Die Lokalisation von Septinfilamenten an der Basis CDT-induzierter Ausläufer

Im Dokument Untersuchungen zur Bildung zellulärer Protrusionen durch die Clostridium difficile-Transferase CDT (Seite 97-106)

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4.2. Untersuchungen zur Beteiligung des Septinzytoskeletts an der CDT-induzierten Ausläuferbildung

4.2.2. Die Lokalisation von Septinfilamenten an der Basis CDT-induzierter Ausläufer

Wie oben dargestellt wurde, führte CDT zu einer Umorganisation des Septinzytoskeletts, die durch die Bildung trichterförmiger Septinstrukturen am Zellkortex charakterisiert war. In immunfluoreszenzmikroskopischen Untersuchungen war nun zu beobachten, dass sich diese trichterförmigen Septinstrukturen offenbar an der Basis der CDT-induzierten Zellausläufer befanden. Weitere Untersuchungen zeigten die Beteiligung der Septine 2, 6 und 7 an der Bildung dieser Septinstrukturen in Caco-2-Zellen (Abbildung 30, Abbildung 31 und Abbildung 32). Als nächstes wurden 3D-Rekonstruktionen der Septinstrukturen an der Ausläuferbasis aus einzelnen konfokalen Schnittaufnahmen angefertigt. Hierfür wurden die Ausläufer apikal auf CDT-behandelten Caco-2-Zellen, deren Mikrotubuli- und

Septinzytoskelett immunzytochemisch angefärbt worden waren,

konfokal-fluoreszenzmikroskopisch aufgenommen und mithilfe der Mikroskop-Software 3D-Rekonstruktionen angefertigt. Hierbei konnte beobachtet werden, dass die trichterförmigen Septinstrukturen die Ausläuferbasis manschettenartig umgeben (Abbildung 33A).

Videomikroskopische Untersuchungen der Mikrotubulipolymerisation und der Septinfilamente an der Ausläuferbasis in CDT-behandelten Caco-2-Zellen, die mit Septin 6-tomato und EB3-GFP cotransfiziert worden waren, zeigten, dass die Septinstrukturen hohl waren und die Mikrotubuli durch sie hindurch in die Ausläufer hinein polymerisieren konnten (Abbildung 33B). In videomikroskopischen Untersuchungen konnte auch beobachtet werden, dass die Septinstrukturen an der Ausläuferbasis fest mit der Ausläuferbasis verbunden blieben. Hierfür wurden Caco-2-Zellen mit Tubulin-RFP und Septin 7-GFP cotransfiziert und die Septinakkumulationen an der Ausläuferbasis über mehrere Minuten beobachtet (Abbildung 33C). In den anderen kolorektalen Karzinomzelllinien, die hier untersucht wurden (T84- und HCT116-Zellen), zeigte sich ebenfalls die CDT-induzierte Umorganisation des Septinzytoskeletts und die spezifische Lokalisation von Septinstrukturen an der Basis CDT-induzierter Ausläufer (Abbildung 34). Mit den durchgeführten Experimenten konnte gezeigt werden, dass neben Mikrotubuli ebenfalls Septinfilamente die zytoskelettale Basis CDT-induzierter Ausläufer formten. Sie bildeten trichterförmige Manschetten an der Basis der Ausläufer, die stabil mit den Ausläufern assoziiert blieben.

Abbildung 29: Einfluss von CDT auf die Organisation des Septinzytoskeletts. Konfokale fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen von subkonfluenten Caco-2-Zellen. Immunzytochemisch dargestellt ist Septin 2. Das Aktinzytoskelett wurde durch Phalloidin-Tetramethylrhodamin fluoreszent markiert. Die Caco-2-Zellen wurden für 90 min mit CDT behandelt (200 ng/ml CDTa, 400 ng/ml CDTb) oder blieben unbehandelt (Kontrolle). Dargestellt sind repräsentative Bildausschnitte aus diesen Experimenten. Die vergößerten Ausschnitte zeigen jeweils den Bereich des Zellkortex. Die gelben Pfeile zeigen auf entstandene Septinringe, die weißen Pfeile zeigen auf die entstandenen trichterförmigen Septinstrukturen am zellulären Kortex. Die Kalibrationsbalken entsprechen 10 µm und 2 µm in den vergrößerten Bildausschnitten.

Abbildung 30: Lokalisation von Septin 2 in Caco-2-Zellen und an der Basis CDT-induzierter Zellausläufer. Konfokale fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen subkonfluenter Caco-2-Zellen. Immunzytochemisch dargestellt sind Septin 2 und das Mikrotubulizytoskelett. Das Aktinzytoskelett wurde durch Phalloidin-Tetramethylrhodamin fluoreszent markiert. Die Caco-2-Zellen wurden für 90 min mit CDT behandelt (200 ng/ml CDTa, 400 ng/ml CDTb) oder blieben unbehandelt (Kontrolle). Dargestellt sind repräsentative Bildausschnitte der durchgeführten Experimente. Die vergößerten Ausschnitte zeigen den Bereich des Zellkortex, die weißen Pfeile zeigen auf die trichterförmigen Septinstrukturen an der Basis CDT-induzierter Zellausläufer. Die Kalibrationsbalken entsprechen 10 µm und 2 µm in den vergrößerten Bildausschnitten.

Abbildung 31: Lokalisation von Septin 6 in Caco-2-Zellen und an der Basis CDT-induzierter Zellausläufer. Konfokale fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen subkonfluenter Caco-2-Zellen. Immunzytochemisch dargestellt sind Septin 6 und das Mikrotubulizytoskelett. Das Aktinzytoskelett wurde durch Phalloidin-Tetramethylrhodamin fluoreszent markiert. Die Caco-2-Zellen wurden für 90 min mit CDT behandelt (200 ng/ml CDTa, 400 ng/ml CDTb) oder blieben unbehandelt (Kontrolle). Dargestellt sind repräsentative Bildausschnitte der durchgeführten Experimente. Die vergößerten Ausschnitte zeigen den Bereich des Zellkortex, die weißen Pfeile zeigen auf die trichterförmigen Septinstrukturen an der Basis CDT-induzierter Zellausläufer. Die Kalibrationsbalken entsprechen 10 µm und 2 µm in den vergrößerten Bildausschnitten.

Abbildung 32: Lokalisation von Septin 7 in Caco-2-Zellen und an der Basis CDT-induzierter Zellausläufer. Konfokale fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen subkonfluenter Caco-2-Zellen. Immunzytochemisch dargestellt sind Septin 7 und das Mikrotubulizytoskelett. Das Aktinzytoskelett wurde durch Phalloidin-Tetramethylrhodamin fluoreszent markiert. Die Caco-2-Zellen wurden für 90 min mit CDT behandelt (200 ng/ml CDTa, 400 ng/ml CDTb) oder blieben unbehandelt (Kontrolle). Dargestellt sind repräsentative Bildausschnitte der durchgeführten Experimente. Die vergößerten Ausschnitte zeigen den Bereich des Zellkortex, die weißen Pfeile zeigen auf die trichterförmigen Septinstrukturen an der Basis CDT-induzierter Zellausläufer. Die Kalibrationsbalken entsprechen 10 µm und 2 µm in den vergrößerten Bildausschnitten.

Abbildung 33: Lokalisation, Struktur und Dynamik der Septinfilamente an der Basis CDT-induzierter Ausläufer in Caco-2-Zellen. (A) 3D-Rekonstruktion konfokaler fluoreszenzmikroskopischer Aufnahmen CDT-induzierter Zellausläufer in subkonfluenten Caco-2-Zellen. Die Caco-2-Zellen wurden in Glasbodenschalen kultiviert und für 90 min mit CDT behandelt (200 ng/ml CDTa, 400 ng/ml CDTb). Sie wurden wie in den Abschnitten 3.2.3.4.1 und 3.2.3.4.2 beschrieben

fixiert und immunzytochemisch behandelt. Die Zellen wurden jedoch nicht eingedeckt sondern in PBS überführt, um die apikalen CDT-induzierten Ausläufer darzustellen. Dargestellt sind drei verschiedene Drehwinkel (0°, 90°, 180°) einer repräsentativen 3D-Rekonstruktion eines CDT-induzierten Zellausläufers. Immunzytochemisch sind Septin 2 (grün) und Tubulin (rot) dargestellt. Der Kalibrationsbalken entspricht 2 µm. (B) Konfokale fluoreszenzmikroskopische Darstellung der Mikrotubulipolymerisation (grün) und der Septinfilamente (rot) lebender subkonfluenter Caco-2-Zellen an der Basis CDT-induzierter Zellausläufer. Die Caco-2-Zellen wurden für 24 h mit EB3-GFP und Septin 6-tomato cotransfiziert, mit CDT behandelt (200 ng/ml CDTa, 400 ng/ml CDTb) und nach 90 min die Fluoreszenz CDT-induzierter Ausläufer videomikroskopisch aufgenommen. (Framerate: 5 s). Über den entsprechenden Bildausschnitten ist die jeweilige Zeit nach Beginn der Aufnahme angegeben. Im Bildausschnit 0 s gibt die gestrichelte Linie die Begrenzung des beobachteten Zellausläufers an. Die Pfeile verfolgen die Spitze eines in den Zellausläufer polymerisierenden Mikrotubulus. Der Kalibrationsbalken entspricht 2 µm. (C) Konfokale fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen lebender subkonfluenter Caco-2-Zellen. Dargestellt sind Mikrotubuli (rot) und Septinfilamente (grün), hierfür wurden die Zellen für 24 h mit Tubulin-RFP und Septin 7-GFP cotransfiziert und mit CDT behandelt (200 ng/ml CDTa, 400 ng/ml CDTb). Nach 90 min CDT-Behandlung wurde die Fluoreszenz entstandener CDT-induzierter Zellausläufer videomikroskopisch aufgenommen (Framerate: 10 s). Dargestellt ist die Basis CDT-induzierter Ausläufer über den Beobachtungszeitraum von 6:20 min und die dort befindlichen Septinfilamente. Gezeigt werden repräsentative Bildausschnitte dieser Experimente. Über den entsprechenden Bildausschnitten ist die jeweilige Beobachtungsdauer nach Beginn der Aufnahme angegeben. Der Kalibrationsbalken entspricht 5 µm.

Abbildung 34: Lokalisation von Septin 2 an der Basis CDT-induzierter Zellausläufer in T84- und HCT116-Zellen. Konfokale fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen subkonfluenter Zellen. Immunzytochemisch dargestellt sind Septin 2 und das Mikrotubulizytoskelett. Die Zellen wurden für 90 min mit CDT behandelt (20 ng/ml CDTa, 40 ng/ml CDTb) oder blieben unbehandelt (Kontrolle). Dargestellt sind repräsentative Bildausschnitte der Lokalisation von Septinfilamenten in Kontrollzellen und der Septinfilamente an der Basis CDT-induzierter Ausläufer in den verwendeten Zelllinien. Die weißen Pfeile zeigen auf die Septinstrukturen an der Ausläuferbasis. Die Kalibrationsbalken entsprechen 2 µm.

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