8 Ergebnisse für den Schwerpunkt A: Schulleistung

8.1 Zu Frage A1: Ergebnisse nach Lernausgangslage

8.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse zu Frage A1

Im nachfolgenden Abschnitt werden die Ergebnisse zur Fragestellung A1, welche die Ent- wicklung der Schulleistung bei vergleichbarer Lernausgangslage an unterschiedlichen Schularten in den Blick nimmt, zusammengefasst.

Die Ergebnisse sind -nach Domänen sortiert- wie folgt:

1. Die Gruppenbildung basiert auf dem fächerübergreifenden Test KLASSE 4. Es zeigt sich, dass auch bei gleicher Lernausgangslage laut Test KLASSE 4 die Schülergruppen in sich heterogen sind. Zwar bestehen stets Tendenzen wie die Leistung der Mehrheit einer Gruppe einzuschätzen ist, jedoch gibt es in allen Gruppen ein Leistungsspekt- rum. Darüber hinaus zeigt sich, dass sich die Leistungsspektren der Probandengrup- pen überschneiden.

2. Allgemeines Leseverständnis/Wort-, Satz- und Textebene:

Im Leseverständnis auf Wort- und Satzebene zeigen jeweils über 90% der Schüler Leistungsfortschritte im Zeitraum von Ende Klasse 5 bis Ende Klasse 7 Im Textver- ständnis ist dieser Anteil mit 57,1% deutlich geringer.

Die Probanden mit SPF erzielen sowohl an der GMS als auch am SBBZ am Ende der Klassen 5 und 6 im Durchschnitt weit unterdurchschnittliche Ergebnisse im Lesever- ständnis. Betrachtet man die einzelnen Testergebnisse, so wird deutlich, dass am SBBZ am Ende der Klasse 5 ein Viertel der Schüler über durchschnittliches Lesever- ständnis verfügt, ein Jahr später sind es 12,5% (n=1). An der GMS hat am Ende der Klasse 5 kein Proband mit SPF ein durchschnittliches Leseverständnis. Hier steigt zum Ende der Klasse 6 einerseits der Anteil der Probanden mit weit unterdurchschnittli- chem Ergebnis deutlich an, andererseits erreichen 14,3% (n=1) ein durchschnittliches Testergebnis.

Schüler mit einer HSE an der GMS haben ein schwächeres Leseverständnis als an der RS.

Es zeigt sich zudem, dass an der RS sowohl Schüler mit HSE als auch mit RSE über durchschnittliches Leseverständnis verfügen. In Klasse 5 verfügen Probanden mit RSE an RS und GMS über ein vergleichbares Leseverständnis. Am Ende der Klasse 6

hingegen sind die Leistungen der Schüler an der GMS etwas stärker als an der RS. Dabei bildet die Gruppe GMS_RSE das Leistungsspektrum von „weit unterdurch- schnittlich“ bis „weit überdurchschnittlich“ ab, was erneut ein Leistungsspektrum in- nerhalb der Gruppen nach Lernausgangslage und letztlich auch der Schülergruppen an einer Schulart verdeutlicht.

3. Wortverständnis:

Die Ergebnisse der Probanden mit SPF liegen am Ende der Klassen 5 im Mittel im weit unterdurchschnittlichen Bereich. Am Ende der Klasse 6 sind die Leistungen an beiden Schularten unterdurchschnittlich, wenngleich der Mittelwert an der GMS um etwa 5 T-Wertpunkte höher ist als am SBBZ. Der Anteil derer mit SPF, die einen Leistungszu- wachs bis Ende Klasse 7 im Wortverständnis aufzeigen, ist am SBBZ höher als an der GMS. Ebenso ist dort auch der mittlere Leistungszuwachs höher.

Insgesamt zeigt sich, dass 92,9% aller Probanden innerhalb der Klassenstufe 7 ihr Wortverständnis verbessern. Mit 28,6% ist der Anteil derer, die keinen Leistungsfort- schritt haben, in der Gruppe GMS_SPF am größten.

Auch bei Probanden mit RSE an RS und GMS zeigt sich eine Leistungsspanne innerhalb der Gruppe, wobei in beiden Gruppen die Mehrheit der Schüler ein durchschnittli- ches Wortverständnis hat. Der Mittelwert der Gruppe ist am Ende der Klasse 5 in der Gruppe RS_RSE höher und am Ende der Klasse 6 in der Gruppe GMS_RSE. Der mittlere Leistungszuwachs auf Rohwertebene ist an der GMS etwa doppelt so hoch wie an der RS.

4. Satzverständnis:

Auf Satzebene ist das Leseverständnis der meisten Schüler mit SPF an SBBZ und GMS am Ende der Klassen 5 und 6 als (weit) unterdurchschnittlich einzuschätzen. Am SBBZ wird der Anteil derer mit durchschnittlichem Satzverständnis bis zum Ende der Klasse 6 deutlich größer, sodass mehr als ein Drittel der Schüler über ein durchschnittliches Satzverständnis verfügt. An der GMS verfügt am Ende der Klasse 6 einer der sieben Probanden über durchschnittliches Satzverständnis; der Anteil derer mit weit unter- durchschnittlichem Testergebnis ist innerhalb des Jahres angestiegen.

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Die Mittelwerte der Schüler mit RSE an GMS und RS am Ende der Klassen 5 und 6 sind etwa gleich und im durchschnittlichen Bereich. An beiden Schularten wird der Anteil derer mit unterdurchschnittlichem Satzverständnis innerhalb des einen Jahres klei- ner und gleichzeitig der Anteil jener mit mindestens durchschnittlichem Satzver- ständnis folglich größer.

Die Schüler mit HSE erreichen zu beiden Erhebungszeitpunkten an der RS einen deut- lich höheren Mittelwert im Satzverständnis als an der GMS. Anhand der Rohwerte wird über den Zeitraum von einem Jahr bei den Schülern der Gruppe GMS_HSE aller- dings ein deutlicherer Leistungszuwachs erfasst als bei den Probanden RS_RSE. 5. Textverständnis:

Insgesamt zeigt sich ein Leistungszuwachs im Textverständnis von Ende Klasse 5 bis Ende Klasse 7 bei 57,1% der Schüler. Das bedeutet, dass 42,9% der Schüler nach zwei Jahren gleiche oder schwächere Ergebnisse im Textverständnis erzielt haben als Ende der Klasse 5. Es gelang den Schülern im gleichen Test nach zwei Jahren maximal sie- ben Items mehr korrekt zu bearbeiten. Der Durchschnitt liegt bei 2 Items, wobei die null korrekten Items der genannten 42,9% der Probanden eingerechnet sind.

Sowohl am Ende der Klasse 5 als auch am Ende der Klasse 6 ist das Textverständnis beider Gruppen mit SPF als weit unterdurchschnittlich einzuschätzen. Der mittlere T- Wert der Gruppe SBBZ_SPF ist am Ende der Klasse 6 etwa 3 T-Wertpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. In der Gruppe GMS_SPF war der mittlere T-Wert in Klasse 5 höher als in der Vergleichsgruppe am SBBZ. Am Ende der Klasse 6 ist er um 6 T-Wertpunkte gesunken und differiert kaum vom Mittelwert der Vergleichsgruppe. In beiden Grup- pen zeigen etwa 60% der Schüler einen Leistungsfortschritt von Klasse 5 bis Klasse 7. Der mittlere Leistungsfortschritt ist vergleichbar mit jenem der anderen Gruppen und liegt bei 1,96 Items (SBBZ_SPF) bzw. 2,57 Items (GMS_SPF).

Die Schülergruppen GMS_RSE, RS_RSE und RS_HSE verfügen über ein durchschnittli- ches Textverständnis sowohl am Ende der Klasse 5 als auch am Ende der Klasse 6. Die Vergleichsgruppe GMS_HSE verfügt über niedrigeres, unterdurchschnittliches Text- verständnis.

6. Rechtschreibung/Graphemtreffer:

Insgesamt wurde bei etwa drei Vierteln (76,24%) der Probanden ein Leistungsfort- schritt im Rechtschreiben, resp. in der Anzahl der Graphemtreffer im Verfahren HSP 5-10B im Zeitraum von Ende Klasse 6 bis Ende Klasse 7 gemacht.

Bei Schülern mit SPF ist der Anteil der Probanden mit Leistungsfortschritt mit 80% am SBBZ höher als an der GMS (66,66%). Der mittlere Leistungsfortschritt ist in beiden Gruppen etwa gleich groß und liegt über dem mittleren Leistungsfortschritt der Ge- samtstichprobe. Die mittleren Rechtschreibleistungen der Schüler mit SPF sind am Ende der Klassen 6 und 7 unterdurchschnittlich bis weit unterdurchschnittlich. Am SBBZ sinkt der Anteil derer mit weit unterdurchschnittlichen Leistungen auf 24% am Ende der Klasse 7. 28% zeigen durchschnittliche Rechtschreibfähigkeiten. An der GMS zeigen am Ende der 7 Klasse 16,7% der Schüler durchschnittliche, 33,3% unterdurch- schnittliche und 50% weit unterdurchschnittliche Rechtschreibleistungen.

Die Leistungsentwicklung der Gruppe GMS_HSE ist vergleichbar mit jener der Schüler mit SPF. Die Leistung der Schüler mit SPF bleibt daher unter der Leistung der Schüler mit HSE an der GMS.

Die Probandengruppen an der RS entwickeln ihre Rechtschreibleistung innerhalb des Jahres im Durchschnitt in geringerem Maß als ihre Vergleichsgruppen an der GMS. 7. Mathematik allgemein:

Probanden mit RSE erreichen im DEMAT 5+ und DEMAT 6+ am Schuljahresende der Klasse 5 bzw. 6 Leistungen im unteren Durchschnittsbereich. Sowohl an der GMS als auch an der RS verfügt die Mehrheit der Schüler über durchschnittliche mathemati- sche Kompetenzen. An der RS steigt dieser Anteil, an der GMS ist er in Klasse 6 etwas geringer als in Klasse 5.

Schüler mit SPF am SBBZ erreichen in DEMAT 5+ und DEMAT 6+ jeweils etwa zur Hälfte weit unterdurchschnittliche bzw. unterdurchschnittliche Ergebnisse. Einzelne Probanden zeigen durchschnittliche Leistungen im Vergleich zur Normstichprobe. An der GMS ist der Anteil der Probanden SPF mit unterdurchschnittlichen Leistungen deutlich höher als jener der Schüler mit SPF, die weit unterdurchschnittliche

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Leistungen zeigen. Auch hier gibt es Ende Klasse 6 einzelne Schüler mit durchschnitt- lichen Testergebnissen.

8. Arithmetik:

Wenn der Subtest Arithmetik isoliert betrachtet wird, so erreichen die Probanden- gruppen mit SPF an GMS und SBBZ am Ende der Klasse 5 den gleichen Mittelwert im unterdurchschnittlichen Bereich. Am Ende der Klasse 6 ist der Mittelwert der Schüler an der GMS um fünf T-Wertpunkte höher als am SBBZ. Etwa ein Drittel der Probanden an der GMS erreichen bei dieser Testung ein durchschnittliches Testergebnis. Am SBBZ ist der Anteil der Schüler mit weit unterdurchschnittlichem Testergebnis am Ende der Klasse 6 mit über 80% deutlich höher als am Ende der Klasse 5.

Wird der DEMAT 5+ wiederholt durchgeführt und anhand der Rohwerte ein Leis- tungszuwachs gemessen, so zeigt sich, dass die Probanden mit SPF in den geforderten arithmetischen Aufgaben im Vergleich zu den anderen Schülergruppen etwas gerin- gere Fortschritte machen. Sie bearbeiten nach zwei Jahren im Durchschnitt 0,83 (GMS_SPF) bzw. 0,93 (SBBZ_SPF) Items mehr richtig als am Ende der Klasse 5. Wird die Gesamtstichprobe betrachtet, so beträgt der mittlere Leistungszuwachs der 98 Probanden 1,63 Items. Etwa 60% bearbeiten am Ende der Klasse 7 mehr Items richtig als am Ende der Klasse 5. Der Anteil derer, die ihre Leistung verbessern, be- trägt in der Gruppe SBBZ_SPF 39,1% und ist mit 66,7% in der Gruppe GMS_SPF deut- lich höher.

Die Probanden GMS_RSE und RS_RSE verfügen etwa über gleiche Kompetenzen in Arithmetik im DEMAT 5+. Die Mittelwerte im DEMAT 6+ weichen nur gering von den Mittelwerten im DEMAT 5+ ab und liegen im unteren Durchschnittsbereich.

Im Dokument Entwicklung der Schulleistung und des schulischen Selbstkonzepts von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen in der Sekundarstufe I (Seite 101-106)