Medienmitteilung / Sperrfrist: Donnerstag, 18. Februar 2021, Uhr Weinfelden, 18. Februar 2021

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Medienmitteilung / Sperrfrist: Donnerstag, 18. Februar 2021, 10.00 Uhr

Weinfelden, 18. Februar 2021

Swissmechanic Wirtschaftsbarometer Februar 2021: Rückblick – Aktuelle Lage – Ausblick

KMU-MEM brauchen einen langen Atem

Der Swissmechanic Wirtschaftsbarometer vom Februar 2021 zeigt, dass die Situation der KMU in der MEM-Branche nach wie vor schwierig ist. Der Auftragsmangel bleibt mit Abstand die grösste Herausforderung. Die Unternehmen brauchen einen langen Atem und sind weiterhin auf die Un-terstützung von Bund und Kantonen angewiesen.

Die Corona-Rezession hat inzwischen historische Ausmasse angenommen. Das zeigt die im Januar bei rund 300 Swissmechanic Mitgliedsunternehmen durchgeführte Befragung. Zum sechsten Mal in Folge und damit bereits seit 1½ Jahren liegt der quartalsweise erhobene Geschäftsklima-Index für die KMU-MEM im Minus. Auf der Angebotsseite leidet die MEM-Branche in der zweiten Welle stärker unter dem Ausfall von Mitarbeitern (29 Prozent) als in der ersten (25 Prozent der Unternehmen). Dies erstaunt nicht, weil die Fallzahlen jene des Frühjahres 2020 um ein Mehrfaches übersteigen. Die Kapazitätsauslastung bleibt tief, obschon sie seit dem letzten Quartal leicht zugenommen hat.

«Schwierige und harte Entscheidungen»

Rund zwei von drei Betrieben haben Kurzarbeit angemeldet. Die MEM-Unternehmen erwarten, dass die effektive Kurzarbeit im ersten Quartal 2021 auf 26 Prozent steigen wird. 62 Prozent haben einen Einstellungsstopp verhängt. Jedes vierte KMU plant Entlassungen. «Diese Zahlen zeigen, dass unsere Mitgliedsunternehmen schwierige und harte Entscheidungen treffen müssen, um in dieser Krise überleben zu können», sagt Swissmechanic Direktor Jürg Marti. Für eine Entwarnung sei es leider noch zu früh. «Die MEM-Branche ist noch keineswegs über dem Berg, die KMU-MEM müssen durch-halten und brauchen einen langen Atem.»

Hilfsmassnahmen sind weiterhin nötig

Die Nothilfemassnahmen wie etwa die Ausweitung und Vereinfachung der Kurzarbeit, die Überbrü-ckungskredite und die Härtefallregelungen waren sehr wichtig, um den Werkplatz Schweiz in der ers-ten Phase der Krise zu sichern. «Die Situation ist nach wie vor angespannt, weshalb das angespro-chene Hilfspaket nach wie vor zwingend nötig ist, verlängert und differenzierter auf die einzelnen Branchen angewendet werden muss», erläutert Marti. Swissmechanic fordert denn, dass auch Selbstständige und Personen in Arbeitgeberähnlicher Stellung von Kurzarbeitsentschädigung profitie-ren können. Da es sich bei der Kurzarbeitsentschädigung um eine Versicherung handelt, müssen alle Personen, die in diese Versicherung einbezahlen im Krisenfall auch davon profitieren können.

Ausblick

Noch befindet sich die MEM-Branche mitten in der Krise und die Unsicherheit bleibt gross. Der Pan-demieverlauf ist unter anderem aufgrund der Mutationen schwierig zu prognostizieren. BAK Econo-mics geht allerdings davon aus, dass die Schweiz und die wichtigsten Absatzmärkte die Pandemie durch Impfungen im Sommer zunehmend in den Griff bekommen. «Mit der abnehmenden Unsicher-heit und der globalen konjunkturellen Erholung erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte auch wieder spürbare Impulse für die Nachfrage nach Produkten der Schweizer MEM-Industrie», sagt Michael Grass von BAK Economics.

Für weitere Auskünfte:

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SWISSMECHANIC ist der führende Arbeitgeberverband der KMU in der MEM-Branche. Die 1400

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Herausgeber Swissmechanic Felsenstrasse 6 8570 Weinfelden www.swissmechanic.ch Ansprechpartner Dr. Jürg Marti Direktor Swissmechanic T +41 71 626 28 00, j.marti@swissmechanic.ch Redaktionsteam Dr. Jürg Marti, Swissmechanic Thomas Schwager, Swissmechanic Mark Emmenegger, BAK Economics Michael Grass, BAK Economics Martin Peters, BAK Economics Copyright

Alle Inhalte dieser Studie, insbesondere Texte und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Das Urheberrecht liegt bei BAK Basel Economics AG, Güterstrasse 82, 4053 Basel. Die Studie darf mit Quellenangabe zitiert werden („Quelle: BAK Economics“).

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Wirtschaftsbarometer 2021/Februar

Editorial

Die Krise aus- und durchhalten!

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Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Swissmechanic Mitgliedsunternehmen

Zum sechsten Mal in Folge und damit bereits seit 1½ Jahren liegt der quartalsweise erhobene Swissmechanic Geschäftsklima-Index für die KMU-MEM im Minus. Nach wie vor kämpfen die Unternehmen an verschiedenen Fronten: Die Auftragslage ist schlecht, die EBIT-Marge steht massiv unter Druck, die Kosten müssen noch einmal gesenkt werden. Rund ein Viertel der Unternehmen bleibt auch von schwierigen und harten Entscheidungen wie dem Abbau von Personal nicht verschont.

Der neue Swissmechanic Wirtschaftsbarometer zeigt also insgesamt ein wenig erfreuliches Bild. Das erstaunt nicht weiter, denn die Corona-Rezession hat für die MEM-Branche inzwischen historische Ausmasse angenommen. Unsere KMU brauchen einen langen Atem, sie müssen die Krise aus- und durchhalten. Die Unsicherheit bleibt gross.

Immerhin wird die Schweizer Wirtschaft in dieser schwierigen Situation nicht allein gelassen. Mit verlängerter und vereinfachter Kurzarbeit, mit Überbrück-ungskrediten und mit Härtefallhilfen haben der Bund und die Kantone den Werkplatz Schweiz unterstützt. Die besondere Situation der kapitalintensiven MEM-Branche muss bei der Ausgestaltung der Härtefallregelung allerdings besser berücksichtigt werden. Härtefallhilfen dürfen nicht pauschal an eine Umsatzreduktion von mindestens 40% geknüpft werden, sondern sind in Abhängigkeit der Kapitalintensität des Unternehmens zu staffeln. Für einen kapitalintensiven Betrieb mit hohem Maschinen-/Automatisierungsanteil können schon 20% Umsatzrückgang tödlich sein, weil für Leasingkosten keine Kurzarbeitsentschädigung bezahlt wird. Wenn diese Firmen Konkurs gehen, geht wichtiges Know-how verloren und der Werkplatz Schweiz wird nachhaltig geschwächt.

Vielleicht werden wir später einmal sagen, dass Corona in vielen Bereichen zu einem Umdenken geführt und die Digitalisierung mit Siebenmeilenstiefeln vorwärtsgebracht hat. Ein Beispiel dafür ist die INNOTEQ.DIGITAL. Sie bietet unserer Branche vom 19. bis 20. Mai eine willkommene Plattform, um sich im Spannungsfeld von Menschen, Marken und Märkten zu präsentieren und neue Kontakte zu knüpfen.

Ein grosses Dankeschön geht wie immer an alle Swissmechanic

Mitgliedsunternehmen, die an der Quartalsbefragung teilgenommen haben und damit einen wichtigen Beitrag leisten, dass wir faktenbasiert unsere Forderungen in Bundesbern einbringen können. Ich wünsche Ihnen, liebe Swissmechanic Mitglieder, alles Gute und die nötige Portion Durchhaltewillen. Herzlich

Dr. Jürg Marti

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150 160 170 180 190 200 210 19Q1 19Q2 19Q3 19Q4 20Q1 20Q2 20Q3 20Q4 21Q1 21Q2 21Q3 21Q4 22Q1 22Q2 22Q3 22Q4 Erwartetes BIP ohne Corona-Krise Basisszenario Negatives Szenario: Mutiertes Virus macht Anpassung der Impfungen

und länger andauernde Restriktionen erforderlich

Positives Szenario: Die Massnahmen können unerwartet schnell gelockert werden und die Erfolgsmeldungen lösen eine

Konsumeuphorie aus

Wirtschaftsbarometer 2021/Februar

Makroökonomisches Umfeld

Trotz rezessivem Jahresstart naht der Anfang vom Ende der Rezession.

Die Aufholjagd der Schweizer Wirtschaft im dritten Quartal 2020 ist durch die zweite Covid19-Welle vorerst zum Erliegen gekommen: Gemäss den Schätzungen von BAK schwächte sich die BIP Verlaufsrate bereits im Schlussquartal 2020 deutlich ab. Für das erste Quartal 2021 ist im Vorquartalsvergleich mit einem BIP-Rückgang um 1.3 Prozent zu rechnen. Eine Wiederaufnahme der Schweizer Wirtschaftserholung ist erst im Verlauf des zweiten Jahresviertels zu erwarten.

Den eigentlichen konjunkturellen Durchbruch erwartet BAK Economics für den Sommer 2021. Dahinter steht die Annahme, dass bis zu diesem Zeitpunkt der Grossteil der Schweizer Bevölkerung geimpft sein wird und die letzten verbleibenden Restriktionen im Herbst 2021 dauerhaft aufgeho-ben werden können. Für die wichtigsten internatio-nalen Märkte wird von einer ähnlichen Entwicklung ausgegangen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass der Pandemieverlauf – u.a. aufgrund von Mutationen – schwer prognostizierbar ist. Neben dem Basisszenario – das erwartete Szenario mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit - sind deshalb auch andere Entwicklungspfade nicht auszuschliessen (vgl. Abb. oben).

Trotz des rezessiven Jahresauftakts prognostiziert BAK im Basisszenario für das Gesamtjahr 2021 eine deutliche Erholung des realen BIPs um 3.2 Prozent (2020: -2.9%). Das dynamische BIP-Wachstum dürfte auch 2022 anhalten (3.8%) Für den Arbeitsmarkt 2021 sind die Aussichten eingetrübter. Die neuen Schutzmassnahmen betreffen vor allem personalintensive Dienstleister wie das Gastgewerbe. Zudem werden viele

Unternehmen auf Corona-Verluste erst

nachgelagert mit Entlassungen reagieren. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass die Beschäftigung nach der Stagnation 2020 (0.0%) in diesem Jahr sinken wird (-0.4%), bevor es 2022 wieder aufwärts geht (1.4%). Die Arbeitslosenquote dürfte

entsprechend 2021 ihren Peak erreichen (3.8%). 4

Szenarien zur Entwicklung des Schweizer BIPs

Quelle: BAK Economics, BFS, SNB

Konjunkturkennzahlen im Überblick (Basisszenario) Niveau des BIPs im

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Die reale Bruttowertschöpfung der MEM-Branche brach 2020 um schätzungsweise -10 Prozent ein. Berücksichtigt man zusätzlich die Delle, welche geopolitische Unsicherheiten der Branche 2019 zufügten, liegt man Ende 2020 um mehr als -11 Prozent unter dem Niveau 2018.

Damit gehört die Corona-Rezession zweifelsohne zu den historischen: Der «typische» Wertschöpfungs-einbruch (Median) der 7 MEM-Rezessionen in den letzten 40 Jahren lag bei -5 Prozent. Zweistellige Einbrüche wie in der Corona-Krise mussten nur in der Ölkrise 1981-1983 (-12%) sowie der Finanz-und Wirtschaftskrise 2009 (-15%) verzeichnet werden.

Wie schon zuvor, wird die krisenerprobte MEM-Branche auch diese Rezession bewältigen. Die Frage ist wann. Trotz der zweiten Welle ist BAK zuversichtlich, dass bereits 2021 signifikante Aufholeffekte möglich sind. Zuversichtlich stimmt auf der Angebotsseite, dass in der zweiten Welle Unterbrüche in den Lieferketten seltener sind als im Frühjahr 2020; und auf der Nachfrageseite, dass im letzten Jahresviertel 2020 die Abwärtsdynamik in der Export- und Preisentwicklung (gemessen ggü. den Vorjahresquartalen) weiter abgenommen hat. Positive Signale gehen auch vom PMI aus.

Gelingt im Sommer der epidemiologische und konjunkturelle Durchbruch (vgl. S. 4), wird nicht nur die Unsicherheit sinken, sondern auch die

Kapazitätsauslastung der MEM-Kunden rasch ansteigen. Zusammen mit dem schwächeren Franken werden davon positive Impulse auf die Nachfrage nach Schweizer MEM-Gütern ausgehen. Weniger erfreulich dürfte sich die Lage 2021 jedoch auf dem MEM-Arbeitsmarkt entwickeln. Nach dem Beschäftigungsabbau im letzten Jahr ist in der Branche 2021 mit einer weiteren Reduktion zu rechnen, bevor die Erholung sich 2022 auch hier bemerkbar machen wird.

Wirtschaftsbarometer 2021/Februar

Marktentwicklung MEM-Branche

Corona-Rezession hat historische Ausmasse. Mit positiven Impulsen für die

MEM-Industrie ist ab der zweiten Jahreshälfte 2021 wieder zu rechnen.

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Entwicklung der nominalen Exporte der MEM-Branche

Quelle: BAK Economics, EZV, procure.ch

Stimmung der Schweizer Einkaufsmanager (PMI) Entwicklung der Produzentenpreise der MEM-Branche

35 40 45 50 55 60 65 Ja n 1 7 Ju l 17 Ja n 1 8 Ju l 18 Ja n 1 9 Ju l 19 Ja n 2 0 Ju l 20 Ja n 2 1 Stimmung neutral negativ positiv MEM-Subbranchen * Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Metallerzeugung -6% -6% -7% -8% -4% -2% Metallerzeugnisse 0% -1% -1% -1% -1% 0%

Elektronik und Optik 0% 0% 0% -1% 0% 0%

Elektr. Medtech -1% -1% 0% -1% -1% 0%

Elektr. Ausrüstungen 0% 0% -1% -1% 0% 1%

Maschinenbau 1% 0% 0% 0% 0% 0%

Automobile & Komp. -2% -2% -3% -5% -3% -2%

Medizinaltechnik -2% -2% -2% -3% -2% -2%

Total MEM-Branche * 0% -1% -1% -1% -1% 0% * Ohne Sonstiger Fahzeugbau (keine BFS Preisdaten verfügbar)

2019 2020

MEM-Subbranchen Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4

Metallerzeugung -14% -15% -17% -37% -16% 1%

Metallerzeugnisse 3% 1% 4% -19% -6% -5%

Elektronik und Optik 1% -2% -1% -15% -7% 3%

Elektr. Medtech 0% -2% -4% -29% -3% -9%

Elektr. Ausrüstungen -4% 0% -6% -18% -6% -5%

Maschinenbau -7% -11% -17% -22% -13% -5%

Automobile & Komp. 2% 0% -7% -34% -8% 3% Sonstiger Fahrzeugbau 18% 14% -21% -52% -25% 4%

Medizinaltechnik 0% -2% -4% -29% -3% -9%

Total MEM-Branche -2% -4% -8% -24% -9% -3%

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48% 44% 24% 26% 20 Q2 20 Q3 20 Q4 21 Q1 (erwartet)

Wirtschaftsbarometer 2021/Februar

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Auswirkungen der Corona-Krise

Quartalsbefragung – Corona-Spezial

Die zweite Welle hat auch die MEM-Branche erfasst, doch im Unterschied zum

Frühjahr 2020 treten Lieferunterbrüche deutlich weniger häufig auf. Im

Mittel-punkt der unternehmerischen Massnahmen stehen weiterhin Kostensenkungen.

Massnahmen aufgrund der Corona-Krise

Für wie viele Monate rechnen Sie noch mit Auftragsmangel? Finanzielle Lage und Produktion

Personal und Betrieb

Effektive Kurzarbeit in Prozent der Gesamtarbeitszeit (Ø aller MEM-Unternehmen)

Ausgaben 2020 Q2 - Q4 im Vergleich zur ursprünglichen Planung

Quelle: BAK Economics, Quartalsbefragung Swissmechanic

53% 26% 28% 40% 70% 62% 8% 4% 10% Investitionen Weiterbildungsausgaben FuE-Ausgaben erhöht aufrechterhalten gesenkt 21 % 40 % 31 % 9% 23 % 32 % 31 % 14 % 18 % 28 % 36 % 17 % 25 % 28% 35 % 12 %

1-3 Monate 4-6 Monate 7-12 Monate > 1 Jahr

Ant ei l der U nt er nehm en

Apr 20 Jul 20 Okt 20 Jan 20

Apr 20 Jul 20 Okt 20 Jan 21 Liquiditäts-probleme 35% 24% 24% 25% Ernsthaftes Konkursrisiko 6% 5% 4% 5% Unterbrüche Lieferkette 42% 19% 17% 23% Ausfall Arbeitskräfte 25% 12% 15% 29% Anteil der Unternehmen

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Wirtschaftsbarometer 2021/Februar

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Auftragseingang

Veränderung ggü. Vorjahresquartal

Quartalsbefragung – Rückblick

Im vierten Quartal 2020 zeigen sämtliche Indikatoren einen Einbruch

gegenüber dem Vorjahresquartal auf. Allerdings hat die Abwärtsdynamik bei

den Aufträgen, Umsätzen und Margen abgenommen. In Bezug auf die

Personalentwicklung hat sich die Lage hingegen nochmals verschärft.

Quelle: BAK Economics, Quartalsbefragung Swissmechanic

Umsatz Veränderung ggü. Vorjahresquartal Personalentwicklung Veränderung ggü. Vorjahresquartal EBIT-Marge Veränderung ggü. Vorjahresquartal 26% 42% 60% 60% 62% 75% 79% 70% 41% 34% 24% 25% 26% 21% 15% 19% 33% 24% 15% 15% 12% 4% 6% 11% 19 Q 1 19 Q 2 19 Q 3 19 Q 4 20 Q 1 20 Q 2 20 Q 3 20 Q 4

sinkend unverändert steigend 33% 51% 68% 62% 67% 83% 76% 66% 41% 33% 21% 23% 22% 12% 16% 20% 26% 16% 11% 15% 10% 5% 8% 14% 19 Q 1 19 Q 2 19 Q 3 19 Q 4 20 Q 1 20 Q 2 20 Q 3 20 Q 4

sinkend unverändert steigend

23% 41% 48% 53% 60% 69% 73% 70% 58% 42% 41% 36% 33% 25% 20% 20% 19% 16% 10% 11% 6% 6% 7% 10% 19 Q 1 19 Q 2 19 Q 3 19 Q 4 20 Q 1 20 Q 2 20 Q 3 20 Q 4

verschlechtert unverändert verbessert

15% 11% 22% 20% 29% 34% 36% 39% 54% 65% 62% 63% 62% 61% 57% 54% 31% 23% 17% 17% 9% 5% 7% 7% 19 Q 1 19 Q 2 19 Q 3 19 Q 4 20 Q 1 20 Q 2 20 Q 3 20 Q 4

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Wirtschaftsbarometer 2021/Februar

Quartalsbefragung – Aktuelle Lage

Das Geschäftsklima ist zu Beginn des Jahres 2021 nach wie vor kühl, hat sich

gemäss den befragten MEM-KMU im Januar jedoch zum zweiten Mal in Folge

leicht verbessert. Der Auftragsmangel bleibt die grösste Herausforderung, auch

wenn sich der Auftragsbestand gegenüber Oktober etwas verbessert hat und die

Kapazitätsauslastung leicht angestiegen ist.

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Aktuelles Geschäftsklima

Quelle: BAK Economics, Quartalsbefragung Swissmechanic Auslastung der Produktionskapazitäten

(Ø aller Unternehmen der MEM-Branche)

2% 1% 10% 8% 32% 31% 27% 22% 34% 46% 62% 58% 57% 57% 54% 57% 54% 49% 24% 33% 8% 11% 17% 20% 10% 3% 3% 1% 3% 1% 2% 2% Apr

19 Jul19 Okt19 Jan20 Apr20 20Jul Okt20 Jan21 sehr ungünstig eher ungünstig

eher günstig sehr günstig

93% 91% 87% 85% 74% 70% 72% 77% 60% 70% 80% 90% 100% Apr

19 Jul19 Okt19 Jan20 Apr20 20Jul Okt20 Jan21

Durch Auftragsbestand gesicherte Produktion in Wochen

Herausforderungen

Wo den Unternehmen mit Produktionsbehinderungen der Schuh drückt 61% 34% 18% 10% 7% 4% 72% 39% 22% 11% 7% 4%

min 4 min 8 min 12 min 16 min 20 min 24

Okt 20 Jan 21 Bei 72% der Unternehmen ist die Produktion

durch den aktuellen Auftragsbestand für mindestens vier Wochen gesichert (vor drei

Monaten: bei 61% der Unternehmen) Bei 39% der Unternehmen für mindestens acht Wochen (vor drei Monaten: bei 34% der

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Wirtschaftsbarometer 2021/Februar

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Erwarteter Auftragseingang 2021 Q1 Veränderung ggü. Vorjahresquartal

Quartalsbefragung – Ausblick

Für das erste Jahresviertel 2021 wird bei den Aufträgen und Umsätzen

mehr-heitlich mit einer Abnahme gegenüber dem Vorjahresquartal gerechnet. Rund

die Hälfte der Unternehmen rechnet zudem damit, dass die EBIT-Marge unter

dem Vorjahreswert liegen wird. Etwa jedes vierte KMU plant Entlassungen.

Erwarteter Umsatz 2021 Q1 Veränderung ggü. Vorjahresquartal sinkend

60%

unverändert

27%

steigend

13%

sinkend

67%

unverändert

26%

steigend

7%

Quelle: BAK Economics, Quartalsbefragung Swissmechanic Personalentwicklung 2021 Q1

Veränderung ggü. Vorjahresquartal EBIT-Marge 2021 Q1

Veränderung ggü. Vorjahresquartal

Quartalsbefragung

Die Quartalsbefragung der Swissmechanic Mitgliedsunternehmen wurde zwischen dem 7. und 25. Jan. 2021 durch BAK Economics durchgeführt. Insgesamt haben 292 Unternehmen teilgenommen. Der KMU-Anteil beträgt 98 Prozent; der Anteil der Unternehmen, deren

hauptsächliches Geschäftsfeld (>50% des Umsatzes) die Lohnfertigung ist, 61 Prozent. In den Charts zur Befragung wird – sofern nicht anderweitig deutlich gemacht – angegeben, wieviel Prozent der Unternehmen, welche die jeweilige Frage beantwortet haben, die entsprechenden Antworten gegeben haben.

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Wirtschaftsbarometer 2021/Februar

Synthese

Zu Beginn des Jahres 2021 ist die Situation der KMU in der MEM-Branche

nach wie vor schwierig. Der Auftragsmangel bleibt gemäss den befragten

KMU mit Abstand die grösste Herausforderung. Zwar kommt die MEM-Branche

besser durch die zweite Welle als durch die erste, doch die KMU brauchen

in der Corona-Krise weiterhin einen langen Atem. Davon zeugt auch der

quartalsweise erhobene Swissmechanic Geschäftsklima-Index für die

KMU-MEM, der im Januar 2021 zum sechsten Mal in Folge im Minus liegt.

10 Die bei rund 300 Swissmechanic Mitgliedsunternehmen im Januar 2021 durchgeführte Befragung zeigt, dass die Lage für die KMU der MEM-Branche weiterhin sehr herausfordernd ist. Die konjunktu-relle Durststrecke der MEM-KMU hält nun bereits seit Oktober 2019 an, und der quartalsweise erhobene Geschäftsklima-Index liegt bereits zum sechsten Mal in Folge im Minus.

Auf der Angebotsseite leidet die MEM-Branche in der zweiten Welle stärker unter dem Ausfall von Mitarbeitern (29%) als in der ersten (25% der Unternehmen). Dies erstaunt nicht, weil die Fallzahlen jene des Frühjahres 2020 um ein Mehrfaches übersteigen. Gleichzeitig berichten aber deutlich weniger Unternehmen (23%) von Unterbrüchen in den Lieferketten als im Frühjahr 2020 (42%). Offenbar haben die KMU der MEM-Branche die richtigen Lehren aus der ersten Welle gezogen. Im Zentrum der Massnahmen stehen bei den KMU weiterhin Kostensenkungen. Rund zwei von drei Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet und 62 Prozent einen Einstellungsstopp verhängt. Jedes vierte KMU plant Entlassungen.

Der Auftragsmangel bleibt gemäss den befragten KMU mit Abstand die grösste Herausforderung. Verglichen mit dem Vorjahr gehen immer noch deutlich weniger Aufträge ein. Die Kapazitäts-auslastung ist nach wie vor tief, hat aber seit dem vierten Quartal 2020 wieder leicht zugenommen.

Swissmechanic Geschäftsklima-Index für KMU-MEM 17 3 -26 -20 -54 -53 -43 -39 -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 Apr

19 19Jul Okt19 Jan20 Apr20 Jul20 Okt20 Jan21

Geschäftsklima neutral negativ positiv

Der Pandemieverlauf ist unter anderem aufgrund der Mutationen schwierig zu prognostizieren. BAK Economics geht im Basisszenario davon aus, dass die Schweiz und die wichtigsten Absatzmärkte die Pandemie durch Impfungen im Sommer zunehmend in den Griff bekommen. In diesem Fall wird ab Mitte des Jahres die wirtschaftliche Unsicherheit abnehmen und die Kapazitätsauslastung bei den MEM-Kunden ansteigen. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte ist dann mit spürbaren positiven Impulsen für die Nachfrage nach Investitionsgütern zu rechnen.

Auslastung der Produktionskapazitäten (Ø aller Unternehmen der MEM-Branche)

93% 91% 87% 85% 74% 70% 72% 77% 60% 70% 80% 90% 100% Apr

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Wirtschaftsbarometer 2021/Februar

11 Methodik des Swissmechanic Geschäftsklima-Index für KMU-MEM

An der Quartalsbefragung von Swissmechanic werden die Unternehmen nach dem aktuellen Geschäftsklima gefragt. Der Geschäftsklima-Index ist der Saldo der gewichteten positiven und negativen Antworten. Konkret wird der Indexwert so berechnet: Anteil Unternehmen mit Antwort „sehr günstig“ * 100 + Anteil Unternehmen mit Antwort „eher günstig“ * 50 – Anteil Unternehmen mit Antwort „eher ungünstig“ * 50 – Anteil Unternehmen mit Antwort „sehr ungünstig“ * 100. Ein Indexwert 0 bedeutet, dass das Geschäftsklima im Durchschnitt neutral beurteilt wird – Pessimisten und Optimisten halten sich die Waage. Indexwerte kleiner 0 deuten auf ein

pessimistisches, Indexwerte grösser 0 auf ein optimistisches Geschäftsklima. Der Maximalwert des Index beträgt 100 (das Geschäftsklima ist gemäss allen Umfrageteilnehmern "sehr günstig"), der Minimalwert -100 (das Geschäftsklima ist gemäss allen "sehr ungünstig").

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Informationen

Swissmechanic ist der führende Arbeitgeberverband der KMU in der MEM-Branche (Maschinen, Elektro und Metall). Angeschlossen sind die mechanisch-technischen und elektrotechnisch-elektronischen Berufsgruppen sowie Branchen- und Fachorganisationen der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein. Der Verband wurde 1939 in Zürich gegründet.

Schwerpunktmässig richtet sich die Swissmechanic Verbandspolitik nach den Bedürfnissen der Klein- und Mittelbetriebe (KMU), seien dies Zulieferer, Hersteller eigener Produkte oder Dienstleister.

Swissmechanic umfasst 15 selbständige Sektionen, eine nationale Organisation (Swissmechanic Schweiz in Weinfelden, TG) und zusätzlich assoziierte Organisationen. Insgesamt vertritt Swissmechanic rund 1'400 Mitgliedsunternehmen mit rund 70'000 Mitarbeitenden, davon etwa 6’000 Auszubildende.

Swissmechanic wird seit Oktober 2014 vom Glarner Unternehmer und FDP-Politiker Roland Goethe

präsidiert. Die operative Führung der nationalen Organisation Swissmechanic Schweiz obliegt Dr. Jürg Marti. Weitere Informationen unter www.swissmechanic.ch

BAK Economics AG (BAK) ist das unabhängige Schweizer Institut für Wirtschaftsforschung und

ökonomische Beratung. Gegründet in Basel unterhält BAK seit 2017 einen Standort in Zürich und ist seit 2019 zudem mit einem Standort in Lugano vertreten.

BAK steht seit 1980 für die Kombination von wissenschaftlich fundierter empirischer Analyse und deren

praxisnaher Umsetzung. Neben der klassischen Wirtschaftsforschung bietet BAK auch verschiedene ökonomische Beratungsdienstleistungen für Unternehmen an.

Kenntnis und Verständnis der Konsequenzen von globalen konjunkturellen Entwicklungen, politischen

Entscheidungen am heimatlichen Produktionsstandort oder grossen Trends für die Produktions- und Absatzmärkte sind von hoher strategischer Bedeutung für Unternehmen.

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