4. Forschungsergebnisse

4.4. Auswertung der Schülerfragebögen der Oberstufe

4.4.1. Ergebnisse der Schülerfragebögen

Im Folgenden werden die Antworten von insgesamt 75 Schülern aus vier verschiedenen Schulen präsentiert. Darunter befinden sich 35 weibliche und 40 männliche Befragte zwischen 16 und 20 Jahren. Die Teilnehmer stammen außerdem aus verschiedenen Schulzweigen (Sprachen, Naturwissenschaften, Kommunikation, Sport). Dadurch kann der Überblick über eine breitere Masse geschaffen werden, was zu aussagekräftigeren Ergebnissen führt.

58 Bis auf sieben haben alle das Open Lab zum ersten Mal besucht, wobei die Veranstaltung insgesamt mit 46 Stimmen hauptsächlich als „gut“ bewertet worden ist. Genau ein Drittel der Schüler hat sie sogar „sehr gut“ und lediglich drei „okay“ gefunden. In diesem Zusammenhang ist die Organisation von über der Hälfte der Schüler als „sehr gut“ gelobt worden, 26 Befragte haben für „gut“ gestimmt und drei haben sich für „mittelmäßig“ entschieden. Die Betreuung durch Tutoren ist von 85% der Schüler als „sehr gut“ beschrieben worden. Zehn Befragte haben sich „gut“ und nur eine Person „mittelmäßig“ betreut gefühlt.

In Hinblick auf die Zeiteinteilung hat der Großteil der Teilnehmer diese insgesamt als „genau richtig“ empfunden. 13 jungen Erwachsenen ist der Aufenthalt im Labor „zu kurz“ gewesen, hingegen sieben „zu lang“. Die genaue Aufschlüsselung über die Angaben zur Zeiteinteilung zeigt folgendes Diagramm. Anzumerken ist hierzu, dass nicht jede Frage von jedem gänzlich beantwortet worden ist:

Diagramm 1: Allgemeiner Vergleich der Angaben zur Zeiteinteilung während des Alkohol-Moduls

Aus Diagramm 1 ist ersichtlich, dass die Zeiteinteilung in allen Bereichen, außer der Pause, aber vor allem bei der Nachbesprechung, von über der Hälfte als „genau richtig“ beschrieben worden ist. Die Einleitung könnte auf Wunsch von einem Drittel der Schüler etwas kürzer, hingegen die Pause laut 33 Schülern etwas länger sein.

Es liegt nahe, die Fragestellung nach der inhaltlichen Vorbereitung in der Schule klassenweise aufzugliedern, was im Folgenden graphisch veranschaulicht wird:

0 10 20 30 40 50 60 70

Einleitung Hauptteil Nachbesprechung Pause

Angaben zur Zeiteinteilung

59

Diagramm 2: Vergleich der Schülereinschätzungen, welche die inhaltliche Vorbereitung auf das Thema in der jeweiligen Schule betreffen

Beim Betrachten von Diagramm 2 sticht sofort das BORG Linz/Hagenberg ins Auge, wo drei Viertel der Schüler angegeben haben, dass der Besuch des Open Labs „nur als Exkursion angekündigt“ worden ist und ein Schüler sogar „keine Ahnung davon“ gehabt hat. Bis auf einen sind sich die insgesamt 15 Schüler des Bruckner-Gymnasiums Wels einig gewesen, dass sie „das Wichtigste überblicksmäßig“ gelernt haben. Gleiches gilt auch größtenteils für die Schüler des Peuerbach-Gymnasiums. Hingegen hat die Mehrheit der Schüler des Ramsauer- Gymnasiums angegeben, dass „das Thema im Unterricht genau behandelt“ worden ist.

Passend hierzu ist auch der Frage nachgegangen worden, ob und wenn ja, inwiefern der Workshop den Unterricht thematisch ergänzt hat. Bis auf einen Befragten, der mit „Nein“ geantwortet hat, da er „bereits alles aus der Schule“ gekannt habe, haben die restlichen 74 Schüler „Ja“ angekreuzt. Für 46 von ihnen sei „auch viel Neues“ im Vergleich zur Schule dabei gewesen.

Der nächste Punkt im Fragebogen hat die Experimente behandelt, welche die Teilnehmer am liebsten bzw. am wenigsten gemocht haben. Zu beachten ist hierbei, dass einige Schüler sich der Stimme enthalten, andere dafür mehrere Nennungen getätigt haben. Im weiteren Verlauf sind zwei Diagramme ersichtlich, welche eine Übersicht über die genannten Lieblingsversuche, sowie über jene, die nicht gemocht worden sind, geben.

0 2 4 6 8 10 12 14 16 BG/BRG Ramsauerstraße

Georg von Peuerbach- Gymnasium

BORG Linz/Hagenberg BG/BRG Brucknerstraße Wels

Schülereinschätzungen die inhaltliche Vorbereitung

betreffend

Das Thema wurde im Unterricht genau behandelt. Ich weiß das Wichtigste überblicksmäßig.

Es wurde nur als Exkursion angekündigt. Ich hatte keine Ahnung davon.

60

Diagramm 3: Überblick über die Lieblingsversuche der Schüler allgemein

Diagramm 4: Überblick über die am wenigsten gemochten Versuche der Schüler allgemein

Anhand von Diagramm 3 lässt sich erkennen, dass mit leicht über der Hälfte aller Stimmen, die Destillation als eindeutiger Sieger, den Lieblingsversuch betreffend, hervor geht. Das Ethanol-Auto hat exakt 20% der Schüler überzeugt und der Kaugummivergärung haben immerhin sieben Schüler am meisten abgewinnen können. Der Vollständigkeit halber wird erwähnt, dass alle anderen Versuche vereinzelt genannt worden sind.

Kaugummigärung (Versuch 1.1.); 6 Refraktometer (Versuch 1.3.); 7 Destillation (Versuch 2.1.); 6 Oxidation (Versuch 3.1.); 2 Mon Cherie (Versuch 3.2.); 1 Löslichkeit (Versuch 4.1.) ; 9 Ouzo (Versuch 4.2.); 4 Brennbarkeit (Versuch 5.1.); 5 Ethanol-Auto (Versuch 5.2.); 3

VERKAUF

Überblick über die nicht gemochten Versuche

Kaugummigärung (Versuch 1.1.); 7 Refraktometer (Versuch 1.3.); 2 Destillation (Versuch 2.1.); 39 Oxidation (Versuch 3.1.) ; 4

Mon Cherie (Versuch 3.2.); 3

Löslichkeit (Versuch 4.1.); 2 Ouzo (Versuch 4.2.); 2 Brennbarkeit (Versuch 5.1.); 4 Ethanol-Auto (Versuch 5.2.); 15

KK

61 In Kontrast zum klaren Ergebnis beim Lieblingsversuch, steht Diagramm 4, welches den jeweils genannten, am wenigsten gemochten Versuch wiedergibt. Es lässt sich ablesen, dass die Löslichkeit mit neun Stimmen am häufigsten genannt worden ist, gefolgt vom Arbeiten mit dem Refraktometer mit sieben Stimmen. Platz drei teilen sich die Destillation und die Gärung, die jeweils sechs Schülermeinungen vertreten. Generell ist aber anzumerken, dass das Ergebnis dieser Abstimmung gut auf die einzelnen Versuche verteilt ist.

Als es um die Beantwortung der Frage nach dem Niveau der Veranstaltung gegangen ist, sind sich, bis auf zwei, alle restlichen 73 Schüler einig gewesen, als sie „genau richtig“ angekreuzt haben. Lediglich ein Teilnehmer aus dem Peuerbach-Gymnasium hat sich überfordert gefühlt und einem Schüler des Bruckner-Gymnasiums ist der Level zu niedrig gewesen.

Im Anschluss sind die Teilnehmer dahingehend befragt worden, ob sie glauben, sich das Gelernte gut zu merken. 66 Schüler haben gemeint „Ja, da es spannend war.“, vier Schüler haben ein zusätzliches Kästchen „Mittel, aber nicht mehr als sonst.“ hinzugefügt und fünf haben für „Nein, das Wissen brauche ich nicht mehr.“ gestimmt.

Abschließend sollten die Besucher des Open Labs verschiedene Aussagen über ihre eigene Arbeit im Labor auf einer Skala von eins bis zehn bewerten, wobei „1“ gleichbedeutend mit „Nein“ und „10“ gleichbedeutend mit „Ja“ ist. In der folgenden Grafik sind stets die Mittelwerte der Klassen zu den jeweiligen Aussagen gegeben. Zur besseren Vergleichbarkeit ist der allgemeine Durchschnitt der verschiedenen Kategorien gelb hinterlegt.

Diagramm 5: Vergleich der Selbsteinschätzung aller Schüler in Hinblick auf die verschiedenen Schulen

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Schulspezifische Selbsteinschätzung der Schüler

BG/BRG Brucknerstraße Georg von Peuerbach-Gymnasium BORG Linz/Hagenberg BG/BRG Ramsauerstraße

62 Aus Diagramm 5 lässt sich eine Fülle an Daten ablesen. Als erstes ist zu sagen, dass im Schnitt in allen Schulen am meisten auf gute Teamarbeit (9,20) wertgelegt wird. Außerdem ist achtsam mit Chemikalien und Materialien (8,97) umgegangen worden und die Schüler haben die Angaben gut verstanden (8,72). Auch auf sauberes (8,45) und gewissenhaftes (8,32) Arbeiten ist wertgelegt worden. Erst an sechster Stelle reiht sich der Spaß bei der Durchführung der Experimente (8,20) ein. Am wenigsten hoch sind die Selbstständigkeit (7,54) und Geduld (7,36) eingeschätzt worden. Bei genauerer Betrachtung führt das Ramsauer- Gymnasium das Feld in Hinsicht auf Spaß, Gewissenhaftigkeit, Geduld und Teamarbeit an. Hingegen haben diese Schüler aber am wenigsten achtsam und sauber gearbeitet. Die Schüler des Bruckner-Gymnasiums haben nach eigenem Empfinden die Angaben am besten verstanden und sind am achtsamsten im Umgang mit Chemikalien/Materialien gewesen. Andererseits haben sie, was Geduld und Selbstständigkeit betrifft, unterdurchschnittlich abgeschnitten. Die Teilnehmer aus Hagenberg behaupten, am saubersten experimentiert zu haben. Sie bringen aber auch hervor, dass sie die Angaben nicht ganz so gut verstanden haben und nicht so viel Spaß an der Durchführung der Versuche gehabt hätten wie andere Maturanten. Außerdem ist die Teamfähigkeit in dieser Klasse nicht so ausgeprägt gewesen. Die Schüler aus dem Peuerbach-Gymnasium haben nach eigenen Angaben sehr selbstständig gearbeitet, jedoch wenig gewissenhaft. Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die Schüler des Ramsauer-Gymnasiums gesamt gesehen am höchsten einschätzen, während die meisten Zweifel bei den Schülern des BORGs Linz/Hagenberg bestehen.

Im Zusammenhang mit der Selbsteinschätzung der Schüler lohnt sich auch ein geschlechterspezifischer Vergleich, welcher in Diagramm 6 dargestellt wird:

Diagramm 6: Allgemeiner Vergleich der Selbsteinschätzung von Mädchen und Burschen

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Selbsteinschätzung geschlechterspezifisch

63 Diagramm 6 zeigt, dass sich die Mädchen im Schnitt durchwegs höher bewertet haben als die Burschen. Einzige Ausnahme stellt im Mittel das selbstständige Arbeiten dar. Dieser Zusammenhang ist in allen Schulen gegeben. Vereinzelt ist es jedoch zu Abweichungen andere Aussagen betreffend gekommen. So haben die Schüler aus Hagenberg angegeben, sauberer und achtsamer zu arbeiten als ihre weiblichen Mitschülerinnen. Im Ramsauer- Gymnasium haben männliche Teilnehmer mehr Spaß gehabt und im Peuerbach-Gymnasium haben die Burschen geglaubt, die Angaben besser zu verstehen.

Im Dokument Konzeption und Wirksamkeit eines Experimentierhalbtages zum Thema Alkohole in einem Schulversuchslabor / eingereicht von Sabrina Wallner (Seite 57-63)