sangftn geßorßen War. 3 ß naßm m i t b o r , »on biefen © ß r i f t e n ber ¿Mutter n i ß t s ¿u fagen, fonbern ße in mein S e n f b u ß ¿u legen, unb ße m i t ba auf ewig auf^ubewaßren.

3 ß fonnte n u n in bem Sieberbuße n i ß t s lefen — es Hangen m i t l ä n g ß »ergeffene SBorte in ben D ß r e n ,

»on benen mir bie ¿Mutter eqäßlt ßat, baß er ße ein;

(44)

43

ßenä gefagt: „ i ß barf es bem Änaben « i ß t geigen, Wie feßr i ß ihn Kebe." 3 ß ging in ben Hof hinab unb fah trofc beä Wegen«, ber nieberßrömte, auf jebeS SBrett, bas er einß befeßigt, auf jeben ©ßocf, ben er einß eingefßlagen, unb im ©arten auf jebeS © ä u m ß e n , bas er gefefct, ober fonß mit ©ortiebe gehegt hotte.

S i e Riße mit ben © ü ß e r n - beS S o c t o r S unb mit ben anbeten S i n g e n hotte i ß in mein Simmer hinob brm«

gen laffen.

AtS i ß Wieber in bie M o h n u n g jutucffam, faßen bie M u t t e r unb bie © a t t i n n o ß immer in bem Hoff ß ü b ß e n beifammen, unb «beten. ®ie Mutter ergähtte m i r , Wie fo gut meine ©ottin fei, baß ße nun f ß o n fo lange hier u n b ö o n a l l e m ®r t e n t l i^e n 9C ; plaubert hoben, unb baß ße gar n i ß t geglaubt hotte, Wie eine © t a b t f r a u gar fo gut, lieb unb einfaß teben tonne, atS fei ße hier geboren unb erjogen wotben.

© p ä t am Abenbe, ba ß ß bie M o t t e n jetriffen hatten, unb, wie es gewöhntiß in unferer Heimath iß, in bißten weißen © a ß e n über ben ffialb hinaus gogen, als f ß o n im ffießen hie unb ba bie blaffen golbenen 3nfeln beS heitern Himmels ffßtbar Würben, unb m a n ß e mit einem © t c r n ß e n befefet Waren, faßen Wir Wieber A ß e , a u ß bct ©tiefoater unb ber © ß w a g e r , bie am M o r g e n weggefahren unb n u n Wieber gefom«

men waten, in ber Moljnßube an bem großen T i f ß e

(45)

betfatnmen, man günbete п а ф unb п а ф bie gicpter an, unb icft ergäplte ipnen öon meinem g u n b e . Aein

© e n f h in unferem h ä u f e Patte »on bet ©ruhe ae«

toußt. S i e © u t t e r entfann ß h toopi, b e| ein f c l h e «

© m g , ba mit п о ф faum geboren m a r e n , immer auf ber Stele geßanben, unb baß alter A r a m barin ge«

toefen fet; aber tote e« fortgefommen unb Uta« bamit gefhepen fei, fönne ße ß h niept erinnern, РаЬе а и ф m tbrem gangen geben n i « t mepr an bie ©rUpe ge«

b a h t . © e r ba« geberbutP pingu getepnt, fei gang tmbegretßth, Wenn e« nicht etwa ber ©roßoater ge*

toefen, ber e« in ber erßen Bertottuing bei be<3 B a t e r « Tobe, um e« ben M g e n ber © u t t e r ¿u entjiePen, a n bte ©r up e fegte unb bort »ergaß. Я и ф auf bie Bifb«

faule fam bie (Rebe, unb als Щ um ipten Urfprunq fragte mußte t pn (Rtemanb, fte fei eben immer in bem © a n g e geßanben, unb Aetner pabe barauf ge«

baht, toarum ße ba ßePe, unb auf toeießem Unterlage ße Repe. (Rur fönne ße au« fetner unfrtgen gelb«

fapeße gtrrügren, toeif unfere gelber nie eine Aabelle gepabt pätten.

aSäptenb mir fo fpracpen, ßanben bte toinjtg ftei«

nen Amber ber ©cgmeßer perum, P o n t e n j \ t , pietten bte trogigen S n g e l ä f ö p f h e n gang ßifie, unb © а п ф е «

»on tpnen Patte ein afte« B i a t t au« b e r © r u pe in ber h a n b , auf bem B t u m e n ober M ä r e abgebitbet toaren

(46)

bie einp ihre Ur*Ur*®rojjmutter in geheimer SBonne an ba« § e r j gebrüeft hatte, ober auf bem Kerfe pan*

t e n , bie »on © h m e r j e n unb U n t a t e n fangen, über bie bunbert 3a(;re gegangen waren.

S a « Seberbucb lag aufgefhtagen auf bem S t f h e , unb balb ba« ©ine, balb ba« Slnbere »on un« blätterte barinnen, unb fab neugierig n a h · Stbec .Reinem War e« für ben Slugenblief möglich, bie © d ^ i f * 3U «ntjif*

fern, ober bie ©ebanlcn ju reimen, bie einjetn b«ou«=

pelen. ©« müffe be« ©octor« 8eben barin fein, fagte bie Klutter, benn an manchen SIbenben, wo ber Kater barinnen gelefen, inbejj pe mit ben fiinbetn unb ber

•§nu«wirtbfhaft ju tbun gehabt, habe et a b g e r u f e n : w e i h ein ( K a n n ! S i e felber habe ba« K u h nie j u r

•jjanb genommen, Weil Pe b o h jum Sefen nie Seit ge*

habt, unb ihr bie fiinber mehr Slrbeit gegeben hoben, al« pe faum ju »errichten im S t a n b e gewefen fei. 3 h aber bähte m i t : Wenn n u n ba« 8eben be« S o c t o r « barinnen iP, fo muf p h ja jeigeu, ob e« »on jenen

©eipern unb überitbifhen ©ewalten beberrfht war Wie bie S a g e gebt, ober ob e« ber gewöhnliche firanj au« K l u m e n unb ¡Dornen w a r , bie wir greuben unb 8eiben nennen. Kleine ©attin beWunberte bie f h ö n e n mit ber fiunp be« (Rinfel« gemalten 9(nfang3bttd)Pa*

ben unb bie brennenb rotben Sitel, hinter benen aber allemal bie a b f h e u l i h P e ©d;vift. tarn. Klan wollte,

(47)

46

i ß jbilfe ein Wenig »orlefen, altein i ß fonnte es eben fo Wenig, als bie Sintern; weil mir aber bie ¿Mutter erlaubt ßatte, baß i ß bie © o e t o r b ü ß e r beßalte, fo

»erfpraß i ß , baß i ß jeben ©ag barin ßubiren unb bann beS SlbenbS bapon erjäßlen werbe, fo lange i ß n o ß ¿u h ä u f e fei. ¿Man War bamit ¿ufrieben, unb einmal b u r ß alte S a ß e n angeregt, rebete man n o ß

»ieleS in lätigß »ergangenen © e f ß i ß t e n , unb ber

¿Mutter tarnen alle © r i i u m u n g e n bei, w a s Wir in unferer erßen Kinbßeit unb Sugenb getßan unb ge;

f a g t , unb w a s ß ß SMerlWütbigeS ¿ugetragen ßatte, als ße mit bem ©inen ober bem Sintern gefegnet ge;

gangen war.

S e ß t fpät gingen wir in jener M a ß t fßlafen, SeteS feine Kammer f u ß e n b , unb i ß bie fßweren

©ergamentbüßer beS S o c t o r S im Slrrne tragenb.

© e s anbern unb bie folgenben ¿Morgen faß i ß nun m a n ß e S f u n b e in ber braunen S t u b e , unb las unb grübelte in bem alten © u ß e , wie einß ber ©ater.

SBaS i ß ba geiefen ßatte unb ¿ufammenßetlen fonnte, erjäßlte i ß gerne SlbenbS im Kreife unferer Slngeßö;

rigen, unb ße Wunberten ß ß , baß bisßet alles fo ge;

Wößnliß fei, wie in bem anbern geben ber ©fenfßen.

¿Bit Paßten u n s "hinein, fo baß wir f ß o n immer auf ben n ä ß ß e n Slbenb neugierig Waren, was ba Wieber gefßeßen fein Werbe.

(48)

47

Aber wie Alles ini i n e n f ß l i ß c n S a f e i n »ergeht, unb biefeS felber bahinßieht, o h ' " baß Wir eS ahnen, fo »ergingen a u ß atimälig bie Tage, bie u n s in rnei«

ner Heimath gegönnt gemefen waren, unb wie n a ß unb n a ß ber le^te heranrücEte, würben wir aligemoß alle ßillet unb trauriger, © ß o n mehrere Tage »or«

her war baS ©ßretbgeriiße »erpadt unb fortgefenbet wotben; es Waren Rißen unb R a ß e n unferS MegeS

»»tausgegangen, weil u n s bie M u t t e r ©efßenfe unb AuSßeuer gegeben hotte, bie forgfältig »erwahrt Wer«

ben mußten — unb enbliß f ß l u g a u ß bie ©tunbe beS AbfßiebeS: es war baS erße Morgengrauen, weil wir einen Weiten M e g bis jum erßen Waßtlager gu m a ß e n hotten; i ß ßob bie fßlußgenbe © a t t i n in btn M a g e n unb ßieg n a ß , m i ß ä u ß e t l i ß begwingenb, aber im S n n e r n fo bitterliß Weinenb, Wie einß, ba i ß guetß »on ber M u t t e r in bie grembe gemußt.

Siefe ßanb fßmetgenooll, wie bagumal, b a , n u r baß ße iefct ' a u ß »om Alter eingebüßt war — ße rang n a ß ß r i ß l i ß e r g a f f u n g unb geißnete ben ©egen beS heiligen RreugeS auf u n s hinein. ®S war n o ß ein Augenblid — bie ©fetbe gegen an, baS b u t ß fo »iele ffioßen gefehene Antlijs f ß w a n b an bem Magenfenßet entlang, unb wir faljen es n i ß t mehr — oot einer

©ecunbe n o ß ßanb es ba unb in ber Swigfeit wohl werben wir es erß wiebet feßen.

(49)

48

SBir faßen ß u m m in bem SBagen, unb S o l l u m S o l l breßten ß ß bie {Räber in bem morgenfeußten

©taube ber ©trage, ©erge unb h ü g e t legten ß ß n a ß unb n a ß ßinter u n s , unb Wenn wir umblicften, faßen wir n i ß t s ineßr, als ben immer blauern, bäm;

metnberen ¿uuMfßreitenben SSatb, ber fo biete S a g e mit feiner liebtißen g ä r ß u n g auf unfere genßet unb auf u n s felber niebergeblicft ßatte.

D i e ©ottin rebete n i ß t s , i ß aber b a ß t e im h « ' jen: fegt wirb jeber, ber ba f ö m m t , an bem h ä u f e änbetn unb bauen, unb wenn i ß einmal in meinem Silter Wieber fomme, wirb »ielleißt ein neues p r u m fenbes ® i n g ba f e i n ; i ß Werbe a l s ¿¡tternber ©reis bapor ßeßen, unb bie etblöbenben Singen anßrengen, um alles ¿u begreifen.

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© a S § a i b c b o r f .

1. P i t § 0 t S t.

3 m eigentlichen S i n n e be« SBorte« i p e« nicht eine

£aibe, Wohin id) ben lieben Sefer unb Suborer führen Will, fonbern weit » o n unferer Steifet ein traurig lieb«

liebe« gieeiebtn Sanbe«, ba« pe b i e £ a i b e nennen, weil feit umwrbenflicben Seiten n u r furje« @ra« barauf w u h « , bie u n b b a ein S t a m m §aibeföbre, ober bie firüppelbitfe, an beren Kinbe juweiien ein ©cllpöcf*

djen h i n g , » o n ben wenigen Schafen u n b Siegen, bie jettweife t)ier herumgingen, gerner w a r noch in jiern*

Ii h e r SSerbreitung bie Sffiahboibetpaufee b a , im SB ei*

tern aber fein anbrer S h m u e f mehr; m a n müpte n u r bie fernen Kerge biet)« rehnen, bie ein wunberfhöne«

blaue« S k n b u m ba« matifarbige ®elänbe jogen.

SBie e« aber be« Deftern gebt, bap tiefpnnige K i e n f h e n , ober f o l h e , benen bie Statur allerlei Wun*

«»albert ©lifter. 4

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betfipe S i p t u n g u n b feltfame ©efüpfe t'tt ba« §erg gepßangt patte, gerabe folcpe D r t e a u f f u p e n itnb lieb«

gewinnen, Weil ße ba ipren ©räumen u n b innerem Alingffang napgepen fßnnett: fo g e f p a p e« a u p auf btefem haibeßeefe. © i t ben 3iegen u n b © p a f e n näm«

f t p fam a u p fept oft ein fptoargäugiget B u b e »on gepn ober gtoeif S a p r e n , eigentlich u m biefelben gu p ü t e n ; aber Wenn ß p bie ©piere jerßreuten — bie

© p a f e , u m ba« f u r j e »ütgige © r a « gu genießen, bie Stegen pingegen, f ü r bte im © r u n b e fein paffenbe«

g u t t e r ba m a r , mepr ipren B e f t a p h t n g e n ttnb bet reinen Suff übeilaffen, n u r fo gefegenilip ben einen ober anbern toeipen ©proffen pßticfenb — ß n g e r ingtoifpen a n , B e f a n n t f p a f t mit ben aHeelet Sffiefen gu m a p e n , toefpe bte h a t b e pegte, u n b f p f o ß mit tpnen B ü n b n i ß unb g r e u n b f p a f t .

®3 war ba ein etwa« erpabenet (ßunff, an bem ß p ba« graue ©eßeitt, a u p ein © i f b e ß g e t ber haibe, r e i p l t p e t »orfanb, unb ß p gfeipfam e m p o r f p o b , ja fogar am ©tpfel mit einet überpängenben (JJXatte ein D b b a p unb eine ©ebnerbüpne bifbete. SUtp ber SEBap«

poiber brängte ß p bipter an btefem D r t e , ß p breit m a p e n b in »teigtoetgiget Slbßammuttg unb © i p p f p a f t , nebß m a t t p fpönbfttmtger ©ißef. B ä u m e aber waten gerabe ptet tueit u n b breit feine, toeßpafb eben bie

Ábra

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