Folgende Fragebögen wurden in Abstimmung mit den Verantwortlichen an der HTL Steyr in mehreren Sitzungen gemeinsam entwickelt. Hierbei wollten diese ein besonderes Mitspracherecht, da sie genaue Vorstellungen über die Gestaltung der gestellten Fragen hatten. Im Rahmen dieser Besprechungen wurden zwei Arten von Fragebögen konzipiert.

Zum einen der Fragebogen zur Erhebung der Meinungen und Einschätzungen der SchülerInnen. Hierbei wurde zuerst ein Grundgerüst entwickelt, das, für eine bessere Vergleichbarkeit, für alle Schulstufen gleich einsetzbar sein sollte. Sie unterscheiden sich lediglich durch die Auflistung der jeweiligen Unterrichtsgegenstände, die natürlich am aktuellen Lehrplan bzw. an der jeweils gültigen Stundentafel orientiert ist. Um einerseits eine bessere Identifikation bei den Klassen zu erreichen und andererseits bei der Auswertung die Zuordnung zu erleichtern, wurde der jeweilige "Klassenfragebogen" durch Angabe der Klasse "personalisiert". Innerhalb der Klasse wurden die Fragebögen jedoch anonymisiert beantwortet.

Der Fragebogen der Lehrkräfte hatte mehrere Anforderungen zu erfüllen. Zuerst sollte er einen Überblick darüber geben, in welchem Gegenstandspool die Lehrkraft unterrichtet und wie lange sie bereits an der Schule tätig ist. Die Verwendung dieser drei, sehr breit gefächerten, Gegenstandspools (allgemeinbildende Gegenstände, fachtheoretische Gegenstände und Werkstätte) wurde gewählt, da es einen gewissen Grad an Anonymisierung ermöglicht. Somit sollte den Bedenken der kritischen Lehrkräfte Rechnung getragen werden. Der Fragebogen wurde so strukturiert, dass es zuerst einen Block mit allgemeinen Fragen gibt, der für alle drei Gegenstandspools zu beantworten ist. Im Anschluss daran findet sich ein Fragenblock, den nur Lehrkräfte beantworten, die kooperative Methoden im Rahmen ihres Unterrichts einsetzen. Die Abschlussfragen richten sich wieder an alle Lehrkräfte. Durch die Markierung der Fragebögen mit unterschiedlichen Spielkartensymbolen (Kreuz, Pik, Herz und Karo) wurde zugleich die Zuteilung zu einer Gruppe für die an die Befragung nachfolgende SWOT-Analyse durchgeführt.

Bei beiden Versionen war es wichtig, einerseits geschlossene Fragen zu stellen, um so die Möglichkeit der quantitativen Auswertung zu haben, und andererseits durch offene Fragen ein besseres Stimmungsbild zu erreichen.

Befragung SchülerInnen 1AHME

Liebe SchülerInnen,

mit der Teilnahme an dieser Befragung unterstützen Sie die Erstellung des Selbstberichts für das im Herbst geplante Peer Review zum Thema „Kooperatives Lernen“ an der HTL Steyr. Herzlichen Dank für die Mithilfe.

1) Im Unterricht werden kooperative Lernformen zu _________% eingesetzt.

2) Geben Sie eine Prozentzahl (von 0 bis 100%) an, wie häufig kooperative Lernformen in dem jeweiligen Unterrichtsgegenstand eingesetzt werden:

Unterrichtsgegenstand Prozentzahl: 0% - 100%

Religion Deutsch Englisch

Bewegung und Sport

Geographie und Wirtschaftskunde angewandte Mathematik

darstellende Geometrie angewandte Physik

angewandte Chemie und Ökologie angewandte Informatik

Mechanik und Elemente der Mechatronik Fertigungstechnik

Konstruktionsübungen Werkstätte

3) Ich halte das Konzept „Kooperatives Lernen“ an der Abteilung für Mechatronik für sinnvoll: □ ja

□ nein

4) Ich habe bereits vor dem Besuch der HTL Steyr kooperative Lernformen kennengelernt: □ ja

□ nein

5) Diese Vorteile sehe ich im „Kooperativen Lernen“:

6) Ich halte „Kooperatives Lernen“ für wichtig in Bezug auf den Erwerb sozialer Kompetenzen (Teamfähigkeit, Arbeitsverhalten, Zeitmanagement,…) (1=sehr wichtig, 6=nicht wichtig):

1 2 3 4 5 6

7) Das Verstehen der Inhalte schon während des Unterrichts gelingt mir besser: □ im „Kooperativen Lernen“

□ im herkömmlichen Unterricht

8) Ich arbeite im Unterricht gerne in kooperativen Lernformen: (1=stimmt, 6=stimmt nicht)

1 2 3 4 5 6

□ □ □ □ □ □

9) Wenn im Unterricht kooperative Lernformen eingesetzt werden, können die LehrerInnen besser auf einzelne Schüler eingehen: (1=stimmt, 6=stimmt nicht)

1 2 3 4 5 6

□ □ □ □ □ □

10) Ich würde einem HTL-Anfänger empfehlen, eine Abteilung zu besuchen, in der KOLE angeboten wird:

□ ja □ nein

11) Ich habe bei der Anmeldung gewusst, dass es an der Abteilung KOLE gibt: □ ja

□ nein

12) KOLE war für mich ein Entscheidungskriterium für die Abteilung der Mechatronik an der HTL Steyr:

□ ja □ nein

13) Wenn ich an KOLE denke, fällt mir ein:

14) Das gefällt mir an KOLE:

Befragung Lehrkräfte

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

mit der Teilnahme an dieser Befragung unterstützen Sie die Erstellung des Selbstberichts für das im Herbst geplante Peer Review zum Thema „Kooperatives Lernen“ an der HTL Steyr. Herzlichen Dank für die Mithilfe.

1) Ich unterrichte an der HTL Steyr: □ weniger als 10 Jahre

□ zwischen 10 und 20 Jahren □ mehr als 20 Jahre

2) Ich unterrichte in folgender Fächergruppe: □ allgemeinbildende Gegenstände

□ fachtheoretische Gegenstände □ Werkstätte

3) Ich weiß, was man unter „Kooperativem Lernen“ versteht: □ ja

□ nein

4) Ich halte das Konzept „Kooperatives Lernen“ an der Abteilung für Mechatronik für sinnvoll: □ ja

□ nein

5) Ich lese den „KOLE“-Newsletter: (1=immer, 6=nie)

1 2 3 4 5 6

□ □ □ □ □ □

6) Ich halte „Kooperatives Lernen“ für wichtig in Bezug auf den Erwerb fachlicher Kompetenzen: (1=sehr wichtig, 6=nicht wichtig)

1 2 3 4 5 6

□ □ □ □ □ □

7) Ich halte „Kooperatives Lernen“ für wichtig in Bezug auf den Erwerb sozialer Kompetenzen (Teamfähigkeit, Arbeitsverhalten, Zeitmanagement, …):

(1=sehr wichtig, 6=nicht wichtig)

1 2 3 4 5 6

□ □ □ □ □ □

8) Die Informationen, die ich von der Abteilungsleitung und dem KOLE-Team zu „KOLE“ erhalte, sind für mich:

□ zu viel

□ gerade richtig □ zu wenig

9) „KOLE“ als Marketingkonzept für die Abteilung für Mechatronik… □ gefällt mir

10) Ich verwende die in Frage 11 verwendeten kooperativen Lernformen im Unterricht zu ..…%: (Tragen Sie die Prozentpunkte in der Skala ein)

0% 100% 11) Diese kooperativen Lernformen habe ich schon verwendet:

□ Placemat □ Gruppenrallye

□ Gruppenpuzzle □ Lerntempoduett

□ Kugellager □Sonstige:___________________

□ arbeitsauftragsgestützte Gruppenprojekte

Wenn Sie kooperative Lernformen im Unterricht einsetzen, dann beantworten Sie bitte die Fragen 12, 13, 14 und 16.

Wenn Sie keine kooperativen Lernformen im Unterricht verwenden, dann beantworten Sie bitte die Fragen 15 und 16.

12) Insgesamt (Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung) empfinde ich als Lehrkraft „KOLE“ als:

□ belastend □ entlastend

□ weder belastend noch entlastend

13) Ich fühle mich bei der Umsetzung kooperativen Lernens von der Schulleitung, Abteilungsleitung und dem „KOLE“-Team ausreichend unterstützt:

(1=sehr unterstützt, 6= nicht unterstützt)

1 2 3 4 5 6

□ □ □ □ □ □

14) Durch den Einsatz kooperativer Lernformen gelingt es, auf einzelne Schüler besser einzugehen:(1=stimmt, 6=stimmt nicht)

1 2 3 4 5 6

□ □ □ □ □ □

15) Ich verwende keine kooperativen Lernformen im Unterricht weil…

Diese Fragebögen wurden den SchülerInnen im Rahmen des Unterrichts durch die jeweiligen Klassenvorstände ausgeteilt und waren im Rahmen einer zur Verfügung gestellten Unterrichtseinheit sofort bearbeitet. Die Fragebögen durften nicht ausgetauscht oder aus dem Klassenzimmer mitgenommen werden. Diese Variante wurde deswegen favorisiert, weil dadurch der Rücklauf entsprechend gesteuert werden konnte und somit bis auf wenige abwesende SchülerInnen flächendeckend Meinungen eingesammelt werden konnten. Um zu vermeiden, dass unter den Jahrgängen Stimmung in eine Richtung gemacht werden konnte, wurde von den Verantwortlichen versucht, die Befragung in den Klassen möglichst zeitnah durchzuführen.

Bei den LehrerInnen erfolgte die Befragung im Rahmen einer pädagogischen Konferenz. Diese Zusammenkunft der Lehrkräfte an der Abteilung wurde deshalb ausgewählt, da sie von beinahe allen LehrerInnen besucht wird und damit ebenfalls ein dementsprechend hoher Rücklauf gewährleistet werden konnte.

Die pädagogische Konferenz fand zum Thema KOLE statt. Es wurde der Ablauf des bevorstehenden Peer Reviews besprochen und dabei versucht, alle Lehrkräfte in die Erstellung des Selbstberichtes einzubinden, und sei es als Minimalversion durch die Bitte an die Unterrichtenden, sich in den nächsten Stunden aktiv zu beteiligen. Nach einer kurzen Einleitung durch den Direktor der Schule und den Leiter der Abteilung wurden nach einer kurzen Präsentation des Ablaufes bereits zahlreiche Diskussionen geführt, die die Sinnhaftigkeit des Vorhabens in Frage stellen sollten. Die Verantwortlichen stellten jedoch klar, dass der Peer Review stattfinden werde und KOLE ein wichtiger Bereich in der Abteilungsarbeit bleibe.

Als ersten Teil der Datenerhebung wurde der Fragebogen ausgeteilt. Dies geschah einerseits deshalb noch im Plenum, um alle Anwesenden zu erwischen und somit keine "Flucht" zuzulassen, und als zweiten Nebeneffekt wurde das Symbol auf den Fragebögen dazu verwendet, zufällige Gruppen für die Durchführung der SWOT-Analyse zu bilden. Dies wurde jedoch erst mitgeteilt, nachdem die Fragebögen bereits ausgeteilt worden waren. Umtauschen war dann nicht mehr möglich. Jeder, der den Versammlungssaal verließ, musste beim Ausgang seinen Fragebogen in einer Schachtel ablegen, die dann sicher verwahrt wurde. Somit wurde dem starken Wunsch des Kollegiums nach Anonymität Rechnung getragen. Die Verantwortlichen der Abteilung bzw. der Direktor der HTL Steyr hatten keine Möglichkeit, Einsicht in die Fragebögen zu nehmen. Somit konnten auch keine einzelnen Lehrkräfte anhand des Schriftbildes bei den offenen Fragen identifiziert werden.

Danach wurden die Lehrkräfte sofort dem jeweiligen Klassenzimmer für die Gruppenarbeit zugewiesen. Dort wurde eine SWOT-Analyse zum Thema „Kooperatives Lernen an der HTL Steyr“ durchgeführt. In jeder Großgruppe von ca. 15 TeilnehmerInnen wurden die Anwesenden kleineren Gruppen zu je vier Personen zugewiesen, die für sich zuerst eine Analyse in der Kleingruppe absolvierten. Anschließend mussten die gesammelten Ergebnisse in ein endgültiges Gruppenergebnis gebracht und auf vorbereiteten Backpapierbögen festgehalten werden. Bei Beobachtung dieser Gruppenprozesse wurde klar ersichtlich, dass Lehrkräfte oft Erwartungen an die SchülerInnen stellen, die sie selbst in der Praxissituation nicht umsetzen können (Disziplin, gegenseitiges Zuhören, soziale Kernkompetenzen). Dies wurde den Beteiligten anschließend im Rahmen der Reflexion auch vor Augen geführt.

Abschließend wurden im Plenum die Ergebnisse präsentiert und die Ergebnisplakate zur allgemeinen Durchsicht aufgestellt.

Im Dokument Kooperatives Lernen: Evaluation von kooperativem Lernen an der HTL Steyr / eingereicht von Elke Cornelia Klammer (Seite 43-50)