Wahrnehmung von Geschlechtsunterschieden / eingereicht von Bernadette Riener

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Volltext

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Wahrnehmung von

Geschlechtsunterschieden

Diplomarbeit

zur Erlangung des akademischen Grades

Magistra der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Eingereicht von Bernadette Riener Angefertigt am

Institut für Pädagogik und Psychologie Abteilung für Wirtschaftspsychologie Beurteiler a.Univ.-Prof. Dr. Eduard Brandstätter März 2018

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EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

Ich erkläre an Eides statt, dass ich die vorliegende Diplomarbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe verfasst, andere als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht benutzt bzw. die wörtlich oder sinngemäß entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht habe.

Die vorliegende Diplomarbeit ist mit dem elektronisch übermittelten Textdokument identisch. Linz, im März 2018

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GENDERSPEZIFISCHE SCHREIBWEISE

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit wurde auf eine gendergerechte Unterscheidung verzichtet. Alle angeführten Personenbezeichnungen sind als

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DANKSAGUNG

An dieser Stelle möchte ich mich bei Herrn a.Univ.-Prof. Dr. Eduard Brandstätter für die Betreuung meiner Diplomarbeit bedanken. Er gab mir damit die Möglichkeit, ein für mich sehr interessantes Thema zu bearbeiten. Durch sein regelmäßiges Feedback hat er mich motiviert und mit seinem umfangreichen Fachwissen unterstützt.

Mein besonderer Dank gilt meinen Eltern, Christa und Johannes Riener, die immer an mich geglaubt haben und mir als Vorbilder gezeigt haben, dass alle Aufgaben meisterbar sind. Danke für eure Unterstützung meiner bisherigen Wege. Meinen Geschwistern Silvia und Lukas, danke ich für ihre herzlichen Ablenkungen.

Liebe Christa und Herbert Sengstbratl! Danke für die wundervolle Zeit, die ich neben meinem Studium bei euch verbringen durfte. Während der Zeit bei euch habe ich fantastische Menschen kennengelernt, von denen ich keinen missen möchte. Die Zeit bei euch hat mich immer geerdet und mir neuen Antrieb für mein Studium gegeben.

Herzlich möchte ich mich natürlich auch bei meinen Freunden Eva, Barbara und Melanie bedanken. Ich möchte mich bei euch für die Unterstützung bei der Datenerhebung und den konstruktiven und aufmunternden Gesprächen bedanken. Außerdem möchte ich mich bei Christiane herzlich bedanken, welche sich die Zeit genommen hat, mich beim Korrekturlesen meiner Arbeit zu unterstützen.

Schließlich auch noch ein großes Dankeschön an alle meine Freunde und Studienkollegen, die mir während meiner Studienzeit und in der Diplomarbeitsphase eine wichtige Stütze darstellten. Herzlichen Dank!

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KURZFASSUNG

Die vorliegende Arbeit basiert auf dem Titel „Wahrnehmung von Geschlechtsunterschieden“ und verfolgt drei Zielsetzungen welche durch drei zusammenhängende Studien umgesetzt wurden. In Studie 1 (Ziel 1) vergleiche ich verschiedene wissenschaftliche Definitionen der Begriffe „Stereotyp“ und „Vorurteil“ um die Definitionen der Begriffe zu klären. In Studie 2 (Ziel 2) wird das Alltagsverständnis des Begriffs „Vorurteil“ geklärt. Die Studie 3 (Ziel 3) misst anhand von Schätzurteilen der Befragten die Wahrnehmung von Geschlechtsunterschieden. Studie 1 wurde durch eine qualitative Datenanalyse der Begriffsdefinitionen umgesetzt. Die wissenschaftlichen Definitionen der Begriffe „Stereotyp“ und „Vorurteil“ werden anhand von Kategorien auf ihre inhaltliche Konsistenz analysiert. Die Studien 2 und 3 wurden durch eine Online-Befragung realisiert. Befragt wurde mittels einer ad-hoc Stichprobe, wovon 145 Befragungen verwendet werden konnten. Der Fragebogen wurde über soziale Netzwerke online und privat geteilt. Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 7. bis zum 25. August 2017. Die Studie 2 wurde umgesetzt indem die Antworten der Befragten zu den

geschlossenen Fragen zur Vorurteilsdefinition mittels Polaritätsprofil dargestellt und durch eine qualitative Inhaltsanalyse basierend auf den Antworten der Befragten zu den offenen Fragen ergänzt wurde.

Die Studie 3 erhebt anhand von 18 Schätzfragen zu Geschlechtsunterschieden die erste abhängige Variable, die Genauigkeit der Wahrnehmung der Befragten. Diese wurde mithilfe der Abweichung zwischen den subjektiven Schätzurteilen der Befragten und dem objektiven Referenzpunkt des Cohen´s d Wertes berechnet. Zur Interpretation wurde der Cohen´s d Wert in die Größe „Common Language Effect Size” (CLES) übersetzt. Die zweite abhängige

Variable ist das Geschlechtsstereotypendenken, welche ausdrückt ob die subjektiven Schätzurteile entsprechend oder entgegen den Geschlechtsstereotypen gerichtet sind. Die dritte abhängige Variable, das Maß der Geschlechtsdiskriminierung, misst ob die Befragten positiv über Frauen und negativ über Männer bzw. umgekehrt denken. Die unabhängigen

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Assoziation“ in Vorurteilsdefinitionen gemessen. Den Begriff „Stereotyp“ konnte in 54 % der Definitionen die Komponente „Kategorisierung“ nachgewiesen werden.

Ein negatives Alltagsverständnis des Begriffs Vorurteil (Studie 2) konnte bestätigt werden. Die Vorurteilsakzeptanz der Befragten ist negativ, 74,1 % der Befragten sehen es als falsch an „Vorurteile“ zu hegen und inakzeptabel offen „Vorurteile“ zu zeigen. Die Analyse der Antworten der Befragten zu den offenen Fragen zeigt, dass 20,5 % der Befragten „Vorurteile“ negativ assoziieren, in durchschnittlich 5,5 % der Antworten wurde berücksichtigt das „Vorurteile“ über positive Aspekte verfügen.

Es konnte nicht bestätigt werden, dass Befragte mit einem negativen Image von Vorurteilen eine niedrigere Genauigkeit der Wahrnehmung aufweisen als jene mit einem positiven Image (Studie 3). Befragte mit einem Bildungsabschluss ab Maturaniveau zeigen aufgrund einer höheren Genauigkeit der Wahrnehmungen vorurteilsfreiere Schätzungen im Vergleich zu jenen mit einer Ausbildung unter dem Maturaniveau. Je intoleranter die Selbstbeschreibung der Persönlichkeit ist, desto höher ist der Vorurteilsakzeptanzwert welcher aussagt, dass die Befragten „Vorurteile“ als richtig und legitim auffassen. Die Studie 3 zeigt den befragten Frauen einen Zusammenhang zum Stereotypendenken auf und eine Diskriminierung der eigenen Geschlechtsstereotype, mit welcher ein positives urteilen von „Stereotypen“ gegenüber Männern einhergeht. Die Ergebnisse des Geschlechtsdiskriminierungsmaßes verdeutlichen, dass sich die Befragten nach einem negativen Frauenstereotyp und einem positiven Männerstereotyp beurteilen.

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INHALTSVERZEICHNIS

KURZFASSUNG ... v ABBILDUNGSVERZEICHNIS ... ix TABELLENVERZEICHNIS... x ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ... xi EINLEITUNG ... 1

1. Studie 1: Wissenschaftliches Verständnis der Begriffe „Stereotyp“ und „Vorurteil“ ... 3

Der Begriff „Stereotyp“ ... 3

Auseinandersetzung: Begriffsdefinitionen „Stereotyp“ ... 7

Methode ... 9

Analysekomponenten „Stereotyp“ ... 9

Beurteilerreliabilität ...11

Ergebnisse der wissenschaftlichen Analyse des Begriffs „Stereotyp“ ...14

Der Begriff „Vorurteil“ ...15

Auseinandersetzung Begriffsdefinitionen „Vorurteil“ ...20

Methode ...22

Analysekomponenten „Vorurteil“ ...22

Beurteilerreliabilität ...24

Ergebnisse der wissenschaftlichen Analyse des Begriffs „Vorurteil“ ...26

2. Studie 2: Alltagsverständnis des Begriffs „Vorurteil“ ...27

Hypothese I ...27

Methode ...28

geschlossene Vorurteilsdefinition ...28

offene Vorurteilsdefinition ...28

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Vorstellung der Hypothesen ...40 Methode ...42 Unabhängige Variablen ...42 Abhängige Variablen ...43 Stichprobe ...55 Altersverteilung ...55 Geschlecht ...56

Image von Vorurteilen ...56

Vorurteilsakzeptanz ...58

Persönlichkeitstoleranz ...58

Bildungsniveau ...58

Geschlechtsstereotypendenken ...59

Maß der Geschlechtsdiskriminierung ...59

Ergebnisse der Hypothesen ...60

Hypothese II ...60

Hypothese III ...62

Hypothese IV ...67

Hypothese V und Hypothese VI ...69

4. Ergebnisse und Diskussion ...74

5. Literaturverzeichnis ...78

6. Anhang ...85

Fragebogen ...85

Interpretation Effektstärken ...97

Pretest Denken in Geschlechtsstereotypen ...98

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ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1.: Polaritätsprofil Definition „Vorurteil“: geschlossene Fragen... 33

Abbildung 2.: Ausschnitt Maß der Geschlechtsdiskriminierung ... 52

Abbildung 3.: Maß der Geschlechtsdiskriminierung ... 54

Abbildung 4.: Altersverteilung in der Stichprobe ... 55

Abbildung 5.: Polaritätsprofil Image von „Vorurteilen" ... 57

Abbildung 6.: Stichprobe: Höchster Schulabschluss ... 58

Abbildung 7.: Hypothese III: Standardisiertes Residuum – Lineare Regression zu Bildung und Genauigkeit der Wahrnehmung ... 64

Abbildung 8.: Pretest Denken in Geschlechtsstereotypen ... 98

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TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Definitionen Begriff „Stereotyp“ ... 5

Tabelle 2: Beurteilerrealiabilität Begriff „Stereotyp" ... 13

Tabelle 3: Definition Begriff „Vorurteil“ ... 17

Tabelle 4: Beurteilerrealiabilität Begriff „Vorurteil“ ... 25

Tabelle 5: Hypothese I: offene Vorurteilsdefinition ... 34

Tabelle 6: Korrelation der Variablen ... 37

Tabelle 7: Ausschnitt Effect size Interpretation (vgl. Coe, 2002, S. 4) ... 45

Tabelle 8: Cohen´s d und CLES Werte je Schätzurteilsthema ... 46

Tabelle 9: Stichprobe: Geschlecht ... 56

Tabelle 10: Hypothese II: einseitige Korrelation ... 61

Tabelle 11: Hypothese III: Korrelation Bildungsniveau und Genauigkeit der Wahrnehmung .. 63

Tabelle 12: Hypothese III: Koeffizienten ... 66

Tabelle 13: Hypothese III: Modellzusammenfassung ... 66

Tabelle 14: Hypothese IV: Korrelation ... 68

Tabelle 15: Hypothese V: Korrelation ... 69

Tabelle 16: Hypothese VI: Korrelation ... 69

Tabelle 17: Hypothese V: Gruppenstatistiken ... 72

Tabelle 18: Hypothese VI: Gruppenstatistiken ... 72

Tabelle 19: Hypothese V: Test bei unabhängigen Stichproben ... 73

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ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

B1 Beurteiler 1 B2 Beurteiler 2 N Stichprobe od. oder S. Seite Sig. Signifikanz vgl. vergleiche(n Sie) zit. zitiert % Prozent & und

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EINLEITUNG

„For the most part we do not first see, and then define, we define first and then see. In the great blooming, buzzing confusion of the outer world we pick out what our culture has already defined for us by culture” (Lippmann,1998/1922, S. 81).

Im Allgemeinen werden „Vorurteile“ als negative Haltung gegenüber Personen, Gruppen, Sachverhalten und Dingen verstanden. Möglich sind auch positive „Vorurteile“ wie beispielsweise den Österreichern ein geselliger Charakter zugeschrieben wird. Positive „Vorurteile“ zeigen sich in positiver Diskriminierung durch Bevorzugung aufgrund spezifischer Zuschreibungen durch eine Gruppenmitgliedschaft. Die Dominanz der Beschäftigung mit „Vorurteilen“ als negative Haltung gegenüber Personen, Gruppen, Sachverhalten oder Dingen ist aus sozialwissenschaftlicher Sicht begründbar, da die individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen negativer „Vorurteile“ schwerer wiegen als jene der positiven „Vorurteile“ (vgl. Thiele, 2015, S. 35f.; Zick et al., 2011, S. 34f.).

Die Fokussierung auf negative „Vorurteile“ hat Widerspruch hervorgerufen. Der Philosoph Gadamer (1999) meint, dass Vor-Urteile als erweiternde Vor-Meinungen wertfrei als Vor-Stufe der Erkenntnis zu erfassen sind. Er spricht sich dafür aus, dass „Vorurteile“ in ihrer ursprünglichen und auch juristischen Definition als „prejudicum“ kein positives oder negatives Urteil antizipieren (vgl. Gadamer, 1999, S. 275). Gadamer (1999) spezifiziert die „Vor-Urteile“ über den Begriff „Vorurteil“ wie folgt: „Dieses grundlegende „Vorurteil“ der Aufklärung ist das „Vorurteil“ gegen die Vorurteile überhaupt und damit die Entmachtung der Überlieferung […] erst durch die Aufklärung findet der Begriff des „Vorurteils“ die uns gewöhnte negative Akzentuierung“ (Gadamer, 1999, S. 275).

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Citation Index“ durchgeführt, es wurden jene Arbeiten mit den häufigsten Zitierungen zwischen 1920 und 2017 (Abrufdatum: 1. Juni 2017) verwendet und zusätzlich Lehrbücher und Handbücher der Sozialpsychologie und Psychologie, da sie durch ihre Formulierung für ein breites Publikum nachvollziehbar sind.

Die Studie 2 erschließt das Alltagsverständnis des Begriffs „Vorurteil“. Dazu werden die unabhängige Variable Vorurteilsakzeptanz, eine offene und geschlossene

Vorurteilsdefinition herangezogen. Das Alltagsverständnis beschreibt die

umgangssprachliche Definition des Begriffs „Vorurteil“ durch die Befragten.

In Studie 3 wird die Genauigkeit der Wahrnehmung von Geschlechtsunterschieden in Zusammenhang mit dem Image von „Vorurteilen“, dem Bildungsniveau und der Persönlichkeitstoleranz gemessen. Die Genauigkeit der Wahrnehmung misst die subjektive Wahrnehmung objektiver Geschlechtsunterschiede. In der Studie 3 wurden als objektive Messgröße Geschlechtsunterschiede verwendet. Die Eingrenzung auf die Wahrnehmung von Geschlechtsunterschieden wurde getroffen, da mit diesem Thema jeder Befragte vertraut ist, und dieses Thema über eine hohe gesellschaftliche Relevanz verfügt.

Um die „Wahrnehmung von Geschlechtsunterschieden“ zu klären, sind die Ziele der Arbeit (1) ein Vergleich der Definitionen der Begriffe „Stereotyp“ und „Vorurteil“ anhand eines Literaturstudiums (Studie 1), (2) die Eruierung des Alltagsverständnisses des Begriffs „Vorurteil“ mittels einer empirisch-quantitativen Datenerhebung (Studie 2) und (3) die Messung der subjektiven Wahrnehmung objektiver Geschlechtsunterschiede (Studie 3).

In der vorliegenden Arbeit wurden die Wörter Vorurteil und Stereotyp unter Anführungszeichen gesetzt um hervorzuheben, dass es sich um die Begriffe handelt.

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1. Studie 1: Wissenschaftliches Verständnis der Begriffe

„Stereotyp“ und „Vorurteil“

Im Kapitel 1 werden die Definitionen der Begriffe „Stereotyp“ und „Vorurteil“ anhand wissenschaftlicher Definitionen analysiert um aus den unterschiedlichen Definitionen die Begriffe „Stereotyp“ und „Vorurteil“ zu klären. Bei der wissenschaftlichen Begriffsklärung wird der Begriff „Stereotyp“ aufgegriffen, da er als kognitive Komponente gemeinsam mit der affektiven Komponente ein Vorurteil schafft und um ein einheitliches Verständnis von Geschlechtsstereotypen in der folgenden Arbeit zu fassen (vgl. Werth & Mayer, 2008, S. 380).

1.1. Der Begriff „Stereotyp“

„Wir lernen […], daß Stereotype für sich allein keine volle Erklärung für Ablehnung sind. Sie sind in erster Linie Images in einer Kategorie, die vom Individuum gebildet wird, um sein Liebes- oder Haßvorurteil zu rechtfertigen. Sie spielen beim „Vorurteil“ eine große Rolle, können es aber nicht völlig erklären“ (Allport & Graumann, 1971, S. 198).

Der Begriff „Stereotyp“ ist eine Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern „stereos“ welches übersetzt „starr, hart, fest“ bedeutet und „Typos“, welches einen Entwurf, eine feste Norm oder ein charakteristisches Gepräge beschreibt. Seinen Ursprung findet der Begriff durch Firmin Didot Ende des 18. Jahrhunderts, der damit einen Vorgang in der Drucktechnik beschreibt. In der Sozialwissenschaft wurde der Begriff vom Journalisten Walter Lippmann (1922) in seinem Buch „Public Opinion“ aufgegriffen. Lippmanns Auffassung nach, sehen wir Menschen nicht als Individuen an, sondern als Teil einer Gruppe und bringen ihnen dadurch eine vorgefasste Meinung über diese Gruppe entgegen. Vergleichbar mit einem drucktechnischen Verfahren „drücken“ wir einem Individuum einen Stempel auf (vgl. Petersen & Six, 2008, S. 21).

Um ein wissenschaftliches Verständnis zu schaffen, werden folgend Definitionen des Begriffs „Stereotyp“ chronologisch sortiert angeführt und kritisch verglichen. Dabei wird

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zur Verfügung stellen, sie beziehen sich auf die Formulierungen von Katz & Braly (1935), Allport (1954), Secord (1959), Brigham (1971), Ashmore & Del Boca (1981), Brigham (1971), Snyder (1982) und Hamiltion & Trolier (1986).

Lippmanns Definition von 1922 wurde aufgegriffen, da er als einer der Ersten in der Literatur den Begriff abgegrenzte und 1964 um eine aktuellere Definition ergänzt. Förster (2008) wurde als deutscher Autor neben den englischsprachigen Sozialpsychologen und Psychologie-Lehrbuchautoren Nelson (2009), Aronson (2014) und Gerrig & Zimbardo (2015) aufgenommen. Aus Sozialpsychologie- und Psychologie-Lehrbüchern wurden die Begriffsbestimmungen von Nelson (2009), Aronson (2014) und Gerrig & Zimbardo (2015) gewählt, da ihre Formulierungen für ein breites Publikum nachvollziehbar und als thematischer Einstieg geeignet sind. Tabelle 1 listet die Definitionen auf.

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Tabelle 1: Definitionen Begriff „Stereotyp“

“Defining stereotyping has been more problematic-there are tens, if not hundreds of definitions in the literature, although they are mostly based on the general idea of stereotypes as knowledge structures that serve as mental ‚pictures‘ of the groups in question” (Lippmann, 1922, zit. nach Nelson, 2009, S. 2).

“A stereotype is a fixed impression, which conforms very little to the fact it pretends to represent, and results from our defining first and observing second” (Katz & Braly, 1935, S. 181).

“A stereotype is an exaggerated belief associated with a category. Its´s function is to justify (rationalize) our conduct in relation to that category” (Allport, 1954, S.191).

“A categorical response, i.e., membership is sufficient to evoke the judgement that the stimulus person processes all the attributes belonging to that category” (Secord, 1959, S. 309).

“Von einem Stereotyp spricht man dann, wenn man über eine Gruppe von Menschen hinweg Verallgemeinerungen trifft, und damit allen Mitgliedern dieser Gruppe dieselben Eigenschaften und Merkmale zuschreibt, ohne zu beachten, dass zwischen den Mitgliedern Unterschiede bestehen können“ (Lippmann, 1964, o.S.).

“An ethic stereotype is a generalization made about an ethic group, concerning a trait attribution, which is considered to be unjustified by an observer” (Brigham, 1971, S. 13).

“A set of beliefs about the personal attributes of a group of people” (Ashmore & Del Boca, 1981, S.16).

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“A cognitive structure that contains the perceiver´s knowledge, beliefs, and expectancies about some human group” (Hamiliton & Trolier, 1986, S. 133).

„Stereotype bezeichnen das Wissen über bestimmte Gruppen und können positive, neutrale und negative Aspekte beinhalten. […] ist ein Stereotyp eine relativ emotionslose Vorstellung, so wie Wissen, das nicht notwendigerweise emotional behaftet ist“ (Förster, 2008, S. 22).

“With some exceptions, I’d say that we generally agree that stereotypes represent the traits that we view as characteristic of social groups, or of individual members of those groups, and particularly those that differentiate groups from each other. In short, they are the traits that come to mind quickly when we think about the groups” (Nelson, 2009, S. 2).

„Ein Stereotyp ist eine Generalisierung über eine Gruppe von Menschen, bei der man praktisch allen Mitgliedern der Gruppe identische Eigenschaften zuschreibt, ohne Beachtung gegebener Variationen unter den Mitgliedern. Einmal entstanden, sind Stereotype resistent gegen Veränderungen aufgrund neuer Informationen. […] Oft ist das Stereotypisieren nur eine Art, wie wir unsere Sichtweise auf die Welt vereinfachen […]. Wenn uns jedoch das Stereotyp blind macht für individuelle Unterschiede innerhalb einer Klasse von Menschen, ist es unangepasst, ungerecht und potenziell missbräuchlich“ (Aronson et al., 2014, S. 487f.).

„Stereotype sind Generalisierungen über eine Gruppe von Personen, wobei allen Mitgliedern dieser Gruppe die gleichen Merkmale zugewiesen werden. […] Da Stereotype sehr wirksam Erwartungen enkodieren, tragen sie häufig zu der Art von Situationen bei, in welchen Menschen ihre eigene soziale Realität konstruieren […].

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1.1.1. Auseinandersetzung: Begriffsdefinitionen „Stereotyp“

Lippmann (1922) ist der Ansicht, dass die Definition des Begriffs „Stereotyp“ schwierig ist. Er beschreibt „Stereotype“ allgemein als einen kognitiven Prozess, bei dem ein „geistiges Bild“ geschaffen wird. Dabei greift er jedoch nicht die Grundkomponenten der griechischen Wortherkunft des Begriffes „Stereotyp“ als fest und starr auf. Eine präzisere Definition präsentieren Katz & Braly (1935), indem sie die Grundkomponente „fixed impression“ berücksichtigen und den Begriff enger fassen.

Als überzeichnete Überzeugung, welche mit einer Kategorisierung verbunden ist, definiert Allport (1954) „Stereotype“. In dieser Definition werden die Kategorisierung und die Funktion von „Stereotypen“ aufgegriffen. Die Funktionen von „Stereotype“ sieht Allport (1954) als Rationalisierung unseres Verhaltens durch die Kategorisierung. Secord (1959) verzichtet in seiner Konzeption auf die Grundelemente von „Stereotypen“ (Starrheit und normative Kraft) und fokussiert sich auf die Schaffung einer Zugehörigkeit durch die Zuschreibung von Attributen. Dabei stellen Attribute die Grundlage einer Kategorisierung dar, und eine Mitgliedschaft in einer Kategorie erfolgt nur wenn alle Attribute zutreffen. Eine neuere Definition von Lippmann (1964) betont wie Allport (1954), den Aspekt der Verallgemeinerung. Durch die Zuordnung zu einer Kategorie wird die Individualität der Personen vernachlässigt. Brigham (1971) greift in seiner Begriffsdefinition die Aspekte von Lippmann (1964) auf. Lippmann (1964) und Brighham (1971) heben neben der Starrheit die kognitive Komponente hervor.

Ashmore & Del Boca (1981) begreifen „Stereotype“ als Verallgemeinerungen gegenüber Mitgliedern einer Gruppe und ignorieren dabei die Starrheit von „Stereotypen“. Snyder (1982) nennt drei Bedingungen, damit von einem „Stereotyp“ gesprochen werden kann:

(1) die Kategorisierung erfolgt anhand sichtbarer Eigenschaften,

(2) die Eigenschaften werden allen Gruppenmitgliedern zugeschrieben und (3) diese Eigenschaften werden jedem Individuum der Gruppe zugeschrieben.

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einer Gruppe beinhalten. Es wird hierbei nicht geklärt woher das Wissen oder die Überzeugungen stammen, beziehungsweise ob diese durch Beweise objektiv gerechtfertigt sind. Förster (2008) betont den kognitiven Aspekt des Stereotypenbegriffs, der nach seiner Definition frei von Emotionen ist.

Nelson (2009) sieht in „Stereotypen“ jene erste Assoziationen, die Personen mit den Mitgliedern einer bestimmten Gruppe verbinden. Die ausführliche Definition von Aronson (2014) betont erstmals die Änderungsresistenz von „Stereotypen“ und impliziert eine negative Wertung, was einer rein kognitiven Definition des Begriffs „Stereotyp“ widerspricht. Die aktuellste Begriffsdefinition stammt von Gerrig & Zimbardo (2015), in welcher mehrere Funktionen von „Stereotypen“ anführt werden, wie etwa die Konstruktion von Realität, das Fällen von Urteilen, die Ergänzung fehlender Daten. Bei der Gegenüberstellung der Definitionen findet sich als Kernelement die Verallgemeinerung über eine Gruppe von Personen, das heißt jedem Mitglied einer Gruppe werden die gleichen Attribute zugeschrieben. Dabei verlieren außenstehende Betrachter der Gruppe den Blick für das Individuum innerhalb der Gruppe. Bei der Verallgemeinerung über die Gruppenmitglieder kommt es bei den meisten der angeführten Definitionen zu keiner Wertung der zugeschriebenen Gruppenmerkmale als positiv, negativ oder neutral. Aronson (2014) führt kritisch an, dass „Stereotype“ „blind machen“ und gegenüber der Gruppe als „unangepasst, ungerecht und potenziell missbräuchlich“ sind. Förster (2008) definiert „Stereotype“ als Wissen über eine Gruppe und nicht über eine Einzelperson.

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1.2. Methode

Die Studie 1 wurde durch eine qualitative Datenanalyse der Begriffsdefinitionen umgesetzt. Die Definitionen wurden inhaltlich auf das Vorkommen der sieben definierten Komponenten analysiert. Die Zuverlässigkeit der Zuordnung der

Analysekomponenten zu den Definitionen wurde durch die Beurteilerrealiabilität geprüft und gewährleistet. Die vorgegebenen Komponenten lassen sich folgend spezifizieren: 1.2.1. Analysekomponenten „Stereotyp“

In der Tabelle 2 wurden die oben angeführten Definitionen anhand von sechs Komponenten, welche sich aus den Begriffsdefinitionen herauskristallisiert haben, analysiert. Diesen sechs Komponenten liegen folgende Beschreibungen zugrunde: Starrheit

Die Starrheit von „Stereotypen“ impliziert deren Veränderungsresistenz, womit neue Informationen den vorhandenen „Stereotyp“ nicht verändern. Seinen Ursprung findet diese Komponente in der Herkunft des Wortes „Stereotyp“ als Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern „stereos“ welches übersetzt starr, hart und fest bedeutet und „typos“ einen Entwurf, eine feste Norm oder ein charakteristisches Gepräge beschreibt (vgl. Petersen & Six, 2008, S. 21).

Kategorisierung

Kategorisierung ist ein unabwendbarer Prozess um Informationen zu verarbeiten und zu organisieren. Unsere Neigung, Informationen zu kategorisieren und damit zu organisieren, Schemata zu bilden und zu verwenden um neue Informationen zu verarbeiten, führt zur Bildung und Anwendung von „Stereotypen“ (vgl. Aronson et al., 2014, S. 491).

Kognitive Komponente

„Stereotype“ stellen die kognitive Komponente von Vorurteilseinstellungen dar und erfassen wie wir über andere Menschen aufgrund deren Gruppenmitgliedschaft denken.

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ausgelegten Stereotypfunktionen Rationalisierung und bzw. oder Verallgemeinerung. Die Rationalisierung basiert auf dem Ergebnis des Kategorisierungsprozesses, welcher ein kognitives Bild über spezifische Gruppen schafft um die Rationalisierung zu rechtfertigen. Verallgemeinerungen vereinfachen unsere Sichtweise auf die Welt und stellen nach Allport (1954) eine natürliche, menschliche Fähigkeit dar. Menschen mit denen wir uns vergleichen und welche über die gleichen Voraussetzungen wie wir

verfügen, stellen eine geringere Belastung für uns dar

(vgl. Allport & Graumann, 1971, S.31ff.). Die Kategorisierung weist Überschneidungen zur Stereotypenfunktion auf, da es sich bei der Kategorisierung um einen Prozess handelt und bei der Komponente Stereotypenfunktion um eine Aufgabenzuschreibung. Erster Eindruck

In der Komponente erster Eindruck wird erfasst, dass auf „Stereotype“ innerhalb weniger Sekunden zurückgegriffen wird und diesem kein längerer Zeitraum der Beobachtung zu Grunde liegt. Der Fokus dieser Komponente liegt auf dem raschen Zurückgreifen auf Stereotype, unabhängig von einer positiven, neutralen oder negativen Zuschreibung. Depersonalisierung

Durch die Funktionen von „Stereotypen“, Rationalisierung und/oder Verallgemeinerung und dem Kategorisierungsprozess findet die Individualität der Gruppenmitglieder keine Beachtung (vgl. Aronson et al., 2014, S. 486f.). Bei persönlicher Wertschätzung der Gruppe sind die Individuen bereit, Konformität mit den Gruppennormen zu zeigen, welche von anderen als Gruppenmerkmale („Stereotype“, Normen) wahrgenommen werden. Diesen Prozess bezeichnet man als „Depersonalisierung“. Durch Konformität mit der jeweiligen Gruppennorm unterscheiden sich Eigen- und Fremd-Gruppen (vgl. Jonas et al., 2014, S. 538).

Sonstiges

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1.2.2. Beurteilerreliabilität

Die Reliabilität kennzeichnet die Zuverlässigkeit oder Genauigkeit einer Messung. Eine Beurteilung gilt als reliabel, wenn zwei oder mehrere Beurteiler mit dem gleichen Wissensstand zu einem ähnlichen Urteil kommen. Relevant ist dabei nicht, was hinter den unterschiedlichen Meinungen der Beurteiler steht, sondern dass die Beurteiler eine

möglichst identische Einschätzung über den Sachverhalt aufweisen

(vgl. Wirtz & Caspar, 2002, S. 15f.). Das einfachste Maß zur Messung der Übereinstimmung ist die prozentuale Übereinstimmung bei welcher der Anteil der Fälle in Prozent angegeben wird, bei denen die Beurteiler ein identisches Ergebnis erzielen (vgl. Wirtz & Caspar, 2002, S. 47). Die prozentuale Übereinstimmung wird folgend berechnet:

Prozentuale Übereinstimmung = Gesamtzahl der ÜbereinstimmungsoptionenSumme der Übereinstimmungen * 100 %

Zur Eruierung der Beurteilerreliabilität wurde die von der Autorin (Beurteiler 1) durchgeführte Analyse der Definitionen, zusätzlich von Eva Haidinger (Beurteiler 2) vorgenommen. Aufgrund der gleichen Ausbildung von Eva Haidinger und der Autorin, ist von einem vergleichbaren Wissensstand auszugehen.

Anhand der Variablen „1“ für zutreffend und „leere Zellen“ für nicht zutreffend wird veranschaulicht, ob die Analysekomponenten in der jeweiligen Definition berücksichtigt wurden. Die Spalte Übereinstimmung erfasst durch ein „x“-Zeichen ob die Analyse der Beurteiler übereinstimmen. Ein „“-Zeichen kennzeichnet, dass die Analyse der Beurteiler nicht übereinstimmtBeurteiler nicht übereinstimmen. Im ersten Schritt wurde die prozentuelle Übereinstimmung je Komponente berechnet, welche folgend am Beispiel der Komponente Kategorisierung dargestellt wird:

prozentuale Übereinstimmung Komponente Kategorisierung = 9 Übereinstimmungen

1

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Um die Gesamtreliabilität berücksichtigen zu können, wurde das arithmetische Mittel aus den Beurteilerreliabilitäten je Komponente ermittelt. Um die prozentuelle Übereinstimmung zu interpretieren werden die von Witz & Casper (2002) angeführten Grenzen nach Bakeman & Gottmann (1986) und Frick & Semmel (1978), welche eine ausreichende Übereinstimmung zwischen 70 % bis 75 % definieren, herangezogen (vgl. Wirtz & Caspar, 2002, S. 59). Die prozentuelle Gesamtübereinstimmung von Beurteiler 1 und Beurteiler 2 ist mit 90 % ausreichend um den Konsens der Analysekomponenten in den Definitionen zu erkennen.

Die Durchschnittskonsistenz, in der letzten Zeile der Tabelle 2, von kleiner als 50 % lässt schlussfolgern, dass die zugrunde liegende Analysekomponente in weniger als der Hälfte der Definitionen aufgegriffen wurde, und zeigt eine Heterogenität in ihrer Berücksichtigung auf. Eine Durchschnittskonsistenz von 100 % zeigt, dass die vorliegende Analysekomponente homogen in allen Definitionen Erwähnung findet. Anhand der Spalten B1 und B2 wurde dargelegt, welche Analysekomponenten in der jeweiligen Definition berücksichtigt wurden und anhand der Summe der Zustimmungsübereinstimmungen der Komponenten gebildet. Die Summe der Übereinstimmung wurde in Verhältnis zu den 13 angegebenen Definitionen gesetzt und ergibt den Übereinstimmungsprozentsatz.

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Tabelle 2: Beurteilerrealiabilität Begriff „Stereotyp"

Starrheit Kategorisierung Komponente Kognitive Rationalisierung Generalisierung Erster Eindruck Depersonalisierung Sonstige

B1 B2 Ü3 B1 B2 Ü B B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2

Lippmann, 1922, x4 x 1 1 x x x x “mental picture”

zit. nach Nelson, 2009, S. 2

Katz & Braly, 1935, S. 181 15 1 x x x x 1 x

“impression, which confirms very little to the fact it pretends to represent”

Allport, 1954, S.191 x 1 1 x x 1 1 x x x “exaggerated belief”

Secord, 1959, S. 309 x 1 1 x x 1   x x

Lippmann, 1964, o. S. x 1   x 1 1 x x 1 1 x

Brigham, 1971, S. 13 x 1 x 1 1 x x x

Ashmore & Del Boca, 1981,

S.16 x 1 1 x 1   x x x

Snyder, 1982, S. 415 x 1 1 x x 1 1 x x 1 1 x Hamiliton & Trolier, 1986, S.

133 x 1  1 1 x x x x

Förster, 2008, S. 22 x 1  1 1 x x x x

Nelson, 2009, S. 2 x 1 1 x x 1 1 1 x 1   negativ

Aronson et al., 2014, S. 487f. 1 1 x x x 1 1 x x 1 1 x

Gerrig & Zimbardo, 2015, S.

656 1 1 x x x 1 1 x x 1 1 x

„eigene soziale Realität zu konstruieren“; Funktion von Stereotypen:

(25)

1.3. Ergebnisse der wissenschaftlichen Analyse des Begriffs „Stereotyp“

Dem Begriff „Stereotyp“ konnte lediglich bei der Analysekomponente Kategorisierung ein inhaltlicher Konsens nachgewiesen werden. Die Tabelle 2 veranschaulicht, dass es wenig Übereinstimmung zwischen den Definitionen von „Stereotypen“ gibt. Die am häufigsten genannte Komponente mit 54 % ist jene der „Kategorisierung“, gefolgt von der Komponente „Rationalisierung und/oder Generalisierung“, welche beide Beurteiler durchschnittlich mit 50 % nannten. Die kognitive Komponente, sowie die Komponenten „Starrheit“, „erster Eindruck“ und „Depersonalisierung“ werden heterogen erwähnt und stellen keine gültigen Identifikationsmerkmale von „Stereotypen“ dar.

Es ist als kritisch anzusehen, dass bei der Anzahl von 13 unterschiedlichen Definitionen und sechs Analysekomponenten nur bei einer Komponente ein Konsens identifiziert werden konnte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Definitionen von „Stereotypen“ unterschiedlich sind. Es ist fraglich, ob eine gültige Beschreibung des Begriffs möglich ist. Es fehlt an wissenschaftlichen Definitionen in der Literatur zu „Stereotypen“, welche den Begriff klar abgrenzen und treffend beschreiben. Über den Zeitverlauf haben sich die Definitionen von kurzen informationsarmen zu umfangreichen Definitionen entwickelt. Aktuellen Definitionen fehlt es jedoch an Klarheit und Prägnanz. Sehr deutlich halten sich alle Definitionen daran, „Stereotype“ als kognitive Komponente zu definieren, und von Emotionen Abstand zu nehmen.

Aufgrund des fehlenden Konsenses bezüglich der Definition von „Stereotypen“ wird in der folgenden Arbeit auf die Definition der griechischen Herkunft des Begriffs „Stereotyp“ zurückgegriffen zurückgegriffen („stereos“ und „typos“), um die Kernaussagen des Ursprungwortes zu erfassen. Erweitert wird diese Definition um die Ergebnisse der vorangegangenen wissenschaftlichen Inhaltsanalyse. Erweitert wird die Definition um den Kategorisierungsprozess und die Stereotypenfunktionen der Rationalisierung und bzw.oder Generalisierung.

(26)

1.4. Der Begriff „Vorurteil“

Der Terminus „Vorurteil“ ist ein Begriff welchen zu Beginn des 18. Jahrhunderts bereits die Gebrüder Grimm in ihrem „Deutschen Wörterbuch“ als „vorgefasste, irrige Meinungen“ bezeichneten (vgl. Petersen & Six, 2008, S. 109). Allport (1954) schuf mit seinem Werk „The Nature of Prejudice“ die Basis für die Vorurteilsforschung und fokussiert mit seiner Definition die negative Gefühlsbetonung von „Vorurteilen“.

Der Begriff „Vorurteil“, in Englisch „prejudice“ wurde von dem lateinischen Substantiv „praejudicium“ abgeleitet und hat nach Allport (1954) seit der Antike eine Entwicklung in drei Schritten erfahren:

(1) „Praejudicum“ bedeutet in der Antike ein vorausgegangenes Urteil, welches auf vorangegangenen Erfahrungen und Entscheidungen beruht.

(2) Darauffolgend nahm es im Englischen die Bedeutung eines Urteils an, welches vorschnell oder eilig vor der Überprüfung und Beachtung der Tatsachen getroffen wurde.

(3) Zur Zeit der Veröffentlichung des Werkes von Allport (1954) wurde der Begriff um eine gefühlsbetonte Bedeutung durch vorschnelle und unbegründete Urteile erweitert.

Vereinfacht ausgedrückt, fasst Allport (1954) die Beschreibung von „Vorurteilen“ als: „thinking ill of others without sufficient warrant” (Allport, 1954, S. 6) zusammen. Die Definition enthält zwei Kernelemente, die negative Gefühlsbetonung und die Unbegründetheit des Urteils anhand Vorurteilen, welche sich in weiteren Definitionen von „Vorurteilen“ wiederfinden (vgl. Aronson et al., 2014, S. 485; Gerrig & Zimbardo, 2015, S. 653; Zick & Küpper, 2008, S. 111; Brown, 2010,S. 7).

Als „Vorurteil” definiert Allport (1954) „an aversive or hostile attitude toward a person who belongs to a group, simply because he belongs to that group, and is therefore presumed to have the objectionable qualities ascribed to the group” (Allport, 1954, S. 7). Die Begriffsdefinition von Allport (1954) wurde angeführt, da seine Definitionen heute noch

(27)

weiter und werden in subtiler Diskriminierung geäußert (vgl. Werth & Mayer, 2008, S. 387).

Die folgenden Begriffsdefinitionen von „Vorurteilen“ sind chronologisch sortiert und kritisch gegenübergestellt. Bei der Auswahl der Definitionen von „Vorurteilen“ wurden die Definitionen von Allport (1954) und Dovidio (2013) gewählt, da diese Arbeiten laut des Datenbank-Infosystems „Social Sciences Citation Index“ und mithilfe des Suchbegriff „Prejudice“ unter den Arbeiten mit den häufigsten Zitierungen zwischen 1920 und 2017 aufscheinen (Abrufdatum: 1. Juni 2017). Aus der Auswahl von Sozialpsychologie- und Psychologie-Lehrbüchern und -Handbüchern wurden die Begriffsbestimmungen von Werth & Mayer (2008), Nelson (2009), Giddens (2009), Aronson (2014) und Gerrig & Zimbardo (2015) gewählt, da sie durch ihre Formulierung für ein breites Publikum nachvollziehbar sind und daher als thematischer Einstieg geeignet sind. Mit der Ausnahme von Werth & Mayer (2008) wurden übersetzte Lehrbücher aus dem angloamerikanischen Raum verwendet. Der angloamerikanische Raum gilt als Ursprungsraum der Forschung über „Vorurteile“ (Aronson et al., 2014, S. 481f.; Jonas et al., 2014, S. 508; Thiele, 2015, S. 99f.). Förster (2008) wurde als deutscher Autor neben den zahlreichen angloamerikanischen Autoren berücksichtigt. Die Definition von Brown (2010) wurde aufgegriffen, da er in seinem Buch „Prejudice“ die vielzitierte Definition von Allport (1954) stark kritisiert und mit seinen Kritikpunkten eine erneuerte Sichtweise auf „Vorurteile“ einschlägt.

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Tabelle 3: Definition Begriff „Vorurteil“

“[…]: thinking ill of others without sufficient warrant. […] we might define prejudice as: an avertive or hostile attitude toward a person who belongs to a group, simply because he belongs to that group, and is therefore presumed to have the objectionable qualities ascribed to the group” (Allport, 1954, S. 6f.).

„ […] prejudice is unified, stable, and consistent tendency to respond in a negative way toward members of particular group” (Aboud, 1988, S. 6).

„Ein „Vorurteil“ lässt sich definieren als eine Einstellung gegenüber Angehörigen einer Fremdgruppe, die allein auf deren Gruppenzugehörigkeit beruht. ‚Vorurteile‘ können per Definition sowohl positiver (z.B. ‚Südländer sind feurige Liebhaber‘) als auch negativer (z.B. ‚Dicke sind faul‘) Konnotation sein. Im Großteil der Fälle wird der Begriff allerdings für negative Einstellungen gegenüber Fremdgruppen verwendet. Wie andere Einstellungen auch, weisen Vorurteile eine kognitive (Stereotyp), eine affektive (Stereotypakzeptierung) sowie eine Verhaltenskomponente (Diskriminierung) auf“ (Werth & Mayer, 2008, S. 379).

“Vorurteile sind durch Erwartungen gefärbte Urteile, die zunächst nichts mit der Person an sich zu tun haben, sondern mit ihrer Gruppenzugehörigkeit. Und manchmal ist die Gruppenzugehörigkeit das Einzige, was wir von einem Menschen wissen“ (Förster 2008, S. 18).

“The definitions that we find most consensual regarding stereotyping and prejudice have changed over time as the field itself has changed. Most important, our definitions have generally simplified with the years. We now define prejudice as a negative attitude toward a group or toward members of the group” (Nelson, 2009, S. 2).

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„Ein ‚Vorurteil‘ liegt dann vor, wenn man vorgefertigte Ansichten über eine Person oder über eine Gruppe hat, die sich oft auf Hörensagen statt auf Beweise stützen, Ansichten, die sogar gegen neue Informationen resistent sind. Man kann gegenüber Gruppen, mit denen man sich identifiziert, positive ‚Vorurteile‘ haben und negative gegenüber anderen“ (Giddens, Fleck & Egger de Campo, 2009, S. 439).

“Let us now return to the restriction, encountered in traditional definitions, that prejudice should refer to a negative orientation. For many years this restriction was uncontroversial […]. However, some recent analyses have argued that social psychological definitions of prejudice should, after all, include some apparently positive beliefs, sentiments and actions. [...] Prejudice will be regarded as any attitude, emotion or behavior towards members of a group, which directly or indirectly implies some negativity or antipathy towards that group“ (Brown, 2010, S. 7).

“Prejudice is typically conceptualized as an attitude that, like other attitudes, has a cognitive component (e.g., beliefs about a target group), an affective component (e.g. behavioral predisposition to behave negatively toward the target group)” (Dovidio et al., 2013, S. 5).

„Während Vorurteile entweder positive oder negative Affekte umfassen können, behalten Sozialpsychologen (und auch Menschen generell) das Wort Vorurteil im allgemeinen Gebrauch vor, wenn es auf negative Einstellungen anderen gegenüber hinweist. In diesem Kontext kann Vorurteil definiert werden als eine feindselige oder negative Einstellung gegenüber Menschen einer bestimmten Gruppe, die nur auf ihrer bloßen Mitgliedschaft in dieser Gruppe basiert“ (Aronson et al., 2014, S. 485).

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„Ein ‚Vorurteil‘ ist eine gelernte Einstellung gegenüber einem Zielobjekt, die negative Gefühle (Abneigung oder Furcht), negative Überzeugung (Stereotypen), welche die Einstellungen legitimieren, und eine Verhaltensabsicht umfasst, Objekte der Zielgruppe zu vermeiden, zu kontrollieren, zu dominieren oder auszulöschen. […] Eine falsche Überzeugung wird zum ‚Vorurteil‘, wenn sie Veränderungen sogar bei angemessenen

Belegen ihrer Falschheit widersteht. […] Vorurteilsbasierte Einstellungen dienen als verzerrender Filter, die beeinflussen, wie Menschen wahrgenommen und behandelt werden, wenn diese erst als Mitglied einer Zielgruppe kategorisiert sind“ (Gerrig & Zimbardo, 2015, S. 653).

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1.4.1. Auseinandersetzung Begriffsdefinitionen „Vorurteil“

Allport (1954) fasst in seiner Definition Vorurteile als eine abweisende, feindselige Einstellung gegenüber einer Person auf, ohne Beweise für deren Richtigkeit. Durch die Mitgliedschaft an einer Gruppe wird dieser Gruppe die Eigenschaften der Einzelperson zugeschrieben. Aboud (1988) beschäftigt sich in seiner Definition mit dem Kernelement der affektiven Komponente und erwähnt die Unbegründetheit des Urteils nicht. Werth und Mayer (2008) heben hervor, dass das Vorurteil als eine Einstellung gegenüber Angehörigen einer Fremdgruppe aufzufassen ist und „per definition“ über eine negative oder positive Essenz verfügt. Ihre Definition erweitern Werth & Mayer (2008) um die Berücksichtigung der Fremdgruppe.

Werth & Mayer (2008) stehen der alleinig negativen Assoziation des Begriffes „Vorurteil“ abgeneigt entgegen. Werth & Mayer (2008) stellen fest, dass selbst dem Wort Vorurteile „Vor-Urteile“ anhaften. Vorurteile werden als einseitig, falsch, unfair und dumm betrachtet. Vorurteile verfügen neben ihrer allgemeinen anerkannten negativen Assoziation, auch über eine erforderliche positive Komponente, indem es, wie das Wort verrät, „Vor-Urteile“ ermöglicht. „Vor-Urteile“ erlauben auf im Gedächtnis abgespeicherte Urteile schnell zurückzugreifen um den Umgang mit Fremden vereinfachen zu können (vgl. Werth & Mayer, 2008, S. 377).

Förster (2008) legt den Fokus seiner Definition auf die Erwartungen, die Personen durch ihre Gruppenzugehörigkeit entgegengebracht werden. Nelson (2009) definiert den Begriff „Vorurteil“ als eine negative Einstellung gegenüber einer Gruppe oder gegenüber Mitgliedern einer Gruppe. Das Grundelement der Unbegründetheit eines Urteils berücksichtigt er dabei nicht. Giddens, Fleck & Egger de Campo (2009) berücksichtigen, dass Vorurteile sich nicht auf Beweisen stützen und resistent gegenüber neuen Informationen sind. Neben dem Kernelement der Unbegründetheit berücksichtigen Giddens, Fleck & Egger de Campo (2009) die affektive Komponente. Dovidio (2013)

(32)

Gefühle gerechtfertigt werden, denen ein Stereotyp zugrunde liegt und eine

Verhaltensabsicht enthält. Die Kernelemente affektive Komponente und

(33)

1.5. Methode

Die Studie 1 wurde durch eine qualitative Datenanalyse der Begriffsdefinitionen

umgesetzt. Die Definitionen wurden inhaltlich auf das Vorkommen der zuvor definierten zehn Komponenten analysiert. Die Zuverlässigkeit der Zuordnung der

Analysekomponenten zu den Definitionen wurde durch die Beurteilerrealiabilität geprüft und gewährleistet. Die vorgegebenen Komponenten lassen sich folgend spezifizieren: 1.5.1. Analysekomponenten „Vorurteil“

Affektive Komponente

Die affektive Komponente erfasst emotionale Reaktionen hinsichtlich des Einstellungsobjekts (vgl. Eagly & Chaiken, 2011, S. 15f.; Werth & Mayer, 2008, S. 206f.). Unbegründetheit des Urteils

Neben affektiven Reaktionen betont Allport (1954) die Unbegründetheit des Urteils, welches ohne Überprüfung und Beachtung der Tatsachen getroffen wird und ein wesentliches Kernelement des Vorurteils ist.

Einstellung

Die Komponente Einstellung erfasst ob Vorurteile als Vorurteilseinstellungen bezeichnet werden bzw. ob in der Begriffsdefinition „Vorurteile“ als Einstellungen Erwähnung finden. Unabhängig davon ob die unter der Komponente Gesamte

Einstellungskomponente angeführten drei Bestandteile von Einstellungen beinhalten. Negative Assoziation

Die Komponente negative Assoziation umfasst die negative, gelernte Einstellung gegenüber einem Zielobjekt und zeigen sich durch negative Gefühle (Abneigung oder Furcht), negative Überzeugungen (Stereotypen). Diese legitimieren in weiterer Folge Einstellungen und ein daraus folgendes Verhalten (vgl. Gerrig & Zimbardo, 2015, S. 653).

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Ausrichtung gegen Fremdgruppe und Ausrichtung gegen Mitglieder einer Fremdgruppe

Ein Individuum stärkt seinen Selbstwert, indem es sich mit ausgewählten sozialen Gruppen identifiziert. Der Selbstwert durch die Zugehörigkeit zu der ausgewählten Gruppe wird dadurch gestärkt, indem die eigene Gruppe gegenüber einer Fremdgruppe als überlegen erachtet wird. Minimale Gründe der Differenzierung stärken die Zugehörigkeit zur Eigen-Gruppe und können dazu führen, die Fremd-Gruppe ungerecht zu behandeln, um damit den eigenen Selbstwert aufzubauen (vgl. Aronson et al., 2014, S. 492).

Starrheit und Unveränderbarkeit trotz belegter Falschheit

Mittels Starrheit und Unveränderbarkeit beschreiben Aboud (1988) und Giddens (2009) das Festhalten an den Vorurteilen trotz Beweisen für ihre Unwahrheit.

Gesamte Einstellungskomponenten

Einstellungen setzen sich aus drei Komponenten zusammen: (1) einer kognitiven Komponente, welche sich aus den Gedanken und Auslegungen von Einstellungen zusammensetzt, (2) einer affektiven Komponente, welche die emotionale Reaktion auf das Einstellungsobjekt repräsentiert und (3) der Verhaltenskomponente, welche mit dem Einstellungsobjekt verbundene Handlungen und beobachtbares Verhalten erfasst (vgl. Werth & Mayer, 2008, S. 206f.).

Sonstiges

Unter der Komponente „Sonstiges“ werden jene Inhalte der Definitionen erfasst, welche keiner der erwähnten Komponenten zuzurechnen sind

(35)

1.5.2. Beurteilerreliabilität

Die Reliabilität kennzeichnet die Zuverlässigkeit einer Messung und wird in der vorliegenden Arbeit über die prozentuale Übereinstimmung ermittelt. Im Kapitel 1.2.2. Beurteilerrealiabilität wird detailliert theoretisch und praktisch darauf eingegangen.

prozentuale Gesamtübereinstimmung = Summe aller prozentuellen Übereinstimmungen9 Analysekomponenten * 100 % = 83 %

Die prozentuelle Übereinstimmung von Beurteiler 1 und 2 ist mit 83 % ausreichend um den Konsens der unterschiedlichen Analysekomponenten in den Definitionen zu erfassen. Relevant ist dabei nicht, was hinter den unterschiedlichen Meinungen der Beurteiler steht, vielmehr dass die Beurteiler eine möglichst identische Einschätzung über den Sachverhalt aufweisen (vgl. Wirtz & Caspar, 2002, S. 15f.).

(36)

Tabelle 4: Beurteilerrealiabilität Begriff „Vorurteil“

Affektive Komponente Unbegründetheit Urteils Einstellung Vorurteils-negative assoziationen

negative & positive

Vorurteilsassoziationen Ausrichtung gegen Fremdgruppe

Ausrichtung gegen Mitglied Fremdgruppe Starrheit Unveränderbarkeit trotz belegter Falschheit Gesamte Einstellungs-komponenten Sonstiges B1 B2 Ü6 B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2 Ü B1 B2 Allport, 1954, S. 6f. 1 17 x8 1 1 x 1 1 x 1 1 x x x 1 1 x x x Aboud, 1988, S. 6 x x x 1 1 x x x 1 1 x 1   x Stabilität

Werth & Mayer,

2008, S. 379 1 1 x x 1  1  1 1 x x 1   x 1 1 x

Förster, 2008,

S. 18 x x x x x x x x x durch Erwartungen gefärbte Urteile

Nelson, 2009,

S. 2 1 1 x x 1  1 1 x x 1 1 x 1 1 x x x definitions have simplified

Giddens et al., 2009, S. 439 1 1 x 1 1 x 1  1   1  1 1 x 1  1 1 x x Brown, 2010, S. 7 1 1 x x 1 1 x 1   1   x 1   x 1   Dovidio et al., 2013, S. 5 1 1 x x 1 1 x 1 1 x x x x x 1   Aronson et al., 2014, S. 485 1 1 x x 1 1 x 1 1 x x x 1 1 x x x Gerrig & Zimbardo, 2015, S. 653 1 1 x x 1 1 x 1 1 x x x 1  1 1 x x Umfassen eine Verhaltensabsicht Summe

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1.6. Ergebnisse der wissenschaftlichen Analyse des Begriffs „Vorurteil“

Zehn ausgewählte Begriffsdefinitionen von „Vorurteilen“ wurden durch eine qualitative Datenanalyse auf ihre inhaltliche Konsistenz anhand der Kategorien affektive Komponente, Unbegründetheit des Urteils, Einstellung, negative Assoziationen, negative & positive Assoziationen, Ausrichtung gegen Fremdgruppen und Ausrichtung gegen Mitglieder einer Fremdgruppe, Starrheit & Unveränderbarkeit trotz belegter Falschheit und den gesamten Einstellungskomponenten analysiert. Die Zuverlässigkeit der Zuordnung der Analysekomponenten zu den Definitionen wurde durch die Beurteilerrealiabilität geprüft und gewährleistet.

In der Tabelle 4 wird veranschaulicht, dass es einen Konsens anhand der Kategorien affektive Komponente, Einstellung und Ausrichtung gegen ein Mitglied einer Gruppe gibt. Die am häufigsten berücksichtigte Analysekomponente in den Definitionen ist mit 80 % die affektive Komponente, gefolgt von Einstellungen und Ausrichtung gegen Mitglieder einer Gruppe mit 60 %. Mit großen Abweichungen zwischen den Beurteilern, jedoch mit einer Durchschnittskonsistenz von 70 %, wurde die negative Assoziation von „Vorurteilen“ bewertet.

Die Analysekomponenten Unbegründetheit des Urteils, die negative und positive Vorurteilsassoziationen, die Starrheit bei Unveränderbarkeit trotz belegter Falschheit und die Berücksichtigung der gesamten Einstellungskomponenten wurde heterogen erwähnt, und stellen somit keine konsistenten Definitionsbestandteile von „Vorurteilen“ dar. In der Kategorie „Sonstiges“, wurden die Stabilität eines „Vorurteiles“ sowie die, „Vorurteile“ als von Erwartungen gefärbte Urteile, die Verhaltenskomponente als eigenständige Einstellungskomponente angemerkt.Eine positive Assoziation konnte in den Begriffsdefinitionen trotz der Kritik der einseitigen negativen Assoziation von „Vorurteilen“ durch die Autoren Werth & Mayer (2008) und Brown (2010) nicht identifiziert werden.

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2. Studie 2: Alltagsverständnis des Begriffs „Vorurteil“

Die Studie 2 wurde durch eine Online-Befragung realisiert. Befragt wurde mittels einer ad-hoc Stichprobe. Der Fragebogen wurde über soziale Netzwerke online und privat geteilt. Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 7. bis zum 25. August 2017. In der Vorurteilsforschungsliteratur wird der Begriff „Vorurteil“ als negative Einstellung gegenüber Gruppen und deren Mitgliedern gefasst (vgl. Zick et al., 2011, S. 32). Die in Kapitel 1.4. durchgeführte Konsensanalyse der Komponenten in den Definitionen des Begriffs „Vorurteil“ erbrachte die größte Übereinstimmung bei „Affektivität“ (80 %), „negative Bewertung“ (70 %) und „Einstellung“ und „Ausrichtung gegenüber den Mitgliedern einer Gruppe“ (60 %). Die folgende Hypothese prüft, ob das Alltagsverständnis mit der Literaturdefinition übereinstimmt. Das Alltagsverständnis beschreibt die umgangssprachliche Erklärung von Vorurteilen durch die Befragten.

2.1. Hypothese I

Vorurteile werden in der Alltagsprache von den Befragten negativ definiert. Die Hypothese I berücksichtigt das Grundelement der negativen Gefühlsbetonung des Begriffes aufgrund der Abwertung von Fremdgruppen. Das zweite Kernelement, welches Allport (1954) als die Unbegründetheit des Urteils anhand? von Vorurteilen beschreibt, findet aufgrund der Ergebnisse im Kapitel 1.6. keine Berücksichtigung, da es nicht als konsistentes Definitionsmerkmal des Begriffes identifiziert wurde. Die „negative Definition“ beschreibt, dass die Befragten „Vorurteile“ als eine Abwertung gegenüber einer Gruppe bzw. deren Mitglieder definieren.

(39)

2.2. Methode

Die Hypothese I wird anhand der geschlossenen Vorurteilsdefinition, der offenen Vorurteilsdefinition und der Vorurteilsakzeptanz beantwortet.

2.2.1. geschlossene Vorurteilsdefinition

Die geschlossene Vorurteilsdefinition basiert auf den in Studie 1 herangezogenen Analysekomponenten (siehe Kapitel 1.5.1.) welche erweitert wurden. Anhand der Frage: „Was verstehst du unter ‚Vorurteilen‘? ‚Vorurteile‘ sind für mich… .“ konnte bei 19 Komponenten auf einer Skala von 1 bis 5 ausgewählt werden. Die Ergebnisse der geschlossenen Vorurteilsdefinition werden durch ein Polaritätsprofil dargestellt, in welchem anhand des Medians und der Mittelwerte der Analysekomponenten dem Begriff „Vorurteil“ Beschreibungen zugewiesen werden.

2.2.2. offene Vorurteilsdefinition

Die offene Definitionsanalyse stellt sicher, dass inhaltliche Komponenten ihre Berücksichtigung finden die in der wissenschaftlichen Analyse nicht berücksichtigt wurden. Mit der Frage: „Wenn du an den Begriff ‚Vorurteile‘ denkst. Was fällt dir spontan dazu ein? Schreibe bitte alles und so viel wie möglich nieder, was dir zu dem Begriff „Vorurteil“ einfällt.“ wurde das Alltagsverständnis der Befragten erhoben und ihre Antworten Kategorien zugeordnet um sie auswerten zu können. Bei der qualitativen Inhaltsanalyse werden die Antworten der Befragten zu den offenen Fragen Kategorien zugeordnet, welche zuvor festgelegt und beschrieben wurden (vgl. Mey und Mruck, 2010, S. 603).

2.2.2.1. Analysekomponenten offene Definition „Vorurteile“

Mittels 10 Komponenten wurde ein möglichst getreues Abbild der Antworten der Befragten geschaffen. Dabei finden die Komponenten Berücksichtigung, die bei der

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Negative Assoziation

Die Komponente negative Assoziation zeigt sich durch negative Gefühle (Abneigung oder Furcht), negative Überzeugungen (Stereotypen). Diese legitimieren in weiterer Folge Einstellungen und ein daraus folgendes Verhalten (vgl. Gerrig & Zimbardo, 2015, S. 653).

Negative und positive Assoziation

Mittels negativer und positiver Assoziationen wird das gesamte Spektrum der affektiven Kategorie berücksichtigt. Werth & Mayer (2008) berücksichtigen, dass Vorurteile per Definition neben negativen, auch über positive Assoziationen verfügen können.

Starrheit und Unveränderbarkeit trotz belegter Falschheit

Mittels Starrheit und Unveränderbarkeit beschreiben Aboud (1988) und Giddens (2009), das Festhalten an den Vorurteilen trotz Beweisen für ihre Unwahrheit.

Mangelnde persönliche Erfahrungen

Der persönliche Wissensvorrat beinhaltet Wissen, um Ausdrucks-,

Auslegungsschemata und Kenntnisse objektiver Zeichensysteme, wie der Sprache (vgl. Roth & Klaus, 1998, S. 34; Schütz & Luckmann, 1994, S.95ff.). Fehlt es an den persönlichen Erfahrungen ist der Umgang mit Vorurteilen eingeschränkt.

Kategorisierung

Durch den Prozess der sozialen Kategorisierung werden Menschen aufgrund der Gruppencharakteristik Attribute zugesprochen. Die soziale Kategorisierung ist nützlich, um Reize zu „sortieren“. Dabei wird der Stolz und die Identifikation mit der Eigen-Gruppe unterstützt (vgl. Aronson et al., 2014, S. 491f.).

Weitergabe von Vorurteilen im eigenen Kulturkreis

Auch minimale Gründe führen bei Differenzierung zur Zugehörigkeit zu einer Eigen-Gruppe, sowie zum Bestreben sich gegenüber der Fremd-Gruppe zu profilieren um

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Vorurteile sind menschlich

Als Basis des menschlichen Verstandes braucht es das Denken in Verallgemeinerungen. Die Kategorien, die gebildet wurden, stellen die Grundlage für normale Vorausurteile dar. Dieser Prozess kann nicht vermieden werden, da er die Basis für ein geordnetes Leben darstellt (vgl. Allport & Graumann, 1971, S. 34).

Stereotype

Stereotype sind kognitive Bilder, welche von einem Individuum gebildet werden, um Liebes- oder Hassvorurteile zu legitimieren (vgl. Allport & Graumann, 1971, S. 198). Diese Kategorie findet Berücksichtigung da Stereotype als Basis für Vorurteile von den Befragten nicht abgegrenzt werden.

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2.2.2.2. Beurteilerreliabilität

Tabelle 5 stellt die Häufigkeit der oben beschriebenen Kategorien der Antworten der Befragten dar. Durch das Heranziehen eines zweiten Beurteilers wird die

Zuverlässigkeit der Kategorienzuordnung geprüft. Mittels der prozentualen

Übereinstimmung wird der Anteil der Fälle in Prozent angegeben, bei denen zwei oder mehrere Beurteiler die gleiche Kategorisierung einer Nennung abgeben (vgl. Wirtz & Caspar, 2002, S. 47).

Bei der Zuteilung konnten einzelnen Antworten der Befragten mehreren Kategorien zugeordnet werden. Antworten die mehreren Kategorien zugeordnet werden konnten, wurden als Kategorienübereinstimmungen berücksichtigt und Kategoriedifferenzen wurde bei Mehrfachzuordnungen unbeachtet gelassen. Bei Einfachzuordnungen zu einer Kategorie wurden Übereinstimmungsabweichungen und Übereinstimmungen erfasst. Die prozentuelle Übereinstimmung von Beurteiler 1 und Beurteiler 2 ist mit 71 % ausreichend. Die 135 Übereinstimmungsoptionen geben die Anzahl der Antworten der Befragten wieder. Bei 96 der 135 Antworten stimmen Beurteiler 1 und 2 in ihrer Kategorienzuordnung überein.

Prozentuale Übereinstimmung = 96 Übereinstimmungen

135 Übereinstimmungsoptionen * 100 % = 71 %

2.2.3. Vorurteilsakzeptanz

Mit der Frage „Wie denkst du über Vorurteile? Kreuze bitte jene Zahl an, die deiner Meinung am besten entspricht. Es ist …“ wurde anhand von fünf Fragen erhoben, wie stark auf einer Skala von 1 (für stimme gar nicht zu) bis 5 (für stimme voll zu) es legitim oder illegitim ist Vorurteil zu ziehen. Die Vorurteilsakzeptanz der Befragten zeigt, ob Vorurteile als richtige, legitime oder als falsche, negative Einstellungen von den Befragten erachtet werden. Jene Fragen, die Vorurteile als illegitim beschreiben, wurden

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2.3. Ergebnisse Alltagsverständnis des Begriffs „Vorurteil“

Das Kapitel 2.3. stellt die Ergebnisse der Studie 2 anhand der drei Variablen Vorurteilsdefinition nach geschlossenen Fragen, Vorurteilsdefinition nach offenen Fragen und Vorurteilsakzeptanz dar.

2.3.1. Vorurteilsdefinition bei geschlossenen Fragen

Die Ergebnisse der geschlossenen Definitionen von „Vorurteilen“ wurden anhand des Medians und Mittelwertes berechnet. Die Abbildung 1 stellt die Daten an einem Polaritätsprofil ausführlich dar. Je nach Ausprägung die Median- und Mittewertline sind Zuschreibungen basierend auf den Antworten zu den geschlossenen Fragen für den Begriff „Vorurteil“ möglich.

(44)

3,46; 1 2,49; 2 2,6; 3 3,62; 4 2,26; 5 2,51; 6 3,81; 7 2,56; 8 4; 1 3; 2 2; 3 4; 4 2; 5 2; 6 4; 7 3; 8 1 2 3 4 5 6 7 8 1 2 3 4 5 allgemeingültige Urteile falsche Urteile Urteile die auf fehlenden Erfahrungen beruhen emotionslos ungerechtfertigt Einstellungen inhaltlich positiv gegen eine Gruppe gerichtet Urteile, individuell geltende Urteile richtige Urteile

Urteile die auf eigenen Erfahrungen beruhen emotional gerechtfertigt keine Einstellungen inhaltlich negativ gegen die Mitglieder

einer Gruppe gerichtet

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2.3.2. Vorurteilsdefinition bei offenen Fragen

Bei den Antworten zu den offenen Fragen bezüglich des Alltagsverständnisses von Vorurteilen wurde durchschnittlich in 20 % der Antworten der Befragten „Vorurteile“ negativ betont, in durchschnittlich 5,5 % der Antworten wurde berücksichtigt, dass Vorurteile neben negativen auch über positive Seiten verfügen. Die Kategorisierung durch Vorurteile wurde am zweit häufigsten (10 %) genannt. Das Ergebnis der offenen Vorurteilsdefinition zeigt ein sehr breites Verständnis von Vorurteilen.

Tabelle 5: Hypothese I: offene Vorurteilsdefinition

Kategorie B1 Anzahl Nennungen B1 %-Anteil Nennungen B2 Anzahl Nennungen B2 %- Anteil Nennungen negative Assoziationen 33 24% 22 16% Kategorisierung 13 10% 14 10%

Beruhend auf fehlenden persönlichen Erfahrungen 11 8% 4 3%

Vorurteile sind menschlich 11 8% 16 12%

negative & positive Assoziationen 7 5% 8 6%

Affektive Komponente 4 3% 3 2%

Stereotype 6 4% 6 4%

Beruhend auf persönlichen Erfahrungen 6 4% 6 4%

Weitergabe von Vorurteilen im eigenen Kulturkreis 5 4% 7 5%

vorzeitiges Urteil 4 3% 6 4%

Starrheit & Unveränderbarkeit trotz belegter

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2.3.3. Vorurteilsakzeptanz

Mit fünf Fragen wurde auf einer Skala von 1 (für stimme gar nicht zu) bis 5 (für stimme voll zu) erfasst ob es legitim oder illegitim ist Vorurteile zu ziehen. Der Mittelwert von 3,08 in der Stichprobe zeigt, dass die Befragten es als falsch ansehen Vorurteile zu haben. Die kumulierte Häufigkeit, die Aufsummierung der Prozentangaben der Häufigkeiten, von 74,1 % zeigt auf, dass in 74,1 % der Fälle die Mittelwerte kleiner als 3,5 sind. Womit knapp drei Viertel der Befragten es als falsch ansehen Vorurteile zu hegen.

Zusammenfassend konnte durch die Ergebnisse der geschlossenen

Vorurteilsdefinition, der offenen Vorurteilsdefinition und der Vorurteilsakzeptanz die Hypothese I bestätigt werden.

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3. Studie 3: Wahrnehmung von Geschlechterunterschieden

Die Studie 1 hat das wissenschaftliche Verständnis der Begriffe „Stereotyp“ und „Vorurteil“ analysiert. Die Studie 2 stellt das Alltagsverständnis der Befragten des Begriffs „Vorurteil“ dar. Die Studie 3 klärt anhand der Variablen, welche bei der

Fragebogendurchführung erhoben worden sind, die Wahrnehmung von

Geschlechtsunterschieden anhand von fünf Hypothesen. Um die Hypothesen nachvollziehen zu können, werden folgend die herangezogenen Variablen definiert, das methodische Vorgehen geklärt und die Ergebnisse aus den Hypothesen erläutert. Zur Übersicht werden in der Tabelle 6 die Korrelationskoeffizienten zwischen allen herangezogenen Variablen zusammengefasst. Der Korrelationskoeffizient gibt Auskunft ob es einen Zusammenhang zwischen den abhängigen und unabhängigen Variablen gibt. Die Veränderungen der abhängigen Variablen werden durch den Einfluss einer unabhängigen Variable begründet (vgl. Bortz und Döring, 2012, S. 3). Je höher die Korrelation, umso besser wird die Prognose eines Wertes aus einem anderen. Bei der Korrelationsberechnung wird ein Signifikanztest durchgeführt. Der Signifikanzwert mit 0,02 ist kleiner als das Signifikanzniveau von 0,05 wodurch ein Zusammenhang zwischen den Variablen bestätigt werden konnte (vgl. Raab-Steiner und Benesch, 2015, S. 150).

Zur Interpretation des Korrelationskoeffizienten wurde die Einordnungssystematik nach Duller (2007) herangezogen.

Die fett formatierten Werte in der Tabelle 6 heben hervor zwischen welchen Variablen es eine Korrelation gibt. Folgend werden die Variablen und Hypothesen vorgestellt und im Kapitel 3.3. die Methode und die Berechnung der Variablen. Das Kapitel 3.5. stellt die Ergebnisse der einzelnen Hypothesen dar.

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Tabelle 6: Korrelation der Variablen

UV1

Image von Vorurteilen

UV2 Vorurteilsakzeptanz UV3 Persönlichkeitstoleranz UV4 Geschlecht UV5 Bildungsniveau S p e a rm a n -R ho AV1 Genauigkeit der Wahrnehmung Korrelationskoeffizient -,034 ,220** -,144 ,176* -,164* Sig. (1-seitig) ,345 ,005 ,053 ,018 ,024 N 138 139 127 144 145 AV2 Geschlechts-stereotypendenken Korrelationskoeffizient -,198** ,095 -,101 ,211** -,077 Sig. (1-seitig) ,010 ,133 ,128 ,006 ,178 N 138 139 127 144 145 AV3

Maß der Geschlechts-diskriminierung

Korrelationskoeffizient -,090 ,170* -,218** ,222** -,091

Sig. (1-seitig) ,148 ,023 ,007 ,004 ,137

N 138 139 127 144 145

**. Die Korrelation ist auf dem Niveau von 0,01 (2-seitig) signifikant. *. Die Korrelation ist auf dem Niveau von 0,05 (2-seitig) signifikant.

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3.1. Konzeptuelle Beschreibung der Variablen

Variablen haben im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Untersuchungen eine funktionale Bedeutung, indem sie als unabhängige oder abhängige Variable Berücksichtigung finden. Durch sie werden Veränderungen der abhängigen Variablen durch den Einfluss einer unabhängigen Variable begründet (vgl. Bortz und Döring, 2012, S. 3). Für die vorliegende Arbeit wurden die folgend beschriebenen unabhängigen und abhängigen Variablen herangezogen.

3.1.1. Unabhängige Variablen 3.1.1.1. Image von Vorurteilen

Das Image von Vorurteilen der Befragten wird mittels 11 Adjektivpaaren dargestellt, um festzustellen wie stark die vorgegebenen Adjektive mit „Vorurteilen“ assoziert werden. 3.1.1.2. Vorurteilsakzeptanz

Die Vorurteilsakzeptanz der Befragten zeigt, ob Vorurteile als richtige, legitime oder als falsche, negative Einstellungen von den Befragten beschrieben werden.

3.1.1.3. Persönlichkeitstoleranz

Anhand der Beschreibungen einer toleranten Persönlichkeit nach Allport & Graumann (1971) wurden die Befragten um eine Selbsteinschätzung ihrer Persönlichkeit gebeten.

3.1.1.4. Geschlecht

Zur Beantwortung der Hypothesen stellt das Geschlecht der Befragten eine wesentliche Rolle dar.

3.1.1.5. Bildungsniveau

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wissenschaftlichen Forschungen (den objektiven Werten) subtrahiert. Die Summe der Genauigkeit der Wahrnehmung aller Abweichungen pro Befragten ist dafür relevant.

3.1.2.2. Geschlechtsstereotypendenken

Das Geschlechtsstereotypendenken erfasst ob die subjektiven Schätzurteile entsprechend oder entgegen „Stereotypen“ gerichtet sind. Dazu wurden anhand eines Pretests jene Schätzfragen ausgeschieden in welchen kein Geschlechtsstereotyp wahrgenommen wurde. Der Pretest ist im Anhang dargestellt.

3.1.2.3. Maß der Geschlechtsdiskriminierung

Das Maß der Geschlechtsdiskriminierung misst welchem Geschlecht die Befragten negative oder positive „Stereotype“ zurechnen. Mittels eines Pretests wurden die als neutral identifizierten Geschlechtsstereotype ausgeschieden.

Aus der Gegenüberstellung der Variablen (siehe Tabelle 6) wurden Hypothesen formuliert, welche im Kapitel 3.2. dargestellt werden.

Abbildung

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Referenzen

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