8 Ergebnisse für den Schwerpunkt A: Schulleistung

8.2 Zu Frage A2: Ergebnisse nach kognitiver Grundfähigkeit

8.2.4 Zusammenfassung der Ergebnisse zu Frage A2

Frage A2 beschäftigt sich mit der Entwicklung der Schulleistungen der Schüler mit und ohne SPF in Mathematik und Deutsch bei vergleichbarer kognitiver Grundfähigkeit. Nachfolgend werden die Ergebnisse domänenbezogen zusammengefasst.

1. Allgemeines Leseverständnis/Wort-, Satz- und Textebene:

Innerhalb der nach vergleichbaren kognitiven Fähigkeiten gebildeten Schülergruppen gibt es Probanden mit unterschiedlich hohen Kompetenzen im Leseverständnis. Bei- spielsweise gibt es am Ende der Klasse 5 in der Gruppe der Schüler mit unterdurch- schnittlicher Intelligenz sowohl Probanden mit weit unterdurchschnittlichem als auch solche mit weit überdurchschnittlichem Leseverständnis.

Es zeigen sich am Ende der Klasse 5 Tendenzen dahingehend, dass der Anteil jener Schüler mit (weit) unterdurchschnittlichem Leseverständnis in den Gruppen mit (weit) unterdurchschnittlicher Intelligenz größer ist als in den Gruppen mit mindes- tens durchschnittlichen kognitiven Grundfähigkeiten. Entsprechend ist bei höherer Intelligenz der Anteil jener mit niedrigem Leseverständnis kleiner als bei niedriger In- telligenz.

Eine längsschnittliche Betrachtung erfolgt für das Leseverständnis auf Textebene. 2. Textverständnis:

Auch bei isolierter Betrachtung des Textverständnisses zeigt sich ein Leistungsspekt- rum innerhalb der Gruppen. Beispielsweise werden bei unterdurchschnittlicher

Zu Frage A2: Ergebnisse nach kognitiver Grundfähigkeit

Intelligenz Leistungen im weit unterdurchschnittlichen bis weit überdurchschnittli- chen Bereich erreicht.

Doch auch hier zeigen sich entsprechende Tendenzen dahingehend, dass es anteil- mäßig in den Gruppen mit (weit) unterdurchschnittlicher Intelligenz mehr Schüler mit geringem Textverständnis gibt als in den Gruppen mit mindestens durchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten.

Unabhängig von der kognitiven Grundfähigkeit gibt es in jeder der Vergleichsgruppen Probanden, die ihr Textverständnis innerhalb der zwei Schuljahre von Ende Klasse 5 bis Ende Klasse 7 verbessern sowie Probanden, bei welchen kein Leistungszuwachs nachgewiesen werden kann.

Bei differenzierterer schulartabhängiger Analyse wird darüber hinaus deutlich: Bei unterdurchschnittlicher Intelligenz ist der Anteil derer mit Leistungszuwachs an SBBZ und GMS gleich groß (62,5%). Darüber hinaus ist der mittlere Leistungszuwachs etwa gleich und entspricht etwa dem mittleren Leistungszuwachs der gesamten Stichprobe.

Bei einer Intelligenz im unteren Normbereich ist der Anteil jener mit nachweisbarem Leistungszuwachs an der GMS (42,1%) geringer als an der RS (60%) und dem SBBZ (100%). Bei einer Intelligenz im oberen Normbereich hingegen ist der Leistungszu- wachs an GMS und RS etwa gleich. Die Probanden mit überdurchschnittlicher Intelli- genz verbessern ihr Textverständnis an der GMS stärker als an der RS.

3. Rechtschreibung:

Innerhalb der nach vergleichbarer Intelligenz gebildeten Gruppen besteht eine deut- liche Heterogenität am Ende der Klassenstufen 6 und 7. Die Leistungsspanne inner- halb der einzelnen Gruppen reicht von unterdurchschnittlich bis überdurchschnittlich oder gar weit überdurchschnittlich. Demnach überschneiden sich die Wertebereiche deutlich.

22% der Probanden mit durchschnittlicher Intelligenz verfügen am Ende der Klasse 6 über unterdurchschnittliche Rechtschreibkompetenzen.

Etwa 80% aller Probanden konnten ihre Rechtschreibleistung innerhalb des Jahres von Ende Klasse 6 bis Ende Klasse 7 verbessern.

Es zeigt sich kein kausaler Zusammenhang in der Art „Je höher die Intelligenz, desto…“.

Probanden mit überdurchschnittlicher oder gar weit überdurchschnittlicher Intelli- genz, aber gleichzeitig auch jene mit weit unterdurchschnittlicher Intelligenz weisen einen höheren Leistungszuwachs auf als Schüler mit durchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten.

Die Befunde deuten nicht auf einen Zusammenhang zwischen Begabung und Ent- wicklung der Rechtschreibleistung in den Klassen 6 und 7 hin.

Die schulartbezogene Analyse ergibt: Bei durchschnittlicher Intelligenz entwickeln anteilig mehr Schüler an der RS ihre Rechtschreibleistungen als an der GMS. Wohin- gegen der mittlere Leistungszuwachs an der GMS höher ist, was heißt, dass diejeni- gen Schüler mit Leistungszuwachs einen höheren Leistungszuwachs haben als ent- sprechende Schüler an der RS. Die zwei Probanden am SBBZ mit Intelligenz im unte- ren Normbereich haben einen deutlich höheren Leistungszuwachs als ihre Ver- gleichsgruppe an GMS und RS.

Bei unterdurchschnittlicher Intelligenz ist der Anteil derer mit Leistungszuwachs an der GMS um 12% größer als am SBBZ, wobei der mittlere Leistungszuwachs an beiden Schularten kaum differiert.

Bei überdurchschnittlicher kognitiver Begabung zeigen die Schüler an der GMS deut- lich höheren Leistungszuwachs als die Vergleichsgruppe an der RS.

4. Mathematik allgemein:

Die Schülergruppen nach vergleichbarer Intelligenz sind hinsichtlich ihrer mathema- tischen Fähigkeiten nicht homogen: So werden beispielsweise bei überdurchschnitt- licher Begabung unterdurchschnittliche bis weit überdurchschnittliche mathemati- sche Fähigkeiten gezeigt.

Die Wertebereiche zeigen auf, dass es sich nicht um keinen kausalen Zusammenhang zwischen kognitiven und mathematischen Fähigkeiten handelt. Es lässt sich aber eine

Zu Frage A2: Ergebnisse nach kognitiver Grundfähigkeit

Tendenz dahingehend zeigen, dass der Anteil an Schüler mit durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen mathematischen Fähigkeiten in den Gruppen mit höherer In- telligenz größer ist als in Gruppen mit niedriger Intelligenz.

5. Arithmetik:

Wird der Bereich Arithmetik isoliert betrachtet, wird ebenfalls das Leistungsspektrum innerhalb jeder Gruppe mit vergleichbarer Intelligenz deutlich, ebenso wie die Ten- denz, dass bei höheren kognitiven Grundfähigkeiten höhere arithmetische Leistun- gen im DEMAT 5+ gezeigt werden können.

Etwa 60% der Probanden, die sich auf alle Schularten und Gruppen vergleichbarer Intelligenz verteilen, zeigen bei wiederholter Durchführung des DEMAT 5+ einen Leis- tungsfortschritt. Der mittlere Leistungsfortschritt beträgt – die Probanden ohne Leis- tungsfortschritt eingerechnet- 1,69 Rohwertpunkte und ist demnach als gering ein- zuschätzen.

Bei einer Begabung im durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen Bereich ist der Leistungszuwachs an der GMS etwas höher als an der RS.

Zu Frage A3: Ergebnisse nach Sprachgebrauch

A3 Wie entwickeln sich die Schulleistungen der Schüler mit und ohne sonderpäda-

gogischen Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen in den Kernfächern Ma- thematik und Deutsch im Kontext von sprachlicher Herkunft (an unterschiedli- chen Schularten)?

Da die Stichprobe hinsichtlich des Sprachgebrauchs weitestgehend homogen ist, wurde keine Gruppenbildung vorgenommen und keine entsprechende Auswertung der Daten durchgeführt. Die Zusammensetzung der Stichprobe hinsichtlich des Sprachgebrauchs der Gruppe kann Kapitel 7.2.4 entnommen werden. Es sei zudem auf die Ausführungen in Kapitel 10.2.3 hingewiesen.

Zu Frage A3: Ergebnisse nach Sprachgebrauch

9 Ergebnisse für den Schwerpunkt B: Schulisches Selbstkonzept

Im Dokument Entwicklung der Schulleistung und des schulischen Selbstkonzepts von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen in der Sekundarstufe I (Seite 126-131)